Koserow

Aus Ortschroniken
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Kenndaten des Orts
Name (heute)Ostseebad Koserow
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl17459
VerwaltungsamtAmt Usedom Süd
LandkreisVoprpommern Greifswald
Zahlen
Einwohner1732. (2018)
KoordinatenBreite: 54.05 / Länge: 14.00

Koserow ist ein staatlich anerkanntes Seebad

in der Mitte der Insel Usedom zwischen Zempin und Loddin. Es gehört zum Kirchspiel Koserow.Kirche

Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz haben den Werbenamen Bernsteinbäder der Insel Usedom.

Geographische Lage


Logo Koserow

Logo vom Ostseebad Koserow

Koserow Der Ortsname soll vom slawischem Wort koze = Ziege oder kos = Amsel kommen.

Weiterführende Information zu Koserow

Bildergalerie

Historische Postkarten

Chronik Jahreszahlen

1347 - Ersterwähnung Pfarrer Albertus aus KUZEROWE ist Gast im Kloster Pudagla.

1618 - vor dem 30jährigem Krieg wohnten hier 16 Bauern und nach 1648 nur noch 5 Bauernfamilien.

1693 - Schwendenmatrikel - Bestandsaufnahme und Vermessung des Ortes durch Andrea Jernström.

1720 - die Insel kommt in preußische Hand

1818 - 1819 der sandige Streckelberg wird vom Förster Schrödter aufgeforstet.

1820 - Salzhütten werden für das steuerfreie Salz an der Ostseeküste errichtet.

Einwohner: 1693/ ca. 60, 1743/ 62, 1755/ 111, 1775/ 149, 1805/ 175, 1850/ 277

1851 - eine Badegenossenschaft wird gegründet

1853 - die Seebadeanstalt wird eröffnet

1895 - eine Mauer am Fuße des Streckelberges wird errichtet. Diese wird in den nächsten Jahren nach jeder Sturmflut verlängert und ausgebessert.

1904 - die Schreibweise wird von COSEROW in KOSEROW geändert.

1908 - Freiwillige Feuerwehr wird gegründet

1911 - Bahnanschluss - Bahnhof gebaut

1912 - Badegäste im Ort: 3420

1920 - Seesteg wird gebaut, durch Eisgang während des Krieges zerstört.

1956 - Campingplatz entsteht

1984 - Künstler Otto Niemeyer-Holstein ist in Lüttenort (Wohnplatz von Koserow) gestorben

1993 - Seebrücke wird gebaut

1993 - Staatlich anerkanntes Seebad - Gemeinde möchte den Namen Ostseebad

1998 - Fertigstellung der neuen Mauer am Fuße des Streckelberges

2014 -2015 Bau des Kreisverkehrs und Straße parallel zur B111 zum Hotel Vineta Damerow

2016 - Karls Erdbeer- und Erlebnishof eingeweiht

2019 - neue Stahltreppe zum Strand errichtet.

Schule Lehrer Koserow

aus der Kirchenchronik Koserow:

1823 Lehrer WULKOW

1823 – 1854 Küster und Schullehrer Carl Friedrich KOCH. Er starb am 07.08.1854 an der Halsschwindsucht.

1835 – Küster und Schullehrer KROLL.

1854 - (24.11.) – August Ludwig Hermann SCHMIDT, Sohn des Küsters Schmidt zu Crummin, war bisher Lehrer in Neppermin.

1860 - Küster SCHMIDT wird nach Morgenitz versetzt. Küster PAUL, bisher Küster in Neuendorf bei Anclam beginnt.

1890 – ging der Lehrer und Küster EHMKE in Coserow wegen Krankheit in den Ruhestand.

1890 – Küster Franz GOHDES beginnt. 01.03.1896 schied Lehrer GOHDES aus, ging nach Köslin.

1896 - bis 13.08. Johannes TRAST aus Kessin b. Treptow a.Toll.

1896 – ab 26.08. Gustav KINDT aus Zeidlitz – Küster und Lehrer.

1907 – Am 1.Oktober beging der Küster, Standesbeamte und Vorsitzende des Kriegervereins sein 50jähriges Lehrerjubiläum.

1907 – 1. April – Die Schule zu Koserow hört auf Sozietätsschule zu sein und wurde Kommunalschule.

1913 – das alte Schulgebäude genügte den Anforderungen nicht mehr., da die Schülerzahl schon auf etwa 110 Kinder angewachsen war.

1913 – 1. April als 2. Lehrer der junge Lehrer BUCHHOLZ angestellt. Es wird ein zweiter Klassenraum im Hause des Töpfermeisters KIESOW angemietet.

1917 – der neue Schulbau wurde in gefälliger Weise ausgeführt mit hohem roten Dach und breiten Fenstern, die durch bunte Läden verziert sind.

1920 – am 3.November feierte der Küsterlehrer in Koserow, Gustav KINDT sein 25jähriges Dienstjubiläum. 24 Jahre hat er hier am Ort gewirkt.

1920 – am 6. Dezember wurde der 84 Jahre alte Friedrich Wilhelm EHMKE, der als Koserower Lehrer und Küster 27 Jahre, von 1863 bis 1890 arbeitete, beerdigt.

1926 – Am 9. September verstarb der 1. Lehrer und Küster Gustav KINDT

1927 – Am 1. Mai wurde der 2.Lehrer, Karl BUCHHOLZ, als Nachfolger für Lehrer Kindt feierlich eingeführt.

1934 – Für den versetzten 1. Lehrer BUCHHOLZ ist der Lehrer und Organist Otto PETER aus Anklam getreten.

1940 – 2. Lehrer HESSE

1948 – Lehrer und Organist Otto PETER erleidet einen Schlaganfall auf der Chaussee nach Zinnowitz und stirbt.

Schulchronik KOSEROW von Dr. Franz Jeschek

Damerow

Gedenkstein

Der Ort Damerow wurde 1872 und 1874 durch eine Sturmflut vernichtet.* Sturmfluten Später war noch eine Försterei an dieser Stelle. Zu DDR Zeiten hatte die Forstwirtschaft Stralsund eine Ferieneinrichtung an dieser Stelle errichtet. Nach der Wende ist ein Hotel "VINETA" Damerow entstanden.

Damerow wurde nach Koserow eingemeindet.

Wal strandet 1363

Im Jahre 1363 oder 1365 strandete ein Wal an der schmalsten Stelle der Insel.

Wal in der Marienkirche Greifswald - Wandgemälde

In der Chronik der Insel Usedom von 1863 lesen wir bei Gadebusch: „ Im Jahre 1363 strandete auf unserer Insel beim Ackerwerk Damerow neben den Trümmern des versunkenen Vineta ein mächtiger Walfisch, von dessen Speck 360 Tonnen zur Freude der Fischer gefüllt werden konnten. In dem darauf folgenden Unglücksjahr 1364 war in Pommern die Pest unter den Namen des schwarzen Todes allgemein verbreitet.“ In der Chronik der Insel Usedom von 1909 zitiert Robert Burkhardt den Chronisten des Mittelalters Kantzow: „ Im Jahre 1365 war ein großes Ungewitter in der See und es wurde sehr großes Wasser am Lande zu Pommern. Mit dem selben Wasser kam ein überaus großer Walfisch gegen Damerow an das Land zu Usedom, und als das Wasser wieder abging, blieb er auf dem trocknen Lande liegen und konnte nicht wegkommen. Darum kamen die Einwohner und töteten ihn und zerhieben ihn und wurde viele Last Fleisch von ihm gehauen. Davon stammen noch die großen Rippen, die man in Stralsund, in Wittenberg und anderen Städten hat.“ Diese großen Knochen wurden stets nach solchen Strandungen von Walen „Wunder halber“ von den Herzögen verschickt. Oft dachten die Menschen in jener Zeit, dass solch besonderes Ereignis, wie z.B. auch Kometen Unglücksboten sind und Krieg und Seuchen ausbrechen werden.

Der Forscher Dr. Arnold Japha vermerkte 1908 in seiner Zusammenstellung mehr als 200 solcher Zufälle der Strandungen an der Ostseeküste. In der Ahlbecker Chronik ist im Jahr 1894 solch ein Ereignis vermerkt. Von der Seebrücke aus sichtete man „ein großes Etwas“, man vermutet ein Wrack oder ein Ungeheuer. Elf Fischer fassten sich ein Herz und ruderten diesem Etwas entgegen. Nach eingehender Begutachtung war es ein Schnabelwal von 7 Meter Länge und ca. 72 Zentner Gewicht. Doch diese Fischer schlachteten ihn nicht, sondern brachten ihn per Boot nach Swinemünde und für 30 Pfennige konnte man ihn besichtigen. Dann verkauften die Fischer den Wal für 640 Mark an drei betuchte Herren, die damit eine Deutschlandreise antraten, aber in Leipzig war der penetrante Geruch nicht mehr auszuhalten und der Wal kam zum Abdecker. Im Stralsunder Meeresmuseum können die Gerippe solch großer Meeressäuger bestaunt werden. Auch in der Marienkirche in Greifswald, in der nördlichen Turmnische ist eine Zeichnung in natürlicher Größe angebracht. Der dargestellte Schwertwal strandet 1545 bei Eldena in der Dänischen Wieck. Im Juli 2005 fanden Segler einen 18 m langen Finnwal in der südlichen Ostsee. Allein das Herz hat einen Durchmesser von einem Meter.

In der Ostsee lebt ständig als einzige Walart der Schweinswal. Diese Tiere werden bis zu zwei Meter lang und waren einst sehr verbreitet. Swinemünde soll seinen Namen durch die damals große Anzahl der Tiere erhalten haben. Seit 50 Jahren sind die Bestände in der Ostsee stark zurückgegangen, so dass der Schweinswal auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten steht.


Der Walfisch von Damerow (1363) von * Künstler Hugo Scheele

Försterei Damerow

Wie waren einst die Fischer froh,

Als an dem Strand von Damerow

Ein großer Walfisch war gelandet,

Als Weltmeerreisender gestrandet,

Und wie ein umgekipptes Boot

Im Sande ruhte mausetot-

Dreihundertsechzig Tonnen Speck

Gewann man so auf einem Fleck,

Und Fässer bester Stiefelschmiere

Erhielt man von dem Säugetiere.-

Doch heut ist alles aufgebraucht,

Besorgt Jan Maat sein Pfeifchen raucht,

Drum sei´s hier im Gebet erfleht,

Daß mal ein Wal vor Anker geht.

Kontakte

Sammlungen von Postkarten, Prospekten und Zeitungsausschnitten: Einsicht bei Hilde Stockmann rohrspatz@gmx.com