Niendorf bei Neuhaus/Elbe: Unterschied zwischen den Versionen
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Niendorf bei Neuhaus (Lehnsträger Wilh. Greve Namens der 22 Hauswirthe zu Niendorf), 2 Meilen südöstlich von Boizenburg, an der Krainke und an der hannoverschen Grenze, Dorf mit einer zur Pfarre von Blücher gehörigen Kapelle ohne Patronat, Schule, Schmiede, 4 Büdnern (Mühle, 2 Krüge). | Niendorf bei Neuhaus (Lehnsträger Wilh. Greve Namens der 22 Hauswirthe zu Niendorf), 2 Meilen südöstlich von Boizenburg, an der Krainke und an der hannoverschen Grenze, Dorf mit einer zur Pfarre von Blücher gehörigen Kapelle ohne Patronat, Schule, Schmiede, 4 Büdnern (Mühle, 2 Krüge). | ||
197 (246) Einw. | 1890 197 (1855 246) Einw. | ||
Zu Niendorf gehört die Feldmark des jetzt nicht mehr bestehenden Gutes Steder und der nachfolgende Hof: Teschenbrügge bei Blücher, nahezu 1/2 Meile nordwestlich von Niendorf. 26 (29) Einw. | Zu Niendorf gehört die Feldmark des jetzt nicht mehr bestehenden Gutes Steder und der nachfolgende Hof: Teschenbrügge bei Blücher, nahezu 1/2 Meile nordwestlich von Niendorf. 1890 26 (1855 29) Einw. | ||
Niendorf gehört den dortigen 22 Hauswirthen, deren Lehnsträger der Schulze W. Greve ist (1800 war der | <!--Lehn, 3805,9 b. Sch. und 886,5 ha — Marschboden — [1146], Acker und Gartenland 580 ha, Wiese 135 ha, Weide 107 ha, Wald 16 ha, Unbrauchbar 48 5/10 ha.--> | ||
Niendorf gehört den dortigen 22 Hauswirthen, deren Lehnsträger der Schulze W. Greve ist (1800 war der Lehnsträger der Schulze I. W. Greve, 1855 desgl. J. H. W. Greve). Die Bauern, die die Lehngüter Steder — welche Ortschaft eingegangen ist — und Niendorf besaßen, kauften 1798 auch das benachbarte kleine Allodialgut Teschenbrügge, vereinigten es mit jenen Gütern und offerirten es dem Landesherrn zu Lehn, worauf sie zu unter landesherrlicher Bestätigung über ihre Verfassung, die Erbfolge, Aussteuern und Abfindungen untereinander eine Vereinbarung trafen. | |||
==Kurztext zur Ortsgründung== | ==Kurztext zur Ortsgründung== | ||
Aktuelle Version vom 2. April 2026, 21:38 Uhr
| Kenndaten des Orts | |
| Name (heute) | Niendorf |
| Regionale Einordnung (heute) | |
| Postleitzahl | 19273 |
| Verwaltungsamt | Gemeinde Amt Neuhaus |
| Landkreis | Lüneburg |
| Zahlen | |
| Einwohner | unbekannt |
| Koordinaten | Breite: 53.3081533 / Länge: 10.8856315 |
Bei Niendorf handelt es sich um das mecklenburgische Dorf Niendorf, das historische Steder-Niendorf, aus dem Amt Boizenburg. Dies ist als Teil der Gemeinde Sumte nach der Wende zur Gemeinde Amt Neuhaus (historisches, hannoversches Amt Neuhaus) gekommen und 1993 zu Niedersachsen gelangt (siehe dazu (Festschrift, Dieter Greve, 2005)).
Geographische Lage
- Koordinaten: Breite: 53.3086 Länge: 10.8912
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Kurztext nach Raabe/Quade
Niendorf bei Neuhaus (Lehnsträger Wilh. Greve Namens der 22 Hauswirthe zu Niendorf), 2 Meilen südöstlich von Boizenburg, an der Krainke und an der hannoverschen Grenze, Dorf mit einer zur Pfarre von Blücher gehörigen Kapelle ohne Patronat, Schule, Schmiede, 4 Büdnern (Mühle, 2 Krüge). 1890 197 (1855 246) Einw.
Zu Niendorf gehört die Feldmark des jetzt nicht mehr bestehenden Gutes Steder und der nachfolgende Hof: Teschenbrügge bei Blücher, nahezu 1/2 Meile nordwestlich von Niendorf. 1890 26 (1855 29) Einw.
Niendorf gehört den dortigen 22 Hauswirthen, deren Lehnsträger der Schulze W. Greve ist (1800 war der Lehnsträger der Schulze I. W. Greve, 1855 desgl. J. H. W. Greve). Die Bauern, die die Lehngüter Steder — welche Ortschaft eingegangen ist — und Niendorf besaßen, kauften 1798 auch das benachbarte kleine Allodialgut Teschenbrügge, vereinigten es mit jenen Gütern und offerirten es dem Landesherrn zu Lehn, worauf sie zu unter landesherrlicher Bestätigung über ihre Verfassung, die Erbfolge, Aussteuern und Abfindungen untereinander eine Vereinbarung trafen.
Kurztext zur Ortsgründung
Erstmals Erwähnung findet der Ort Niendorf 1230 (MUB Bd. I, 375, S. 378 als "N[ien]dorpe") aufgrund der Verleihung zweier Teile des Zehnten durch die Ratzeburger Bischöfe an die Grafen von Schwerin. Der Name selbst (Niendorf) deutet auf eine Neugründung hin in unmittelbarer Nähe der wohl älteren, slawischen Siedlung Steder, deren Name selbst altslawischen Ursprungs ist (Kühnel, MJB, Bd. 46, S. 137).
Ortschroniken zu Steder-Niendorf
- Ortschronik von Steder=Niendorf. Graf Ulrich von Oeynhausen, Schwerin, 1903.
- Niendorfer Dorfchronik als Festschrift zum 775. jährigen Jubiläum von Dieter Greve, Schwerin, 2005.
- Die Entstehung der "ritterschaftlichen Bauernschaften" in Mecklenburg (Steder-Niendorf, Wendisch-Priborn, heute Freienhagen, Buchholz, Grabow, Zielow und Rossow). Dissertation von Fritz Brinker, Universität Rostock, Rostock, 1940.
- Der Kampf der ritterschaftlichen Bauernschaft Steder/Niendorf im Amt Boizenburg um ihre bäuerliche Unabhängigkeit und um die Ablösung aus der Leibeigenschaft. Dieter Greve, in: Damals. Seiten 59-67, Landkreis Lüneburg, Lüneburg, 2001.
- Steder-Niendorf. Aus der Ortschronik. in: Lieb Heimatland. Karl Puls (Hrsg.), Bände 15-19, Lübtheen, 1928. [Enthält in fünf Teilen Auszüge aus der Chronik von Oeynhausens (ohne diese zu benennen).]
- Niendorf bei Neuhaus - erstes freies Bauerndorf im 18. Jahrhundert. in: Werner Hüls: Vom Darzing zur Gemeinde Amt Neuhaus. Landkreis Lüneburg, Der Oberkreisdirektor (Hrsg.), Seiten 31-32, Lüneburg, 1996.
Weiterführende Information zu Steder-Niendorf
Für weitere Hinweise ist Holger Meyer dankbar.