Fortlaufende Ortschronik von Heringsdorf: Unterschied zwischen den Versionen

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{{Infobox Ortschronik
| ort = Heringsdorf
| zeit = fortlaufend
| urheberrechte =
| erstellung = seit 2020
| publikation = veröffentlicht
| inhalt = Geschichte der Gemeinde Heringsdorf
| status = in fortlaufender Bearbeitung
}}==Heringsdorf im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==


==... im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==
'''Neukrug,''' In der Nähe lag der Krug Tessentin, '''1389''' erbaut Hinrik Netzebant auf Erbpachtland des Klosters einen neuen Krug, später genannt der Nye Krog, welcher von der [[Ostsee]] verschlungen wurde. N. war zu Gothen gehörendes Fischerdorf und Badeort.  
 
'''Neukrug,''' In der Nähe lag der Krug Tessentin, '''1389''' erbaut Hinrik Netzebant auf Erbpachtland des Klosters einen neuen Krug, später genannt der Nye Krog, welcher von der Ostsee verschlungen wurde. N. war zu Gothen gehörendes Fischerdorf und Badeort.  


'''Heringsdorf, Neukrug 1394''' Ersterwähnung – Der schon länger errichtete Krug Tessenthin , der bereits den Namen „der nige Krug“ führte, woraus später Neukrug entstand, ist somit der älteste Bestandteil von Heringsdorf.
'''Heringsdorf, Neukrug 1394''' Ersterwähnung – Der schon länger errichtete Krug Tessenthin , der bereits den Namen „der nige Krug“ führte, woraus später Neukrug entstand, ist somit der älteste Bestandteil von Heringsdorf.
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'''1435''' wird der Krüger Hans Paules erwähnt.  
'''1435''' wird der Krüger Hans Paules erwähnt.  


'''1533''' wurden der Krüger und seine Frau jämmerlich ermordet. Herzog Philipp ernannte zum Vormund der Kinder, die Gerth Neuenkirchen in Gothen zu sich genommen hatte, die Stadt Usedom, „dass sie mit allen Treuen helfe, dass die armen Kinder nicht verderbet werden.“  
'''1533''' wurden der Krüger und seine Frau jämmerlich ermordet. Herzog Philipp ernannte zum Vormund der Kinder, die Gerth Neuenkirchen in Gothen zu sich genommen hatte, die Stadt Usedom, „dass sie mit allen Treuen helfe, dass die armen Kinder nicht verderbet werden.“


==Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)==
==Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)==


==bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)==
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)==


===unter Schwedens Herrschaft (1648 - 1720)===
===unter Schwedens Herrschaft (1648 - 1720)===
[[Datei:2017 Heringsdorf Victoria Teil 1.jpg||thumb|350px|rechts|Besuch von Victoria]]
[[Datei:2017 Heringsdorf Victoria.jpg||thumb|350px|rechts|Besuch von Königen]]
* [[Schwedenzeit]]


====Neuhof====
====Neuhof====


'''1693''' Diese Ackerhof ist auf der Insel Usedom neben dem Meeresstrand belegen und grenzt an nachfolgende Dörfer: Auf der nördlichen und östlichen Seite ist das Meer, auf der südlichen Seite das Amtsdorf Corsvans und ein Teil vom Gotmar See, auf der westlichen Seite Gotmar See und das Amtsdorf Bantzin. Dieser Hof gehört dem Herrn Oberst Möller von der Lühne und ist zur Kirche Bentz gelegen.  
'''1693''' Diese Ackerhof ist auf der [[Insel Usedom]] neben dem Meeresstrand belegen und grenzt an nachfolgende Dörfer: Auf der nördlichen und östlichen Seite ist das Meer, auf der südlichen Seite das Amtsdorf Corsvans und ein Teil vom Gotmar See, auf der westlichen Seite Gotmar See und das Amtsdorf Bantzin. Dieser Hof gehört dem Herrn Oberst Möller von der Lühne und ist zur Kirche Bentz gelegen.  


Einwohner: Christian Burman
Einwohner: Christian Burman
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Am Meeresstrand pflegen sie zu fischen und fangen allerhand Arten Fische. Auch besteht deren vornehmste Fischerei in großem Dorsch- und Flunderfang, wie der Fisch deren bestes und vornehmstes Nahrungsmitztel ist. Denn vom Acker können sie übers Jahr nicht ihr täglich Brot haben.
Am Meeresstrand pflegen sie zu fischen und fangen allerhand Arten Fische. Auch besteht deren vornehmste Fischerei in großem Dorsch- und Flunderfang, wie der Fisch deren bestes und vornehmstes Nahrungsmitztel ist. Denn vom Acker können sie übers Jahr nicht ihr täglich Brot haben.


==bis zur Reichseinigung (bis 1871)==
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871)==


===unter Preußen (1720 - 1813)===
===unter Preußen (1720 - 1813)===


'''1779  Neukrug''' ein zu den Mellentinschen Gütern gehöriges Gut, 2 ½ Meilen von Uesedom nordostwärts, und 1 Meile von Swienemünde westnordwestwärts. An der Ostsee, hat 2 Feuerstellen, welche von Fischern bewohnet werden, die sich von der Strandfischerei ernähren, ist zu Benz in der Uesedomschen Synode eingepfarret, und ist ein Allodialgut, welches der Kriegsrath Peter Ernst von Meyenn besitzet. Dieses Dorf ist größtenteils von der Ostsee fortgerissen, und der dazu gehörige Acker gänzlich versandet worden, daher alle Einwohner, außer 2 Fischer, welche da selbst auf hohen Bergen wohnen, diesen Ort verlassen müßen.   
'''1779  Neukrug''' ein zu den [[Mellenthin]]schen Gütern gehöriges Gut, 2 ½ Meilen von Uesedom nordostwärts, und 1 Meile von Swienemünde westnordwestwärts. An der [[Ostsee]], hat 2 Feuerstellen, welche von Fischern bewohnet werden, die sich von der Strandfischerei ernähren, ist zu [[Benz Usedom]] in der Uesedomschen Synode eingepfarret, und ist ein Allodialgut, welches der Kriegsrath Peter Ernst von Meyenn besitzet. Dieses Dorf ist größtenteils von der Ostsee fortgerissen, und der dazu gehörige Acker gänzlich versandet worden, daher alle Einwohner, außer 2 Fischer, welche da selbst auf hohen Bergen wohnen, diesen Ort verlassen müßen.   


'''1800 Neukrug''' hat nach dem steuerbaren Anschlage 14 Morgen 195 Ruthen und ist ein Allodialgut, welches der Landschaftsdeputirte, Leopold Heinrich Ernst von Meyenn, besitzet.
'''1800 Neukrug''' hat nach dem steuerbaren Anschlage 14 Morgen 195 Ruthen und ist ein Allodialgut, welches der Landschaftsdeputirte, Leopold Heinrich Ernst von Meyenn, besitzet.


'''1817''' Georg Bernhard von Bülow und sein Bruder Ernst Gottfried erwarben ein Teil des in Konkurs geratenen Rittergutes Mellenthin für 4500 Taler. Darin waren das Rittergut Gothen dem Dorf Neuhof und Fischerkolonie Neukrug und dem Fischerdorf Ahlbeck (adliger Teil)
'''1817''' Georg Bernhard von Bülow und sein Bruder Ernst Gottfried erwarben ein Teil des in Konkurs geratenen Rittergutes [[Mellenthin]] für 4500 Taler. Darin waren das Rittergut Gothen dem Dorf Neuhof und Fischerkolonie Neukrug und dem Fischerdorf Ahlbeck (adliger Teil)


'''1817''' Bau des Sackkanals - Verbindung vom Gothensee zur Ostsee. Benannt nach Oberpräsident der Provinz Pommern in Preußen Johann August Sack  
'''1817''' Bau des Sackkanals - Verbindung vom Gothensee zur [[Ostsee]]. Benannt nach Oberpräsident der Provinz Pommern in Preußen Johann August Sack  


'''1819''' Oberforstmeister von Bülow aus Gothen gestattet Fischern aus Neuhof und Neukrug Salzhütten für den Heringsfang zu errichten.
'''1819''' Oberforstmeister von Bülow aus Gothen gestattet Fischern aus Neuhof und Neukrug Salzhütten für den Heringsfang zu errichten.
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'''1855''' Gedenkstein für Georg Bernhard von Bühlow in der Nähe der Kirche gesetzt.
'''1855''' Gedenkstein für Georg Bernhard von Bühlow in der Nähe der Kirche gesetzt.


'''1858''' ein Fischerdorf mit 22 Büdnerstellen und Badeort am Ostseestrande, seit 1819 von dem Oberforstmeister George Bernhard von Bülow, derzeit Besitzer von Gothen, gegründet. Die Anzahl der Häuser beträgt 49 mit 165 Einwohnern, die hiesige Kirche ist eine Filiale von Benz.
'''1858''' ein Fischerdorf mit 22 Büdnerstellen und Badeort am Ostseestrande, seit 1819 von dem Oberforstmeister George Bernhard von Bülow, derzeit Besitzer von Gothen, gegründet. Die Anzahl der Häuser beträgt 49 mit 165 Einwohnern, die hiesige Kirche ist eine Filiale von [[Benz Usedom]].


'''1858''' '''Neuhof''' ein Bauerndorf, 5 Bauern nebst 12 Büdnerstellen, ist nach Benz eingepfarrt befinden sich 24 Wohnhäuser mit 175 Einwohnern.  
'''1858''' '''Neuhof''' ein Bauerndorf, 5 Bauern nebst 12 Büdnerstellen, ist nach [[Benz Usedom]] eingepfarrt befinden sich 24 Wohnhäuser mit 175 Einwohnern.  


'''1858''' '''Neukrug''',  ein Fischerdorf mit 14 Büdnerstellen und Badeort, mit Heringsdorf zusammenhängend, 28 Wohnhäuser und 109 Einwohner. Wurde mit Heringsdorf vereinigt
'''1858''' '''Neukrug''',  ein Fischerdorf mit 14 Büdnerstellen und Badeort, mit Heringsdorf zusammenhängend, 28 Wohnhäuser und 109 Einwohner. Wurde mit Heringsdorf vereinigt
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[[Datei:Heringsdorf 1 Anfang.jpg|thumb|350px|rechts|Heringsdorf Beginn OZ 22.06.2020]]
[[Datei:Heringsdorf 1 Anfang.jpg|thumb|350px|rechts|Heringsdorf Beginn OZ 22.06.2020]]
[[Datei:Heringsdorf 2 Anfang.jpg|thumb|350px|rechts|Heringsdorf Teil 2]]
[[Datei:Heringsdorf 2 Anfang.jpg|thumb|350px|rechts|Heringsdorf Teil 2]]
[[Datei:2022 Heringsdorf Delbrückvilla 150 Jahre.jpg|thumb|150px|rechts|vor 150 Jahren Delbrück-Villa eingeweiht]]


'''1871''' Dr. Hugo Delbrück und sein Bruder kaufen 700 bis 800 Morgen Land für 115.000 Taler vom Rittergut Gothen und bauen Logierhäuser.
'''1871''' Dr. Hugo Delbrück und sein Bruder kaufen 700 bis 800 Morgen Land für 115.000 Taler vom Rittergut Gothen und bauen Logierhäuser.


'''1872 Gründungsjahr''' des Seebades Heringsdorf Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf mit Vorstand Hugo Delbrück gegründet.
'''1872 Gründungsjahr''' des Seebades Heringsdorf Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf mit Vorstand Hugo Delbrück gegründet. Delbrück-Villa eingeweiht


'''1872 bis 1874''' Straßenbau von Swinemünde nach Heringsdorf.
'''1872 bis 1874''' Straßenbau von [[Swinemünde]] nach Heringsdorf.


'''1878 bis 1881''' Straßenbau von Heringsdorf zum Pudaglaer Forst.
'''1878 bis 1881''' Straßenbau von Heringsdorf zum Pudaglaer Forst.
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'''1893''' Villa Oechsle vom Kommerzienrat Berthold und Bankhaus Bleicherröder errichtet
'''1893''' Villa Oechsle vom Kommerzienrat Berthold und Bankhaus Bleicherröder errichtet


'''1894''' am 01.07. Bahnanschluss an Swinemünde (Sackbahnhof)  
'''1894''' am 01.07. Bahnanschluss an [[Swinemünde]] (Sackbahnhof)  


'''1895''' etwa 10.000 Gäste im Sommer
'''1895''' etwa 10.000 Gäste im Sommer
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==Weimarer Republik (1918-1933)==
==Weimarer Republik (1918-1933)==
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Datei:Heringsdorf Juden 1.jpg|ab 1892 Juden in Heringsdorf Teil 1
Datei:Heringsdorf Juden 2.jpg|Juden Teil 2
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'''1920''' Feuerwehr sind 80 Kameraden gemeldet
'''1920''' Feuerwehr sind 80 Kameraden gemeldet
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'''1932 - 1948''' Leiter der Feuerwehr: Anton Schlosshauer
'''1932 - 1948''' Leiter der Feuerwehr: Anton Schlosshauer
===Literatur: Juden in Heringsdorf===
* [https://www.ortschroniken-mv.de/images/2/29/Juden_Ostseeb%C3%A4der.pdf weitere Hinweise]


==Drittes Reich (1933-1945)==
==Drittes Reich (1933-1945)==
 
[[Datei:Heringsdorf Thingstätte.jpg|thumb|200px|rechts|Heringsdorf Thingstätte]]
'''1933''' Strandkorbfabrik "Harder" wird von Wolgast nach Heringsdorf verlegt.
'''1933''' Strandkorbfabrik "Harder" wird von Wolgast nach Heringsdorf verlegt.


'''1934''' Freilichtbühne "Thingstätte" im Wald eingeweiht
'''1934''' Freilichtbühne "Thingstätte" im Wald eingeweiht
: Am 1. Mai 1934 fand die feierliche Eröffnung der Heringsdorfer Thingstätte vor einer imposanten Naturkulisse statt. Sie hatte Platz für 20.000 Zuschauer.
;Hintergrund:
Das Reichsgesetz vom 10. April 1933 benannte den 1. Mai 1933 als „Tag der nationalen Arbeit“. Im Jahr 1934 wurde der 1. Mai durch das Gesetz über die Feiertage zu einem „nationalen Feiertag des deutschen Volkes“ erklärt.


==SBZ und DDR (1945-1990)==
==SBZ und DDR (1945-1990)==
[[Datei:Bismarkturm Heringsdorf.jpg|thumb|150px|rechts|Bismarkturm Heringsdorf - Einweihung 1907]]
'''1945''' am 04.05. sterben 6 Heringsdorfer Personen beim Bombenabwurf durch sowjetische Flugzeuge auf dem Buchenberg in Schützengräben


'''1945''' am 04.05. sterben 6 Heringsdorfer Personen beim Bombenabwurf durch sowjetische Flugzeuge auf dem Buchenberg in Schützengräben
'''1946''' am 02.05. wurde der 42 Meter hohe '''Bismarckturm''' auf dem 48 Meter hohen Präsidentenberg in Heringsdorf von den sowjetischen Truppen gesprengt.


'''1950''' sind 7575 Urlauber im Ort
'''1950''' sind 7575 Urlauber im Ort
Der Journalist Herbert Hansen schrieb am '''22. Juni 1950''', 7:00 Uhr für „Die Zeit“ Zur Wiedereröffnung der „Brücke der Freundschaft“ am 27. März 1950 :
Heringsdorf, im Juni 50
Nach fünf Jahren ist endlich die erste der drei zerstörten Brücken, die auf die Insel Usedom führten, die Straßenbrücke bei Wolgast wieder dem Verkehr übergeben worden. Aber auf der Insel hofft man, daß auch die große Brücke bei Karnin eines Tages wieder für den Eisenbahnverkehr über Ducherow in Betrieb genommen werden wird. Anfangs war man der Meinung, daß es sich unter den heutigen politischen Verhältnissen erübrige, sie wieder aufzubauen, weil infolge der Abtrennung [[Swinemünde]]s durch die Oder-Neiße-Linie die Schnellzüge doch nicht auf der alten Strecke von Berlin nach Heringsdorf fahren können. Jedoch soll für die Urlaubsreisen der „Werktätigen“ aus Mitteldeutschland, die jetzt den Umweg über Züssow und die Wolgaster Fähre machen müssen, von Kutzow nach Ahlbeck ein neues Gleis gelegt werden, so daß sich der Bäderverkehr auf „deutschem“ Gebiet abwickeln kann.
Heringsdorf bleibt auch in diesem Jahre in erster Linie als Erholungsort den russischen Besatzungstruppen vorbehalten. In dem hügeligen Waldgelände des Badeorts ist mit einem der größten Schulbau-Vorhaben der russischen Zone begonnen worden, zu dem eine zwölfklassige Grundschule, eine zwölfklassige Oberschule, eine zehnklassige Kreisberufsschule, ein Internat für 200 Schüler und ein Festhallenbau für 1000 Personen mit Turnhalle und Wirtschaftsküche gehören sollen. Außerdem wird, die ehemalige nationalsozialistische „Thingstätte“ zu einer Waldoper umgestaltet, mit einer Orchestervertiefung vor der Bühne für 200 Musiker und amphitheatralisch angelegten Bankreihen für 3000 Zuschauer. Heringsdorf hofft, die Nachfolgeschaft. der Zoppoter Waldoper antreten zu können.--


'''1951''' Kirchenglocken wieder da, wurden nicht eingeschmolzen
'''1951''' Kirchenglocken wieder da, wurden nicht eingeschmolzen


'''1951''' Erste Saiaon mit FDGB Feriendienst - 19.265 Urlauber
'''1951''' Erste Saison mit FDGB Feriendienst - 19.265 Urlauber


'''1952''' Schulneubau an der B111 "Maxim Gorki" 45 Lehrer, 30 Klassen, 800 Schüler
'''1952''' Schulneubau an der B111 "Maxim Gorki" 45 Lehrer, 30 Klassen, 800 Schüler
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'''1964 bis 1976''' ist Anton Schloßhauer Wehrleiter
'''1964 bis 1976''' ist Anton Schloßhauer Wehrleiter


'''1965''' ab diesem Jahr werden auch vorbeugende Kuren verordnet, dadurch mehr Auslatung
'''1965''' ab diesem Jahr werden auch vorbeugende Kuren verordnet, dadurch mehr Auslastung


'''1969''' Betrieb "Menüko" Menü-Gefier- Konservierungsbetrieb in der Nähe des Bahnhofes eröffnet.
'''1969''' Betrieb "Menüko" Menü-Gefrier- Konservierungsbetrieb in der Nähe des Bahnhofes eröffnet.


'''1970''' Kunstpavillon auf der Promenade errichtet
'''1970''' Kunstpavillon auf der Promenade errichtet
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'''1976 bis 1994''' Wehrleiter der FF Günter Krumtung
'''1976 bis 1994''' Wehrleiter der FF Günter Krumtung


'''1979''' am 01.01. Unwetter, Schneeverwehungen B111 zwischen heringsdorf und Bansin unpassierbar.
'''1979''' am 01.01. Unwetter, Schneeverwehungen B111 zwischen Heringsdorf und Bansin unpassierbar.


'''1980''' FDGB Heim Solidarität Neubau wird errichtet - heute Kurklinik.
'''1980''' FDGB Heim Solidarität Neubau wird errichtet - heute Kurklinik.
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'''1988''' FF erhält den Ehrennamen "Anton Schloßhauer"
'''1988''' FF erhält den Ehrennamen "Anton Schloßhauer"


'''1989''' im Jahr erholen sich in Heringdorf 60.000 Urlauber
'''1989''' im Jahr erholen sich in Heringsdorf 60.000 Urlauber
 
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Datei:2021 Neuhof Heim 1.jpg|DDR Kinderpsychiatrie Heim 1 in Neuhof
Datei:2021 Neuhof Heim 2.jpg| DDR Kinderpsychiatrie Heim 2
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==die heutige Zeit==
==die heutige Zeit==
* [https://www.pommerscher-greif.de/wie-der-name-kaiserbaeder-entstand/ wie der Name Kaiserbäder entstand]


'''1990''' Jan. - März Tischlermeister Wolfgang Bartelt, Bürgermeister
'''1990''' Jan. - März Tischlermeister Wolfgang Bartelt, Bürgermeister
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'''2019''' am 16.05. wird Laura Isabelle Markisen der Gemeinde Heringsdorf
'''2019''' am 16.05. wird Laura Isabelle Markisen der Gemeinde Heringsdorf
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Datei:2007 Heringsdorf Komponist .jpg|2007 Komponist
Datei:2008 Heringsdorf Villa Verkauf.jpg|2008 Verkauf Villa
Datei:2008 Heringsdorf Treffen.jpg|2008 Abitreffen
Datei:2008 Heringsdorf Wappenbrief.jpg| 2008 Wappenbrief
Datei:2008 Heringsdorf Wappenbrief 2.jpg|2008 Wappenbrief
Datei:2016 Heringsdorf FF.jpg|2016 Heringsdorf FF
Datei:2019 Bülow Gedenkstein 1.jpg|<center>2019 Bülow Gedenkstein 1
Datei:2019 Bülow Gedenkstein 2.jpg|<center>2019 Bülow Gedenkstein 2
Datei:2021 Jugendherberge 1.jpg |<center>2021 Jugendherberge Geschichte 1
Datei:2021 Jugendherberge 2.jpg |<center>2021 Jugendherberge Geschichte 2
Datei:2021 Flughafen Heringsdorf.jpg|<center>2021 Flughafen
Datei:2021 Heringsdorf Baumwipfelpfad.jpg|<center>2021 Baumwipfelpfad
Datei:2021 Strandkorb 1.jpg|<center>2021 Strandkorb 1
Datei:2021 Strandkorb 2.jpg|<center>2021 Strandkorb 2 Geschichte
Datei:2022 Delbrück 1.jpg|2022 Delbrück Gründung 1
Datei:2022 Delbrück 2.jpg|2022 Delbrück Gründung 2
Datei:Heringsdorf 2023 Steigenberger.jpg|2023 Steigenberger neuer Eigentümer
Datei:Heringsdorf 2023 Ausstellung im Korbwerk.jpg|2023 Ausstellung im Korbwerk
Datei:Heringsdorf Bürgermeister 2023.jpg|2023 ehem. Bürgermeister
Datei:Heringsdorf Villa Meeresstern Preis Gestaltung 2023.jpg|2023 Villa Meeresstrand Preis für Gestaltung
Datei:Heringsdorf Korbwerk 2024 a.jpg|2024 Korbwerk 1
Datei:Heringsdorf Korbwerk 2024 b.jpg|2024 Korbwerk 2
Datei:Heringsdorf Korbwerk Rettung 2024.jpg|2024 Korbwerk Rettung
Datei:Heringsdorf Bürgermmeister 2024 a.jpg|Bürgermeister Merkle 2024 a
Datei:Heringsdorf Bürgermmeister 2024 b.jpg|Bürgermeister Merkle 2024 b
Datei:Heringsdorf Tolxdorff Bürgermeister 2024 a.jpg| Tolxdorf ehem. Bürgermeister
Datei:Heringsdorf Tolxdorff Bürgermeister 2024.jpg| Tolxdorf ehem. Bürgermeister
Datei:Heringsdorf Bürgermeisterin 2024 a.jpg|2024 Bürgermeisterin
Datei:Heringsdorf Bürgermeisterin 2024 b.jpg|2024 Bürgermeisterin
Datei:Heringsdorf Kaiserhof 2024.jpg|Kaiserhof 2024
Datei:Heringsdorf Korbwerk Umzug 1.jpg|Korbwerk zieht nach Ückeritz 1
Datei:Heringsdorf Korbwerk Umzug 2.jpg|Korbwerk zieht nach Ückeritz 2
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;2026 07. August  Ostseezeitung von  Henrik Nitzsche
:;Will Schwesig Marisken als Ministerin?
:: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hält große Stücke auf Heringsdorfs Bürgermeisterin / Spätestens seit der Wiederwahl wird Laura Isabelle Marisken als großes politisches Talent wahrgenommen
Vor '''sieben Jahren war Laura Isabelle Marisken in Heringsdorf''' ein Name, den viele erst einmal buchstabieren mussten. Heute genügt oft der Vorname Laura – und jeder weiß, wer gemeint ist. In wenigen Jahren hat sich die promovierte Juristin von der politischen Außenseiterin zur überregional beachteten Bürgermeisterin entwickelt.
Und längst geht es nicht mehr nur um die Frage, wie sie eine Ostseegemeinde führt. Sondern darum, ob Heringsdorf auf Dauer überhaupt groß genug für eine Politikerin ist, über deren Zukunft inzwischen selbst in Schwerin spekuliert wird.
Erst vor wenigen Tagen wurde die gebürtige Berlinerin bei einem Festakt für ihre zweite Amtszeit bis 2033 vereidigt. Viel Politprominenz aus Schwerin war dabei. Der neue Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, Philipp Amthor (CDU), gratulierte per Videobotschaft. Auch Staatskanzleichef Patrick Dahlemann und Innenminister Christian Pegel (beide SPD) waren vor Ort. Ein untrügliches Zeichen, dass die Landesregierung Marisken auf dem Radar hat.
Im Sommer 2019 sprach wenig für eine solche Entwicklung. Damals war Marisken Anfang 30. Ohne Partei als Rückhalt gewann sie überraschend die Stichwahl gegen Amtsinhaber Lars Petersen (CDU).
„Ich war jung, parteilos und kam nicht aus der Politik“, erinnert sich Marisken. „Umso dankbarer bin ich, dass ich die Chance bekommen habe, mich durch meine Arbeit zu beweisen“, sagt die 38-Jährige.
Die Bewährungsprobe kam schneller als erwartet. Kurz nach ihrem Amtsantritt legte Corona das öffentliche Leben lahm. Heringsdorf, dessen Wirtschaft als Gemeinde mit den meisten Übernachtungen in MV am Tourismus hängt, stand vor existenziellen Herausforderungen. Zwischen Landesregierung, Verwaltung, Hoteliers und Einwohnern musste die neue Bürgermeisterin erklären, vermitteln und entscheiden.
„Vielleicht war gerade dieser andere Blickwinkel von außen eine Stärke. Ich war nicht von eingefahrenen Strukturen geprägt, sondern habe jede Entscheidung unvoreingenommen betrachtet“, blickt Marisken zurück.
Auf Corona folgten der Ukraine-Krieg, die Energiekrise, Inflation und Wohnraummangel. Immer wieder betonte Marisken, die Gemeinde müsse mehr sein als eine Ferienkulisse. Vor allem müsse sie ein lebenswerter Ort für die Menschen sein, die dort das ganze Jahr leben und arbeiten.
„Ich stelle hohe Ansprüche an mich und andere. Mein Perfektionismus hilft mir dabei, Themen gründlich vorzubereiten, transparent zu arbeiten und gemeinsam mit Verwaltung und Gemeindevertretung die besten Lösungen zu finden“, sagt sie.
Mit jeder Debatte wurde ihr Name landesweit bekannter. Viele Herausforderungen Usedoms – Wohnungsnot, Fachkräftemangel oder Infrastruktur – beschäftigen inzwischen nahezu alle Tourismusregionen. Die Anerkennung reicht inzwischen bis in die Spitze der Landespolitik. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagt: „Ich schätze Laura Isabelle Marisken als starke Bürgermeisterin in Heringsdorf. Sie setzt sich engagiert für ihre Gemeinde und für ganz Usedom ein. Ihr Wort hat Gewicht im ganzen Land. Ich freue mich weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.“
Spätestens mit ihrer Wiederwahl im März 2026 wurde aus der Überraschungskandidatin Marisken eine feste politische Größe. Einen Gegenkandidaten gab es nicht mehr, fast 88 Prozent der Wähler sprachen ihr erneut das Vertrauen aus.
Für Staatskanzleichef Patrick Dahlemann (SPD) ist Laura Isabelle Marisken „eine starke Bürgermeisterin und kluge Juristin. Ihre Nähe zu den Menschen ist etwas ganz Besonderes. Ich bin mir sicher, dass wir noch viel von ihr hören und lesen werden“.
Klar, dass bei so viel Lob in Schwerin längst spekuliert wird, dass Schwesig Marisken nach der Landtagswahl am 20. September ein Angebot fürs Kabinett machen wird, wenn es die Ministerpräsidentin denn wieder bilden kann – wahrscheinlich für den Posten der Justizministerin.
Dem Gerede über eine politische Zukunft in Schwerin begegnet die Verwaltungschefin gelassen: „Mein Herz schlägt für Heringsdorf. Ich empfinde es als Wertschätzung, wenn Interesse an meiner Arbeit besteht. Gleichzeitig habe ich mich bewusst für Heringsdorf entschieden. Dem Vertrauen der Einwohnerinnen und Einwohner fühle ich mich verpflichtet.“
Marisken, die 2022 an der Universität Greifswald ihren Doktortitel bekam, setzt auf einen sachorientierten Politikstil. „Mein Arbeitsalltag besteht zu einem großen Teil aus klassischer Sacharbeit.“
Auch frühere Skeptiker zollen ihr heute Respekt. Sebastian Antczak, der 2019 noch ihren Gegenkandidaten unterstützte und Vorsitzender des Sozialausschusses war, sagt: „Wir haben eine geerdete Bürgermeisterin. Sie hat vor allem in der Anfangszeit die Krisen um Corona und den Ukraine-Krieg sehr gut gemeistert.“
„Dass ich nun, sieben Jahre später, mit einem so deutlichen Ergebnis wiedergewählt wurde, bedeutet mir unglaublich viel und erfüllt mich mit Demut“, sagt Marisken. „Dieses Vertrauen empfinde ich vor allem als Verpflichtung für die Zukunft. Für mich ist dieses Amt die größte Ehre, die mir in meinem beruflichen Leben zuteilgeworden ist.“
Für Unternehmerverbandspräsident Gerold Jürgens wäre ein Wechsel nach Schwerin keine Überraschung. Er schätzt Mariskens „Geradlinigkeit“ und den frühzeitigen Austausch mit der Wirtschaft. „Mit ihrer Power könnte ich sie mir dort sehr gut vorstellen. Für die Wirtschaft in Vorpommern wäre das sicher nicht von Nachteil.“


==Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:==
==Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:==
===Flughafen Heringsdorf===
* [[Fortlaufende Ortschronik von Zirchow und Kutzow#Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:|Flughafen Zirchow – Heringsdorf]]
===Bahnhof Heringsdorf===
;2026 25 August  Ostseezeitung von Henrik Nitzsche
:;Zu Hause im Heringsdorfer Bahnhof
Wenn Christian Hoyer morgens Kaffee kocht, ist längst ein Zug unterwegs. Gegen 6.45 Uhr hört der 42-Jährige aus dem Küchenfenster, wie die Bahn bereitgestellt wird. Drei Minuten später soll sie schon abfahren. „Wenn sie sich um ein paar Minuten verspätet, werde ich schon unruhig“, sagt Hoyer.
Als Leiter der Bahnwerkstatt und Kfz-Werkstatt der Usedomer Bäderbahn (UBB) hört er allerdings nicht einfach nur einen Zug. Wie läuft die Lüftung des Motors? Wie klingt die Klimaanlage? Ist alles so, wie es sein soll? Job ist schließlich Job.
Und der Arbeitsplatz liegt direkt vor seiner Wohnungstür. Denn Christian Hoyer wohnt im Heringsdorfer Bahnhof. Seine Adresse lautet: Am Bahnhof 1. „Das kann nicht jeder von sich behaupten“, sagt der gebürtige Quedlinburger und lacht. Und überhaupt: Das klinge doch besser als Hauptstraße 54.
Was passiert hinter den Mauern des riesigen Backstein-Ensembles, durch das täglich Urlauber auf dem Weg zum Zug oder Strand hasten?
Dort befindet sich längst nicht nur die UBB. Es gibt einen Veranstaltungsraum für rund 100 Menschen, ein Regionalbüro einer Versicherung und Räume von DB Regio Nordost für Lokführer.
Im Nebengelass sitzen UBB-Betriebsrat und Kundenbetreuer, wie UBB-Chefin Dörte Basler berichtet. Seit Dezember 2025 ist nach elf Jahren Leerstand auch das ehemalige Bahnhofsrestaurant wieder mit Leben gefüllt: Im „KulturKlub“ finden Veranstaltungen statt. „Das Gebäude wird vollständig genutzt“, sagt sie.
Und mittendrin lebt einer, der all diese Seiten des Bahnhofs kennt: Christian Hoyer. Seine 70 Quadratmeter große Wohnung hat Fenster in zwei Richtungen. Auf der einen Seite: Gleise, Bahnsteig, Züge – Arbeit. Auf der anderen: Baumwipfelpfad und viel Grün – Freizeit. Nur eines trennt Hoyer dann doch gern: Arbeit und Zuhause. Obwohl er „von Herzen Eisenbahner“ ist, sucht man in seiner Wohnung vergeblich nach alten Fahrplänen oder Bahn-Fotos. „Auch wenn es hier auf dem Bahnhof ist, im Zuhause soll dann auch Feierabend sein.“
Viel näher am Feierabend geht es kaum: „Zu Fuß laufe ich zehn Minuten bis zur Arbeit. Und dann liegt die Dienstwohnung noch so nah am Strand. Das ist ein großes Privileg“, sagt Hoyer. Seit dem 1. September 2025 arbeitet der 42-Jährige bei der UBB. Der Heringsdorfer Bahnhof ist allerdings nicht sein erster als Wohnadresse. Die ersten drei Monate auf der Insel lebte er im Bahnhof Ückeritz.
Der studierte Regionalmanager arbeitete bei der Deutschen Bahn in Berlin, Cottbus, Frankfurt am Main und Halle. Zuletzt war Berlin sein Zuhause – bis der Job bei der UBB ihn auf die Insel führte.
Zunächst pendelte er am Wochenende zwischen Usedom und der Hauptstadt. Seine Frau lebt dort und arbeitet ebenfalls bei der Bahn. Inzwischen ist es eher umgekehrt: Sie kommt häufiger auf die Insel. „Es ist hier einfach lebenswert und an Hitzetagen viel erträglicher als in der City“, sagt Hoyer.
Der Bahnhof ist für das Paar deshalb auch Ort des Abschieds und des Wiedersehens. Seine Frau kommt aus Berlin mit der Bahn. Und wenn sie in Heringsdorf aussteigt, ist sie praktisch schon zu Hause.
Sein Lieblingsplatz ist die große Bahnhofshalle. „Sie ist wunderschön mit dem Tonnengewölbe und den Buntglasfenstern“, sagt er. Viele Fahrgäste allerdings dürften diese Schönheit kaum wahrnehmen. Sie haben den Blick auf die Uhr, suchen den richtigen Bahnsteig oder wollen schnell weiter.
Welche Geräusche verbindet er mit seinem Zuhause? Bahnsteigansagen gehören dazu, wenn es einmal eine kleine Unregelmäßigkeit gibt. Busse. Und vor allem Menschen.
Der Bahnhof ist ein Mobilitätshub. „Dazu gehören auch die Gespräche der Menschen, wenn sie auf Bus, Bahn oder Taxi warten“, sagt Hoyer.
Wenn er zur Arbeit mit orangefarbener Warnweste unterwegs ist, wird er regelmäßig von Urlaubern angesprochen. Die häufigste Frage: Wie komme ich zum Strand?
„Einfach über die Ampel und dann geradeaus.“ Sechs bis zehn Minuten dauert der Weg. Hoyer nutzt ihn selbst gern. Nach Feierabend geht er zum Strand – „Meer gucken“.
;Geschichte des Heringsdorfer Bahnhofs
:Der Bahnhof Heringsdorf wurde am 1. Juli 1894 als Endpunkt der Strecke Ducherow–Swinemünde–Heringsdorf eröffnet. Wegen des wachsenden Verkehrs wurde die Strecke 1908 zweigleisig ausgebaut und 1911 über Zinnowitz bis zur Wolgaster Fähre verlängert. Bis zum Zweiten Weltkrieg erreichten Schnellzüge aus Berlin den Bahnhof und brachten viele Urlauber nach Heringsdorf. Nach dem Krieg wurde der Bahnhof zum Zentrum des Eisenbahnverkehrs auf der nun geteilten Insel Usedom, während die Verbindung zum Festland unterbrochen war. Zwischen 1994 und 1997 wurde der Bahnhof grundlegend modernisiert; heute ist er wieder Teil des Eisenbahnnetzes.
===2021 Baumwipfelpfad===
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Baumwipfelpfad_Usedom Baumwipfelpfad in Heringsdorf bei Wikipedia]
In direkter Nähe zum Bahnhof Heringsdorf gelegen, schlängelt sich seit dem Jahr 2021, auf einer Gesamtlänge von 1350m und einer Höhe von bis zu 23m, der Baumwipfelpfad direkt durch den Heringsdorfer Wald. Am Ende des Pfades befindet sich der Aussichtsturm, welcher der alten Bismarckwarte nachempfunden wurde, mit einer Aussichtsplattform in einer Höhe von 75m über dem Meeresspiegel. Die komplette Anlage wurde barrierearm gestaltet.
* Fotos aufgenommen von [[Benutzer:DirkHerrmann|Dirk Herrmann]]
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Datei:Gemeinde Heringsdorf - Blick vom Aussichtsturm des Baumwipfelpfades.jpg| Gemeinde Heringsdorf - Blick vom Aussichtsturm des Baumwipfelpfades
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=== Namensgebung Heringsdorf===
=== Namensgebung Heringsdorf===
;2023 neueste Forschung- Ergebnis:
* [https://epaper.wittich.de/frontend/mvc/catalog/by-name/3426/3426_09_2023 Forschung Namensgebung Seite 12 von Frau Karin Buchholz]


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Datei:Kronprinz Friedrich.jpg|Kronprinz Friedrich, ältester Sohn von Friedrich Wilhelm III. und der Königin der Herzen - Luise von Mecklenburg Strelitz
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===Haus der Erholung (HdE)===
Das HdE hat eine bewegende Vergangenheit: Im Mai '''1957''' wurde es als Kulturhaus eröffnet und diente zunächst als FDGB-Verpflegungsstelle. Ferienreisen in der DDR wurden über den Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) abgewickelt. Nach der Wende '''1989/90''' wurde das Gebäude bis 2010 als Kino, Diskothek und für Veranstaltungen des Karnevalvereins genutzt.
===Hotel am Gothensee===
;2026 16. April  Ostseezeitung von Henrik Nitzsche
:Vom DDR-Betriebsferienheim zum Familienbetrieb
50 Jahre Hotel am Gothensee: Die Brüder Dröse führen die Tradition ihrer Eltern in Heringsdorf mit Hotel und Restaurant fort
Im Kinderwagen hat alles angefangen. Während andere Babys durch Parks geschoben wurden, rollte Heiko Dröse schon durch Flure, die nach Urlaub rochen. „Ich war praktisch von Anfang an dabei“, sagt der 53-Jährige und lacht.
Heute steht er hinter dem Tresen, zapft Bier, begrüßt Gäste und führt gemeinsam mit seinem Bruder Hanjo (54) das Hotel & Restaurant „Am Gothensee“ in Heringsdorf. Ein Haus, zwei Systeme und ein halbes Jahrhundert Geschichte. Und mittendrin eine Familie, deren Zuhause gleich nebenan liegt.
1976 öffnete hier, etwas abseits der Promenade, ein Betriebsferienheim seine Türen. Der VEB Straßen-, Tief- und Rohrleitungsbau Rodewisch ließ sich das Objekt 1,6 Millionen DDR-Mark kosten. Für damalige Verhältnisse ein Vorzeigebau: Sporträume, Sauna, Außenanlagen und Platz für „50 Betten und 25 Aufbetten“, wie es in alten Unterlagen heißt. „Das war schon etwas Besonderes“, erinnert sich Hanjo Dröse.
Und noch etwas machte das Haus besonders: echtes Wernesgrüner Bier aus dem Vogtland. Gebraut quasi in der Nachbarschaft des Trägerbetriebs in Rodewisch, war es in der DDR vielerorts nur schwer zu bekommen, oft „Bückware“.
Hier aber floss es ganz selbstverständlich aus dem Hahn. Ein kleiner Luxus, der geblieben ist. Auch heute noch steht das Wernesgrüner auf der Karte.
Heinz-Günther und Brigitte Dröse stiegen mit der Eröffnung des Ferienheims ein. Sie prägten das Haus und legten den Grundstein für das, was bis heute Bestand hat.
„Wir sind stolz, dass das Haus die Wende überlebt hat und noch immer ein Familienunternehmen ist“, sagt Heiko Dröse. 1999 kaufte der Vater das Objekt gemeinsam mit einer Teilhaberin.
Dass die Söhne einmal übernehmen würden, war nicht geplant. Heiko lernte Schiffbauschlosser auf der Wolgaster Werft, wurde später Busfahrer und war in ganz Europa unterwegs. Hanjo arbeitete als Maurer und Gerüstbauer. Und doch kamen beide zurück.
Heute ist die Arbeit klar verteilt: Hanjo kümmert sich um Küche und Restaurant, Heiko organisiert mit seiner Frau Nicole Service, Vermietung und Vermarktung. 15 Mitarbeiter gehören inzwischen zum Team.
1992 wurde das Haus grundlegend umgebaut: Der Sportraum verschwand, Restaurant und Frühstücksraum zogen ins Erdgeschoss, die Ölheizung wich einer Gasheizung. Heute gibt es 36 moderne Zimmer. „Jedes Jahr wird im Haus etwas modernisiert“, sagt Nicole Dröse.
Im Gastraum fallen sofort die neun Leuchter im Jugendstildesign ins Auge. Sie stammen noch aus den Anfangsjahren, eingebaut von einer holländischen Firma. „Ich hätte sie schon hundertfach verkaufen können“, erzählt Heiko Dröse. Sie sind geblieben.
Geblieben ist auch das, was viele Gäste suchen: Ruhe. „Wer hierher kommt, der sucht sie und bekommt sie auch“, sagt Heiko Dröse. Statt Promenadentrubel gibt es Seeblick, saftige Wiesen, Seeadler, Wildgänse sowie Rehe und abends Sonnenuntergänge auf der Terrasse.
Elf Monate im Jahr ist geöffnet. Neben Urlaubern setzen die Dröses vor allem auf Einheimische. „Frische Küche, gute Qualität zu günstigen Preisen, das ist unsere Erfolgsformel. An dem Standort brauchst du einen guten Mix“, sagt Heiko. „Und Bodenständigkeit“, ergänzt er.
Auch die Vergangenheit lebt weiter. Viele Rodewischer kommen noch immer. „Das sind inzwischen mehrere Generationen. Wir haben noch Gäste, die damals den Bau miterlebt haben“, sagt Nicole Dröse.
Dann werden Geschichten erzählt: vom Barkas, mit dem einst das Mittagessen vom Bansiner Bahnhof geholt wurde, von Heimabenden und zweiwöchigen Aufenthalten zwischen Strand und Mahlzeiten. Zwei Wochen Urlaub am Stück ist aber längst Vergangenheit. In der Regel bleiben die Gäste eine Woche, viele nur noch übers Wochenende.
„Heute freuen wir uns, gemeinsam mit unserem Team die Zukunft des Hotels zu gestalten. Das gute Gefühl, dass uns viele Menschen schon lange begleiten, nehmen wir einfach mit“, sagt Nicole Dröse.


===Neuhofer Bilder===
===Neuhofer Bilder===
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Datei:Sackkanal 3.jpg|Entwässerung des Hinterlandes in die Ostsee
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Datei:2021 Heringsdorf Fotograf 1.jpg |Volker Knuth Fotograf Teil 1
Datei:2021 Heringsdorf Fotograf 1.jpg |Volker Knuth Fotograf Teil 1
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Aktuelle Version vom 26. August 2026, 19:37 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtHeringsdorf
Zeitlicher Schwerpunktfortlaufend
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2020
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Gemeinde Heringsdorf
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung

Heringsdorf im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Neukrug, In der Nähe lag der Krug Tessentin, 1389 erbaut Hinrik Netzebant auf Erbpachtland des Klosters einen neuen Krug, später genannt der Nye Krog, welcher von der Ostsee verschlungen wurde. N. war zu Gothen gehörendes Fischerdorf und Badeort.

Heringsdorf, Neukrug 1394 Ersterwähnung – Der schon länger errichtete Krug Tessenthin , der bereits den Namen „der nige Krug“ führte, woraus später Neukrug entstand, ist somit der älteste Bestandteil von Heringsdorf.

1435 wird der Krüger Hans Paules erwähnt.

1533 wurden der Krüger und seine Frau jämmerlich ermordet. Herzog Philipp ernannte zum Vormund der Kinder, die Gerth Neuenkirchen in Gothen zu sich genommen hatte, die Stadt Usedom, „dass sie mit allen Treuen helfe, dass die armen Kinder nicht verderbet werden.“

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

unter Schwedens Herrschaft (1648 - 1720)

Besuch von Victoria
Besuch von Königen

Neuhof

1693 Diese Ackerhof ist auf der Insel Usedom neben dem Meeresstrand belegen und grenzt an nachfolgende Dörfer: Auf der nördlichen und östlichen Seite ist das Meer, auf der südlichen Seite das Amtsdorf Corsvans und ein Teil vom Gotmar See, auf der westlichen Seite Gotmar See und das Amtsdorf Bantzin. Dieser Hof gehört dem Herrn Oberst Möller von der Lühne und ist zur Kirche Bentz gelegen.

Einwohner: Christian Burman

Neukrug

1693 Dieses Adelsdorf ist auf der Insel Usedom gelegen, innerhalb von Neuhofs Grenzscheiden, es gehört unter Neuhoff und liegt zur Kirche Bentz. Einwohner: 1. Joachim Gollatz, 2. Michael Kopman, 3. Michael Pervitz. Diese drei Kossaten haben gleichviel Acker zu bewirtschaften.

Am Meeresstrand pflegen sie zu fischen und fangen allerhand Arten Fische. Auch besteht deren vornehmste Fischerei in großem Dorsch- und Flunderfang, wie der Fisch deren bestes und vornehmstes Nahrungsmitztel ist. Denn vom Acker können sie übers Jahr nicht ihr täglich Brot haben.

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

unter Preußen (1720 - 1813)

1779 Neukrug ein zu den Mellenthinschen Gütern gehöriges Gut, 2 ½ Meilen von Uesedom nordostwärts, und 1 Meile von Swienemünde westnordwestwärts. An der Ostsee, hat 2 Feuerstellen, welche von Fischern bewohnet werden, die sich von der Strandfischerei ernähren, ist zu Benz Usedom in der Uesedomschen Synode eingepfarret, und ist ein Allodialgut, welches der Kriegsrath Peter Ernst von Meyenn besitzet. Dieses Dorf ist größtenteils von der Ostsee fortgerissen, und der dazu gehörige Acker gänzlich versandet worden, daher alle Einwohner, außer 2 Fischer, welche da selbst auf hohen Bergen wohnen, diesen Ort verlassen müßen.

1800 Neukrug hat nach dem steuerbaren Anschlage 14 Morgen 195 Ruthen und ist ein Allodialgut, welches der Landschaftsdeputirte, Leopold Heinrich Ernst von Meyenn, besitzet.

1817 Georg Bernhard von Bülow und sein Bruder Ernst Gottfried erwarben ein Teil des in Konkurs geratenen Rittergutes Mellenthin für 4500 Taler. Darin waren das Rittergut Gothen dem Dorf Neuhof und Fischerkolonie Neukrug und dem Fischerdorf Ahlbeck (adliger Teil)

1817 Bau des Sackkanals - Verbindung vom Gothensee zur Ostsee. Benannt nach Oberpräsident der Provinz Pommern in Preußen Johann August Sack

1819 Oberforstmeister von Bülow aus Gothen gestattet Fischern aus Neuhof und Neukrug Salzhütten für den Heringsfang zu errichten.

1820 König Friedrich Wilhelm III. und Kronprinz später: Friedrich Wilhelm IV., besuchen die Fischerkolonie und verleihen ihr den Namen "Heringsdorf".

1825 Anfänge des Badewesens.

1846 400 Urlauber sind im Jahr in Heringsdorf

1848 am 03.09. wir die Heringsdorfer Kirche geweiht. Pläne nach Ludwig Persius, Schüler Schinkels.

1855 Gedenkstein für Georg Bernhard von Bühlow in der Nähe der Kirche gesetzt.

1858 ein Fischerdorf mit 22 Büdnerstellen und Badeort am Ostseestrande, seit 1819 von dem Oberforstmeister George Bernhard von Bülow, derzeit Besitzer von Gothen, gegründet. Die Anzahl der Häuser beträgt 49 mit 165 Einwohnern, die hiesige Kirche ist eine Filiale von Benz Usedom.

1858 Neuhof ein Bauerndorf, 5 Bauern nebst 12 Büdnerstellen, ist nach Benz Usedom eingepfarrt befinden sich 24 Wohnhäuser mit 175 Einwohnern.

1858 Neukrug, ein Fischerdorf mit 14 Büdnerstellen und Badeort, mit Heringsdorf zusammenhängend, 28 Wohnhäuser und 109 Einwohner. Wurde mit Heringsdorf vereinigt

1867 Gründung Schützenverein

Kaiserreich (1871-1918)

Heringsdorf Beginn OZ 22.06.2020
Heringsdorf Teil 2
vor 150 Jahren Delbrück-Villa eingeweiht

1871 Dr. Hugo Delbrück und sein Bruder kaufen 700 bis 800 Morgen Land für 115.000 Taler vom Rittergut Gothen und bauen Logierhäuser.

1872 Gründungsjahr des Seebades Heringsdorf Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf mit Vorstand Hugo Delbrück gegründet. Delbrück-Villa eingeweiht

1872 bis 1874 Straßenbau von Swinemünde nach Heringsdorf.

1878 bis 1881 Straßenbau von Heringsdorf zum Pudaglaer Forst.

1879 Seebad Heringsdorf wird selbständige Gemeinde. Gemeindevorsteher Rux von 1879 bis 1886.

1880 im Jahr 4300 Badegäste in Heringsdorf.

1883 gebaut: Hotel Atlantik, dann Kaiserhof Atlantik, zu DDR Zeiten FDGB Heim Solidarität

1885 Schulneubau eingeweiht durch Pastor Klempin aus Benz. 2 Lehrer, 197 Schüler in zwei Klassen.

1886 Am Kulm wird eine Mauer für Hochwasserschutz gebaut, die heute noch besteht.(1872 starke Sturmflut)

1886 bis 1900 Gemeindevorsteher Fritz Kurth.

1890 Gothen und Neuhof kommen zur Gemeinde Heringsdorf.

1891 bis 1893 Bau der Seebrücke, 500 m

1893 Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Heringsdorf gegründet.

1893 Villa Oechsle vom Kommerzienrat Berthold und Bankhaus Bleicherröder errichtet

1894 am 01.07. Bahnanschluss an Swinemünde (Sackbahnhof)

1895 etwa 10.000 Gäste im Sommer

1897 Hölzernes Strandkasino gebaut - 1946 durch Feuer vernichtet

1898 Freiwillige Feuerwehr gegründet: 55 Männer melden sich nach dem Aufruf von Adolf Schackwitz und dem Arzt Dr. Peters. Er ist von 1898 bis 1902 Wehrführer.

1900 Leiter der AG Seebad Heringsdorf, Hugo Delbrück, stirbt.

1900 bis 1913 Gemeindevorsteher: Oskar Schreiber

1900 am 06. Mai Einweihung des Feuerwehrgebäudes in der August-Bebel-Straße.

1905 Wappen - vom Kunstmaler Buonacorzi - drei silberne Heringe auf blauem Grund.

1905 Dr.Hartwig wird Pfarrer in Heringsdorf - schreibt Chronik von Heringsdorf.

1907 am 23.06. wurd die "Bismarck Warthe" 91 m hoch auf dem Präsidentenberg geweiht - 1946 gesprengt. Einweihung der Pferderennbahn.

1907 Viktor Delbrück stirbt im Alter von 45 Jahren

1908 bis 1909 Erfolgreiche Solebohrung - Kurwesen wird entwickelt.

1910 am 03.04 stürzt der Direktor der Heringsdorfer Aktiengesellschaft vor Saßnitz im Alter von 43 Jahren mit einem Ballon ab.

Weimarer Republik (1918-1933)


1920 Feuerwehr sind 80 Kameraden gemeldet

1920 - 1926 Gustav Mantey, Gemeindevorsteher

1921 am 15.04. geht die Seebad AG für 600.000 Mark an die Gemeinde

1922 der russische Schriftstelle Maxim Gorki erholt sich in Heringsdorf - Villa Irmgard - heute Museum

1926 - 1929 Walter Bergmann, Gemeindevorsteher

1928 Sackkanal wird unter Promenade zur Mündung in die Ostsee verlegt.

1929 Musikpavillon errichtet

1929 "Stella Maris" katholisches Kinder- und Erholungsheim eröffnet

1929 Solebohrung bis 408 m tief

1932 - 1948 Leiter der Feuerwehr: Anton Schlosshauer

Literatur: Juden in Heringsdorf

Drittes Reich (1933-1945)

Heringsdorf Thingstätte

1933 Strandkorbfabrik "Harder" wird von Wolgast nach Heringsdorf verlegt.

1934 Freilichtbühne "Thingstätte" im Wald eingeweiht

Am 1. Mai 1934 fand die feierliche Eröffnung der Heringsdorfer Thingstätte vor einer imposanten Naturkulisse statt. Sie hatte Platz für 20.000 Zuschauer.
Hintergrund

Das Reichsgesetz vom 10. April 1933 benannte den 1. Mai 1933 als „Tag der nationalen Arbeit“. Im Jahr 1934 wurde der 1. Mai durch das Gesetz über die Feiertage zu einem „nationalen Feiertag des deutschen Volkes“ erklärt.

SBZ und DDR (1945-1990)

Bismarkturm Heringsdorf - Einweihung 1907

1945 am 04.05. sterben 6 Heringsdorfer Personen beim Bombenabwurf durch sowjetische Flugzeuge auf dem Buchenberg in Schützengräben

1946 am 02.05. wurde der 42 Meter hohe Bismarckturm auf dem 48 Meter hohen Präsidentenberg in Heringsdorf von den sowjetischen Truppen gesprengt.

1950 sind 7575 Urlauber im Ort

Der Journalist Herbert Hansen schrieb am 22. Juni 1950, 7:00 Uhr für „Die Zeit“ Zur Wiedereröffnung der „Brücke der Freundschaft“ am 27. März 1950 :

Heringsdorf, im Juni 50

Nach fünf Jahren ist endlich die erste der drei zerstörten Brücken, die auf die Insel Usedom führten, die Straßenbrücke bei Wolgast wieder dem Verkehr übergeben worden. Aber auf der Insel hofft man, daß auch die große Brücke bei Karnin eines Tages wieder für den Eisenbahnverkehr über Ducherow in Betrieb genommen werden wird. Anfangs war man der Meinung, daß es sich unter den heutigen politischen Verhältnissen erübrige, sie wieder aufzubauen, weil infolge der Abtrennung Swinemündes durch die Oder-Neiße-Linie die Schnellzüge doch nicht auf der alten Strecke von Berlin nach Heringsdorf fahren können. Jedoch soll für die Urlaubsreisen der „Werktätigen“ aus Mitteldeutschland, die jetzt den Umweg über Züssow und die Wolgaster Fähre machen müssen, von Kutzow nach Ahlbeck ein neues Gleis gelegt werden, so daß sich der Bäderverkehr auf „deutschem“ Gebiet abwickeln kann.

Heringsdorf bleibt auch in diesem Jahre in erster Linie als Erholungsort den russischen Besatzungstruppen vorbehalten. In dem hügeligen Waldgelände des Badeorts ist mit einem der größten Schulbau-Vorhaben der russischen Zone begonnen worden, zu dem eine zwölfklassige Grundschule, eine zwölfklassige Oberschule, eine zehnklassige Kreisberufsschule, ein Internat für 200 Schüler und ein Festhallenbau für 1000 Personen mit Turnhalle und Wirtschaftsküche gehören sollen. Außerdem wird, die ehemalige nationalsozialistische „Thingstätte“ zu einer Waldoper umgestaltet, mit einer Orchestervertiefung vor der Bühne für 200 Musiker und amphitheatralisch angelegten Bankreihen für 3000 Zuschauer. Heringsdorf hofft, die Nachfolgeschaft. der Zoppoter Waldoper antreten zu können.--

1951 Kirchenglocken wieder da, wurden nicht eingeschmolzen

1951 Erste Saison mit FDGB Feriendienst - 19.265 Urlauber

1952 Schulneubau an der B111 "Maxim Gorki" 45 Lehrer, 30 Klassen, 800 Schüler

1953 Jugendherberge in Heringsdorf

1956 Gemeinde Neuhof wird in die Gemeinde Heringsdorf eingemeindet

1958 am 27.06. steht die hölzerne Seebrücke in Flammen

1964 bis 1976 ist Anton Schloßhauer Wehrleiter

1965 ab diesem Jahr werden auch vorbeugende Kuren verordnet, dadurch mehr Auslastung

1969 Betrieb "Menüko" Menü-Gefrier- Konservierungsbetrieb in der Nähe des Bahnhofes eröffnet.

1970 Kunstpavillon auf der Promenade errichtet

1971 Turnhallenbau neben Gymnasium errichtet

1973 Bau der Straßenbrücke über den Sackkanal, B111

1975 am 09.05 neue katholische Kapelle eingeweiht.

1976 bis 1994 Wehrleiter der FF Günter Krumtung

1979 am 01.01. Unwetter, Schneeverwehungen B111 zwischen Heringsdorf und Bansin unpassierbar.

1980 FDGB Heim Solidarität Neubau wird errichtet - heute Kurklinik.

1988 FF erhält den Ehrennamen "Anton Schloßhauer"

1989 im Jahr erholen sich in Heringsdorf 60.000 Urlauber

die heutige Zeit

1990 Jan. - März Tischlermeister Wolfgang Bartelt, Bürgermeister

1990 am 10.10. Glockenturm der kath. Kirche geweiht.

1990 von April bis März 1991 Peter Martellok Bürgermeister

1990 im Dezember wurden alle Mitarbeiter des FDGB entlassen.

1991 ab 01.03. ist Merkle Bürgermeister

1991 Usedomer Kunstverein gegründet, Ausstellungen im Pavillon auf der Promenade

1992 Theaterzelt "Chapeau Rouge" auf der Promenade vom Anklamer Theater

1994 am 26.06. wir die Historische Gesellschaft Heringsdorf gegründet.

1994 Wehrführer wird Bob Bärwald

1995 am 03.06. wird die 508 m lange Seebrücke eingeweiht. Vor der Seebrücke ist ein Kugelbrunnen entstanden.

1996 Ostseetherme wird eröffnet

1997 ab dem 29.12. darf sich Heringsdorf "Seeheilbad" nennen.

2003 Tolxdorf wird Bürgermeister

2005 ab 01.Mai wird Klaus Kottwittenborg für die "Dreikaiserbäder" - Gemeinde Heringsdorf Bürgermeister.

2009 Grundsteinlegung für Steigenberger Hotel (Auf dem Grund stand das FDGB Heim Erich Weinert der Leuna Werke der DDR)

2012 am 25.03. wird Lars Peterson als Bürgermeister gewählt.

2015 Historische Gesellschaft löst sich nach Streit auf.

2015 am 05.10 stirbt Else Rönsch aus Ahlbeck im Alter von 111 Jahren im Seniorenheim Heringsdorf.

2019 am 16.05. wird Laura Isabelle Markisen der Gemeinde Heringsdorf


2026 07. August Ostseezeitung von Henrik Nitzsche
Will Schwesig Marisken als Ministerin?
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hält große Stücke auf Heringsdorfs Bürgermeisterin / Spätestens seit der Wiederwahl wird Laura Isabelle Marisken als großes politisches Talent wahrgenommen

Vor sieben Jahren war Laura Isabelle Marisken in Heringsdorf ein Name, den viele erst einmal buchstabieren mussten. Heute genügt oft der Vorname Laura – und jeder weiß, wer gemeint ist. In wenigen Jahren hat sich die promovierte Juristin von der politischen Außenseiterin zur überregional beachteten Bürgermeisterin entwickelt.

Und längst geht es nicht mehr nur um die Frage, wie sie eine Ostseegemeinde führt. Sondern darum, ob Heringsdorf auf Dauer überhaupt groß genug für eine Politikerin ist, über deren Zukunft inzwischen selbst in Schwerin spekuliert wird.

Erst vor wenigen Tagen wurde die gebürtige Berlinerin bei einem Festakt für ihre zweite Amtszeit bis 2033 vereidigt. Viel Politprominenz aus Schwerin war dabei. Der neue Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, Philipp Amthor (CDU), gratulierte per Videobotschaft. Auch Staatskanzleichef Patrick Dahlemann und Innenminister Christian Pegel (beide SPD) waren vor Ort. Ein untrügliches Zeichen, dass die Landesregierung Marisken auf dem Radar hat.

Im Sommer 2019 sprach wenig für eine solche Entwicklung. Damals war Marisken Anfang 30. Ohne Partei als Rückhalt gewann sie überraschend die Stichwahl gegen Amtsinhaber Lars Petersen (CDU). „Ich war jung, parteilos und kam nicht aus der Politik“, erinnert sich Marisken. „Umso dankbarer bin ich, dass ich die Chance bekommen habe, mich durch meine Arbeit zu beweisen“, sagt die 38-Jährige.

Die Bewährungsprobe kam schneller als erwartet. Kurz nach ihrem Amtsantritt legte Corona das öffentliche Leben lahm. Heringsdorf, dessen Wirtschaft als Gemeinde mit den meisten Übernachtungen in MV am Tourismus hängt, stand vor existenziellen Herausforderungen. Zwischen Landesregierung, Verwaltung, Hoteliers und Einwohnern musste die neue Bürgermeisterin erklären, vermitteln und entscheiden.

„Vielleicht war gerade dieser andere Blickwinkel von außen eine Stärke. Ich war nicht von eingefahrenen Strukturen geprägt, sondern habe jede Entscheidung unvoreingenommen betrachtet“, blickt Marisken zurück.

Auf Corona folgten der Ukraine-Krieg, die Energiekrise, Inflation und Wohnraummangel. Immer wieder betonte Marisken, die Gemeinde müsse mehr sein als eine Ferienkulisse. Vor allem müsse sie ein lebenswerter Ort für die Menschen sein, die dort das ganze Jahr leben und arbeiten.

„Ich stelle hohe Ansprüche an mich und andere. Mein Perfektionismus hilft mir dabei, Themen gründlich vorzubereiten, transparent zu arbeiten und gemeinsam mit Verwaltung und Gemeindevertretung die besten Lösungen zu finden“, sagt sie.

Mit jeder Debatte wurde ihr Name landesweit bekannter. Viele Herausforderungen Usedoms – Wohnungsnot, Fachkräftemangel oder Infrastruktur – beschäftigen inzwischen nahezu alle Tourismusregionen. Die Anerkennung reicht inzwischen bis in die Spitze der Landespolitik. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagt: „Ich schätze Laura Isabelle Marisken als starke Bürgermeisterin in Heringsdorf. Sie setzt sich engagiert für ihre Gemeinde und für ganz Usedom ein. Ihr Wort hat Gewicht im ganzen Land. Ich freue mich weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.“ Spätestens mit ihrer Wiederwahl im März 2026 wurde aus der Überraschungskandidatin Marisken eine feste politische Größe. Einen Gegenkandidaten gab es nicht mehr, fast 88 Prozent der Wähler sprachen ihr erneut das Vertrauen aus.

Für Staatskanzleichef Patrick Dahlemann (SPD) ist Laura Isabelle Marisken „eine starke Bürgermeisterin und kluge Juristin. Ihre Nähe zu den Menschen ist etwas ganz Besonderes. Ich bin mir sicher, dass wir noch viel von ihr hören und lesen werden“.

Klar, dass bei so viel Lob in Schwerin längst spekuliert wird, dass Schwesig Marisken nach der Landtagswahl am 20. September ein Angebot fürs Kabinett machen wird, wenn es die Ministerpräsidentin denn wieder bilden kann – wahrscheinlich für den Posten der Justizministerin. Dem Gerede über eine politische Zukunft in Schwerin begegnet die Verwaltungschefin gelassen: „Mein Herz schlägt für Heringsdorf. Ich empfinde es als Wertschätzung, wenn Interesse an meiner Arbeit besteht. Gleichzeitig habe ich mich bewusst für Heringsdorf entschieden. Dem Vertrauen der Einwohnerinnen und Einwohner fühle ich mich verpflichtet.“

Marisken, die 2022 an der Universität Greifswald ihren Doktortitel bekam, setzt auf einen sachorientierten Politikstil. „Mein Arbeitsalltag besteht zu einem großen Teil aus klassischer Sacharbeit.“

Auch frühere Skeptiker zollen ihr heute Respekt. Sebastian Antczak, der 2019 noch ihren Gegenkandidaten unterstützte und Vorsitzender des Sozialausschusses war, sagt: „Wir haben eine geerdete Bürgermeisterin. Sie hat vor allem in der Anfangszeit die Krisen um Corona und den Ukraine-Krieg sehr gut gemeistert.“

„Dass ich nun, sieben Jahre später, mit einem so deutlichen Ergebnis wiedergewählt wurde, bedeutet mir unglaublich viel und erfüllt mich mit Demut“, sagt Marisken. „Dieses Vertrauen empfinde ich vor allem als Verpflichtung für die Zukunft. Für mich ist dieses Amt die größte Ehre, die mir in meinem beruflichen Leben zuteilgeworden ist.“

Für Unternehmerverbandspräsident Gerold Jürgens wäre ein Wechsel nach Schwerin keine Überraschung. Er schätzt Mariskens „Geradlinigkeit“ und den frühzeitigen Austausch mit der Wirtschaft. „Mit ihrer Power könnte ich sie mir dort sehr gut vorstellen. Für die Wirtschaft in Vorpommern wäre das sicher nicht von Nachteil.“

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Flughafen Heringsdorf

Bahnhof Heringsdorf

2026 25 August Ostseezeitung von Henrik Nitzsche
Zu Hause im Heringsdorfer Bahnhof

Wenn Christian Hoyer morgens Kaffee kocht, ist längst ein Zug unterwegs. Gegen 6.45 Uhr hört der 42-Jährige aus dem Küchenfenster, wie die Bahn bereitgestellt wird. Drei Minuten später soll sie schon abfahren. „Wenn sie sich um ein paar Minuten verspätet, werde ich schon unruhig“, sagt Hoyer.

Als Leiter der Bahnwerkstatt und Kfz-Werkstatt der Usedomer Bäderbahn (UBB) hört er allerdings nicht einfach nur einen Zug. Wie läuft die Lüftung des Motors? Wie klingt die Klimaanlage? Ist alles so, wie es sein soll? Job ist schließlich Job.

Und der Arbeitsplatz liegt direkt vor seiner Wohnungstür. Denn Christian Hoyer wohnt im Heringsdorfer Bahnhof. Seine Adresse lautet: Am Bahnhof 1. „Das kann nicht jeder von sich behaupten“, sagt der gebürtige Quedlinburger und lacht. Und überhaupt: Das klinge doch besser als Hauptstraße 54.

Was passiert hinter den Mauern des riesigen Backstein-Ensembles, durch das täglich Urlauber auf dem Weg zum Zug oder Strand hasten?

Dort befindet sich längst nicht nur die UBB. Es gibt einen Veranstaltungsraum für rund 100 Menschen, ein Regionalbüro einer Versicherung und Räume von DB Regio Nordost für Lokführer. Im Nebengelass sitzen UBB-Betriebsrat und Kundenbetreuer, wie UBB-Chefin Dörte Basler berichtet. Seit Dezember 2025 ist nach elf Jahren Leerstand auch das ehemalige Bahnhofsrestaurant wieder mit Leben gefüllt: Im „KulturKlub“ finden Veranstaltungen statt. „Das Gebäude wird vollständig genutzt“, sagt sie.

Und mittendrin lebt einer, der all diese Seiten des Bahnhofs kennt: Christian Hoyer. Seine 70 Quadratmeter große Wohnung hat Fenster in zwei Richtungen. Auf der einen Seite: Gleise, Bahnsteig, Züge – Arbeit. Auf der anderen: Baumwipfelpfad und viel Grün – Freizeit. Nur eines trennt Hoyer dann doch gern: Arbeit und Zuhause. Obwohl er „von Herzen Eisenbahner“ ist, sucht man in seiner Wohnung vergeblich nach alten Fahrplänen oder Bahn-Fotos. „Auch wenn es hier auf dem Bahnhof ist, im Zuhause soll dann auch Feierabend sein.“

Viel näher am Feierabend geht es kaum: „Zu Fuß laufe ich zehn Minuten bis zur Arbeit. Und dann liegt die Dienstwohnung noch so nah am Strand. Das ist ein großes Privileg“, sagt Hoyer. Seit dem 1. September 2025 arbeitet der 42-Jährige bei der UBB. Der Heringsdorfer Bahnhof ist allerdings nicht sein erster als Wohnadresse. Die ersten drei Monate auf der Insel lebte er im Bahnhof Ückeritz.

Der studierte Regionalmanager arbeitete bei der Deutschen Bahn in Berlin, Cottbus, Frankfurt am Main und Halle. Zuletzt war Berlin sein Zuhause – bis der Job bei der UBB ihn auf die Insel führte.

Zunächst pendelte er am Wochenende zwischen Usedom und der Hauptstadt. Seine Frau lebt dort und arbeitet ebenfalls bei der Bahn. Inzwischen ist es eher umgekehrt: Sie kommt häufiger auf die Insel. „Es ist hier einfach lebenswert und an Hitzetagen viel erträglicher als in der City“, sagt Hoyer.

Der Bahnhof ist für das Paar deshalb auch Ort des Abschieds und des Wiedersehens. Seine Frau kommt aus Berlin mit der Bahn. Und wenn sie in Heringsdorf aussteigt, ist sie praktisch schon zu Hause. Sein Lieblingsplatz ist die große Bahnhofshalle. „Sie ist wunderschön mit dem Tonnengewölbe und den Buntglasfenstern“, sagt er. Viele Fahrgäste allerdings dürften diese Schönheit kaum wahrnehmen. Sie haben den Blick auf die Uhr, suchen den richtigen Bahnsteig oder wollen schnell weiter.

Welche Geräusche verbindet er mit seinem Zuhause? Bahnsteigansagen gehören dazu, wenn es einmal eine kleine Unregelmäßigkeit gibt. Busse. Und vor allem Menschen. Der Bahnhof ist ein Mobilitätshub. „Dazu gehören auch die Gespräche der Menschen, wenn sie auf Bus, Bahn oder Taxi warten“, sagt Hoyer.

Wenn er zur Arbeit mit orangefarbener Warnweste unterwegs ist, wird er regelmäßig von Urlaubern angesprochen. Die häufigste Frage: Wie komme ich zum Strand?

„Einfach über die Ampel und dann geradeaus.“ Sechs bis zehn Minuten dauert der Weg. Hoyer nutzt ihn selbst gern. Nach Feierabend geht er zum Strand – „Meer gucken“.

Geschichte des Heringsdorfer Bahnhofs
Der Bahnhof Heringsdorf wurde am 1. Juli 1894 als Endpunkt der Strecke Ducherow–Swinemünde–Heringsdorf eröffnet. Wegen des wachsenden Verkehrs wurde die Strecke 1908 zweigleisig ausgebaut und 1911 über Zinnowitz bis zur Wolgaster Fähre verlängert. Bis zum Zweiten Weltkrieg erreichten Schnellzüge aus Berlin den Bahnhof und brachten viele Urlauber nach Heringsdorf. Nach dem Krieg wurde der Bahnhof zum Zentrum des Eisenbahnverkehrs auf der nun geteilten Insel Usedom, während die Verbindung zum Festland unterbrochen war. Zwischen 1994 und 1997 wurde der Bahnhof grundlegend modernisiert; heute ist er wieder Teil des Eisenbahnnetzes.

2021 Baumwipfelpfad

In direkter Nähe zum Bahnhof Heringsdorf gelegen, schlängelt sich seit dem Jahr 2021, auf einer Gesamtlänge von 1350m und einer Höhe von bis zu 23m, der Baumwipfelpfad direkt durch den Heringsdorfer Wald. Am Ende des Pfades befindet sich der Aussichtsturm, welcher der alten Bismarckwarte nachempfunden wurde, mit einer Aussichtsplattform in einer Höhe von 75m über dem Meeresspiegel. Die komplette Anlage wurde barrierearm gestaltet.

Namensgebung Heringsdorf

2023 neueste Forschung- Ergebnis


Haus der Erholung (HdE)

Das HdE hat eine bewegende Vergangenheit: Im Mai 1957 wurde es als Kulturhaus eröffnet und diente zunächst als FDGB-Verpflegungsstelle. Ferienreisen in der DDR wurden über den Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) abgewickelt. Nach der Wende 1989/90 wurde das Gebäude bis 2010 als Kino, Diskothek und für Veranstaltungen des Karnevalvereins genutzt.

Hotel am Gothensee

2026 16. April Ostseezeitung von Henrik Nitzsche
Vom DDR-Betriebsferienheim zum Familienbetrieb

50 Jahre Hotel am Gothensee: Die Brüder Dröse führen die Tradition ihrer Eltern in Heringsdorf mit Hotel und Restaurant fort

Im Kinderwagen hat alles angefangen. Während andere Babys durch Parks geschoben wurden, rollte Heiko Dröse schon durch Flure, die nach Urlaub rochen. „Ich war praktisch von Anfang an dabei“, sagt der 53-Jährige und lacht. Heute steht er hinter dem Tresen, zapft Bier, begrüßt Gäste und führt gemeinsam mit seinem Bruder Hanjo (54) das Hotel & Restaurant „Am Gothensee“ in Heringsdorf. Ein Haus, zwei Systeme und ein halbes Jahrhundert Geschichte. Und mittendrin eine Familie, deren Zuhause gleich nebenan liegt.

1976 öffnete hier, etwas abseits der Promenade, ein Betriebsferienheim seine Türen. Der VEB Straßen-, Tief- und Rohrleitungsbau Rodewisch ließ sich das Objekt 1,6 Millionen DDR-Mark kosten. Für damalige Verhältnisse ein Vorzeigebau: Sporträume, Sauna, Außenanlagen und Platz für „50 Betten und 25 Aufbetten“, wie es in alten Unterlagen heißt. „Das war schon etwas Besonderes“, erinnert sich Hanjo Dröse.

Und noch etwas machte das Haus besonders: echtes Wernesgrüner Bier aus dem Vogtland. Gebraut quasi in der Nachbarschaft des Trägerbetriebs in Rodewisch, war es in der DDR vielerorts nur schwer zu bekommen, oft „Bückware“.

Hier aber floss es ganz selbstverständlich aus dem Hahn. Ein kleiner Luxus, der geblieben ist. Auch heute noch steht das Wernesgrüner auf der Karte.

Heinz-Günther und Brigitte Dröse stiegen mit der Eröffnung des Ferienheims ein. Sie prägten das Haus und legten den Grundstein für das, was bis heute Bestand hat.

„Wir sind stolz, dass das Haus die Wende überlebt hat und noch immer ein Familienunternehmen ist“, sagt Heiko Dröse. 1999 kaufte der Vater das Objekt gemeinsam mit einer Teilhaberin. Dass die Söhne einmal übernehmen würden, war nicht geplant. Heiko lernte Schiffbauschlosser auf der Wolgaster Werft, wurde später Busfahrer und war in ganz Europa unterwegs. Hanjo arbeitete als Maurer und Gerüstbauer. Und doch kamen beide zurück.

Heute ist die Arbeit klar verteilt: Hanjo kümmert sich um Küche und Restaurant, Heiko organisiert mit seiner Frau Nicole Service, Vermietung und Vermarktung. 15 Mitarbeiter gehören inzwischen zum Team. 1992 wurde das Haus grundlegend umgebaut: Der Sportraum verschwand, Restaurant und Frühstücksraum zogen ins Erdgeschoss, die Ölheizung wich einer Gasheizung. Heute gibt es 36 moderne Zimmer. „Jedes Jahr wird im Haus etwas modernisiert“, sagt Nicole Dröse.

Im Gastraum fallen sofort die neun Leuchter im Jugendstildesign ins Auge. Sie stammen noch aus den Anfangsjahren, eingebaut von einer holländischen Firma. „Ich hätte sie schon hundertfach verkaufen können“, erzählt Heiko Dröse. Sie sind geblieben.

Geblieben ist auch das, was viele Gäste suchen: Ruhe. „Wer hierher kommt, der sucht sie und bekommt sie auch“, sagt Heiko Dröse. Statt Promenadentrubel gibt es Seeblick, saftige Wiesen, Seeadler, Wildgänse sowie Rehe und abends Sonnenuntergänge auf der Terrasse.

Elf Monate im Jahr ist geöffnet. Neben Urlaubern setzen die Dröses vor allem auf Einheimische. „Frische Küche, gute Qualität zu günstigen Preisen, das ist unsere Erfolgsformel. An dem Standort brauchst du einen guten Mix“, sagt Heiko. „Und Bodenständigkeit“, ergänzt er.

Auch die Vergangenheit lebt weiter. Viele Rodewischer kommen noch immer. „Das sind inzwischen mehrere Generationen. Wir haben noch Gäste, die damals den Bau miterlebt haben“, sagt Nicole Dröse.

Dann werden Geschichten erzählt: vom Barkas, mit dem einst das Mittagessen vom Bansiner Bahnhof geholt wurde, von Heimabenden und zweiwöchigen Aufenthalten zwischen Strand und Mahlzeiten. Zwei Wochen Urlaub am Stück ist aber längst Vergangenheit. In der Regel bleiben die Gäste eine Woche, viele nur noch übers Wochenende.

„Heute freuen wir uns, gemeinsam mit unserem Team die Zukunft des Hotels zu gestalten. Das gute Gefühl, dass uns viele Menschen schon lange begleiten, nehmen wir einfach mit“, sagt Nicole Dröse.


Neuhofer Bilder

Opfer von Krieg und Gewalt aus ...

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

Personen Heringsdorf

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Heringsdorf

Flurnamen auf der Heringsdorfer Feldmark