Insel Usedom

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Die Insel Usedom liegt im Oderdelta und war Jahrhunderte von der Fischwirtschaft geprägt. Ab 1824 bekam die Kreisstadt Swinemünde als erster Ort der Insel den Titel "Seebad". Das ist der Beginn des Tourismus auf der Insel Usedom.

Inhaltsverzeichnis

Insel Usedom

Karte von der Insel Usedom

Die Insel Usedom Gedicht von Hugo Scheele

Ein Stückchen Land, vom Wasser eingekreist, man geographisch eine Insel heißt;

So liegt auch unsere kleine Welt da, gebettet in dem Oderdelta.

Die Peene greift im weiten Bogen um diese Insel langgezogen,

Die Swine, Haff und Meer, wie jeder weiß, vollenden dann den Wasserkreis.

Die Dünenkette an der Ostsee Rand war einst Moräne, wie bekannt,

Als noch ein Gletscher war dies Binnenmeer, geschoben aus dem Nordland her.

So schuf die Flut sich selbst den Wall, an dem sich bricht der Wogen Schwall.

Der flachen Dünen lange Reihe erhält im Streckelberg die Weihe,

Es brandet hier zu uns´ren Füßen und Schwedens Küste scheint zu grüßen

Doch zwischen See und Inselland zieht sich der Wald als grünes Band,

Und schütz vor Wind und Sturmgebraus der Insulaner Hof und Haus.

Dem Bauer, der den Roggen säet , das Saatgut aus der Hand nicht weht. -

Droht auch das Meer die Insel zu verschlingen, es wird ihm nimmermehr gelingen,

Der Geist, der einstmals sprach „Es werde“ wird schützen auch dies Fleckchen Erde.

Name Usedom

Die Insel war erst in zwei Herrschaftsbereiche geteilt und hatte diese Namen:

Buckow (Buchenwald?) – Bezeichnung des Teiles der Insel, die zur Wolgaster Burg gehörten (Pfarreien Crummin und Netzelkow). Grenzort Ückeritz.

Wanzlow - der östliche Teil der Insel, der unter der Burg Uznam (Usedom) stand. Ersterwähnung 946.

Später ging der Namen der Stsdt Usedom auf die ganze Insel über.


Weiterfuehrende Information zur Insel Usedom

Lexikon - Zusammenstellung von Daten der Insel Usedom Media:Lexikon 2 Usedom 2020.pdf

Literatur zur Insel Usedom

Albrecht, Alois, Buske, Norbert Bischof Otto von Bamberg 2003

Braune, Gustav Führer durch die Ostseebäder 1912

Brüggemann, Ludwig Wilhelm Beschreibung Vor- und Hinterpommern 1779

Brüggemann, Ludwig Wilhelm Supplement Vor- und Hinterpommern 1800

Burkhardt, Robert Chronik der Insel Usedom 1909 - 1912

Burkhardt, Robert Bilder aus der Geschichte der evangel. Kirchen auf der Insel Usedom, 1911

Gadebusch Wilhelm Friedrich Chronik der Insel Usedom, 1863 , darin Ortschafts-Verzeichnis 1858

Online: * online.

Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen. Provinz Pommern. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und anderen amtlichen Quellen unter Zugrundelegung des Gebietsstandes vom 1. Oktober 1932. Berlin: Preußisches Statistisches Landesamt, 1932., S. 93

Haas Prof. Dr. A. Usedom-Wolliner Sagen, Verlag Arthur Schuster 1924, Zweite Auflage

Hoogeweg, Dr. H Die Stifter und Klöster der Pro. Pommern, Band II 1925

Husen, Dr. Martin Von Zerstörern und Schnellbooten, GRIN Verlag/book on demand - OZ vom 31.08.2020, Insel Usedom S 13

Niemeyer, Manfred Ortsnamenskunde Greifswald 2001

Usedom-Wolliner Blätter, Verlag Störr, Hefte 1-16

Chronisten der Insel Usedom

Robert Burkhardt Leben

Im "Amtsspeigel" 02/2014 des Amtes Usedom-Mitte veröffentlicht von Hilde Stockmann

Chronist Robert Burkhardt

Robert Burkhardt – Heimatforscher (1874 – 1954)

Im Jahre 2004 möchten wir unseren - Heimatforscher - , so steht es auf dem Gedenkstein auf dem Grab in Ückeritz aus Anlass des 50. Todestages und des 130. Geburtstages ehren. Die Gemeinde Ückeritz hat im Jahre 1982 ihm zu Ehren diesen Stein setzten lassen.

Robert Max Burkhardt wurde am 02.10.1874 geboren und ist aufgewachsen in Rutha bei Lobeda in Thüringen. Verstorben ist er am 15.03.1954 in Ückeritz und ist dort auf dem herrlich gelegenen Friedhof, mit dem Blick auf das Achterwasser begraben.

Wer etwas mehr über die Geschichte der Insel Usedom wissen möchte, wird bei der Suche nach entsprechender Literatur auf Robert Burkhardt stoßen. Er hat unter anderem die letzte zusammenfassende Chronik über die Insel Usedom in III Teilen in den Jahren 1909 bis 1912 geschrieben.

Dr. Hellmut Hannes hat 1992 in den Baltischen Studien erstmals einen Überblick über das Leben und die Werke von Robert Burkhardt gegeben. Er überschrieb seinen Artikel - Leben und Werk des Chronisten des Odermündungsgebietes - . Denn Robert Burkhardt hat nicht nur die umfassende Chronik über die Insel Usedom geschrieben, sondern auch große Chroniken über den Hafen, die Stadt und das Seebad Swinemünde verfasst. Über 40

Grab in Ückeritz von Robert Burkhardt

größere und kleinere Arbeiten konnte Dr. Hellmut Hannes auflisten und noch sind nicht alle erfasst. Durch den II. Weltkrieg sind einige Werke verlorengegangen, andere sind nur im Original in Privatbesitz vorhanden und deshalb nicht bekannt.

Robert Burkhardt war aber nicht Historiker, sondern Lehrer aus Leidenschaft. Schon sein Großvater war Lehrer und er durfte als Vorschulkind am Unterricht teilnehmen, so dass er gleich in die zweite Klasse eingeschult werden konnte. So erzählte es mir in den vergangenen Tagen seine Schwiegertochter, Frau Hilde Burkhardt geb. Ermel, eine geborene Koserowerin. Sie ist nach dem Tod ihres Mannes, Dietrich Burkhardt, er war viele Jahre Lehrer in Bansin, im Jahre 1997 von Mannheim wieder nach Koserow in ihr Elternhaus gezogen.

Robert Burkhardt unterrichtete schon mit 16 Jahren und legte 1897 die 2. Lehrerprüfung ab, die ihm die Berechtigung gab in anderen Ländern zu unterrichten. Im Sommer 1900 ging er als Mittelschullehrer nach Bergen auf Rügen. Das ist die erste Begegnung mit Pommern, die ihn nicht mehr loslassen sollte. Dazu kam, dass er dort seine Frau Martha geb. Lübky kennen lernte und am 08.10.1903 in Bergen heiratete.

Er wechselte die Stellen. So war er auch ab 1902 Lehrer in der höheren Mädchenschule in Wolgast, bis er im Oktober 1903 zum Rektor der Schulen der Stadt Usedom berufen wurde.

Hier wurde er mit 30 Jahren heimisch. Mit Unterbrechung durch den I. Weltkrieg blieb er bis 1924 in der Stadt Usedom in seiner Stellung als Rektor. Dann übernahm er, wiederum als Rektor, die Knaben- und Berufsschule in der Kreisstadt Swinemünde.

Er gehörte keiner Partei an und vertrat eine konservative Haltung, so wurde er 1934 vorzeitig aus dem Schuldienst entlassen. Doch seine bis dahin veröffentlichten Arbeiten über die Heimatgeschichte wusste der Magistrat der Stadt Swinemünde zu schätzen und bestellte ihn zum Leiter des Stadtarchives.

So hatte er die Möglichkeit viele Dokumente zu sichten und zu verarbeiten. Seine Arbeiten beruhen auf gründlichem Studium der Originale, eine Arbeit, die auch schwerwiegende Fehler der vorangegangenen Chronikschreiber belegte.

Nach dem II. Weltkrieg musste die Familie Swinemünde verlassen, blieb aber auf der Insel Usedom. Eine kurze Zeit wohnte sie in Koserow, wo Robert Burkhardt auch ein Jahr Schulleiter in Koserow war. Danach wohnte er mit seiner Familie in Ückeritz. In der Nachkriegszeit half er mit das Schulsystem wieder aufzubauen und anzuleiten. Er war für den Schulbezirk Ahlbeck – Bansin – Ückeritz zuständig. Trotz eines 1946 erlittenen Schlaganfalles arbeitete er weiter. 1948 trat er endgültig in den Ruhestand. Aber weiterhin arbeitet er an historischen Werken. Seine Frau hielt handschriftlich seine Diktate fest. So entstand noch im Herbst des Jahres 1952 mit Unterstützung des Direktors der Ückeritzer Schule, Oberstudienrat Rudolf Roloff, das Werk: „Das Seebad Ückeritz im Spiegel der Geschichte“. Es ist noch nicht veröffentlicht, es wurde nur als Arbeitsmaterial für den Heimatverein des Ortes abgeschrieben. Selbst in der Bibliographie Robert Burkhardts von Dr. Hellmut Hannes ist die Chronik nicht enthalten.

1953 konnte Robert Burkhardt noch die Goldene Hochzeit mit den Familien seiner beiden Söhne feiern. Am 15.03.1954 verstarb er in Ückeritz in seiner letzten Wohnung in der Villa „Tannenheim“. Seine Frau verstarb im Jahre 1969, sein Sohn Prof. Dr. Jürgen Burkhardt im Jahre 1991 und sein Sohn Dietrich im Jahre 1997. Sie wurden dem Grab des Vaters beigesetzt.

Ich bin auch kein Pommer, sondern bin in Sachsen im Braunkohlegebiet aufgewachsen, habe vor 40 Jahren die Insel kennen und lieben gelernt. Die Werke Robert Burkhardts, die leider nach 1945 selten veröffentlicht wurden, haben mich bei der geschichtlichen Erkundung begleitet. Immer wieder habe ich mir beim Lesen vorgestellt, wie fleißig er beim Studium gewesen sein muss, um all diese Fakten, die er den Originalunterlagen entnommen hat, zu ordnen – ... und das ohne Computer!

Zu seinem umfangreichen Werk werden in den nächsten Ausgaben weitere Hinweise folgen. Herzlichen Dank Frau H. Burkhardt und Herrn Oberstudienrat Rudolf Roloff für die Gespräche und die zur Verfügung gestellten Fotos.

Robert Burkhardt Werke

Im "Amtsspeigel" des Amtes Usedom-Mitte veröffentlicht von Hilde Stockmann

Robert Max Burkhardt - Heimatforscher (geb. 02.10.1874 Rutha (bei Jena) – gest.15.03.1954 Ückeritz)

Anlässlich des 50. Todestages hatten die Gemeindevertretung und der Heimatverein des Seebades Ückeritz in das Haus des Gastes eingeladen, um das Leben und Wirken Robert Burkhardts zu würdigen. An dieser festlichen Veranstaltung nahmen die Schwiegertochter, Hilde Burkhardt und die Enkelin, Renate Korb teil.

Was hat Robert Burkhardt geschaffen, was uns heute noch bewegt? Weshalb erinnern wir in Dankbarkeit an seine geschaffenen Werke?

Er war Lehrer und Rektor u.a. in Wolgast, Stadt Usedom, Stadt Swinemünde und Koserow. Eine intensive, interessante Arbeit mit den Schülern hat sein Leben bestimmt. Noch heute erinnern sich einige seiner Schüler der Nachkriegszeit, wie lebendig er die Unterrichtsstunden gehalten hat, obwohl er nicht mehr der Jüngste war. Er selbst saß tagelang über den Büchern und Dokumenten u.a. in den Archiven in Stettin, Berlin, Wolgast und Greifswald. Seine Söhne kannten ihn nur mit Büchern in den Händen und stets eifrig Notizen machend.

Dr. Helmut Hannes hat im Jahre 1992 in den Baltischen Studien erstmals zusammenhängend das Leben und Werk dieses besonderen Menschen gewürdigt. Er konnte auf Aufzeichnungen und Mitteilungen der Söhne Prof. Dr. Jürgen Burkhardt und Realschullehrer i.R. Dietrich Burkhardt aufbauen.

Das Schaffen des Chronisten des Odermündungsgebietes, so der Untertitel von Dr. Helmut Hannes, ist so vielfältig, dass uns die Gliederung der Bibliographie einen Einblick gewährt:

1. Große Chroniken

2. Heimatgeschichtliche Einzelbetrachtungen

3. Heimatgeschichtliche Romane und Erzählungen

4. Festschriften zu Jubiläen und sonstigen Anlässen

5. Beiträge in Zeitschriften und Sammelwerken

6. Verschiedenes

7. Unveröffentlichtes

Heute möchte ich nur die Anlässe, die unter 4. Festschriften fallen, aufzählen, worüber Robert Burkhardt spezielle sehr umfangreiche und geschichtlich genau recherchierte Schriften angefertigt hat:

Im Jahre 1909 zum 600 jährigen Bestehen von Zinnowitz (Zitz) 73 Seiten,

1912 auf 163 Seiten eine Festschrift zum 50 jährigen Jubiläum des vaterländischen Frauenvereins für den Kreis Usedom-Wollin ,

100 Jahre See- und Solbad Swinemünde im Jahre 1924 – eine Festschrift – 48 Seiten,

Zur Feier des 150jährigen Bestehens der Schützengilde zu Swinemünde im Jahre 1925,

„Zum sichern Hafen“ Swinemünde, 75 jähriges Bestehen der Johannisloge im Jahre 1926 – 42 Seiten,

Von der alten Zecheriner Brücke - Einweihung der Usedomer Bäderbrücke am 22.05.1931 – 32 Seiten,

Ein Jahrhundert Stadtsparkasse Swinemünde – 1936 – 72 Seiten.


So zeigen im Heft „Zinnowitz - Geschichtliches aus 6 Jahrhunderten“ von 1909 allein die Literaturnachweise am Ende unterteilt nach handschriftlichen und gedruckten Quellen, welche Studien Robert Burkhardt betrieben hat. Er war immer bemüht die ältesten Quellen zu finden und genau zu übermitteln, deshalb sind seine Werke heute so wertvoll für uns.

In der Festschrift zur Einweihung der Usedomer Bäderbrücke beschreibt Robert Burkhardt die Bedeutung der Zecheriner Fähre seit 800 Jahren mit wertvollen Hinweisen auf geschichtliche Zusammenhänge. In vielen Festschriften finden Familienforscher dabei zufällig auch wichtige Hinweise auf ihre Vorfahren.

Leider sind all diese Festschriften nur selten noch aus zweiter Hand zu haben oder man leiht sie, soweit vorhanden, aus dem Landesmuseum in Greifswald aus.

Die Eingeweide Usedoms

In der Festschrift zum 600 jährigem Bestehen des Ortes Zinnowitz im Jahre 1909 von Robert Burkhardt.

Er schreibt: ...“So bildet der Untergrund unserer Insel ein mächtiges Kreidelager, an manchen Stellen 40 – 100 m stark, doch teilweise in beträchtlicher Tiefe. Auch blaue und schwarze Tonschichten werden regelmäßig erbohrt; selbst an Braunkohle fehlt es der Insel nicht. Bei Bohrungen in Swinemünde ergab sich folgendes Schema, das in ganzen auch auf Zinnowitz zutreffen dürfte:

1 – 46 m Schwemmland

46 – 101 m weiße Kreide und Feuerstein

101 – 139 m Grünsand

139 – 168 m Kreidemergel

168 – 175 m sehr feiner Glaukonitsand

176 – 200 m schwarzer fetter Ton

200 – 224 m schwarzer Mergel

224 – 251 m Grünsand mit Braunkohleteilchen

251 – 259 m weißer Sand mit Kohle, solehaltig

259 m dunkler fetter Sand"

Künstler auf Usedom

Lyonel Feininger

Eine Feininger Radtour kann man mit dem Buch "Papileo auf Usedom" (ISBN: 978-3-00-027062-8) unternehmen. Von 1908 an bis 1921 entstanden viele Werke mit den Motiven der Insel Usedom. Feiniger war mit dem Rad und Malutesilien unterwegs. 45 Standorte, an denen der Künstler gearbeitet hat wurden durch in Bodenplatten eingelassenen Bronzeplatten mit der Blickeichtung des Künstlers zum Motiv im Boden verankert. In dem Buch sind die Werke zu den Standorten verzeichnet. Auch blau-weiße Straßenschilder weisen den Weg.

Hugo Scheele

Hugo Scheele wurde am 15. Juni 1881 in Arnsberg im Sauerland als Sohn des Rechtsanwalts Carl Scheele und seiner Ehefrau Elisabeth Scheele geb. Seneca geboren. Er besuchte das Gymnasium in Arnsberg und studierte zunächst Humanistische Medizin in Leipzig. Er brachte es bis zum Physikum und danach bat er seinen Vater, ihn doch als Maler ausbilden zu lassen. Er durfte in Leipzig die Zeichenschule besuchen und musste parallel dazu die Handelshochschule absolvieren, da ihm sein Vater nach seinem Ableben ein größeres Vermögen hinterlassen wollte. Sein Vater war inzwischen von Arnsberg an das Reichsgericht nach Leipzig berufen worden, wo er als Kaiserlicher Geheimer Justizrat 1908 seinen Abschied nahm und nach Königstein im Taunus übersiedelte. Von Leipzig aus ging Hugo Scheele nach Düsseldorf und arbeitet unter Professor Grünwald und Professor Gebhardt. Von dort ging er nach Weimar, wo er Meisterschüler bei Professor Olde, Ludwig von Hoffmann und Professor Thed war. Am 1. Oktober 1905 lernte er Rosel Müller kennen und verlobte sich am 21. Juli 1906 mit ihr.

Hier noch Angaben zur Familie: Vater Carl Scheele wurde am 13.07.1850 geboren und verstarb am 09.09.1920. Mutter Elisabeth, geb. Seneca, am 04.04.1854 geboren und gestorben am 15.01.1915. Hugo Scheele hatte noch einen Bruder und eine Schwester. Hugo Scheeles Großvater war der Geheime Justizrat Eduard Scheele, geb. am 05.02.1815 in Arnsberg, verstorben am 23.08.1902 in Ahaus, der mit Bertha, geb. d´Hauterive, geb. am 21.11.1821, verheiratet war. Der Urgroßvater von Hugo Scheele war Christoph Scheele, geb. am 08.05.1788, der Mühlenbesitzer in Arnsberg und mit Eva Bönner verheiratet war.

Studienreisen führten Hugo Scheele nach Paris und Florenz. Seinen Studienabschluss erlangte er in Paris. Noch vor dem Ersten Weltkrieg malte er in Griechenland. Während des Krieges diente er als Gardefüsilier bei den „Maikäfern“ in Berlin, später als Kurier auf dem Balkan.

1921 heiratete er Rosel Müller. Es waren zunächst gesundheitliche Gründe, die Scheele an die Ostsee zogen. Er fühlte sich jedoch auf der Insel Usedom bald recht heimisch und kaufte 1923, von dem Rest des ihm nach der Inflation verbliebenen Vermögens, in Zempin das Haus BALTICA in der Waldstraße.

Als freischaffender Künstler lebte er vom Verkauf seiner Bilder. Einige wurden von Museen angekauft. Er war Mitglied des Pommerschen Künstlerbundes, der 1916 in Stettin gegründet wurde. Um gemeinsam mit seiner Frau nach dem Zweiten Weltkrieg überleben zu können, malte und zeichnete er kleinere Formate und Ansichtskarten, die sich besser verkaufen ließen. Nach Kriegsende malte er kurze Zeit auf Wunsch der Sowjets Porträts von Soldaten und aktuellen Politikern. Das Malen der Schönheiten der Insel Usedom, Natur und Menschen bei ihrer Arbeit, bildeten seinen Lebensinhalt. Er sandte Arbeiten zur III. Deutschen Kunstausstellung der DDR 1953 in Dresden. Das Gemälde „Landfrau von Usedom“ wurde ausgestellt und angekauft. Leider ist es nicht mehr auffindbar und es existiert auch keine Abbildung. Im Haus BALTICA hatte er auch Ausstellungsräume geschaffen. Er konnte seine Einstellung und sein Lebensbild nicht ändern und passte sich auch nicht an. Seine Frau berichtete von einer Berliner Kunstausstellung, wo er sich äußern sollte, und er soll gesagt haben: „Meine Damen und Herren, diese Malerei hat nichts mit Kunst zu tun und von Politik verstehe ich nichts“ und er verließ den Raum.

Er hat Graphiken, Ölgemälde und Aquarelle, besonders des Lebens, der Landschaft auf der Insel Usedom und deren Geschichte angefertigt - heute ein wertvoller Schatz für die Chronik. Mit den „Usedomer“ Künstlern hatte er losen Kontakt, wurde aber in diese Gemeinschaft nicht aufgenommen. Gern hat er auch gedichtet. Über die geschichtliche Entwicklung, die Pflanzen und Tiere der Insel Usedom stellte er 1936 einen Band mit 10 Linolschnitten zusammen. 2004 konnte der Heimatverein einen Nachdruck dieses Werkes „SINGSCHWAN ÜBER USEDOM“ mit Zustimmung der Nichte von Frau Rosel Scheele, Ursula Bräuer, mit einem Vorwort herausgeben. Seine Lebensweisheit und sein Humor lassen uns oft beim Lesen der Gedichte schmunzeln. So steht uns auch noch ein Tonband mit der Stimme des Dichters zur Verfügung, auf welchem er Teile des unvollendeten Werkes „DER DRAK VON USEDOM“ vorstellt. Dieser Band sollte ebenfalls mit Linolschnitten versehen werden und Sagen und Märchen der Insel Usedom zum Inhalt haben. Dieses Werk erschließt uns des Künstlers reiche Phantasie. Der Heimatverein Zempin e.V. arbeitet daran, dieses unvollendete Werk auf einer DVD festzuhalten und mit Erklärungen und Werken des Künstlers zu ergänzen.

Im Universitätsklinikum Greifswald starb er am 10.September 1960 an einer Embolie nach einer OP. Beerdigt wurde er in Eisenach in der Familiengrabstätte seiner Frau, unmittelbar neben dem Grabmal für den Niederdeutschen Mundartdichter Fritz Reuter. Bald danach zog seine Frau Rosel nach Münster und verstarb dort im Jahre 1977.

Fast 40 Jahre hat er in Zempin gelebt und in seinem Werk finden wir viele typische Merkmale des kleinen Fischerortes Zempin und auch der Insel Usedom in Wort und Bild wieder. Sein Lebensmotto hat er wohl in seinem Gedicht zur „Krummen Kiefer“ in Zempin festgehalten:

Vom Sturmwind geknickt,

leb ich gebückt –

doch strebend zum Licht

ergeb ich mich nicht.


Rosa Kühn

Rosa Kühn

Rosa Kühn zum 80. Geburtstag

Die Malerin Rosa Kühn feiert am 28. Mai 2008 ihren 80. Geburtstag. Sie wurde in Grünberg (Schlesien) geboren. Ihre erste Personalausstellung fand anlässlich ihres 50. Geburtstages im Kunstpavillon in Heringsdorf statt. Zu ihrem 70. Geburtstag wurde zur Ausstellung im Museum Wolgast ein erster Katalog herausgegeben; zum 75. Geburtstag gab es zu den vielen Gemeinschaftsausstellungen eine Ausstellung von Aquarellen gemeinsam mit Werken der Keramikerin Barbara Löffler aus Ramelow bei Friedland im Heringsdorfer Kunstpavillon. Über 50 Jahre lebte und arbeitete Rosa Kühn hier in Zempin. In diesem Heimatheft wollen wir sie ehren und etwas über ihre Werke, ihr Leben und ihre Lebenseinstellung berichten.

Rosa Kühn ist sehr bescheiden und wünscht kein „Aufhebens“. So schrieb sie an den Heimatverein Zempin, dass sie zu ihrem besonderen Geburtstag, wie bei den vergangenen und auch künftigen Geburtstagen nicht da sei und diese Feier umgehe. Es sei halt so eine Grille von ihr; wir sollten es akzeptieren, dann wäre sie von Herzen dankbar.

Der Vater von Rosa Kühn war Fleischermeister und hatte in Grünberg / Schlesien eine kleine Konservenfabrik mit „Kühns Würstchen“ aufgebaut. Die Mutter war Tochter eines Bäckermeisters.
Frühling Kacheln Rosa Kühn

Gemeinsam mit zwei Schwestern wuchs Rosa in behüteten Verhältnissen auf. Die Töchter erhielten eine gute Bildung und musische Erziehung. Schon mit sieben Jahren unterstützen die Eltern Rosas malerische Begabung, sie erhielt eine Staffelei. Nach dem II. Weltkrieg und der Flucht der Eltern fand sich die Familie in Berlin wieder. 1947 begann Rosa Kühn mit dem Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg bei Professor Max Drebus.

Sie war fasziniert von den ausgestellten Aquarellen Otto Niemeyer-Holsteins (ONH) in der Buchhandlung Wolff in Berlin-Friedenau und lernte ihn auch persönlich kennen. Er sollte ihr Lehrer sein, entschied sie 1948 nach einigen Wochen Sommeraufenthalt in Lüttenort. Im März des folgenden Jahres zog sie nach Lüttenort, an die schmalste Stelle der Insel Usedom zwischen Zempin und Koserow. In der bescheidenen Unterkunft und den improvisierten Verhältnissen bei Otto Niemeyer-Holstein und seiner Frau lernte sie in den Jahren von 1948 bis 1952 das einfache Leben kennen. Dort war sie zunächst zahlende Schülerin, aber auch Mädchen für alles, um von der Malerei vom „Käpt´n“, wie der Maler genannt wurde, zu lernen. Sie schlief neben dem Ziegenstall, hütete das Schaf, fütterte die Hühner, melkte die Ziege und half beim Segeln auf dem „Orion“, mit dem Gästetouren durchgeführt wurden. In den Diskussionen über Kunst zwischen dem Ückeritzer Maler Otto Manigk und ONH lernte sie die für sie wichtige Sicht und Einstellung zur Kunst. Aber nicht nur die Malerei verband diese drei Menschen, sondern auch die Musik. Fast 25 Jahre lang, bis zum Tod von Otto Manigk, musizierte das Trio regelmäßig an jedem Freitag. Rosa Kühn spielte Klavier, Otto Manigk 1. Violine und ONH 2. Violine. Sie liebten Bach, Händel und alte italienische Komponisten. Das Anwesen von ONH war ein anregender Treffpunkt für junge und alte Künstler. Im Jahre 1952 zog Rosa Kühn nach Zempin, in den Inselhof.

Einen Zeitbericht finden wir in dem Buch „Die Insel Usedom“ von Hermann Heinz Wille, erschienen im Jahre 1953: „.... Auf Usedom sind eine ganze Reihe bildender Künstler ansässig und heimisch geworden, die in ihren Bildern den Zauber der Küstenlandschaft schildern. In dem kleinen romantischen, auf keiner Karte zu findenden, Lüttenort bei Koserow lebt und schafft Otto Niemeyer-Holstein. In dem hellen, freundlichen Gästeraum des Inselhofes Zempin, der ein beliebter Treffpunkt der Kulturschaffenden ist, sind mehrere seiner in gedämpften Farbtönen gehaltenen großflächigen Bilder ausgestellt. Daneben hängen einige Aquarelle von Rosa Kühn, die in einem Seitenteil des Inselhofes ihre bescheidenen Arbeitsräume eingerichtet hat. So gleichen die Räume des Inselhofes einer improvisierten Kunstausstellung, in der die Künstler der Umgebung ihre Werke ausstellen. Die kleine Schau zeigt eine große Wirkung; denn die Begegnung mit der Landschaft im Kunstwerk vermittelt uns selbst ein inniges Verhältnis zur Natur.“ Im Jahre 1954 zog Rosa Kühn in ein Wohnhaus an der Hauptstraße in Zempin, das ONH aus dem Transformatorenhaus der Zempiner Flak - Schule umgebaut hatte. Wegen der Form nannte er es „Torrino“, das Türmchen. So blieb sie viele Jahre seine Mieterin. (Vom Nachmieter in Turino geändert.)

In den Verband „Bildender Künstler“ wurde sie im Jahre 1952 aufgenommen. Die Lebensgemeinschaft mit Otto Manigk seit 1960 und die Geburt des gemeinsamen Sohnes Antonio im Jahre 1961 bedeutete für beide Künstler Anregung und belebende Schaffenskraft. Durch Unterstützung ihrer Eltern konnten sie Reisen u.a. nach München, Paris, Moskau und Leningrad unternehmen und die Werke der alten und neuen Meister der Malerei und der bildenden Kunst auf sich wirken lassen.

Die staatlichen Bildankäufe konnten den Lebensunterhalt jedoch nicht decken. Rosa Kühn hatte wohl zu wenige sozialistische Inhalte in ihren Werken. So begann sie ab 1966 mit der Keramikmalerei. Es fiel ihr nicht leicht, sich mit dem neuen Material vertraut zu machen. Sie hatte nur einen kleinen Brennofen und das Ergebnis ihrer Versuche ergab, dass sie Platten bis zu einer Größe von 17 x 27,5 cm brennen konnte. Sie entwarf ihre Motive, teilte diese in die Plattengröße und bemalte und brannte sie einzeln unter einfachsten technischen Bedingungen. In dieser Art der Wandgestaltung erreichte sie eine hohe künstlerische Fertigkeit.

In den 20 verschiedenen Arbeiten für öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder usw. zeigten sich belebende Farbigkeit, Poesie und Menschlichkeit. Diese Arbeiten entstanden mit einem hohen körperlichen Aufwand, sodass für andere künstlerische Techniken wenig Kraft blieb. In Zempin können wir die vier Tafeln der Jahreszeiten in „Uns olle Schaul“ bewundern. Im Kindergarten und in der Arztpraxis, ehemals die Kinderkrippe, werden die kindgerechten Arbeiten liebevoll geachtet. Die Arbeiten in der Zinnowitzer Schwimmhalle fielen leider dem Umbau zum Opfer. Der Fotograf Jürgen Grempler aus Zempin konnte auf seinen Bildern sehr viele Werke festhalten.

Der Tod Otto Manigks im Jahre 1972 hatte Rosa Kühn vorübergehend den schöpferischen Schwung genommen. Doch tapfer arbeitet sie weiter, auch um den Lebensunterhalt für sich und den Sohn zu erwirtschaften. Nachdem sie im Jahre 1982 in der Rieckstraße in Zempin ihr neues Wohnhaus mit Atelier beziehen konnte, begann eine neue wirkungsvolle Phase der Aquarellmalerei. 1990 wurde sie Mitglied im Künstlerbund MV. Als Rosa Kühn im Jahre 1995 eine Zwischenbilanz zog, hatte sie ca. 250 Ölgemälde und 500 Aquarelle geschaffen.

Als Thema für den Katalog zur Ausstellung 1998 hatte Prof. Dr. Bernfried Lichtnau den Titel gewählt: Rosa Kühn - eine vitale Usedomer Malerin. So ist sie auch den Zempinern als bescheidener, willenstarker und vitaler Mensch bekannt, oft mit dem Fahrrad durch den Ort radelnd. 2005 zog sie nach Bansin in eine Anlage für betreutes Wohnen. Dort fühlt sie sich recht wohl. Von der lieb gewordenen zweiten Heimat, der Insel Usedom, entstehen weitere stimmungsvolle Aquarelle. In ihrem Zempiner Haus wohnt jetzt ihr Sohn Antonio, Musikdozent in Greifswald, mit seiner Lebensgefährtin und Sohn Johann. im Sommer geht es im Garten oft recht fröhlich zu, denn Jana Sonneberg hat ein Puppentheater eingerichtet, das sich großer Beliebtheit erfreut.

Wir wünschen Rosa Kühn weiterhin Gesundheit und viel Schaffenskraft, damit sie uns noch viele erstaunliche Werke schaffen kann.

Literatur:

Achim Roscher – Otto Niemeyer-Holstein

Ausstellungskatalog 1998

Ostsee Zeitung – Artikel

Kurt-Heinz Sieger

Maler und Graphiker

  • 17.4.1917 Görlitz +25.3.2002 Zempin
Kurt-Heinz Sieger

Die Zempiner hatten es kaum gemerkt, dass ein Maleratelier 1980 in der Hexenheide entstand. Erst als Ausstellungen angekündigt wurden mit dem Namen Kurt-Heinz Sieger, Zempin, fragte man sich, wo er denn wohnt. Der Maler hatte sich mit seiner Frau zwischen Zempin und Zinnowitz, auf einem ehemaligen Wochenendgrundstück von der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er kam aus Frankfurt (Oder) und war 63 Jahre alt. Seine, in den letzten Jahren auf Usedom geschaffenen, sehr bekannt gewordenen Pastelle sind dadurch entstanden, dass seine Erkrankung der Nerven, die Mitte der achtziger Jahre begann, das Arbeiten mit Öl an der Staffelei nicht mehr zuließ. So begann er mit Pastellkreide zu malen. Es war für ihn eine neue Herausforderung, mit diesem Material zu arbeiten. Er hat wunderbare Werke geschaffen, die er über viele Arbeitsstadien hinweg, in einer lockeren Struktur mit großer Leuchtkraft der Farben und mit einer gleichzeitigen Durchsichtigkeit, aufgebaut hat. So lange er die Kreide noch halten konnte, malte er in seinem Atelier in der Hexenheide, wo er im Jahre 2002 verstarb.

Badende , Pastell, K.-H. Sieger

Doch sein geschaffenes Werk ist viel umfangreicher und hatte besonders den Menschen, den Akt, zum Thema. Um diese Werke zu verstehen, muss man auch etwas über sein Leben wissen. Von den bittertraurigen Bildern einer Kindheit im Waisenhaus und bei Pflegeeltern an bis zu 17 Stellen schrieb er in sein Tagebuch. Er malte auf Zeitungsrändern und aufgerissenen Briefumschlägen. Erst als 14jähriger erhielt er, nach einer Wanderung durch das Riesengebirge, erste Anerkennung für über zwanzig angefertigte Landschaftszeichnungen. So konnte er bei einem Dekorationsmaler in die Lehre gehen und lernte auch Schrift und Stuckdecken zu gestalten. Auch an Restaurierungsarbeiten in Görlitzer Kirchen durfte er teilnehmen. Doch der Krieg kam und er musste zum Arbeits- und Wehrdienst. In diese Zeit fällt 1940 die Ferntrauung und nach der Kriegsgefangenschaft zieht er nach Königshain zu seiner Frau. Drei Kinder werden in dieser Beziehung geboren. Neben seiner Arbeit als Dekorationsmaler beschäftigt er sich autodidaktisch mit der Tafelmalerei. 1947 begann er an der Fachschule für angewandte Kunst in Leipzig ein Studium, musste es aber abbrechen, um seine Familie zu ernähren. Nach einer Ausstellung im Jahre 1950 in Pirna wird er zum Studium an die Dresdner Kunsthochschule delegiert. Er war schon 33 Jahre alt. Nach fünf Jahren schließt er diese mit der Diplomarbeit, ein Gemälde der Familie des Hausmeisters der Dresdner Hochschule, ab. Danach arbeitet er als Fassadengestalter in einem Aufbaustab von Wohnhäusern in Hoyerswerda. Es entstehen etwa sechzig baugebundene Arbeiten in Sgraffito, Glas, Mosaik und Silikat. Nach Cottbus zog er 1960 und arbeitete freischaffend. Einer kurzen zweiten Ehe folgte eine dritte, aus dieser Verbindung stammen zwei Kinder. In Cottbus förderte er die Laienarbeit und in der Hochschule für Bauwesen von 1964 – 65 war er Lehrbeauftragter. Die Stadt Cottbus würdigte seine Leistungen durch Auszeichnungen mit dem Carl-Blechen-Preis. Ein Ortswechsel folgte 1972 nach Frankfurt (Oder). Dort war er freischaffend tätig und seine Werke fanden Anerkennung und wurden von Stadt und Museum angekauft. Er wurde 1977 mit dem Kleist-Preis der Stadt geehrt. Seine vierte Frau Brigitte geb. Lau heiratete er 1976. In seiner Frankfurter Zeit gelang es ihm, sich teilweise von den thematischen Vorgaben der staatlich Auftragsmalerei zu lösen. So gewann er größere künstlerische Freiheit als zuvor in Cottbus oder Hoyerswerda. Die Höhepunkte seines künstlerischen Erfolges waren Einzelausstellungen in Frankfurt (Oder), Dresden, Cottbus, Fürstenwalde, Zinnowitz und Wolgast, Ausstellungen in Polen und Bulgarien, sowie die Beteiligung an einigen Kunstausstellungen der DDR, die seit 1945 in Dresden stattfanden.

Im Jahr 1980 siedelte Kurt-Heinz Sieger nach Usedom über, wo er sich in Zempin ein Haus mit angrenzendem Atelier errichtete und sich mit seiner Frau vom öffentlichen Leben völlig zurückzog. Kontakte zu der auf Usedom ansässigen Künstlergeneration unterblieben fast völlig. Frau Franka Keil, die Leiterin des Museums Lüttenort auf Usedom, beschreibt Sieger als einen sehr zurückgezogen lebenden Menschen, der auch im Hinblick auf sein künstlerisches Werk eher ein Einzelgänger war. In seiner selbstgewählten Isolation wandte er sich noch einmal seinem liebsten Sujet zu, dem Akt. Eine umfangreiche Gruppe von kleinformatigen Tafelbildern in Mischtechnik entstand, in denen er seine Beobachtung und Studien der Menschen am FKK-Strand umsetzte. Zum ersten Mal fühlte er sich frei von Zwängen und die Serie ging ihm gut von der Hand, wie sonst eigentlich nur das Zeichnen. Sieger fühlte sich künstlerisch frei. Am 25.März 2002 starb er in der Hexenheide und wurde auf dem Zempiner Friedhof beigesetzt. In das Atelier ist heute wieder Leben eingekehrt. Frau Brigitte Sieger stellt Staffelei, alle Utensilien und das Flair der Umgebung des Malers Kurt-Heinz Sieger für junge Menschen zur Verfügung. In den letzten Jahren waren es besonders Potsdamer Studenten, die das „Ferienatelier“ nutzten. Ausstellungen in „Uns olle Schaul“ in Zempin zeigten, wie sich die jungen Menschen den landschaftlich schönen Ort künstlerisch erschließen.


Walter Womacka

Geboren am 22. Dezember 1925 in Horní Jiřetín, Tschechoslowakei; † 18. September 2010 in Berlin war ein deutscher Maler, Grafiker und Gestalter zahlreicher architekturgebundener Arbeiten.

Hatte ein Haus in Loddin, wo er sich oft aufhielt.

[Walter Womacka bei Wikipedia]

Peter Makolies

Er wohnt und arbeitet in Dresden und in Warthe im Lieper Winkel der Insel Usedom.

AK mit Landkarten der Insel Usedom

Familien der Insel

Bork von

1800 Crienke, Suckow und Gumzin sind nach dem zu Stettin am Sonntage Trinitas 1527 ausgefertigten Lehnbriefe der Herzöge Jürgen und Barnim, alte Lehne der von Bork, welche die nachgesessenen Söhne des Hauptmanns Erdmann Curt von Bork besitzen.

Borcke von Georg Friedrich auf Krienke – geb. 1611, Studium in Wittenberg und Leipzig, 1635 vom letzten Herzog zum Referendar am Wolgaster Hofgericht ernannt, 1646 unter den Schweden Hofsgerichtsrat, 1652 nach Wismar, 1656 zum Hofgerichtspräsident berufen.

Lepel von

Rittergeschlecht seit 1367 auf dem Gnitz nachweisbar. Ein Rittergeschlecht aus Niedersachsen. Seit 1236 in Mecklenburg und seit 1251 bei Lassan sesshaft.

Schwerin von

Der Stammvater der Schwerine ist Bernhard, Vogt von Schwerin (1178 – 1217) Sein jüngerer Sohn Daniel ist Begründer der Pommerschen und dessen ältester Sohn Gerhard Stifter der sogen. Usedomschen Linie, die 1543 erlosch, zweigte sich 1321 die Stolper Linie ab. Daniel von Schwerin hatte drei Söhne: Gerhard, Oldag und Werner. Gerhard (1251 – 1308) besaß auf der Insel die Güter Stolpe, (Ost-)Klüne und einen Teil von Kachlin; dazu kamen die Klosterlehen Katschow und Redomi (ein Teil des jetzigen Dewichow). Oldag war Besitzer der Klostergüter Cutzow, Luteborg und Görke sowie des anderen Cachliner Anteils. Werners Güter lagen in Pommern.

Wartislaw

später der „Bekenner“ genannt. Der Greifenherzog, erster erblicher Greifenherzog der Linie Vorpommern, wurde wischern 1136 und 1148 ermordet. Er selbst trat schon vor 1124 zum christlichen Glauben über.

Windmühlen auf Usedom

1779 Windmühlen

Bannenmin: - Zwangsmahlgäste sind die Einwohner der Dörfer Sauzin, Zecherin, Mahlzow (heute OT Stadt Wolgast) mit der Wolgastischen Fähre, Bannemin, Neberg, Crummin, Mölschow, Zinnowitz, des Vorwerks Ziemitz und des Fort Peenemünde.

Caseburg: - hat die Einwohner der Dörfer Caseburg, Fuhlensee und Woitzig zu Zwangsmahlgästen. Bei Caseburg ist auch eine Windschneidemühle.

Catschow: - An Mahlgästen sind zu derselben die Einwohner der Dörfer Retzow, Catschow, Görke, Gummelin, Pretenow, Bansin, Sallentin und der Vorwerke Cachlin und Labömitz gelegt worden.

Coserow: - Deren Zwangsmahlgäste sind die Einwohner der Dörfer Coserow, Zempin, Ueckeritz und Loddin.

Garz: - Die Zwangsmahlgäste sind die Einwohner der Dörfer Neverow, Boßin, Caminke, Garz, Corschwant, Zirchow, Ahlbeck königlichen Anteils, Ulrichshorst, und des Vorwerks Cutzow.

Liepe: - Die Zwangsmahlgäste sind die Einwohner der Dörfer Rankwitz, Quilitz, Restow, Liepe, Grüssow und Warth.

Mönchow: - hat die Einwohner der Dörfer Mönchow, Zecherin, Carnin, Gellentin und Gnewentin zu Zwangsmahlgästen.

Pudagla: - auf welcher die Einwohner der Dörfer Benz, Stoben, Sellin, Neppermin, und des Vorwerks Pudagla mit der daselbst befindlichen Brau- und Brantweinbrennerei zu mahlen verpflichtet sind.

Uesedom_ - hat 2 Windmühlen. Die Zwangsmahlgäste derselben sind die Einwohner der Dörfer Welzin, Morgenitz, der Amtswiecke, und des Vorwerks Wilhelmshof mit der dabei befindlichen Ziegelei Westklüne.

Klöster und Kirchen der Insel Usedom

Buchtitel Kloster Grobe

Kloster Grobe

Kloster Grobe vor 1155 von Prämonstratenser auf der Insel Usedom gegründet.

Gründer: Herzog Ratibor I. (*um 1124 + 1156), Bruder von Wartislaw, und seine Frau, die polnische Prinzessin Pribislawa (*um 1126 * nach 1156. Sie wurden im Kloster Grobe bestattet. Die Grabplatte befindet sich heute in der Marienkirche der Stadt Usedom.

Zum Kloster gehörte die Klosterkirche "St. Marien und St. Godehard". Sie zerfiel als der Klostersitz verlegt wurde. 1421 wurde diese Kapelle dort neu errichtet, da sie Begräbnisstätte von Mitgliedern des Herzogshauses war. Nach der Reformation keine Erwähnung mehr.

Zeitweilig hatte der Bischof von Pommern hier seinen Sitz.

Ca. 1309 wurde das Kloster nach Pudagla auf der Insel Usedom verlegt.

Adelbert erster Bischof - 1140 Weihe in Rom. Er residierte bis 1161. Zeitweise Verlegung des Bischofsitzes von Cammin in das Kloster Grobe, wegen ständiger Kriege mit den Dänen. Das Bistum war Rom direkt unterstellt.

1997 und 2010 wurden auf dem Flurstück "Pristerkamp" Stichgrabungen durchgeführt, die die Anlage bestätigen. Diese Gräben wurden wieder zugeschüttet.

Kirchen der Insel Usedom Daten und Bilder Media:Kirchen der Insel Usedom.pdf

Kloster Pudagla

1308/09   von Grobe an den Schmollensee nach Pudagla ins Innere der Insel Usedom verlegt.

1347 14  Priester und 5 Laienbrüder.

1533  wurde durch die pommerschen Herzöge das Inventar des Klosters aufgenommen.

1535  im Zuge der evangelischen Reformation aufgehoben.

Weitere Verwendung der Gebäuse siehe "Schloss Pudagla"

Goldene Rosen - Wallfahrtsort

Wappen von Pudagla


1. Rose - Herzog Wartislaw VIII. erhält 1406 nach der Reise ins Heilige Land in Rom eine goldene Rose vom Papst Urban VI.

2. Rose – nach überstandener Pest des Herzogs Pilgerreise nach Rom – Papst Gregor XII. verehrte ihm eine Rose aus Gold Balsam und Muskus

3. Rose vom Bischof Magnus / Cammin „Wer am Sonntag Lätare und in der darauf-folgenden Woche die Kapelle der Jungfrau Maria zu Pudagla besucht , erhält Ablass auf 40 Tage“. Kapelle soll auf dem Marienberg in Usedom gestanden haben. Ein wundertätiges Bild der heiligen Mechthild in Zitz – Kapelle „Himmelskönigin Maria“–

Abt Heinrich des Kloster Pudagla zerbricht die Rosen um 1430 und entfernt das Bild, um gegen den Aberglauben vorzugehen.

Kloster Krummin

Es war schon eine Kirche erbaut bevor ein Kloster gebaut wurde:

1278 von Barnim I. erhält Ritter Johann Voß das Patronat über die von ihm erbaute Kirche in Crummin.

1290 von Bogislav IV. erhalten die Söhne: Friedrich, Konrad und Heinrich das Patronatsrecht über Crummin - Nachweis der Familien später in Mecklenburg.

Zisterzienser - Nonnenkloster

Mutterkloster Stettin - Tochterkloster in Wollin (gegr. 1288) – weiters Tochterkloster in Crummin  

21.05.1302 – Wolliner Kloster wird Eigentümer im Lande „Buckow“ (Teil der heutigen Insel Usedom) und erhält das Patronatsrecht über die Kirche Crummin.

Evangelische Kirchen der Insel Usedom

Ev. und Kath. Kirchengemeinden auf der Insel Usedom

Orgelbauer der Usedomer Kirchen

Grüneberg – Orgeln – Orgelbauwerkstatt, Stettin über 700 Orgeln in Norddeutschland gebaut. Gründer August Wilhelm Grüneberg geb. 1787 in Stettin. Der Sohn Barnim (+1907) gründete 1854 den Betrieb neu, seine Söhne Felix und Georg führen eine neue größere Werkstatt in Finkenwalde weiter. Usedomer Orgeln: Liepe – St. Johannes nach 1850; Stolpe 1871; Stadt Usedom Marienkirche 1892; Morgenitz 1894; Koserow 1897;

Ahlbeck Kirche

Ort Ahlbeck hatte seinen Kirchgang: seit 1792 zur Kirche Swinemünde

ab 1890 zur Kirche Heringsdorf

1894 12. Juli Grundsteinlegung der Ahlbecker Kirche wurde nach den Plänen von Regierungsbaumeister Werner aus Berlin geplant.

1895 29. August Einweihung

seit 1951 eigene Pfarrstelle

Johann Christian Koch *1818 + 1894 Lehrer, Kantor, Chorgründer sammelte jahrelang für einen Kirchenbau Juni 2002 wurde ein zentraler Platz nach ihm benannt

Bild links vom Altar: Weihnachtsbild von Moggy - - BIld rechts: „Handreichung in der Not“ von H.Iser

Diese Ölgemälde sind aus Spenden kurz nach der Einweihung der Kirche im Altarraum aufgehangen worden.

Um 1970 wurde die Kirche renoviert und die schon beschädigten Gemälde entfernt. Mit Spenden wurden die Gemälde restauriert und im Herbst 1998 wieder an alter Stelle aufgehangen.


Bansin Kirche

Bansin Waldkirche - Baumeister war Architekt Ostermaier. Er hat den Plan der Kirche nach dem Vorbild der altlutherischen Kirche in Swinemünde entworfen.

Einweihung: 12. Februar 1939

Bansin Dorf – gehörte vorher zur Kirche Benz 1897 eigenes Amtsdorf gegründet 1939 eigener Kirchenbau, ab 1927 eigenständig, aber von Benz betreut, 1958 eigenes Pfarramt

Zur Kirche gehören die Orte: Bansin Dorf, Bansin Bad, Sallenthin und Neu-Sallenthin

Altarkreuz

von Pastor Alexander Neumann Er war hier von 1975-1995 Pfarrer.

Er hat es in den Jahren 1979 – 1981 für Bansin geschnitzt und am 12.04.1981 geweiht

Für die Winterkirche hat er ein Triptychon geschaffen.

Orgel

war vorher in einer Hamburger Schul-Aula ist ca. von 1907, Sanierung 2007 Glocken: 1939 waren 3 Bronzeglocken geweiht. 1942 mussten 2 Glocken abgeliefert werden. 1956 wurden als Ersatz 2 Gußeisenglocken angeschafft.


Benz Kirche

Kirche St. Petri - Ersterwähnung 1229

Im 30jähr. Krieg Bänke zerstört – als Pferdestall benutzt

1663 – große Renovierung

1740 – Zahl der Wetterfahne – Turm heutige Gestalt

1741 – wurde der Chor zum heutigen Altarraum umgebaut

1836 – Renovierung – Tonnengewölbe eingebaut

1814 – eine Glocke trägt diese Jahreszahl und hat die Kriege überlebt, 1959 zweite Glocke gegossen

1847 - Orgel von Kaltschmidt, Stettin eingebaut

1889 – Orgel Reparatur durch Grüneberg, Stettin, 1967 und 1978 überholt und erweitert

1875 - wurde der Turm repariert und Kronenleuchter

1892 - Neubau Benzer Pfarrhaus

1911 - Turm abgetragen und auf erste Etage neu errichtet im alten Stil

1938 - Bansin eigene Kirche

1972 - Eingliederung von Balm in Benz

1991 /92 saniert

Kassettendecke 1910 mit 148 verschiedenen Sternen (nur 2 sind gleich) und 64 Rosen vom Stettiner Kirchenmaler Adolf Dittmer bemalt 2019 erneuert. 6 Figuren aus dem mittelalterlichen Altarschrein waren erhalten: Petrus, Johannes der Täufer, Johannes der Jüngere, Elisabeth von Thüringen und Katharina.

Johannes der Jüngere wurde am 27. April 2014 gestohlen

Das Altarbild ist eine Kopie von v. Dycks Beweinung Christi -1909 vom Berliner Museum geschenkt – als Gegenleistung für den Verkauf des mittelalterlichen Altarbildes

Grabplatte des Jakob Küssow war ursprünglich in der Mitte der Kirche, heute an der Nordwand Text auf der Grabplatte: Der edle, gestrenge und ehrenfeste Jakob Küssow , gewesener fürstlicher pommerscher Rat, zwölf Jahre lang Hofmarschall und Hauptmann auf Wolgast danach Hauptmann auf Usedom und Pudagla geworden, zu Megow erbgesessn, ist im Kloster Pudagla anno 1586 den 4. November selig entschlafen. Ihm Gott und uns allen am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung verleihen wolle.

Sarg der Catharina Appelmann geb. Reenskiöld, Frau des schwedischen Gouverneurs. Sie starb am 08.07.1671 im Wochenbett nach der Geburt des 3. Kindes. 1711 beim Einfall der Moskowiter wurde er geplündert und danach vom Pastor vergraben. 1906 fand man bei Grabungen in Benz diesen Sarg und gab ihn in das Heimatmuseum Swinemünde – nach 1945 verschollen.

Feininger zeichnete die Benzer Kirche mehrfach


Garz Kirche

Kirche ist der Maria Magdalena geweiht

1231 Ersterwähnung

Mauern mit Findlingen und Backsteinen Die Kirche hatte einen hölzernen Glockenturm, der im 19. Jahrhundert baufällig war – man lagerte die Glocken auf dem Dachboden – bis sich die Deckenbalken bogen

Neuer Glockenstuhl vor der Kirche

Die Innengestaltung ist aus dem 18. Jahrhundert

Gegen Entgelt durften die Fischer die Netze für das große Wintergarn auf dem Kirchenboden lagern.


Heringsdorf Kirche

vor 1890 zu Benz

ab 1831 Predigtort

1848 Kirchenbau. Wurde nach den Plänen von Ludwig Persius erbaut, ein Schüler K.F. Schinkels.

ab 1890 eigenständig dann für die Orte: Heringsdorf, Neukrug, Gothen und Neuhof

1914 erweitert um zwei Seitenschiffe.

Die Martin-Luther-Holzfigur im Chor wurde von Flüchtlingen aus der Swinemünder Christuskirche, hierher gebracht.


Karlshagen Kirche

Karlshagen gehört zur Kirchgemeinde Krummin-Karlshagen-Zinnowitz

1829 wurde der Ort gegründet. Da der Weg zur Kirche nach Krummin sehr weit war, baute man im Wald eine Kanzel auf einem freien Platz. Im Winter nutzte man das Schulhaus.

02. Juli 1912 wurde die Kirche geweiht

11. April 1926 Orgelweihe

01. August 1943 brannte sie durch Bomben aus

06. August 1952 Kirchenneubau geweiht

2015 Glockenstuhl erneuert (Glocken 432 kg + 267 kg)

  • 2012 100 Jahre Kirche in Karlshagen - Friedrich-Wilhelm Stolze, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Heimmatgeschichte Karlshagen e.V. ISBN 978-3-931897-28-4


Koserow Kirche

Kirche Koserow Geschichte Media:Kirche Koserow epubli.pdf

Ersterwähnung 1347 - Pfarrer Albertus aus Cuzerowe war Gast im Kloster Pudagla.

Eingepfarrte Ortschaften und Siedlungen: Koserow, Damerow, Loddin, Kölpinsee, Kölpin bis 17 Jh., Stubbenfelde, Stagnieß, Wilhelmshöhe, Teufelsinsel, Ückeritz, Neu Pudagla, Zempin.

Kirche steht mitten im alten Dorfkern der rohrgedeckten Häuser, 1831 wird die Kirche renoviert. 1845 wird der Chor an der Nordseite ganz neu erbaut.


Spätmittelalterliche Portal

Kein hoher Turm – kein Seezeichen – oder Orientierungspunkt vom Achterwasser aus.

1913 – Erneuerung des Kirchgiebels, bis dahin war der Westgiebel der Kirche nur in Holzlattenwerk gekleidet.

1922 zwei Kirchenöfen werden aus Zinnowitz beschafft.

1950 acht bleiverglaste Kirchenfenster können endlich angeschafft werden. Zwei stilwidrige Fenster an der Ostwand des Altarraumes werden vermauert – das Vinetakreuz hängt dort. Altar neu aufgemauert.

1977- in den schwierigen Zeiten der DDR, wurde die Kirche renoviert. Sie erhielt auch neue Dachziegel.


Vinetakreuz - Es soll von Fischern aus der Ostsee geborgen worden sein, wann ist nicht überliefert. – Da die Sage das untergegangene Vineta in der See vor dem Streckelberg vermutet, spricht der Volksmund vom Vineta-Kreuz. Nach Untersuchungen ist es eine schwedische Schnitzarbeit aus dem 15. Jahrhundert. Für die kleine Kirche scheint das Kreuz sehr groß. Vermutlich ist es oben und unten einmal gekürzt worden. So ist es wahrscheinlich, dass es nicht für Koserow angefertigt wurde.

Es hatte schon verschiedene Plätze in der Kirche. Vor 80 Jahren hing es an der Südseite, vor 40 Jahren über dem Altar und seit den 70er Jahren an seinem heutigen Platz. Die Restauratorin Anja Gundermann kommt zu folgender Feststellung:

- Der Korpus ist möglicherweise über 600 Jahre alt

- vier Bemalungen sind zu finden, nur die dritte aus dem 18. Jahrhundert ist von höherer Qualität und fast vollständig erhalten.

Christus hatte einst eine geschnitzte Dornenkrone, die verloren gegangen ist.


Ein Votivschiff des Ückeritzer Fischer J. Labahn im Jahre 1823 als Dank für die Rettung aus Seenot. (Achterwasser?)

Am 14. Juni 2009 wurde das restaurierte Schiff im Gottesdienst feierlich begrüßt mit dem Adventslied (Ankunft): Es kommt ein Schiff geladen bis an sein höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewigs Wort.

Der 82 jährige Gerhard Frankenstein aus Stade, seine Frau Ilse und Siegfried Greinke aus Büchen haben das Schiff kostenlos restauriert.


Orgel Seit 1871 sammelte man für eine Orgel. 1897 am 26. Juli wird sie geweiht. Orgelbaumeister GRÜNBERG, Stettin, fertigte sie für 2709 Mark an.


Aus der Chronik: 1925 – Im Weltkrieg waren die Orgelprospektpfeifen abgeliefert worden. Sie sah kläglich aus und hatte ihre Klangfülle verloren. Die Firma GRÜNBERG hat die neuen Pfeifen gesetzt, die Orgel gereinigt und gestimmt. 1941 erhält die Orgel ein elektrisches Gebläse. 1977 – Firma SCHUSTER, Zittau, erweitert und überholt die Orgel. Sie hat heute 4 Register im Pedal und 7 Register im Manual.


Taufschale Sie stammt aus der Zeit um 1650. Es ist eine Messing-treibarbeit. Adam und Eva reichen sich den Apfel als Symbol der Sünde, der Trennung von Gott. Der Lebensbaum in der Mitte bildet mit den Armen das Kreuz als Zeichen der Versöhnung.


Altarschrein Robert Burkhardt beschreibt 1910 in der Chronik der insel Usedom den Altarschrein. Er wurde um 1500 in der Werkstatt des Hochaltars der Stralsunder Nikolaikirche gefertigt. Bei der Renovierung im Jahre 1897 hatte man auf der Rückseite des Altarscheins Reste alter Gemälde entdeckt, die vorderen Figuren hatte ein „Stubenmaler sinnlos überpinselt“ – er wurde im September 1903 zur Restaurierung nach Berlin gegeben. 1906 kam er zurück „So konnte der Schrein unmöglich aufgestellt werden. Wir schraubten die neuen Bildtafeln ab und haben sie provisorisch an den Seiten des Altarschreins lose angebracht.“ So steht es in der Kirchenchronik.


Krummin Kirche

Kirche St. Michael

Krummin gehört zur Kirchgemeinde Krummin-Karlshagen-Zinnowitz

Die alte Dorfkirche war schon dem MICHAEL geweiht – Verbindung zum Kloster Michelsberg / Bamberg zum Otto von Bamberg sind hier zu sehen

Die alte Dorfkirche wird ca. 1450 zur Klosterkirche umgebaut.

1734 moderisiert

1780 Umbau

1855 – 62 neugotischer Turm

Klosterkirche bis zur Reformation

1534 Klöster Pommerns werden aufgehoben 1563 Kloster Crummin wird aufgehoben. 8 Nonnen können bleiben, es sind: Priorin Sophia Köllers, Anna Lepels, Catharina Bötzow, Anna vom Rade, Gertrud Köllers, Ilsabe Lepels, Anna Lepels, Ilse Lepels des Jakob Plumkow Witwe.

Krummin war Kirche für die Orte: Krummin, Bannemin, Mahlzow, Mölschow, Neeberg, Sauzin, Wolgaster Fähre, Zecherin bei Wolgast, Ziemitz, Zinnowitz (Zitz) bis 1927, Trassenheide (Hammelstall) bis 1901, Karlshagen (Hammelstall Schiede) bis 1901,Peenemünder Schanze bis 1891

1993 wurden die 10 Rundfenster mit modernen Motiven des Stralsunder Künstlers Hermann Lindner geschaffen.


Liepe Kirche

Kirche St. Johannes, zum Kirchspiel gehören die Orte: Grüssow, Krienke, Liepe, Quilitz, Reestow und Warthe.

1216 wird in einer Urkunde für das Kloster Grobe eine Kirche im Lieper Winkel erwähnt.

Sie ist die älteste Dorfkirche der Insel Usedom und eine der ältesten Dorfkirchen Pommerns. Mit Feld- und Backsteinen gemischt gemauert

Wandmalerei 15./16. Jahrh. Kreuzigung Christi, Auferweckung Christi

Glocken von 1850 und 1955 - Glockenstuhl: 1860 und 1993

Der jetzige Bau steht auf den Fundamenten eines Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert. 1792 stürzte das Dach ein – nach dem Gottesdienst! Georg Wilhelm Meinhold, Vater des Dichters Wilhelm Meinhold, war von 1813 bis zu seinem Tode 1828 Pfarrer in Liepe.

Kanzelaltar (protestantisch), Beichtstube, Gestühl von 1735 – 1772 2010 wurde der verlorene Aufsatz des Kanzelaltar ohne alte Vorlage von Peter Makolies und Werner Schmurr ergänzt.

Orgel: Grüneberg/Stettin ca. nach 1850


Mellenthin Kirche

Familie Meyen Gruft Kirche Mellenthin

1323 – Priester Wulfardus genannt

Südportal – alter Mahlstein als Weihwasserbecken eingebaut Backsteinkirche – Chorraum aus Feldsteinen Renaissanceportal am Eingang zum Kirchhof

Anfang des 14.Jahrhunderts war die Mellenthiner Kapelle der St. Paulskitrche in Usedom unterstellt

Glocke von 1664 Stifter Landgraf von Hessen und seine Gemahlin

Orgelempore aus dem Mittelalter aus dem 17./18.Jh. sind Altar, Kanzel und das Kastengestühl Malerei am Gestühl von 1691

1775 wurde der Innenraum ausgebessert und das obere Turmgeschoss und Turmhelm aufgesetzt

Altar von 1755,

Kreuzgewölbe mit mittelalterlicher Deckenmalerei - 1930 entdeckt und freigelegt 1930 Erneuerung des Kirchendaches und der Friedhofsmauer

Grabplatte an der Wand befestigt

Die nur zum Teil erhaltene Inschrift lautet: Anno 1594 den 12. Juli ist der edle und ehrenfeste Rüdiger von Neuenkirchen, auf Mellenthin und Vorwerk erbgesessen, seines Alters 63 Jahre, in Gott entschlafen und liegt allhier neben der edlen und vieltugendsamen Ilsabe von Eickstädt, seiner Ehefrau begraben.

Diese Grabplatte hat die Menschen zu Sagen inspiriert:

- Der Raub der Nonne durch einen unterirdischen Gang

- Die Bernsteinhexe

- Ritter mit der goldenen Kette

Fresken Erklärung

Mellenthin Kirche – mittelalterliche Fresken - in den vier Gewölbesegmenten über dem Altar

Über der Altarwand: Christus mit Schwert und Lilie als Weltenrichter in der Mandorla thronend, neben sich Maria und Johannes, als erste Selige ihren Gräbern entsteigend

Im Nordfeld: Kaum mehr zu erahnen, Verkündigung, Geburt, Christus mit Abraham, Salomo und David. Gegenüber der Hölle feuriger Schlund; der Engel des Gerichts treibt eine Schar verzweifelt Klagender zurück, Kröten kriechen an ihnen empor, feurige Höllengestalten legen sie in Ketten. Nicht minder krass im Westfeld Martyrium und Verklärung des Hl. Erasmus: Während Folterknechte die Gedärme des geschundenen am Boden liegenden Heiligen noch fein säuberlich auf eine Spindel drehen, entschweben darüber schon zwei Engel mit seiner Seele gen Himmel. (Aus: Eine Bilderreise Usedom – Wächter /Teufel 1991)

Rettung der Kunstwerke

Mönchow Kirche

Minichow - von Mönchen gegründet

1168 – Ersterwähnung – eine der ältesten deutschen Ansiedlungen Pommerns

Mittelalterliche Kirche – Ende des 16. Jahrhunderts weitgehend erneuert. Freilegung bemerkenswerter Bemalungen des 17. Jahrhunderts an Decke, Empore, Gestühl, Kanzel und Altar.

Orgelempore mit 8 Heiligenbildern

Glocke 1754 in Stettin gegossen

Peter Christoph Hirte aus Usedom malte 1769 diese Blumen des Kastensgestühl.

Holzturm 1817 durch Sturm zerstört – 1827-1828 Fachwerkturm erbaut

Tor vom Kunstschmied Langhoff - Stolpe

Auf dem Friedhof Mönchow (gegenüber der Kirche) Mausoleum der Familie des Bauern Carl Dannenfeld aus Gneventhin - neobarocker Backsteinbau von 1891


Kirche Mönchow Berichte

Morgenitz Kirche

Zum Kirchspiel gehören die Orte Krienke, Morgenitz und Suckow.

1318 Ersterwähnung

Anfang des 14.Jahrhunderts war die Morgenitzer Kapelle der St. Paulskirche in Usedom unterstellt

1423 eigene Pfarrei

Backsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert

1764 stürzte das Dach nach einem Sturm ein – hatte einen Holzglockenturm - der Wetterhahn ist in der Kirche zu sehen

Glockenstuhl jetzt freistehend mit 2 Glocken (Bronze und Stahl ) vor dem Glockenstuhl - Denkmal für die Gefallenen - 16 Pferde zogen den Findling vom Gothensee hierher.

1894 wurde die Holztonnendecke eingebaut, um Platz für die Orgel zu schaffen. Im Inneren barocke Ausstattung – von Peter Christoph Hirte (*1725) aus Usedom gemalt.

1894 Grüneberg Orgel eingebaut

Zwei mittelalterliche Holzfiguren, evtl. vom älteren Altar - einer, der Paulus, - über 200 Jahre alt wurde im Oktober 2013 gestohlen. 2018 durch neue Figur ersetzt.

Totenbrettchen in der Kirche: Sitte bis Ende 18. Jahrhundert - Wenn unverheiratete Mädchen starben, wurde ein Brettchen mit Namen und Daten mit Brautkrone, die zuvor auf dem Sarg war, geschmückt.

In Morgenitz, im Außenbereich der Kirche, liegen von Pastor Wilhelm Hörstel (+1945) gesammelte Mahlsteine der Stein- und Bronzezeit.

Er war auch Heimatschriftsteller – seit 1919 Pastor in Morgenitz

Prunksarg in der Gruft unter dem Altar - von 1699 kupferner Prunksarg des in schwedischen Diensten stehenden Obrist Paul Weediger von Borcke. Die Reste der Gebeine seine Frau Sophie Juliane geb. von Rehnschild wurden auch dem Sarg beigelegt.

Obrist Paul Weediger von Borcke war zu Lebzeiten von der schwedischen Königin Christine mit dem Gut Krienke belehnt worden.


Abschrift der handschriftlichen Morgenitz Geschichte, die in der Kirche angebracht war:

Die Morgenitzer Kirche

1270 kam Morgenitz in den Besitz des Prämonstratenserklosters Usedom (ab 1308 Pudagla). 1308 Bau einer Kapelle. Ob das Portal in der Nordwand ein Rest dieser Kapelle ist, bleibt zweifelhaft. Die jetzige Kirche stammt aus dem 15. Jhd. Besonders schön ist der Westgiebel. Große Fenster in der Ostwand wurden 1702 durch schweren Sturm herausgerissen, die Öffnungen später zugemauert. 1747 wird das Dach durch einen Wirbelsturm abgedeckt, das neue Dach stürzte schon 1764 ein, zerschlägt die flache Decke des Kirchenraumes und reist die obere Hälfte des Ostgiebels mit herab. Damals wurden Emporen, Kanzel und Altar, Taufstein, Kronenleuchter, Gestühl und alles altes Holzschnitzwerk, „wovon sehr viel vorhanden war“ darunter mehrere Votivschiffe zerschmettert. Der Wiederaufbau erfolgte 1771. Aus diesem Jahre stammt auch der barocke Altaraufsatz, dessen Gemälde, das Abendmahl, die Auferstehung und die Himmelfahrt und – seitlich – die Apostel Petrus und Paulus darstellen.

Auch die beiden allein erhaltenen mittelalterlichen Schnitzfiguren fanden im Altaraufsatz ihren Platz. Die Ausmalung der Kirche wurde 1777 dem Usedomer Maler Christoph Peter Hirt übertragen. Er malte auch die Bilder der Evangelisten an der Kanzel, die Altarbilder und die Blumen am Gestühl. Die Totenbretter (18.Jahd.) an den Wänden der Kirche dienten der Aufbewahrung der Braut- oder Sterbekronen.

Unter dem Altar befindet sich eine Gruft mit Kreuzgewölbe darin der kupferne Prunksarg des schwedischen Obristen Paul Weediger von Borcke (gest.: 1699). Das zinnerne Kruzifix und weiterer Zinnschmuck gehörte ursprünglich zum Sarg der Frau des Obristen: Sophie Juliane geb. von Rehnschiöld (gest. 1715). In der Sakristei befindet sich ein Grabstein aus dem Jahre 1654. 1854 wurde die Orgel eingebaut, die flache Balkendecke musste dem Tonnengewölbe weichen. Nachdem die Kirche zuletzt 1933 renoviert worden war, wurde die jüngste Renovierung 1977 vorgenommen. Die erforderlichen Mittel brachte die Gemeinde selber auf.

Auf dem alten Kirchhof wurde bis 1876 beerdigt. Hier ist eine umfangreiche Sammlung von Mahlsteinen und anderen interessanten Steinen (auch aus Hünengräbern) zu sehen. Ein solcher Hünengrabstein trägt vor der Kirche den Taufstein aus dem 13. Jhd. Der große Findling vor dem Glockenstuhl wurde mit 16 Pferden und Flaschenzügen vom Gothensee herbeigeschafft. An der Ostwand der Kirche eine Grabplatte aus schwedischem Kalkstein. Der Glockenstuhl wurde 1820 errichtet und 1928 erneuert. Vom hölzernen Turm blieb nur der schmiedeeiserne Hahn von 1736.

Netzelkow Kirche

St. Marien 1229 wird ein Pfarrer Philippus vom Gnez erwähnt. Die Kirche war dem heiligen Michael geweiht. Diese Kirche hat nur ca. 100 Jahre bestanden. Die Marienkirche wird auf dem gleichen Grund stehen.

14. und 15.Jahrhundert errichtet, 2 Glocken (älteste auf Usedom) mit Wappen der Familie Lepel Kleine Glocke 1942 abgeholt zum Einschmelzen - 1950 in Hamburg auf dem Glockenfriedhof wiedergefunden und nach Netzelkow geholt.

- heute turmlos – 1934 wurden Fundamente eines Turmes im Westen freigelegt, der aus viel Holz bestand. Ostgiebel 15. Jahrhundert, kleinste Kirche der Insel Usedom, Weihwasserbecken – Mahlstein eingemauert

Kirche war für die Orte: Netzelkow, Neuendorf, Lütow, Insel Görmitz und für Tzys, so hieß Zinnowitz bis 1751 - ab ca. 1975 von Zinnowitz betreut

1781 erhielt sie einen Anbau

1876 - 1879 wurde sie, nach einem Brand im Jahre 1860, völlig neu gestaltet. Holzdecke eingebaut und Giebelbekrönung aufgebaut.

Taufstein aus dem 14. Jahrhundert (einzig erhaltener auf Usedom)

Chorapsis, Sakristei und Leichenhalle wurden erst im 19. Jahrhundert angebaut.

1879 stiftete Maria von Lepel die Glasmalereien der Fenster: links Paulus (Buch, Schwert), rechts Petrus (Schlüssel)

1925 zur Kirche Zinnowitz (Tochter)

2014 wurden die mittelalterlichen Glocken durch Spenden saniert.

Wilhelm Karl Meinhold Pfarrer , Schriftsteller (Bernsteinhexe) geb. 27.02.1797 in Netzelkow gest. 30.11.1851 in Berlin

In der Kirche Netzelkow Grabmal aus Holz für Christian Carl von Lepel gest. 1747. Familie Lepel seit 1367 auf dem Gnitz nachweisbar ein Rittergeschlecht aus Niedersachsen seit 1236 in Mecklenburg seit 1251 bei Lassan.

2020 Dach neu wieder mit "Biberschwänzen" eingedeckt.


Peenemünde Friedhofskapelle

Friedhofskapelle - Gedenkstätte

1876 von Friedrich Kräger errichtete achteckige Friedhofskapelle wurde 1993 getreuer Nachbau und ist Gedächtniskapelle

1930 Errichtung des Gedenksteines für Gustav II. Adolf mit der Inschrift. „Verzage nicht, Du Häuflein klein“. Der Stein stand bis 1945 am Uferrand der Peene

Glockenstuhl mit neuer Glocke im Jahre 1993 errichtet

Bis 1939 gehörte der Ort Peenemünde zum Kirchspiel Kröslin ( Festland)

Friedhof rings um die Kapelle wird noch heute benutzt.


Stolpe Kirche

1218 schon ein Priester genannt.

1867 brannte die Kirche durch Blitz.

1871 Kirche neu errichtet.

1873 Kirchturm erneuert – untere Teil ummantelt

1942 eine mittelalterliche Glocke für den Krieg abgeliefert

1985 – Kirchturm saniert, mit Kupfer eingedeckt

1995 Hauptdach neu eingedeckt

Patronatsloge rechts für die Familie von Schwerin, Schlossbesitzer.

1871 – Orgel B. Grünberg, Stettin mit Rokokoprospekt (gebraucht von Krummin)

1945 - Orgel ausgeraubt

1969 repariert


Usedom Stadt Kirche

OZ 2020 Bischof Otto

1337 - Ersterwähnung der Marienkirche (3. Kirche der Stadt)

1475 - Neubau nach dem großen Stadtbrand

1726 – Holzpfeiler und Balkendecke werden restauriert

Im Mittelalter gab es 5 Kirchen oder Kapellen in der Stadt

Die Paulusglocke von 1639 im Turm der Marienkirche erinnert an die erste Kirche von Usedom St. Paulus

1891 – 1893 Restauration nach Plänen von Ludwig Böttger – Chor, Turmoberteil, und Innengestaltung – neugotisch (Historismus)

Altarschranken von 1743 Wappen der Stifter: Leutnant von Massow und seiner Frau

Fenster „Auferstehung“ in der Usedomer Kirche - hergestellt - Königliches Institut für Glasmalerei, Berlin 1893

1891 / 1893 Restauration Chor, Turmoberteil und Innengestaltung – neugotisch)

Grabplatte des Herzogspaares Ratibor und Pritislawa Gründer des Kloster Grobe an der Wand

Die vier Kirchenglocken, davon eine aus dem Jahre 1639, gehören zum Ältesten was noch von der Innenausstattung vorhanden ist. Die Grüneberg Orgel stammt aus dem Jahre 1892.

Bischof Otto von Bamberg - Apostel der Pommern - 2013 wurde die Holzstatue vom 76-jährigen Günter Roßburg aus Gneventhin der Marienkirche übergeben.


Zinnowitz Kirche

Zinnowitz gehört zur Kirchgemeinde Krummin-Karlshagen-Zinnowitz

Grundsteinlegung 15. Juli 1894 Einweihung 16. Juli 1895 – Kosten: 66000 Mark seit 1869 Geld gesammelt und Spenden erhalten.

Ortsname: bis ca 1650 : Tzys bis 1749 : Zitz dann: Zinnowitz

bis 1927 zur Kirche Krummin gehörend

Kirche im neugotischen Stil (Historismus)

Orgel erbaut von Dinse, Berlin


Zirchow Kirche

St Jakobus - Schutzheiliger der Handwerker

1319 Ersterwähnung, gehört zu den ältesten Bauwerken der Insel, steht erhoben auf einem Hügel.

1468 aus der Hand des Klosters Stolp / Peene an das Kloster Pudagla. Diese Orte gehören zum Kirchspiel: Bossin, Dargen, Görke, Kachlin und Neverow.

Die Wände aus Feldsteinen sind mehr als einen Meter stark. Kirche war in Kriegszeiten Fluchtburg für Mensch und Vieh

Glockenstuhl ist technisch ein besonderer Bau

Reste mittelalterlichen Wandmalereien wurden im Jahre 2000 freigelegt.

1867 Orgel von Kaltschmidt aus Stettin.

Ein Altarkreuz aus dem 15. Jahrhundert wurde im Nov. 1996 gestohlen. Im Februar 1997 war das Kreuz wieder da. Der Pastor i.R. Otto Simon hatte mit Einwohnern eindringlich gesprochen.

Im September 1996 Jahres wurde der Opferstock mit ca. 200 Mark geraubt. 1969 wurde zwei wertvolle Silberleuchter und 1988 die ledergebundene Altarbibel von 1756 entwendet.

Feininger zeichnete die Zirchower Kirche sieben mal.


Katholische Kirchen der Insel Usedom

Katholische Kirchgemeinde auf Usedom

Ostseezeitung 28.01.2020

Pfarreien Zusammenschluss Greifswald, Usedom und Anklam - sechs Kirchen gehören dazu: Greifswald, Wolgast, Zinnowitz, Heringsdorf, Anklam und Gützkow. Der Name der Pfarrei: "St. Otto" nach Bischof von Bamberg, der die ersten Slawen hier taufte.

St. Otto Heim Zinnowitz

1916 als katholisches Kinderheim gegründet, nachdem eine Wohltäterin 90.000 Goldmark mit der Auflage gespendet hatte, an der Ostsee ein Erholungsheim für Kinder zu bauen.

Marienschwester leiteten das Heim von 1947 bis 1999 und waren noch bis 2004 tätig.

Heute "St, Otto-Heim - Zinnowitz - Begegnungsstätte für Jung und Alt"

Homepage St. Otto Heim Zinnowitz

Stella Maris Heringsdorf

Schon 1929 wurde von der Caritas ein Kinderheim hier errichtet. Auch zu DDR-Zeiten war es ein Altersheim. Heute ist es Alten- und Pflegeheim und eine Ferienwohnanlage des Deutschen Katholischen Blindenwerkes .

Die neue Kirche wurde 2000 geweiht.

Altartisch, Tabernakel, Taufstein und Lesepult sind aus Kiefersfelder Marmor gefertigt.

Homepage Stelle Maris Heringsdorf


Katholiken auf der Insel Usedom ca. 800 - Evangelische Christen ca. 9000

Buch: Verlag epubli Kirchen der Insel Usedom

Frau Brigitte Metz (1933-2013) Vorstellung der 3. erweiterten Auflage des Buches "Kirchen auf Usedom" im Mai 2009 in der Usedomer Marienkirche.

Pilgerweg über die Insel

Flurnamen Gewässernamen

Deiche um das Achterwasser

Achterwasser:

1267 in einer Urkunde mare recem, „Meer jüngeren Ursprungs“ genannt. Vom Wort „achtern“: hinten - Hinterwasser. Zeitweise auch in Urkunden Lassansches Wasser genannt. Ausbuchtung des Peenestromes.

Bresitz (Birkenort) 1177 Ersterwähnung – Bogislav schenkt das Dorf dem Kloster, 1267 letzte Erwähnung des Ortes – wahrscheinlich jetzt Wilhelmshof.

Buckow (Buchenwald?) – Bezeichnung des Teiles der Insel, die zur Wolgaster Burg gehörten (Pfarreien Crummin und Netzelkow). Grenzort Ückeritz.

Cämmerer See bei Peenemünde ist rund 18 Hektar groß. Die maximale Tiefe liegt bei rund 3,5 m, Im Durchschnitt liegt die Tiefe bei 1,10 m. Hechte, Barsche, Zander, Aale, Karpfen, Schleie, Rotfeder und Plötze leben im See. Der See ist durch den Bau eines Deiches zum Peenestrom entstanden, während des Aufbaus der Herresversuchsanstalt Peenemünde.

Gothensee - 1779 Gotmersee, 1858 Gothner See

Jürgensee 1779 steht dem Pächter des Vorwerkes Bauhof die Fischerei zur Hälfte, und die andere Hälfte dem Magistrate zu Uesedom zu.

Peene – die Quelle liegt in der Nähe von Gnoien bei Boddin. Sie mündet bei Anklam in den Peenestrom. Der Peenestrom mündet bei Peenemünde in den Greifswalder Bodden.

Stagniß Försterei - Neu Pudagala - aber auch heute Bezeichnung auch für den Stichkananl bei der Försterei.

Tonnen ..Fahrrinnen im Peenestrom wurden früher mit verankerten, geteerten, dichten und leeren Holzfässern gekennzeichnet. Der Begriff hat sich auf die heutigen schwimmenden Seezeichen übertragen.

Vineta (Julin = Jumne = Jomsburg) 965 n.Ch. erstmals erwähnt von Ibrahim ibn Jakub, 1070 nach Ch. aufgeschrieben von Adam von Bremen. Beschreibung einer großen Stadt an der Oder deren Bewohner noch Heiden seien, aber recht reich. Da später die Stadt nicht mehr auffindbar war und es an der Ostsee große Sturmfluten waren, glaubte man, dass die Stadt in der Ostsee untergegeangen sei. Viele Sagen entstanden um diese reiche Stadt. Ab 1952 Ausgrabungen in der Sadt Wollin, die eine große Besiedlung zur Wikingerzeit zeigt.

Wocknin 1388 wurde in Wocknin am Strande bei Ückeritz für Wanderer und Schiffbrüchige ein Krug vom Kloster Pudagla eingerichtet. (Heute noch Wokninsee - Ückeritz)

Zerninsee wurde 1938 unter Naturschutz gestellt. 1963 wurde der Naturschutz aufgehoben und 1995 wieder unter Naturschutz gestellt. Der See ist verlandet und nur noch eine "Zerninsenke".

Naturschutzgebiete auf Usedom

2021 Kormorane tot
 Peenemünder Haken, Struck u. Ruden . . 1870 ha
 Insel Großer Wotig. . . . . . . . .  . .203 ha
 Südspitze der Halbinsel Gnitz . . . . .  61 ha
 Wockninsee . . . . . . . . . . . . . . . 49 ha
 Mümmelkenmoor . . . . . . . . . . . . .   6 ha
 Gothensee und Thurbruch . . . . . . . . 800 ha
 Halbinsel Cosim . . . . . . . . . . . . .85 ha
 Insel Böhmke und Werder . . . . . . . . 118 ha
 Golm   . . . . . . . . . . .  .. . . . . 25 ha
 Insel Görmitz . . . . . . . . . . . . . 165 ha
 Mellentiner Os. . . . . . . . . . . . .  60 ha
 Kleiner Krebssee . . . . . . . . . . . . 45 ha
 Zerninsenke . . . . . . . . . . . . . . 375 ha
 Streckelberg . . . . . . . . . . . . . . 34 ha

Peenemünde

Ulrich Dunkel

Ulrich Dunkel (*1910 Karlshagen, + 1994 Hamburg) begann nach seiner Schulzeit seine Arbeit als Journalist und Schriftsteller in Swinemünde. Dort erschien ca. 1932 sein erstes Buch: Ruheloses Volk - Vom Vogelleben auf den Inseln Usedom und Wollin im Verlag Fritzsche. Er widmete dieses Buch seinen Eltern. Insbesondere als Ornithologe hat er auf Usedom und im Oderraum bis 1945 gewirkt. Bekannt ist sein Bemühen mit Paul Robien um das Naturschutzgebiet Zerninsee-Senke. Ulrich Dunkel ist dem Thema Natur und Leben immer treu geblieben und hat eine Vielzahl Publikationen und Bücher zu diesem Thema veröffentlicht. Er starb 1994 in Hamburg.

Der Kreisnaturschutzbeauftragte Claus Schönert schreibt am 22.07.1997 in der Ostsee-Zeitung: „Das Naturschutzgebiet Peenemünder Haken, Struck und Ruden ist mit 1870 Hektar nicht nur das größte der Insel Usedom, sonder auch das älteste. Schon 1925 erhielt es den Schutzstatus. Der Ornithologe Ulrich Dunkel hat zur Unterschutzstellung, Erforschung und Publikation des Gebietes beigetragen.“


Sagen Geschichten

Fotobücher Themen Insel Usedom

Meine Vorträge habe ich mit PowerPoint erstellt. Die einzelnen Folien habe ich dann in einem Fotobuch zusammengestellt. Die Firma hat dann diese Bücher in PDF zur Verfügung gestellt. Die Bilder herrschen deshalb vor und der Text ist mimimiert.

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