Krummin: Unterschied zwischen den Versionen

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== Einführende Information ==
== Einführende Information ==
Krummin ist eine geschichtsträchtige Gemeinde, da schon um 1309 ein Zisterzienser [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Insel_Usedom#Kloster_Krummin Frauenkloster] dort gegründet wurde.
Krummin ist eine geschichtsträchtige Gemeinde, da schon um 1309 ein Zisterzienser [[Insel_Usedom Kirchen#Kloster_Krummin|Frauenkloster]] dort gegründet wurde.


Zur Gemeinde gehört der an der Krumminer Wiek gelgene Ortsteil '''Neeberg'''.
Zur Gemeinde gehört der an der Krumminer Wiek gelgene Ortsteil '''Neeberg'''.
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* [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Krummin Kloster Krummin bei Wikipedia]
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Krummin Kloster Krummin bei Wikipedia]
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Corswant Familie von Corswant bei Wikipedia]
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Corswant Familie von Corswant bei Wikipedia]
* [https://wolgast.de/gemeinden/krummin/die-gemeinde Amt am Peenestrom Gemeinde Krummin]
* [https://ortsfamilienbuecher.de/krummin/?lang=de Ortsfamilienbuch Krummin]
* [https://www.wolgast.de/amt-am-peenestrom/krummin/ Gemeinde Krummin]
 
* [https://www.kulturwerte-mv.de/Landesarchaeologie/Fund-des-Monats/Bisherige-Beitr%C3%A4ge/2026-04-bleisiegel-des-papstes-johannes-XXII/ Aus Avignon nach Usedom]
 
;Aus Avignon nach Usedom. Ein Bleisiegel des Papstes Johannes XXII. aus Krummin, Lkr. Vorpommern-Greifswald
Fund des Monats April 2026
 
Am 19. Oktober 2025 sind die beiden ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Martin Laue und Christian Blumenthal auf einem Acker westlich des Dorfes Krummin auf Usedom unterwegs. Sie finden ein scheibenförmiges Bleiobjekt (Abb. 1 oben). Schemenhaft ist auf beiden Seiten Schrift erkennbar, dazu auf einer Seite zwei Männerköpfe. Nach vorsichtiger Reinigung zu Hause wird mehr erkennbar: Die Vorderseite zeigt eine dreizeilige Inschrift im Perlkreis „JOHA NNES PP XXII“ und rückseitig im Perlkreis sind zwei bärtige Köpfe mit Überschrift S PA S PE zu sehen. Quer durch die Bleischeibe verläuft eine Durchlochung.
 
Sofortige Recherchen im Internet führen dann zur Gewissheit: es handelt sich um ein päpstliches Siegel beziehungsweise eine sogenannte „Bulla“ (lateinisch Bleisiegel) unter dem Episkopat Papst Johannes XXII. (geboren 1234 oder 1239 unter dem bürgerlichen Namen Jakob von Cahors), also aus dem Zeitraum zwischen 1316-1334. Er war bei seiner Wahl zum Papst bereits 72 Jahre alt, sollte aber noch weitere 18 Jahre als geistliches Oberhaupt der Kirche walten. Die beiden Köpfe auf dem Siegel stehen für die zwei im Neuen Testament der Bibel belegten Apostel (Simon) Petrus und Paulus (von Tarsus). Beide Persönlichkeiten stehen in der Nachfolge Christi, der eine als Gründer der Urgemeinde und erster Bischof Roms, der andere als Missionar, theologischer Lehrer des Christentums und Märtyrer. Das römische Papsttum verehrt bis heute beide als Säulen und Fundamente des Christentums. Die Darstellung auf päpstlichen Siegeln versinnbildlicht also die theologisch legimitierte Nachfolge, in der sich die jeweiligen Päpste zu den Aposteln sahen.
 
Trotz seiner Kleinheit ist das nun entdeckte Siegel des Papstes Johannes XXII. also ein weiterer Mosaikstein zur Krumminer Klostergeschichte, wie sie aktuell, neben vielen anderen Klöstern, im seit 2021 laufenden Projekt „Klosterregister und Klosterbuch für Pommern“2 geschrieben wird.
;Dr. C. Michael Schirren
 


'''Literatur:'''
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==  Kontakte ==
==  Kontakte ==
Sammlungen von Postkarten, Prospekten und Zeitungsausschnitten: Einsicht bei Hilde Stockmann [mailto:rohrspatz@gmx.com rohrspatz@gmx.com]
* [[Benutzer:HildeStockmann|Hilde Stockmann]]


* [https://www.epubli.de/shop/autor/Hilde-Stockmann/11692 Bücher über die Geschichte der Insel Usedom von Hilde Stockmann]
* [https://www.epubli.de/shop/autor/Hilde-Stockmann/11692 Bücher über die Geschichte der Insel Usedom von Hilde Stockmann]
* [http://www.rohrspatz.eu/home/vortr%C3%A4ge/ Vorträge über die Insel Usedom]


[[Kategorie:Ort]]
 
[[Kategorie:Insel Usedom]]
[[Kategorie:Insel Usedom]]
[[Kategorie:Klöster]]
[[Kategorie:Klöster]]

Aktuelle Version vom 5. Mai 2026, 13:59 Uhr


Kenndaten des Orts
Name (heute)Krummin
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl17440
VerwaltungsamtAmt am Peenestrom
LandkreisVorpommern Greifswald
Zahlen
Einwohner235 (2018)
KoordinatenBreite: 54.0481 / Länge: 13.8464

Dar Ort liegt im südwestlichen Teil der Insel Usedom an der Krumminer Wiek, die eine Erweiterung des Peenestroms ist. Die Gegend gehört zum "Wolgaster Ort". Bevor die Insel ihren Namen "Usedom" bekam hieß der westliche Teil der Insel Buckow.


Geographische Lage



-Größere Karte von Krummin anzeigen-


Einführende Information

Krummin ist eine geschichtsträchtige Gemeinde, da schon um 1309 ein Zisterzienser Frauenkloster dort gegründet wurde.

Zur Gemeinde gehört der an der Krumminer Wiek gelgene Ortsteil Neeberg.

Zum Ort Krummin führt von der B111 aus nach Süden eine 2 km lange Lindenallee.

Das Wappen von Krummin

Die Gemeinde Krummin hat kein Wappen.

Kurztext zu Krummin

Kurztext zum Ortsteil Neeberg

1230
Ersterwähnung - kommt zur Kirche Bukow (später Krummin) mit dem Zehnten.
1309
als Neberghe unter den Krumminer Klostergütern aufgeführt.
1779
5 Meilen von Swienemünde gegen Westen, 5 Meilen von Uesedom gegen Norden, und ¼ Meile vom Dorfe Crummin, an der so genannten Crumminschen Wiecke, hat 7 Bauern, 4 Büdner, und ist zu Crummin in der Uesedomschen Synode eingepfarret.
1858
ein Bauerndorf an der Krumminer Wieck, nach Krummin eingepfarrt. Bestand vorher aus 7 Bauernhöfen, wovon ein Hof zum Gute Krummin geschlagen. 12 Büdnerstellen, 24 Wohnhäuser, 171 Einwohner
1950
am 1. Juli wurde Neeberg eingemeindet.

Krummin im Spiegel von Karten und Luftbildern

Bildergalerien

Lindenallee Krummin

Diese 300 Bäume wurden 1885 von Otto Heinrich von Corswant gepflanzt. Die Allee ist ca. 1,6 km lang. Zu DDR Zeiten wurde die Naturstraße mit Betonplatten versehen. Diese Allee führt von der B111 südlich in den Ort Krummin.

Hafen an der Krumminer Wiek

Ortschronik/en von Krummin

Anmerkung: In der folgenden Liste werden bekannt gewordene chronistische Arbeiten gelistet. In blauer Schrift erscheinen Arbeiten die digital verfügbar sind. In roter Schrift gelistete Titel sind, meist aus urheberrechtlichen Gründen, noch nicht digitalisiert. Aber auch Chroniken die bekannt geworden sind, deren Verbleib aber bislang nicht bekannt ist, sind Bestandteil der Liste.

Weiterführende Information zu Krummin

Aus Avignon nach Usedom. Ein Bleisiegel des Papstes Johannes XXII. aus Krummin, Lkr. Vorpommern-Greifswald

Fund des Monats April 2026

Am 19. Oktober 2025 sind die beiden ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Martin Laue und Christian Blumenthal auf einem Acker westlich des Dorfes Krummin auf Usedom unterwegs. Sie finden ein scheibenförmiges Bleiobjekt (Abb. 1 oben). Schemenhaft ist auf beiden Seiten Schrift erkennbar, dazu auf einer Seite zwei Männerköpfe. Nach vorsichtiger Reinigung zu Hause wird mehr erkennbar: Die Vorderseite zeigt eine dreizeilige Inschrift im Perlkreis „JOHA NNES PP XXII“ und rückseitig im Perlkreis sind zwei bärtige Köpfe mit Überschrift S PA S PE zu sehen. Quer durch die Bleischeibe verläuft eine Durchlochung.

Sofortige Recherchen im Internet führen dann zur Gewissheit: es handelt sich um ein päpstliches Siegel beziehungsweise eine sogenannte „Bulla“ (lateinisch Bleisiegel) unter dem Episkopat Papst Johannes XXII. (geboren 1234 oder 1239 unter dem bürgerlichen Namen Jakob von Cahors), also aus dem Zeitraum zwischen 1316-1334. Er war bei seiner Wahl zum Papst bereits 72 Jahre alt, sollte aber noch weitere 18 Jahre als geistliches Oberhaupt der Kirche walten. Die beiden Köpfe auf dem Siegel stehen für die zwei im Neuen Testament der Bibel belegten Apostel (Simon) Petrus und Paulus (von Tarsus). Beide Persönlichkeiten stehen in der Nachfolge Christi, der eine als Gründer der Urgemeinde und erster Bischof Roms, der andere als Missionar, theologischer Lehrer des Christentums und Märtyrer. Das römische Papsttum verehrt bis heute beide als Säulen und Fundamente des Christentums. Die Darstellung auf päpstlichen Siegeln versinnbildlicht also die theologisch legimitierte Nachfolge, in der sich die jeweiligen Päpste zu den Aposteln sahen.

Trotz seiner Kleinheit ist das nun entdeckte Siegel des Papstes Johannes XXII. also ein weiterer Mosaikstein zur Krumminer Klostergeschichte, wie sie aktuell, neben vielen anderen Klöstern, im seit 2021 laufenden Projekt „Klosterregister und Klosterbuch für Pommern“2 geschrieben wird.

Dr. C. Michael Schirren


Literatur:

  • Bilang, Karla, Kloster der Zisterzienserinnen und Kirche St. Michael in Krummin auf Usedom, 2008 ISBN: 978-3-00-023843-7

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