Dreilützow: Unterschied zwischen den Versionen

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Ab ungefähr 700 kamen slawische Siedler in die damals wohl weitgehend unbewohnte Region.
Ab ungefähr 700 kamen slawische Siedler in die damals wohl weitgehend unbewohnte Region.


Seit etwa dem 7. Jahrhundert siedelten slawische Bevölkerungsgruppen in der Region. Die Gegend um das heutige Dreilützow gehörte im frühen Mittelalter zum westslawischen Siedlungsraum der Polaben (slawisch po=an und Labe=Elbe -> Polaben = die an der Elbe). Das Siedlungsgebiet der Polaben [https://de.wikipedia.org/wiki/Polaben#/media/Datei:Billung_March_around_1000_(134037775).jpg (Karte)] erstreckte sich zwischen der Trave und Elbe sowie entlang der Jeetzel. Heute entspricht das Gebiet ungefähr den Landkreisen Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein), Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), südlicher Kreis Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg) sowie Teilen des Altmarkkreises Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und des Landkreises Prignitz (Brandenburg).<br>
Seit etwa dem 7. Jahrhundert siedelten slawische Bevölkerungsgruppen in der Region. Die Gegend um das heutige Dreilützow gehörte im frühen Mittelalter zum westslawischen Siedlungsraum der Polaben (slawisch po=an und Labe=Elbe -> Polaben = die an der Elbe). Das Siedlungsgebiet der Polaben [https://de.wikipedia.org/wiki/Polaben#/media/Datei:Billung_March_around_1000_(134037775).jpg '''(Karte)'''] erstreckte sich zwischen der Trave und Elbe sowie entlang der Jeetzel. Heute entspricht das Gebiet ungefähr den Landkreisen Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein), Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), südlicher Kreis Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg) sowie Teilen des Altmarkkreises Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und des Landkreises Prignitz (Brandenburg).<br>


Die Hauptburg der Polaben lag wahrscheinlich zunächst in Hammer (heute Panten), später in Ratzeburg.
Die Hauptburg der Polaben lag wahrscheinlich zunächst in Hammer (heute Panten), später in Ratzeburg.
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Für die spätere Entwicklung Dreilützows wurde insbesondere die Familie von Lützow wichtig. Die Familie erscheint in der Überlieferung als adliges Geschlecht, das im westlichen Mecklenburg umfangreichen Grundbesitz besaß.
Für die spätere Entwicklung Dreilützows wurde insbesondere die Familie von Lützow wichtig. Die Familie erscheint in der Überlieferung als adliges Geschlecht, das im westlichen Mecklenburg umfangreichen Grundbesitz besaß.


===Dreilützow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===
==1230 – die erste urkundliche Erwähnung==
 
Ein entscheidendes Datum für die Geschichte Dreilützows ist das Jahr '''1230'''. Das sogenannte Ratzeburger Zehntregister, ein Verzeichnis des Bistums Ratzeburg, nennt den Ort unter dem Namen '''„Luzowe“''' erstmals. <br>
 
Die Ortschaft '''Dreilützow''' wurde ein weiteres Mal im Jahr 1287 indirekt als Lutzowe gemäß den Familienchroniken urkundlich erwähnt. Am 5. November 1287 wird der '''Ritter Johannes de Lutzowe''' erstmals in einer Urkunde genannt. Der Name bezog sich auf den heutigen Ort Dreilützow bei Wittenburg (nicht das gleichnamige Lützow bei Gadebusch).<br>
 
Das Ratzeburger Zehntregister ist eine unschätzbare Quelle für die Siedlungsgeschichte des westlichen Mecklenburgs im frühen 13. Jahrhundert. Es verzeichnet zahlreiche Dörfer und ihre Zehntverhältnisse. Der bei der Anlage des Registers verfolgte Zweck war, dem Bischof Gottschalk des Ratzeburger Doms eine schnelle und genaue Übersicht über die ihm zufallenden Zehnterhebungen zu geben. Der „Zehnt“ war eine ursprünglich von der Kirche geforderte Vermögensabgabe an die Bischöfe zu ihrem Lebensunterhalt. Später erhielten auch weltliche Grundherren das Recht zur Einziehung des Zehnten. Diese Abgabe erfolgte bis zum 13. Jahrhundert in Naturalien und danach auch in Geld.<br>
Das Ratzeburger Zehntregister aus dem Jahre 1230 wird durch eine Einleitung eröffnet, die die Grundlagen des Zehntregisters im Ratzeburger Bistum mitteilt. Es folgt, nach Ländern und innerhalb dieser nach Kirchspielen geordnet, das eigentliche Register: die Aufführung der einzelnen Dörfer (insgesamt etwa 500) mit ihrer Hufenzahl und dem Nachweis über den Verbleib des dem Bischof zugehörigen Zehntanteils.
Damit lässt sich Dreilützow heute (2026) auf eine schriftlich belegte Geschichte von rund 800 Jahren zurückführen.<br>
[[Datei:Register.jpg|mini|links|600px|Auszug aus dem Ratzeburger Zehntregister von 1230]]<br>
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===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===
Land Wittenburg<br>
In Parochie Wittenburg.


===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===


===Bis zur Reichseinigung ( bis 1871)===
{| class="wikitable"
Die Reichsgründung am 18. Januar 1871 markiert die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles, womit Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck die Einigung Deutschlands „von oben“ nach drei Kriegen (1864, 1866, 1870/71) vollendete. Die Mecklenburgischen Großherzogtümer Schwerin und Strelitz - [https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/Deutsches_Reich_%281871-1918%29-de.svg Karte] - wurden dabei nicht zu preußischen Provinzen aber waren Teil des Kaiserreiches. Wilhelm I. wurde erster deutscher Kaiser, während Berlin Hauptstadt wurde. <br>
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| 158.|| agri civitatis Wittenburg || Land der Stadt Wittenburg
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| 159.|| Karwete|| Karft
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| 160.|| Warsekowe || Waschow
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| 161.|| Ziklemarke || Ziggelmark
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| 162.|| Lesen || Lehsen
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| 163.|| Pvtselin || (wüst)
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| 164.|| Bobecin || Bobzin
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| 165.|| Woltsowe || Wölzow
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| 166.|| Pvtlekowe || Püttelkow
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| 167.|| '''Lvzowe''' ||  '''Lützow bei Wittenburg – heute Dreilützow'''
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| 168.|| Cerbeke || Düsterbek
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| 169.|| Lvkkeuiz || Luckwitz
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Die im Jahr 2007 begangene Jubiläumsfeier bezog sich auf die damals 777 Jahre lange Ortsgeschichte. Die im Jahr 2005 angestandenen 775-Jahrfeier wurde versäumt zu begehen und so feierte man 2007 die 777-Jahrfeier.
Die Jahrfeiern müssen künftig ausgehend vom Jahr 1230 in folgenden Jahren begangen werden:<br>
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==== Entstehung der Häuslerei ====
{| class="wikitable"
Im 19. Jahrhundert kam es in Mecklenburg zu einer starken Abwanderung von Landarbeitern und Kleinbauern, die keine Perspektive in der bestehenden landwirtschaftlichen Struktur sahen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde die Schaffung von Häuslereien durch den Großherzog gefördert. Eine Häuslerei umfasste ein kleines Grundstück mit einem Haus und Gartenland. Es handelte sich um eine Existenzform, die zwischen den großen Gutshöfen und der Landbevölkerung lag. Die Häuslereien sollten den Menschen eine Möglichkeit bieten, sich selbst zu versorgen, indem sie Gemüse anbauten, Kleinvieh hielten und so ihre Existenz sicherten. Häuslereien wurden auch als Büdnereien bezeichnet. Häuslereien waren in der Regel deutlich kleiner als Bauernhöfe und boten weniger Land für die Bewirtschaftung. Ein wichtiger Bestandteil war das Gartenland, das zur Selbstversorgung diente. Das Wohnhaus war oft einfach und zweckmäßig gebaut. Es gab meist einfache Nebengebäude für die Haltung von Kleinvieh und die Lagerung von Vorräten. Die Häuslereien variierten in ihrer Ausprägung je nach Region und den örtlichen Gegebenheiten. Die Häuslereien stellten einen wichtigen Schritt im Strukturwandel der ländlichen Gesellschaft dar und trugen dazu bei, die Abhängigkeit der Landbevölkerung von den großen Gutsherren zu verringern. Die noch erhaltenen Häuslereien sind heute wichtige Zeugnisse für die Geschichte der ländlichen Bevölkerung und ihrer Lebensverhältnisse.<br>
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| 2030 ||800 Jahre
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| 2055 ||825 Jahre
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| 2080 ||850 Jahre
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| 2105 ||875 Jahre
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| u.s.w.
|}
==Die Familie von Lützow und das mittelalterliche Dreilützow==
Seit dem Mittelalter war Dreilützow eng mit der Familie von Lützow verbunden. Aus dem zunächst „Luzowe“ oder „Lützow“ genannten Ort entwickelte sich ein grundherrschaftlich geprägtes Dorf.<br>
 
Die Familie von Lützow gehörte zu den bedeutenden mecklenburgischen Adelsfamilien. Ihre Besitzungen bestanden nicht nur in Dreilützow, sondern auch in zahlreichen anderen Orten der Region.<br>
 
Dreilützow entwickelte sich dadurch nicht zu einem gewöhnlichen Bauerndorf, sondern zu einem Guts- und Herrendorf. Der Grundbesitz und die damit verbundenen Rechte lagen über Jahrhunderte weitgehend bei der jeweiligen Gutsherrschaft.<br>
 
Nach der "Beschreibung der Herzogtümer Mecklenburg anno 1738" von Hans Heinrich Klüversen - Mecklenburgisches Staatsarchiv - sollen sich die Lützow neben anderen sächsischen Familien nach alten Chroniken schon zu Zeiten Karl des Großen (742 - 814) in Mecklenburg niedergelassen haben.
Mit Sicherheit ist nur festzuhalten, dass die Familie aus Niedersachsen oder Westfalen stammt und zur Zeit Heinrich des Löwen nach Mecklenburg gezogen ist.<br>
 
Die Familienüberlieferung führt die Ankunft der Lützows in Mecklenburg auf die Zeit Heinrichs des Löwen um etwa 1150 zurück. Diese Darstellung gehört allerdings eher zur genealogischen Überlieferung der Familie; gesicherter ist, dass die Familie spätestens im 13. Jahrhundert als Lehnsherrschaft in Dreilützow nachweisbar ist. Der Ritter Johannes de Lutzowe wird am 5.11.1287 erstmals urkundlich erwähnt. Mit dem Ort Lutzowe ist Lützow bei Wittenburg gemeint – jener Ort, der später, etwa seit Anfang des 18. Jh. Dreilützow heißt.<br><br>
 
[[Datei:Güter der Lützows.jpg|mini|800px|links]]
 
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Die Dreilützower Häuslerei entstand ebenfalls, als in Mecklenburg im 19. Jahrhundert, insbesondere ab Mitte des Jahrhunderts, als Reaktion auf die Abwanderung der ländlichen Bevölkerung mehrere Häuslereien entstanden. Der mecklenburgische Großherzog förderte die Schaffung von Häuslereien (Grundstücke mit Haus und Gartenland), um die Menschen im Land zu halten. Diese kleinen Anwesen sollten der Landbevölkerung eine Existenzgrundlage bieten und die Abwanderung in die Städte oder ins Ausland verhindern.  
Auf Grund ihrer frühen Einwanderung ist die Familie in Westmecklenburg weit verbreitet und hat viele Besitzungen. Ein Überblick über den weitverzweigten Besitz der Lützow Anfang des 17. Jh. ergibt sich aus dem Bericht des Archivars Joh. Schultze über den Rittersaal zu Rehna - einst Sitz der Herzogin Sophie von Mecklenburg. Diese hatte im Rittersaal "jeden von Adel" mit Namen und Wappen aufmalen lassen. Von Joh. Schultze wurden die im Jahre 1616/17 aufgeführten Adeligen mit ihrem Besitz festgehalten. Es waren hierunter 16 Lützows und zwar im Amt Schwerin: Volrad v. L. auf Vietz; im Amt Gadebusch: Hans v. L. auf Dutzow, Hartwig v. L. auf Thurow, Volrad v. L. auf Salitz, Matthias v. L. auf Lützow und Eickhof; im Amt Mecklenburg: Vicco v. L. auf Modentin; im Amt Wittenburg: Valentin v. L. auf Goldenitz, Diederich v. L. auf Harst, Henneke v. L. auf Wölzow, Christoph v. L. auf Bakendorf, Bernhard v. L. auf Hülseburg, Adam v. L. auf Dreilützow, Cord v. L auf Perlin, Henneke v. L. auf Schwechow, Wipert v. L. auf Goldenbow, Joachim v. L. auf Pritzier.<br><br>
Weitere Häuslereien entstanden in der Gegend in anderer Bauweise in Püttelkow und Perdöhl.
 
Über die Jahrhunderte haben die Lützows mehr als hundert Besitze innegehabt. Durch Erbvergleiche und Verkäufe - insbesondere nach dem Dreißigjährigen Krieg - gingen zahlreiche Besitze in andere Hände über. Am Ende des zweiten Weltkrieges 1945 waren nur noch das Haus Eickhof/Eickelberg mit den Gütern Eickhof und Eickelberg und das Haus Groß Salitz mit dem Gut Groß Salitz im Besitz der Familie.<br>


===Kaiserreich (1871-1918)===
Nach der Familienüberlieferung sind die Lützows kein wendischer (slawischer) Adel sondern mit Heinrich dem Löwen (Herzog von Sachsen – heute Niedersachsen – und Bayern) als sächsische Edelleute etwa um 1150 nach Mecklenburg gekommen. Sie haben als sog. Lokatoren aus dem Ritterstand im Auftrag ihres Landesherrn die Besiedelung des Landes mit deutschen Bauern organisiert. Ihr Dienstherr war zunächst Heinrich der Löwe und nach dessen Absetzung durch Kaiser Barbarossa der Fürst Pribislaw, der vom Kaiser eingesetzte Wendenfürst und Sohn des von Heinrich dem Löwen besiegten Fürsten der Wenden Niclot.<br>


===Weimarer Republik (1918-1933)===
Nach wohl überwiegender Auffassung ist der Name Lützow von dem angeblich wendischen Ortsnamen ihrer Burg Lutzowe bei Wittenburg - später Dreilützow - abgeleitet. Das Wappen hat die Familie jedoch bereits aus ihrer Heimat mitgebracht. Es ist nicht - wie bei anderen mecklenburgischen Adelsfamilien - durch einen Herzog von Mecklenburg verliehen worden.<br>
==== Das Ende des Großgrundbesitzes (1929–1933) ====
Verkauf und Aufsiedelung: Im Juli 1929 verkauften die Erben der Familie von Bernstorff das Anwesen an die „Kultur- und Siedlungs-Aktien-Gesellschaft deutscher Landwirte in Schwerin“. Das Gut wurde aufgesiedelt, was bedeutet, dass der riesige Landbesitz parzelliert und an einzelne Bauern und Siedler vergeben wurde. In diesem Zuge entstanden auch neue Siedlungsstrukturen im Dorf.


===Drittes Reich (1933-1945)===
Nach einer anderen Auffassung soll das Wort Lutzowe germanischen bzw. deutschen Ursprungs sein und keinen Orts- sondern Familiennamen darstellen. Es soll "Oberhaupt der Leute" (...owe = Oberhaupt, Lütz = Leute) bedeuten. Der Edelmann habe dann diesen Namen seinem Stammsitz gegeben und nicht umgekehrt
==== Reichsumsiedlung ====
Die historische Umsiedlung in Dreilützow (heute ein Ortsteil der Gemeinde Wittendörp) fand im Rahmen der nationalsozialistischen Reichsumsiedlung zwischen 1936 und 1942 statt.Dabei kaufte die Reichsumsiedlungsgesellschaft einen Großteil der landwirtschaftlichen Flächen des lokalen Gutes auf. Ziel war es, Platz für Bauern zu schaffen, die im Westen Deutschlands im Zuge der Kriegsvorbereitungen für den Zweiten Weltkrieg zwangsweise von ihren Höfen vertrieben worden waren. Ihre ursprünglichen Ländereien wurden dort für den Bau von militärischen Flug- und Truppenübungsplätzen benötigt.Durch diese Aktion entstanden in Dreilützow zwei prägende Siedlungsbereiche:„Zwölf Apostel“ (Luckwitzer Straße): Hier wurden 12 neue Gehöfte mit dem dazugehörigen Umland für die umgesiedelten Bauernfamilien errichtet.Parumer Straße: In diesem Bereich entstanden 9 weitere landwirtschaftliche Hofflächen.


Die historische „Reichsumsiedlung“ bezeichnet ein großangelegtes, staatlich gesteuertes Programm während der Zeit des Nationalsozialismus (insbesondere zwischen 1935 und 1942). Ziel war es, hunderttausende Hektar Land für die Militär- und Rüstungsinfrastruktur der Wehrmacht freizumachen. Die betroffenen Bauern wurden zwangsweise in andere Regionen des Deutschen Reiches umgesiedelt.Mecklenburg (das heutige westliche und zentrale Mecklenburg-Vorpommern) spielte bei dieser Operation eine zentrale Rolle als Hauptaufnahmeregion.  
==Mitte 17. Jh. Die zeitweise Pfandverschreibungen an Gelckermann und von Schack==
Das kirchliche Zinsverbot: Die katholische Kirche verbot Christen im Mittelalter strengstens, Zinsen für geliehenes Geld zu verlangen. Geldleihe galt als Sünde, da man in gewisser Weise „Zeit“ verkaufte, die allein Gott gehörte.<br>


Warum ausgerechnet Mecklenburg?Mecklenburg war zu dieser Zeit ideal für die großflächige „Aufsiedlung“ (die Schaffung neuer Bauerndörfer).  
Um dennoch einen wirtschaftlichen Anreiz zu schaffen, ließen sich Geldverleiher (Gläubiger) oft Ländereien oder Güter als Pfand überschreiben. Statt verbotener Zinsen zog der Gläubiger einfach die Erträge und Einkünfte (Nutzungsrechte) aus dem Pfandbesitz ein. Dies galt rechtlich nicht als Zins.<br>
Geringe Bevölkerungsdichte: Das Land war im Vergleich zum Rest des Reiches sehr dünn besiedelt.
Großgrundbesitz: Es gab riesige, zusammenhängende Güter und Rittergüter. Die von den Nationalsozialisten kontrollierte Reichsumsiedlungsgesellschaft (RUG) kaufte diese Güter gezielt auf, zerschlug die Gutskonstruktionen und teilte die Flächen in kleinere, autarke Erbhöfe für die zuziehenden Siedler auf.


Wer wurde nach Mecklenburg umgesiedelt?Die Familien, die in Mecklenburg eine neue Heimat zugewiesen bekamen, stammten primär aus zwei Gruppen:Militärische Weichenstellungen im Westen: Bauern aus Regionen wie der Pfalz, dem Saarland, Westfalen oder Niedersachsen. Ihre alten Höfe wurden für den Bau des Westwalls, für Truppenübungsplätze (wie in der Lüneburger Heide) oder für Militärflugplätze enteignet.
Im 14. Jahrhundert traten mehrere bedeutende Mitglieder der Lützows als Kriegsunternehmer für die mecklenburgischen Landesherren auf. Da den Herzögen oft das Geld fehlte, um diese Militärdienstleistungen bar zu bezahlen, wurden die Lützows mit einflussreichen Ämtern und lukrativen territorialen Pfandbesitzen entlohnt. Dabei konnte man sich möglicherweise auch verspekulieren.<br>


Spuren im heutigen Mecklenburg-Vorpommern
Die Familie von Lützow geriet insbesondere im Zuge des Dreißigjährigen Krieges in massive finanzielle Bedrängnis. Um liquide Mittel zu beschaffen, verpfändeten sie das Gut Dreilützow sowie dazugehörige Ländereien und Rechte mehrfach.<br>
Diese Phase hat die Kulturlandschaft und die Architektur vieler Dörfer in MV nachhaltig verändert
Reißbrett-Dörfer: Es entstanden oft schnurgerade Straßen, an denen standardisierte, typisierte Hallenhäuser („Siedlerhäuser“) mit großem Wirtschaftsteil und angeschlossenen Flächen errichtet wurden. Beispiele: Neben Dreilützow gibt es zahlreiche weitere Dörfer in den heutigen Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und der Mecklenburgischen Seenplatte, deren heutige Struktur vollständig auf diese RUG-Planungen zurückgeht.


===SBZ und DDR (1945-1990)===
Dr. Joachim Gelckermann, Schweriner Domherr, Jurist und mecklenburgischer Hofrat: Er trat im 17. Jahrhundert als bedeutender Geldgeber und Pfandgläubiger für die Familie von Lützow auf. Seine Kredite waren durch die Rechte und Einkünfte aus dem Gut Dreilützow besichert. Da die Lützows die Summen oft jahrzehntelang nicht zurückzahlen konnten, hielten bürgerliche Gelehrte und Beamte wie Gelckermann über längere Zeiträume hinweg faktisch die Hand über die Güter.<br>


===die heutige Zeit===
Die Übertragung an von Schack. Gelckermanns Pfandrechte blieben nicht isoliert. In der damaligen Zeit war es üblich, dass Pfandverschreibungen abgetreten, weiterverkauft oder durch andere Adelsfamilien ausgelöst wurden. Auf diesem Weg gelangten die wirtschaftlichen Nutzungsrechte und der temporäre Besitz schließlich an Hartvig von Schack und dessen Verwandte, die als ebenfalls große Adelsfamilie in Lüneburg, Holstein, Stormarn und Westmecklenburg eng mit der Region und der Familie von Lützow verbunden waren. Hartwig von Schack besaß ab den 1660er-Jahren das Gut Dreilützow als Pfandinhaber und verstarb 1676 auf Dreilützow.<br>


===Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:===
Anna Dorothea von Schack, die Tochter des besagten Hartwig von Schack, heiratete den dänischen Major und späteren Lauenburgischen Landdrosten (Amtmann) August Barthold von Lützow. Durch diese enge eheliche Verbindung der beiden Familien und im Zuge von Erb- und Rücklöseverfahren gelangte das angestammte Gut mitsamt allen Rechten wieder vollständig in den Besitz derer von Lützow, bei denen es schließlich bis zum Verkauf an die Familie von Bernstorff im Jahr 1725 verblieb.<br>


====Die Schule====
Gelegentlich wird in diesem Kontext vermutet, dass dem endgültigen Besitzwechsel der Lützows an die Bernstorffs eine Pfandschaft vorausging. Dies ist jedoch nicht der Fall.
==== Das Rauchhaus ====
Dreilützow hatte einst ein eigenes Rauchhaus. Das Rauchhaus war eines der ältesten Häuser des Dorfes und stand an der in der Karte rot eingezeichneten Stelle. Die Wände waren aus Feldsteinen (überwiegend Granit) und das Dach war mit Reet gedeckt. Es gab keinen Schornstein, denn der Rauch, der beim Heizen und Kochen entstand, wurde zum Abkühlen auf die Diele geleitet, stieg auf und räucherte Würste, Schinken und andere Räucherwaren, die die Dorfbewohner brachten und in den Rauch hängen ließen. In der Zeit vor dem Kühlschrank war das eine der gängigsten Methoden zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. Mit der Zeit war sämtliches Gebälk und die Dacheindeckung von innen rabenschwarz vom Rauch.
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| [[Datei:Dreilützow-Rauchhaus.jpg|150px|thumb|left|Rauchhaus Ansicht vom Lindenweg]] || [[Datei:Dreilützow-Standort ehem Rauchhaus.jpg|350px|thumb|center|Standort: rot umrandet, enteignet: blau umrandet]] || [[Datei:Dreilützow-Wohnhäuser Grundstück Rauchhaus.jpg|500px|thumb|left|heutige Bebauung am Standort]]
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Die letzten Eigentümer waren Ernst und Annemarie Wiech, die keine Kinder hatten. Ernst Wiech galt im zweiten Weltkrieg in Russland als verschollen (also nicht für tot erklärt). Seine Frau Annemarie ging in den Westen nach Schleswig-Holstein.
Nun, da das Gehöft leer stand, zog der Bruder von Ernst Wiech, Werner Wiech, mit seiner Familie ein. Von den DDR-Behörden wurde Werner Wiech als Eigentumspfleger für seinen Bruder eingesetzt. Ein Rechtsinstitut, das alle Eigentümerpflichten auferlegt aber keine Eigentümerrechte einräumt. Als dann Werner Wiech mit seiner Familie in ein eigenes Gehöft neben dem Rauchhaus zog, nutzte die MTS (Maschinen- und Traktorenstation - ein Vorläufer der LPG) das Rauchhausgehöft als Station in Dreilützow ohne sich um die notwendigsten Instandhaltungen zu kümmern. Letztlich war das Gebäude baufällig und die MTS zog aus. Nun wurde durch die Gemeinde und den Rat des Kreises Hagenow der Eigentumspfleger, Werner Wiech, in die Pflicht genommen. Er sollte auf seine Kosten das Gebäude abreißen. Da er das Geld nicht aufbringen konnte, wurde er von der Gemeinde genötigt, den heutigen Dorfplatz am Saal aus seinem Eigentum abzutreten (quasi enteignet), damit die Gemeinde im Gegenzug den Abriss übernahm. Der Abriss erfolgte nur unvollständig und die Grundmauern und Feldsteine aus dem Abriss lagen noch bis zur Wende auf dem Grundstück. <br>
Nach dem Tod der eingangs erwähnten kinderlosen Annemarie Wiech fanden sich die erbberechtigten Nichten und Neffen zusammen und stellten fest, dass sie nur den 50-%igen Anteil der Annemarie Wiech an dem Gehöft erben konnten. Die anderen 50% Eigentumsanteil des verschollenen Ernst Wiech aber nicht. Um über das Grundstück verfügen zu können, mussten sie den Gegenwert für 99 Jahre beim Grundbuchamt des Amtsgerichtes in Parchim einzahlen. Die Erbengemeinschaft einigte sich darauf, dass zwei aus diesem Kreis der Erbberechtigten alle anderen für das Erbe nach Annemarie Wiech auszahlen und den Eigentumsanteil für Ernst Wiech hinterlegen. Damit wurde es möglich, dass das Grundstück mit zwei Einfamilienhäusern bebaut werden konnte.
Mit dem Neubau wurden die alten Feldsteine als Umzäunungsmauer verwendet und sind noch heute als solche von beiden Straßen aus sichtbar.


==Kein Wappen von Dreilützow==
==Kein Wappen von Dreilützow==
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==Kontakte==
==Kontakte==
==Entwürfe==
===Dreilützow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===
===Bis zur Reichseinigung ( bis 1871)===
Die Reichsgründung am 18. Januar 1871 markiert die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles, womit Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck die Einigung Deutschlands „von oben“ nach drei Kriegen (1864, 1866, 1870/71) vollendete. Die Mecklenburgischen Großherzogtümer Schwerin und Strelitz - [https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/Deutsches_Reich_%281871-1918%29-de.svg Karte] - wurden dabei nicht zu preußischen Provinzen aber waren Teil des Kaiserreiches. Wilhelm I. wurde erster deutscher Kaiser, während Berlin Hauptstadt wurde. <br>
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====  Entstehung der Häuslerei ====
Im 19. Jahrhundert kam es in Mecklenburg zu einer starken Abwanderung von Landarbeitern und Kleinbauern, die keine Perspektive in der bestehenden landwirtschaftlichen Struktur sahen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde die Schaffung von Häuslereien durch den Großherzog gefördert. Eine Häuslerei umfasste ein kleines Grundstück mit einem Haus und Gartenland. Es handelte sich um eine Existenzform, die zwischen den großen Gutshöfen und der Landbevölkerung lag. Die Häuslereien sollten den Menschen eine Möglichkeit bieten, sich selbst zu versorgen, indem sie Gemüse anbauten, Kleinvieh hielten und so ihre Existenz sicherten. Häuslereien wurden auch als Büdnereien bezeichnet. Häuslereien waren in der Regel deutlich kleiner als Bauernhöfe und boten weniger Land für die Bewirtschaftung. Ein wichtiger Bestandteil war das Gartenland, das zur Selbstversorgung diente. Das Wohnhaus war oft einfach und zweckmäßig gebaut. Es gab meist einfache Nebengebäude für die Haltung von Kleinvieh und die Lagerung von Vorräten. Die Häuslereien variierten in ihrer Ausprägung je nach Region und den örtlichen Gegebenheiten. Die Häuslereien stellten einen wichtigen Schritt im Strukturwandel der ländlichen Gesellschaft dar und trugen dazu bei, die Abhängigkeit der Landbevölkerung von den großen Gutsherren zu verringern. Die noch erhaltenen Häuslereien sind heute wichtige Zeugnisse für die Geschichte der ländlichen Bevölkerung und ihrer Lebensverhältnisse.<br>
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Die Dreilützower Häuslerei entstand ebenfalls, als in Mecklenburg im 19. Jahrhundert, insbesondere ab Mitte des Jahrhunderts, als Reaktion auf die Abwanderung der ländlichen Bevölkerung mehrere Häuslereien entstanden. Der mecklenburgische Großherzog förderte die Schaffung von Häuslereien (Grundstücke mit Haus und Gartenland), um die Menschen im Land zu halten. Diese kleinen Anwesen sollten der Landbevölkerung eine Existenzgrundlage bieten und die Abwanderung in die Städte oder ins Ausland verhindern.
Weitere Häuslereien entstanden in der Gegend in anderer Bauweise in Püttelkow und Perdöhl.
===Kaiserreich (1871-1918)===
===Weimarer Republik (1918-1933)===
==== Das Ende des Großgrundbesitzes (1929–1933) ====
Verkauf und Aufsiedelung: Im Juli 1929 verkauften die Erben der Familie von Bernstorff das Anwesen an die „Kultur- und Siedlungs-Aktien-Gesellschaft deutscher Landwirte in Schwerin“. Das Gut wurde aufgesiedelt, was bedeutet, dass der riesige Landbesitz parzelliert und an einzelne Bauern und Siedler vergeben wurde. In diesem Zuge entstanden auch neue Siedlungsstrukturen im Dorf.
===Drittes Reich (1933-1945)===
==== Reichsumsiedlung ====
Die historische Umsiedlung in Dreilützow (heute ein Ortsteil der Gemeinde Wittendörp) fand im Rahmen der nationalsozialistischen Reichsumsiedlung zwischen 1936 und 1942 statt.Dabei kaufte die Reichsumsiedlungsgesellschaft einen Großteil der landwirtschaftlichen Flächen des lokalen Gutes auf. Ziel war es, Platz für Bauern zu schaffen, die im Westen Deutschlands im Zuge der Kriegsvorbereitungen für den Zweiten Weltkrieg zwangsweise von ihren Höfen vertrieben worden waren. Ihre ursprünglichen Ländereien wurden dort für den Bau von militärischen Flug- und Truppenübungsplätzen benötigt.Durch diese Aktion entstanden in Dreilützow zwei prägende Siedlungsbereiche:„Zwölf Apostel“ (Luckwitzer Straße): Hier wurden 12 neue Gehöfte mit dem dazugehörigen Umland für die umgesiedelten Bauernfamilien errichtet.Parumer Straße: In diesem Bereich entstanden 9 weitere landwirtschaftliche Hofflächen.
Die historische „Reichsumsiedlung“ bezeichnet ein großangelegtes, staatlich gesteuertes Programm während der Zeit des Nationalsozialismus (insbesondere zwischen 1935 und 1942). Ziel war es, hunderttausende Hektar Land für die Militär- und Rüstungsinfrastruktur der Wehrmacht freizumachen. Die betroffenen Bauern wurden zwangsweise in andere Regionen des Deutschen Reiches umgesiedelt.Mecklenburg (das heutige westliche und zentrale Mecklenburg-Vorpommern) spielte bei dieser Operation eine zentrale Rolle als Hauptaufnahmeregion.
Warum ausgerechnet Mecklenburg?Mecklenburg war zu dieser Zeit ideal für die großflächige „Aufsiedlung“ (die Schaffung neuer Bauerndörfer).
Geringe Bevölkerungsdichte: Das Land war im Vergleich zum Rest des Reiches sehr dünn besiedelt.
Großgrundbesitz: Es gab riesige, zusammenhängende Güter und Rittergüter. Die von den Nationalsozialisten kontrollierte Reichsumsiedlungsgesellschaft (RUG) kaufte diese Güter gezielt auf, zerschlug die Gutskonstruktionen und teilte die Flächen in kleinere, autarke Erbhöfe für die zuziehenden Siedler auf.
Wer wurde nach Mecklenburg umgesiedelt?Die Familien, die in Mecklenburg eine neue Heimat zugewiesen bekamen, stammten primär aus zwei Gruppen:Militärische Weichenstellungen im Westen: Bauern aus Regionen wie der Pfalz, dem Saarland, Westfalen oder Niedersachsen. Ihre alten Höfe wurden für den Bau des Westwalls, für Truppenübungsplätze (wie in der Lüneburger Heide) oder für Militärflugplätze enteignet.
Spuren im heutigen Mecklenburg-Vorpommern
Diese Phase hat die Kulturlandschaft und die Architektur vieler Dörfer in MV nachhaltig verändert
Reißbrett-Dörfer: Es entstanden oft schnurgerade Straßen, an denen standardisierte, typisierte Hallenhäuser („Siedlerhäuser“) mit großem Wirtschaftsteil und angeschlossenen Flächen errichtet wurden. Beispiele: Neben Dreilützow gibt es zahlreiche weitere Dörfer in den heutigen Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und der Mecklenburgischen Seenplatte, deren heutige Struktur vollständig auf diese RUG-Planungen zurückgeht.
===SBZ und DDR (1945-1990)===
===die heutige Zeit===
===Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:===
====Die Schule====
==== Das Rauchhaus ====
Dreilützow hatte einst ein eigenes Rauchhaus. Das Rauchhaus war eines der ältesten Häuser des Dorfes und stand an der in der Karte rot eingezeichneten Stelle. Die Wände waren aus Feldsteinen (überwiegend Granit) und das Dach war mit Reet gedeckt. Es gab keinen Schornstein, denn der Rauch, der beim Heizen und Kochen entstand, wurde zum Abkühlen auf die Diele geleitet, stieg auf und räucherte Würste, Schinken und andere Räucherwaren, die die Dorfbewohner brachten und in den Rauch hängen ließen. In der Zeit vor dem Kühlschrank war das eine der gängigsten Methoden zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. Mit der Zeit war sämtliches Gebälk und die Dacheindeckung von innen rabenschwarz vom Rauch.
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| [[Datei:Dreilützow-Rauchhaus.jpg|150px|thumb|left|Rauchhaus Ansicht vom Lindenweg]] || [[Datei:Dreilützow-Standort ehem Rauchhaus.jpg|350px|thumb|center|Standort: rot umrandet, enteignet: blau umrandet]] || [[Datei:Dreilützow-Wohnhäuser Grundstück Rauchhaus.jpg|500px|thumb|left|heutige Bebauung am Standort]]
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Die letzten Eigentümer waren Ernst und Annemarie Wiech, die keine Kinder hatten. Ernst Wiech galt im zweiten Weltkrieg in Russland als verschollen (also nicht für tot erklärt). Seine Frau Annemarie ging in den Westen nach Schleswig-Holstein.
Nun, da das Gehöft leer stand, zog der Bruder von Ernst Wiech, Werner Wiech, mit seiner Familie ein. Von den DDR-Behörden wurde Werner Wiech als Eigentumspfleger für seinen Bruder eingesetzt. Ein Rechtsinstitut, das alle Eigentümerpflichten auferlegt aber keine Eigentümerrechte einräumt. Als dann Werner Wiech mit seiner Familie in ein eigenes Gehöft neben dem Rauchhaus zog, nutzte die MTS (Maschinen- und Traktorenstation - ein Vorläufer der LPG) das Rauchhausgehöft als Station in Dreilützow ohne sich um die notwendigsten Instandhaltungen zu kümmern. Letztlich war das Gebäude baufällig und die MTS zog aus. Nun wurde durch die Gemeinde und den Rat des Kreises Hagenow der Eigentumspfleger, Werner Wiech, in die Pflicht genommen. Er sollte auf seine Kosten das Gebäude abreißen. Da er das Geld nicht aufbringen konnte, wurde er von der Gemeinde genötigt, den heutigen Dorfplatz am Saal aus seinem Eigentum abzutreten (quasi enteignet), damit die Gemeinde im Gegenzug den Abriss übernahm. Der Abriss erfolgte nur unvollständig und die Grundmauern und Feldsteine aus dem Abriss lagen noch bis zur Wende auf dem Grundstück. <br>
Nach dem Tod der eingangs erwähnten kinderlosen Annemarie Wiech fanden sich die erbberechtigten Nichten und Neffen zusammen und stellten fest, dass sie nur den 50-%igen Anteil der Annemarie Wiech an dem Gehöft erben konnten. Die anderen 50% Eigentumsanteil des verschollenen Ernst Wiech aber nicht. Um über das Grundstück verfügen zu können, mussten sie den Gegenwert für 99 Jahre beim Grundbuchamt des Amtsgerichtes in Parchim einzahlen. Die Erbengemeinschaft einigte sich darauf, dass zwei aus diesem Kreis der Erbberechtigten alle anderen für das Erbe nach Annemarie Wiech auszahlen und den Eigentumsanteil für Ernst Wiech hinterlegen. Damit wurde es möglich, dass das Grundstück mit zwei Einfamilienhäusern bebaut werden konnte.
Mit dem Neubau wurden die alten Feldsteine als Umzäunungsmauer verwendet und sind noch heute als solche von beiden Straßen aus sichtbar.

Aktuelle Version vom 8. Oktober 2026, 15:44 Uhr


Kenndaten des Orts
Name (heute)Dreilützow
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl19243
VerwaltungsamtWittenburg
LandkreisLudwigslust-Parchim
Zahlen
Einwohnerca. 500
KoordinatenBreite: 53.533978 / Länge: 11.111845


Einführende Information

Das Dorf Dreilützow befindet sich an der Landesstraße 42 nördlich von Wittenburg in Richtung Schwerin. Dreilützow besteht aus dem Hauptdorf mit alter Gutsanlage, der Häuslerei, den Altbauern und den im Rahmen der Reichsumsiedlung entstandenen Siedlungen "Zwölf Apostel" (auch "Luckwitzer Straße" genannt) und der "Parumer Straße". Nach der Wende entstand die neue Wohnstätte St. Josef, ein Zuhause für behinderte Menschen, die gut integrierter Teil unserer Dorfgemeinschaft sind. Im ehemaligen Gutshaus befindet sich das Schullandheim, Bildungs- und Begegnungsstätte Schloß Dreilützow der Caritas. Als Ferien- und Bildungsdomizil macht diese Einrichtung den Ort Dreilützow über die Grenzen des Landes M-V hinaus bekannt.

Zum Ort gab es in der Vergangenheit schon ältere Chroniken und Schriften, zu denen sie hier kommen.



-Größere Karte von Dreilützow anzeigen-

Frühes Mittelalter - von den Polaben zu den Lützows

Die Polaben waren ein westslawischer Stamm im nördlichen Deutschland im 11. und 12. Jahrhundert. Sie waren Teil des Verbandes der Abodriten.

Ab ungefähr 700 kamen slawische Siedler in die damals wohl weitgehend unbewohnte Region.

Seit etwa dem 7. Jahrhundert siedelten slawische Bevölkerungsgruppen in der Region. Die Gegend um das heutige Dreilützow gehörte im frühen Mittelalter zum westslawischen Siedlungsraum der Polaben (slawisch po=an und Labe=Elbe -> Polaben = die an der Elbe). Das Siedlungsgebiet der Polaben (Karte) erstreckte sich zwischen der Trave und Elbe sowie entlang der Jeetzel. Heute entspricht das Gebiet ungefähr den Landkreisen Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein), Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), südlicher Kreis Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg) sowie Teilen des Altmarkkreises Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und des Landkreises Prignitz (Brandenburg).

Die Hauptburg der Polaben lag wahrscheinlich zunächst in Hammer (heute Panten), später in Ratzeburg.

Im 12. Jahrhundert veränderten sich die politischen Verhältnisse grundlegend. Mit der Expansion sächsisch-deutscher Herrschaft begann der sogenannte deutsche Landesausbau (auch ostelbische Kreuzzüge). Neue Herrschaftsstrukturen, kirchliche Organisation und bäuerliche Siedlungen entstanden nebeneinander beziehungsweise überlagerten ältere slawische Siedlungsstrukturen.
1043 war der polabische Fürst Ratibor Samtherrscher des Verbandes der Abodriten. Ab 1093 wurden die Polaben als Teilstamm der Abodriten erwähnt unter den Fürsten Heinrich und Pribislaw.

1142 gab der sächsische Herzog Heinrich der Löwe den Gau Polabi und die neugeschaffene Grafschaft Ratzeburg als Lehen an seinen Gefolgsmann Heinrich von Badewide. Dessen Nachkommen regierten bis 1199 als Grafen von Ratzeburg.
Die östlichen Teile des polabischen Siedlungsgebiets blieben unter der Herrschaft der abodritischen und mecklenburgischen Fürsten.

Für die spätere Entwicklung Dreilützows wurde insbesondere die Familie von Lützow wichtig. Die Familie erscheint in der Überlieferung als adliges Geschlecht, das im westlichen Mecklenburg umfangreichen Grundbesitz besaß.

1230 – die erste urkundliche Erwähnung

Ein entscheidendes Datum für die Geschichte Dreilützows ist das Jahr 1230. Das sogenannte Ratzeburger Zehntregister, ein Verzeichnis des Bistums Ratzeburg, nennt den Ort unter dem Namen „Luzowe“ erstmals.

Die Ortschaft Dreilützow wurde ein weiteres Mal im Jahr 1287 indirekt als Lutzowe gemäß den Familienchroniken urkundlich erwähnt. Am 5. November 1287 wird der Ritter Johannes de Lutzowe erstmals in einer Urkunde genannt. Der Name bezog sich auf den heutigen Ort Dreilützow bei Wittenburg (nicht das gleichnamige Lützow bei Gadebusch).

Das Ratzeburger Zehntregister ist eine unschätzbare Quelle für die Siedlungsgeschichte des westlichen Mecklenburgs im frühen 13. Jahrhundert. Es verzeichnet zahlreiche Dörfer und ihre Zehntverhältnisse. Der bei der Anlage des Registers verfolgte Zweck war, dem Bischof Gottschalk des Ratzeburger Doms eine schnelle und genaue Übersicht über die ihm zufallenden Zehnterhebungen zu geben. Der „Zehnt“ war eine ursprünglich von der Kirche geforderte Vermögensabgabe an die Bischöfe zu ihrem Lebensunterhalt. Später erhielten auch weltliche Grundherren das Recht zur Einziehung des Zehnten. Diese Abgabe erfolgte bis zum 13. Jahrhundert in Naturalien und danach auch in Geld.

Das Ratzeburger Zehntregister aus dem Jahre 1230 wird durch eine Einleitung eröffnet, die die Grundlagen des Zehntregisters im Ratzeburger Bistum mitteilt. Es folgt, nach Ländern und innerhalb dieser nach Kirchspielen geordnet, das eigentliche Register: die Aufführung der einzelnen Dörfer (insgesamt etwa 500) mit ihrer Hufenzahl und dem Nachweis über den Verbleib des dem Bischof zugehörigen Zehntanteils. Damit lässt sich Dreilützow heute (2026) auf eine schriftlich belegte Geschichte von rund 800 Jahren zurückführen.

Auszug aus dem Ratzeburger Zehntregister von 1230





















Land Wittenburg
In Parochie Wittenburg.


158. agri civitatis Wittenburg Land der Stadt Wittenburg
159. Karwete Karft
160. Warsekowe Waschow
161. Ziklemarke Ziggelmark
162. Lesen Lehsen
163. Pvtselin (wüst)
164. Bobecin Bobzin
165. Woltsowe Wölzow
166. Pvtlekowe Püttelkow
167. Lvzowe Lützow bei Wittenburg – heute Dreilützow
168. Cerbeke Düsterbek
169. Lvkkeuiz Luckwitz



Die im Jahr 2007 begangene Jubiläumsfeier bezog sich auf die damals 777 Jahre lange Ortsgeschichte. Die im Jahr 2005 angestandenen 775-Jahrfeier wurde versäumt zu begehen und so feierte man 2007 die 777-Jahrfeier. Die Jahrfeiern müssen künftig ausgehend vom Jahr 1230 in folgenden Jahren begangen werden:

2030 800 Jahre
2055 825 Jahre
2080 850 Jahre
2105 875 Jahre
u.s.w.

Die Familie von Lützow und das mittelalterliche Dreilützow

Seit dem Mittelalter war Dreilützow eng mit der Familie von Lützow verbunden. Aus dem zunächst „Luzowe“ oder „Lützow“ genannten Ort entwickelte sich ein grundherrschaftlich geprägtes Dorf.

Die Familie von Lützow gehörte zu den bedeutenden mecklenburgischen Adelsfamilien. Ihre Besitzungen bestanden nicht nur in Dreilützow, sondern auch in zahlreichen anderen Orten der Region.

Dreilützow entwickelte sich dadurch nicht zu einem gewöhnlichen Bauerndorf, sondern zu einem Guts- und Herrendorf. Der Grundbesitz und die damit verbundenen Rechte lagen über Jahrhunderte weitgehend bei der jeweiligen Gutsherrschaft.

Nach der "Beschreibung der Herzogtümer Mecklenburg anno 1738" von Hans Heinrich Klüversen - Mecklenburgisches Staatsarchiv - sollen sich die Lützow neben anderen sächsischen Familien nach alten Chroniken schon zu Zeiten Karl des Großen (742 - 814) in Mecklenburg niedergelassen haben. Mit Sicherheit ist nur festzuhalten, dass die Familie aus Niedersachsen oder Westfalen stammt und zur Zeit Heinrich des Löwen nach Mecklenburg gezogen ist.

Die Familienüberlieferung führt die Ankunft der Lützows in Mecklenburg auf die Zeit Heinrichs des Löwen um etwa 1150 zurück. Diese Darstellung gehört allerdings eher zur genealogischen Überlieferung der Familie; gesicherter ist, dass die Familie spätestens im 13. Jahrhundert als Lehnsherrschaft in Dreilützow nachweisbar ist. Der Ritter Johannes de Lutzowe wird am 5.11.1287 erstmals urkundlich erwähnt. Mit dem Ort Lutzowe ist Lützow bei Wittenburg gemeint – jener Ort, der später, etwa seit Anfang des 18. Jh. Dreilützow heißt.


Auf Grund ihrer frühen Einwanderung ist die Familie in Westmecklenburg weit verbreitet und hat viele Besitzungen. Ein Überblick über den weitverzweigten Besitz der Lützow Anfang des 17. Jh. ergibt sich aus dem Bericht des Archivars Joh. Schultze über den Rittersaal zu Rehna - einst Sitz der Herzogin Sophie von Mecklenburg. Diese hatte im Rittersaal "jeden von Adel" mit Namen und Wappen aufmalen lassen. Von Joh. Schultze wurden die im Jahre 1616/17 aufgeführten Adeligen mit ihrem Besitz festgehalten. Es waren hierunter 16 Lützows und zwar im Amt Schwerin: Volrad v. L. auf Vietz; im Amt Gadebusch: Hans v. L. auf Dutzow, Hartwig v. L. auf Thurow, Volrad v. L. auf Salitz, Matthias v. L. auf Lützow und Eickhof; im Amt Mecklenburg: Vicco v. L. auf Modentin; im Amt Wittenburg: Valentin v. L. auf Goldenitz, Diederich v. L. auf Harst, Henneke v. L. auf Wölzow, Christoph v. L. auf Bakendorf, Bernhard v. L. auf Hülseburg, Adam v. L. auf Dreilützow, Cord v. L auf Perlin, Henneke v. L. auf Schwechow, Wipert v. L. auf Goldenbow, Joachim v. L. auf Pritzier.

Über die Jahrhunderte haben die Lützows mehr als hundert Besitze innegehabt. Durch Erbvergleiche und Verkäufe - insbesondere nach dem Dreißigjährigen Krieg - gingen zahlreiche Besitze in andere Hände über. Am Ende des zweiten Weltkrieges 1945 waren nur noch das Haus Eickhof/Eickelberg mit den Gütern Eickhof und Eickelberg und das Haus Groß Salitz mit dem Gut Groß Salitz im Besitz der Familie.

Nach der Familienüberlieferung sind die Lützows kein wendischer (slawischer) Adel sondern mit Heinrich dem Löwen (Herzog von Sachsen – heute Niedersachsen – und Bayern) als sächsische Edelleute etwa um 1150 nach Mecklenburg gekommen. Sie haben als sog. Lokatoren aus dem Ritterstand im Auftrag ihres Landesherrn die Besiedelung des Landes mit deutschen Bauern organisiert. Ihr Dienstherr war zunächst Heinrich der Löwe und nach dessen Absetzung durch Kaiser Barbarossa der Fürst Pribislaw, der vom Kaiser eingesetzte Wendenfürst und Sohn des von Heinrich dem Löwen besiegten Fürsten der Wenden Niclot.

Nach wohl überwiegender Auffassung ist der Name Lützow von dem angeblich wendischen Ortsnamen ihrer Burg Lutzowe bei Wittenburg - später Dreilützow - abgeleitet. Das Wappen hat die Familie jedoch bereits aus ihrer Heimat mitgebracht. Es ist nicht - wie bei anderen mecklenburgischen Adelsfamilien - durch einen Herzog von Mecklenburg verliehen worden.

Nach einer anderen Auffassung soll das Wort Lutzowe germanischen bzw. deutschen Ursprungs sein und keinen Orts- sondern Familiennamen darstellen. Es soll "Oberhaupt der Leute" (...owe = Oberhaupt, Lütz = Leute) bedeuten. Der Edelmann habe dann diesen Namen seinem Stammsitz gegeben und nicht umgekehrt

Mitte 17. Jh. Die zeitweise Pfandverschreibungen an Gelckermann und von Schack

Das kirchliche Zinsverbot: Die katholische Kirche verbot Christen im Mittelalter strengstens, Zinsen für geliehenes Geld zu verlangen. Geldleihe galt als Sünde, da man in gewisser Weise „Zeit“ verkaufte, die allein Gott gehörte.

Um dennoch einen wirtschaftlichen Anreiz zu schaffen, ließen sich Geldverleiher (Gläubiger) oft Ländereien oder Güter als Pfand überschreiben. Statt verbotener Zinsen zog der Gläubiger einfach die Erträge und Einkünfte (Nutzungsrechte) aus dem Pfandbesitz ein. Dies galt rechtlich nicht als Zins.

Im 14. Jahrhundert traten mehrere bedeutende Mitglieder der Lützows als Kriegsunternehmer für die mecklenburgischen Landesherren auf. Da den Herzögen oft das Geld fehlte, um diese Militärdienstleistungen bar zu bezahlen, wurden die Lützows mit einflussreichen Ämtern und lukrativen territorialen Pfandbesitzen entlohnt. Dabei konnte man sich möglicherweise auch verspekulieren.

Die Familie von Lützow geriet insbesondere im Zuge des Dreißigjährigen Krieges in massive finanzielle Bedrängnis. Um liquide Mittel zu beschaffen, verpfändeten sie das Gut Dreilützow sowie dazugehörige Ländereien und Rechte mehrfach.

Dr. Joachim Gelckermann, Schweriner Domherr, Jurist und mecklenburgischer Hofrat: Er trat im 17. Jahrhundert als bedeutender Geldgeber und Pfandgläubiger für die Familie von Lützow auf. Seine Kredite waren durch die Rechte und Einkünfte aus dem Gut Dreilützow besichert. Da die Lützows die Summen oft jahrzehntelang nicht zurückzahlen konnten, hielten bürgerliche Gelehrte und Beamte wie Gelckermann über längere Zeiträume hinweg faktisch die Hand über die Güter.

Die Übertragung an von Schack. Gelckermanns Pfandrechte blieben nicht isoliert. In der damaligen Zeit war es üblich, dass Pfandverschreibungen abgetreten, weiterverkauft oder durch andere Adelsfamilien ausgelöst wurden. Auf diesem Weg gelangten die wirtschaftlichen Nutzungsrechte und der temporäre Besitz schließlich an Hartvig von Schack und dessen Verwandte, die als ebenfalls große Adelsfamilie in Lüneburg, Holstein, Stormarn und Westmecklenburg eng mit der Region und der Familie von Lützow verbunden waren. Hartwig von Schack besaß ab den 1660er-Jahren das Gut Dreilützow als Pfandinhaber und verstarb 1676 auf Dreilützow.

Anna Dorothea von Schack, die Tochter des besagten Hartwig von Schack, heiratete den dänischen Major und späteren Lauenburgischen Landdrosten (Amtmann) August Barthold von Lützow. Durch diese enge eheliche Verbindung der beiden Familien und im Zuge von Erb- und Rücklöseverfahren gelangte das angestammte Gut mitsamt allen Rechten wieder vollständig in den Besitz derer von Lützow, bei denen es schließlich bis zum Verkauf an die Familie von Bernstorff im Jahr 1725 verblieb.

Gelegentlich wird in diesem Kontext vermutet, dass dem endgültigen Besitzwechsel der Lützows an die Bernstorffs eine Pfandschaft vorausging. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Kein Wappen von Dreilützow

Der Ort Dreilützow wie auch die vormals eigenständige Gemeinde Dreilützow führt kein Wappen. Aus Anlass der 775-Jahrfeier, im Jahr 2007, wurde ein wappenförmiges Logo gezeigt, das aus einem goldenen durch blaue Wellenlinie (für den Fluss Motel) schrägrechts geteilten Wappenschild mit schwarzen Zinnen bestand, in der unteren Hälfte stand die aus dem Wappen der von Lützows entlehnte vierstufige Sturmleiter, in der oberen Hälfte standen Windmühlenflügel, die auf Dreilützow als Standort einer bedeutenden Galeriewindmühle verwies.

Wie auch die vormals eigenständige Gemeinde Dreilützow führt die Gemeinde Wittendörp, der Dreilützow heute angehört, kein eigenes Wappen. Für Gemeinden ohne eigenes Wappen gelten die Regelungen des § 6 der Hoheitszeichenverordnung M-V. Gemäß Hoheitszeichenverordnung - HzVO M-V - führen das kleine Landessiegel die Gemeinden, die kein eigenes Wappen führen. Gemeinden im Landesteil Mecklenburg führen das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg, einem hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone. Dem entsprechend ist das Siegel der Gemeinde Wittendörp ähnlich dem Siegelbild unten.


Kurztext zum Ort

Dreilützow liegt nordöstlich von Wittenburg an der Landesstraße 42 (Wittenburg-Schwerin). Das Dorf geht auf die Familie von Lützow zurück. Die Lützows sind nach eigener Familienüberlieferung mit Heinrich dem Löwen als sächsisch-deutsche Ritter etwa um 1150 nach Mecklenburg gekommen. Sie haben als sog. Lokatoren im Auftrag ihres Landesherrn die Besiedelung des bis dato slavischen Landes mit deutschen Bauern organisiert und ihre Stammburg /Stammsitz in Lutzowe begründet. In Folge einer Dreiteilung unter den Lützows während des 17. oder 18. Jahrhunderts wandelt sich der Name von Lutzowe in Dreen Lutzowe, Dreen Lütau, Drei Lützow und zuletzt in Dreilützow.

Die von Lützows stifteten in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Kirche von Dreilützow und übten das Kirchenpatronat aus.

Die Gemarkung Dreilützow grenzt im NW an Püttelkow, NO an Pogreß, O im Bereich der Parumer Heide an Parum, im SO an Luckwitz, im Süden im Verlauf der Navers Beck an Wölzow und im SW an Wittenburg. Der Siedlungstyp ist ein Guts-Straßendorf. Lange bestand das Dorf nur aus dem Kern mit dem Gutskomplex sowie entlang der Straße aus den Landarbeiter- und Tagelöhnerhäusern, einem Altbauernhof am alten Dreilützower Weg und einer Windmühle an der Parumer Straße. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde als Reaktion auf die beginnende Landflucht im Lande, gefördert durch den Großherzog, die Häuslerei mit zehn Grundstücken mit kleinem Haus und Gartenland errichtet. Mit der Weltwirtschaftskriese 1929 begann der wirtschaftliche Niedergang auch des Gutes in Dreilützow. Zwischen 1936 und 1942 kaufte die Reichsumsiedlungsgesellschaft einen Großteil der landwirtschaftlichen Gutsflächen zum Bauernhofbau. Als Kriegsvorbereitung wegen der Anlage von Flug- und Truppenübungsplätzen sowie anderer „kriegswichtiger“ Einrichtungen wurden zur Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs einzelne Hofstellen, aber auch komplette Dörfer im Westen Deutschlands zwangsweise umgesiedelt und hier neu angesiedelt. So entstanden Gehöfte mit umliegendem Land: 9 an der Parumer Straße und 12 an der Luckwitzer Straße (später "Zwölf Apostel"). Nach 1945 entstand im Gutshaus ein Kinderheim später ein Heim für Behinderte. Weiter entstand eine Schule auch für die umliegenden Dörfer.

Dreilützow im Spiegel von Karten und Luftbildern

Bildergalerie

Weiterführende Information zu Dreilützow

Ältere Chroniken und Schriften

Chronik von 2007 geschrieben und zusammengetragen von Erich Mehlig (†) aus Harst

Es ist eine Weiterführung der von den Chronisten der Gemeinde Wittendörp (ABM bis zum 3.Oktober 2002) erstellten Chronik.
Es waren Frau Petra Dehlke-Liehr, Frau Silke Samofahl und Herr Dieter Zwar, die hier einen fundierten Grundstein gelegt haben.
Weiteres umfangreiches Material, das Herr Rolf Ulbricht (†) aus Dreilützow beisteuerte, floss ebenfalls ein.

Deckblatt




Hier gehts zur Chronik ↓

Medium:Dreilützow-Erich Mehlig-Chronik von Dreilützow-2007.pdf










Heft zur 775-Jahrfeier am 25.08.2007: "Die Geschichte der Dreilützower Schule"

An der Erstellung dieser Broschüre waren beteiligt: Johanna Lubig, Daniel Rotermann, Tom Meier, Simon Lubig, Anna Rotermann, Franziska Groß und Stephanie Heckmann
Angeleitet wurden sie von: Berno Groß und Susanne Lubig
Wir danken dem Fachdienst Jugend des Landkreises Ludwigslust für die Unterstützung dieses Jugendprojektes.
Ein Dank geht auch an die Schule am Friedensring in Wittenburg (Rechtsnachfolger der Dreilützower Schule) für die Bereitstellung von alten Dokumenten zur Schulgeschichte in Dreilützow.
Projektträger: Schloss Dreilützow / Caritas Mecklenburg e.V., Am Schlosspark 10, 19243 Dreilützow

Deckblatt






Hier gehts zum Heft ↓

Medium:Dreilützow-Heft Die Geschichte der Dreilützower Schule- zur 775-Jahrfeier 20070825.pdf







Kontakte

Entwürfe

Dreilützow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Bis zur Reichseinigung ( bis 1871)

Die Reichsgründung am 18. Januar 1871 markiert die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles, womit Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck die Einigung Deutschlands „von oben“ nach drei Kriegen (1864, 1866, 1870/71) vollendete. Die Mecklenburgischen Großherzogtümer Schwerin und Strelitz - Karte - wurden dabei nicht zu preußischen Provinzen aber waren Teil des Kaiserreiches. Wilhelm I. wurde erster deutscher Kaiser, während Berlin Hauptstadt wurde.

Entstehung der Häuslerei

Im 19. Jahrhundert kam es in Mecklenburg zu einer starken Abwanderung von Landarbeitern und Kleinbauern, die keine Perspektive in der bestehenden landwirtschaftlichen Struktur sahen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde die Schaffung von Häuslereien durch den Großherzog gefördert. Eine Häuslerei umfasste ein kleines Grundstück mit einem Haus und Gartenland. Es handelte sich um eine Existenzform, die zwischen den großen Gutshöfen und der Landbevölkerung lag. Die Häuslereien sollten den Menschen eine Möglichkeit bieten, sich selbst zu versorgen, indem sie Gemüse anbauten, Kleinvieh hielten und so ihre Existenz sicherten. Häuslereien wurden auch als Büdnereien bezeichnet. Häuslereien waren in der Regel deutlich kleiner als Bauernhöfe und boten weniger Land für die Bewirtschaftung. Ein wichtiger Bestandteil war das Gartenland, das zur Selbstversorgung diente. Das Wohnhaus war oft einfach und zweckmäßig gebaut. Es gab meist einfache Nebengebäude für die Haltung von Kleinvieh und die Lagerung von Vorräten. Die Häuslereien variierten in ihrer Ausprägung je nach Region und den örtlichen Gegebenheiten. Die Häuslereien stellten einen wichtigen Schritt im Strukturwandel der ländlichen Gesellschaft dar und trugen dazu bei, die Abhängigkeit der Landbevölkerung von den großen Gutsherren zu verringern. Die noch erhaltenen Häuslereien sind heute wichtige Zeugnisse für die Geschichte der ländlichen Bevölkerung und ihrer Lebensverhältnisse.

Die Dreilützower Häuslerei entstand ebenfalls, als in Mecklenburg im 19. Jahrhundert, insbesondere ab Mitte des Jahrhunderts, als Reaktion auf die Abwanderung der ländlichen Bevölkerung mehrere Häuslereien entstanden. Der mecklenburgische Großherzog förderte die Schaffung von Häuslereien (Grundstücke mit Haus und Gartenland), um die Menschen im Land zu halten. Diese kleinen Anwesen sollten der Landbevölkerung eine Existenzgrundlage bieten und die Abwanderung in die Städte oder ins Ausland verhindern. Weitere Häuslereien entstanden in der Gegend in anderer Bauweise in Püttelkow und Perdöhl.

Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Das Ende des Großgrundbesitzes (1929–1933)

Verkauf und Aufsiedelung: Im Juli 1929 verkauften die Erben der Familie von Bernstorff das Anwesen an die „Kultur- und Siedlungs-Aktien-Gesellschaft deutscher Landwirte in Schwerin“. Das Gut wurde aufgesiedelt, was bedeutet, dass der riesige Landbesitz parzelliert und an einzelne Bauern und Siedler vergeben wurde. In diesem Zuge entstanden auch neue Siedlungsstrukturen im Dorf.

Drittes Reich (1933-1945)

Reichsumsiedlung

Die historische Umsiedlung in Dreilützow (heute ein Ortsteil der Gemeinde Wittendörp) fand im Rahmen der nationalsozialistischen Reichsumsiedlung zwischen 1936 und 1942 statt.Dabei kaufte die Reichsumsiedlungsgesellschaft einen Großteil der landwirtschaftlichen Flächen des lokalen Gutes auf. Ziel war es, Platz für Bauern zu schaffen, die im Westen Deutschlands im Zuge der Kriegsvorbereitungen für den Zweiten Weltkrieg zwangsweise von ihren Höfen vertrieben worden waren. Ihre ursprünglichen Ländereien wurden dort für den Bau von militärischen Flug- und Truppenübungsplätzen benötigt.Durch diese Aktion entstanden in Dreilützow zwei prägende Siedlungsbereiche:„Zwölf Apostel“ (Luckwitzer Straße): Hier wurden 12 neue Gehöfte mit dem dazugehörigen Umland für die umgesiedelten Bauernfamilien errichtet.Parumer Straße: In diesem Bereich entstanden 9 weitere landwirtschaftliche Hofflächen.

Die historische „Reichsumsiedlung“ bezeichnet ein großangelegtes, staatlich gesteuertes Programm während der Zeit des Nationalsozialismus (insbesondere zwischen 1935 und 1942). Ziel war es, hunderttausende Hektar Land für die Militär- und Rüstungsinfrastruktur der Wehrmacht freizumachen. Die betroffenen Bauern wurden zwangsweise in andere Regionen des Deutschen Reiches umgesiedelt.Mecklenburg (das heutige westliche und zentrale Mecklenburg-Vorpommern) spielte bei dieser Operation eine zentrale Rolle als Hauptaufnahmeregion.

Warum ausgerechnet Mecklenburg?Mecklenburg war zu dieser Zeit ideal für die großflächige „Aufsiedlung“ (die Schaffung neuer Bauerndörfer). Geringe Bevölkerungsdichte: Das Land war im Vergleich zum Rest des Reiches sehr dünn besiedelt. Großgrundbesitz: Es gab riesige, zusammenhängende Güter und Rittergüter. Die von den Nationalsozialisten kontrollierte Reichsumsiedlungsgesellschaft (RUG) kaufte diese Güter gezielt auf, zerschlug die Gutskonstruktionen und teilte die Flächen in kleinere, autarke Erbhöfe für die zuziehenden Siedler auf.

Wer wurde nach Mecklenburg umgesiedelt?Die Familien, die in Mecklenburg eine neue Heimat zugewiesen bekamen, stammten primär aus zwei Gruppen:Militärische Weichenstellungen im Westen: Bauern aus Regionen wie der Pfalz, dem Saarland, Westfalen oder Niedersachsen. Ihre alten Höfe wurden für den Bau des Westwalls, für Truppenübungsplätze (wie in der Lüneburger Heide) oder für Militärflugplätze enteignet.

Spuren im heutigen Mecklenburg-Vorpommern Diese Phase hat die Kulturlandschaft und die Architektur vieler Dörfer in MV nachhaltig verändert Reißbrett-Dörfer: Es entstanden oft schnurgerade Straßen, an denen standardisierte, typisierte Hallenhäuser („Siedlerhäuser“) mit großem Wirtschaftsteil und angeschlossenen Flächen errichtet wurden. Beispiele: Neben Dreilützow gibt es zahlreiche weitere Dörfer in den heutigen Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und der Mecklenburgischen Seenplatte, deren heutige Struktur vollständig auf diese RUG-Planungen zurückgeht.

SBZ und DDR (1945-1990)

die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Die Schule

Das Rauchhaus

Dreilützow hatte einst ein eigenes Rauchhaus. Das Rauchhaus war eines der ältesten Häuser des Dorfes und stand an der in der Karte rot eingezeichneten Stelle. Die Wände waren aus Feldsteinen (überwiegend Granit) und das Dach war mit Reet gedeckt. Es gab keinen Schornstein, denn der Rauch, der beim Heizen und Kochen entstand, wurde zum Abkühlen auf die Diele geleitet, stieg auf und räucherte Würste, Schinken und andere Räucherwaren, die die Dorfbewohner brachten und in den Rauch hängen ließen. In der Zeit vor dem Kühlschrank war das eine der gängigsten Methoden zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. Mit der Zeit war sämtliches Gebälk und die Dacheindeckung von innen rabenschwarz vom Rauch.

Rauchhaus Ansicht vom Lindenweg
Standort: rot umrandet, enteignet: blau umrandet
heutige Bebauung am Standort

Die letzten Eigentümer waren Ernst und Annemarie Wiech, die keine Kinder hatten. Ernst Wiech galt im zweiten Weltkrieg in Russland als verschollen (also nicht für tot erklärt). Seine Frau Annemarie ging in den Westen nach Schleswig-Holstein. Nun, da das Gehöft leer stand, zog der Bruder von Ernst Wiech, Werner Wiech, mit seiner Familie ein. Von den DDR-Behörden wurde Werner Wiech als Eigentumspfleger für seinen Bruder eingesetzt. Ein Rechtsinstitut, das alle Eigentümerpflichten auferlegt aber keine Eigentümerrechte einräumt. Als dann Werner Wiech mit seiner Familie in ein eigenes Gehöft neben dem Rauchhaus zog, nutzte die MTS (Maschinen- und Traktorenstation - ein Vorläufer der LPG) das Rauchhausgehöft als Station in Dreilützow ohne sich um die notwendigsten Instandhaltungen zu kümmern. Letztlich war das Gebäude baufällig und die MTS zog aus. Nun wurde durch die Gemeinde und den Rat des Kreises Hagenow der Eigentumspfleger, Werner Wiech, in die Pflicht genommen. Er sollte auf seine Kosten das Gebäude abreißen. Da er das Geld nicht aufbringen konnte, wurde er von der Gemeinde genötigt, den heutigen Dorfplatz am Saal aus seinem Eigentum abzutreten (quasi enteignet), damit die Gemeinde im Gegenzug den Abriss übernahm. Der Abriss erfolgte nur unvollständig und die Grundmauern und Feldsteine aus dem Abriss lagen noch bis zur Wende auf dem Grundstück.
Nach dem Tod der eingangs erwähnten kinderlosen Annemarie Wiech fanden sich die erbberechtigten Nichten und Neffen zusammen und stellten fest, dass sie nur den 50-%igen Anteil der Annemarie Wiech an dem Gehöft erben konnten. Die anderen 50% Eigentumsanteil des verschollenen Ernst Wiech aber nicht. Um über das Grundstück verfügen zu können, mussten sie den Gegenwert für 99 Jahre beim Grundbuchamt des Amtsgerichtes in Parchim einzahlen. Die Erbengemeinschaft einigte sich darauf, dass zwei aus diesem Kreis der Erbberechtigten alle anderen für das Erbe nach Annemarie Wiech auszahlen und den Eigentumsanteil für Ernst Wiech hinterlegen. Damit wurde es möglich, dass das Grundstück mit zwei Einfamilienhäusern bebaut werden konnte. Mit dem Neubau wurden die alten Feldsteine als Umzäunungsmauer verwendet und sind noch heute als solche von beiden Straßen aus sichtbar.