Retschow

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Kenndaten des Orts
Name (heute)Retschow
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl18211
VerwaltungsamtAmt Bad Doberan-Land
LandkreisRostock
Zahlen
Einwohner943 (2008)
KoordinatenBreite: 54.0469133 / Länge: 11.8727


Das Dorf Retschow liegt ca. 7km südlich von Bad Doberan

Geographische Lage

einführende Information

Zunächst soll eine Zeittafel zur Geschichte des Dorfes Retschow

(Rezhecow, Rezekow, Retzkow, Retschow)einen ersten Überblick vermitteln:

  • vor ca. 4500 Jahren: Opferstein (weist bereits auf erste Besiedlung hin)
  • vor ca. 3500 Jahren: Hügelgräber
  • vor ca. 1700 Jahren: Auswanderung der Germanen
  • vor ca. 1400 Jahren: Dorfname von den slawischen Einwanderern (Wenden)
  • vor ca. 800 Jahren: Verdrängung der Wenden durch deutsche Einwanderer
  • 1233 Kirche (erste urkundliche Erwähnung Retschows)
  • 1302 Ritterburg erstmals urkundlich erwähnt
  • 1358 Retschow gehört dem Kloster Doberan
  • 1549 evangelische Kirche
  • 1552 Retschow gehört zur Domäne (landesfürstlicher Besitz)
  • 1729 Der schwarze Hahn von Retschow als Feuermelder
  • 1787 Niederdeutsches Hallenhaus(seit 1983 Denkmalhof Pentzin)
  • 1813 Gefecht bei Retschow
  • 1820 Leibeigenschaft wird aufgehoben
  • 1873 Vererbpachtung der Bauernstellen (9 Bauern werden Erbpächter)
  • 1929 Retschow bekommt elektrisches Licht
  • 1937 Zusammenlegung der Gemeinden Hof und Dorf Retschow mit Fulgenkoppel zur Gemeinde Retschow
  • 1945 Bodenreform (Domäne wird unter Neubauern aufgeteilt)
  • 1953 LPG „Frohe Zukunft“ gegründet (LPG – Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft)
  • 1953 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
  • 1960 Retschow ist vollgenossenschaftlich
  • 1960 NVA-Objekt für Luftverteidigung entsteht (NVA – Nationale Volksarmee)
  • 1964 Retschow bekommt eine zentrale Wasserversorgung
  • 1967 Zusammenschluß der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften Retschow - Stülow - Glashagen
  • 1973 Zusammenlegung der Gemeinden Retschow, Stülow und Glashagen zu einer Gemeinde Retschow
  • 1975 Retschow gehört zum Gemeindeverband „Conventer Niederung“
  • 1982 Der Gesangsverein wird gegründet
  • 1983 750 Jahr-Feier und Eröffnung des Denkmalhofes Pentzin
  • 1990 Das Objekt der Nationalen Volksarmee in der Waldsiedlung Retschow wird aufgelöst
  • 1991 LPG wird in „Agrargenossenschaft Retschow e.G.“ umgebildet
  • 1992 Retschow gehört zur Verwaltungsgemeinschaft „Amt Bad Doberan-Land“
  • 1992 Kaserne der ehemaligen NVA wird als Asylbewerberheim genutzt
  • 1993 Retschow bekommt Erdgas
  • 1996 Abriß aller Stallgebäude der Domäne auf dem ehemaligen Gutshof
  • 1997 Retschow erhält eine zentrale Abwasseranlage
  • 2000 Retschow erhält ein Wappen
  • 2004 Errichtung von Solaranlagen auf den Dächern der Kindertagesstätte und der Feuerwehr
  • 2006 Schließung des Asylbewerberheimes
  • 2006 Schließung der Schule nach 110 Jahren
  • 2008 Retschow feierte 775 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung

Das Wappen von Retschow

Wappen von Retschow seit 2000

Das Wappen wurde am 26. Oktober 2000 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 231 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Blasonierung: „Unter fünffach gezinnten roten Schildhaupt in Grün eine gestürzte, eingeschweifte goldene Spitze, belegt mit einem schreitenden schwarzen Hahn; vorn und hinten je eine schräg nach außen liegende goldene Ähre.“ Der rote Himmel versinnbildlicht das Feuer in Neubukow und den Brand, durch den die Burg zerstört wurde. Die vier Zinnen erinnern an die Ritterburg, die im 14. Jahrhundert zerstört wurde, und an den Zusammenschluss der vier Ortsteile Retschow, Fulgenkoppel, Stülow und Glashagen zur Gemeinde Retschow. Der schwarze Hahn krähte 1729 mitten in der Nacht angesichts des roten Himmels vom Großfeuer in Neubukow. Der hiesige Pastor alarmierte die Retschower, die nun als erste Auswärtige helfen konnten, das Feuer zu löschen und die Ähren symbolisieren den slawischen Ortsnamen Retschow von Rezhecow = Roggenort (rez = Roggen). Das Wappen wurde von dem Weimarer Michael Zapfe gestaltet.

Kurztext zum Ort

Auszug aus "Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe Ausgabe Gustav Quade" 1894:

  • Seite S. 617: „Retschow bei Kröpelin,1 Meile südlich von Doberan, Pachthof (Hausgut) und Dorf in hügeliger Gegend; östlich der 76 m hohe Mückenberg.
  • Der Hof zählt 66 (84) Einw. Verpachtet wurde er am 6. April 1878. Am Meistgebot blieb Oeconom Rohde aus Großenhof mit 14550 Mark jährlich, pro Last A. Etwas über 600 Mark. A. 315 ha = 24,5 Last 3. bis 5. Classe W. 1% Last 3. und 4. Classe (St.-K.: 359,5 ha und 1288,10 bonitirte Scheffel)
  • Das Dorf hat eine Pfarrkirche, Schule (2), 9 Erbpächter, 12 Büdner (1 Krüger), Schmiede und Erbmühle. 304 (309) Einw.
  • Retschow war zuerst eine Vasallenburg und ein Lehen der von Barnekow.
  • Im Jahre 1358 schenkte es der Rostocker Rathmann Peter Kremer an das Kloster Doberan.
  • Die historisch wichtige Burg Retschow muß nach den Spuren des Burgwalls zu urtheilen sehr groß gewesen sein.
  • Die Kirche ist ein geräumiges gewölbtes Gebäude im ausgebildeten Spitzbogenstil. Der Altar ist von vortrefflicher Arbeit und man findet hier auch, wie in der Doberaner Kirche, bildlich dargestellt wie das Wort Gottes auf einer Mühle gemahlen wird.
  • Zwischen Retschow und Hohenfelde wurden am 28. August 1813 die flüchtenden Franzosen und Dänen von den Verbündeten angegriffen und geschlagen bei welchem Gefechte sich vorzüglich die mecklenburgischen Fußjäger auszeichneten. Die feindliche Arriere-Garde hatte sich auf dem Kronenberg aufgestellt."

Retschow im Spiegel von Karten und Luftbildern

Bildergalerie

Ortschronik/en von Retschow


Anmerkung: In der folgenden Liste werden bekannt gewordene chronistische Arbeiten gelistet. In blauer Schrift erscheinen Arbeiten die digital verfügbar sind. In roter Schrift gelistete Titel sind, meist aus urheberrechtlichen Gründen, noch nicht digitalisiert. Aber auch Chroniken die bekannt geworden sind, deren Verbleib aber bislang nicht bekannt ist, sind Bestandteil der Liste.

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Weiterfuehrende Information zu Retschow

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