Mönchhagen: die heutige Zeit

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Hier entsteht die Chronik des Dorfes Mönchhagen, aufgeteilt nach Epochen in mehrere einzelne Artikel. Hier sehen Sie den Artikel zu Mönchhagen in der heutigen Zeit.

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Mönchhagen nach der Wende

Mit dem Untergang der DDR setzten auch in der Gemeinde Mönchhagen gravierende Veränderungen im politischen und wirtschaftlichen Leben ein. Die bis dahin bestehenden Parteien und Massenorganisationen lösten sich auf. Originell verlief die Auflösung der Ortsgruppe der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands: Die Ortsgruppe erhielt von ihrem damaligen Kreisvorstand die Empfehlung, aus heutiger Sicht eher Weisung, geschlossen der CDU beizutreten. Da den Mitgliedern aber die Ziele dieser Partei damals nicht geläufig waren und sie persönlich nicht vorher um ihre Meinung gefragt wurden, löste sich die Ortsgruppe in einer gemütlichen Feier – finanziert durch vorhandene Rücklaufgelder der einbezahlten Parteibeiträge – selbst auf.

Nicht so gemütlich verlief die wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinde. Die bis dahin wichtigsten Betriebe verloren stark an wirtschaftlicher Bedeutung. Die LPG Tierproduktion Mönchhagen, die LPG Pflanzenproduktion Klein Kussewitz und der Tierkörperverwertungsbetrieb TKVB Klein Kussewitz standen plötzlich vor dem wirtschaftlichen Ende. Massenproduktion in der Tierhaltung und Großflächenanbau in der Pflanzenproduktion passten offensichtlich nicht in das Bild der Marktwirtschaft, möglicherweise auch aus Konkurrenzgründen; der Absatzmarkt im Osten brach zusammen. Es kam daher zu einer drastischen Verkleinerung der Betriebe. Viele ältere Mitglieder dieser Betriebe konnten die Veränderungen so nicht verstehen, hatten sie doch ihr Eigentum und auch ihre persönliche Arbeitskraft in diese Betriebe eingebracht. Glücklicherweise konnten damals viele der älteren Beschäftigten in den vorzeitigen Ruhestand gehen; einige der jüngeren Beschäftigten wagten den Schritt in die Selbständigkeit.

Auf diesem Foto von 1999 ist noch der alte Zustand der Dorfstraße im Unterdorf zu erkennen, insbesondere der Sommerweg am nördlichen (hier: linken) Straßenrand. Ein Sommerweg ist ein unbefestigter Randstreifen, der aufgrund dessen nur im Sommer befahrbar war. Foto: privat

Eine ähnliche Entwicklung war in dieser Zeit auch im sozialen Bereich der Gemeinde zu beobachten. Die beliebte Gaststätte „Zum Anger“ ging aus Gründen nicht endgültig geklärter Eigentumsverhältnisse ein, obwohl ein neuer Pächter vorhanden war. Die kommunale Küche wurde gleichfalls aufgelöst. 2000 wurde der ehemalige Kulturraum umgebaut, es entstanden Wohnungen und im Erdgeschoss ist nun eine Bäckerei.

Da sich die Poststelle, die Sparkasse und die Gemeindeschwesternstation (anfänglich Arztpraxis Frau Dr. Kische) nicht mehr rechneten und das Gebäude Treuhandeigentum wurde, obwohl es die Bürger der Gemeinde und die LPG Mönchhagen errichtet hatten, wurden diese Einrichtungen aus der Gemeinde herausgelöst und in die Nachbargemeinde Rövershagen verlagert. Der Konsum konnte sich noch einige Zeit halten, war aber auf die Dauer nicht dem Konkurrenzdruck der neuen Großanbieter in den Gewerbegebieten gewachsen. Er schloss 1997. Eine Post gab es für einige Jahre (bis Anfang der 2000er Jahre) in der Shell-Tankstelle an der B105.

Anderseits setzte eine Abwanderung von Bürgern, hauptsächlich aus der Hansestadt Rostock, ein, die aufs Land ziehen wollten, in neu entstehende Wohn- und Gewerbegebiete. Das löste auch in Mönchhagen eine rege Planungs- und Bautätigkeit aus.

Die Auffassungen der Mönchhäger Bürger zur Bebauung des Ortes waren dabei sehr unterschiedlich. Ein Teil der Einwohner war der Ansicht, man solle das Dorf als historisch gewachsenes Straßendorf längs der Dorfstraße erweitern. Andere vertraten die Auffassung, auf dem größtenteils gemeindeeigenen Land lieber in mehreren Bauabschnitten ein Dorfzentrum zu entwickeln. Insgesamt entstanden seit 1989 drei Baugebiete. Zuerst wurde das Wohngebiet Ibenhorst bebaut, anschließend erfolgte die Erschließung des daneben liegenden Treuhandgebietes. Auf dem Gelände der alten Obstplantage soll einmal ein Dorfzentrum entstehen.

Investoren, die sich mit ihren Firmen im Ort ansiedeln wollten, gab es auch. Durch z. T. zu lange Bearbeitungs- und Genehmigungsverfahren, aber auch durch einen über mehrere Jahre laufenden Restitutionsanspruch eines früheren Mönchhäger Bürgers verging für einige Investoren zu viel Zeit, und sie ließen sich in anderen Orten nieder.

Im Bereich der B105 erhielt Mönchhagen ein neues Gesicht durch den Bau der Musterhaussiedlung, die den Ort weithin bekannt machte. Die Häuser der Musterhaussiedlung wurde um 2010 dann an private Eigentümer verkauft. Weiterhin wurden daneben zwei Tankstellen gebaut, von denen die eine auch bis etwa 2010 eine Poststelle betrieb.

In der ehemaligen Gaststätte Klatt, neben der heute eine Tankstelle steht, eröffnete 1997 ein Motel.

1998 veranstaltete die Feuerwehr das erste Osterfeuer, auch die Dorffeste wurden damals von der Feuerwehr veranstaltet. Später übernahm der Sozialausschuss der Gemeinde die Organisation, die FFw ist aber immer noch an der Durchführung beteiligt.

Seit 1989 gab es in der Gemeinde mehrere Bürgermeister. Erster Bürgermeister wurde Herr Klaus Biemann, der aber nach kurzer Zeit sein Amt niederlegte. Da die Gemeinde nicht sofort einen neuen Bürgermeister hatte, wurde sie kommissarisch von Frau Uteß verwaltet. Durch eine öffentliche Ausschreibung wurde Frau Petra Taraschewski zur Bürgermeisterin gewählt. Von 1994 bis 2010 war Frau Helga Kentzler, jetzt Westland, Bürgermeisterin der Gemeinde. 2010 wurde Peter Beyer in das Amt des Bürgermeisters gewählt.

Seit 1991 teilt Mönchhagen sich mit den Orten Gelbensande, Blankenhagen, Bentwisch und Rövershagen eine Amtsverwaltung. Die fünf Dörfer gehören damit zum Amt Rostocker Heide. Der Sitz der Amtsverwaltung ist Gelbensande.

In den letzten Jahren wurde der Ort für sein Bewohner durch eine Reihe von Maßnahmen attraktiver. In den Jahren von 1993 bis 1995 wurden der kommunale 21-WE-Block an der B105 und das Mehrfamilienhaus im Unterdorf 42 saniert. 1994 bis 1995 erhielt Mönchhagen eine zentrale Abwasserleitung. 1996 baute die zu dem Zeitpunkt seit 71 Jahren bestehende Freiwillige Feuerwehr mit einem hohen Eigenleistungsanteil ein modernes Feuerwehrgebäude mit Sitzungssaal, den die Gemeinde auch für Veranstaltungen nutzt; 1999 wurde ein neues Löschfahrzeug gekauft.

Der Jugendclub existierte bis ca. 2012 im alten Feuerwehrgebäude. Danach nutzte ihn wenige Jahre der Verein Begegnungsstätte Mönchhagen e. V. Heute (2017) dient er als Lagerraum der Gemeinde. Foto: privat

Nach einigen gescheiterten Versuchen zur Betreuung der Jugendlichen wurde 1995 begonnen, im alten Feuerwehrgebäude (bis 2012 Jugendklub neben dem Kindergarten) einen festen Treffpunkt für Jugendliche zu schaffen. Nach mehreren ungeklärten Brandstiftungen erfolgte mithilfe von Sponsorentätigkeit durch Einwohner und unter großer Eigeninitiative der Jugendlichen ein völliger Umbau des Hauses zu einem modernen Klubgebäude. Bis zu 20 Jugendliche wurden dort betreut. Im Amtsblatt des Amtes Rostocker Heide vom Dezember 2006 ist der Veranstaltungsplan für Dezember abgedruckt: Der Spielraum für die Jüngeren war dienstags bis donnerstags von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet, die Größeren hatten den Jugendclub dienstags bis donnerstags von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr und freitags und samstags von 17:00 Uhr bis 00:00 Uhr für sich. Im Dezember 2006 gab es am 2.12. ein Adventskranzbasteln, am 6.12. kam der Nikolaus, am 12.12. wurde der Weihnachtsbaum aufgestellt und am 14.12. war eine Weihnachtsfeier. Die Jüngeren konnten am 17.12. Plätzchen backen. Im Winter wurde der Jugendclub mit einem Ofen geheizt, weshalb dann auch gelegentlich Brennholz sammeln auf dem Plan stand.

Ab 2012 ließ das Interesse der Jugendlichen am Jugendclub nach, weshalb das Gebäude dann vom Förderverein Freizeit und Begegnungsstätte Mönchhagen e. V. genutzt wurde, bis 2014. Seitdem nutzt die Gemeinde ihn als Lagerraum.

Das Gebäude der Feuerwehr wurde im Jahre 1996 eingeweiht. Es enthält neben den Räumen der Feuerwehr auch einen Festsaal sowie das Bürgermeisterbüro. Der Gemeindesaal wurde 2013 Richtung Kindergarten erweitert, außerdem eine weitere Garage am Südgiebel angebaut. Foto: privat

2001 waren die umfangreichen Modernisierungsarbeiten im Gebäude und ein Erweiterungsbau der Kindertagesstätte im wesentlichen abgeschlossen. Um 2002 wurden hier etwa 90 Kinder betreut. Im selben Jahr wurde die Dorfstraße im Bereich Oberdorf-Heidekrug saniert; die Straßenbaumaßnahme wurde mit 80 % der Kosten gefördert. Die Bewohner des Oberdorfes erhielten 2001 eine Regenwasserableitung.

Die Einwohnerzahl der Gemeinde stieg von 668 (Stand 1982) auf (Stand 2002) 1030 Bürger an. Mönchhagen zählt 377 Haushalte mit 932 Einwohnern, Häschendorf umfasst 23 Haushalte mit 98 Einwohnern. In Mönchhagen entstanden seit 1989 173 neue Häuser, davon 122 allein in den neuen Wohngebieten. In Häschendorf wurden 9 neue Häuser gebaut. Gegenwärtig sind in der Gemeinde Mönchhagen 42 Firmen und Einzelunternehmen ansässig. Darunter befinden sich zum Beispiel 2 Gaststätten, 2 Tankstellen, 1 Tischlerei, 1 Abrissunternehmen, 1 Brunnenbauunternehmen, 1 Bäckerei, EDV-Unternehmen, 1 Installationsunternehmen, 1 Elektrofirma und viele weitere Dienstleistungsunternehmen.

Mönchhagen wurde am 25. 3. 1252 erstmalig als Dorf urkundlich erwähnt. Aus Anlass des 750-jährigen Jubiläums fand am 25. 3. 2002 im Sitzungssaal der Feuerwehr eine Festveranstaltung statt. Erfreulich war, dass unter den über 500 Gästen in großer Zahl auch die Bürger der neuen Wohngebiete vertreten waren. Wie der Zufall es wollte, wurden bei der 750-Jahr-Feier exakt auch 750 Liter Bier ausgeschenkt. Am 15. 9. 1302 wurde Häschendorf erstmalig urkundlich genannt. Am 31. 8. 2002 feierten die Einwohner des Dorfes das bevorstehende 700-jährige Bestehen in einem Festzelt vor dem alten Gutshaus. Für Häschendorf wurde eine eigene Chronik erstellt. Der letzte Häschendorfer Bürgermeister Herr Karl Lau und die Mönchhäger Bürgermeisterin Frau Kentzler enthüllten einen Gedenkstein.

Da Häschendorf seit 1960 zur Gemeinde Mönchhagen gehört, geht das Jahr 2002 als ein Jahr mit einem doppelten Jubiläum in die Geschichte der Gemeinde ein.


Dorfleben

Einmal jährlich finden im Sommer das Dorffest, am 2. Oktober das Oktoberfeuer mit Laternenumzug des Kindergartens, Anfang Januar das Tannenbaumverbrennen und seit 1998 am Gründonnerstag das Osterfeuer statt. Für die Feuer mitsamt Bewirtung ist die freiwillige Feuerwehr zuständig.


Einschub: Ein typisches Dorffest in Mönchhagen

(2016)

Am 25. Juni startete das Mönchhäger Dorffest nachmittags bei bestem Wetter. Gut versorgt mit Kaffee und Kuchen – für den in bewährter Weise der Seniorenkreis Mönchhagens sorgte – verfolgten die Gäste das abwechslungsreiche Programm. Die Völkshäger Tanz- und Trachtengruppe unterhielt mit mecklenburgischen und anderen Volkstänzen, wie dem Bändertanz und verschiedenen Versionen des „Kegels‟. Zwischendurch sorgte der Leierkastenmann Wolfgang mit „Dit und dat up platt‟ für Lacher und auch die Gaga-Kids waren wieder dabei mit Showtanz. Die Kinder kamen beim Ponyreiten und in der Hüpfburg auf ihre Kosten. Neu war in diesem Jahr der Eiswagen der Eiswerkstatt, bei der Hitze am Nachmittag genau das Richtige!

Mit der Hitze war es dann gegen 18:00 Uhr vorbei, als ein heftiges Gewitter den Festplatz leerfegte. Die wenigen standhaften Festbesucher fanden Schutz in den Zelten und unter dem Vordach des Bierwagens, wo die freiwillige Feuerwehr auch dieses Jahr wieder ausschenkte. Nachdem in weniger als einer Stunde um die 11 mm Regen gefallen waren, beruhigte sich das Wetter wieder und das Fest konnte weitergehen. DJ Paul sorgte für die richtige Musik zum Tanzen und natürlich auch für beste Stimmung. Wer sich nach dem Tanz erholen wollte, fand dank der neuen Anordnung von Zelten und Bierwagen an der Feuerschale eine ruhige Ecke. Hier bereitete die Jugendfeuerwehr Knüppelbrot vor, das viel Anklang fand, da die Fleischerei Wiechmann wegen des Unwetters leider schon gegen 18:00 Uhr den Verkauf aufgeben musste, was die Abendbrot-Pläne einiger Besucher durcheinanderbrachte. Die freiwillige Feuerwehr sprang ein und stellte noch den Grill auf, sodass niemand Hunger leiden musste und es trotz des Gewitters ein bis zum Schluss gelungenes Fest wurde.

Typisch soll ja auch gerade der Regen auf den Mönchhäger Dorffesten sein ...

Der Kindergarten

Im Gebäude der früheren Schule wurde nach der Wende ein Kindergarten eingerichtet. 1992 musste die Gemeinde die Trägerschaft des Kindergartens abgeben, weil die Gemeindekasse die weitere Führung nicht mehr erlaubte. Daraufhin gründete sich ein Elternverein, der die Leitung übernahm und das Gebäude die ersten Jahre mietfrei nutzen durfte. 1997 wurden das Dach repariert, neue Fenster eingesetzt und eine neue Heizung installiert. Viel wurde von den Eltern in Eigenleistung erledigt. Von 35 Kindern stieg die Anzahl betreuter Kinder bis 1998 auf 86.

Brandschutz

Die Feuerwehr

die Freiwillige Feuerwehr, 2012. Foto: privat

Nach der Wende organisierte die FFw im Dorf auch Feiern wie das Osterfeuer oder beteiligte sich am Dorffest. Auch an der 750-Jahr-Feier von Mönchhagen am 22. 6. 2002 beteiligten sich die Kameraden und Kameradinnen und unterstützten auch Häschendorf bei dessen 700. Geburtstag. Nach und nach kamen Oktoberfeuer und Tannenbaumverbrennen hinzu – Feste, die aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken sind.

Natürlich wurden auch weiterhin die runden Geburtstage der Wehr gefeiert. Ein besonderes Ereignis fand mit der Fahnenweihe zum 80. Jubiläum der FFw am 22. 5. 2004 statt.

Seit 1999 engagiert sich die Feuerwehr auch in der Gemeindevertretung. Es wurde eine Wählergemeinschaft Freiwillige Feuerwehr Mönchhagen gegründet. 1999 und 2004 gelang es zwei Kameraden der FFw, in die Gemeindevertretung gewählt zu werden und auch 2014 kandidieren wieder sieben Kameradinnen und Kameraden.

Seit einigen Jahren macht die FFw jedes Jahr einen Ausflug, je nach Kassenlage für einen oder zwei Tage. Diese Ausflüge sind als kleine Entschädigung für die Familien der Wehrmitglieder gedacht.

Die Wehrführer

  • bis 1998: Burkhard Baade
  • 1998–2012: Wolfgang Krack
  • seit 2012: Thomas Salzmann

Die Fahrzeuge

1999 wurde ein Löschfahrzeug LF 16/12 angeschafft. (Das 75-jährige Jubiläum der FFw Mönchhagen wurde 1999 und nicht 2000 begangen, weil in der ersten Satzung von 1925 ein falsches Jahr abgedruckt ist.) Foto: privat

Nach der Wende tat weiterhin der Barkas B1000 seinen Dienst. Zusätzlich schaffte die FFw Mönchhagen einen W50 an. Beide kamen jedoch in die Jahre. Zum Barkas heißt es im Rechenschaftsbericht 1997: Es ist allen bekannt, daß unser Fahrzeug seit nunmehr 22 Jahren im Dienst steht und erhebliche Schäden (Korrosion) aufweist. Bis 1997 lief die Zulassung des Fahrzeugs noch. Es ist erstaunlich, der TÜV wurde für 2 Jahre verlängert, doch es wurden die massiven Roststellen bemängelt. Für die Anschaffung eines neuen LF wurden von der Gemeinde 283 000 DM bereitgestellt, da ein neues Fahrzeug dringend benötigt wird.

Ein weiterer Grund, aus dem ein neues Fahrzeug notwendig wurde, war auch die zunehmende Bebauung entlang der Dorfstraße. Dadurch wurde es immer schwieriger, an den Peezer Bach zu gelangen, der die Hauptlöschwasserquelle darstellte. Der Barkas hatte aber keinen Wassertank und es wurde ein Löschfahrzeug mit Tank benötigt.

1998 liefen die Vorbereitungen für das neue Löschfahrzeug, wie Vorführungen und Besprechungen bei der Herstellerfirma. Am 16. April 1999 konnte das LF abgeholt und am 24. April feierlich übergeben werden. Der Barkas wurde 2000 abgemeldet. Auch die Tage des W50 waren gezählt. Am 6. 8. 99 wurde festgestellt: W50 Personentransport auf Ladefläche ab sofort untersagt vom Amtswehrführer. Für Transport der Kinder B1000 nehmen. Im Sommer 2000 wurde der W50 dann verkauft – für 1 DM. Als Ersatz wurde für den Mannschaftstransport ein weißer VW-Kleinbus angeschafft. Dieser stand fast 12 Jahre im Dienst, bevor er im Oktober 2011 durch den neuen – nun feuerwehrroten – VW T5 ersetzt wurde.

2008 erlebte der Barkas eine Wiederaufstehung – er wurde von Grund auf restauriert und erstrahlte 2010 wieder in altem Glanz. Er ist seit dem 23. Juli 2010 sogar wieder als Einsatzfahrzeug zugelassen, mit dem Kennzeichen DBR - B 1000.


Aus dem Rechenschaftsbericht 2009

Im August 2008 begannen wir, unseren traditionellen Barkas B1000 zu restaurieren. Oh je, das wird ein ganzen Stück Arbeit, dachten wir viele Male. Doch mit jeder Stunde mehr wuchs auch unser Ehrgeiz. Zuerst mussten wir den Barkas in alle Einzelteile zerlegen. Wir stellten schnell fest, dass einige Teile neu besorgt werden mussten. Das war gar nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Nachdem wir viele Oldtimermärkte und Messen besuchten, hatten wir alle notwendigsten Teile zusammen. Die Schweißarbeiten und das Ausbeulen begannen wir im Mai 2009, so dass wir im September 2009 die Blecharbeiten abschließen konnten. Anfang Dezember 2009 war es soweit, unser Rohdiamant konnte endlich zum Lackieren. Am 21. 1. 2010 bekamen wir den B1000 zurück. Wir konnten unseren Augen kaum trauen, nun strahlt er in neuem Glanz in unserer Wagenhalle.

Die Meerforellen und der T5

Im Januar 2012 erhielt die FFw Mönchhagen einen neuen Mannschaftstransportwagen. Foto: privat

Die Meerforellen brauchen den Peezer Bach, um von der Ostsee in ihre Laichgebiete zu gelangen. Damit sie das ungehindert tun können, musste bei der Renaturierung des Baches das Wehr bei der Brücke nach Häschendorf abgebaut werden. Einer der Zwecke dieses Wehres war aber, eine Ölhavarie in der Ostsee zu verhindern. Bei einem Leck in der nahegelegenen Ölpipeline muss der Peezer Bach abgesperrt werden können, damit er das Öl nicht ins Meer transportiert. Da das Wehr aber nun nicht mehr da war und diese Aufgabe nicht mehr erfüllen konnte, musste eine Alternative her: Die FFw Mönchhagen bekam Ölsperren, die im Notfall im Peezer Bach eingesetzt werden können. Das geht aber wiederum nur, wenn man die Dinger auch transportieren kann. Und dazu brauchte die FFw den neuen Bus. (Zudem war auch der weiße Bus, den die FFw bis dahin als Mannschaftstransportwagen nutzte, deutlich in die Jahre gekommen, und besaß auch kein Blaulicht.)

Das Gerätehaus

Nachdem zunächst überlegt wurde, vorhandene Gebäude für die Feuerwehr umzubauen, was sich jedoch als ebenso teuer wie ein Neubau erwies, wurde im November 1995 mit dem Bau des heutigen Gerätehauses begonnen. Den Innenausbau übernahmen die Kameraden der FFw selbst. Im März 1996 wurde Richtfest gefeiert und am 1. November 1996 fand die erste Versammlung im neuen Gerätehaus statt. 1999 wurde die Beschriftung angebracht und im August 2000 wurde die Sirene im Unterdorf auf das Dach des Gerätehauses gesetzt. Bislang hatte sich die Sirene auf dem Haus Gess befunden – Werner Gess hatte sich als langjähriger Feuerwehrmann um die Sirene gekümmert und bspw. regelmäßig den Probealarm ausgelöst. Nach seinem Tod und dem Verkauf des Hauses wollten die neuen Eigentümer das lärmintensive Gerät jedoch nicht mehr auf ihrem Dach haben, weshalb die Umsetzung erforderlich wurde.

Im Winter 2013/2014 erhielt das Gerätehaus einen Anbau, um zusätzliche Stellplätze für die Feuerwehr, aber auch für die Fahrzeuge der Gemeinde zu schaffen.

Der Mönch

An der Ecke Unterdorf-Ibenweg steht neben dem Feuerlöschteich eine Mönchstatue, geschaffen vom Holzbildhauer Harald Wroost aus einer Eiche aus der Rostocker Heide. Die Statue, die an die Gründung des Dorfes durch Zisterziensermönche erinnert, wurde am 15. Juni 2013 zum alljährlich stattfindenden Dorffest feierlich durch die Kinder der Jugendfeuerwehr enthüllt. Stifter der Statue war der Verein „Freizeit und Begegnungsstätte Mönchhagen e.V“. Neben der Statue gibt es inzwischen auch eine überdachte Rastmöglichkeit.


Baumaßnahmen ab 2010

Die Straßenerneuerung ab dem Gerätehaus Richtung Stiller Frieden Foto: privat
Ein solcher Plattenweg wie dieser im Westhavelland war auch der Stille Frieden bis 2013. Foto: privat

Anfang des 21. Jh. wurden in Mönchhagen etliche Straßen in Ordnung gebracht. Die Straße im Oberdorf wurde 2011 renoviert. In den Jahren bis 2014 wurde die Dorfstraße von der Kreuzung an der B105 bis zum Stillen Frieden in drei Abschnitten erneuert. Die Straße Stiller Frieden, die bis dahin noch als Plattenweg mit zwei Fahrspuren ausgeführt war, erhielt 2013 eine neue Decke.

2012 wurde auch das Hydrantennetz vervollständigt, vor allem im Neubaugebiet Ibenhorst und am westlichen Ende der Dorfstraße.

Zudem erhielt das Feuerwehrgebäude 2014 einen Anbau, der zusätzliche Garagen für das Traditionsfahrzeug Barkas B 1000 der freiwilligen Feuerwehr sowie die Gemeindefahrzeuge enthält und eine Werkstatt für den Gemeindearbeiter. In dem Zusammenhang wurde auch der Gemeindesaal in Richtung Westen erweitert (also zum Kindergarten hin).

2015/16 entstand mit dem Hollerbuschweg und dem Schlehenweg ein weiteres Neubaugebiet in Mönchhagen. Foto: privat

Bis 2012 entstanden längs des Ibenwegs (auf seiner östlichen Seite) einige weitere Einfamilienhäuser. In den Jahren 2015 und 2016 entstand ein weiteres kleineres Neubaugebiet in Mönchhagen, in der Ecke zwischen Dorfstraße und Ibenweg wurden der Hollerbuschweg und der Schlehenweg angelegt. Bei der Mönchstatue entstand in dem Zusammenhang ein neuer Löschteich, um für die neuen Häuser Löschwasser zur Verfügung zu haben.

2016 wurde mit Arbeiten an einem Anbau an der Feuerwehrfahrzeughalle begonnen, die den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr komfortablere Umkleidemöglichkeiten bieten wird. Zudem erhielt der Kindergarten eine Unterstellmöglichkeit für Kinderwagen. Der so genannte Kegel, die Brachfläche nördlich des Sportplatzes wurde jahrelang nur als Lagerfläche für Grünschnitt genutzt. 2016 ist hier ein Mehr-Generationen-Spielplatz.


Ereignisse

Regenhochwasser Sommer 2011

Allein die FFw Mönchhagen hatte während der sintflutartigen Regenfälle, die mit „schöner“ Regelmäßigkeit an vier Wochenenden im Sommer 2011 hereinbrachen, 7 Einsätze – alarmiert wurde sie 10-mal, aber 3 Einsätze konnte sie nicht durchführen, weil der vorhergehende noch lief. Der längste Einsatz dauerte 45 Stunden. Bei den Wehren der Nachbargemeinden war es teilweise noch schlimmer. Einige Male mussten Wehren aus dem Amt Carbäk zu Hilfe kommen, weil im Amt Rostocker Heide bereits alle Wehren im Einsatz waren. Am Abend des 12. 8. waren im ganzen Landkreis keine freien Einsatzkräfte mehr zu bekommen.

Auch in Mönchhagen waren vor allem im Oberdorf einige Einwohner mehrfach von Überflutungen in Kellern und Wohnräumen betroffen.

Einige Zahlen zum Wettergeschehen: Der höchste in Warnemünde jemals gemessene Monatsniederschlag stammte vom August 1946 und betrug 188 mm. Der Wert für Juli 2011 betrug dagegen 343,9 mm. Eine statistische Analyse ergibt, dass ein Tagesniederschlag in dieser Größenordnung nur einmal in 1000 Jahren zu erwarten ist. Zum Glück ist das Ganze nicht im Winter passiert. Das Volumen von Schnee ist zehnmal größer als das von Wasser. Wäre der Regen als Schnee gefallen, hätte er 5,5 m hoch gelegen …

Die weitere Geschichte Mönchhagens

Um die Chronik Mönchhagens übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet: