Fortlaufende Chronologie und Geschichtsschreibung der Stadt Ueckermünde: Unterschied zwischen den Versionen
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==Die heutige Zeit== | ==Die heutige Zeit== | ||
;2026 09. Juni Ostseezeitung von Alexander Loew | |||
:;In Ueckermünde ist der historische Kulturspeicher abgebrannt. Wahrscheinlich muss das Gebäude komplett neu aufgebaut werden. | |||
Es sollte eines der fröhlichsten Wochenenden des Jahres werden, nun geht es als eines der traurigsten in die Geschichte von Ueckermünde ein: Ausgerechnet während der Haff-Sail, dem großen Volksfest der Stadt, ist der bekannte Kulturspeicher in der Innenstadt niedergebrannt. | |||
In der Nacht zum Sonntag hatte es dort gleich zwei Feuer gegeben. Der zweite Brand zerstörte das historische Fachwerk-Gebäude – '''erbaut von 1680 bis 1720''' – nach erster Einschätzung der Einsatzkräfte nahezu vollständig. | |||
Die Bestürzung ist am Tag nach der Katastrophe deutlich spürbar. „Das ist eine Tragödie für die Stadt“, sagt Bürgermeister Jürgen Kliewe der OZ. Der Kulturspeicher sei Anfang der 2000er-Jahre liebevoll saniert worden. Betreiber und Eigentümer ist der Ueckermünder Kulturspeicherverein, der dort regelmäßig Lesungen, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen oder politische Veranstaltungen organisierte. | |||
Patrick Dahlemann (SPD), Chef der Schweriner Staatskanzlei, hat dort selbst an unzähligen politischen Foren teilgenommen, wie er sagt. „Ich bin schockiert“, betont der Politiker. Er sei selbst noch am Samstag in Ueckermünde beim Drachenboot-Rennen mitgefahren und habe die ausgelassene Stimmung in der Stadt genossen. „Und dann passiert so was!“ | |||
Nach Angaben der Polizei hatte es im Kulturspeicher einen ersten Brand am Sonnabend gegen 18.40 Uhr gegeben, den die Feuerwehr aber relativ schnell löschen konnte. Ursache dafür soll ein technischer Defekt an einem Töpferofen gewesen sein. | |||
Kurz vor 2 Uhr am Sonntag kam es dann aber zu dem verheerenden Feuer, dessen Ursache noch unbekannt ist. Die Kripo ermittelt. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist es am wahrscheinlichsten, das auch hier ein technischer Defekt ursächlich war. | |||
„Der Schaden ist enorm. Einer ersten Expertenschätzung zufolge liegt er in Millionenhöhe“, berichtet der Bürgermeister. „Es sind ja Hunderttausende Liter Löschwasser ins Gebäude mit Lehmdecken und Lehmfachwerk geflossen. Ich befürchte, dass ein Wiederaufbau unmöglich ist und wir den Speicher neu bauen müssen“, so Jürgen Kliewe. | |||
Diese Angst teilt Katrin Starke, langjährige Vorsitzende des Kulturspeichervereins Ueckermünde. Der Brand sei eine Katastrophe. Der hintere Teil des Hauses sei nicht mehr zu retten. Was vom vorderen Bereich übrig bleibe, müsse man sehen, sagte sie. | |||
Glück im Unglück: Wenigstens kamen Menschen bei dem Großbrand kaum zu Schaden. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten zwar leicht verletzt. Die Feuerwehr, die mit 70 Einsatzkräften und 15 Löschwagen vor Ort war, konnte aber ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Häuser verhindern. Einige Wohnungen mussten wegen der Rauchentwicklung evakuiert werden, die Bewohner konnten aber inzwischen zurückkehren, wie Bürgermeister Kliewe sagt: „In der Nacht haben wir ihnen den Bürgersaal als Unterschlupf zur Verfügung gestellt.“ | |||
Die Stadt wolle den Kulturspeicherverein nun bei Events unterstützen, die für die nähere Zukunft geplant sind, zum Beispiel mit Ausweich-Räumen. Auch Ferienwohnungen, die sich im Kulturspeicher befinden, wurden zerstört. Das Gebäude war am Sonntagabend laut Polizei immer noch einsturzgefährdet. | |||
„Das ist alles sehr bitter und tut mir für den Verein sehr leid. Man wird das in den nächsten Tagen erst mal alles sortieren müssen“, sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Philipp Amthor, der wie Dahlemann in der Region Ueckermünde aufgewachsen ist. | |||
Der SPD-Politiker begann noch am Wochenende damit, ein Spitzentreffen der Politik für den Wiederaufbau des historischen Gebäudes vorzubereiten: „Wir müssen jetzt in die Police schauen und sehen, was finanziell über die Versicherung möglich ist und in wieweit auch mit Fördermitteln geholfen werden kann“, so der Staatskanzlei-Chef. | |||
Schon in den nächsten Tagen solle in Ueckermünde darüber gesprochen werden, wie eine Rettung des Kulturspeichers möglich sei. Neben Vereinsvertretern und Bürgermeister wollen an dem Treffen auch Dahlemann und Vorpommern-Greifswald-Landrat Michael Sack (CDU) teilnehmen. | |||
=Wichtige Orte und historische Marksteine zur Geschichte von Ueckermünde:= | =Wichtige Orte und historische Marksteine zur Geschichte von Ueckermünde:= | ||
[[Datei:Ueckermünde Ausschnitt aus Lubinus Karte 1615.jpg|thumb| | [[Datei:Ueckermünde Ausschnitt aus Lubinus Karte 1615.jpg|thumb|500px|rechts|Ueckermünde Ausschnitt aus Lubinus Karte 1615]] | ||
:Die günstige Entwicklung Ueckermündes als Stapelplatz für Korn und Wolle, die Haupterzeugnisse der fruchtbaren Uckermark, erregten den Neid der Stettiner, die 1312 von Herzog Otto I. das Privileg erhielten, das die Ausfuhr von Getreide zwischen Ueckermünde und Stettin nur nach Stettin gestattet. | :Die günstige Entwicklung Ueckermündes als Stapelplatz für Korn und Wolle, die Haupterzeugnisse der fruchtbaren Uckermark, erregten den Neid der Stettiner, die 1312 von Herzog Otto I. das Privileg erhielten, das die Ausfuhr von Getreide zwischen Ueckermünde und Stettin nur nach Stettin gestattet. | ||
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===Das Herz der Stadt Ueckermünde - Slawenburg/ deutsche Burg/ Schloss/ Rathaus=== | ===Das Herz der Stadt Ueckermünde - Slawenburg/ deutsche Burg/ Schloss/ Rathaus=== | ||
:Neben der Stadt bestand die nunmehr deutsche Burg am Standort der slawischen Vorgängerburg fort. | :Neben der Stadt bestand die nunmehr deutsche Burg am Standort der slawischen Vorgängerburg fort. | ||
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===Kirchliches Leben in Ueckermünde=== | ===Kirchliches Leben in Ueckermünde=== | ||
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===Der Ueckermünder Hafen=== | ===Der Ueckermünder Hafen=== | ||
[[Datei:Ueckermünde Bollwerk und Hafen um 1930.jpg|thumb| | [[Datei:Ueckermünde Bollwerk und Hafen um 1930.jpg|thumb|500px|rechts|Ueckermünde Bollwerk und Hafen um 1930]] | ||
[[Datei:Ueckermünde Hafen ca 1932.jpg|thumb|500px|rechts|Ueckermünde Hafen ca. 1932]] | |||
[[Datei:OCH Ueckermünde Hafen um 1968.jpg|thumb|500px|rechts|Ueckermünde Hafen um 1968]] | |||
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===Die Ueckermünder Heide=== | ===Die Ueckermünder Heide=== | ||
[[Datei:Lubinus Ueckermuender Heide um 1615.png|thumb|400px|rechts|Die Ueckermünder Heide Karte von Eilhard Lubinus 1615]] | [[Datei:Lubinus Ueckermuender Heide um 1615.png|thumb|400px|rechts|Die Ueckermünder Heide Karte von Eilhard Lubinus 1615]] | ||
;(Auszug aus "Pommern - Das Handbuch zum Reisen und Wandern im Pommernland" Martin Reepel, Stettin '''1932''' S.59f) | |||
:Die Ueckermünder Heide ist ein Waldgebiet zwischen [[Oder]] und Peene, Haffufer und Randow-Hochfläche, etwa 1550 qkm groß, davon zwei Drittel Hochwald mit acht staatlichen Oberförstereien. Das ganze einziemlich flaches, mit dem Sande und den Tonablagerungen des ehemaligen Haffstausees bedecktes Gelände, je nach Boden und Grundwasserstand mit Kiefernhochwald, Buchenmischwald, Bruch, Grünlandmooren und Hochmooren bewachsen. Eiben finden sich in mehreren Schutzbezirken, ebenso Elsbeeren, | |||
:Zarow, Uecker und Randow entwässern das Gebiet in breiten Moortälern. | |||
:Seit 200 Jahren erst finden erfolgreiche Kolonisierungen und Meliorationen im Anschluß an das Siedlungswerk Friedrich Wilhelms I. statt. (Amt Königs-Holland im Tal der Uecker) | |||
:In Torgelow begründete Friedrich der Große eine Eisenindustrie (Raseneisenerz). | |||
:Reiche Tonlager haben rings um Ueckermünde eine ausgedehnte Ziegelindustrie entstehen lassen. | |||
:Torgelow führt im Sommer Blaubeeren aus (bis nach England). | |||
:Die Heide ist auch reich an geschichtlichen Erinnerungen. | |||
:Hier jagten die Pommernherzöge, kämpften mitr´ritterlichem Raubgesindel (Hasenburg in Torgelow), residierten auf Schloß Ueckermünde und waren Gäste adliger Herren (Schloß Vogelsang, Schloß Rothenklempenow). | |||
:1806-1807 war die Heide die Stätte eines ausgedehnten Franktireurkrieges gegen die napoeonischen Besatzer, dessen Führer in Neuwarp, Ziegenort und Stepenitz saßen. | |||
:Noch heute ist die Heide ein unerschöpfliches Wandergebiet, einsam und reich an Wild. | |||
====Die Ueckermünder Heide - größtes geschlossenes Waldgebiet Vorpommerns==== | |||
;Forstwirtschaft in Vorpommern (Stichworte) | |||
:Größtes geschlossenes Waldgebiet Vorpommerns ist die Ueckermünder Heide (1550 qkm), bis ins 17. Jahrhundert Hauptjagdgebiet der pommerschen Herzöge. :Im 17. und 18. Jahrhundert herrschte in Folge von Waldweide und Übernutzung der Wälder, allgemeine Holznot. | |||
:Ab 1720 begann sich lokal eine Forstwirtschaft unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. zu entwickeln. | |||
:Deren besondere Umsetzung erfolgte mit der Schaffung des Amtes „[[Königsholland]]“. | |||
:In der Ueckermünder Heide erfolgte die planmäßige Anpflanzung reiner Kiefernbestände und eine nachhaltige Bewirtschaftung. | |||
:Ab 1775 gibt es erste Hinweise auf den Anbau nicht heimischer Baumarten im Raum Greifswald. | |||
:Der landesweite Beginn der geregelten Forstwirtschaft lag im Jahre 1863 mit der endgültigen Abschaffung der Waldweide. | |||
:1869 erfolgte die Gründung des Pommerschen Forstvereins. | |||
:Ferdinand von Raesfeld, der „Wegbereiter des deutschen Waidwerkes“, wirkte 1890-1913 im Darß-Wald. | |||
:1958 wurde das Rotwildforschungsgebiet Rothemühl bei Friedland eingerichtet. | |||
;Auszug aus „Landskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg-Vorpommern“ Hinstorff-Verlag 2007 Autor- Wilfried Steinmüller | |||
[["Die Ückermünder Heide" von Heinrich Kohlmann 1904 S.89ff Auszug aus "Pommern in Wort und Bild" F. Uecker]] | |||
=Bedeutende Ueckermünder= | |||
* [[Bedeutende Ueckermünder]] | |||
= | =Opfer von Krieg und Gewalt aus Ueckermünde= | ||
* [[Opfer von Krieg und Gewalt aus Ueckermünde]] | |||
=Volkskunde, Sagen, Geschichten und Legenden rund um Ueckermünde= | =Volkskunde, Sagen, Geschichten und Legenden rund um Ueckermünde= | ||
Aktuelle Version vom 9. Juni 2026, 09:36 Uhr
| Kenndaten der Ortschronik | |
|---|---|
| Ort | Ueckermünde |
| Zeitlicher Schwerpunkt | fortlaufend |
| Urheberrechte | |
| Erstellungszeitraum | seit 2022 |
| Publikationsdatum | veröffentlicht |
| Inhaltliche Kategorisierung | Geschichte der Stadt Ückermünde |
| Status (Ampelsystem) | in fortlaufender Bearbeitung |
Herkunft und erste Erwähnung von Ueckermünde
Die Geschichte der Stadt Ueckermünde als Chronologie
Das Ueckermünder Gebiet in der Ur- und Frühgeschichte
Ueckermünde im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)
- 1260
- lassen sich Augustinermönche der Kongregation von St- Viktor in Paris in Ueckermünde nieder.
- Herzog Barnim I. stattet die Neugründung mit 60 Hufen in der Heide "Sidelowe" aus.
- 1270
- Herzog Barnim verleiht dem Augustinerkloster das Patronat der Ueckermünder Pfarrkirche St. Nikolai.
- 1276
- Das Kloster wird nach Gobelenhagen bei Pölitz verlegt.
- 1295
- Bei der pommerschen Landesteilungvon kamen Stadt und Schloß an die Stettiner Linie.
- um 1300
- Herzog Otto nimmt den Augustinern das Patronat wieder weg und entschädigt das Kloster 1306 dafür.
- 1473
- brennt Ueckermünde gänzlich nieder.
- 1496
- -Im Stettiner Erbfolgestreit belagerte Kurfürst Friedrich II. im Bunde mit Mecklenburg Stadt und Schloß Ueckermünde 14 Tage lang vergeblich und zog eilends ab, als die Belagerten Entsatz aus Stralsund und Rügen erhielten.
- -Bogislaw X. erließ die jährliche Orböre (Grundrente) von 50 Mark gegen Abtretung des Dorfes Liepgarten.
Reformation und Nachreformationszeit in Ueckermünde (1517 bis 1648)
- 1524
- wurde der Stadt das lübsche Recht bestätigt,
- 1546
- Erbaute Philipp I. ein großes neues Schloß.
- 1630
- Im 30jährigen Krieg wird Ueckermünde von den Kaiserlichen geplündert, danach von den Schweden.
- 1637
- Wird die Stadt wieder von den Kaiserlichen besetzt.
- 1638
- Die Schweden erstürmen die Stadt, die Schloßbesatzung kapituliert
- 1648
- Am Ende des 30jährigen Krieg haben nach der Notzeit durch Hunger und Pest von 328 Bürgern nur 8 Männer und sieben Witwen den Krieg in Ueckermünde überlebt.
Ueckermünde zur napoleonischen Zeit (bis 1813)
- 1695
- wurde die Zunftrolle der Schuhmacher erneuert. In der Folge auch die der Bäcker und Fleischer.
- Die Zahl der Brauberechtigten wurde auf acht bis zehn beschränkt.
- 1706
- Während des Krieges ergreift die Pest die Stadt
- vorübergehend hält sich Stanislaw Leszczynski auf seiner Flucht hier auf. Unmittelbar darauf nimmt Zar Peter der Große mit seinem Hofstaat Wohnung im Schloß.
- 1715
- Ueckermünde unter preußischer Verwaltung,
- 1720
- Im Frieden von Stockholm wird Ueckermünde entgültig Preußen zugewiesen. König Friedrich Wilhelm I. wandte der Neuerwerbung seine besondere Fürsorge zu.
- 1752
- Der preußische König lässt auf dem Rochow die Kolonie Happenwalde anlegen, die Marienkirche nach Abriß neu errichten (1766 geweiht).
- 1779
- zählte Ueckermünde 1311 Einwohner. Die Stadtbefestigung mit ihren vier Mauertürmen und zwei Toren war teilweise bereits verfallen.
- 1797
- folgte die Gründung der Vorpommerschen Landarmen-Anstalt zu Ueckermünde.
- 1800
- Bau des Ueckerkanals
Bis zur Reichseinigung (bis 1871)
- 1831
- Die Stadt hat 2770 Einwohner.
- 1861
- Die Stadt hat 4372 Einwohner. Unter Ueckermünder Flagge fahren 57 Seeschiffe
- 1871ab
- Dank der reichen Tonlager kommt es zum Aufblühen der Ziegelei-Industrie, auch die Eisen-Industrie war in Ueckermünde mit vier bis fünf Betrieben heimisch geworden.
Kaiserreich (1871-1918)
- 1884
- die Stadt erhält Eisenbahnanschluß.
- 1910
- Nach der durchgeführten Volkszählung hat Ueckermünde 6252 Einwohner.
Weimarer Republik (1918-1933)
Drittes Reich (1933-1945)
- 1939
- lebten in Ueckermünde 8771 Bewohner.
SBZ und DDR (1945-1990)

Die heutige Zeit
- 2026 09. Juni Ostseezeitung von Alexander Loew
- In Ueckermünde ist der historische Kulturspeicher abgebrannt. Wahrscheinlich muss das Gebäude komplett neu aufgebaut werden.
Es sollte eines der fröhlichsten Wochenenden des Jahres werden, nun geht es als eines der traurigsten in die Geschichte von Ueckermünde ein: Ausgerechnet während der Haff-Sail, dem großen Volksfest der Stadt, ist der bekannte Kulturspeicher in der Innenstadt niedergebrannt.
In der Nacht zum Sonntag hatte es dort gleich zwei Feuer gegeben. Der zweite Brand zerstörte das historische Fachwerk-Gebäude – erbaut von 1680 bis 1720 – nach erster Einschätzung der Einsatzkräfte nahezu vollständig.
Die Bestürzung ist am Tag nach der Katastrophe deutlich spürbar. „Das ist eine Tragödie für die Stadt“, sagt Bürgermeister Jürgen Kliewe der OZ. Der Kulturspeicher sei Anfang der 2000er-Jahre liebevoll saniert worden. Betreiber und Eigentümer ist der Ueckermünder Kulturspeicherverein, der dort regelmäßig Lesungen, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen oder politische Veranstaltungen organisierte.
Patrick Dahlemann (SPD), Chef der Schweriner Staatskanzlei, hat dort selbst an unzähligen politischen Foren teilgenommen, wie er sagt. „Ich bin schockiert“, betont der Politiker. Er sei selbst noch am Samstag in Ueckermünde beim Drachenboot-Rennen mitgefahren und habe die ausgelassene Stimmung in der Stadt genossen. „Und dann passiert so was!“ Nach Angaben der Polizei hatte es im Kulturspeicher einen ersten Brand am Sonnabend gegen 18.40 Uhr gegeben, den die Feuerwehr aber relativ schnell löschen konnte. Ursache dafür soll ein technischer Defekt an einem Töpferofen gewesen sein.
Kurz vor 2 Uhr am Sonntag kam es dann aber zu dem verheerenden Feuer, dessen Ursache noch unbekannt ist. Die Kripo ermittelt. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist es am wahrscheinlichsten, das auch hier ein technischer Defekt ursächlich war.
„Der Schaden ist enorm. Einer ersten Expertenschätzung zufolge liegt er in Millionenhöhe“, berichtet der Bürgermeister. „Es sind ja Hunderttausende Liter Löschwasser ins Gebäude mit Lehmdecken und Lehmfachwerk geflossen. Ich befürchte, dass ein Wiederaufbau unmöglich ist und wir den Speicher neu bauen müssen“, so Jürgen Kliewe.
Diese Angst teilt Katrin Starke, langjährige Vorsitzende des Kulturspeichervereins Ueckermünde. Der Brand sei eine Katastrophe. Der hintere Teil des Hauses sei nicht mehr zu retten. Was vom vorderen Bereich übrig bleibe, müsse man sehen, sagte sie.
Glück im Unglück: Wenigstens kamen Menschen bei dem Großbrand kaum zu Schaden. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten zwar leicht verletzt. Die Feuerwehr, die mit 70 Einsatzkräften und 15 Löschwagen vor Ort war, konnte aber ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Häuser verhindern. Einige Wohnungen mussten wegen der Rauchentwicklung evakuiert werden, die Bewohner konnten aber inzwischen zurückkehren, wie Bürgermeister Kliewe sagt: „In der Nacht haben wir ihnen den Bürgersaal als Unterschlupf zur Verfügung gestellt.“
Die Stadt wolle den Kulturspeicherverein nun bei Events unterstützen, die für die nähere Zukunft geplant sind, zum Beispiel mit Ausweich-Räumen. Auch Ferienwohnungen, die sich im Kulturspeicher befinden, wurden zerstört. Das Gebäude war am Sonntagabend laut Polizei immer noch einsturzgefährdet.
„Das ist alles sehr bitter und tut mir für den Verein sehr leid. Man wird das in den nächsten Tagen erst mal alles sortieren müssen“, sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Philipp Amthor, der wie Dahlemann in der Region Ueckermünde aufgewachsen ist.
Der SPD-Politiker begann noch am Wochenende damit, ein Spitzentreffen der Politik für den Wiederaufbau des historischen Gebäudes vorzubereiten: „Wir müssen jetzt in die Police schauen und sehen, was finanziell über die Versicherung möglich ist und in wieweit auch mit Fördermitteln geholfen werden kann“, so der Staatskanzlei-Chef.
Schon in den nächsten Tagen solle in Ueckermünde darüber gesprochen werden, wie eine Rettung des Kulturspeichers möglich sei. Neben Vereinsvertretern und Bürgermeister wollen an dem Treffen auch Dahlemann und Vorpommern-Greifswald-Landrat Michael Sack (CDU) teilnehmen.
Wichtige Orte und historische Marksteine zur Geschichte von Ueckermünde:

- Die günstige Entwicklung Ueckermündes als Stapelplatz für Korn und Wolle, die Haupterzeugnisse der fruchtbaren Uckermark, erregten den Neid der Stettiner, die 1312 von Herzog Otto I. das Privileg erhielten, das die Ausfuhr von Getreide zwischen Ueckermünde und Stettin nur nach Stettin gestattet.
Das Herz der Stadt Ueckermünde - Slawenburg/ deutsche Burg/ Schloss/ Rathaus
- Neben der Stadt bestand die nunmehr deutsche Burg am Standort der slawischen Vorgängerburg fort.
- Im 12. /13. Jahrhundert schon erbaut, stand hier eine Burg, ein "festes Haus". Es wurde sowohl als herzogliche Residenz wie auch für die Landeszusammenkünfte der pommerschen Edlen genutzt.
- Die Burg Ueckermünde war ein beliebter Aufenthaltsort der Herzöge Bogislaw IV., Otto I. und Barnim III., die häufig dort urkundeten.
- Im Frieden von Vierraden (1284) setzte Bogislaw IV. Stadt und Schloss Ueckermünde zum Pfand für 4000 Mark Kriegsentschädigung, die in zwei Jahren an den Markgrafen zu zahlen waren.
- Herzog Bogislaw X. (1454-1523) wohnte mit besonderer Vorliebe auf dem Schloss, zeitweise lebten zu Ueckermünde auch seine erste Gemahlin Margarethe von Brandenburg und die zweite Ehefrau Anna von Polen, die auch hier verstarb.
- Herzog Philipp I. (1515-1560) ließ etwa 300 Jahre später, um 1546, dieses Gebäude zum prächtigen vierflügeligen Renaissance-Schloss umbauen.
- Im Südflügel wurden im ersten Geschoss der große Tanzsaal und in den beiden Etagen darüber die Gemächer des Herzogs und für die Herzogin eingerichtet. Die anderen Gebäudeflügel dienten mit ihren Räumlichkeiten zur Unterkunft der Dienerschaft und der Gäste, als Wohnung und Diensträume für die Bedienten des Amtes Ueckermünde sowie zum Marstall für die Pferde. An der Uecker, gegenüber der eigentlichen Schlossanlage, standen einige Schlossnebenbauten. Das Herzogsschloss war viel besucht, so dass zum Wirtschaftsbetrieb besondere Gebäude nötig waren. So bildeten etliche Pferde- und Viehställe zusammen einen Platz nordöstlich nach der Uecker hin. Davor stand das lange Kornhaus für die Vorräte.
- Das Schlachthaus befand sich neben dem Torhaus und die fürstliche Schmiede lag mehr zum Fluss hin. Ein Brau- und das Waschhaus sowie ein Gärtnerhaus ergänzten das Bauensemble (am heutigen alten Bollwerk).
- Direkt vor der flachbogigen Einfahrt zum Schlosshof stand eine große "Kiste", mit schweren Steinkugeln gefüllt. Aus der Kiste wurden bei feindlichen Angriffen die Kanonengeschütze im Bergfried gefüttert. Rings um das Schloss herum, von der Uecker angefangen, zog sich ein breiter Wassergraben und dahinter eine etwa 8 m hohe Feldsteinmauer.
- Das Betreten des Schlosshofes war nur durch ein zweistöckiges Torhaus möglich. Der obere Stock enthielt zusätzliche Wohn- und Schlafräume, durch den Gang im Erdgeschoss gelangten Freund oder Feind über eine Zugbrücke in das Schloss hinein. Bei feindlicher Belagerung konnte die Brücke, als eine Wippbrücke konstruiert, jederzeit hochgezogen werden. Nach 1720 wurden 3 Flügel vom Schloss abgetragen, so dass heute nur noch der Südteil mit dem Bergfried erhalten ist.
- Das Schloss an der Uecker ist das letzte erhaltene steinerne Zeugnis der pommerschen herzoglichen Baukunst auf deutschem Boden.
Kirchliches Leben in Ueckermünde
- Im 13. Jahrhundert existieren in Ueckermünde zwei Kirchen, St. Nikolai und St. Marien.
- Im späten Mittelalter war nicht mehr St. Nikolai, das verschwand, sondern St. Marien die Pfarrkirche von Ueckermünde.
- Warscheinlich ist das Verschwinden einer Kirche und der folgende Wechsel zu St. Marien in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Wegzug der Augustiner zu sehen.
- Der 1473 nach dem großen Brand errichtete spätgotische Bau der Marienkirche wurde 1753 abgebrochen.
Der Ueckermünder Hafen



Stadtbefestigung
- Bereits im 13.Jahrhundert hatte Ueckermünde eine Mauerbefestigung mit zwei Toren, die im 18. Jahrhundert verfallen sind.
Die Schulen/ das Bildungswesen in Ueckermünde
Medizinische Einrichtungen in Ueckermünde
Der Tierpark Ueckermünde
Die Ueckermünder Heide

- (Auszug aus "Pommern - Das Handbuch zum Reisen und Wandern im Pommernland" Martin Reepel, Stettin 1932 S.59f)
- Die Ueckermünder Heide ist ein Waldgebiet zwischen Oder und Peene, Haffufer und Randow-Hochfläche, etwa 1550 qkm groß, davon zwei Drittel Hochwald mit acht staatlichen Oberförstereien. Das ganze einziemlich flaches, mit dem Sande und den Tonablagerungen des ehemaligen Haffstausees bedecktes Gelände, je nach Boden und Grundwasserstand mit Kiefernhochwald, Buchenmischwald, Bruch, Grünlandmooren und Hochmooren bewachsen. Eiben finden sich in mehreren Schutzbezirken, ebenso Elsbeeren,
- Zarow, Uecker und Randow entwässern das Gebiet in breiten Moortälern.
- Seit 200 Jahren erst finden erfolgreiche Kolonisierungen und Meliorationen im Anschluß an das Siedlungswerk Friedrich Wilhelms I. statt. (Amt Königs-Holland im Tal der Uecker)
- In Torgelow begründete Friedrich der Große eine Eisenindustrie (Raseneisenerz).
- Reiche Tonlager haben rings um Ueckermünde eine ausgedehnte Ziegelindustrie entstehen lassen.
- Torgelow führt im Sommer Blaubeeren aus (bis nach England).
- Die Heide ist auch reich an geschichtlichen Erinnerungen.
- Hier jagten die Pommernherzöge, kämpften mitr´ritterlichem Raubgesindel (Hasenburg in Torgelow), residierten auf Schloß Ueckermünde und waren Gäste adliger Herren (Schloß Vogelsang, Schloß Rothenklempenow).
- 1806-1807 war die Heide die Stätte eines ausgedehnten Franktireurkrieges gegen die napoeonischen Besatzer, dessen Führer in Neuwarp, Ziegenort und Stepenitz saßen.
- Noch heute ist die Heide ein unerschöpfliches Wandergebiet, einsam und reich an Wild.
Die Ueckermünder Heide - größtes geschlossenes Waldgebiet Vorpommerns
- Forstwirtschaft in Vorpommern (Stichworte)
- Größtes geschlossenes Waldgebiet Vorpommerns ist die Ueckermünder Heide (1550 qkm), bis ins 17. Jahrhundert Hauptjagdgebiet der pommerschen Herzöge. :Im 17. und 18. Jahrhundert herrschte in Folge von Waldweide und Übernutzung der Wälder, allgemeine Holznot.
- Ab 1720 begann sich lokal eine Forstwirtschaft unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. zu entwickeln.
- Deren besondere Umsetzung erfolgte mit der Schaffung des Amtes „Königsholland“.
- In der Ueckermünder Heide erfolgte die planmäßige Anpflanzung reiner Kiefernbestände und eine nachhaltige Bewirtschaftung.
- Ab 1775 gibt es erste Hinweise auf den Anbau nicht heimischer Baumarten im Raum Greifswald.
- Der landesweite Beginn der geregelten Forstwirtschaft lag im Jahre 1863 mit der endgültigen Abschaffung der Waldweide.
- 1869 erfolgte die Gründung des Pommerschen Forstvereins.
- Ferdinand von Raesfeld, der „Wegbereiter des deutschen Waidwerkes“, wirkte 1890-1913 im Darß-Wald.
- 1958 wurde das Rotwildforschungsgebiet Rothemühl bei Friedland eingerichtet.
- Auszug aus „Landskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg-Vorpommern“ Hinstorff-Verlag 2007 Autor- Wilfried Steinmüller