Ostseebäder Geschichte

Aus Ortschroniken
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Zusammenstellung von Themen, wie sich die Ostseebäder entwickelt haben.

Seebrücken

1906 Zinnowitz Ausbooten
Ahlbeck Seesteg
Ahlbeck Plattform
Ahlbeck Dampfer
Swinemünde
Swinemünde Konzertpavillon
Heringsdorf Seebrücke
Heringsdorf - Blick auf Ostsee
Ahlbeck
Koserow
Kölpinsee
Kölpinsee - Loddin
Zempin Seebrücke
1938 Zempin Seebrücke
1905 Zinnowitz
1959 Reste Seebrücke Zinnowitz
1905 Bansin
Usedom mini
Ahlbeck Muschel
Ahlbeck Löffelversilbert
Zempin Tasse
Zempin Greif
Zempin Tasse
Zempin Landschaft
Ostseebad Zempin Dose
Zempin Muscheln Schiff
Zempin Kompass

Seebad – Entwicklung – England (Brighton) - Vorbild

Heiligendamm 1793 erstes deutsches Seebad

Erste Seebrücke auf der Insel Wollin:

1885 Misdroy auf Wunsch des Kaisers – Nach Kronprinz auch den Namen:

„Kaiser Friedrich-Brücke“

Vorher Anlandung der Schiffe an der „Laatziger Ablage“ als Binnenhafen ausgebaut Brücke 1906 auf 360 m verlängert.

Vorbild für die anderen Seebäder

Schiffsanleger und Flaniermeile Geschäfte, Gaststätten, Gepäckabfertigung, (man brachte Federbetten und Hausrat mit)

Fahrkartenverkauf, Zeitungen

Hauptportal in der Mitte der Promenade

Seebrücken werden zu Prestigeobjekte für die Seebäder. Beliebter Aufenthaltsort der Gäste

Seebäderverkehr entwickelt sich – Stettin - Swinemünde Schiffsanleger werden gebraucht

- Seestege

- Seebrücken

Reise mit den Schiffen wird zu den größten Urlaubserlebnissen. Aus einem Heringsdorfer Badeprospekt ist folgende Beschreibung zu lesen:

„ Die Reise bis Stettin per Bahn und von da mit den herrlichen Schnelldampfern zählt zu den interessantesten Schiffahrten unseres Vaterlandes. Das Leben in dem mächtig aufstrebenden Stettiner Hafen hat für den Binnenländer einen gewaltigen Reiz. Das Schiff passiert die großen Schiffswerften. Nach einstündiger Fahrt treten die Ufer zurück und es öffnet sich das weite Becken des Stettiner Haffs. Durch die Kaiserfahrt gelangt man nach knapp dreistündiger Reise nach Swinemünde und durch die Molen in die offene See. Am Strand zur Linken zeigen sich zunächst die hellschimmernden Häuser Ahlbecks, nordwestlich davon, aus dem Waldesgrün hervorlugend, bietet sich das liebliche Heringsdorf den Blicken dar. Der Dampfer legt an der Kaiser-Wilhelm-Brücke an, so daß die Reisenden, ohne ein schwankendes Boot benutzen zu müssen, das Land erreichen. Das große Gepäck wird direkt zur Gepäckabfertigung , die sich links am Ausgang der Brücke befindet, befördert und kann sofort auf die dort haltenden Droschken verladen oder später abgeholt werden....“

Voraussetzungen für Seebrücken

1871 - Reichsgründung - Französische Kriegskontributionen - „Gründerjahre“

Kaiser Wilhelm II. übernahm 1888 den Thron. - gute wirtschaftliche Entwicklung - Zeit zum Vergnügen und Erholung - Flotten andere Länder besuchen Swinemünde - erste Seebrücken voller schaulustiger und promenierender Menschen

Zum Anlegen der Dampfer werden Seebrücken errichtet. Bevor die Seebrücken vorhanden waren, wurden die Gäste "ausgebootet". Das heißt umsteigen in kleinere Boote, um an Land zu kommen.

Um 1890 beginnt ein Bauboom auf den Inseln Usedom und Wollin

Gästezahlen steigen - Einwohnerzahlen steigen

Fischerei geht zurück – Tourismus steigt

Dem Straßenbau folgt die Eisenbahn

1863 Eisenbahn:

  • Anklam - Züssow - Stralsund
  • Züssow – Wolgast

1876 Eisenbahn:

  • Ducherow – Karnin – Usedom – Swinemünde (eingleisig)

1908 Strecke zweigleisig 1894 Eisenbahn:

  • Swinemünde – Heringsdorf

1886 Umsteigen in Karnin - mit Dampfschiff zum Anleger nach Zinnowitz – Achterwasser

Wasserweg aber noch bequem. Mit Dampf betriebene Schiffe – „Kronprinzessin Elisabeth“ 1826-1846 jährlich 3000 Passagiere!

Stettin hat sich gut entwickelt – zweitgrößter Hafen – nach Hamburg. Drittgrößte deutsche Hafenstadt Swinemünde – Militärhafen und Seedienst nach Ostpreußen 1829 Molenbau abgeschlossen –

Leichterhafen – geleichtert fahren nach Stettin (wegen Tiefgang)

1855 – Leuchtturm Greifswalder Oie erbaut 1859 – Leuchtturm Ostswine erbaut

1875-1889 Bau der „Kaiserfahrt“ (12 km Kanal – 10 m Tiefgang) – kürzere Fahrzeiten

1865 – Gründung der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Kiel

  • 1882 Gruppe in Zinnowitz aufgebaut
  • 1893 Gruppe in Heringsdorf aufgebaut

Bäderschiffe – Lebensader der Seebrücken

Reedereien sorgen für Anlegesteg – um mehr Passagiere zu gewinnen.

1843 – entsteht die Stettin-Swinemünder Dampfschifffahrtgesellschaft

1853 – entsteht der Stettin-Swinemünder Dampfschifffahrtsverein

Reederei Bräunlich – Stettin lässt Schiffe bauen: Für Passagiere, aber auch Fracht und Schleppdampfer zur Auslastung. Unter den Namen: Divenow, Princen Royal Viktoria, Misdroy, Wolliner Greif, Wilhelm, Haff, Falke

Die Stettiner Dampfergesellschaft stellt - ODIN 1902 und HERTA 1905 in Dienst, da die Gästezahlen steigen.

1995 – Die Insel- und Hallig Reederei – jetzt „Adler“ übernimmt Seebrückenverkehr von den Brücken: Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow und Zinnowitz


Material der Seebrücken

1835 baut Misdroy / Insel Wollin drei hölzerne Badeanstalten (Misdroy ist großer Holzumschlag und -handelsplatz)

Holz als erster Baustoff – Erkenntnisse durch Erfahrung, wie gebaut werden muss. Es entstehen „Wunder aus Holz“, es sind bautechnische Meisterleistungen!


1872 – schwerste Sturmflut im 19. Jahrhundert. Danach entstanden bessere und größere Badeanstalten auf den Inseln

1911 neben der alten Seebrücke in Swinemünde wurde neuer Schiffsanleger errichtet – Erster aus Beton

1913 schwere Sturmflut – großer Schaden – daraufhin Abriss der gesamten Anlage in Misdroy

Eisgang beschädigt die Brücken – kalte Winter an der Ostsee in den Jahren 1923, 1928 und 1942

Der II. Weltkrieg bringt große Einschnitte – Schiffe werden zu Kriegsdiensten eingezogen. Obwohl die Anlagen nicht bombardiert oder gesprengt werden, zerfallen sie, weil sie nicht gepflegt werden. Zum Ende des Krieges von den Seebrücken noch Rückzug der Wehrmacht mit Schiffen.

Zu DDR Zeiten anfangs keine finanziellen Möglichkeiten zum Wiederaufbau, nach dem Mauerbau 1961 politisch nicht mehr gewollt, da im Grenzbereich der Ostsee.

Nach der Einheit Deutschlands 1990 – Wiedererstehen der Seebrücken an der Ostseeküste, besonders der Inseln Usedom und Rügen, mit Förderprogramm des Landes für den Tourismus.

Bis 1994 - 53 Millionen DM Fördermittel durch das Land MV-P.

Kleinere Brücken nur bis Windstärke 4 anfahrbar, anfällig bei starkem Wellengang und Eis. Ausnahme die Heringsdorfer Brücke.

Seebäder auf Usedom

Swinemünde

1824 erste Badedirektion auf der Insel Usedom

1869 eine 84m lange Strandhalle aus Holz mit Türmchen errichtet

Hat den Hafen – braucht keinen Schiffsanleger - Seebrücke ist nur Prestigeobjekt – 100m Bootsanleger für Segler und kleine Motorboote. 1898 geweiht mit 2 größeren Türmen als Aussichtsplattform.

Gäste:

  • 1890 – 4.933
  • 1905 - 32.928

1911 neben der alten Seebrücke neuen Schiffsanleger errichtet – erster aus Beton

Heute Anlegen der „Adler“ Schiffe im Stadthafen mit politischen Problemen.

Ahlbeck

Ahlbeck

Das Seebrückengebäude – einzige historische Bauwerk dieser Art an der Ostseeküste von MVP erhalten geblieben.

1852 Erste Badegäste – Kinder des Gutspächters Holtz aus Stolpe / Usedom

1882 Ahlbeck wird eine Gemeinde (königlich und adlig)

1891 Erster Seesteg

Eine erste Aussichtsplattform (1882 erbaut) wird abgelöst durch eine Seebrücke mit Aufbauten.

1896-1898 29.05. (Pfingsten) Einweihung ersten 4 hölzernen Türme, die auf die Plattform aufgebracht wurden. Später wurde diese mit einem 300 m langer Landesteg erweitert.

1908 amtliche Benennung als „Seebad Ahlbeck“

1998 – 100 Jahre Feierlichkeiten

Restaurant – hatte 2 gegenüberliegende Aufbauten. Der westliche Teil hatte den Ausschank und einen „Keller“ Holzkasten als Getränke – Lagerung. Der östliche Teil bildete eine große Freilichtbühne (nach vorn geöffnet und überdacht). Beiderseits Umkleideräume für die Künstler.

Auf der Freifläche standen Tische und Stühle. Die Abgrenzung geschah mit den vier quadratischen Türmen. Es war noch kein Schiffsanleger! Wahrscheinlich wurden die Gäste mit kleineren Booten vom und an das Schiff gebracht (ausbooten).

Ein seitlicher Bootsanleger wurde angebaut, später ein 200–300m langer Anleger. Mit der Zeit erfolgten weitere Umbauten, erst mit Plane überdacht, dann ab

1935 ein verbindendes festes Dach. Grünlich gestrichener 250m Landungssteg.

1941/42 vom Eis zerstört

1952 der Saal auf der Seebrücke wird wiedereröffnet, Tanzveranstaltungen, Amateursängerwettstreit.

Von 1970 an Rekonstruktion, Stahlträger, Beton, Erneuerung des Unterbaues – DENKMALSCHUTZ

1986 gesamte Aufbauten erneuert. Für Loriots Film (ca. 1990) „Papa ante portas“ wurde es weiß gestrichen.

Nach der Wende wurde von der Gemeinde ein Pächter für die Brücke gesucht – Pachtvertrag für 25 Jahre mit „Tom Dooley“ aus Bosten, USA – Er hat nichts verändert, Ärger mit der Gemeinde, Gemeinde baut selbst den neuen Bootsanleger mit Fördermitteln des Landes. Der Streit kam in die Medien, brachte am Ende Werbung für Ahlbeck.

1993 Eröffnung 10.07. neuer Landungssteg – 280m lang, 3m breit

1997 Titel Seeheilbad

Heringsdorf

Heringsdorf

1878 ein rechteckiges Bauwerk aus Holz ohne Aufbauten – für kleinere Boote, die die Personen zum Dampfer brachten.

1879 Seebad

1891 Grundsteinlegung für Brück, zu Baubeginn vom Kaiser schon den Namen erhalten

1893 erbaut und war bis 1946 erhalten – „Kaiser Wilhelm Brücke“ mit Gesamtlänge 500m. Die Eingangszone lag auf dem Strand. Vor dem Anleger wurden Wellenbrecher eingerammt. Nach der Eingangszone befand sich noch ein hallenartigen Bau für die Abfertigung der Passagiere. Der Eingangsbereich war kunstvoll mit Holzblenden und Türmen verziert. Es gab Abo – Karten zum Betreten der Brücke für den Sommer für 2 Mark oder zum einmaligen Betreten von 10 Pfennig. Boote hatten 4, 6 oder 10 Mark Anlegegebühr je nach Größe zu zahlen. Beim Ein- oder Ausladen musste pro 50kg - 10 Pfg. bezahlt werden, außer Passagiergepäck.

1900 im Sommer brachen Brückenteile unter der Last der Wartenden ein – einige stürzten ins Meer, aber alle kamen mit dem Schrecken davon.

1902 ein seitlicher Anbau zum Anlegen von Motorbooten.

1910 im Mai brach durch einen Kurzschluss in der Wohnung des Brückenwärters ein Feuer aus. Die rechte Seite des Holzbauwerkes mit dem Musikpavillon brannte ab. Die Anlegestelle war nicht nutzbar und musste schnell repariert werden – bis zum Saisonbeginn am 20. Juni.

1946 Schaden am Brückenkopf und Restaurant durch Lagerfeuer russischer Wachsoldaten

1958 Brandstiftung vernichtete prachtvollen Reste der Seebrücke

1995 Pfingsten neue Brücke eingeweiht 508m lang – 50 m östlich von der alten Brücke entfernt. Für 27 Millionen DM ohne Fördermittel – durch private Investition von Beac Immobilien-Gesellschaft errichtet.

22 Geschäfte, 19 Ferienwohnungen, Kino

Am Brückenkopf Gasstätte, Windschutzscheiben auf dem Brückensteg

2010 Umbau der Mittelplattform - weitere Geschäfte

2015 verkauft an einen Fond deutscher Versicherungsgesellschaften

Es ist jetzt auch prachtvollste Seebrücke der Ostseeküste und ist die längste Seebrücke Kontinentaleuropas.

Planung – Seehafen am Kopfende

Bansin

Bansin

1897 Ortsteil als Seebad errichtet

Seit 1901 selbständige Gemeinde

nach 1905 Seebrücke gebaut ohne Aufbauten

Brücke sehr hoch über dem Wasser – in der Mitte zwei Teilstücke als Brücke mit Bogen ausgebaut

1994 am 11.03. neue Brücke Einweihung 285 m lang – an gleicher Stelle

1997 Titel Seeheilbad erhalten

Ückeritz

Ückeritz

1270 Ersterwähnung

1893 erste Badegäste, einfacher Anleger

1925 auf den Fotos noch keine Brücke

1996 Titel Seebad


Loddin

Loddin

1270 Ersterwähnung Kölpinsee (seit 1910 Ortsteil von Loddin)

1895 erste Häuser entstanden

nach 1911 Seebrücke gebaut als einfacher Anleger ohne Aufbauten nach 1945 erfolgte kein Neubau

1996 Titel Seebad Loddin mit den OT Kölpinsee und Stubbenfelde

Koserow

Koserow

1347 Ersterwähnung

1846 erste Badegäste

erst einfacher Anleger 1928 Umgestaltung der Seebrücke

1941/42 Seebrücke durch Eis und Seegang zerstört

1993 Neue Seebrücke eingeweiht – 261m lang, 2,50m breit, Wassertiefe am Brückenkopf 3,50m. Für Rettungsschwimmer ein Turm angebaut.

1996 Titel Seebad

2019/2020 Abriss der alten baufälligen Seebrücke.

2021 Einweihung der neuen Seebrücke. Sie ist 280 m lang, 3,50 m breit, ruht auf 67 Gründungspfählen und an ihrem Ende befindet sich eine Veranstaltungsplattform und ein 8m hoher Glockenturm (Vinetaglocke). Die Brücke verläuft in drei Bögen und nicht gerade. Kosten über 7 Millionen €.

Zempin

2008 - 100 Jahre Seebad

Zempin

1571 Ersterwähnung

1930 bis 1945 Seebrücke - einfacher Anleger ohne Aufbauten erbaut von den Gebrüdern Wittmiß aus Göhren / Insel Rügen

Sie waren Eigner mehrere kleinere Dampfer. 1934 Seebrücke auf der Titelseite der Werbung

1996 Titel Seebad

Karlshagen

Karlshagen

1829 als Fischerkolonie gegründet – Erholungsort seit 1997

1837 Namensgebung nach Karl Triest

1885 erste Badegäste

Seesteg 100m lang und 2,50m breit nach dem II. Weltkrieg nicht wiedererrichtet.

1997 Oktober Titel „Erholungsort“ verliehen.

2001 Titel Seebad erhalten

Trassenheide

Trasenheide

1995 am 15.03. Anerkennung staatlicher Erholungsort.

1997 im Oktober Titel Seebad erhalten

Zinnowitz

Zinnowitz

1309 Ersterwähnung

1851 Badeerlaubnis

1886 Landungsbrücke in der Störlanke am Achterwasser (heute „Flicka“)

1890 Seebrücke

1895 verkauft der Fiskus Forstbestand in Strandnähe – Baumöglichkeit

1909 Verlängerung auf 500m – „Vineta – Brücke“

1993 - 14.05 Grundsteinlegung für neue Brücke – 315 m lang –„Vineta – Brücke“ aus Beton – Stahlkonstruktion mit Holzbelag.


Die Anreise erfolgte mit Dampfer oder Eisenbahn

Dampfer

Lassan. So berichtete die „Stralsundische Zeitung“ vom 5. Mai 1896 gleich von zwei verschiedenen Verkehrsmitteln in einem Beitrag. „Der Dampfer ,Fortschritt’, der Usedomer Dampfschifffahrt=Gesellschaft gehörig, hat jetzt wieder seine regelmäßigen Fahrten zwischen Stettin und dem Badeorte Zinnowitz aufgenommen. Am Donnerstag jeder Woche bietet er auch für die Bewohner Lassans und Umgebung eine bequeme Verbindung mit Zinnowitz und Usedom, da er an diesem Tage Morgens 9 Uhr, am hiesigen Bollwerk anlegt und Abends 6 Uhr hierher und nach Usedom zurückkehrt.“

Schiffslinien über die Ostsee im Jahr 1926

Dampfer auf Ostseelinien

Interessante Informationen sind auch unter Die Braeunlich Reederei zu finden.
Fahrpläne 1930 und 1937

Eisenbahn u. Luftfahrt


Weitere Informationen sind unter: „Fähren und Brücken Usedom“ zu finden.

Literatur Entwicklung bis 1912

Anfänge des Badewesens

Von den Anfängen der Seebäder in der Inselmitte

Wenn ein Ort eine Genehmigung erhielt ein Seebad zu eröffnen, musste sie oder die Betreiber als erste Investition ein Badehaus auf dem Strand errichten. Oft wurden diese Häuser, die auf Pfählen aus Holz errichtet wurden, Opfer von Stürmen. So berichtet der Lehrer Carl Koch, Koserow, dass die 1851 erbauten Badehütten bis auf den letzten Stumpf fortgerissen wurden und viele der Mut verließ weiter für ein Seebad zu wirken. Aber in allen Seebädern entlang unserer Küste fanden sich Menschen, die sich immer wieder dafür einsetzten, um eine neue Erwerbsquelle zu erschließen.

Man errichtete weit getrennt voneinander das Damen- und das Herrenbad, vorher gab es die Badekarren. Jahre später gab es dann das Familienbad. Die Entwicklung ging weiter. Es kamen dann die Badehütten, die Strandkörbe und heute die zusammenfaltbaren Strandmuscheln, um seinen Badeplatz zu dokumentieren, es sich bequem zu machen und die Sachen abzulegen.

Das Badeleben am Strand können wir uns nicht anders als so frei und ungezwungen vorstellen, wie wir es heute kennen. Aber wie war es vor über hundert Jahren in der Anfangszeit des Badebetriebes? Eine ansprechende Beschreibung liefert uns der Lehrer Carl Koch aus Koserow, der das „Seebad Coserow“ in seinen Anfängen in seinem Buch aus dem Jahre 1867 schildert:

„...Die Badeplätze sind durch eine entsprechende Entfernung, so wie es der Anstand erheischt, getrennt, und um Unglücksfälle, die durch zu weites Hineingehen in die See entstehen könnten, zu verhüten, mit Pfählen ausgeprickt, zugleich für Schwächliche noch Stricke zum Halten angebracht. In den von Brettern errichteten, verschließbaren Badehütten, die Vormittags, während der gewöhnlichen Badestunden geöffnet stehen, kleidet man sich aus und an. Ein kleiner Sitz, Tisch und Spiegel, ein Stiefelknecht, eine Waschwanne und ein Riechel zum Aufhängen der Kleider sind das Geräthe dieser kleinen Gebäude. Der Bademeister im Herrenbade und die Badefrau im Damenbade haben die Bedienung zu verrichten, die Badewäsche zu trocknen und aufzubewahren, solchen aber, die nicht damit versehen sind, Wäsche gegen eine mäßige Taxe zu vermiethen.

Am besten und jedenfalls am billigsten wird man dabei fortkommen, wenn man sich die Badewäsche selber hält, die aus einem weiten wollenen Bademantel und einigen groben Handtüchern besteht, deren raues Gewebe die wohlthätige Reaction sehr befördert. Manche erfahrene Hydropathen bringen auch große leinene Tücher mit, die nicht wenig zum Comfort des Bades beitragen. Der Bademantel, gefertigt aus groben Flanell, ohne Aermel, den man sich nach dem Auskleiden und wenn man aus dem Wasser kommt, überwirft, muß so weit und faltig sein, daß er vorne weit übergeschlagen werden kann. Am Hals muß er mit einem großen Knopfe, nicht mit Bändern zugemacht werden können. In Ermangelung eines Bademantels bedient man sich statt dessen auch wohl eines leinen Lakens. Das Baden in Kleidern ist durchaus schädlich, vermindert den Wellenschlag, verhindert ein schnelles Abtrocknen und Ankleiden und giebt sehr leicht zu Erkältungen Anlaß.

Gewiß geschieht kein Verstoß gegen die Sittlichkeit, wenn Männer von Männern, Frauen von Frauen beim Baden, wo jeder mit sich selbst und den Wellen zu beschäftigt ist, als daß er nach Anderen zu schauen Zeit und Lust hätte, Kopf und Schultern zu sehen bekommen, denn der übrige Körper ist vom Wasser bedeckt. Es hat weit mehr Annehmlichkeiten, sich frei und ungehindert in dem Ocean bewegen zu können, und die züchtigsten Frauen haben bald nachdem sie andere Damen auf diese Weise baden sahen, keinen Anstoß darin gefunden, sich ganz entkleidet der See hinzugeben.

Ein buntes Leben und Treiben entfaltet sich in den Vormittagsstunden auf den Badeplätzen. Hier wird eine junge Anfängerin von der Badefrau in die See getragen und trotz ihres ängstlichen Hilferufens unbarmherzig geduckt. Ehe sie die Zeit hat sich von dem verschluckten Salzwasser zu erholen und das in der Nase befindliche Wasser auszuschnaufen, kommt schon eine zweite Welle und eine dritte. Man bedaure sie nicht, denn der erste Schreck ist vielleicht überwunden, und morgen wird sie dann kaum die Badezeit abwarten können.

Auch das erbärmlich schreiende Kind beklage man nicht, welches die Badefrau am Arm fasst und durch freundliches Zureden der salzigen See entgegenführt. Es schlägt mit Händen und Füßen um sich und will zur Mutter zurück, die am Ufer steht und von da aus die ganze wichtige Operation leitet; vergebens, denn der Arzt hat es befohlen. ..... Dort sieht man einen munteren Kreis junger Mädchen in übersprudelnder Lebenslust Nixen und Tritonentänze aufführen.....

Für die Benutzung des Badeapparates und seine Bequemlichkeiten, für die Dienste des Bademeisters oder der Badefrau zahlt man an die Badekasse für ein einzelnes Bad den mäßigen Preis von 1 ½ Sgr.

Will indeß Jemand die Badeanstalt nicht benutzen und wohlfeiler und einfacher baden, der steckt sich ein Handtuch in die Tasche, geht etwas weiter, östlich am Strande hinaus, benutzt den Strand als Toilettenzimmer und zahlt dafür – nichts.“ Diese Art hat sich, wie wir sehen dann durchgesetzt. Die Ansichtskarten zeigen leider nur die äußere Ansicht der Badehäuser. So ein Badehaus war aber auch immer ein beliebter Fotohintergrund. Es gibt unzähliger Erinnerungsfotos auf den Treppen der Badehäuser.

In dem Büchlein ist vieles festgehalten, was sonst längst in Vergessenheit geraten wäre. So werden Verbindungen gesucht und dargelegt, wie Kulthandlungen aus der vorchristlichen Zeit in der christlichen Zeit Wandlungen unterworfen wurden.

„ ..Im Heidentum brachten die Menschen eine Gabe dem Gewässer freiwillig dar. Als die Franken im Jahre 539 den Po überschritten, opferten sie dem Wasser dieses Flusses die Weiber und Kinder der Kriegsgefangenen. Die Alemannen brachten an den Strudeln der Flüsse Pferdeopfer dar.

In der Schweiz pflegt man noch heute den Seen, Brunnen und Quellen an bestimmten Tagen Brot, Früchte und Blumen darzubringen. In ähnlicher Weise pflegen die Badegäste im Seebad Kolberg noch bis in die neuere Zeit hinein beim ersten und letzten Bad Blumen ins Meer zu werfen.

Kinder boten am Ufer zu diesem Zwecke kleine Sträußchen feil. In Swinemünde pflegten früher die in der See badenden Frauen, wenn sie das letzte Bad genommen hatten, einen Kranz ins Meer zu werfen; nahm die See ihn mit fort, so war das ein Beweis, dass das Leiden nicht wiederkehrte.....“

Amtsspeigel 03/2004

Strandkorb Entwicklung


Rettungsschwimmer

zum Bild Heinz Kleinschmidt: Links: Heinz Kleinschmidt (Berlin) 30 Jahre leitender Schwimmmeister in Zempin mit Wolfgang Eckert (Dresden) rechts: Rettungsschwimmer (1965- 1970) in Zempin, davor hockend: Günter Kleinschmidt.


Antisemitismus in deutschen Nord- und Ostseebädern 1920–1935

Zur Einstellung zu Juden:

Eine Zusammenstellung mit Daten von Michael Wildt

Antisemitimus 1920 - 1935


Leuchttürme / Leuchtfeuer

Seezeichen

Zur Orientierung der Seefahrer

An Küsten – Sandbänken, Riffen Hafeneinfahrten engen Fahrstraßen

früher: Kirchturmspitzen, Bergkuppen, auch Bäume

Seit 1982 internationale Regelungen
SEEZEICHEN sind durch FORM und FARBE eindeutig zu unterscheiden
LICHTSIGNALE
RADARWORTBAKEN (mit Morsecode)

Man unterscheidet:

TAGSEEZEICHEN – NACHTSEEZEICHEN und NEBELSEEZEICHEN
TAGSEEZEICHEN
Leuchttürme,
rot gestrichenen Feuerschiffe,
feste Seezeichen
NACHTSEEZEICHEN
Leuchtfeuer,
Feuerschiffe,
Leuchtbojen
NEBELZEICHEN

Nebelhorn (von Bord eines Schiffes oder stationär an einem Hindernis) Nebelboje mit Lichtsignallaterne bei Nebel – wird bei Konvoifahrt von einem Schiff ausgesetzt, damit das nachfolgende nicht auffährt.

LEUCHTTÜRME

Im Mittelmeerraum schon vor Christus Seehandel und auch Leuchtfeuer


Greifswalder Oie

Siehe Greifswalder Oie

Swinemünde

Swinemünde – Leuchtturm

1805 – am Kopf des Ostpackwerkes (Vorgänger der Ostmole) Leuchtbude aus Brettern und Spiegeln

1814 stranden bei Sturm 10 Segelschiffe vor der Einfahrt!

1818 – Beginn des Molenbaues (beide Seiten) – östliche Seite ca, 1500 m ins Meer.

1828 – darauf eine 12 m hohe Laternenbake – 5 oder 6 Hohlspiegeln mit je einer Lichtquelle im Halbkreis. Lampen wurden mit Rüb- oder Rapsöl betrieben. – Sichtweite ca. 15 km!

1854 Beginn des Bau eines achteckigen Leuchtturmes am Ostufer der Swine unter Leitung des Berliner Oberbaurat Severin

1.12.1857 – Probebetrieb, 1.1.1859 – Inbetriebnahme

Höhe: fast 70 m, Durchmesser ca. 7 m, Wandstärke – 1 ½ Meter, Leuchtweite ca. 40 km! Kosten: 60.000 Taler 300 Stufen

Betrieben mit Rapsöl – nur unbewegliche Lampe! Flammenhöhe und Docht mussten überwacht werden – Docht nachstellen (wie bei Petroleumlampen), täglich mussten 16 kg Öl hinaufgeschafft werden!

Gürtellinse – Durchmesser fast 2 Meter

Westmole – 1020 m - Mühlenbake 1873 / 74 errichtet

Umbauten:

1902 / 03 neu ummauert mit hartgebrannten Steinen – wird rund! Unterbrochenes Feuer – 4 Sek. brennen – 1 Sek. dunkel – durch Einbau von Blenden – Drehung durch Mechanik, wie an einer Pendeluhr. Seil lief in der Mitte des Turmes in ganzer Länge – für eine Nacht –

Nach 1920 elektrischer Anschluss – Glühbirne (4200 W) mit Ersatzbirne in Kipprichtung und Motor für Umdrehungen der Blenden eingearbeitet. Technisierung lässt den Beruf des Leuchtturmwärters wegfallen.

1945 durch Bomben nur beschädigt. 1959 Bauschäden beseitigt.

1997 vollständige Instandsetzung – hohe Kosten


Kap Arkona