Schwedenzeit: Unterschied zwischen den Versionen

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Dr. Dirk Schleinert - Die Schwedenzeit in Pommern (1648–1720/1815)
 
Dr. Dirk Schleinert - Die Schwedenzeit in Pommern (1648–1720/1815)
  
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Aktuelle Version vom 19. Mai 2022, 09:31 Uhr

Die Insel Usedom war nach dem 30jährigen Krieg von 1648 - 1720 in schwedischer Hand.
Wolgast, Stralsund, Rügen waren bis 1815 unter schwedischer Verwaltung.

Weiterführende Hinweise

Flagge Schweden
Wappen Peenemünde auf Usedom
Schwedenzeit auf Usedom pdf 63 Folien

König Gustav II. Adolf Ankunft

Die Schwedenzeit begann mit der Landung des Königs Gustav II. Adolf, mit seinen schwedischen Truppen, im Jahre 1630 zur Mittsommerzeit. Die Schwedenzeit dauerte auf unserer Insel durch Kriegsende und Erwerb durch Preußen bis zum Jahr 1720. Welche Spuren sind aus dieser Zeit heute noch auf der Insel zu finden? Wer sich ein wenig mit dieser Geschichte befasst, findet noch viele Hinweise auf diese Zeit.


Vortrag 19.03.2009 - Zinnowitz
Die Schweden kommen
von Ivo Asmus – Greifswald

Er untersuchte alte Schriften – und Veröffentlichungen, darunter Briefe des Schreibers von Gustav Adolf. Auch Kosegarten hat eine wertvolle Schrift hinterlassen – nach alten Aufzeichnungen, die nicht mehr aufzufinden sind.

1. Zwei Zeiteinheiten – alter und gregorianischer Kalender die evangelischen erkannten damals den Kalender des Papstes Gregor nicht an, deshalb in den Angaben 06.07.1630 Landung
2. Die Landung erfolgte am 24.06.1630 auf Rügen – schon teilweise von den Kaiserlichen geräumt – König Gustav wartete auf die restlichen Schiffe – vorher war lange Zeit Flaute, seit Mai schon vorbereitet. Gustav Adolf hat die Insel Rügen betreten – dann hat er vor Usedom eine Erkundungsfahrt gemacht und sich für eine Landung entschieden.
Er landete am 26.06.1630 auf Usedom (Ruden falsch)
3. Menge der Schiffe Er kam mit 28 Kriegsschiffen und ca. 100 größeren und kleineren Schiffen. In Peenemünde ging er ca. mit 4000 Soldaten an Land. Nach ganz Pommern kamen ca. 14 000 Soldaten. Die Menge der Soldaten war möglich, da mit Livland ein Vertrag (Friedendvertrag?) gemacht worden war und nun mehr Soldaten zur Verfügung standen.
4. Feinde – Eroberung bei der Schanze in Peenemünde wurden ca. 22 Kaiserliche angetroffen und festgenommen und 70 Kühe erbeutet, die nach Rügen gebracht wurden, da dort alles niedergemacht worden war.

Diese Mengenangaben sind bei Kosegarten vermerkt, der sich auf Original Schriften beruft. (Seltene Schrift, noch in Gotha erhalten. Geschichte in 2 Bänden?)

Robert Burkhardt hat im Heimatkalender des Kreises Randow über die Landung einen Artikel veröffentlicht.

Auf Stichen, die ca. 40 Jahre später das schwedische Lager bei Peenemünde zeigen, wurde das LUSTHAUS ein kleines Schloss auf der Festlandsseite bei Spandowerhagen gezeigt. Dieses ist bis auf einige Fundamente und umgebenden Gräben verschwunden und gehörte den Pommernherzögen.

Die Lagerung der Schweden war nördlich der Peenemünder Schanze – Gebiet durch Umrandung am Ufer noch ersichtlich (1693 – Matrikelkarte.)

Über die Familien für Zinnowitz sagen noch folgende Unterlagen etwas: 1639 , 1648 – 2 Bauern und 2 Käthner- Peter Lelen und Jochim Koller, 1654 Koller und Lehle und 1667 Schreiben für die Übergabe für Königin Christina und Schreiben „von Radecke“ Krummin muss an die Krone zurückgegeben werden.

König Gustav II. Adolf Heimfahrt

"Eygentlicher Abriß und warhaffte Beschreibung, Mit was Solenniteten [Feierlichkeiten] und Pomp die Königliche Leiche Gustavi Adolphi deß Grossen der Schweden, Gothen und Wenden Königs, etc. zu Wolgast auß der Schloßkirchen ans Ufer daselbsten, von den anwesenden Chur-Fürsten unnd Herren begleitet, von dannen beneben der Höchstbetrübten Königlichen Fraw Wittib, sampt dero Frawenzimmer, zu Schiff gebracht, und den 16. 26. Julii, deß 1633 Jahr nach dem Königreich Schweden abgeführet worden."

Gustav Adolf war am 16.November 1632 in der Schlacht bei Lützen gefallen. Von dort aus wurde er nach Einbalsamierung in einem großen Leichenzug – Stationen waren u. a. die Poststation „Zum Roten Hirsch“ in Eilenburg, die Brandenburger St.-Katharinenkirche, die Bernauer St.-Marienkirche und das Wolgaster Schloss – nach Wolgast übergeführt und am 16. Juli 1633 am Dreilindengrund, nahe der später benannten Gustav-Adolf-Schlucht in Wolgast eingeschifft und nach Schweden gebracht, wo er in der Stockholmer Riddarholmskyrkan beigesetzt wurde. Seine Frau Maria Eleonora von Brandenburg soll ihn derart exzessiv betrauert haben, dass es schwierig war, seine Leiche, die seit einem halben Jahr in der Wolgaster Kirche aufgebahrt war, zur Beerdigung freizubekommen.


Gustav Adolfs Heimfahrt 15. Juni 1633
von Hugo Scheele
Vom Ruden weht der Wind die Kunde, daß auf der Insel enger Runde
Des Schwedenkönigs starkes Heer im Morgengrau´n gelandet wär´.
Und schon betrat der Krieger Strom bei Peenemünde Usedom,
Der sich mit seinem Riesentroß gleich einer Flut in´s Land ergoß.
Nachdem die Pommern abgetan, griff er die Kaiserlichen an
Und häufte kämpfend Sieg auf Sieg, wie selten noch in einem Krieg,
Saß staunend sah die ganze Welt auf diesen Held von Breitenfeld.
Doch alles sollte ihm nichts nützen, denn in der blut´gen Schlacht von Lützen
Trat ihm ein Feldherr barsch entgegen, entwindend ihm den scharfen Degen,
Warf er mit harter Knochenhand den Sieggewohnten in den Sand.
Bei Wolgast, wo die Peene fließt, baut man am Fluß ein Holzgerüst
Und als es fertig, kam ein Sarg, der den toten König barg.
Des Helden sterbliches Gebein umschloß ein schöner Silberschrein,
Der nun auf´s Schiff getragen ward, an seinem Heck hoch aufgebahrt,
Dann mit Kanonendonner und Geläute, die Fahne halbmast, fuhr ins Weite. -
Die Batterie der Schanz kracht den Abschiedsgruß der edlen Fracht.
Entblößten Haupt´s die Menge sieht, wie hier ein König heimwärts zieht,
Der, wo er einst betrat das Land, auch wieder abstößt von dem Strand,
Ein strenger Christ und kühner Held, wie wohl kein zweiter auf der Welt. -
Ein Adler hat das Schiff begleitet, die starken Schwingen ausgebreitet,
Äugt er von oben in die Tiefe, ob ruhig auch der König schliefe;
So hat er treulich ihn bewacht, bis Schweden ihn an Land gebracht.

Funde aus der Schwedenzeit

Vortrag in Zinnowitz Mai 2009
Schiffssperre 1715 zwischen Ruden und Thissow
Im Nordischen Krieg wurde diese Sperre durch die Schweden errichtet

Die Hauptfahrrinne zwischen Ruden und Nordspitze Peenemünde wurde durch Schiffswachen gesichert und durch die Peenemünder Schanze.

1996 durch Flugzeug gesucht und gesichtet und geordert.

17 Schiffe waren verbunden, in Kette liegend ca. in 2,5 bis 4 m Tiefe – die Schiffe sind ca. 15 m lang und 4 m breit – solche Schiffe wurden auch als Postschiffe verwendet (bis zu 50 Menschen wurden damit transportiert).

1 Schiff wird geborgen werden, wegen der Verlegung der neuen Gaspipeline in der Ostsee

Auf den Schiffen verblieben keine privaten oder maritimen Gegenstände – sie wurden mit Ballaststeinen gefüllt. Ein Schiff hatte unter dem kleinen, hinteren Mast eine Brandenburger Münze (Aberglaube) von 1678.

Berichte und Zeichnungen in alten schwedischen Aufzeichnungen vorhanden.

Sammlung von Bildern und Artikeln

Dr. Dirk Schleinert - Die Schwedenzeit in Pommern (1648–1720/1815)