Mönchhagen: SBZ und DDR bis 1990

Aus Ortschroniken
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hier entsteht die Chronik des Dorfes Mönchhagen, aufgeteilt nach Epochen in mehrere einzelne Artikel. Hier sehen Sie den Artikel zu Mönchhagen in SBZ und DDR bis 1990.

Da sich auch zu bereits fertigen Teilen immer wieder neue Aspekte ergeben sowie auch Fehler entdeckt werden können, ist zu empfehlen, beim Arbeiten mit dieser Chronik sich jeweils unter dem Reiter „Versionsgeschichte“ das Veröffentlichungsdatum und ggf. die Kommentare zur Bearbeitung anzusehen.

Umgekehrt können Sie Hinweise gern unter dem Reiter „Diskussion“ als Diskussionsbeitrag eintragen oder (besser) direkt an meine E-Mail-Adresse senden:

ortschronik-moenchhagen@wissenstexte.de

Eine Dorfchronik von diesem Umfang ist niemals eine Arbeit nur einer Person – mein Dank gilt allen, die mir mit Text- und Bildmaterial oder mündlichen Informationen weitergeholfen haben.

Mönchhagens Bürgermeister zu DDR-Zeiten

Dieses Kleinkraftrad vom Typ "Schwalbe" des VEB Simson schaffte der Rat der Gemeinde Mönchhagen im Mai 1969 an. Die ursprüngliche Farbe ist mit Grau in den Papieren angegeben. Es diente dem Bürgermeister als Dienstfahrzeug, bis die Gemeinde im Januar 1978 das Kleinkraftrad an einen Mönchhäger Einwohner verkaufte. Es ist heute noch im Besitz dieser Familie. Foto: privat
Die Bürgermeisterei befand sich zu DDR-Zeiten in dem Gebäude an der B105, das heute in Privatbesitz und ist und nur noch eine Ruine ist. Auf ihrem Dach befand sich eine der beiden Sirenen. Vor dem 2. Weltkrieg war es das Wohngebäude des Erbpachthofes Nr. 9. Foto: privat

Der erste Bürgermeister nach Kriegsende war Karl Qualmann. Er wurde aber nach 23 Tagen aus politischen Gründen seines Amtes enthoben. Danach wurden Wilhelm Schwerin und Franz Kowalikowski aus ähnlichen Gründen nach jeweils einer Woche abgelöst. Die folgenden Bürgermeister hielten sich länger in ihrem Amt. Das waren bis 1989:

  • Kölzow,
  • Wurgul,
  • Lindemann,
  • Kraker,
  • Henning,
  • Frau Krack,
  • Schiewek,
  • Thieme,
  • Sass.

Eine Zeit lang befand sich die Bürgermeisterei im Haus neben der Schmiede. Zu diesem Zweck hatte man eine Telefonleitung dorthin gelegt.

Bestand der Landwirtschaft nach dem Krieg

Der Holzplatz der Sägerei Lange, 1958. Die Sägerei lag an der Kreuzung Dorfstraße/B105, wenn man von Rostock kommt, auf der rechten Seite vor der Kreuzung. Foto: privat

Großbauern mit einem Besitz von mehr als 100 Hektar gab es in Mönchhagen nicht. Die acht größten Bauern hatten alle im Schnitt eine Fläche um die 50 ha, maximal 60 ha. Deshalb gab es im Sinne der Bodenreform keine Enteignungen. Bis zu den Enteignungen aus politischen Gründen bewirtschafteten 19 Bauern eine Nutzfläche von insgesamt 672,42 ha. 270 ha wurden an 41 Neusiedler und landarme Bauern vergeben. Im Rahmen des Neubauernhilfsprogramms wurden auch in Mönchhagen einige Neubauernhäuser gebaut. Die Bevölkerung war durch die Flüchtlinge von ca. 300 auf 900 gestiegen. Eine andere Quelle spricht sogar von einem Anstieg der Einwohnerzahl von 480 auf 1300 Einwohner. Es war sicherlich keine leichte Aufgabe, diese Leute erst einmal unterzubringen.

Die Angaben zu den Viehbeständen von 1945 und 1946 müssen aber angezweifelt werden, weil viele Bürger aus Angst vor Plünderungen oder Enteignungen falsche Angaben machten und ihr Vieh versteckten.

Die Bäuerliche Handelsgenossenschaft

Die Bäuerliche Handelsgenossenschaft der DDR (Abk.: BHG) ging hervor aus den Mitte des 19. Jh gegründeten landwirtschaftlichen Genossenschaften. Deren Dachorganisation war der Reichsverband deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften – Raiffeisen e. V., benannt nach dem (Mit-)Begründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Bereits Ende der 1940er Jahre gründeten sich Vereinigungen der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB), die sich 1950 mit den BHG zusammenschloss zur VdgB/BHG.

Aufgabe der Genossenschaft war es, Landbevölkerung und landwirtschaftliche Betriebe mit allem zu versorgen, was sie in Hof und Garten brauchten – Werkzeuge, Saatgut, Düngemittel, Futtermittel. Gezahlt wurde bargeldlos, man hatte ein Konto bei der VdgB/GHB und konnte auch Kredite dort aufnehmen.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse von Privatpersonen (Eier der eigenen Hühner, nicht selbst benötigte Ernte aus dem Garten) wurden vom Volkseigenen Erfassungs- und Aufkaufbetrieb (VEAB) aufgekauft.

Gründung einer SED-Ortsgruppe

1946 wurde auch in Mönchhagen eine Ortsgruppe der SED gegründet. Etwa 60 SPD-Mitglieder und etwa 40 KPD-Mitglieder schlossen sich zur neuen Partei zusammen. Da es in Mönchhagen bis dahin nur eine 10-köpfige SPD-Gruppe gegeben hatte, wurde die neue Partei zu etwa 90 % aus Flüchtlingen gegründet.

Die LPGen in Mönchhagen

Im Jahre 1953 begann in Mönchhagen mit der Gründung der LPG TYP III „Motor“ die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft. Diese LPG war eine der ersten im Bezirk Rostock. Sie wurde aus fünf ehemaligen Einzelwirtschaften und sieben dort beschäftigten Landarbeitern gebildet.

Viele Bauern standen dieser neuen Genossenschaftsform misstrauisch gegenüber und verhielten sich abwartend. Daher waren damals Bürger tätig, um über die Gründung von LPG aufzuklären und dafür zu werben. Im Herbst 1959 wurde eine weitere LPG in Mönchhagen gegründet. Es war die LPG TYP I „Weltfrieden“.

1960 traten die letzten vier Einzelbauern der LPG „Weltfrieden“ bei. Diese bildeten jedoch durch einen Vollversammlungsbeschluss vom 1. 3.1960 eine getrennte Brigade, die Brigade 2. Die anderen Mitglieder bildeten die Brigade 1. Im Herbst 1960 traten mit einer Ausnahme alle Mitglieder der Brigade 1 zur LPG TYP III „Motor“ über. Nur einer schloss sich der Brigade 2 an, die den Namen „Weltfrieden“ weiter führte. 1969 schloss sich diese LPG dann auch an die LPG TYP III „Motor“ an. Für viele Mitglieder gab es bei der Wahl der LPG-Typen große Bedenken bezüglich ihres ehemaligen Eigentums. Wer sich für eine LPG vom TYP III entschied, gab seine Ländereien und seine Viehbestände in das Genossenschaftseigentum. Wer sich für eine LPG TYP I entschied, gab seine Ländereien in die Genossenschaft, behielt aber seine Viehbestände.

1975 spezialisierte sich die Mönchhäger LPG auf die Tierproduktion, die Klein Kussewitzer LPG dagegen auf die Pflanzenproduktion. Durch diese Spezialisierung gehörten zur LPG Mönchhagen bis zur Wiedervereinigung Deutschlands die Tierbestände in Mönchhagen, Groß Kussewitz, Klein Kussewitz, Volkenshagen, Behnkenhagen, Oberhagen und Purkshof.

Heidekrug und Häschendorf

1960 wurde der Ortsteil Heidekrug, der vorher zu Kussewitz gehört hatte, Mönchhagen angegliedert. Seit 1970 gehört auch Häschendorf zur Gemeinde Mönchhagen.

Baumaßnahmen während der DDR-Zeit

In der Zeit der DDR gab es eine ganze Reihe von Maßnahmen, die sich spürbar auf die Lebensqualität der Bevölkerung auswirkten. 1958 wurde durch NAW-Arbeit (Nationales Aufbauwerk; eine freiwillige Masseninitiative in der DDR, später in VMI, Volkswirtschaftliche Masseninitiative, umbenannt) die alte Scheune an der Ortskreuzung zum Kulturraum umgebaut. 1962 fand dort ein weiterer Umbau statt. 1964 wurde im Oberdorf ein Pumpenhaus gebaut und bis zur alten Schule (heute Kindergarten) eine Wasserleitung gelegt, die 1974 bis zum „Stillen Frieden“ erweitert wurde. 1965 erfolgte der Umbau der Sägerei Lange zum Verkehrsbauhof, welcher 1980 an die Gemeinde übergeben wurde. Am 14. 9. 1966 erfolgte die Grundsteinlegung für den gemeindeeigenen 21-WE-Block. 1968 erhielt Mönchhagen eine Straßenbeleuchtung bis zum Kindergarten, die 1975 bis zum „Stillen Frieden“ erweitert wurde. 1969 entstanden die kommunale Küche und die Gaststätte „Zum Anger“. 1975 erhielten die Straßen in Mönchhagen und Häschendorf einen Schwarzdeckenbelag im Wert von 750_000 Mark. Außerdem wurde 1975 durch NAW-Stunden die Konsumverkaufsstelle im Unterdorf geschaffen. 1976 erfolgten Erweiterungsbaumaßnahmen im Kindergarten mit Einbau einer Zentralheizung für die Kinderkrippe und die alte Schule (heute Kindergarten). Im August 1983 begannen im ehemaligen Verkehrsbauhof die Baumaßnahmen, um hier eine neue Gemeindeschwesternstation, Sparkasse und Poststelle zu schaffen. Seit 1975 gelang es Mönchhagen, den damaligen Titel einer „Gemeinde der vorbildlichen Ordnung und Sicherheit“ stets erfolgreich zu verteidigen. 1982 wurde die Freiwillige Feuerwehr Mönchhagen, die sich 1976 durch NAW-Arbeit ihr Gerätehaus ausbaute, mit dem Titel „Vorbildliche Feuerwehr“ ausgezeichnet. 1982 zählte Mönchhagen einschließlich Häschendorf 222 Haushalte mit 668 Einwohnern.

Das Leben in der Gemeinde ging bis zur Wende 1989 weiter seinen gewohnten „Sozialistischen Gang“. Wesentliche Beschlüsse wurden „Oben“ gefasst und sollten an der Basis verwirklicht werden.

Weitere Ereignisse während der DDR-Zeit

Mönchhagen im Schneewinter 1978/79; Foto: privat


Die weitere Geschichte Mönchhagens

Um die Chronik Mönchhagens übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet: