Fortlaufende Ortschronik Stolpe und Gummlin: Unterschied zwischen den Versionen

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HildeStockmann (Diskussion | Beiträge)
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Im Juli 2026 sollen erstmals Kinder und Jugendliche bei Vollverpflegung hier ihre Ferien verbringen.
Im Juli 2026 sollen erstmals Kinder und Jugendliche bei Vollverpflegung hier ihre Ferien verbringen.
;2026  14. September  Ostseezeitung von Hannes Ewert
;Vereinsmensch, Bürgermeister und Landespolitiker
'''Falko Beitz''' ist auf [[Insel Usedom|Usedom]] zu Hause – und das nicht nur politisch. 1986 in [[Wolgast]] geboren, in Stolpe aufgewachsen, hat der SPD-Politiker die Entwicklung der Region über viele Jahre aus nächster Nähe erlebt. Inzwischen kennt er die Insel nicht nur aus dem Alltag, sondern auch aus dem Wahlkreis-Büro und dem Schweriner Landtag.
Seit 2021 sitzt der 39-Jährige als direkt gewählter Abgeordneter für Usedom, Wolgast und Lubmin im Landesparlament. Nun will er den Wahlkreis erneut für die SPD gewinnen.
Beitz politisches Verständnis ist stark kommunal geprägt. Er kennt die Themen, die vor Ort oft lange beschäftigen, bevor sie überhaupt in Schwerin ankommen. Straßen und Infrastruktur gehören ebenso dazu wie die Zukunft der [[Karnin]]er Brücke, Tourismus, Wohnen oder die Entwicklung der Gemeinden. Dass er sich dabei nicht allein auf Parteipolitik beschränkt, zeigt sein langjähriges Engagement in Vereinen und Initiativen.
Seine politische Heimat ist die SPD. 2007 trat Beitz der Partei bei, nur ein Jahr später saß er bereits im Vorstand des SPD-Ortsvereins Insel Usedom. Seit 2019 führt er den Ortsverein. Auch auf Kreisebene übernahm er Verantwortung und ist seit 2021 stellvertretender Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald.
Bevor er selbst in den Landtag einzog, lernte Beitz Politik vor allem aus der kommunalen Perspektive kennen. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Greifswald arbeitete er von 2012 bis 2017 als Fraktionsgeschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion Vorpommern-Greifswald. Danach leitete er das SPD-Bürgerbüro in Wolgast für Christian Pegel. Fünf Jahre später wechselte er selbst von der politischen Organisation in die politische Verantwortung.
Seine Verbundenheit mit der Heimat endet für Beitz nicht an der Bürotür. Seit 2009 engagiert er sich im Förderverein Schloss Stolpe, seit 2019 im Vorstand des Naturhafens Stolpe. Außerdem gehört er dem Aktionsbündnis Karniner Brücke an. Seit 2011 ist er Mitglied der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik Mecklenburg-Vorpommern, zudem bei ver.di.
So ist Beitz vieles zugleich: Parteipolitiker, Landtagsabgeordneter, '''ehrenamtlicher Bürgermeister''' seiner Heimatgemeinde Stolpe und Vereinsmensch. Vor allem aber ist er ein Politiker, dessen persönlicher Lebensmittelpunkt dort liegt, wo er politisch um Stimmen wirbt. Bei der Landtagswahl am 20. September entscheidet sich, ob er seinen Platz im Schweriner Schloss behalten kann.


===Gummlin===
===Gummlin===

Version vom 14. September 2026, 09:49 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtStolpe
Zeitlicher Schwerpunktfortlaufend
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2019
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Gemeinde
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung


Zur Gemeinde Stolpe auf der Insel Usedom gehört der Ortsteil Gummlin.

Stolpe und Gummlin im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Stolpe

1218 erstmalsurkundlich als „Stolp“ genannt. In der Urkunde erlaubt Herzog Bogislaw II. den Kauf von Ackerflächen durch das Kloster Grobe. Urkundenzeuge war ein Thomas, Priester in Stolpe.

1233 Barnim I. war Gast der Schwerine in Stolpe (auch 1267). Uralte Besitzungen der Familie Schwerin.

1493 schlagen die Brüder Nikolaus, Gerhard und Otto von Schwerin den Jakobus Zimmermann anstelle des zurücktretenden Nikolaus Gryphenberg zum Pfarrer von Stolpe vor.

1529 ist Pastor Gregorius Boldeck im Usedomer Stadtbuch erwähnt.

Gummlin

1282 Ersterwähnung von Bogislav IV. dem Kloster Grobe geschenkt.

1366 war es zur Hälfte an die Lepels verpfändet und wurde vom Kloster zurückgekauft.

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

unter Schwedens Herrschaft (1648 - 1720)

Stolpe

1693 Einwohner: Jochom Hindrick Schwerin, Adelsmann dem das Gut gehört und das Ritterland bewirtschaftet. 6 Vollbauern 5 Kossaten und Herr Fridrik Bressel ist Pastor im Dorf, hat 2 Hufen Land, wie Herr Swerin berichtete, welche der Pastor auch selbst bewirtschaften läßt.

Es gibt Streitigkeiten über die Grenze zwischen dem Adelsgut Stolpe und dem Amtsgut Kumelin. Auch mit Melletin ist Streit.

Gummlin

1693 Einwohner: 1. Frau Oberstleutnant Fleus bewirtschaftet das Kossatenlandvon 5 Kossatenhöfen, und dieses Ackerland beläuft sich auf 11 1/2 M. 2. Marten Drichel ist ein Vollbauer. 3. Jochom Rahm ist auch ein Vollbauer, der auf Kivitz Krog wohnt, hat auch gleiche Ackerweitschaft hierzu gehabt wie ein Bauer, der auf selbigen Dorf Kumelin vordem gewohnt hat. Welche vergangenes Jahr von Herrn Schlosshautmann Bork hier im Dorf abgesetzt sind. Das waren 3 Stück von der Anzahl.

Jetzt soll auch der Bauer Marten Drichell von hier fort, wie die anderen drei.

Auch ist dieses Dorf jetzt vom Schloßhauptmann selbst besät. Er hat daraus ein Ackerwerk machen lassen und am 15. September seinen Schäfer daraufgesetzt, den er auf Pudagla hatte, der es für 350 Rthl Pacht im Jahr vom Schloßhauptmann übernommen hat.

unter Preußen (ab 1720 - 1813)

Stolpe

1751 bis 1864 Datei:Chronik von Stolpe auf Usedom und Besitzer Schmalensee - Krauthoff - Vogel - Holtz.pdf

1779 ½ Meile von Uesedom gegen Osten, an dem Haff, hat 1 Vorwerk, 1 große Schäferei, 1 Windmühle, 1Prediger, 1 Küster, 4 Bauern, 6 Coßäthen, 1 Schmiede, 25 Feuerstellen, eine zu der Uesedomschen Synode gehörige Mutterkirche, zu welcher die königlichen Dörfer Gummelin und Pretenow eingepfarret sind, Fischerei in dem Haff, einige Eichen, die Borken genannt, einen Fichtenkamp, und war ehemals ein altes Lehn der von Schwerin zu Stolpe, welches nach dem Tode des Joachim Heinrich von Schwerin seinem Sohne dem Landrathe Erdmann Friederich von Schwerin, nach seinem Bruder Carl Magnus am 3. August 1734 getroffenen Vergleiche, zufiel, und am 26. April 1751 allodificiret wurde. Die Witwe des Landraths Erdmann Friederich von Schwerin, Sophia Margaretha geborne von Lepell, und ihre 3 Töchter Elenora Louisa Friderica, Margaretha Charlotta, und Sophia Elisabeth Dorothea vermählte Landräthin von Schmalensee verkauften dieses Gut, nach dem Vergleiche vom 5 Julius 1754, erblich an ihren respectiven Schwiegersohn, Schwager und Gemahl, den königlichen Landrath und Director des Uesedomschen und Wollinschen Kreises, Gegorius Friedrich von Schmalensee.

1800 Stolpe hat an ritter- und steuerfreien Hufen 8 Landhufen 18 Morgen 27 5/6 Ruthen und nach dem steuerbaren Anschlage 12 Landhufen 7 Morgen 182 1/6 und war ehemals ein Lehngut der von Schwerin zu Stolpe, an welchem die übrigen von Schwerin nicht die gesammte Hand hatten. Nach dem Tode des Joachim Heinrich von Schwerin wurde es seinem Sohne, dem Landrathe Erdmann Friedrich von Schwerin, nach dem mit seinem Bruder, Carl Magnus, am 13 August 1734 geschloßenen Vergleiche überlassen und, nachdem es durch das Rescript vom 26 April 1751 war allodificiret worden, von der Wittwe des Landrathes von Schwerin, Sophia Margaretha gebohrnen von Lepel, und ihren 3 Töchtern, Elenora Lovisa Friederica, Margaretha Charlotta und Sophia Elisabeth Dorothea, als der Gemahlinn des Landraths, Gregorius Friederich von Schmalensee, nach dem Contract vom 5 Julius 1754 erblich für 33000 Rthlr. an den letzten verkauft, dessen nachgelassene Töchter, Philippa Helena Dorothea, und Anna Sophia Bernhardina von Schmalensee verehelichte Schmidt, sich am 7 Januar 1785 also verglichen, daß die erste, als die jetzige Ehegattin des Johann Friedrich Krauthoff, dieses Gut in Besitz nahm.

1858 ein Rittergut nebst Kirchdorf mit der Pfarre, Küsterei, 4 Bauernhöfen und 12 Büdnern. Es sind vorhanden 26 Wohnhäuser mit 250 Einwohnern.

1867 Kirche durch Blitzschlag schwer beschädigt.

Gummlin

1779 Gummelin ½ Meile von Uesedom gegen Osten, nahe an dem Haff, hat 8 Bauern, 1 Coßäthen, 2 Büdner, und ist zu dem adelichen Dorfe Stolpe in der Uesedomschen Synode eingepfarret. Die Landstraße von Uesedom nach Swienemünde führet nahe bei dem Dorfe vorbei.

1858 ein Bauerndorf am Haff, nach Stolpe eingepfarrt, hat 8 Bauernhöfe, davon einer parzelliert, 1 Kossäthen und 4 Büdner, 28 Wohnhäuser, 197 Einwohner. Ein abgelegener Bauernhof bei Gummlin führt den Namen Kiewitz-Krug.


Bis zur Reichseinigung (1813 bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

Stolpe

1871 bis 1873 Neubau der Kirche nach einem Entwurf von Maurermeister Zaeske aus Usedom. Teile des alten Turmes wurden umbaut.

1880 Eisenbahnanschluss (Strecke Ducherow-Swinemünde) außerhalb des Ortes - Extra Warteraum gebaut für die Familie von Schwerin.

1881 im Kirchenbuch vermerkt Jacob Ludwig Holtz ist Rittergutsbesitzer und hat das Patronatsrecht über die Kirche.

1896 Bernhard Graf von Schwerin (Ducherow) aus der Schwerinsburger Familienlinie kauft Stolpe aus einem Konkurs für 330.000 Mark.

1905 wurde das Schloss von Friedrich von Schwerin umgebaut.


Weimarer Republik (1918-1933)

Stolpe

1928 Gründung der Feuerwehr. Erster Wehrführer ist Kutscher Gustav Greger. Gräfin Freda von Schwerin geb. von Kleist schenkte eine Löschpumpe.

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

Stolpe

1945 im Mai bezog ein sowjetischer Generalstab das Schloss

1945 Bahnhof wird geschlossen

1949 Gründung der MTS (Maschinen Ausleihstation)

1971 Dorfschule wird geschlossen, Kinder gehen in der Stadt Usedom zur Schule

die heutige Zeit

Stolpe

1992 Verwaltung Amt Usedom-Süd

1993 Ein Verein Kulturburg Stolpe schockiert die Einwohner und verwüstet das Schloss.

1996 der Gemeindename wird in "Stolpe auf Usedom"

2001 der Pachtvertag mit dem Verein Kulturburg konnte gelöst werden und es bildet sich aus den Einwohnern der Verein "Förderverein Schloss Stolpe e.V."

2004 Straßen müssen umbenannt werden. Neue Namen: Am Teich, Am Schloss, Zum Haff und Alte Dorfstraße.

2005 Förderung durch das Thema Folklorezentrum Schloss Stolpe.

2019 der Förderverein hat kräftig gearbeitet und Fördermittel eingeworben, so kann das Schloss stückweise erneuert werden.

OZ - 02.12.2025

Heimverbund „Mittendrin“ kauft Stolperhof im Usedomer Achterland

Seit Ende 2022 ist der „Stolperhof“ im Usedomer Achterland geschlossen. Betreiberin Berit Poppe nannte es einst „Familien- und Erlebnispension mit ein wenig Landwirtschaft zum Anfassen“.

Sie wollen das Haus im Sinne der früheren Betreiberin, die im Mai 2025 verstorben war, weiterführen. „Sie hatte sich dem Öko-Tourismus verschrieben.

Im Juli 2026 sollen erstmals Kinder und Jugendliche bei Vollverpflegung hier ihre Ferien verbringen.

2026 14. September Ostseezeitung von Hannes Ewert
Vereinsmensch, Bürgermeister und Landespolitiker

Falko Beitz ist auf Usedom zu Hause – und das nicht nur politisch. 1986 in Wolgast geboren, in Stolpe aufgewachsen, hat der SPD-Politiker die Entwicklung der Region über viele Jahre aus nächster Nähe erlebt. Inzwischen kennt er die Insel nicht nur aus dem Alltag, sondern auch aus dem Wahlkreis-Büro und dem Schweriner Landtag.

Seit 2021 sitzt der 39-Jährige als direkt gewählter Abgeordneter für Usedom, Wolgast und Lubmin im Landesparlament. Nun will er den Wahlkreis erneut für die SPD gewinnen.

Beitz politisches Verständnis ist stark kommunal geprägt. Er kennt die Themen, die vor Ort oft lange beschäftigen, bevor sie überhaupt in Schwerin ankommen. Straßen und Infrastruktur gehören ebenso dazu wie die Zukunft der Karniner Brücke, Tourismus, Wohnen oder die Entwicklung der Gemeinden. Dass er sich dabei nicht allein auf Parteipolitik beschränkt, zeigt sein langjähriges Engagement in Vereinen und Initiativen.

Seine politische Heimat ist die SPD. 2007 trat Beitz der Partei bei, nur ein Jahr später saß er bereits im Vorstand des SPD-Ortsvereins Insel Usedom. Seit 2019 führt er den Ortsverein. Auch auf Kreisebene übernahm er Verantwortung und ist seit 2021 stellvertretender Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald.

Bevor er selbst in den Landtag einzog, lernte Beitz Politik vor allem aus der kommunalen Perspektive kennen. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Greifswald arbeitete er von 2012 bis 2017 als Fraktionsgeschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion Vorpommern-Greifswald. Danach leitete er das SPD-Bürgerbüro in Wolgast für Christian Pegel. Fünf Jahre später wechselte er selbst von der politischen Organisation in die politische Verantwortung. Seine Verbundenheit mit der Heimat endet für Beitz nicht an der Bürotür. Seit 2009 engagiert er sich im Förderverein Schloss Stolpe, seit 2019 im Vorstand des Naturhafens Stolpe. Außerdem gehört er dem Aktionsbündnis Karniner Brücke an. Seit 2011 ist er Mitglied der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik Mecklenburg-Vorpommern, zudem bei ver.di.

So ist Beitz vieles zugleich: Parteipolitiker, Landtagsabgeordneter, ehrenamtlicher Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Stolpe und Vereinsmensch. Vor allem aber ist er ein Politiker, dessen persönlicher Lebensmittelpunkt dort liegt, wo er politisch um Stimmen wirbt. Bei der Landtagswahl am 20. September entscheidet sich, ob er seinen Platz im Schweriner Schloss behalten kann.

Gummlin

2012 am 14.04. Der Schriftsteller Heinz Kahlau wird bestattet

Gummlin in der Zeitung

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Familie Langhoff


Engelhardt Bildhauer in Gummlin


Heinz Kahlau, Lyriker in Gummlin

Stolperhof - Ferienhof 2013

2026 12. August Ostseezeitung von Henrik Nitzsche
Auf dem „Stolperhof“ ist endlich das Leben zurück

Nach monatelangen Umbauten verbringen wieder Kinder und Jugendliche ihre Ferien auf ehemaligem Pensionsgelände

Aus der „Kräuterkammer“ kommt Tija (15) und grinst. „Das Zimmer passt zu mir“, sagt sie. „Ich bin nämlich so eine kleine Hexe.“ Gegenüber dröhnt Deutschrock aus der „Mägdekammer“. Melissa (13) und Chiara (15) haben es sich dort gemütlich gemacht. „Das ist richtig cool hier“, sagt Melissa und blickt über den Hof, auf dem Kinder spielen und Betreuer unterwegs sind.

Auf dem „Stolperhof“ ist wieder Leben eingezogen. Dort, wo die frühere Erlebnispension seit Ende 2022 leerstand, verbringen nun wieder Kinder und Jugendliche ihre Ferien. Aktuell sind eine Mädchenwohngruppe mit sieben Jugendlichen sowie sechs Mütter mit ihren Kleinkindern auf dem Gelände.

Alle gehören zum Heimverbund „Mittendrin“ aus Oschersleben (Sachsen-Anhalt), der den „Stolperhof“ Ende 2025 gekauft hat. „Kurz vor Weihnachten war der Kaufvertrag unterschrieben. Danach konnten wir mit den Investitionen beginnen und die ersten Ferienfahrten organisieren“, sagt Geschäftsführer Martin Strube.

Monatelang glich der Hof einer Baustelle. Eine neue Pelletheizung und eine Wasseraufbereitungsanlage wurden eingebaut, zusätzlich wurde ein Flüssiggastank installiert. Auch der Brandschutz wurde komplett erneuert.

„Unser Haus ist autark“, sagt Strube. Rund 350.000 Euro hat der Heimverbund nach seinen Angaben inzwischen investiert – deutlich mehr als zunächst geplant.

Im Außenbereich hat sich viel verändert. Das Gelände ist eingezäunt, es gibt Spiel- und Sportmöglichkeiten. Im Haus entstand ein Jugendzimmer mit Billardtisch, Tischtennisplatte und Fernseher. Knapp 40 Fahrräder in verschiedenen Größen gehören inzwischen zum Inventar. Ein Fahrradhändler unterstützte das Projekt mit gespendeten und vergünstigten Rädern.

„Dass der Hof so abgeschieden liegt, ist für uns ein Glücksfall“, sagt Strube und blickt über Felder und Wald. Ruhe, Natur und Abstand vom Alltag gehören zum Konzept des Heimverbundes. Seit mehr als 30 Jahren betreibt „Mittendrin“ therapeutische Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, die aus schwierigen Verhältnissen stammen oder mit psychischen und sozialen Problemen kämpfen.

Manche haben Gewalt erlebt, andere leiden unter ADHS, Schulängsten oder Verhaltensauffälligkeiten. Ziel ist es, sie auf ihrem Weg zurück in die Familie oder in ein möglichst selbstständiges Leben zu begleiten.

Die Ferien auf Usedom sollen Erholung, Gemeinschaft und neue Erlebnisse ermöglichen. Finanziert werden die Aufenthalte gemeinsam mit den zuständigen Jugendämtern. Je nach Alter erhalten die Kinder und Jugendlichen außerdem Taschengeld.

Für viele ist es der erste Aufenthalt auf der Insel. „Der Strand ist mega“, sagt Chiara. Die 15-Jährige lebt in Oschersleben in der Wohngruppe „Haus Sonne“. Dass sie den „Stolperhof“ mit niemandem teilen müssen, mache den Urlaub besonders. „Wir müssen keine Rücksicht auf andere Gäste nehmen.“

Nur einen kleinen Kritikpunkt hat Melissa: die holprige Zufahrt zum Hof. Die sandige Piste mit ihren vielen Schlaglöchern gleiche „einer Achterbahnfahrt“, sagt die 13-Jährige und lacht. In den Fluren hängen bereits Fotos von gemeinsamen Ausflügen und Freizeiten aus dem vergangenen Jahr. Sie sollen ein Stück Heimat schaffen. Zum Ende ihrer Ferienwoche wartet noch ein Höhepunkt auf die Mädchen: ein letzter Strandtag mit Pizza am Wasser.

Dass der Stolperhof wieder mit Leben gefüllt ist, spricht sich inzwischen herum. Immer wieder kommen Menschen vorbei, die das Gelände noch aus seiner Zeit als Pension kennen. „Vorgestern war ein Paar aus Berlin hier“, erzählt Strube. „Sie haben gesagt, dass sie hier ihre schönsten Ferien verbracht haben. Sie haben sich gefreut, dass das Gelände wieder genutzt wird.“

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Stolpe und Gummlin

Flurnamen auf der Stolper und Gummliner Feldmark