Fortlaufende Ortschronik der Hansestadt Rostock

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Die Chronologie der Geschichte von Rostock

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Rostock Ur- und Frühgeschichte

1121/1129
Die Burg Kessin wird von dem Wagrierfürsten Zventepolch (dem Sohn des Wendenkönigs Heinrich) im bunde mit dem Sachsenkönig Lothar und dem Grafen Adolf von Holstein eingenommen. (1b,55. 13,13.)
1127
Wendenkönig Heinrich stirbt (13,13.)
1152
Tempel des Goderac in Kessin von Fürst Niklot zerstört. (13,14.)
1160
Obotritenfürst Niklot im Kampf gegen Waldemar von Dänemark und Herzog Heinrich dem Löwen gefallen. ((1b,55. 13,17)
Werle wird von Waldemar in Brand gesteckt (13,179
Sieg König Waldemars von Dänemark auf dem Breitling über die Obotriten. (4d,1 12,2ff 13,17)
Waldemar äschert das verlassene wendische Rostock ein und verbrennt das vorgefundene Götzebild. (4d,1 13,17. 22. 25.)
1164
29.April Pribislav, der älteste Sohn des Obodritenfürsten Niklot, läßt sich taufen. (1b,55.)
nach - Bischof Berno von Schwerin weiht an der Stelle, wo der Tempel des Goderac gestanden hatte, dem Hl. Godehard (Bischof von Hildesheim, gest. 1038) eine Kirche (Kessin = St. Godehardsdorf). (1b,55. 13,14.)
1170
Anfang Januar - Kaiser Friedrich bestätigt dem Bistum Schwerin seine Besitzungen, u.a. Burg Kessin. (1b,55f 13,14.)
Pribislav legt die wendische Burg Rostock (auf der späteren Petribleiche)an. (13,17f. 19f. 25. 37.)
1171
1.März - Pribislav stiftet auf Veranlassung seiner Gemahlin Wozlaa das Cistercienser-Kloster Althof (später Doberan). (1b,17f. 19f. 25. 37.)
9. September - Herzog Heinrich der Löwe bewidmet das Bistum Schwerin u.a. mit St. Godehardsdorf. (1b.56. 13,14.)
1178
30. Dezember - Pribislav stirbt, danach Aufstand der Wenden, Doberan zerstört. (13,18)
1179
Pribislavs Sohn, Heinrich Borwin I. hat die Burgen Rostock und Mecklenburg inne; nach Herstellung des Friedens tritt er 1183 das Land Rostock an seinen Vetter Nikolaus II. (Sohn Wartislaws)ab. Dieser nennt sich Herr von Rostock. Damit ist Rostock an die Stelle Kessins getreten. (13,18.)
1189
Die St. Clemenskirche in der wendischen Wik schon vorhanden. (13,22.)
8.April - Fürst Nikolaus von Rostock schenkt dem Kloster Doberan eine jährliche Hebung von 6 Mark aus dem Kruge zu Goderac. (1b,56)
Fürst Nikolaus bewilligt den Doberaner Mönchen, daß sie auf einem Markt zu Rostock (Wik) ohne Zoll kaufen und verkaufen können. (13,22.)

Rostock im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1200
um - Kleine Siedlung deutscher Handelshöfe über dem Fluß auf der steilen Höhe der heutigen Altstadt. (13,26.)
1218
24.Juni - Bewidmung der (Alt-)Stadt Rostock mit lübschem Recht. (1a,9. 67. 2a,8. 17. 4d,7f. 13,22. 26f.)
1220/1225
Burg am Burgwall von Heinrich Borwin II.erbaut. (13,39)
1227,
22.Juli - Schlacht von Bornhoeved - (1d,1.9
1232
Die Mittelstadt mit St. Marienkirche, Rathaus und Markt, sowie mit eigenem Rat in den Grundzügen fertig. (13,30)
27. März - Erste urkundliche Erwähnung der Marienkirche in Rostock (MUB 1,398. 13,30)
1240
Stiftung des Franziskaner-Klosters St. Katharinen. (4d,8. 13,35. 38. 47.9
1252
Großer Brand der Mittelstadt. (13,39. 15,14)
Die Neustadt mit Jakobipfarre, Rathaus, Neustädter (=Hopfenmarkt, heute Universitätsplatz) bis auf Einsetzung eines eigenen Stadtregimentes fertig. (13,33)
25.März - Fürst Borwin III. bestätigt der Stadt ihre Gründungsurkunde mit allen Privilegien und dehnt das lübische Recht auf die ganze Stadtfeldmark aus. (4d,10. 13,35. 55.)
Die Stadt kauft die Rostocker Heide u. die Warnowfischerei von Fürst Borwin III. und erhält das Strandrecht in ihrem Hafen Warnemünde. (3b,6.24 (nr. 32). 12,1f. 6. 13,35. 14,7. 15,5.)
Die Kaufurkunde der Rostocker Heide vom 25. März 1252 betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige
1256
Stiftung des Dominikaner-Klosters St.Johannis. (7,23. 13,31. 48. 19,143)
Nach - Bau des Steintores (13,31f)
1260
Heilig-Geist-Hospital in der Altstadt, St.-Georg-Hospital vor dem Steintor (für Aussätzige), bei einem Vernächtnis zum ersten mal erwähnt. (13,32)
1262 (um)
Tor in der Großen Mönchenstraße und das erste Kuhtor erbaut (13,32)
18.Juni - Fürst Borwin III. gestattet die Vereinigung von Alt- und Neustadt (wird am 28.Juni 1265 vollzogen);Bede der Gesamtstadt 250 Mark Rostocker Pfennige. (2b,3. 4d,12 Anm. 13,32. 34.)
etwa - Fürst Heinrich Borwin tritt die Burg am Burgwall an die Stadt ab. (13,40)
1263
Hof des Klosters Doberan in Rostock, der oberaner Hof, bereits erwähnt. ((13,53f.)
1264
Großer Brand (Anlaß zur Vereinigung der Einzelgemeinden). (13,34.)
12. Oktober - Fürst Heinrich Borwin III. überl-ßt der Stadt auch seinen Besitz im Bruche zwischen dem festen Lande und der Warnow einerseits und dem St.Clemensdamm und dem von Bartelsdorf kommenden Bach andererseits. Spätere Armenwiese. (MUB 2,1021) (13,56)
Fürst Borwin verleiht den Rostockern das städtische Recht in ihrem Hafen Warnemünde. (MUB 2,1021) (12,2. 6.)
1265
29. Juni (Peter und Paul) - Vereinigung von Alt- und Neustadt. (2b,3. 4d,12 Anm. 13,33-37.)
Der Markt der Neustadt (St.-Jacobi-Markt) wird Hopfenmarkt der Gesamtstadt. (13,34.)
1266
27.Oktobeer - Fürst Waldemar verspricht den Rostockern, daßder von seinem Vater beim Bramower Tor angefangene Burgbau eingestellt und niedergelegt werden soll. (13,35. 40.)
1269
Der Gärtner Johann Frese in Rostock vermacht der Kirche des Heiligen Godehard zu Kessin 4 Schillinge (Hieraus Identität von Godehardsdorf und Kessin erschlossen) (1b,57.)
24.Mai - Königin Margarethe (Sambiria) von Dänemark läßt sich von Fürst Waldemar die Erlaubnis erteilen, in seinem Gebiet 4 Pflug Landes zu erwerben (sie erwirbt Schmarl f. 1272). (13,44.)
1270
22.September - Stiftung des Cistercienser Nonnenklosters zum Hl. Kreuz durch die Königin Margarete Sambiria. (13,43f. 49f.)
1272
2. Juni - Königin Margarethe verleiht dem Kloster zum Hl. Kreuz über Schmarl ($ Pflug Ackers) zu ewigem Besitz. (MUB 2,1251)(13,44)
1274
Auf der Kirchenversammlung zu Lyon wird ein ausgedehnter Ablaß gewährt für den Neubau des Heil.-Geist-Hospitals. Dieses wird in den zugeschütteten Sumpf an der Grenze zwischen Mittel- und Neustadt (zwischen Eselföterstraße und Faule Grube) verlegt. (1275 im Bau.) (13,52. 17,111.)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

1809
26. Mai - Holländische Truppen erscheinen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde.(BRG 9,23)
27.- 29.Mai - Holländische und dänische Truppen als Verfolger Schills requirieren in Rostock. (BRG 9,23. 10,44)
29. Mai - Rostock wird die Bewachung, Verpflegung und Verantwortung für die zurückgelassenen gefangenen Schillschen Soldaten aufgebürdet. (BRG 9,24ff)
6.Juni - Die gefangenen Schillschen Soldaten werden nach Schwerin transportiert. (BRG 9,27ff)
1810
7.Oktober - Durchgehende französische Zoll-Linie von Lübeck bis Ribnitz wird eingerichtet. (BRG 3c,75)
1811
5.April - Der französische Kommandant läßt in Warnemünde ein Blockhaus und Redoute errichten. (BRG 3c,74-91)
9. Juni - Messe in der Marienkirche zur Taufe des Königs von Rom. (BRG 3c,90)
15. August - Messe in der Marienkirche zu Napoleons Geburtstag. (BRG 3c,90)
1812
2. März - Die Batterien in Warnemünde werden von den französischen an die mecklenburgischen Truppen übergeben. (BRG 3c,89)
Juli - Für das französische Militär muß in Warnemünde eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BRG 4a,69f)
4.Oktober - Messe in der Marienkirche zur Feier der Einnahme Moskaus (am 14. September). (BRG 3c,90)
1813
23.März - Aufhebung der Seehandelssperre (Kontinentalsperre)und Öffnung der Häfen; Rostock illuminiert. (BRG 3c,91)
24. Mai - Das Weinamt läßt die von Schill vernagelten Kanonen als Straßeneckpfeiler an Bürger verkaufen. (BRG 4c,55f)
August - Die Englische Flotte liegt auf der Warnemünder Reede. (BRG 3c,91)
26. August - Die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute in Warnemünde. (BRG 3c,91f)
1818
Die Heilig-Geist-Kirche wird auf Abbruch verkauft und abgebrochen. (BRG 13,52 17,111)
1819
24.Mai - Gründung deer Philomatischen Gesellschaft in Rostock. (BRG 10,106 12,17-35)
29. August - Enthüllungsfeier des Blücherdenkmals. (BRG 3d,91 Anm 5,321ff)
12. November - 400 Jahrfeier der Universität (BRG 11,8-11)
1825
25. September - Gründung der "Sparkasse in Rostock". (BRG 15,49ff)
1827
14.März- Abschluß des Vergleichs zwischen Großherzog Friedrich-Franz I. und der Stadt. (BRG 2a,9. 14. 4c,112 Anm 20,2)
9.Mai - Eröffnung des ersten Turnplatzes auf einem Garten zwischen dem Kröpeliner und Steintor. (BRG 4a,112)
12.-14.Juni - Großherzog Friedrich Franz I. Besuch in Rostock. (BRG 3d.90-92 20,2.)
1828
In Warnemünde wird das erste Damenbad auf der Ostseite angelegt. (BRG 4a,70)
1831
Die Johanniskirche wird abgebrochen, angeblich wegen Baufälligkeit. Es scheinen aber auch allerlei Grundstücksspekulationen mitgespielt zu haben. (BRG 6,23 13,48 16,58-64 18,80)
1834
In Warnemünde wird von dem Chirurgen Schütz eine Warmbadeanstalt errichtet (Greifenbad). (BRG noch überprüfen 3c,93 4a,67. 70.)
29. Juni - Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. (BRG 2b,113f 3b,118 3d,90 4a,64ff 10,2)

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

Die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

z.B.

Herkunft und erste Erwähnung von Rostock

Rastocku - der slawische Vorgänger und andere Siedlungen im Mündungsgebiet der Warnow

Die verloren gegangene Stadtrechtsbestätigung

Urkunde vom 24. Juni 1218
Wie das Ärgernis zustande kam, ist nicht überliefert, aber unzweifelhaft muß es mehr oder weniger eines gewesen sein: das Verlorengehen der Stadtrechtsbestätigung vom 24. Juni 1218, der einzigen Urkunde über Rostock, welcher der Rang einer Gründungsurkunde zuzuerkennen ist.
Ihr Wortlaut wurde 1252 in die Urkunde über den Kauf der Rostocker Heide übernommen. Falls sie schon damals abhanden gekommen war, könnte das der Anlaß der Übernahme (Transsumpt) in die Heideurkunde gewesen sein.
Daß sie gestohlen worden war, ist wenig warscheinlich.
Daß die Rostocker Stadturväter die Urkunde durch Schlamperei eingebüßt hatten, kommt bei genauerem Überlegen noch weniger in Betracht. Sie war jahrzehntelang die einzige Urkunde in ihren Händen, und gerade im 13. Jahrhundert hätte man dann sicher geargwöhnt, der Rostocker Rat habe sie absichtlich beiseite geschafft, um einen für die Stadt günstigeren Text herauszuhandeln.
Doch das wäre auch nur möglich gewesen, wenn keine genauen Abschriften von der ursprünglichen Fassung existiert hätten, was wir aber wiederum nicht wissen, weil, wie gesagt, dazu nicht das Geringste überliefert ist.
Sollte der Verlust eine so furchtbare Blamage gewesen sein, daß ein betretenes Schweigen für Freunde und selbst für Feinde geboten war, und wir es deshalb nirgends nachlesen können? Nun, dagegen sprechen viele Beispiele, in denen Urkunden durch höhere Gewalt vernichtet wurden.
Als Ursache für das Veschwinden des Originals der Rostocker Stadtrechtsbestätigung kommt am ehesten eine der damals verhältnismäßig häufigen Feuersbrünste in Frage, so daß der Verlust einerseits zwar großes Pech bedeute haben kann, andereseits der Fall aber keine Brisanz besaß.
Nach K.P.Olechnowitz lautet der Text der Bestätigung in deuscher Fassung:
"Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit!
Borwin, Herr von Mecklenburg, allen die die gegenwärtige Urkunde sehen werden, in Ewigkeit!
Bekannt sei allen unseren Christi Getreuen, den gegenwärtigen und den zukünftigen, daß ich Borwin und meine vielgeliebten Söhne Heinrich und Nicolaus zu unserem und unserer Erben Nutzen jetzt und in Zukunft mit der Hilfe göttlicher Gnade Rostock dazu ausersehen haben, daß sie als Stadt aufgebaut werde.
Damit aber die Bewohner den genannten Ort um so sicherer aufsuchen mögen, sollen sie durch einen festen Frieden und umfassende Freiheiten darin bestärkt werden.
Wir versichern allen Gegenwärtigen und Zuküftigen die vollkommene Zollfreiheit in unserem Herrschaftsbereich an Gebäuden, Grundstücken, bebautem Land, Äckern, Feldern, Wiesen, Weiden, Wäldern, Fischgründen, Jagdgründen, Gewässern und Flußläufen, Wegen und Umwegen, Ausgängen und Eingängen und bestätigen sie in der Gewohnheit des ihnen verliehenen Rechtes der Stadt Lübeck jetzt und in Zukunft."

Drei Städte wurden zu Einer

Rostock kauft die Heide

Heinrich (II.) der Löwe verkauft der Stadt das herzogliche Fischerdorf Warnemünde

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Rostock

DIE SIEBEN IN ROSTOCK

Die von alten Zeiten her berühmte Universitäts- und Münzstadt Rostock ward als merkwürdig von den Alten bezeichnet wegen der Siebenzahl.
Die Stadt hatte sieben Tore, sieben Brücken, sieben sämtlich vom Markt ausgehende Hauptstraßen, sieben Türme und sieben Türen im Rathause, an der Marienkirche sieben Portale, an den Uhrwerken sieben Glocken und im Rosengarten, der aus alter Zeit berühmt ist und dessen in der Sage von des Minnesängers Heinrich Frauenlobs Begängnis zu Mainz gedacht wurde, sieben uralte Linden. Man hat vor alters wohl manches Mal Rostock spottend nachgesagt, es habe zu diesen vielen Sieben auch nur sieben Studenten, und es ist sogar gedruckt worden, es lebe und sterbe mancher Rostocker, ohne nur einen Studenten gesehen zu haben.
Den alten Namen aber hat Rostock von einem Rosenstock, es ward urbs rosarum, die Rosenstadt, genannt, und das steht wieder mit dem erwähnten Rosengarten in Verbindung.
Quelle: Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853


HEINRICH FRAUENLOBS BEGÄNGNIS

Es war in deutschen Landen ein Minnesänger, der sang viel süße Weisen zum Lobe der Frauen, vor allem zum Preise von aller Frauen Krone, deshalb gewann er auch den Namen Frauenlob, denn sein rechter Name war Meister Heinrich von Meißen. Viele Reisen machte der Sänger von einem deutschen Hofe zum andern, er sang irdische und sang Gottesminne.
Zu Rostock war Markgraf Waldemar von Brandenburg gesessen, der hatte einen Rosengarten, und ließ ein Festsingen halten, da war Meister Heinrich der erste Singer. Einstmals lauerten Feinde ihm auf und umringten ihn mit Dräuen, sie wollten ihn töten. Da bat er, sie sollten ihm noch einen Sang zum letzten vergönnen, und als sie das taten, sang er so rührend zum Preise der himmlischen Frauen, daß jede gehobene Waffe sich senkte und die Feinde ihn ungehemmt und ungeschädigt von dannen ziehen ließen. Auf seinen Sangesfahrten kam Meister Heinrich auch nach Mainz und verstarb allda und wurde begraben im Umgang des Domes, neben der Schule, mit großen Ehren. Von seiner Herberge bis zur Grabstätte trugen ihn Frauen und erhoben um ihn großes Weinen und Wehklagen, des großen Lobes willen, welches der Sänger dem ganzen weiblichen Geschlecht zeit seines Lebens erteilt hatte. Und mit den Tränen, die sie vergossen, zugleich gossen sie eine Fülle edlen Weins auf Meister Heinrichs Grab, daß der Wein durch den ganzen Umgang der Kirche umherfloß. Und wäre manchem Dichter, der auch die Frauen minnt und preist, lieber, sie gäben ihm solchen Wein beim Leben. Mehr als ein Denkmal ist Heinrich Frauenlob errichtet worden im Dom zu Mainz, und seine Sänge sind noch unvergessen.
Quelle: Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853

Flurnamen auf der Rostocker Feldmark

Die Ortsteile Rostocks