Markgrafenheider Chronologie: Unterschied zwischen den Versionen

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:— Fürst Heinrich ("der Löwe") von Mecklenburg erbaut am Hafen Warnemünde zwei hölzerne, durch eine Brücke und einen Steindamm verbundene Befestigungen, zu beiden Seiten des Stromes. (BGHR 13,15. 3c,70. 4d,14 f. 12,7.)
 
:— Fürst Heinrich ("der Löwe") von Mecklenburg erbaut am Hafen Warnemünde zwei hölzerne, durch eine Brücke und einen Steindamm verbundene Befestigungen, zu beiden Seiten des Stromes. (BGHR 13,15. 3c,70. 4d,14 f. 12,7.)
:— Wegen der Sperrung '''ihres''' Hafens in Warnemünde erheben sich die Rostocker Bürger und zwingen ihren zögernden Rat, den Dänen die Treue aufzukündigen und den Krieg aufzunehmen.  
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:— Wegen der Sperrung '''ihres'''(!) Hafens in Warnemünde erheben sich die Rostocker Bürger und zwingen ihren zögernden Rat, den Dänen die Treue aufzukündigen und den Krieg aufzunehmen.  
 
:Niederdte. Darst. nach Kirchbergs Reimchronik.la,l (Nr. 1). Darst. in der Chronica der Stadt Rostock. ls,6 (Nr. 20).  
 
:Niederdte. Darst. nach Kirchbergs Reimchronik.la,l (Nr. 1). Darst. in der Chronica der Stadt Rostock. ls,6 (Nr. 20).  
 
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:Gleichzeitig Übereignung zweier Wiesen an der Radel "..Porswisz et magnum pratum.." (Porstwiese und Große Wiese) sowie dreier Präbende-Wiesen "...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt.." (die heutigen Purkshöfer-Wiesen) über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, sowie die der Insel St.Georg  gegenüber liegende Wiese "Swineswoert" '''und hier benachbart die Mandel-Wiese auf der die Reste des Turmes stehen ("item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.)"''' Diese beiden Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese.  
 
:Gleichzeitig Übereignung zweier Wiesen an der Radel "..Porswisz et magnum pratum.." (Porstwiese und Große Wiese) sowie dreier Präbende-Wiesen "...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt.." (die heutigen Purkshöfer-Wiesen) über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, sowie die der Insel St.Georg  gegenüber liegende Wiese "Swineswoert" '''und hier benachbart die Mandel-Wiese auf der die Reste des Turmes stehen ("item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.)"''' Diese beiden Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese.  
 
:(Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608)
 
:(Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608)
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Aktuelle Version vom 31. Januar 2026, 15:57 Uhr

Markgrafenheider Chronologie

Überregionale Ereignisse werden nur dann in die Chronologie aufgenommen wenn deren Folgen wesentlichen Einfluß auf das Markgrafenheider Gebiet haben!
Benutzte Quellenkürzel
AHR = Archiv der Hansestadt Rostock mit beigefügter Signatur
MUB = Meckl. Urkundenbuch mit dazu gehöriger Urkundennummer
BHC = H.F.Beckers Heidechronik
BKC = H.F.Beckers Kirchenchronik
BFC = H.F.Beckers Familienchronik
BGH = Beiträge zur Geschichte Rostocks
BGHR = Registerband der Beiträge zur Geschichte Rostocks
BW2 = Friedrich Barnewitz "Geschichte des Hafenortes Warnemünde" 2.Auflage 1927
LHA = Landeshauptarchiv
RA = Rostocker Anzeiger
G.R. = Gewettsrechnungen im Archiv der Hansestadt Rostock
HA = Heidearchiv Wilfried Steinmüller
KFC = Krausesche Fundchronik im Archiv der Hansestadt Rostock
L.Köster = "Die Jagd in der Rostocker Heide" 1929
LDb = Ludwig Dolberg
OK = Otto Kolp

Das Markgrafenheider Gebiet vor 1200

1160 August
* Die Schlacht auf dem Breitling

Markgrafenheide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1252,
- Großer Brand der Rostocker Mittelstadt. (BGHR 13,39. 15,14.)
— Die Neustadt mit Jakobi-Pfarre, Rathaus, Neustädter-Markt ("Hopfenmarkt") bis auf Einsetzung eines eigenen Stadtregiments fertig.
(BGHR 13,33.)
— März, 25. Fürst Borwin III. bestätigt der Stadt ihre Gründungsurkunde mit allen Privilegien u. dehnt das Lübische Recht auf die ganze Stadtfeldmark aus. (BGHR 4d,10. 13,35.55.)
— Die Stadt kauft die Rostocker Heide und die Warnow-Fischerei von Fürst Borwin III. und erhält das Strandrecht in ihrem Hafen Warnemünde.
(BGHR 3b,6. 24 (Rr. 32). 12,1 f. 6. 13,35. 14,7. 15.5.)
*1252, 25. März Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I. betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige bis rechtes Warnow-Ufer, erste Hafenbollwerke auf der rechten (Rostocker) Flußuferseite im Mündungsgebiet der Warnow östlich Taterhörn
(Karte2 siehe am Anfang oben rechts, Auszug Neuendorff-Karte 1823)
1260.
Heilig-Geist-Hospital in der Altstadt, St.Georg-Hospital vor dem Steintor (für Aussätzige), bei einem Vermächtnis zum ersten Mal erwähnt. (BGHR 13,52. 17,111.)
(Beide Hospitäler werden im folgenden halben Jahrhundert durch Erlangung von Pfründen auch größere Grundbesitzer rund um das Radelsee-Gebiet)
1264,
12.Oktober
Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte an ihrem Hafen Warnemünde auf dem städtischen Gebiet der Rostocker Heide. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. (MUB 1021, KFC Wmde 45 p.5, BGHR 12,2.6.)
17.Dez.
Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im fürstlichen Warnemünde. (KFC Wmde)
1268
Dietrich von Raven vermacht dem Rostocker Hafen ("ad portum in Warnemünde") 2 Mark Silber (KFC Mgh)
1278
Die unmittelbar an der Warnow gelegene Hundsburg mußte den nach Selbstregierung und militärischer Autonomie strebenden Bürgern ein Dorn im Auge sein, da die Burg im Kriegsfalle die gesamte Schiffahrt Rostocks lahmlegen konnten. Nicht eher ruhte das Ratskollegium, als bis die Hundsburg, das Symbol fürstlicher Gewalt, geschleift wurde. Bereits 1278 erwarb die kapitalkräftige Stadtgemeinde die feste Zwingburg durch Kauf und erreichte gleichzeitig in dieser Urkunde ein weiteres wichtiges Zugeständnis des Landesherrn: Fürst Waldemar mußte für sich und seine Nachkommen die Verpflichtung eingehen, nie wieder eine Sperrburg "längs der Warnow bis ans Meer" zu errichten, ohne mindestens eine Meile vom Flusse entfernt zu bleiben (MUB 1474)


1283
werden erstmals Arbeiten am Rostocker Hafen-Warnemünde dokumentiert. Es wurden Steine herausgefischt, gleichzeitig kamen aus Gotland Schiffsladungen mit Steinen an, ebenso eine Anzahl Baumeister beschäftigt, die Steine zu behauen und die lockeren
Ufermassen zurückzudämmen. (KFC Mgh)
1288
Der Rat läßt durch Rötger Horn den Rostocker Hafen Warnemünde ( "quod tunna dignitur" - von der Tonne an der St.Georg-Insel bis ins offene Meer hinaus") auf eine Tiefe von 6 Ellen (12 Fuß = 3,44 Meter) bringen. (MUB Nr.1977 BGHR R 3a,XV; 12,7)
Bei der "Tonne" handelt es sich um den 1882 in der Nähe der Ostspitze der früheren St.Georg-Insel gehobenen sogenannten "Spökstein". (KFC Mgh)
1300
Dez., 22. Nikolaus (d. Kind), Herr zu Rostock, nimmt Stadt u. Land Rostock von König Erik Menved von Dänemark zu Lehen. (BGHR 3s,X f.)
1304, 1.November
Karte5 RH UGR Die durch die Flut-Verschüttung des Warnow-Mündungsarmes entstandene Sandscholle Taterhörn. Das östlich benachbarte eingezeichnete Kisten-Sperrwerk markiert den Verschluß an der Stelle des ersten "Neuen" Strom-Durchstiches (1305),später "Alte Depe", am "Hals", "Fangung"/Verfüllung im Jahr 1487. Die rechte der beiden Inseln ist die St.Georg-Insel.
-Verschüttung der Warnow-Mündung auf ca. 500m Länge durch die „Allerheiligenflut“ am 1. November des Jahres.
Die Fläche des verschütteten Teils des natürlichen Warnowlaufes wird fortan als "Taterhörn", "Sand-Land", "Sandscholle" oder auch "Sandwiese" bezeichnet auf der nun die Grenze zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide durch eine Grenzstangen-Reihe gekennzeichnet wird.


1305
-In der Folge der Warnowlauf-Verschüttung erfolgt bald darauf der Durchstich der Nehrung ("Alte Depe") an der schmalsten Stelle der ehemaligen Halbinsel, dem "Hals", östlich der Hohen Düne (Ein Rest davon ist der heutige "Stankgraben" , ursprünglich "Stackgraben" = "Treidelgraben", ca. 50m westlich des heutigen Ortseingangsschildes von Markgrafenheide) vom Spökstein bis zur See
-Unmittelbar nach dessen Zerstörung durch die vorangegangene Flut erfolgt der Wiederaufbau des neuen "Hafens Rostocker Warnemünde" zwischen Süd-Ende dieses Durchstichs und dem Radelsee. (KFC Mgh)




1311
— Fürst Heinrich ("der Löwe") von Mecklenburg erbaut am Hafen Warnemünde zwei hölzerne, durch eine Brücke und einen Steindamm verbundene Befestigungen, zu beiden Seiten des Stromes. (BGHR 13,15. 3c,70. 4d,14 f. 12,7.)
— Wegen der Sperrung ihres(!) Hafens in Warnemünde erheben sich die Rostocker Bürger und zwingen ihren zögernden Rat, den Dänen die Treue aufzukündigen und den Krieg aufzunehmen.
Niederdte. Darst. nach Kirchbergs Reimchronik.la,l (Nr. 1). Darst. in der Chronica der Stadt Rostock. ls,6 (Nr. 20).
(BGHR 13,15 f. 12,7 fs.)
— Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen in ihrem Hafen Rostocker-Warnemünde.
(BGHR 13,16. 3c,70. 4,d,15. 12,8.56.)
— Die Rostocker überziehen den Hägerort und die ganze Gegend von Doberan-Kröpelin, um sich für die bevorstehende Belagerung zu verproviantieren.
BGHR 12,8.
— Die Rostocker brennen das fürstliche Dorf Warnemünde nieder. (BGHR 12,8.)
—/12. (Bis Mai) Die Rostocker bauen in Rostocker-Warnemünde einen neuen Turm auf der Ostseite ihres Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche in Warnemünde und des Petriturmes in Rostock, der gerade im Bau war. 1435. Febr.,
Der Rat läßt den Hafen in ihrem Warnemünde auf eine Tiefe von 6 Ellen (3,44m) bringen u. verbreitern. (BGHR 3a,XV f. 67 f.3c,70. 4d,15. 12,8 fs.)
— Der Bischof von Schwerin droht, über die Stadt u. a. auch wegen Abbruch der beiden Kirchtürme den Bann zu verhängen (vgl. 1322).
(BGHR 12,9.)
1312. Febr., 19.
König Erik Menved verbündet sich mit Markgraf Waldemar v. Brandenburg zur Unterwerfung der Stadt. BGHR 3s,XII.
— Jun., 30. König Erik Menved vor dem Hafen-Warnemünde. elfwöchige Belagerung des Rostocker Turms im Rostocker Warnemünde. (BGHR 13,15. 3a,XII. 3a,70. 4d,14 f. 12,11 f.)
— Jul., 22. Die Rostocker bitten Lübeck, ihren belagerten Warnemünder Turm zu See für 1000 Mark mit Mehl, Bier, Fleisch. Butter, Stockfisch u. Pfeilen zu versorgen. (BGHR 12,11.)
— Um die Verproviantierung des Turmes von See zu verhindern, läßt Heinrich von Mecklenburg, dem die Belagerung von König Erik Menved übertragen war. das Tief unterhalb des Turmes durch eingerammte Pfähle und eine Brücke sperren. (BGHR 12,11.)
— 25. Ein Geleitsbrief während der Belagerung des Turmes am Hafen- Warnemünde. (BGHR 4d,14-16.)
— Sept., 9. Da der von Lübeck und Stralsund erwartete Entsatz ausblieb, muß die ausgehungerte Besatzung den Turm in Warnemünde gegen ehrenvollen freien Abzug übergeben. (BGHR la,19. 3a,XII. 3c,70.)
— /Oft., — Die Verbündeten bauen zu dem eroberten Turm der Rostocker 4 kleinere Türme, Mauer u. Graben hinzu u. machen a. d. Anlage eine starke Befestigung (später Danskeborg, Dänenburg, Dänscheburg genannt) und halten sie gemeinsam besetzt. (BGHR 3c,70. 12,12 f.)
— 17. Wegen des Verlustes des Hafens Rostocker-Warnemünde Aufruhr des Heinrich Runge: Einsetzung eines neuen Rates. (Wiedereinsetzung des alten Rates dann am 1314, 19.Jan.) (BGHR la,19. ld,31. 3a,XII f. 12.11 f.)
— bis Dez., 7. Belagerung und Übergabe der Stadt an König Erik Menved von Dänemark und seine Verbündeten. (BGHR 1,6,3. 12,12.)
— Olt., 9. König Erik Menved und Markgraf Waldemar vereinbaren, aus den Rostockern eine möglichst hohe Abfindungssumme für Überlassung und Abbruch der Danskeborg-Befestigung herauszuschlagen und gleichmäßig unter sich zu teilen. (Dgl. jedoch 1313. Febr., 20.) 1435. Febr.,
Der Rat läßt den Hafen in Warnemünde auf eine Tiefe von 6 Ellen (3,44m ) bringen u. verbreitern. (BGHR 3a,XV f. 67 f.3c,70. 12,12 s.)
Der Rostocker Rat verpflichtes sich als Sühne im fürstlichen "Städtchen" Warnemünde ("in opido Warnemünde" MUB 3577) eine neue schöne Kirche aus Holz für die während des Krieges Abgerissene zu errichten.
1313. Febr., 20.
Markgraf Waldemar verkauft seinen Anteil an der Warnemünder Befestigung an den Dänenkönig für 5000 Mark Brandenburg. Silber.
Damit wird der König Erik Menved alleiniger Besitzer der Danskeborg. Der alte Steinturm wurde mit einem hohen Wall und breitem Graben versehen, an seinen vier Ecken stand je ein Turm, es wurde ein Werk, "so herrlich, daß es im Lande nichts dergleichen mehr gab", wie es bei dem lübischen Chronisten Detmar mehrere Male erwähnt wird.
(Detmar-Chronik, ed. Koppmann, in -"Chroniken deutscher Städte" Bd.19. Leipzig 1884, Kap. 468 u. 527)
— König Erik Menved verpfändet in der Folge wegen seiner Schulden die Burg im Rostocker Hafen Warnemünde an seinen Hauptmann Niels Olafsun. (BGHR 12,13.)
1317. Jan., 7.
König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des Schlosses Danskeborrig zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R 1d,3. 3c,70) (Mgh)
1319. 13.November
König Erik IV. (Menved) von Dänemark stirbt.
Fürst Heinrich von Mecklenburg läßt sich als rechtmäßigem Nachfolger der ausgestorbenen Herren zu Rostock von Stadt und Land Rostock huldigen. (BGHR 12,14.)
Fürst Heinrich v. Mecklenburg ("der Löwe") übernimmt die Befestigung von Warnemünde (Danskeborg). (BGHR 3c,70. 12,14.)
1322 Sept., 24.
Fürst Heinrich von Mecklenburg verkauft "dat hus unde den thorn to Warnemünde" (Danskeborg) an die Stadt zum Abbruch.
(BGHR 3c,70 f. 12,14.)
Deren Abbruch erfolgt jedoch nicht. Die Burg wird auf die Bedürfnisse der Hansestadt hin umgestaltet. (KFC Mgh)
1323, 11.März
Kauf des fürstlichen Warnemünde (inclusive des westlichen Radelsee Gebietes = "Warnemünder Wiesen",darin auch ein großer Teil der Sandscholle, womit Rostock Eigentümer des vollständigen Küstengebietes zwischen der Stromgrabenmündung am Nordende der Rostocker Heide und Diedrichshagen im Westen wird. (MUB 4424, BGHR 3c,71. 4b,l. 12,2.14.)
1325, 7.April
Übereignung der, fortan so genannten, St. Georg-Insel am Radelsee, an das St. Georg Hospital, die darauf hin auf der Insel eine isolierte Eigen-Bewirtschaftung durch Lepra-Kranke betreiben.
Gleichzeitig Übereignung zweier Wiesen an der Radel "..Porswisz et magnum pratum.." (Porstwiese und Große Wiese) sowie dreier Präbende-Wiesen "...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt.." (die heutigen Purkshöfer-Wiesen) über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, sowie die der Insel St.Georg gegenüber liegende Wiese "Swineswoert" und hier benachbart die Mandel-Wiese auf der die Reste des Turmes stehen ("item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.)" Diese beiden Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese.
(Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608)
Verortung der genannten Grundstücke siehe Karte Karte14


1325, 27.Juli
Fürst Heinrich der Löwe bestätigt in 7 Urkunden zu Warnemünde alle Freiheiten und Privilegien der Stadt.
Am "Alten Tief" wird eine Befestigung angelegt, von der Danskeborg werden Anlagen (alle ?) rund um den Mittelturm abgebrochen. Am Ufer der Hafenausfahrt wird in einem Holzgerüst (auf dem alten Burgturm?) eine kupferne Leuchte an drei Ketten aufgehängt. Eine Abbildung der Leuchte zeigt ein neuneckiges, käfigförmiges Gitterwerk mit Kuppeldach und einer Metallplatte, die das Licht des Feuers zurückwarf.
Die Leuchte wurde von Männern bewacht, die auch gleichzeitig Lotsendienste leisteten. (KFC Mgh)
1348
Die Leuchte wird verbessert. (KFC Mgh )
1380
Die Leuchte wird erneut verbessert. (KFC Mgh)
1430
Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder Hafen durch Verfestung von Schiffen und brennt den Ort nieder. (KFC Mgh)
1435. Febr., 1.
Der Rat läßt den Hafen in Warnemünde auf eine Tiefe von 6 Ellen (3,44 m) bringen u. verbreitern. (BGHR 3a,XV f. 67 f.)
1437. Aug., 1.
Der befestigte Leuchtturm im Rostocker Hafen Warnemünde wird nach zehntägigem Widerstand der Rostocker Besatzung vom Herzog genommen. (BGHR 3c,71.)
1439
Bei einem Grundstücksverkauf wird ein "Castrum" erwähnt. (BA 86)
1459
In der Gewetts-Rechnung von 1459 lesen wir, daß am Donnerstag vor Weihnachten eine Sturmflut die vor Rostock gelegene Haffdüne durchriß, so daß hier ein "neues" Tief ausbrach. Die Wetteherren fuhren zum Hafen Warnemünde, um zusammen mit dem Hafenzimmermeister "to besende dat nye (!!!) dep, wat guden raden dar to vyndende, dat me id mochte wedder fangen" (G.E. Gewetts-Rechnungen)
1475
wird ein Blockhaus und eine Burg erwähnt. (BA 86)
1485
verpflichtet sich Aalhardt Johanssen vor dem Rat, das alte Tief bei Warnemünde , auf 6 Ellen (3,44 Meter) tief, also nicht mehr als Rotger Horn 200 Jahre zuvor, und 50 Ellen (28,5m) breit zu machen. (KFC, Voß p111) * "Kontract des Raths mit Aalhard Johannsen über die Vertiefung des Hafens am 1. Februar 1485
1487
Bei der Domfehde, auch sogenannten "Rostocker Fehde" erobern die fürstlichen Truppen das Alte Tief östlich Taterhörn und den dahinter liegenden Rostocker Hafen,
Alle Gebäude und Bollwerke werden in Brand gesteckt und bis zur Wasserfläche niedergebrannt. ...de mure vör (!) der Luchten wart geworfen in dat Depe..

Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648)

1519.
— Mai, 23. Ausbesserung des „Tiefs" bei Warnemünde (Heutiger Alter Strom der zwischen 1487 u. 1519 entstanden ist.). (BGHR 12,16.)
1566
Warscheinliche Gründung des Forstdepartementes (erstmalige Nennung). (BHC)
1573
Zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde und der Heideküste liegenden dänischen Blockadeschiffe. (BKC)
1577
Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe ( sic. ) an der mecklenburgischen Küste "und trieb sie ans Gestade des Meeres". (BKC)
1579, 14.März
Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den "verordneten Bürgern" über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, er wolle einen "Graffen" der Stadt zum Besten in die Heide "ziehen" und "das Depf zugleich buwen". (Voß p129)
Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur "Alten Mündung", einem Durchstich am Standort der hier viel später gelegenen Schofer-Bude. Die "alte Mündung" wurde bald nach der Anlage des Moorkanals zwischen Hütelmoor und Radelsee nach 1760 wieder geschlossen.
Es ist möglich, aber nicht gesichert, daß bei dieser Gelegenheit der Ortsname Markgrafenheide durch eine Verballhornung aus der Zusammenlegung der Worte "Moor"-"Graffen"-"Heide" entstanden ist.
1582, 11.Mai
Fasste der Rat den Beschluß, mit den Steinen der Hundsburg das 1487 beim Taterhörn geschaffene "Neue Tief" zu fangen (also zu schließen).
1586
Der Hof des Wasenmeisters Johann Thor Balck wird angelegt.
1588, ab 8. August
Der Hof des privaten Ratsjägermeisters Jürgen Brandt, ( "Jaegermeister und Wildschutzen") erstmals genannt.
(Köster S.15-18)
1592,4.Juni
Beschwerde Johann Thor Balcks beim Rostocker Rat wegen Besitz-Zerstörung und Mißhandlung durch Jochim Berckman (KFC Mgh p10)
1617, 23.Dezember
Steht im Ratsbuch zu lesen "dass Holz, Torf und anderes Baumaterial für den Rostocker Hafen in Markgrafenheide in Boote geladen und so nach Warnemünde gebracht."
1624, 1. Juni bis 31. Dezember
Eine Pestwelle überzieht das Rostocker Gebiet.
1625, 10./11. Februar
"Die große Flut"
1625, 11. April
Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:
"Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ..."
(Quelle:KFC Mgh p13)

(Darunter ist warscheinlich der endgültige Abriß des vormals von Thor Balk begründeten Anwesens zu verstehen.)


1626, ab
Die Kriegsfurie des Dreißigjährigen Krieges breitet sich bis in die Region Rostock aus, die Schäfereien Born und Fulleri gehen unter, die von Markgrafenheide und Moorhof liegen über viele Jahre wüst.
Während der Besetzung Warnemündes durch die kaiserlichen Truppen schmuggelten die Warnemünder über das weit östlich gelegene "Alte Tief", doch gestattete die geringe Breite und Tiefe des Fahrwassers nur die Durchfahrt von kleinen Fahrzeugen. (BW2 p97)
Zu Markgrafenheide und Moorhof liegen im Archiv der Hansestadt Rostock oder anderen Archiven für die Zeit von 1626 bis 1660 keinerlei Dokumente vor.
Warscheinlich ist das eine Folge des Dreißigjährigen Krieges.
Erst ab 1691 gibt es Nachrichten über den erneuten Aufbau von Gebäuden in Markgrafenheide.

Markgrafenheide bis zur napoleonischen Zeit (1649 bis 1813)

1663
Wurde das Moor und zum Teil auch der Wald überflutet: (BKC)
1675

Verhandelt die Stadt Rostock mit Johann Eggers und Johann Röder über Pachtland zur Wiederbesiedlung auf der Markgrafenheide. (KFC Mgh)

1691/92
In einer Abrechnung von Johann Schimmelmann´s über Ausgaben von Bauten in Markgrafenheide werden erwähnt.
"Anno 1691 habe ich zu Marggraven Heyde den Stall baven lashen."
"Anno 1692 ist dort ein neues Haush, groß von 4 Gebint neugebaut."
(KFC Mgh p13)
1696.
Der Rost. Artilleriemeister Gottfr. Lust entwirft seine Karte von der Rostocker Heide. In ihr wird Markgrafenheide kartographisch erstmalig dargestellt. (BGHR 2s,25 ff. 5,127. 6,127. 14,5 ff.)
"Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den".
1703, 8.Dez.
Wütete hier ein Orkan. (BKC)
1710
Strandfischerei in Markgrafenheide nachweisbar. (AFN)
1715. Febr., 13. bis. Aug., 31.
Streit mit Herzog Carl Leopold betr. Accise, Mit Besatzungsrecht u. Jagd in der Rost. Heide. Protocollum... (BGHR la.7 Nr. 23).
1737
wird das Kossatenhaus (heute Forstfuhrmannshof) angelegt. Die Inschrift an einem Balken des Hauses verweist auf dieses Baujahr. Es wäre somit das älteste erhaltene Haus in Markgrafenheide. (KFC MgH)
Karte6 Rothermann-Karte von 1765 mit dem gerade neu angelegten Moorgraben
1760
Die Kaufleute Paul Grube und Johann Georg Stypmann lassen den Moorkanal zwischen Radelsee und Hütelmoor als neue Durchstich-Trasse quer durch die feste Mergel-Barriere der Eisrandlage anlegen. (KFC Mgh)
Sie durchschneiden dabei die "Große Wiese" und verbinden den Stinkengraben bei der alten Mündung erstmals mit dem Radelsee
(Quelle: BHC/ Dolberg p15)
1765
Inventarisierung nach der Directorialvermessung Markgrafenheide durch F.C.Rothermann (KFC Mgh p15)
In dieser Karte wird erstmals der Bestand eines Hauses am den Kossatenhäusern gegenüber liegenden Ufer des Moorkanals nachgewiesen.


1767, 30.11./1.12.
-Großer Durchbruch bei einer Sturmflut zwischen Taterhörn und Stubbenwiese nördlich des Radelsees, beim früheren "Alten Tief"
(schriftliche Quelle: AHR 3.9. RO45 Nr.258)


1777
"Der Torfstecher-Katen zu Marggrafenheide (beim Milchsteg !, siehe auch 1765) wird zur Holzwärter-Wohnung eingerichtet" (§6 des "Landesherrlichen Regulativs der Verwaltung der sogenannten Rostocker Heyde" KFC Mgh p4)
-Im "Magazin für die neue Historie und Geographie" Bd.11 wird die "Meyerey Marggrafenheide" als zu den "Rostocker Gütern" gehörig genannt.
1778, 8.Nov.
wehete zum Schaden der Forst ein starker Sturm. (BKC)
1783, Januar
Kommt der Holländer Carl Gustav Lorentz "zu Markgrafenheide" in den Rostocker Gewettsakten als Vormund der Kinder seines Bruders, des Toitenwinkler Holländers Jochim Christian Lorentz vor. (KFC Mgh p13, BFC)
1792, 11./12,Dez.
herrschte ein starker Sturm (BKC)
1793
warf ein heftiger Orkan ziemlich viel Holz in der Waldung um. (BKC)
1796
läßt die Stadt den Moorgraben vertiefen, sowie mit Bohlen und Flechtwerk ausbauen, zur Verwirklichung des Vorhabens, den Torfabbau zu forcieren.
Karte7 Die Karte des Hospitalmeisters Tarnow 1796/1809 ergänzt A1
1799, 8.August kam über den Schnatermann und den grösten Teil Markgrafenheides ein Gewitter mit großem Hagel, der die Feldfrüchte und Fensterscheiben zerschlug und großen Schaden anrichtete. (BKC)
1801, 3.Nov.
war ein heftiger Sturm, der die Torfscheune umwarf. (BKC)
1804
15.Sept. Überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BHC)
1806-1813
waren französische Soldaten auch in Markgrafenheide stationiert
Sie waren Teil einer Signal-Staffette und teilweise auch in den Fischerbuden untergebracht.
Am 28. November leuchteten bei einer Probezündung die Alarmstangen vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. (KFC Mgh)
1807, 30.Okt.
überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BKC)
1819
wird "Markggrafenheide Vorwerk" in "Marggrafenheide Dorf" umgewandelt. (KFC Mgh)



Markgrafenheide bis zur Reichseinigung (1814 bis 1871)

Rostocker Heide Grälert FA1823 Becker.jpg
1815
-25.März starb der Holzwärter Carl Friedrich Wramp zu Markgrafenheide 68 Jahre alt. (BKC)
1822, 29.Dez
erschoß sich der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 Jahre alt als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BKC)


1825, 4.Februar
Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne, entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300 000 Quadratruthen (650ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war 6 Fuß 8 Zoll (1,95m) über dem mittleren Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgrafenheide bis zum Rosenort 450 Ruthen (2100m) lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. (BKC)
1821/1833
Mit der Abschaffung der Waldweide muß die Beweidung der verbleibenden Gemeindewiesen ersatzweise in hohem Maße intensiviert werden
(Quelle: BHC)
1826, 17.Mai
geriet ein aus Finnland kommendes Schiff bei starkem WestNordWest-Wind vor Warnemünde in Seenot.
Alle Besatzungsmitglieder wurden von den Warnemündern gerettet.
Das Schiff dagegen trieb steuerlos auf den Strand bei den Markgrafenheider Fischerbuden und dessen Ladung ging über Bord. (KFC Mgh)
1831, 12.Juni bis 15. Dezember
In der Fischerbude sowie dem Haus des Holzwärters Russow wird eine Quarantäne-Wache zur Abwehr der Cholera-Epedemie eingerichtet (KFC Mgh 119/122)
1833 - 1839
Im Zuge der Beckerschen Forsteinrichtung umfassender Ausbau der Wasserwege für den Holztransport, incl. Moorkanal. (BKC)
Der Kanal endete am Nordostrand des Moores mit einem Wende-Becken (das "Y") an dem ein Gebäude errichtet wurde und ließ dort den Holzlagerplatz I "Moorhof" neu anlegen.
(ob der Generationen zuvor am Hüttelmoor existierende Moorhof an gleicher Stelle existierte ist eher fraglich, da in allen zuvor erschienenen Landkarten keine Gebäude an diesem Ort eingezeichnet sind.)
Fortan konnte mit Hilfe des Wende-Beckens das geschlagene Holz im ganzen Stamm geflößt werden.
1837
-den 7.und 8. April viel so viel Schnee, das einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren. (BKC)
den 29. November wütete ein Orkan. (BKC)
1863
In der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide ungefähr 26 000 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind (BKC-Fortsetzung)

Markgrafenheide im Kaiserreich (1871-1918)

Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen Foto: W.Steinmüller
1872, November
Die "Große Sturmflut" planiert auch die Dünen zwischen Taterhörn und Markgrafenheide und durchbricht die Küste hier auf großer Breite. (KFC Mgh)
1879, bis 1902
verhandelt W. Dettmann ergebnislos mit der Stadtverwaltung und der Forstinspection über den Bau von Hotel, Sanatorium und Seebrücke. (KFC Mgh)
1887
erste Planungen zum Bau einer Straßenbahn scheitern an Geldmangel. (KFC Mgh)
1903.
- die Wartehalle der Strandbahn, das heutige Restaurant "Utspann" wird gebaut. (KFC Mgh)
— Die Alte Deepe ostwärts von Warnemünde bei der Hohen Düne wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. BHGR 12,4.
1907/08
Bau der Chaussee Warnemünde Hinrichshagen. (KFC Mgh)
1908
ein neues Forsthaus wird errichtet. (KFC Mgh)
1910
Februar - die ersten Bauarbeiten für die Strandbahn beginnen. (KFC Mgh)
1. Juli feierliche Einweihung der Strandbahn.
31.12.1913/ 1.1.1914
Durchbruch auch am Radelsee-Gebiet, bei der sogenannten Silvesterflut (KFC Mgh)
1914
In Auswertung der Silvesterflut Umsetzung eines umfassenden Eindeichungs- und Sperrwerksprojektes im Gebiet zwischen Breitling und Rosenort, so auch komplex im Radelsee-Gebiet. (UGR)

Markgrafenheide während der Weimarer Republik (1918-1933)

1924, 9.Dezember
offizielle Eingemeindung von Markgrafenheide nach Rostock. (KFC Mgh)
1926,17.Juni
Der plattdeutsche Verein "Unkel Broesig" weiht sein neues Domizil in Markgrafenheide ein. (KFC Mgh)
1928, 4.Juni
wird die Genehmigung zur Errichtung einer Siedlung in den "Budentannen" westlich der Schneise erteilt. (KFC Mgh)
1930, 10. Juli
brennt das zweite, um 1835 erbaute Forsthaus nieder.
Um 12.30 Uhr ging bei der Rostocker Feuerwehr folgende Meldung ein: "Großfeuer im Kruggehöft von Markgrafenheide" (KFC Mgh)

Markgrafenheide im dritten Reich (1933-1945)

1934, 4.Mai
wird der Kaufvertrag zwischen der Stadt Rostock und der DVS "Deutsche Verkehrsfliegerschule" geschlossen.
Im gleichen Jahr entsteht die Kasernenanlage im Ort, zunächst als Unterkunft für die in Hohe Düne angesiedelte Fliegerschule.
1937
Die Kasernenanlagen gehen in den Besitz des Reichsfiskus für Luftfahrt über.
Von da an wird begonnen die Doppelhaussiedlung (heute Waldsiedlung) zu bauen.
Nach einem Besuch des Rostocker Oberbürgermeisters in Markgrafenheide erfolgt der Ratsbeschluß "Das die Budentannenschneise vom Krug Markgrafenheide (Forsthaus) bis zur See als fester Weg ausgebaut wird."
1940
Auf der Großen Moorwiese wird für die Luftwaffe ("für die Dauer des Krieges") ein Behelfsschießplatz eingerichtet.
1941
Wird der Bau einer Trafostation am Ortseingang umgesetzt.
Unmittelbar daneben "werden 2 neue Baracken an der Warnemünder Chaussee gebaut." Bestehen noch im ehemaligen Hotel Heidehof, am östlichen Ortseingang.
1945, 1.Mai
-um 5.10 Uhr fährt die Strandbahn zum letzten Mal.
-Der Todesmarsch der Häftlingsfrauen aus dem Lager Oberhagen endet am Budentannenweg, wo die Wachmannschaften schließlich flüchten.

Markgrafenheide während der SBZ und DDR (1945-1990)

1946
DieFahrzeuge der Strandbahn werden in Rostock eingesetzt, die Gleise werden abgebaut und beim Bau der Linie 4 in Rostock verwendet.
1949
eröffnet eine Konsumverkaufstelle.
Januar 1958
In Markgrafenheide wird das Munitionslager der 4.Flottille eingerichtet.
Ebenfalls in Markgrafenheide wird mit dem Bau einer Wohnsiedlung für die Angehörigen der 4. Flottille begonnen. (Max-Reichpietsch-Str.)
1958-1960
Gescheitertes Bauprojekt des Küstenkanals Rostock - Ribnitz (Karl-Mevis-Gedächtniskanal)

+ Markgrafenheide in der heutigen Zeit