Nienhagen, Ostseebad

Aus Ortschroniken
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Kenndaten des Orts
Name (heute)Ostseebad Nienhagen
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl18211
VerwaltungsamtBad Doberan-Land
LandkreisRostock
Zahlen
Einwohner2.050 (2017)
KoordinatenBreite: 54.161069 / Länge: 11.952071


Das Ostseebad Nienhagen liegt in der Mecklenburger Bucht zwischen Warnemünde und Heiligendamm. Weite Felder und ein ca. 180 ha großer Mischwald, das Nienhäger Holz, umgeben den Badeort. Der urwüchsige "Gespensterwald" ist wegen der bizarren, märchenhaft anmutenden Bäume zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Film- und Fotomotiv.

Geographische Lage

Spuren erster Besiedlung

Bekannt ist, dass das Gebiet zwischen Warnemünde und dem heutigen Rerik (bis 1938: Ol. Gartz, also Alt Gaarz) in allen Entwicklungsphasen der Menscheit mehr oder weniger dicht besiedelt war. Im Mai 1988 wurden bei Ausschachtungsarbeiten für die Eigenheimsiedlung "Am Gespensterwald" Zeugnisse jungbronzezeitlicher (um die Zeit 1000 v. Chr.) Siedlungsstellen entdeckt. Dabei handelt es sich sich um einen Wohn- und Feuertsteinwerkplatz, der von der Wiederentdeckung des Feuersteins als Werkzeugrohstoff um 1000 v. Chr. kündet. Zu dieser Zeit besann man sich aufgrund der Verknappung der Bronze wieder auf den Feuerstein. Bei den Ausgrabungen wissenschaftlicher Mitarbeiter des damaligen Museums für Ur- und Frühgeschichte der Kreise Wismar und und Bad Doberan konnten zahlreiche Schaber, Messer, Schlagsteine und Amboßsteine gesichert werden. Weitere Funde waren Knebelangelhaken (älteste Angelhaken in Nordeuropa aus Holz oder Knochen), tierische Überreste und drei Spinnwirtel (auch Handspindel, also ein einfaches Werkzeug zum Verspinnen von Fasern), rutenstrichverzierte Keramik, ein 1 cm langes Nadelstück aus Bronze und ein Ring aus Bronzedraht. [1]

Erste urkundliche Erwähnungen

Die aktuell erste bekannte urkundliche Erwähnung Nienhagens ist eine Urkunde vom 27. Juli 1264. Mit dieser Urkunde gab Ritter Gherhardus de Snakenborg (Gerhard von Schnakenburg) seinen hier gelegenen Lehnshof zurück an das Zisterzienserkloster Doberan.

„…Es wissen also die damals Anwesenden – als meine Nachkommenschaft – daß ich, Gerhard von Schnakenburg, bei voller Übereinstimmung und Zustimmung meiner Ehefrau, als auch meiner Brüder und aller meiner Erben meinen Besitz, nämlich Nienhagen, welchen ich gehabt habe nach Lehnsrecht von der Doberaner Kirche, derselben Kirche, nämlich zu Doberan für 360 Mark Denar verkauft habe zu ständigem Besitz, denselben Hagen mit meiner Gerichtsbarkeit, mit bebauten und unbebauten Landstücken, Höfen, Feldern, Wiesen, Weiden, Wäldern, Gewässern, Fischgewässern mit allen Fischrechen und allen weiteren Belangen habe ich zum Gebrauch durch die erwähnte Kirche in die Hand des Herrn Werner, dem Abt, freiwillig mit demselben Hagen zurückgegeben. Die Grenzen desselben Hagens lege ich fest in ihrem gegenwärtigen Verlauf, nämlich von dem breiten, aufgerichteten Stein am Meer verlaufend bis zu einer Buche, die gelegen ist am Ende des Ackers von Wulfrad, dem Magister des Hagens. Danach von derselben Buche rechts herum bis zum Kreuz, das aufzurichten ich selbst einst Sorge getragen habe, dann auf geradem Weg bis zum Flüßchen Stenbeke, bis zum eichenen Wehr, wo es das erste Mal zu fallen beginnt; dann bestimmt der Fluß selbst die Grenze bis zum Hagen Stenbeke…“''

Eine Bestätigung, dass der in der Urkunde von 1264 erwähnte Verkauf tatsächlich vollzogen wurde, findet sich in einer Urkunde vom 04. Oktober 1273. In dieser Urkunde wird Nienhagen nocheinmal namentlich und ausdrücklich unter den zum Kloster Doberan gehörigen Dörfern aufgeführt:
"...Hermann, Bischof von Schwerin bestätigt unter Zustimmung seines Capitels, die dem Kloster Doberan zustehenden Zehnten und Patronate..."

Weitere Urkunden aus dem 13., 14., und 15. Jahrhundert belegen den Ackerbau.[1]

Herleitung des Ortsnamens

Nienhagen ist einer von 15 Orten nordwestlich von Rostock mit der Endung -hagen. Diese Region wird daher auch als [Hägerort][1] bezeichnet. Weitere Orte, die in diesem Bereich auf -hagen enden, sind:
Admannshagen, Allershagen, Bargeshagen, Bartenshagen, Diedrichshagen, Evershagen, Lambrechtshagen, Lichtenhagen, Sievershagen, Steffenshagen, Brodhagen, Vorder- Mittel- und Klein Bollhagen

Ein Hagen, Hag, Hegung oder Haag ist eigentlich ein von einer Dornenhecke umfriedetes, umhegtes Gelände, Grundstück, Dorf usw. Als Umfriedung dienten z. B. Hagedorn (Weißdorn), Hagerose (Hunds-Rose) und Hagebutte, oder stark verwachsende Pflanzen wie die Hagebuche (Hainbuche). Im Niederdeutschen wird das, insbesondere in Gebieten, die durch Waldrodung entstanden sind, durch die Endung als -hagen im Ortsnamen deutlich. - Im Bairischen wird es vermehrt in der Form Haag, -hag, -haag und im Schwedischen und Norwegischen -hage, dänisch have (aus dem Altnordischen hagi für eingehegtes Landstück oder Weideplatz) bezeichnet.

Entwicklung zum Badeort/Ostseebad

in Arbeit

Die Bürgermeister

Name von bis
... ... ...
Georg Bos April 1979 Juni 1990
Günter Hofer Juni 1990 November 1992
Wilhelm Chmiela November 1992 Juni 2004
Uwe Kahl Juni 2004

Entwicklung Einwohnerzahl

in Arbeit

Weiterführende Information zu Nienhagen

Nienhagen in gov.genealogy.net[[2]]

Kontakte

Über Anregungen und Hinweise zur Ortsgeschichte von Nienhagen freut sich die Arbeitsgruppe Chronik Ostseebad Nienhagen. Kontakt über E-Mail: [3]


Quellenangaben

[Quellenhinweise aus Archiven, Findbüchern und Publikationen]
  1. 1,0 1,1 "Ostseebad Nienhagen - Aus der Ortschronik", Herausgeber: Rat der Gemeinde Ostseebad Nienhagen"