Loddin

Aus Ortschroniken
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Loddin ist ein staatlich anerkanntes Seebad

in der Mitte der Insel Usedom zwischen Koserow und Ückeritz. Die Ortsteile Kölpinsee und Stubbenfelde gehören zur Gemeinde Loddin. Es gehört zum Kirchspiel Koserow.Kirche

Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz haben den Werbenamen Bernsteinbäder der Insel Usedom.


Kenndaten des Orts
Name (heute)Loddin (Seebad)
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl17459
VerwaltungsamtAmt Usedom Süd
LandkreisVorpommern-Greifswald
Zahlen
Einwohner967 (2018)
KoordinatenBreite: 54.023056 / Länge: 14.006389

Geographische Lage




Das Wappen von Loddin

Wappen von Loddin

Das Wappen wurde 1998 unter der Nummer 0177 in die Wappenrolle des Landes eingetragen.

Blasonierung zum Wappen der Gemeinde Seebad Loddin:

Wappen: In Blau über einem goldenen Baumstumpf zwischen zwei pfahlweise gestellten, einander zugewendeten silbernen Hechten zwei schräg gekreutzten goldenen Ähren.

Der Graphiker Mathias Zapfe aus Weimar hat dieses Wappen gestaltet.

Chronik Jahresahlen

1270 wurde Loddin erstmals urkundlich als „Lodino“ erwähnt. Die Mönche tauschten Land mit Dörfern auf Usedom für den Ort Damerow bei Naugard.

Loddin hat sich am Achterwasser als Fischer- und Bauerndorf entwickelt.

1648 - 1720 war die Insel Usedom unter schwedischer Herrschaft.

1652 wurde das Gutsdorf an den von Schweden geadelten Obristen Radecke für seinen Dienst zum Lehen übergeben.

1693 in den Schwedischen Matrikelkarten steht, dass vorher 10 Bauern das Land bewirtschaftet haben, davon bewirtschaftet Frau Oberst 7 ½ selbst. Die zwei Bauern, der Halbbauer müssen das Gut mit bewirtschaften. Es wird zu dieser Zeit auch am Meeresstrand auf Flundern- und Dorsche gefischt.

1716 wird Christian Sievert vom Amt Pudagla als Verwalter eingesetzt

1720 unter Preußischem Adler

1762 wurde Hans Tiedemann, Beruf: Radmacher, als Schulhalter eingesetzt.

1853 wieder ein reines Bauerndorf

1857 Schullehrer Wendorf fest angestellt.

1862 232 Einwohner in 34 Häusern und ein Schulhaus.

1895 wurde der Badebetrieb und 1910 der Kurbetrieb aufgenommen. Der Ortsteil Kölpinsee mit seinen Villen entstand und die Häuser auf der Verbindungsstraße zum alten Dorf.

1911 am 1. Juni erhielt Loddin den wichtigen Eisenbahnanschluss mit den Bahnhof Kölpinsee und

1913 letzter Durchbruch durch Sturmfluten.

1929/30 Schulneubau zwischen Loddin und Kölpinsee

1960 Beginn des Deichbaues am Achterwasser.

1998 Haltestelle Stubbenfelde der UBB (Usedomer Bäderbahn).

Culpin (Wüstung) 1421 wurde Culpin erstmals urkundlich als solches genannt. 1618 wurde es als „Calpin“ in der Lubinschen Karte vermerkt. Es soll am Kölpinsee gelegen haben und ist im Dreißigjährigen Krieg total niedergebrannt worden. Der slawische Name wird mit „Schwan“ gedeutet. Der Ort gehörte dem Kloster Pudagla.

Der Kölpinsee war früher eine Ausbuchtung der Ostsee, den die Natur mit Bäumen, Strauchwerk und Sand durch Stürme vom Meer abgetrennt hat. Das entstandene Seebad nennt sich deshalb Kölpinsee.

Stubbenfelde 1825 bekam der Bauer Johann Laban aus Ückeritz vom Forstamt Pudagla ein abgeholztes Waldstück als Abfindung und nannte dieses sein „Stubbenfeld“. Dieser Ortsteil gehörte zur Gemeinde Ückeritz. 1854 wurde Stubbenfelde als „Stubbenfeld“ erstmals offiziell genannt.[2]


Literatur: Chronik der Insel Usedom von Robert Burkhardt, 1909

Ostseebad Kölpinsee-Loddin, 1995 Verlag Axel Dietrich

Chronik der Gemeinde Seebad Loddin , Ulrich Knöfel,


Weiterführende Information zu Loddin

Bildergalerie

Historische Postkarten

Schule - Lehrer Loddin

Aus dem Kirchenbuch von Koserow:

Seit 1829 Lehrer Carl Friedrich MÜLLER Schulhaus 1832 neu gebaut.

1834 - im Mai geht Lehrer Müller nach Netzelkow.

1834 - (05.10.) Lehrer Christoph Erdmann SEMMLER geb. 18.08.1803 in Rosenhagen bei Anklam. Er ist gelernter Schneider und auch noch als Nebengewerbe. (Einkommen als Lehrer pro Jahr 45 Th) Er starb am 08.12. 1847 an einer Brustkrankheit und hinterließ Witwe und mehrere Kinder.

1834 - 1835 Schulgebäude hat Schwamm.

1848 – Schullehrer Emil WENDORF zu Ostern angestellt. Geb. in Casecow bei Garz.

1886 – 01.10. beginnt Hermann Karl August LEOPOLD aus Leopoldshagen.

1914 – die Schülerzahl beträgt etwa 45.

1931 – am 6.Juni stirbt der Lehrer Hermann LEOPOLD.

Aus der Schwedenzeit in Loddin

Seiner königl. Maj. zu Schweden den treuen Man und Obrister zu Fuss, der wohl- geboren Herr Joachim von Radeke auf Möllkou, Crummin, Loddin und Neberg Erbherr ist geboren den 18. Juny 1605 und im Herrn selig verschieden den 12. Juli 1687

Die Schwedenzeit begann mit der Landung des Königs Gustav II. Adolf, mit seinen schwedischen Truppen, im Jahre 1630 zur Mittsommerzeit. Die Schwedenzeit dauerte auf unserer Insel bis zum Erwerb durch Preußen im Jahre 1720. Welche Spuren sind aus dieser Zeit heute noch auf der Insel zu finden? Wer sich ein wenig mit dieser Geschichte befasst, findet noch viele Hinweise auf diese Zeit. So können wir, dank Herrn Ulrich Knöfel, Loddin und dem Heimatverein Loddin ein Kleinod aus dieser Zeit im Heimatmuseum im Bahnhof Kölpinsee bewundern. Es ist eine prunkvolle, farbenprächtige hölzerne Grabtafel des schwedischen Oberst Joachim von Radecke, der am 18. Juni 1605 geboren, am 12. Juli 1687 verstarb. Jahrelang hing diese Tafel in der Kirche in Koserow. Als 1897 die Kirche eine Gewölbeerneuerung erhielt, wurde die Tafel auf den Dachboden des Pfarrhauses ausgelagert und geriet in Vergessenheit. Der Lehrer Kurt Freyer hatte sich in Urkunden in Stettin im Jahre 1937 über das Leben des Oberst von Radecke informiert und forschte nach dem Verbleib der Grabtafel. Er fand sie immer noch auf dem Dachboden liegend und hinterließ eine ausführliche Beschreibung über die Tafel und das Leben des Obersts. Diese auf vier Seiten mit der Schreibmaschine geschrieben, machten Ulrich Knöfel neugierig, hatte doch die Familie von Radecke in Loddin gelebt. Die Witwe durfte mit ihren beiden Töchtern, bis zu ihrem Tode im Jahre 1705, das Gut in Loddin bewirtschaften. Er suchte und fand die Grabtafel im Jahre 2003, noch immer auf dem Dachboden des Pfarrhauses liegend, die schon 1937 „..als stark mit Würmern zerfressen..“ vom Lehrer Freyer beschrieben wurde. Herr Knöfel versuchte erst selbst in unzähligen Stunden die Tafel wieder ansehnlich zu gestalten, doch wie er merkte, diese Arbeit gehörte in die Hände eines Restaurators, so wurde das Werk in Berlin aufs Beste, wie das Foto zeigt, wieder hergestellt. Doch nun nur kurz zum Leben des Joachim von Radecke: Er wurde in Mecklenburg geboren. Mit 23 Jahren, im Jahre 1628, also vor der Landung der Schweden auf Usedom, wurde er Fähnrich im schwedischen Regiment Axel Duwall. In kurzer Zeit wurde er befördert. zum Leutnant. Er heiratete seine erste Frau Margarethe Stywerth. Durch seine Tüchtigkeit in den verschiedenen Schlachten wurde er 1642 Oberst und 1645 für seine treuen Dienste geadelt und unter Nr. 341 im schwedischen Ritterhaus geführt. Nach dem 30jährigen Krieg, im Jahre 1652, wurden ihm von der Königin Christine von Schweden die Güter Krummin, Mölchow, das Dorf Loddin und der Hof und zwei Katenteile Acker in Neeberg auf Lehnsrecht und pfandweise verschrieben. Außerdem bekam er die Anwartschaftsbriefe auf mehrere Güter in Bremen. 1655 starben seine Frau und sein Kind in Krummin. Später heiratete er eine geborene von Technitz. Als Joachim von Radecke 1687 verstarb waren die beiden Töchter noch unmündig. 1693 erfahren wir aus einem Brief der Witwe an die königliche Regierung in Stettin, nachdem die schwedische Krone alle Güter wieder einziehen wollte, dass sie ohne das Gut in Loddin verarmen würde. Sie bittet, ihr doch dieses für sich und die Kinder, auf Grund der Verdienste ihres Mannes, zu belassen. Sie hatte Erfolg und konnte zeitlebens in Loddin bleiben.

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