Kirche Koserow auf der Insel Usedom: Unterschied zwischen den Versionen

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Zum Kirchspiel Koserow gehören die Orte * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Koserow KOSEROW], * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Zempin ZEMPIN], * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Loddin LODDIN] mit den OT Kölpinsee und Stubbenfelde und * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/%C3%9Cckeritz ÜCKERITZ]
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Zur [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Insel_Usedom#Koserow_Kirche Kirche Koserow] gehören die Orte * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Koserow KOSEROW], * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Zempin ZEMPIN], * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Loddin LODDIN] mit den OT Kölpinsee und Stubbenfelde und * [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/%C3%9Cckeritz ÜCKERITZ]
  
  
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1814 - (27.03.) – 1821 Heinrich Friedrich Ludwig MAHLENDORF nach Cartzig bei Naugardt versetzt.
 
1814 - (27.03.) – 1821 Heinrich Friedrich Ludwig MAHLENDORF nach Cartzig bei Naugardt versetzt.
  
1821 – 1827 Johann Wilhelm MEINHOLD nach Crummin,[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Wilhelm_Meinhold] 1844 nach Rehwinkel Synode Jacobshagen und starb 1852 in Charlottenburg.
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1821 – 1827 Johann [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Wilhelm_Meinhold Wilhelm MEINHOLD] nach [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Insel_Usedom#Krummin_Kirche Krummin], 1844 nach Rehwinkel Synode Jacobshagen und starb 1852 in Charlottenburg.
  
 
1828 - (09.03.) – 1832 Heinrich Theodor MAGDEBURG,  07.10. nach Caseburg versetzt.
 
1828 - (09.03.) – 1832 Heinrich Theodor MAGDEBURG,  07.10. nach Caseburg versetzt.

Aktuelle Version vom 11. September 2019, 22:42 Uhr

Kirche Koserow auf der Insel Usedom

weiterführende Bücher:

Kirche Koserow

Zur Kirche Koserow gehören die Orte * KOSEROW, * ZEMPIN, * LODDIN mit den OT Kölpinsee und Stubbenfelde und * ÜCKERITZ


Aus der handschriftlichen Kirchenchronik der Kirche Koserw von 1833 bis 1950:

Pastoren Pfarrer

bis 1662 Johann SCHWEIDLER

Joachim VOELKNER

1726 – 1744 Abraham SCHWEIDLER – starb 14.07.1746 – vor dem Altar begraben

1744 – 1758 Johann Bernhard JASTER vorher Verchen

1758 - (25.11.) – 1763 Seth Johann Nicolaus EHRLICH - nach Usedom versetzt

1763 – 1769 Johann Jacob GREGOROVIUS ein Preuße (predigte in polnisch,litauischer und deutscher Sprache) Er starb 12.04.1769 an Auszehrung.

1769 – 1807 C.H.TAMS Er starb 10.09.1807 infolge grausamer Behandlung.

1808 – 1814 Martin KLEDEHN versetzt nach Groß- Richow, Synode Collatz

1814 - (27.03.) – 1821 Heinrich Friedrich Ludwig MAHLENDORF nach Cartzig bei Naugardt versetzt.

1821 – 1827 Johann Wilhelm MEINHOLD nach Krummin, 1844 nach Rehwinkel Synode Jacobshagen und starb 1852 in Charlottenburg.

1828 - (09.03.) – 1832 Heinrich Theodor MAGDEBURG, 07.10. nach Caseburg versetzt.

1832 - (02.12.) – 1839 (01.07.) Paul Carl Albert JORDAN nach Marienthal bei Bahn versetzt.

1839 – 1844 Johann Christian HENCKEL geb. 24.01.1808 in Foigstedt bei Artern. Nach Greiffenberg a.R. versetzt.

1844 - (02.04.) – 1854 (01.05.) Ernst Gustav BERNHARD, geb. am 09.09.1812 in Zittau, kam von der Domschule Cammin. Er wird nach Pfluggrade bei Naugart in Hinterpommern versetzt.

1844 - (01.06.) – 1870 (01.05.) Franz Georg WANDEL geb. 05.03. 1823 in Stettin. Geht nach Polzin i.H:P: Gestorben am 30.10.1905 in Stettin.

1870 - (09.10.) KOPP aus Altwarp. Gestorben am 31.Oktober 1879 im Alter von 72 Jahren 6 Monaten und 26 Tagen.

1881 – 1894 Bernhard Franz Philipp von GAZA zuletzt Flemendorf bei Barth. Zu Michaelis 1894 verzog er nach Greifswald. (Meldung 1936 – am 24.April verunglückte durch einen Verkehrsunfall der Direktor der chirurgischen Uniklinik Rostock – Professor Dr. Wilhelm von GAZA, der in Koserow als Sohn des Pfarrers geboren war.)

1895 – 01.10. Max Ludwig TRAPP, geb. 16.03. 1861 zu Eisenberg Krs. Neustadt Gut Eichenberg. Er starb am 15.10.1901 an der Zuckerkrankheit, erst 40 Jahr 6 Monate alt. Er hinterlässt Frau und 3 kleinere Kinder.

1902 – 01.07. beginnt Dr. phil. Moritz Konstantin UHLIG , geb. 30.09.1857 in Flöha b. Chemnitz war vorher Militärgeistlicher. – bis 30.September 1910.

1911 – 01.07. beginnt Pastor DILLOW aus Ripdorf, geb. 24.09.1878 in Veldhausen.

1917 – Pastor Dillow, empfiehlt niemand als Junggeselle als Pastor hier her zu kommen, da man keine Gelegenheit hat eine gebildete Frau kenn zu lernen, die Wege nach Swinemünde oder Wolgast sind zu weit!

1918 – am 1. Mai verlässt Pastor DILLOW in Richtung Waldhausen Grafschaft Bentheim.

1918 – Am 23. Dezember kam Pastor P. Felix Gustav COULIN aus Libau im Kurland, Er ist am 1. Dezember 1879 in Libau geboren. hat in Dorpat studiert und ging nach dem Studium als Hilfsprediger nach Saratow an die Wolga. Seine erste eigene Pfarrstelle bekam er in Jagodnaja Poljana, wo Tochter Hilde, am 26.11.1907 geboren wurde. Später folgten noch 5 friedliche Jahre in Zarizyn, dem späteren Stalingrad, dann zog die Familie 1913 ins Baltikum zurück.

1921 – am 29. Mai fand die feierliche Einführung des Pastor COULINs in sein Amt statt, nachdem er endlich, nach 2 1/2 jähriger Arbeit Heimatrecht im deutschen Lande erhalten hat.

1930 – am 23.Februar feierte Pfarrer COULIN sein 25 jähriges Amtsjubiläum und am 1. März seine Silberhochzeit.

1945 – Palmsonntag – Pastor COULIN geht in Richtung Westen, flieht vor den Russen, da er Baltendeutscher, und in Russland geboren war. Er ist dann in Breklum b. Bredestedt.

1945 – 24. April Pfarrer Helmut GRAEBER beginnt. Er war Standortpfarrer des Heeres- und Luftwaffenstandortes Karlshagen - Peenemünde. 1. Juli feierliche Einführung.

1950 – Während der Sommermonate übernehmen Kurprediger die Betreuung der Kurgäste, die sehr zahlreich unseren Ort besuchten. Der Ortspfarrer musste zu mehrmonatigen Vertretung in den Oderbruch.

1950 – zum 31.12. verlässt Helmut GRAEBER die Gemeinde und zieht nach Thüringen.

Koserower Pastoren im Bild

Kirchengebäude

1819 soll Kirchturm gebrannt haben - Homepage Koserow - Geschichte

1831 renoviert

1834 Fischer HEIMKE aus Zempin schenkt der Kirche zu Weihnachten eine schwarze Decke für das Pult auf dem Altar und ein Oblaten-Kästchen.

1835 – Am Pfarrhaus - Anteil Coserow und Anteil Ückeritz – Dach neu gedeckt.

1837 – Am Dach und Giebel der Kirche werden Sturmschäden vom Nov. 1836 ausgebessert.

1841 – der Schneidergesell aus Ückeritz Friedrich GÖTZ hat eine Nummerntafel nebst Ziffern zum Anstecken der Liedernummern machen lassen. Die Zempiner HEIMKE und Joachim FLORIN haben eine schwarze Altardecke geschenkt. Die Coserower W. KASCH und Fr. DEHN haben Geld für die Behänge des Altargeländers und der Kanzel geschenkt.

1842 – Auf dem Pfarrhaus wurde der Zempiner Anteil neu gedeckt.

1844 – mehrer eiserne Ofentüren angeschafft, 2 neue Stubentüren, vier Doppelfenster, die Außenwände der Wohn- und Studierstube wurden innen mit Brettern verkleidet, dann berohrt (mit Schilfrohrmatten) und beworfen. Der Stall wurde auf dem Zempiner und Loddiner Anteil ganz und auf dem Coserower zum Teil neu gedeckt. Im Kuhstall wurde die Decke auf Kosten des Pastors niedriger gelegt.

1845 – Der Chor der Kirche wurde an der Nordseite aus Kirchenmitteln ganz neu erbaut. Der Stall wurde fertig gedeckt.

1852 – Auf dem Pfarrhof wurde ein neuer Brunnen nebst Pumpe aus Kirchenmitten erbaut (etwas über 50 Thl.

1855 – Der Fischer HEIMKE aus Zempin schenkte der Kirche eine schwarzsamtenen Kanzeldecke mit silbernen Buchstaben und Streifen und der Lehrer PFLUGHÖFT aus Ückeritz einen messingnen Altarleuchter mit Inschrift und einem Wachslichte Zwei Pfeiler am Eingang des Kirchhofes wurden aufgemauert und eine hölzerne Kirchhofpforte angefertigt.

1858 – Pflasterung der Küche des Pfarrhauses, Aufstellung einer Kochmaschine, Aufmauerung einer russischen Röhre von derselben, Neubau des Backofens ebenfalls mit einer russischen Röhre, Zudeckung des Schornsteines. So wird hoffentlich dem unerträglichen Rauche, der das ganze Haus durchdrang, wirksam gesteuert sein. Auch ein neuer Abtritt (Plumsklo?) auf dem Pfarrhofe wurde angelegt. Am 28. Oktober ward ein 5 jähriger Walnussbaum daneben gepflanzt.

1859 – am ersten hl. Weihnachtstag schenkte das Oberförster GÖTZEsche Ehepaar aus Pudagla der hiesigen Kirche eine silberne Oblatendose und sprach dabei die Bitte aus, der Pastor möge ein Auge haben auf das Grab der am 4. April 1855 verstorbenen Luise Juliane Katherine GÖTZE, Töchterlein der Geber.

1860 – Neuer Gottesacker – Das Dorf Coserow gab ein Teil der Sandgrube und der Bauer STEFFEN ein Stück seines Ackers her und wurden durch Stücke des angrenzenden Pfarrlandes entschädigt. Die Bewehrung des neuen Kirchhofes übernahmen die Gemeinden und verteilten sie so: Coserow die Nord-, Ückeritz die Südseite. Die Ostseite teilten sich Zempin (an Coserow stoßend) und Loddin (an Ückeritz grenzend). Die Westseite wurde mit einem Zaun von gefügten Latten und einer Gitterpforte versehen, wozu alle 4 Dörfer die Kosten unter sich teilten. Am 16. August wurde der neue Kirchhof geweiht. Die erste Leiche auf dem neuen Kirchhof war die Witwe MÜSEBÄCK aus Zempin, 77 Jahre alt.

1860 – Am 2. September wird der ausgewählte Gemeinde- Kirchenrat in das Amt eingeführt: Bauer Joachim STEFFEN aus Coserow und der Halbbauer Friedrich LABAHN aus Loddin, welche zusammen mit den bisherigen Kirchenvorstehern, Bauer Martin LÜDER in Loddin und Büdner Wilhelm KASCH in Coserow den Gemeinde- Kirchenrat bilden.

1860 - Das Oberförster GÖTZEsche Ehepaar aus Neu-Pudagla schenkte der Kirche eine schöne schwarze Decke mit silberner Borte und Kranz für das Lesepult.

1861 – Aus Sammlungen der Hauskollekte wurde angeschafft: Eine Neusilber versilberte und inwendig vergoldete Abendmahlskanne, desgleichen ein Taufbecken, ein Taufstein, ein Ständer für das Opferbecken und eine schwarz samtene Decke mit Fransen. Der Opferstock wird wieder in Gebrauch genommen für milde Gaben für die Armen des Kirchspieles. Der Hausboden des Küsterhauses wurde gedielt und der südliche Giebel des Stalles mit Brettern verkleidet.

1862 – Zum Gemeindekirchenrat werden der Fischer Carl DINSE in Ückeritz und der Fischer Martin BEHN in Zempin gewählt. Diese lehnen die Übernahme des Amtes ab. So werden Joachim Christian LABAHN in Ückeritz und der Lehrer DINSE in Zempin gewählt und werden am 3. August in ihr Amt eingeführt.

1865 – Das Kirchenfenster im Ostgiebel wurde gänzlich vermauert

1866 – Am 18. Februar wurde der neue Kirchenvorsteher, Bauer Joachim LABAHN in sein Amt eingeführt.

1876 – die Kirche hat neue Gestühle bekommen. Die Tischlerarbeiten haben der Tischler SALZSIEDER aus Zinnowitz und DINSE aus Lütow angefertigt. Die Malerei der Maler KANDE aus Swinemünde.

1881 – 1894 in den Dörfern Loddin, Ückeritz und Zempin hielt Pastor von GAZA jährlich in den Schulhäusern Beicht- und Abendmahlsfeiern für die alten und kränklichen Leute.

1882 – 16.September neuer Begräbnisplatz eingeweiht. Er ist in der Nähe des alten bei derselben Dorflehmgrube, welche die Kirchgemeinde käuflich erworben hat. Es wurde ein Totengräber angestellt, auch eine Begräbniskasse eingerichtet, in welche die Gebühr für Gitter und Kreuze usw. fließen.

1883 – im Herbst sprang die alte Glocke. Diese wurde durch den Glockengießer VOSS in Stettin umgegossen und am 1. Weihnachtstag 1886 geweiht. Wir hätten gern eine zweite tiefere Glocke dazu gehabt, doch fehlten die Mittel.

1884 – ein neues Pfarrhaus wurde gebaut. Das im vorigen Jahrhundert erbaute wurde auf Abbruch verkauft. Der Kreisbauinspektor ALBERTI hat den Plan für das Haus gemacht, Bau-Unternehmer LINK führte den Bau aus. Der Bau ist massiv. Das Haus war kalt und zugig. Türen und Fenster waren zu groß angelegt und Doppelfenster fehlten. Der Pastor erlitt dadurch mehrmals Rippenfellentzündungen und Ischias- Schmerzen.

1886 – ein neuer Brunnen wurde gebohrt.

1892 – Scheune und Viehstall auf dem Pfarrhof wurden repariert. Das Fachwerk wurde mit Mauersteinen vom Bauunternehmer SALDSIEDER in Zinnowitz ausgefüllt.

1893 – endlich ist die Lieferung an Naturalien für Pastor und Küster neu in einer Ablösung geregelt. Die Lieferungen und Reparaturleistungen waren an die Bauernhöfe gebunden, die jedoch teilweise zerstückelt wurden.

1894 - eine Orgel ist noch nicht vorhanden, Ein Orgelfonds (seit 1871) vermehrt sich durch Zinsen und freiwillige Gaben.

1895 – wurden in der Swine bei Swinemünde 2 Glocken, eine größere und eine kleinere gefunden, von denen hier angenommen wurde, dass es die geraubten Glocken im 30jährigen Krieg durch Kroaten seien. – Sie kamen aber ins Stettiner Museum, ein Einspruch des Gemeindekirchenrates wurde abgelehnt.

1897 – Erneuerung der Kirche mit Aufstellung einer Orgel. Die Orgel lieferte Orgelbaumeister GRÜNEBERG, Stettin, für 2709 M. Es ist ein im gotischen Stil erbautes Werk mit 10 klingenden Stimmen. Kantor Kurt PALM aus Swinemünde bei der Abnahme am 22.07.1897: „Das ganze Werk ist vortrefflich gearbeitet und macht seinem Erbauer Ehre!“ Geweiht am 26.07.1897. Bauarbeiten: eine gewölbte hölzerne Decke, Erneuerung der Emporen, Verlegung des Chores und der Kanzel, Anstrich im Inneren, Erneuerung der Strebepfeiler und des Mauerwerkes an der äußeren südlichen Frontseite, welche dem Einsturz nahe.

1900 – Zum Dank an den großen Fischzug stifteten die Zempiner Fischer einen kleinen Kronenleuchter im Wert von 60 M, geliefert von der Firma Franz Reinecke in Hannover.

1901 – schenkte der Kaufmann Karl LABAHN in Ückeritz aus Anlass der Geburt seines ersten Kindes nach 7jähriger Ehe der Kirche eine neue Kanzelbekleidung im Werte von 30 M.

1902 – zum Gemeindekirchenrat gehören: Friedrich KARSTÄDT und Johann SCHWANDT aus Koserow, Caspar STÜBEN aus Ückeritz, Johann STEFFEN aus Zempin und August SEECK aus Loddin.

1902 – Familie FLORIN aus Zempin schenkte einen Altarteppich.

1903 – Bei der Renovierung der Kirche 1897 hatte man auf der Rückseite des Altarschreines die Reste alter Gemälde entdeckt und dem Konsistorium davon berichtet. Ohne den Bescheid abzuwarten hatte man die Figuren auf der Vorderseite des Altares von einem Swinemünder Stubenmalers sinnlos überpinseln lassen. Vom Konsistorium wurde festgestellt, dass der Altarschrein mit seinen Schnitzereien und jenen Bildern „außergewöhnlich wertvoll“ sei. Im September wurde der Altarschrein zur Gemäldegalerie Berlin transportiert.

1903 – Kirchenvorstand für KARSTÄDT tritt Ludwig KASCH aus Koserow und für den verstorbenen SCHWANDT der Hofbesitzer SEECK gewählt.

1904 – Die baufällige Pfarrscheune wird auf Abbruch verkauft. Der Pfarrstall wurde neu gedeckt – Zempiner das vordere nach dem Achterwasser zu gelegen Viertel, dann die Ückeritzer das vordere nach der See zu gelegen Viertel und die beiden Koserower Bauern das hintere Viertel, das Loddiner war schon in Ordnung.

1904 – Der gebürtige Ückeritzer – Joachim Christian LABAH und seine Frau Wilhelmine Caroline geb. REIMER aus Swinemünde vererben der Kirchgemeinde 1000 M.

1906 – Zu Pfingsten kehrte der Altarschrein aus Berlin zurück. Die geleistet Arbeit befriedigte nicht. Die Bilder auf der Rückseite waren nur zum kleinern Teil wiederhergestellt. So wie der Schrein ankam konnte er unmöglich aufgestellt werden. Wir schraubten daher die neuen Bildtafeln ab und haben sie provisorisch an den Seiten des Altarschreins lose angebracht.

1906 – Das Küsterhaus erhielt im Hausflur Steinbelag, das Stallgebäude wurde massiv untermauert.

1909 – stilvolle Altarbekleidung gestiftet von der Witwe des Hofbesitzers LABAHN in Loddin 100 M und einem Badegast 30 M.

1911 – durch die Eisenbahn wurde der Beginn des Gottesdienstes an den Fahrplan angepasst, abwechselnd für die einzelnen Gemeinden, mal um 9 Uhr, mal um 11 Uhr.

1912 – Der Eisenbahnbau brachte Erstattungsbeträge für feuerfeste Dächer, damit konnte auf der Nordseite des Pfarrhofes ein neues Stallgebäude errichtet werden.

1913 – ein neues Küsterschulgebäude wurde durch den Maurermeister Joh. Schultz aus Swinemünde errichtet.

1913 – Erneuerung des Kirchgiebels, bis dahin war der Westgiebel der Kirche nur in Holzlattenwerk gekleidet.

1914 – für die Kirche wurde die Beleuchtung und die Heizanlage abgelehnt (kein Patronatsbeitrag) Elektrische Beleuchtung wird im Pfarrhaus angebracht. So reicht das knapp bemessen Petroleum.

1913 u. 1914 wurden in den vier Gemeinden 4 neue Friedhöfe eröffnet, leider zum ersten mal nicht kirchlich, sondern Ortsfriedhöfe. In Koserow wurde als erste Frau STEINHÖVEL, die Mume des hiesigen Tischlermeisters KELCH, Es war wohl das letzte Mitglied der altlutherischen Gemeinde Wollin, dass in Koserow lebte, beigesetzt. Mit Einwilligung des altlutherischen Pfarrers GRUBE vollzog der Ortspfarrer dies Begräbnis.

1913 – Der Kirchenbesuch war in den Friedensjahren während der Sommerzeit sehr gut durch die reiche Beteiligung der Badegäste, während die Einheimischen sich ganz von dem knechtischen Dienst der Badegäste und den Vorbereitungen dazu vom Kirchenbesuch abziehen ließen.

1919 – Für 800 Mark erhält der Pastor ein Dienstrad.

1920 – Gestiftet wurden der Kirche 2 weiß goldgestickte Decken für Kanzel und Abendmahlsgerät im Wert von 320 M. Die Arbeit wurde umsonst ausgeführt von einem Gemeindemitglied in Koserow Frl. TIELKE.

1921 – am 26. Juli fand in der Koserower Kirche ein geistliches Konzert statt. Der Reinerlös von 100 Mark wurde für die Einrichtung einer elektrischen Altarbeleuchtung bestimmt.

1921 – am Pfarrhaus wurde eine massive Wand aus Stein gebaut aus Mitteln der Pfarrkasse. Die Kosten betrugen 15.718,93 M.

1921 – der Oktoberorkan hat den Schornsteines Pfarrhauses herunter gerissen und beträchtliche Zerstörungen am Dach verursacht.

1922 – Zwei Kirchenöfen werden aus Zinnowitz beschafft und aufgestellt. Die alten Altarleuchter wurden renoviert und für elektrische Beleuchtung hergerichtet.

1924 – Das niedrig gelegene Fenster der Nordseite der Kirche hat ein Schutzgitter bekommen. Die Dorfjungen haben es zum Teil gewaltsam zerstört und in die offenen Stellen Steine, teilweise von beträchtlicher Größe hineingeschleudert. Ein Zeichen der Zeit!

1925 – Im Weltkrieg waren die Orgelprospektpfeifen abgeliefert worden. Dadurch bekam die Orgel ein ungemein klägliches Aussehen, auch hatte sie ihre Klangfülle verloren. Die Firma Grünberg i. Stettin, die uns die Orgel erbaute, hat auch die neuen Pfeifen in unser schönes Instrument hineingesetzt, zugleich gereinigt und gestimmt.

1925 – am Heiligen Abend erstrahlte zur Christmette unser Kirchlein zur großen Freude der zahlreich versammelten Gemeinde im Glanz elektrischer Kerzen und Leuchtkörper. Besonders wirkungsvoll ist der kleine Kronleuchter, von Zempiner Fischern einst gestiftet. Er hat elektrisches Kerzenlicht erhalten und strömt eine Fülle von Licht aus, dem ganzen kirchlichen Raum ein festliches Gepräge gebend. (Gesamt 500 Reichsmark)

1926 – am 30. Mai wurde die Begräbniskapelle auf dem Friedhof in Koserow eingeweiht.

1926 – große Reparaturen an Kirche und Pfarrhaus vorgenommen. In der Kirche war eine ganze Innenwand eingestürzt, die war vor 20 Jahren von einem Usedomer Maurer ausgeführt, der dazu meist Sand verwendet hat.

1929 – Die bürgerliche Gemeinde Zempin hatte auf ihrem Friedhof eine schmucke Kapelle errichtet, die am 14. Juli durch den Ortsgeistlichen unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und Sommergäste geweiht wurde.

1934 – Die verfallenen Kirchenmauer wurde renoviert und der Kirchgarten umgegraben und bepflanzt. Hierbei wurde ein 2 m langer Grabstein ans Tageslicht gefördert. Der Konservator Dr. Balke stellte fest: dass die ausgegrabenen Platte ein sogenannter Mordstein ist, von denen in Pommern 12 Stück vorhanden sind. Sie stammen aus der Zeit von 1400 bis 1500. Da war der Brauch, dass der Mörder für sein Opfer den Grabstein vor seiner Hinrichtung herstellen musste. Der Name des Ermordeten, Jahr und Tag musste gleichfalls daselbst eingemeißelt werden. Leider war der Stein nicht mehr lesbar.

1934 – die Frauenhilfe schenkt der Kirche zur Ausstattung einen Läufer, der durch die ganze Länge der Kirche reicht und weiter textile Ausgestaltungs- – Gegenstände. Im Pfarrhaus wurde ein Elektroherd aufgestellt.

1935 – am Pfingstsonntag hat während der Zeit des öffentlichen Gottesdienstes in Koserow ein Strandkonzert für Sommergäste und Bewohner stattgefunden. Der Pfarrer wies die Gemeinde auf die Ungesetzlichkeit der Veranstaltung hin.

1936 – Das Schiff im Altarraum, das vor 113 Jahren (1823) vom Schiffer Joachim LABAHN, Ückeritz, seiner Heimatkirche Koserow geschenkt wurde, ist vom Gemeindeglied RIEDEL wiederhergestellt. Die Lehrerfrau PETER hatte die Segel erneuert.

1936 – Die kirchliche Lage im Reich wird immer schwerer. Pfarrer der bekennenden Kirche werden um des Glaubens Willen inhaftiert, des Amtes entsetzt, ausgewiesen.

1939 – Gauleiter Schwede-Koburg verbietet den Konfirmandenunterricht in den Schulen.

1940 – Der in Norwegen gefallenen Marineartilleriegefreite ZIMMERMANN aus Zempin konnte nicht mit kirchlichem Segen beerdigt werden, da dies die Partei nicht wollte.

1941 – Die Kirchenorgel hat ein elektrisches Gebläse erhalten, gebaut vom Orgelbaumeister SRUTZ aus Stralsund. Die Kosten beliefen sich auf 585 RM.

1941 – Die übelsten Elemente der Gemeinde verlassen die Kirche. In diesem Jahr erreichten die Kirchenaustritte ihre Höchstzahl 11.

1945 – 5. Mai die Russen besetzten die Insel Usedom – auch die Kirche wurde geplündert, Altarbehang und – decke wurde gestohlen.

1945 – 15. August, der Pfarrer wird in Zempin von betrunkenen Russen überfallen, getreten, seines Fahrrades beraubt.

1946 – am Totensonntag wird die Gedenktafel für die Gefallenen von 1939 – 45 in der Kirche trotz Kommandanturverbot angebracht. Sie wird mit Blumen, Kränzen und Kerzen geschmückt.

1947 – In der ziemlich verkommenen und verfallenen alten Küsterei wird ein schöner Gemeindesaal geschaffen.

1948 – Zum 1.10. wird ein neuer Kirchendiener, Richard POST, berufen, Flüchtling aus Tirebs. Pom, Das Strohdach der alten Küsterei wird neu gedeckt.

1949 – Größere Reparaturen am Pfarrhaus. Fast alle durch Tieffliegerbeschuss zerstörten Fensterscheiben können im Mai 1945 endlich repariert werden.

1950 – Die Führung der Kirchenkasse wird an das Rentamt in Usedom abgegeben. Der Gemeindesaal wird an die Schulverwaltung vermietet für den Schulunterricht an 5 Vormittagen der Woche.

1950 – Unser liebes Kirchlein bekommt ein neues Kleid. 8 bleiverglaste Kirchenfenster können endlich angeschafft werden. Unter Leitung des Kunstmalers Otto MANIGK , Ückeritz, wird der gesamte Innenraum der Kirche durch den Malermeister Richard LOTH neu gestrichen. Die beiden stilwidrigen Fenster an der Ostwand des Altarraumes werden, nach Anhörung des Konservators aus Schwerin, vermauert. Der kostbare große Kruzifixus wird dort hingehängt. Der Altar wird neu aufgemauert. Beim Abreißen wurden in dem lockeren Sand unter dem Altar Skelettknochen gefunden, wahrscheinlich des dort im Jahre 1746 begrabenen Pfarrers Abraham SCHWEIDLER. Den Spruch (Joh. 3, 16) an der Rückwand des Altarraumes malt der Kunstmaler Otto Manigk.

Mitelalterlicher Altarschrein

Diplomarbeit zum Altarschrein

Ursula Wegemann hat 1987 Schnitzaltäre untersucht und verglichen. Teile daraus:

Kontakt

Sammlungen von Postkarten, Prospekten und Zeitungsausschnitten: Einsicht bei Hilde Stockmann rohrspatz@gmx.com