Gützkow - Fortlaufende Ortschronik

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Kenndaten der Ortschronik
OrtGützkow
Zeitlicher Schwerpunktfortlaufend
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2024
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Stadt Gützkow
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung

Die Geschichte von Gützkow (Chronologie)

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.


Gützkow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Unter Schweden (1648 - 1915)

Unter Preußen (ab 1915)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

Die heutige Zeit

ab 2024 Gützkow in der Zeitung


2024 April

Zwei Häuser auf einem großen parkähnlichen Grundstück stehen zum Verkauf, und das für weniger als 200.000 Euro. Dem Besitzer sind die Gläubigen weggestorben.

Wohnen im Haus Gottes: In Gützkow ist das jetzt möglich. Die Katholische Kirche bietet eine Kirche samt dazugehörigen Pfarrhaus zum Verkauf an. Sechs Zimmer, Küche und Bad erwarten den neuen Besitzer. Beichtstuhl und Sakristei in der neugotischen Kirche gibt es obendrein. Das an einen Park erinnernde Grundstück, auf dem beide Immobilien stehen, wird per Erbpacht angeboten.

Doch warum verkauft die katholische Kirche ihre Liegenschaften? Die Antwort fällt ernüchternd aus: "Weil sie nicht mehr gebraucht wird", sagt Probst Frank Hoffmann, der als Vorsitzender des Kirchenvorstands der St. Otto Gemeinde, den Verkauf mitbeschlossen hat.


2024 20. April

findet von 9:30 Uhr – 16:30 Uhr eine Fachtagung für Regionalhistoriker, Ortschronisten und Ortschronistinnen in Gützkow statt.

· Thema der Tagung: „Die Missionsreisen Ottos von Bamberg 1124/25 und 1128 nach Pommern und ihre Auswirkungen auf die Region Vorpommern“

· Tagungsort: 17506 Gützkow, „Bürgerhaus auf dem Hasenberg“, Zum Hasenberg 1


2026 12.Januar Ostseezeitung
Gützkow blickt seinem 900. Stadtjubiläum entgegen. Für 2028 laufen bereits erste Vorbereitungen.

Der runde Geburtstag ist zugleich ein Kirchenjubiläum, denn Bischof Otto von Bamberg weihte 1128 die Gützkower Kirche ein. Aus diesem Grund werden Stadt und Kirche bei den Vorbereitungen zusammenarbeiten.


2026 22.August Ostseezeitung von Petra Hase
Pastorin bringt neuen Schwung nach Gützkow

Mit Tatjana Eggert aus Sachsen-Anhalt kommt eine Frau voller Tatendrang / Sie freut sich auf die Herausforderung / Amtseinführung am 6. September

Der Abschied von Mücheln im Geiseltal fiel ihr extrem schwer. „Das war wirklich sehr hart. Denn die Menschen dort sind einfach toll, haben Ideen und ziehen mit“, wertschätzt Tatjana Eggert. Zehn Jahre arbeitete die Pastorin in Sachsen-Anhalt, war dort bei vielen beliebt.

Doch nun beginnt für die 41-Jährige ein neuer Lebensabschnitt. Sie übernimmt den Pfarrdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Gützkow, für den es zwei Jahre lang mit dem Rostocker Pastor i.R. Willfrid Knees eine Vakanzvertretung gab.

Mehrfach war die Stelle, die Hans-Joachim Jeromin drei Jahrzehnte lang bis zum Eintritt in den Ruhestand 2024 mit Leben erfüllte, neu ausgeschrieben. Ohne Ergebnis. Was also motivierte Tatjana Eggert, ihre Wahlheimat und lieb gewonnene Menschen für Gützkow zu verlassen?

„Ich wollte eigentlich nie weg aus Pommern“, verrät die gebürtige Demminerin, die im kleinen Dorf Meesiger am Kummerower See aufgewachsen ist. „Aber in einer Ehe muss man Kompromisse eingehen“, erklärt die zweifache Mutter. Da ihr Mann in Halle (Saale) studieren wollte, schaute sie sich 2016 nach einer nahegelegenen Stelle um und landete als junge Pastorin mit ihrer kleinen Familie in Mücheln.

Da lagen bereits mehrere Stationen ihres beruflichen Werdegangs hinter ihr: Im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Lüneburger Heide) lernte sie die für ein Theologiestudium erforderlichen drei alten Sprachen, studierte intensiv die Bibel. Später folgten Leipzig, Tübingen und Greifswald, bevor Eggert in Prohn bei Stralsund ihr Vikariat absolvierte.

Die Pfarrstelle im Geiseltal – ihre erste Bewährungsprobe. „Ich konnte mutig neue Dinge angehen, mich ausprobieren, auch scheitern“, blickt sie zurück. Unvergessen bleibe ihre Ordination im Merseburger Dom: „Dort stand ich auf der Kanzel, auf der schon Martin Luther predigte. Das war toll und aufregend“, schwärmt sie.

Womöglich schöpfte die damals 31-Jährige genau dort immens viel Kraft, um kommende Aufgaben zu bewältigen. Denn zu ihrem Pfarrbereich gehörten gleich vier Kirchengemeinden und elf Kirchengebäude! „Viele Menschen beteiligten sich mit frischen Ideen, wünschten sich neue Formate“, erinnert Tatjana Eggert und erzählt beispielhaft von Gottesdiensten auf dem Feld und am Weinberg. Aber nach zehn Jahren sei manches zu viel geworden.

„Ab Sommer wäre meine Stelle auf 75 Prozent gekürzt worden. Und 2030 sollten drei weitere Gemeinden und noch mal elf Kirchen hinzukommen“, sagt sie. Die Aussicht, eigenen Ansprüchen und den Erwartungen anderer nicht mehr gerecht werden zu können, ließ ihre Sehnsucht nach der alten Heimat neu aufflammen.

Pommern rief. Also packte Tatjana Eggert mit ihrem Mann und den beiden Söhnen Leonard (10) und Emanuel (7) die Koffer. Die Kinder, verrät sie, seien entscheidend gewesen. „Hätten sie nicht gewollt, wären wir im Geiseltal geblieben.“ Doch Ferienreisen nach MV überzeugten beide Jungen. Nach dem Umzug im Juli sind noch längst nicht alle Kartons im alten Gützkower Pfarrhaus ausgepackt. Egal.

Tatjana Eggert hat kein Problem damit, unperfekt zu wirken. Sie ist pragmatisch veranlagt, steht zu Schwächen und genießt momentan einfach die kostbare Zeit mit der Familie.

Im Geiste bereitet sie die Predigt zu ihrer Amtseinführung am 6. September vor – im Herzen voller Tatendrang und Pläne. Doch noch wichtiger seien ihr die Ideen der Menschen. „Deshalb erhält jeder, der kommt, Zettel und Stift, kann seine Wünsche notieren und in eine Box stecken.“

Bibelabende am Kamin mit Punsch und Gesprächen über elementare Lebensthemen. Erntedankfest auf pommerschem Acker. Das Krippenspiel zu Weihnachten in einem echten Stall! „Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt“, zitiert sie leicht abgewandelt Pippi Langstrumpf.

Dass immer weniger Gläubige in die Kirche kommen, entmutige sie nicht. „Vielleicht ist der Gottesdienst nicht mehr das zeitgemäße Format“, sinniert sie und fügt hinzu: „Die meisten Seelsorge-Gespräche hatte ich auf dem Rewe-Parkplatz.“

Für nur eine Gemeinde und drei Kirchengebäude zuständig zu sein, erleichtere sie ungemein. „Ich will nicht weniger arbeiten, aber ich hoffe, einen Gang runterschalten zu können und endlich mal wieder Zeit fürs Backen, Kochen und Musizieren zu haben“, sagt Tatjana Eggert, die am Demminer Musikgymnasium ihr Abi machte und fünf Instrumente erlernte.

Musik habe viel mit Lebensfreude zu tun. „In der Bibel steht ganz oft: Freuet euch, seid fröhlich, jubelt! Ich frage mich, wann das verloren gegangen ist“, gibt sie zu bedenken.

Ein fröhlicher Mensch ist Tatjana Eggert zweifellos. Ihr Lachen – ansteckend. Vielleicht auch ihr christlicher Glaube? „Für mich ist er mein Lebensfundament. Etwas Stabiles. Etwas, das nicht wackelt. Und auf diesem Fundament habe ich ganz viel Gestaltungsfreiheit.“

Obwohl noch gar nicht im Amt, fühle sie sich bereits angekommen. „Die Gemeinde hat uns mit offenen Armen empfangen. Ich freue mich riesig auf die Arbeit hier.“

Meinung aus dem Kirchenkreis

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Tatjana Eggert eine erfahrene und engagierte Pastorin für Gützkow gewinnen konnten. Ich kenne sie schon aus früheren Jahren und schätze ihre offene, zugewandte Art und ihre Freude daran, Kirche gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gestalten. Dass sie nun nach vielen Jahren in Sachsen-Anhalt in ihre vorpommersche Heimat zurückkehrt, ist für die Kirchengemeinde Gützkow und für unsere ganze Region ein großer Gewinn“, sagt Dr. Tobias Sarx, Propst im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis.

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Gützkow

Flurnamen auf der Gützkower Feldmark

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