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'''Die Jäger schlugen sich tapfer'''
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* Mecklenburgische Freiwillige in den Befreiungskriegen bei Retschow
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(Norddeutscher Leuchtturm, 26. August 1983, Dr. Klaus Havemann, Dr. Hermann Langer)
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* Am kommenden Sonntag wird in Retschow, Kreis Bad Doberan, eine Gedenktafel eingeweiht, die nachstehende Inschrift trägt: „Im Kampfe für des Vaterlandes Freiheit fielen hier am 28. August 1813 drei brave mecklenburgische Jäger:  Baerens, Tackert, Huth“. Die Gedenktafel wurde von dem anerkannten Kunsthandwerker Gustav Schnippering aus Bad Doberan angefertigt. Sie wird eine gleichlautende Gedenktafel ersetzen, die zum 100. Jahrestag an einem Baum im Wald bei Retschow angebracht wurde. Ihr Zustand ließ eine Restaurierung nicht zu.
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'''Patriotische Bewegung wuchs'''
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* Die Gedenktafel in Retschow erinnert an Ereignisse in Mecklenburg, die aus Fritz Reuters „Ut de Franzosentied“ hinlänglich bekannt sind. Auch über Mecklenburg wälzte sich 1806 Napoleons Armee. Beide Mecklenburg mußten 1808 dem Rheinbund beitreten und drei Bataillone Infanterie als Bundeskontingent aufstellen. So kam es, daß Mecklenburger Bauern- und Bürgersöhne 1812 für Napoleon in den Krieg gegen Rußland zogen. Von den von Mecklenburg-Schwerin gestellten 1700 Mann kehrten nur 134 in die Heimat zurück. Im Lande selbst gehörten Einquartierungen und Requirierungen zur Tagesordnung. Nicht immer verlief alles harmlos-freundlich wie bei Fritz Reuter, weit ernstere Töne schlägt John Brinckman in „Kasper Ohm un ick“ an. Unter dem Druck der französischen Besatzung, insbesondere durch die Auswirkungen der von Napoleon verhängten Kontinentalsperre, entwickelte sich auch in Mecklenburg eine patriotische Bewegung. Ein bestimmendes Motiv dafür, daß sich viele Söhne des Landes den Lützower Jägern anschlossen oder dem im März 1813 ergangenen Aufruf der Landesregierung zur Bildung von Regimentern „Mecklenburgischer freiwilliger Jäger“ folgten, war das Versprechen, mecklenburgischen Leibeigenen, die freiwillig in den Kampf zögen, die Freiheit zu gewähren. Die Jäger, von denen ein Regiment zu Fuß und ein Regiment zu Pferd gebildet wurden, wurden der großen Nordarmee der gegen Napoleon vereinigten Truppen eingereiht und standen unter dem Befehl des österreichischen Generals von Wallmoden-Gimborm. In der Nähe des Dorfes Retschow trafen am 28. August 1813 Teile dieser Nordarmee unter Befehl des schwedischen Generals von Vegesack, zu denen auch einige Kompanien der mecklenburgischen freiwilligen Jäger, schwedische Dragoner und „Schillsche Husaren“ gehörten, mit einer Nachhut der französischen Armee, in der Franzosen, Dänen und Polen vereinigt waren, zusammen. Die französische Nachhut hatte sich auf einer Anhöhe bei Retschow, Kronen- oder Kronsberg genannt, vorteilhaft festgesetzt. Angriff von der rechten Flanke Schweden und Mecklenburger rückten von Rostock aus über Wilsen vor. General von Vegesack« ließ nach einigen Plänkeleien mit dem Gegner seine Geschütze  auffahren. Nach einem dreistündigen Artillerieduell wurde ein Angriff vorgetragen. Bei diesem hatten die Mecklenburger Jäger die Aufgabe, die rechte Flanke des Gegners anzugreifen. Die französischen Truppen unter General L’Allemand waren dem Druck der Angreifer nicht gewachsen und traten den Rückzug in Richtung Kröpelin an, wohin ihnen die Truppen von General Vegesack folgten.In dem geschilderten Gefecht fielen neben einer nicht genannten, jedoch ungleich größeren Zahl schwedischer Dragoner die drei mecklenburgischen Jäger, die mit  der Gedenktafel geehrt werden. An diesem Gefecht nahm auch ein Trupp von etwa 150 preußischen Husaren teil, die unter dem Kommando eines Majors Johann Heinrich von Schill standen. Dieser war nicht mit Ferdinand von Schill identisch, der bereits 1809 als Patriot in Stralsund gefallen ist.
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'''Schnelle Befreiung des Landes'''
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* Das Retschower Gefecht hat im Rahmen der gesamten Befreiungskriege nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Hier im d war es aber wohl die bedeutendste Auseinandersetzung zwischen den Truppen beider Lager. Den Franzosen wurde durch dieses Gefecht der Weg nach Doberan und Rostock versperrt. Briefe äußerst besorgter Rostocker aus dieser Zeit machen die bedrohliche Lage für Rostock, die aus dieser Truppeneinheit entstand, deutlich. Das Gefecht beschleunigte im Norden den Rückzug der französischen Truppen und trug zu einer schnellen Befreiung des Landes bei. Die mecklenburgischen freiwilligen Jäger schlugen sich dabei nicht schlecht, der schwedische General  von Vegesack hat sich sehr anerkennend und respektvoll über diese Jäger geäußert.
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* Wir ehren heute nach 170 Jahren mit der Neuerrichtung der Gedenktafel nicht nur die drei gefallenen Jäger, sondern alle Kräfte, die auch in Mecklenburg Hab und Gut daransetzten, um das Land von der napoleonischen Fremdherrschaft zu befreien. Als das Gefecht in Retschow stattfand, neigte sich in den Befreiungskriegen noch einmal zugunsten der Dynastien. Die heimkehrenden Leibeigenen wurden noch nicht frei, ja ihre Sehnsüchte und Wünsche erfüllten sich erst nach 1945 für ihre Nachfahren.
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*Aus der Heimatgeschichte(OZ, August 1988)
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*Vor 175 Jahren
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*'''Das Gefecht bei Retschow'''
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*1813 — 28. August: Sieben Wochen vor der entscheidenden Völkerschlacht bei Leipzig lieferten sich die vor Moskau geschlagenen Truppen Napoleons mit den verbündeten russischen, schwedischen und deutschen Verbänden so manches Scharmützel. Unter dem Begriff „Gefecht“, bei Retschow" auch eines, das unsere Heimatgeschichte besonders berührt. Werner Behm, Leutnant im Mecklenburgischen Eisilierregiment 90, verdanken wir eine zeitgenössische Schilderung dieses Ereignisses: Die feindliche Nachhut hatte sich bei Retschow und Hohenfelde, zwischen Rostock und Kröpelin, auf einer „Kronenberg" genannten vorteilhaften Anhöhe festgesetzt und wurde hier zuerst von zwei Eskadrons Schilischer Husaren angegriffen, die bei Hanstorf gestanden hatten. Dies erste Scharmützel spielte sich bei dem Kreuzwege ab, da, wo der von Hanstorf nach Ivendorf führende Weg (jetzt Chaussee) die Straße von Rostock nach Kröpelin durchschneidet. Etwa um 9 Uhr erreichten die Jäger die Gegend von Retschow, wo zur Rechten jene damals mit Waldwerk bewachsenen Hügel hinlaufen, zur Linken aber eine Niederung sich befand, die aus einer morastigen Wiese, einem alten Torfmoor und weiterhin gegen den Feind aus einem Buchengehölz bestand. Letzteres hatte der Feind mit Tirailleurs besetzt, die hinter Bäumen, alten Torfgruben und einem quer durchgehenden ehemaligen Graben lagen, dessen Rand ihnen zur Brustwehr diente. Dabei wurden sie durch ein wohlunterhaltenes Kanonenfeuer gedeckt, das den Jägern den Angriff sehr erschwerte. Die erste Kompanie hatte den Saum des Holzes kaum erreicht, als sie Befehl erhielt, sich wieder zurückzuziehen und hinter einem Graben Position zu fassen. Während sie von hier aus ein wirksames Tirailleurfeuer unterhielt, kamen andere Abteilungen nach, und Vegesaak befahl der 1. und 2. Jäger-Kompanie und zwei Kompanien Schweden, den Wald zu räumen, was mit größter Ordnung und Schnelligkeit ausgeführt wurde. Sodann stellte sich die 1. JägerKompanie links von der Straße an einer Hecke auf, die 2., die in mehreren Abteilungen gefochten hatte, sammelte sich zur Seite eines Hügels am Rande des Waldes. Es zeichneten sich bei diesem Angriff besonders aus: der Stabskapitän v. Bülow von der ersten und der Leutnant v. Buch von der zweiten Kompanie, der im Handgemenge seinen Degen zerbrach. Die Mecklenburgische Artillerie, die auf Befehl des Kronprinzen zwei englische Sechspfünder mit vollständiger Munition, Geschirr, Stallsachen, zwei Kartouchen und einen Transportwagen erhalten hatte, zählte zwei Verwundete. Das eine Geschütz ward demontiert. Die trefflich bediente schwedische Artillerie war trotz eines auffliegenden Pulverkarrens nicht in Unordnung geraten, brachte vielmehr den Feind zuerst zum Weichen. Die Infanterie der Schweden war dem Kartätschenfeuer sehr ausgesetzt und litt stark, nahm aber einen Hügel nach dem anderen bis gegen Brusow hin. Der Feind trat jetzt seinen Rückzug an.
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==Deutsches Reich bis 1945==
 
==Deutsches Reich bis 1945==
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[[Datei:Retschow308.jpg|gerahmt|zentriert|oben v. l. A. Franzke, Dr. Klaus Schoppmeyer/unten v. l. Holger Fietze, Hartmut Schweitzer, Andre' Schweitzer, ?]]
 
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==die heutige Zeit==
 
  
===Sport===
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==Sport==
  
 
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==die heutige Zeit==
  
 
'''1992'''
 
'''1992'''
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*Die Winterlinde auf dem Friedhof der Kirche in Retschow bei Bad Doberan steht mit einem Stammumfang von 7,19 Metern auf Platz eins im Ranking der monumentalen Bäume dieser Baumart in MV. Quelle: A. Gomolka
 
*Die Winterlinde auf dem Friedhof der Kirche in Retschow bei Bad Doberan steht mit einem Stammumfang von 7,19 Metern auf Platz eins im Ranking der monumentalen Bäume dieser Baumart in MV. Quelle: A. Gomolka
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== Besiedlung ==
 
== Besiedlung ==
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* Schulze
 
* Schulze
 
* Hof wurde ... nach Lüningshagen ausgesiedelt.
 
* Hof wurde ... nach Lüningshagen ausgesiedelt.
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'''Interessantes aus Lüningshagen — Martha Heincke kann viel erzählen'''(OZ, 24.10.1992)
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* '''Dorfschulze Brügge besaß vor über 60 Jahren schon ein Telefon'''
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* Retschow. Fast möchte man behaupten: Hier sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht", wäre da nicht die 73jährigc Martha Heincke. Sie bewohnt ein zwar entlegenes, aber schönes und unter Denkmalschutz stehendes reetgedecktes Haus in Lüningshagen. Das Gehöft ist etwa 200 Jahre alt und stand einst in Retschow. Als Heinrich Brügge in den 20er Jahren Dorfschulze wurde - Lüningshagen gehörte verwaltungmäßig damals zu Retschow - ließ das Dorfoberhaupt unten abgebildetes Bauernhaus in Retschow demontieren und an seinem heutigen Standort neu aufbauen. Bis dahin - so die fast sensationelle Auskunft der Hausbewohnerin - gab es hier ein Telefon. 1992 dagegen ist das Dorf ohne Telefon, auf „Anweisung von oben" wurde der Ort Mitte der 60er Jahre von der Welt im wahrsten Sinne des Wortes  abgeschnitten. Auffällig auf dem Bauernhof von Martha Heincke das Brunnenhaus — ein kleiner, ebenfalls reetgedeckter Rundbau. Bis Mitte der 80er Jahre wurde das Wasser noch mit der Handpumpe aus dem Brunnen gewonnen, heute geschieht es elektrisch. Das Wohnhaus des Gehöftes wurde erst 1992 neu gedeckt. In Lüningshagen lebten bis 1945 fünf Bauernfamilien (Radder, 2 Familien Heincke, Brügge, Schumacher) und folgende Büdner: Rath, Schlutow, Schütt, Kobrow und Suhrke. Bauer Otto Schumacher - Martha Heinckes Onkel - war ein der neuen Technik stets sehr aufgeschlossener Mensch. Er zählte in diesem Landstrich als erster Besitzer eines Dreschkastens. Mit die¬sem drosch er ab Mitte der 20er Jahre nicht nur das Getreide der Bauern in Lüningshagen. Otto Schumacher fuhr damit zum Lohndrusch auch in umliegende Dörfer, u. a. nach Schmadebeck und Retschow. Der Dreschkasten wurde von 4 bis 6 Pferden gezogen. Der Antrieb beim Dreschen erfolgte über einen Lanz-Bulldog.
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* Interessant auch die Schilderungen der 73jährigen Frau aus Lüningshagen über ihre Schulzeit. Egal wie das Wetter war, die Eltern bestanden darauf, daß Tochter Martha den 2,5 km langen Weg nach Retschow zurücklegte. Wenn im Winter viel Schnee lag und es zu Fuß kein Durchkommen gab, mußte das „hauseigene Taxi" einspringen — Bruder Franz Bitter nahm dann seine Schwester aufs Pferd, und hoch zu Roß brachte er sie dann nach Retschow und holte sie dort auch wieder ab. Bis zur 4. Klasse erinnert sich Frau Heincke an ihren Lehrer Karow, nach dem 4. Schuljahr wurden die Schüler bis zur 8. Klasse vom Kantor Friedrich-Franz Griem unterrichtet. Er war gleichzeitig auch Küster und spielte sonntags in der Kirche die Orgel. Als AbcSchütze zogen die Mädchen und Jungen damals mit einem Ranzen in die Schule, dessen wichtigste Utensilien die Schiefertafel, der Griffelkasten sowie Schwamm und Lappen waren. Gelernt hat Martha Heincke in ihrer Schulzeit drei Schriften. Anfangs Druckschrift, dann die deutsche und danach die heute übliche lateinische Schrift.
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*  Ein kleiner Hügel auf dem Grundstück in Lüningshagen weist noch auf jene Stelle hin, wo einst der Backofen der Familie stand. Einmal in der Woche wurde gebacken, ab Mitte der 20er Jahre kam der Bäckermeister Stübe aus Retschow nach Lüningshagen und versorgte von seinem Pferdefuhrwerk aus seine Kunden.
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* Es folgte ein viele Jahre im Dorf gültiger Beschluß der Abgeordneten der Gemeindevertretung: Die Uhren in Lüningshagen waren ständig um 30 Minuten vorgstellt -jene halbe Stunde, die der Bauer oder Büdner benötigte, der gerade für den Milchtransport verantwortlich war, um alle Milchkannen einzusammmeln, damit sie pünktlich in der Molkerei Satow ankamen. Wenn Schnee lag, wurde mit einem Pferd erst einmal die Spur für den Milchwagen geritten, bevor am Tag mit Schaufeln der Schnee von den Landwegen geräumt wurde. Dazu hatte eine Bauemfamilie 2 Personen abzustellen, die Büdner nur 1 Person.
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*  Erntefeste feierte man häufig auf dem Kornboden von Heinrich Heincke, wo Emil Bahr mit seiner „Treckfidel" zum Tanz aufspielte. Martha Heincke hat gemeinsam mit anderen Frauen aus Lüningshagen oft die Erntekrone gebunden, man brauchte dafür einen Abend, also 3 bis 4 Stunden.
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* Streng waren die Sitten beim, Kirchbesuch zu Martha Heinckes Jugendzeit. Aus jeder Familie, so war es üblich, besuchte wenigstens ein Familienmitglied die Gottesdienste in Retschow. In der Familie Bitter wurde auf diese Tradition gewiß besonders geachtet, war doch Vater Ludwig Bitter Mitglied im Kirchenvorstand der Gemeinde Retschow.
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* Auch Martha Heincke an dieser Stelle ein Dankeschön für die inteInteressante Gesprächsrunde-Klaus Jaster
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'''Hof 2 (Tamms/Westendorf)'''
 
'''Hof 2 (Tamms/Westendorf)'''
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* Im Betrieb wurden Obst und Gemüse angebaut, zudem gab es eine Baumschule.
 
* Im Betrieb wurden Obst und Gemüse angebaut, zudem gab es eine Baumschule.
 
* Regelmäßig wurde angespannt und zum Rostocker Wochenmarkt gefahren, um die Gartenbauerzeugnisse zu verkaufen.
 
* Regelmäßig wurde angespannt und zum Rostocker Wochenmarkt gefahren, um die Gartenbauerzeugnisse zu verkaufen.
* Martin Tessenow war ein Gartenbauexperte. Er führte in seinem Gartenbaubetrieb in Retschow Düngungsversuche durch, worüber er  Bücher veröffentlicht hat(u. a. ABC der Düngung), auch gemeinsam mit Andreas Voss gab es Veröffentlichungen.Tessenows hatten Andreas Voss bei sich aufgenommen.
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* Martin Tessenow war ein Gartenbauexperte. Er führte in seinem Gartenbaubetrieb in Retschow Düngungsversuche durch, worüber er  Bücher veröffentlicht hat(u. a. ABC der Düngung), auch gemeinsam mit Andreas Voss gab es Veröffentlichungen. Tessenows hatten Andreas Voss bei sich aufgenommen.
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* Dr. Hermann Langer erwähnt in dem Zeitungsartikel "Alltag unterm Hakenkreuz" (Teil 9) OZ, 13.2.1993: "So kam der Gartenarchitekt Martin Tessenow (SPD) aus Retschow, der sich in einer Gaststätte herabsetzend über den Hitlergruß geäußert hatte, in Haft und starb sechs Monate nach seiner Entlassung offensichtlich an den Folgen."
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* '''72jähriger Retschower erinnert sich an vergangene Zeiten'''
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* '''Per Postauto mit Eiern und Wurst in die große Stadt gefahren(OZ, 14.11.1992)'''
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* Retschow. Der heute 72jährige Jochen Tessenow hat so manches erlebt. Seit 1918 ist seine Familie im Ort ansässig. Die Eltern zogen 1918 in das Dorf und errichteten damals aus Fachwerk und Lehm ihr Bauernhaus, das bis heute im Familienbesitz blieb. Bis Mitte der 20er Jahre trug es ein Reetdach, doch die sich seitdem verschlechternde Wirtschaftslage zwang Jochen Tessenows Eltern, das Schilf durch Ziegelsteine zu ersetzen, denn wie heute verlangten auch früher Versicherungen für das feuergefährdete Reetdach mehr Geld. Das aber besaß Vater Martin Tessenow nicht immer, da der Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse schwierig war. So verschuldete der Bauernhof in den 20er Jahren immer mehr. Jochen Tessenow, 1920 geboren, bekam das ebenfalls zu spüren, denn wenn die Lehrer Karow oder Griem zu einem Schulausflug einluden, konnte der Bauernsohn oft nicht mit, da es den Eltern schwerfiel, selbst die geforderten 50 Pfennige auf den Tisch zu legen.
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* Der Retschower Rentner erinnert sich, daß seine Mutter sonnabends immer mit dem Postauto nach Rostock fuhr, um hauseigene Produkte, wie Butter, Wurst oder Eier, zu verkaufen, um Wirtschaftsgeld zu haben. Ein Butterfaß gehörte in jedes Bauernhaus. Auch Jochen mußte oft buttern, wie überhaupt die Mitarbeit in der elterlichen Wirtschaft schon als Schüler üblich war. Das Postauto fuhr nur einmal in der Woche. Stets am Sonnabend. Bis etwa 1950, so weiß unser Gesprächspartner zu berichten, wurde Retschow von der Poststelle Reddelich beliefert. Morgens gegen 9.00 Uhr traf der mit Briefen, Zeitungen oder Paketen beladene Postbote mit dem Fahrrad im Dorf ein, das er gegen 16.00 Uhr wieder verließ.
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* Die Jahre 1935 bis 1939 waren wesentliche Lehrjahre für Jochen Tessenow. Zunächst erhielt er wie sein Vater die Ausbildung zum Baumschul- und Landschaftsgärtner, 1938/39 folgte ein Besuch der Landwirtschaftsschule Güstrow. Noch heute hat er für viele in seinem Garten anzutreffende, teilweise unter Naturschutz stehende dendrologische Kostbarkeiten lateinische Fachbegriffe parat. Mit besonderem Stolz verwies er auf drei etwa 15 Meter hohe, in unseren Breiten seltene Zypressen, die Vater Martin Tessenow noch gepflanzt hatte. Wenn die Mutter am Sonnabend in Rostock alles verkauft hatte, gab es genug Wirtschaftsgeld, um das zu kaufen, was im Bauernhaus nicht selbst erzeugt wurde. Bekannt waren damals drei Brüder Käding aus Kröpelin — von Beruf waren sie Müller, Bäcker und Schlachter. Bäcker Käding kam regelmäßig mit dem Pferdegespann nach Retschow, obwohl im Dorf die Bäckerei Stübe zu Hause war. Mit dem Fahrrad reiste Herr Schulmeister aus Bad Doberan regelmäßig an, um den Retschowern Tabakwaren anzubieten, und Frau Babendererde aus Börgerende verkaufte Fisch. In Retschow selbst hatten drei Kaufleute ihr Geschäft - Ruß, Stübe und Trede. Tessenow entsinnt sich besonders des Kaufmanns Ruß. Dieser kaufte den Landwirten des Dorfes ihre Produkte ab, fuhr damit nach Rostock, bot sie dort den Kunden an, und mit dem Gelderlös kaufte Ruß Kolonialwaren, über die sich seine Retschower Kunden freuten. Von Kaufmann Stübe ist bekannt, daß er auch Nachbardörfer versorgte. So nebenbei erwähnt unser Gesprächspartner noch einen in Lüningshagen heimischen Kaufmann Hackendahl, der u. a. auch in Püschow und Reinshagen seine Waren anbot. „Also, wenn man das notwendige Wirtschaftsgeld besaß, brauchte man vor 50 und mehr Jahren nicht oder nur selten in die Stadt zu fahren, die Städter kamen zu uns", meint Jochen Tessenow.
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* 1947 übernahm er den Hof, besaß als Mittelbauer außer 15 Hektar Ackerland nichts. Keine Ackergeräte, kein Saatgut, nicht ein Stück Großvieh. Von einem Verwandten lieh er sich im gleichen Jahr einen Ochsen, ein paar Geräte, um die 15 Hektar zu bestellen. Im Frühjahr 1948 kamen ein Pferd und ein Rind dazu. Ochse und Pferd wurden gemeinsam vor Pflug und Wagen gespannt - und es ging. Als ab 1948 eine Ablieferungspflicht eingeführt wurde, tauschte Jochen Tessenow  den Ochsen gegen einige Kühe, um das geforderte Milchsoll zu erfüllen. Die ersten Ernten 1948 und 1949 brachte der Retschower Landwirt noch mit primitiven Mitteln ein - das Getreide wurde mit der Hand, also einer Sense gemäht. Das waren immerhin sechs der insgesamt 15 Hektar. Doch zu Beginn der 50er Jahre ging die Bauernwirtschaft gut - zwei Pferde, sechs Kühe, Jungrinder, etwa 20 Schweine besaß der Landwirt, als 1953 die LPG Retschow gegründet wurde - 17 weitere Landwirte traten dem Betrieb bei - anscheinend noch ohne jeden Druck, der Ende der 50er Jahre auf die bis dahin verbliebenen Einzelbauern ausgeübt wurde. Tessenow selbst wurde damals Vorsitzender der Genossenschaft mit dem euphorischen Namen „Frohe Zukunft". KLAUS JASTER
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'''Die Schule'''
 
'''Die Schule'''

Aktuelle Version vom 3. April 2022, 15:31 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtRetschow
Zeitlicher Schwerpunkt1200 - heute
UrheberrechteAutor,
Erstellungszeitraum2017 fortlaufend
Publikationsdatumunveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Gemeinde Retschow
Status (Ampelsystem)unveröffentlicht


Abriss der Geschichte von Retschow

Retschow seit der Steinzeit

  • Funde aus der Steinzeit, zu besichtigen auf dem Denkmalhof Pentzien, belegen die frühe Besiedlung von Retschow.
  • Eine Reihe von bronzezeitlichen Hügelgräbern erstreckt sich von Doberan über Hohenfelde bis nach Retschow(Ivendorfer Forst) und weiter nach Glashagen(Heidenholz)

[1]

spätes Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Ersterwähnung

Retschow363.jpg
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Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Contributionsliste.jpg

(Quelle: Sebastian Heißel, Geschichte von Bad Doberan Heiligendamm)

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Die Jäger schlugen sich tapfer

  • Mecklenburgische Freiwillige in den Befreiungskriegen bei Retschow

(Norddeutscher Leuchtturm, 26. August 1983, Dr. Klaus Havemann, Dr. Hermann Langer)

  • Am kommenden Sonntag wird in Retschow, Kreis Bad Doberan, eine Gedenktafel eingeweiht, die nachstehende Inschrift trägt: „Im Kampfe für des Vaterlandes Freiheit fielen hier am 28. August 1813 drei brave mecklenburgische Jäger: Baerens, Tackert, Huth“. Die Gedenktafel wurde von dem anerkannten Kunsthandwerker Gustav Schnippering aus Bad Doberan angefertigt. Sie wird eine gleichlautende Gedenktafel ersetzen, die zum 100. Jahrestag an einem Baum im Wald bei Retschow angebracht wurde. Ihr Zustand ließ eine Restaurierung nicht zu.

Patriotische Bewegung wuchs

  • Die Gedenktafel in Retschow erinnert an Ereignisse in Mecklenburg, die aus Fritz Reuters „Ut de Franzosentied“ hinlänglich bekannt sind. Auch über Mecklenburg wälzte sich 1806 Napoleons Armee. Beide Mecklenburg mußten 1808 dem Rheinbund beitreten und drei Bataillone Infanterie als Bundeskontingent aufstellen. So kam es, daß Mecklenburger Bauern- und Bürgersöhne 1812 für Napoleon in den Krieg gegen Rußland zogen. Von den von Mecklenburg-Schwerin gestellten 1700 Mann kehrten nur 134 in die Heimat zurück. Im Lande selbst gehörten Einquartierungen und Requirierungen zur Tagesordnung. Nicht immer verlief alles harmlos-freundlich wie bei Fritz Reuter, weit ernstere Töne schlägt John Brinckman in „Kasper Ohm un ick“ an. Unter dem Druck der französischen Besatzung, insbesondere durch die Auswirkungen der von Napoleon verhängten Kontinentalsperre, entwickelte sich auch in Mecklenburg eine patriotische Bewegung. Ein bestimmendes Motiv dafür, daß sich viele Söhne des Landes den Lützower Jägern anschlossen oder dem im März 1813 ergangenen Aufruf der Landesregierung zur Bildung von Regimentern „Mecklenburgischer freiwilliger Jäger“ folgten, war das Versprechen, mecklenburgischen Leibeigenen, die freiwillig in den Kampf zögen, die Freiheit zu gewähren. Die Jäger, von denen ein Regiment zu Fuß und ein Regiment zu Pferd gebildet wurden, wurden der großen Nordarmee der gegen Napoleon vereinigten Truppen eingereiht und standen unter dem Befehl des österreichischen Generals von Wallmoden-Gimborm. In der Nähe des Dorfes Retschow trafen am 28. August 1813 Teile dieser Nordarmee unter Befehl des schwedischen Generals von Vegesack, zu denen auch einige Kompanien der mecklenburgischen freiwilligen Jäger, schwedische Dragoner und „Schillsche Husaren“ gehörten, mit einer Nachhut der französischen Armee, in der Franzosen, Dänen und Polen vereinigt waren, zusammen. Die französische Nachhut hatte sich auf einer Anhöhe bei Retschow, Kronen- oder Kronsberg genannt, vorteilhaft festgesetzt. Angriff von der rechten Flanke Schweden und Mecklenburger rückten von Rostock aus über Wilsen vor. General von Vegesack« ließ nach einigen Plänkeleien mit dem Gegner seine Geschütze auffahren. Nach einem dreistündigen Artillerieduell wurde ein Angriff vorgetragen. Bei diesem hatten die Mecklenburger Jäger die Aufgabe, die rechte Flanke des Gegners anzugreifen. Die französischen Truppen unter General L’Allemand waren dem Druck der Angreifer nicht gewachsen und traten den Rückzug in Richtung Kröpelin an, wohin ihnen die Truppen von General Vegesack folgten.In dem geschilderten Gefecht fielen neben einer nicht genannten, jedoch ungleich größeren Zahl schwedischer Dragoner die drei mecklenburgischen Jäger, die mit der Gedenktafel geehrt werden. An diesem Gefecht nahm auch ein Trupp von etwa 150 preußischen Husaren teil, die unter dem Kommando eines Majors Johann Heinrich von Schill standen. Dieser war nicht mit Ferdinand von Schill identisch, der bereits 1809 als Patriot in Stralsund gefallen ist.

Schnelle Befreiung des Landes

  • Das Retschower Gefecht hat im Rahmen der gesamten Befreiungskriege nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Hier im d war es aber wohl die bedeutendste Auseinandersetzung zwischen den Truppen beider Lager. Den Franzosen wurde durch dieses Gefecht der Weg nach Doberan und Rostock versperrt. Briefe äußerst besorgter Rostocker aus dieser Zeit machen die bedrohliche Lage für Rostock, die aus dieser Truppeneinheit entstand, deutlich. Das Gefecht beschleunigte im Norden den Rückzug der französischen Truppen und trug zu einer schnellen Befreiung des Landes bei. Die mecklenburgischen freiwilligen Jäger schlugen sich dabei nicht schlecht, der schwedische General von Vegesack hat sich sehr anerkennend und respektvoll über diese Jäger geäußert.
  • Wir ehren heute nach 170 Jahren mit der Neuerrichtung der Gedenktafel nicht nur die drei gefallenen Jäger, sondern alle Kräfte, die auch in Mecklenburg Hab und Gut daransetzten, um das Land von der napoleonischen Fremdherrschaft zu befreien. Als das Gefecht in Retschow stattfand, neigte sich in den Befreiungskriegen noch einmal zugunsten der Dynastien. Die heimkehrenden Leibeigenen wurden noch nicht frei, ja ihre Sehnsüchte und Wünsche erfüllten sich erst nach 1945 für ihre Nachfahren.
  • Aus der Heimatgeschichte(OZ, August 1988)
  • Vor 175 Jahren
  • Das Gefecht bei Retschow
  • 1813 — 28. August: Sieben Wochen vor der entscheidenden Völkerschlacht bei Leipzig lieferten sich die vor Moskau geschlagenen Truppen Napoleons mit den verbündeten russischen, schwedischen und deutschen Verbänden so manches Scharmützel. Unter dem Begriff „Gefecht“, bei Retschow" auch eines, das unsere Heimatgeschichte besonders berührt. Werner Behm, Leutnant im Mecklenburgischen Eisilierregiment 90, verdanken wir eine zeitgenössische Schilderung dieses Ereignisses: Die feindliche Nachhut hatte sich bei Retschow und Hohenfelde, zwischen Rostock und Kröpelin, auf einer „Kronenberg" genannten vorteilhaften Anhöhe festgesetzt und wurde hier zuerst von zwei Eskadrons Schilischer Husaren angegriffen, die bei Hanstorf gestanden hatten. Dies erste Scharmützel spielte sich bei dem Kreuzwege ab, da, wo der von Hanstorf nach Ivendorf führende Weg (jetzt Chaussee) die Straße von Rostock nach Kröpelin durchschneidet. Etwa um 9 Uhr erreichten die Jäger die Gegend von Retschow, wo zur Rechten jene damals mit Waldwerk bewachsenen Hügel hinlaufen, zur Linken aber eine Niederung sich befand, die aus einer morastigen Wiese, einem alten Torfmoor und weiterhin gegen den Feind aus einem Buchengehölz bestand. Letzteres hatte der Feind mit Tirailleurs besetzt, die hinter Bäumen, alten Torfgruben und einem quer durchgehenden ehemaligen Graben lagen, dessen Rand ihnen zur Brustwehr diente. Dabei wurden sie durch ein wohlunterhaltenes Kanonenfeuer gedeckt, das den Jägern den Angriff sehr erschwerte. Die erste Kompanie hatte den Saum des Holzes kaum erreicht, als sie Befehl erhielt, sich wieder zurückzuziehen und hinter einem Graben Position zu fassen. Während sie von hier aus ein wirksames Tirailleurfeuer unterhielt, kamen andere Abteilungen nach, und Vegesaak befahl der 1. und 2. Jäger-Kompanie und zwei Kompanien Schweden, den Wald zu räumen, was mit größter Ordnung und Schnelligkeit ausgeführt wurde. Sodann stellte sich die 1. JägerKompanie links von der Straße an einer Hecke auf, die 2., die in mehreren Abteilungen gefochten hatte, sammelte sich zur Seite eines Hügels am Rande des Waldes. Es zeichneten sich bei diesem Angriff besonders aus: der Stabskapitän v. Bülow von der ersten und der Leutnant v. Buch von der zweiten Kompanie, der im Handgemenge seinen Degen zerbrach. Die Mecklenburgische Artillerie, die auf Befehl des Kronprinzen zwei englische Sechspfünder mit vollständiger Munition, Geschirr, Stallsachen, zwei Kartouchen und einen Transportwagen erhalten hatte, zählte zwei Verwundete. Das eine Geschütz ward demontiert. Die trefflich bediente schwedische Artillerie war trotz eines auffliegenden Pulverkarrens nicht in Unordnung geraten, brachte vielmehr den Feind zuerst zum Weichen. Die Infanterie der Schweden war dem Kartätschenfeuer sehr ausgesetzt und litt stark, nahm aber einen Hügel nach dem anderen bis gegen Brusow hin. Der Feind trat jetzt seinen Rückzug an.


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bis zur Reichseinigung (bis 1871)

  • Mitte des 19. Jh. wanderten viele Mecklenburger nach Übersee aus. Lt. Hamburger Passagierlisten sind Retschower Auswanderer aufgeführt:


  • Für 1845 werden von Johann Friedrich Kratzsch(Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der deutschen Bundesstaaten, Teil 2,Band 1) ausgewiesen:
    • 1 Schule
    • 9 Bauern
    • 10 Büdner
    • 1 Erbkrug
    • 1 Erbschmiede

Deutsches Reich bis 1918

  • Retschower Erbpächter beteiligten sich regelmäßig an den auf der Doberaner Galopprennbahn stattfindenden Pferderennen.
  • Vom Rennen der Landleute am 29. Juli 1903 ist verzeichnet:
    • Hof 5(Erbpächter Reincke) mit 2 Reitern
    • Hof 6(Erbpächter Heincke) mit 2 Reitern
    • Hof 8(Erbpächter Mau) mit 2 Reitern
    • Hof 9(Erbpächter Peters) mit 5 Reitern
  • Nach dem 1. Weltkrieg kehrten 37 Männer nicht wieder zurück nach Retschow(Quelle: Einwohnermeldeamt Amt Bad Doberan Land).

Wossidlozettel

  • Richard Wossidlo(1859-1939) sammelte im Rahmen der Feldforschung in ganz Mecklenburg Informationen zur Volkskunde. Legendär sind seine Zettel.
  • Auch in Retschow war Richard Wossidlo um 1900 aktiv:


Deutsches Reich bis 1945

SBZ und DDR bis 1990

  • Nach dem 2. Weltkrieg kehrten 30 Männer nicht wieder zurück nach Retschow(Quelle: Einwohnermeldeamt Bad Doberan Land).

„Bodenreform“ Retschow

  • Im Oktober 1945 erfolgte in Retschow die Durchführung der Bodenrefprm.
  • Es wurden 320 ha der Domäne Retschow an 46 Neubauern verteilt, zu je etwa 5 ha Ackerland und 2 ha Grünland.
  • Die Bodenreformkommission war für die Organisation zuständig:
  • 1. Wilhelm Nehmet, Landwirt(Flüchtling)
  • 2. Friedrich Suckow, Landarbeiter
  • 3. Albert Stübe, Häusler
  • 4. Rudolf Wiesenberg, Landwirt(Flüchtling)
  • 5. Johann Niemann, Büdner
  • Es wurden in der Folge 8 Neubauernstellen aufgebaut und 36 Erweiterungsbauten durchgeführt.
  • Neubauern(Quelle: Archiv LRO zu Baumaßnahmen von Neubauern nach der Bodenreform von 1947 - 1953/LPG- Archiv zu den Gründungsmitgliedern der LPG)
  • Albert Zelk
  • Josef Krickel
  • Karl-Heinz Leist
  • R. Butscke, geb. Leesch
  • Paul Friedrich Pentzin
  • Fritz Bahlmann
  • Bruno Bethke
  • Franz Bialas
  • Anna Suckow
  • Heinrich Lange
  • Paul Post
  • Albert Rogge
  • Heinz Schmidt
  • Willi Hessek
  • Paul Freyer
  • Willi Görke
  • Martin Behrens
  • Fritz Busch
  • Günter Busch
  • Erich Schweder
  • Fritz Bleeck
  • Karl Bleeck
  • Günter Hantel
    • übern. Fläche:7,29 ha(dar. 6,23 ha Al, 0,92 ha Gl)
  • Stanislaus Ulkowski
  • Bruno Ulkowski
  • Siegfried Ulkowski
  • Albert Stübe
  • Wilhelm Ruwoldt
  • Hermann Ruß
  • Rudolph Weigend
  • Werner Vorbeck
  • Franz Hünemörder
  • Wilhelm Eichhorst
  • Fritz Gehrmann
  • Franz Reinick
  • Gustav Wisotzki
  • Bruno Wisotzki
  • Hermann Ibendorf
  • Martin Holzhüter
  • Adolf Liebeherr
    • 1954 Bau eines Geflügelstalles.
  • Wilhelm Gorlo
    • übern. Fläche:8,74 ha(dar.5,46 ha Al, 2,36 ha Gl)
    • 1949 Bau einer Feldscheune

(Obene Auflistung bezieht sich auf Neubauern, die auch ihre Höfe bewirtschaftet haben. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

LPG „Frohe Zukunft“ Retschow

  • Übersicht der LPG-Gründungen im Bereich der Gemeinde Retschow:
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  • Auszüge aus der Ortschronik Retschow von 1983:
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  • Gründungsprotokolle:


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  • Karl Bleeck ging 1953 mit seiner Neubauernsiedlung(5 ha), die er nach Aufgabe der Vorgänger Pekrum? und Kowalski übernommen hatte, in die LPG.
  • Urkunde der Familie Heinrich Reincke zum Eintritt in die LPG 1960:
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  • Vorsitzende:
    • 1953: Joachim Tessenow
    • 1965:Uwe Zymolka(Siehe Prot. vom 26.06.1965)
    • 1973: Dieter Schröder(nach Gründung der KAP)
    • 1983: nach dem Freitod von Dieter Schröder(18./19. Okt. 1982) zunächst Roland Hocke, dann Gabriele Keil/Präkel(Pape); bis 30.06.1989
    • 1989: Roland Hocke(bis zur Auflösung der LPG 1991)

Kennzahlenübersicht

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Stallnutzungen durch die LPG

  • Sauenställe
    • Leist(Pfarre)
    • Jenning(Hof L. Brügge)
    • Pape(Büdnerei Frahm)
  • Läufer/Mastställe
    • Bleeck(Hof Masch)
    • Tessenow
  • Kuhställe
    • 200-er(Steinke, Bluhm)
    • 100-er(Block, S. Ulkowski/Gutshof)
    • Bruno Ulkowski(Hof Gratopp)
    • H. Trede(später Bullenstall W. Latzko)
  • Kälberstall(Radtke/Brandstall)
  • Jungrinderställe
    • Gutshof am 100-er Kuhstall
    • Blümel
  • Pferdeställe
    • Stuten(Albrecht/Bruhn
    • Fohlen(ehem. Entenstall)
  • Weidemelkstände
    • Inselteich(Masch/Br. Ulkowski)
    • Fettkoppel(S. Ulkowski)
    • Doberaner Str.(Block)
    • Brusow(Bluhm)

LPG-Mitglieder in den Anfangsjahren

  • Jochen Tessenow(1. Vorsitzender) beim Ochsentraining
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  • Fritz Gehrmann(1906-1992/Frau Berta) war Schweitzer in der LPG(Oberschweitzer in Ostpreussen) Melkerblusen und Klauenschere bekam er aus dem Westen vom Sohn Heinz
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  • Elfriede und Fritz Jenning waren erfolgreiche Schweinezüchter:
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  • Walter Dedow aus Rethwisch wurde 1963 Feldbaubrigadier in der LPG .
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  • Die ersten Baumaßnahmen der LPG(Quelle. Archiv LRO)
    • 1953 Umbau der Scheune zum Hühnerstall(Grundstück Tessenow)
    • 1955 Bau eines Hühnerstalles und einer Schweinehüttenanlage
    • 1956 Erweiterung eines Silos und Bau eines weiteren Hühnerstalles



LPG-Küche


Abschluss Facharbeiterausbidung Köchin 1966 im Kurhaus Bad Doberan, in der Mitte Frau Hantel
  • Frau Suckow und Frau Holzhüter waren seit Gründung der LPG 1953 die ersten Köchinnen. Zuerst wurde nur zur Erntezeit gekocht, auch für die Kinder, die den Erntekindergarten besuchten.
  • Die Küche befand sich im Gutshaus.
  • 1956 wurde Frau Gertrud Hantel in die Küche beordert, weil sie sich ein Bein gebrochen hatte. Sie blieb Köchin bis zur Auflösung der LPG.
  • Im Schlachtraum auf dem Gutshof wurden Schweine, Rinder und Schafe geschlachtet.
  • Standardgerichte waren Kartoffel, Soße, Fleisch, Gemüse, Suppen und Nachtisch. Einmal in der Woche gab es Eintopf. Aber auch Fisch und Eiergerichte wurden angeboten.Kohlrouladen und gefüllter Paprika waren besonders beliebt.
  • Während der Erntezeit mußte bis zu 150 Portionen gekocht werden. Im Winter waren es nur ca. 50 Portionen.

Handwerker/Schlosser

  • In der Werkstatt arbeiteten Fritz Bleeck(als Schmied mit Familientradition) und Karl Bleeck sowie Paul Friedrich Pentzien als Schlosser, Albert Stübe war Elektriker(nachdem er bis 1960 Viehzuchtbrigadier war), Wofgang Pape war Werkstattmeister.
  • Schon kurz nach LPG-Gründung gab es eine Baubrigade mit Karl Keller als Maurer, Erich Radke als Handlanger sowie Erich Batzdorf als Stellmacher.


Bildergalerie

Artikel Ostseezeitung

Stallanlagen in Retschow

  • Um 1970 wurde in der LPG damit begonnen, einige größere Baumaßnahmen zu planen und zu realisieren.
  • Begonnen wurde mit der 200-er Milchviehanlage:
  • Nach 1980 wurde mit den Planungen zur Erweiterung der Milchviehanlage auf 400 Tierplätze begonnen:



Bilder nach 1973

  • LPG Vollversammlung von 1983; am Rednerpult Holger Pentzin; Im Präsidium: v.l. Horst Fietze, Roland Hocke, Gabi Pape, Christian Kuserau, Brunhild Rucks
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  • 1952/53 sollten Bauern zum Eintritt in die LPG bewegt werden. Zwangsmaßnahmen trafen die Bauernstellen Brügge, Westendorf, Masch, und Gratopp. Die Bauern wurden wegen angebliche Nichterfüllung des sog. Solls(staatliche Vorgabe zur Ablieferung von landwirtschaftlichen Produkten) enteignet und umgesiedelt. Nach dem 17. Juni 1953 wurden die Maßnahmen teilweise zurückgenommen. Bauer Albert Brügge war nach Stülow, Bauer Gratopp nach Fulgenkoppel, Herbert Westendorf nach Wendelsdorf(vorher in den Westen gegangen) umgesiedelt. Franz Masch war sieben Wochen in Rostock inhaftiert.
  • 1952 wurden diese Höfe durch die ÖLB bewirtschaftet. Die formelle Übergabe der enteigneten Betriebe an die LPG(außer Gratopp):
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  • Am 18. Januar 1954 fand die Jahreshauptversammlung zur Rechenschaftslegung des Gründungsjahres statt:
  • Gewählt wurden: als Vorsitzender: Joachim Tessenow, als Vorstandsmitglieder: Karl Bleeck(SV)/Günter Hantel/Johannes Trede/Wilhelm Eichhorst(Parteisekretär), in die Revisionskommission: Georg Hameister/Fritz Bahlmann/Franz Hantel


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  • Vorsitzender Dieter Schröder war immer für Späße und Streiche zu haben. So fuhr er in den 1970-er Jahren aus Protest gegen die Treibstoffkontingentierung beim Rat des Kreises statt mit dem Pkw mit einer Einspännerkutsche vor. Ein anderesmal schickte er Küchenfrauen zum Lehrgang für Leitungskader. "Beliebt" waren auch seine "Hausbesuche" mit der Reitsportgruppe zu Geburtstagen von Kollegen und Bekannten.
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Pferdesport in der LPG „Frohe Zukunft“ Retschow

  • 1973 wurden einige Zuchtstuten für die Gründung einer Pferdezucht in der LPG Retschow zugekauft.
  • In der Folgezeit wurde Reinhard Steinke für die Betreuung der Pferde eingestellt. 1976 wurde er zur Armee einberufen.
  • Dieter Schröder, damaliger LPG Vorsitzender suchte einen neuen Mitarbeiter.
  • So kam Uwe Träder im Mai 1976 nach Retschow und übernahm diese Stelle.
  • In dieser Zeit kam Herbert Täuber aus Satow 2x pro Woche nach Retschow, um mit den Kindern und Jugendlichen Training zu machen.
  • Die Pferdezucht in der LPG wurde als „Staatlich anerkannter Pferdezuchtbetrieb“ ausgewiesen. Bedingung hierfür war das Halten von 10 Zuchtstuten mit Nachzucht, das ergab einen Bestand von ca. 30 Pferden. Anfang der 80er Jahre war Retschow eine Außenstelle vom Hengstdepot Redefin. Es stand für die Stuten ein gekörter Hengst zur Verfügung. Die Deckstelle wechselte später nach Reinshagen.
  • Im Pferdezuchtbetrieb der LPG Retschow dienten die Pferde einerseits zur Zucht, aber sie wurden auch im Kinder- und Jugendsport eingesetzt. So hatte die Voltigiergruppe erst unter Otto Tremp, dann unter Marga Hümer viele erfolgreiche Auftritte.
  • Auch im Reitsport, besonders im Springen gab es einige erfolgreiche Reiter.
  • Ein Teil der Pferde wurde auch angespannt. So wurde das Futter für die Pferde mit Gespann transportiert. Auch war die weiße Hochzeitskutsche aus Retschow überall bekannt.
  • Prominente Schlagerstars der DDR wie Julia Axen und Frank Schöbel kamen gerne zum Reiten nach Retschow.
  • Mit der Wende 1990 wurde die Pferdezucht aufgelöst.

Flugabwehr-Raketenbrigade der Nationalen Volksarmee

1986 in Ashuluk
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  • Auszüge aus Friedrich Forkerts Chronik der FRA Retschow :
  • 1958 beschließt die Volkskammer der DDR das "Gesetz über den Luftschutz in der DDR". Darauf folgte im selben Jahr der Beschluß des Ministeriums für Nationale Verteidigung zur Aufstellung von Fla-Raketentruppen im Bereich Luftstreitkräfte/Luftverteidigung. So wurde auch Retschow als Standort, dem Fla-Raketenregiment 18/Sanitz zugeordnet, ausgewählt.
  • Zur Jahreswende 1960/61 erfolgte im Forstwirtschaftsbetrieb die Inventur der Waldflächen im Bereich der zukünftigen Dienststelle Retschow.
  • Am 1. März 1962, am "Tag der Nationalen Volksarmee" fand mit dem gesamten Personalbestand der 4. Feuerabteilung(Retschow) die Festveranstaltung in der Gaststätte in Retschow statt. Erster Kommandeur war Hauptmann Pohl.
  • Zu diesem Zeitpunkt waren die erforderlichen Gebäude und Einrichtungen im wesentlichen vorhanden.
  • Im Sommer 1962 wurde wegen der Kubakrise die 4. Feuerabteilung(4.FA)vorzeitig von Barth nach Retschow verlegt und in Einsatzbereitschaft versetzt obwohl die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren und noch kein Gefechtsschießen stattgefunden hatte.
  • 1962/63 war ein Extremwinter mit Temperaturn bis -26° C. Ab November gab es eine geschlossene Schneedecke bis April 1963.
  • Im September 1962 wurden die beiden Wohnblöcke fertiggestellt und bis zum Jahresende bezogen.
  • 1963 wurde die erste Raketentechnik vom Typ S75A "Dwina" in Retschow installiert.
  • Seit 1963 Umbenennung in 4. Fla-Raketenabteilung(4. FRA)
  • Vom 17.07. - 28.07. 1963 fand das 1. Gefechtsschießen in der Sowjetunion(Ashuluk)statt. Somit waren die Voraussetzungen zur Übernahme ins Diensthabene System(DHS) ab September erfüllt.
  • 1963 war ein Personalbestand von insgesamt 192 Angehörigen vorhanden(26 Offiziere, 42 Unteroffiziere, 120 Soldaten, 4 Zivilbeschäftigte)
  • Am 1.12.1963 wird Hauptmann Pedde Kommandeur der 4. FRA.
  • 1964 gab es eine Übung, bei der die Raketentechnik zur Galopprennbahn Bad Doberan verlegt wurde.
  • Vom 01.09. - 01.12. 1964 erfolgte die Ausbildung von Offizieren der 4. FRA an neuer Raketentechnik in der Sowjetunion.
  • Zum Jahresanfang 1965 wurde in Retschow die neue Raketentechnik aus der Sowjetunion eingeführt(Fla-Raketenkomplex S-75W Wolchow). Im Sommer fand in der Sowjetunion(Ashuluk) ein Gefechtsschießen mit der neuen Technik statt.
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  • Im Herst 1965 verbesserte sich die Einbindung in die Gemeinde Retschow. Ausdruck dessen ist auch, dass Frau Langhammer, die Ehefrau des Offiziers Wilfried Langhammer Bürgermeisterin von Retschow wird(bis 1970).
  • Am 28.10. 1965 wird Hauptmann Mahlke Kommandeur.
  • Im September 1966 wurde im Rahmen einer Übung die FRA zum Flugplatz Tutow verlegt. Im Bezirk Rostock galten Schutzbestimmungen gegen die Maul- und Klauenseuche.
  • 1967 wurde in Richtung Brusow die Rundblickstation(RBS)- Richtfunk- ausgebaut. In diesem Jahr fand ein weiteres Gefechtsschießen in der Sowjetunion statt. In diesem jahr wurde auch die neue Raketentechnik vom Typ "Wolchow" eingeführt.
  • Im Eis- und Sturmwinter 1968/69 wurden durch die FRA im Rahmen eines Katastropheneinsatzes an der Jemnitzschleuse, deren Umbau noch nicht abgeschlossen war, Sicherungsarbeiten vorgenommen, um eine Überflutung zu vermeiden.
  • Am 11.07.1969 kam es zu einen Jagdunfall, wobei Offizier Wilfried Langhammer zu Tode kam. Seine Beisetzung erfolgte auf dem Retschower Friedhof mit militärischen Ehren.
  • 1969 gab es ein weiteres Gefechtsschießen in der Sowjetunion. Ende 1969 konnte der 3. Wohnblock bezogen werden.
  • 1969 wurde neben dem A-Objekt (Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen) und B-Objekt(Feuerstellung) das C-Objekt zur Lagerung, Wartung, Montage und Betankung von Fla-Raketen aufgebaut.
  • 1970 dauerte der Winter bis April. Ostern lagen 70 cm Schnee.
  • Im Rahmen der Truppenübung "Zenit" erfolgte 1970 eine Verlegung der Raketentechnik auf die Halbinsel Zingst, 1971 eine Verlegung auf die Insel Rügen(Raum Prora).
  • 1971gab es eine Umbenennung in FRA 434.
  • Ein 1972 geplantes Gefechtsschießen musste verschoben werden. Auch Peter Becker(Siehe Bilder), der zu der Zeit im Rahmen seiner 18-monatigen Dienstzeit Funkorter unter Leutnant Roger Müller war, hatte sich entsprechend vorbereitet. Kommandeur des durchgeführten Gefechtsschießens 1973 war Major Mahlke, Leutnant Roger Müller(Siehe Foto OZ) war der verantwortliche Leitoffizier.
  • 1975 fand im Rahmen der Luftverteidigungsübung "Elbe 75" ein Gefechtsschießen statt(Schießender: Major Forkert, Leitoffizier: Leutnant Junghänel).
  • 1975 wurden weitere Baumaßnahmen durchgeführt. So wurde zur Verbesserung der Bedingungen für die "Diensthabende Besatzung" ein Gebäude mit Speiseraum sowie Schlaf- und Waschraum errichtet. Die Soldaten erhielten während des DHS einen erhöhten Verpflegungssatz.
  • Im Juni 1976 fand die Truppenübung "Granit 76" statt. Major Horst wird im Dezember neuer Kommandeur der FRA in Retschow und löst Oberstleutnant Mahlke ab.
  • 1977 gab es eine Mobilmachungsübung("Blinkfeuer"), zu der Reservisten für die Flak- Batterie eingezogen wurden. Zudem gab es ein Feldlager in Lieberose und ein Gefechtsschießen in der Sowjetunion(Kommandeur: Major Horst, Leitoffizier: Oberleutnant Wonneberger).
  • 1978 wurde das C- Objekt fertiggestellt. Außerdem erfolgte die Einlagerung der Fla- Raketen in das Schutzbauwerk. Auch wurde eine Scheinstellung als D- Objekt installiert.
  • Erinnerungsfoto von 1978:
v. l. Maj. Forkert, OL Künzel, Kranich, Sell, Kubicky, Maj. Horst
  • Zum Jahreswechsel 1978/79 herrschten extreme Wetterverhältnisse.
  • Auszug aus der Chronik der FRA:
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  • 1979 wurde die Raketentechnik im Instandsetzungswerk Pinnow einer "Mittleren Instandsetzung " unterzogen.
  • 1980 gab es nach einem Feldlager in Lieberose ein weiteres Gefechtsschießen(Kommandeur: Major Horst, Leitoffizier: Oberleutnant Wonneberger). Für die Besatzung gab es die Möglichkeit, in Moskau Ruderwettkämpfe während der Olympischen Sommerspiele zu verfolgen. Die FRA 434 wurde in FRA 4324 umbenannt. Die Stellung der Rundblickstatio (RBS) in Brusow wurde geschlossen und ins B- Objekt verlegt.
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  • 1981 wird zu Jahresbeginn Major Horst verabschiedet. Neuer Kommandeur wird Major Wilfried Schmidt.
  • 1982 wird in der FRA die Führungskompanie gebildet. Nachrichtenzug und Rundblickstation werden darin zusammengefasst. Erneut fand ein Gefechtsschießen in der UdSSR statt(Kommandeur: Major Schmidt, Leitoffizier: Leutnant Lippelt)
  • 1983 Im Frühjahr fand die Truppenübung "Navigation" statt. Zum Jahresende löst Major Klaus Kubicki Major Wilfried Schmidt als Kommandeur ab.
r. Hptm. Künzel, 3. v. r. OL Grondkowski, 5. v. r. Hptm. Stefan
  • 1984 gab es erneut ein Gefechtsschießen, an dem 41 Armeeangehörige aus Retschow teilnahmen(Kommandeur: Major Kubicki, Leitoffizier: Leutnant Schulz).
  • 1985 wurden in Pinnow technische Einrichtungen modernisiert.
  • 1986 gab es Ende April, Anfang Mai ein Gefechtsschießen(Kommandeur: Major Kubicki, Leitoffizier: Leutnant Schulz). Später gab es noch eine Verlegeübung auf die Halbinsel Zingst.
  • 1987, der 1. Dezember war der letzte Tag im Diensthabenden System für die FRA 4324 in Retschow. Schießender der Diensthabenden Besatzung war Major Künzel, Leitoffizier Oberleutnant Hempel. Der Fla-Raketenkomplex S-75 wurde von Major Müller zur Übergabe vorbereitet. In diesem Jahr wurde mit den Baumaßnahmen für das neue Objekt im Rahmen der Installation des Komplexes S-300 begonnen. Major Künzel und Fähnrich Thielke sind von Beginn an beteiligt.
  • Aufnahmen vom 1. März(Tag der NVA)1988:
  • Im Frühjahr1988 wird der Fla-Raketenkomplex S-75 übergeben. Am 1. November wird die FRA 4324 am Standort Retschow außer Dienst gestellt und aufgelöst. Zugleich laufen die Vorbereitungen zur Einrichtung der neuen FRA 4351 in Retschow.
  • 1989 wurde die neue Raketentechnik S-300PMU Angara aus der Sowjetunion nach Prangendorf überführt. Hier laufen auch die Vorbereitungen auf das Gefechtsschießen mit der neuen Technik, das dann im Juni unter Major Gebbert stattfand.
  • 1990 im September wird der Raketenkomplex S-300PMU Angara als sog. "sensitive Technik" an die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte übergeben noch bevor eine Stationierung in Retschow erfolg war.
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Bildergalerie ehemaliger Angehöriger der FRA Retschow

Dorfleben

1970-er

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1980

1983

Fußballturnier zur 750-Jahrfeier in Retschow

oben v. l. A. Franzke, Dr. Klaus Schoppmeyer/unten v. l. Holger Fietze, Hartmut Schweitzer, Andre' Schweitzer, ?


Sport

2021

die heutige Zeit

1992

Im Rahmen des Bodenordnungsverfahrens wurden von 1992 bis 2006 für die Gemeinde Retschow für private und öffentliche Dorferneuerungsmaßnahmen Gesamtinvestitionen von ca. 4,2 Mio EURO gefördert, wobei die öffentlichen Maßnahmen mit 90 % und die privaten M. anfangs zu 50 % und später zu 40 % gefördert wurden.

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Bau des Feuerwehrhauses 19...

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2003

Retschower Skatverein

2004

Agendatag im Gemeindesaal, vorne Philipp Richardt mit der Kindergartengruppe


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2008

Festumzug anlässlich der 775-Jahrfeier von Retschow

2010 Winter am 30. Januar 2010


2017

OZ 4.12.2017/Retschower Streuobstwiese entsteht

2018

OZ 20.6. 2018/In alter Schule sollen Seniorenwohnungen entstehen
OZ 17.6.2018/Aktivpferdestall der Agrarhof&Pferdepension Retschow GmbH
OZ 9.11.2018/ Bürgermeister Berno Grzech(r.) und Gemeindeangestellter Thomas Behning
OZ 26.10.2018/24 geschädigte Linden der Chaussee müssen gefällt werden
OZ 14.06.2019/Winterlinde
  • Die Winterlinde auf dem Friedhof der Kirche in Retschow bei Bad Doberan steht mit einem Stammumfang von 7,19 Metern auf Platz eins im Ranking der monumentalen Bäume dieser Baumart in MV. Quelle: A. Gomolka

2021

2022

Besiedlung

  • Auszüge der Landwirtschaftsgeschichte von Mecklenburg und Vorpommern:

[2]


Gutshof

  • Pächter der Domäne Retschow(Quelle: Internet/Guts- und Herrenhäuser):
    • (1778)-1787 Manecke
    • 1787-1808 Inspektor Schröder
    • 1808-1816 Johann Heinrich Kippe
    • 1816-1830 Carl Friedrich Engel
    • 1830-1865 Paul Friedrich Eduard Rabe (?)
    • 1865-1878 Friedrich Peitzner
    • 1878-(1917) Eduard Rohde
    • (1921)-(1928) Hans Schuldt
    • (1930)-(1939) Heinrich Mestermann
  • Eintragungen zu Geburten aus dem Kirchenbuch Retschow
  • Angaben zu Flächen und Tierbeständen lt. Güteradressbuch von 1928:
    • Fläche gesamt: 350,5 ha
    • Acker und Garten: 318 ha
    • Wiesen u. Weiden: 20 ha
    • Wald: 21,5 ha
    • Pferde: 36
    • Rinder gesamt: 78
    • dar. Kühe: 39
    • Schweine: 121
    • Schafe: 677


Höfe

  • Lt. Mecklenburgischer Staatskalender von1798 werden für Retschow außer der Domäne, der Pfarrkirche, der Schmiede auch 9 Hauswirte ausgewiesen. Ihr Haus, Inventar und Land waren ebenfalls herzogliches Eigentum.
  • Im Güteradressbuch Mecklenburg von 1928 sind die Höfe Retschows mit Flächenangaben und Tierbeständen ausgewiesen:
Güteradressbuch 1928
  • Lt. Eintrag im Kirchenbuch Retschow(Geburtenregister) wurde ein Hausmann/Hauswirth Mahn(Hof?) ausgewiesen:

Hof 1 (Heinrich Brügge/Heincke)

  • Eintragungen zu Geburten aus dem Kirchenbuch Retschow
  • 34 ha
  • Schulze
  • Hof wurde ... nach Lüningshagen ausgesiedelt.

Interessantes aus Lüningshagen — Martha Heincke kann viel erzählen(OZ, 24.10.1992)

  • Dorfschulze Brügge besaß vor über 60 Jahren schon ein Telefon
  • Retschow. Fast möchte man behaupten: Hier sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht", wäre da nicht die 73jährigc Martha Heincke. Sie bewohnt ein zwar entlegenes, aber schönes und unter Denkmalschutz stehendes reetgedecktes Haus in Lüningshagen. Das Gehöft ist etwa 200 Jahre alt und stand einst in Retschow. Als Heinrich Brügge in den 20er Jahren Dorfschulze wurde - Lüningshagen gehörte verwaltungmäßig damals zu Retschow - ließ das Dorfoberhaupt unten abgebildetes Bauernhaus in Retschow demontieren und an seinem heutigen Standort neu aufbauen. Bis dahin - so die fast sensationelle Auskunft der Hausbewohnerin - gab es hier ein Telefon. 1992 dagegen ist das Dorf ohne Telefon, auf „Anweisung von oben" wurde der Ort Mitte der 60er Jahre von der Welt im wahrsten Sinne des Wortes abgeschnitten. Auffällig auf dem Bauernhof von Martha Heincke das Brunnenhaus — ein kleiner, ebenfalls reetgedeckter Rundbau. Bis Mitte der 80er Jahre wurde das Wasser noch mit der Handpumpe aus dem Brunnen gewonnen, heute geschieht es elektrisch. Das Wohnhaus des Gehöftes wurde erst 1992 neu gedeckt. In Lüningshagen lebten bis 1945 fünf Bauernfamilien (Radder, 2 Familien Heincke, Brügge, Schumacher) und folgende Büdner: Rath, Schlutow, Schütt, Kobrow und Suhrke. Bauer Otto Schumacher - Martha Heinckes Onkel - war ein der neuen Technik stets sehr aufgeschlossener Mensch. Er zählte in diesem Landstrich als erster Besitzer eines Dreschkastens. Mit die¬sem drosch er ab Mitte der 20er Jahre nicht nur das Getreide der Bauern in Lüningshagen. Otto Schumacher fuhr damit zum Lohndrusch auch in umliegende Dörfer, u. a. nach Schmadebeck und Retschow. Der Dreschkasten wurde von 4 bis 6 Pferden gezogen. Der Antrieb beim Dreschen erfolgte über einen Lanz-Bulldog.
  • Interessant auch die Schilderungen der 73jährigen Frau aus Lüningshagen über ihre Schulzeit. Egal wie das Wetter war, die Eltern bestanden darauf, daß Tochter Martha den 2,5 km langen Weg nach Retschow zurücklegte. Wenn im Winter viel Schnee lag und es zu Fuß kein Durchkommen gab, mußte das „hauseigene Taxi" einspringen — Bruder Franz Bitter nahm dann seine Schwester aufs Pferd, und hoch zu Roß brachte er sie dann nach Retschow und holte sie dort auch wieder ab. Bis zur 4. Klasse erinnert sich Frau Heincke an ihren Lehrer Karow, nach dem 4. Schuljahr wurden die Schüler bis zur 8. Klasse vom Kantor Friedrich-Franz Griem unterrichtet. Er war gleichzeitig auch Küster und spielte sonntags in der Kirche die Orgel. Als AbcSchütze zogen die Mädchen und Jungen damals mit einem Ranzen in die Schule, dessen wichtigste Utensilien die Schiefertafel, der Griffelkasten sowie Schwamm und Lappen waren. Gelernt hat Martha Heincke in ihrer Schulzeit drei Schriften. Anfangs Druckschrift, dann die deutsche und danach die heute übliche lateinische Schrift.
  • Ein kleiner Hügel auf dem Grundstück in Lüningshagen weist noch auf jene Stelle hin, wo einst der Backofen der Familie stand. Einmal in der Woche wurde gebacken, ab Mitte der 20er Jahre kam der Bäckermeister Stübe aus Retschow nach Lüningshagen und versorgte von seinem Pferdefuhrwerk aus seine Kunden.
  • Es folgte ein viele Jahre im Dorf gültiger Beschluß der Abgeordneten der Gemeindevertretung: Die Uhren in Lüningshagen waren ständig um 30 Minuten vorgstellt -jene halbe Stunde, die der Bauer oder Büdner benötigte, der gerade für den Milchtransport verantwortlich war, um alle Milchkannen einzusammmeln, damit sie pünktlich in der Molkerei Satow ankamen. Wenn Schnee lag, wurde mit einem Pferd erst einmal die Spur für den Milchwagen geritten, bevor am Tag mit Schaufeln der Schnee von den Landwegen geräumt wurde. Dazu hatte eine Bauemfamilie 2 Personen abzustellen, die Büdner nur 1 Person.
  • Erntefeste feierte man häufig auf dem Kornboden von Heinrich Heincke, wo Emil Bahr mit seiner „Treckfidel" zum Tanz aufspielte. Martha Heincke hat gemeinsam mit anderen Frauen aus Lüningshagen oft die Erntekrone gebunden, man brauchte dafür einen Abend, also 3 bis 4 Stunden.
  • Streng waren die Sitten beim, Kirchbesuch zu Martha Heinckes Jugendzeit. Aus jeder Familie, so war es üblich, besuchte wenigstens ein Familienmitglied die Gottesdienste in Retschow. In der Familie Bitter wurde auf diese Tradition gewiß besonders geachtet, war doch Vater Ludwig Bitter Mitglied im Kirchenvorstand der Gemeinde Retschow.
  • Auch Martha Heincke an dieser Stelle ein Dankeschön für die inteInteressante Gesprächsrunde-Klaus Jaster
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Hof 2 (Tamms/Westendorf)

  • Eintragungen zu Geburten im Kirchenbuch Retschow
  • 33 ha
  • Westendorfs gingen um 1953 in den Westen.

Hof 3 (Reinck/Roß/Baade/Dost)

  • Eintragungen zu Geburten im Kirchenbuch Retschow
  • 33 ha
  • Bauer Dost war nach der Gefangenschaft um 1946 gestorben.
  • Frau Schumann aus Rostock ist eine Nachfahrin.
  • Die Frau von Lehrer Paul Karow war eine geb. Baade.

Hof 4 (Masch)

  • Eintragungen zu Geburten aus dem Kirchenbuch Retschow
  • 34 ha
Johannes Masch 1891
  • Franz Masch(1918-1996), Erna Masch,geb. Maaß(1922-...)

Hof 5 (Reinck/Gratopp)

  • 35 ha
  • Familie Ernst Gratopp wurde Mitte der 1950-er Jahre zwangsweise nach Fulgenkoppel umgesiedelt und blieb dort wohnen.Heute wohnen Nachfahren wieder auf dem Hof.
  • Zur LPG-Zeit Kuhstall

Hof 6 (Heincke/Pentzin)

  • 38 ha
  • Schulze
  • ehem. Hof Heincke wurde von Friedrich Pentzin(1877-1960) ersteigert.
  • Günter Pentzin(1923-2008)
  • Heute betreiben Rita und Holger P. den Denkmalhof.
  • Siehe auch unter Festschrift Fritz Jenning

Hof 7 (Ludwig Brügge)


  • 35 ha
  • Zur LPG-Zeit Sauenstall Jenning
  • Auszüge aus den Retschower Kirchenbüchern zu den Geburten des Familienverbandes Brügge:
  • Lt. Familienforschung Masch lässt sich die Geschichte der Brügges bis 1634 zurückverfolgen:
    • Hans Brügge(1634 - 1714), in Lüningshagen geb.
    • Hans Brügge(1666 - 1706), Bauer in Lüningshagen
    • Hans Brügge(1719 - ?), nach 1748 Knecht und nach 1752 Hauswirt in Retschow
    • Hans Brügge((1752 - 1817), nach 1783 Hauswirt in R.
    • Hans Joachim Brügge(1789 - 1846), nach 1824 Hauswirt in R.
    • Johann Joachim Heinrich Brügge(1824 - 1896), Erbpächter Gehöft 7 in R.
    • Ludwig Carl Christian Johann Brügge(1861 - ?), nach 1896 Erbpächter Gehöft 7 in R.
    • Albert Emil Heinrich Brügge(1897 - 1970)
  • Die Familie wurde vorübergehend um 1953 zwangsweise nach Stülow(Hof Maaß) ausgesiedelt.
    • Kinder: Paul Br.(1927-1996/Siehe LPG), Albert Br.(Schlachter), Heinrich Br.(Tischler und Ehemann der Lehrerin Gisela Brügge)und Betty Br.(verh. Brandt)

Hof 8 (Mau)

  • Eintragungen zu Geburten aus dem Kirchenbuch Retschow
  • 1906 aufgeteilt an Büdner und Bäckereistelle Stübe

Hof 9 (Peters)

  • Eintragungen zu Geburten im Kirchenbuch Retschow
  • 24 ha
  • Aufteilung an Büdner(Dopp,Jenning) und Gemeinde

Gärtnerei Tessenow

  • Martin Tessenow war 1920 mit seiner Familie aus Posen ausgewandert.
  • In Retschow erhielt die Familie, staatlich gefördert, 14 ha Betriebsfläche, ursprünglich zum Hof Retschow gehörig, zum Aufbau eines Gartenbaubetriebes zugewiesen.
  • Im Betrieb wurden Obst und Gemüse angebaut, zudem gab es eine Baumschule.
  • Regelmäßig wurde angespannt und zum Rostocker Wochenmarkt gefahren, um die Gartenbauerzeugnisse zu verkaufen.
  • Martin Tessenow war ein Gartenbauexperte. Er führte in seinem Gartenbaubetrieb in Retschow Düngungsversuche durch, worüber er Bücher veröffentlicht hat(u. a. ABC der Düngung), auch gemeinsam mit Andreas Voss gab es Veröffentlichungen. Tessenows hatten Andreas Voss bei sich aufgenommen.
  • Dr. Hermann Langer erwähnt in dem Zeitungsartikel "Alltag unterm Hakenkreuz" (Teil 9) OZ, 13.2.1993: "So kam der Gartenarchitekt Martin Tessenow (SPD) aus Retschow, der sich in einer Gaststätte herabsetzend über den Hitlergruß geäußert hatte, in Haft und starb sechs Monate nach seiner Entlassung offensichtlich an den Folgen."
  • 72jähriger Retschower erinnert sich an vergangene Zeiten
  • Per Postauto mit Eiern und Wurst in die große Stadt gefahren(OZ, 14.11.1992)
  • Retschow. Der heute 72jährige Jochen Tessenow hat so manches erlebt. Seit 1918 ist seine Familie im Ort ansässig. Die Eltern zogen 1918 in das Dorf und errichteten damals aus Fachwerk und Lehm ihr Bauernhaus, das bis heute im Familienbesitz blieb. Bis Mitte der 20er Jahre trug es ein Reetdach, doch die sich seitdem verschlechternde Wirtschaftslage zwang Jochen Tessenows Eltern, das Schilf durch Ziegelsteine zu ersetzen, denn wie heute verlangten auch früher Versicherungen für das feuergefährdete Reetdach mehr Geld. Das aber besaß Vater Martin Tessenow nicht immer, da der Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse schwierig war. So verschuldete der Bauernhof in den 20er Jahren immer mehr. Jochen Tessenow, 1920 geboren, bekam das ebenfalls zu spüren, denn wenn die Lehrer Karow oder Griem zu einem Schulausflug einluden, konnte der Bauernsohn oft nicht mit, da es den Eltern schwerfiel, selbst die geforderten 50 Pfennige auf den Tisch zu legen.
  • Der Retschower Rentner erinnert sich, daß seine Mutter sonnabends immer mit dem Postauto nach Rostock fuhr, um hauseigene Produkte, wie Butter, Wurst oder Eier, zu verkaufen, um Wirtschaftsgeld zu haben. Ein Butterfaß gehörte in jedes Bauernhaus. Auch Jochen mußte oft buttern, wie überhaupt die Mitarbeit in der elterlichen Wirtschaft schon als Schüler üblich war. Das Postauto fuhr nur einmal in der Woche. Stets am Sonnabend. Bis etwa 1950, so weiß unser Gesprächspartner zu berichten, wurde Retschow von der Poststelle Reddelich beliefert. Morgens gegen 9.00 Uhr traf der mit Briefen, Zeitungen oder Paketen beladene Postbote mit dem Fahrrad im Dorf ein, das er gegen 16.00 Uhr wieder verließ.
  • Die Jahre 1935 bis 1939 waren wesentliche Lehrjahre für Jochen Tessenow. Zunächst erhielt er wie sein Vater die Ausbildung zum Baumschul- und Landschaftsgärtner, 1938/39 folgte ein Besuch der Landwirtschaftsschule Güstrow. Noch heute hat er für viele in seinem Garten anzutreffende, teilweise unter Naturschutz stehende dendrologische Kostbarkeiten lateinische Fachbegriffe parat. Mit besonderem Stolz verwies er auf drei etwa 15 Meter hohe, in unseren Breiten seltene Zypressen, die Vater Martin Tessenow noch gepflanzt hatte. Wenn die Mutter am Sonnabend in Rostock alles verkauft hatte, gab es genug Wirtschaftsgeld, um das zu kaufen, was im Bauernhaus nicht selbst erzeugt wurde. Bekannt waren damals drei Brüder Käding aus Kröpelin — von Beruf waren sie Müller, Bäcker und Schlachter. Bäcker Käding kam regelmäßig mit dem Pferdegespann nach Retschow, obwohl im Dorf die Bäckerei Stübe zu Hause war. Mit dem Fahrrad reiste Herr Schulmeister aus Bad Doberan regelmäßig an, um den Retschowern Tabakwaren anzubieten, und Frau Babendererde aus Börgerende verkaufte Fisch. In Retschow selbst hatten drei Kaufleute ihr Geschäft - Ruß, Stübe und Trede. Tessenow entsinnt sich besonders des Kaufmanns Ruß. Dieser kaufte den Landwirten des Dorfes ihre Produkte ab, fuhr damit nach Rostock, bot sie dort den Kunden an, und mit dem Gelderlös kaufte Ruß Kolonialwaren, über die sich seine Retschower Kunden freuten. Von Kaufmann Stübe ist bekannt, daß er auch Nachbardörfer versorgte. So nebenbei erwähnt unser Gesprächspartner noch einen in Lüningshagen heimischen Kaufmann Hackendahl, der u. a. auch in Püschow und Reinshagen seine Waren anbot. „Also, wenn man das notwendige Wirtschaftsgeld besaß, brauchte man vor 50 und mehr Jahren nicht oder nur selten in die Stadt zu fahren, die Städter kamen zu uns", meint Jochen Tessenow.
  • 1947 übernahm er den Hof, besaß als Mittelbauer außer 15 Hektar Ackerland nichts. Keine Ackergeräte, kein Saatgut, nicht ein Stück Großvieh. Von einem Verwandten lieh er sich im gleichen Jahr einen Ochsen, ein paar Geräte, um die 15 Hektar zu bestellen. Im Frühjahr 1948 kamen ein Pferd und ein Rind dazu. Ochse und Pferd wurden gemeinsam vor Pflug und Wagen gespannt - und es ging. Als ab 1948 eine Ablieferungspflicht eingeführt wurde, tauschte Jochen Tessenow den Ochsen gegen einige Kühe, um das geforderte Milchsoll zu erfüllen. Die ersten Ernten 1948 und 1949 brachte der Retschower Landwirt noch mit primitiven Mitteln ein - das Getreide wurde mit der Hand, also einer Sense gemäht. Das waren immerhin sechs der insgesamt 15 Hektar. Doch zu Beginn der 50er Jahre ging die Bauernwirtschaft gut - zwei Pferde, sechs Kühe, Jungrinder, etwa 20 Schweine besaß der Landwirt, als 1953 die LPG Retschow gegründet wurde - 17 weitere Landwirte traten dem Betrieb bei - anscheinend noch ohne jeden Druck, der Ende der 50er Jahre auf die bis dahin verbliebenen Einzelbauern ausgeübt wurde. Tessenow selbst wurde damals Vorsitzender der Genossenschaft mit dem euphorischen Namen „Frohe Zukunft". KLAUS JASTER


  • Nach dem Tod von M. Tessenow am 30. Dezember 1934 wurde das Ackerland an den Nachbarn Heinrich Reinke bis 1947 verpachtet.
  • Die Situation war schwierig: Joachim T. war noch minderjährig, Schulden drückten trotz Unterstützung durch den Familienverband, so durch den Bruder von M. Tessenow, dem Architekten Heinrich Tessenow.
  • Joachim Tessenow, am 2. Dezember 1920 in Retschow geboren, ging 1953 mit seinem Betrieb in die neu gegründete LPG und wurde 1. Vorsitzender. In Meißen erwarb er den Abschluss als Diplomlandwirt.
  • Lieschen Tessenow betreute den Legehennenbestand der LPG. Zwei Flachbauten auf Tessenows Hof waren zuvor gebaut worden(Siehe Fotos unter LPG)
  • In der Scheune wurden zudem Broiler gemästet.
  • Klaus T. mußte jeden Tag eine Kiepe Brennessel schneiden und häckseln. Zu seiner Erinnerung gehört auch, dass alle vier Geflügelställe mit sog. Grudeöfen beheizt wurden(Grude= Abrieb von Briketts). Nach der Ausstallung mußte Klaus die Ställe ausmisten.
  • Den Tessenows liegt das Zeichnen und Malen in den Genen. Zur Meisterschaft gebracht hat es Andreas Tessenow:
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  • Siehe untenstehender Link zu den Werken von Andreas T.

[3]

  • Onkel von Jochen Tessenow war der bekannte Architekt Professor Heinrich Tessenow(Siehe Ahnentafel und unter Wikipedia)

Büdnereien

  • Bereits 1805 wurden lt. Mecklenb. Staatskalender 2 Büdner genannt, zwischen 1829-1835 stieg lt. Gemeindechronik die Zahl der Büdner auf 11.
  • Die Karte der Dorffeldmark Retschow weist 22 Büdnereistellen aus.
  • Lt. Beiträge zur Statistik Mecklenburg 1867 sind detaillierte Angaben zu den Büdnereien aufgeführt:
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  • Die Flächen der Büdnereien 1-7 befinden sich in der Büdnerreihe von der Landstraße bis zum Wald, Nr. 8 gegenüber der Nr . 1 auf der westlichen Straßenseite, Nr . 9 abgelegen an der südlichen Gemarkungsgrenze nach Reinshagen/Lüningshagen.
  • Die Flächen von Nr. 10-12 befinden sich im Bereich der Mühle(11 und 12 als Kirchenbüdner ausgewiesen).
  • Nach Aufteilung der Bauernhufen 8 und 9 1906 entstanden am Wald beginnend die Nr. 13 und 14 an der südöstlichen Gemarkungsgrenze gefolgt von den Nr. 21 und 22 sowie 15-20 gegenüber der Straße vom Wald bis zur Dorfgrenze.


Büdnerei I/Erbkrug

(Trede/Reincke)

  • Carl Gottfried Hinrich Trede wurde am 22.November 1818 in Retschow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Carl ist in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 31.Januar 1895 verstorben und dort am 6.Februar 1895 bestattet worden. Als Todesursache wurde „Lungenentzündung“ angegeben. Carl arbeitete in Retschow als Büdner (Büdnerei Nr.1), Erbkrüger und Tischler.
  • Johann Heinrich Karl Ludwig Trede wurde in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 8.September 1849 geboren. Nach 1867 arbeitete Ludwig in Retschow als Tischler und nach 1900 als Gastwirt(Quelle: Familienforschung Masch).
  • (Siehe oben zur Statistik 1867)
  • Eintragungen zu Geburten aus dem Kirchenbuch Retschow
  • Frau Gertrud Trede hat Fotos und Originaldokumente zum Erbkrug gesammelt:
  • 1941 wurde zur Versorgung der Gefangenen ein Küchenherd angeschafft(Quelle: Archiv LRO)
  • 1947 baut Caroline Reimer eine offene Scheune(Quelle: Archiv LRO).
  • 1954 baut Heinrich Reinke einen Geflügelstall(Quelle: Archiv LRO).
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Büdnerei II

(Peters/Pentzin/Brasik/Reinck/Rust)

  • Die Büdnerei befand sich im Bereich des ehemaligen Konsums.
  • Johann Christian Heinrich Peters wurde in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 10.Februar 1827 geboren und dort am 11.Februar 1827 getauft. Christian ist in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 3.April 1890 verstorben und dort am 7.April 1890 bestattet worden. Als Todesursache wurde „Schwindsucht“ angegeben. Christian arbeitete in Retschow als Büdner (Büdnerei Nr.3).
  • Christian Johann Joachim Friedrich Peters wurde in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 14.Februar 1860 geboren. Verstorben ist er vor 1919. In Retschow arbeitete er als Büdner (Büdnerei Nr.3)/(Quelle: Familienforschung Masch)
  • Eintragungen zu Geburten aus dem Kirchenbuch Retschow
  • 1947 baut Heinrich Pentzin einen Geräteschuppen(Quelle: Archiv LRO).
  • 1953 baut Heinrich Pentzin das Wohnhaus um(Quelle: Archiv LRO).
  • Die Büdnereistelle befand sich an der Ecke Einfahrt Fulgenweg gegenüber dem Denkmalhof.
  • 1946/47 erfolgte eine Neueindeckung des Wohnhausdaches(Quelle: Archiv LRO).
  • 1955 baut Richard Rust einen Geflügelstall(Quelle: Archiv LRO).
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Büdnerei III

(Kröger/Mau/Schuhmacher/Batzdorf)


  • Büdnerei nach der Hochzeit von Walter und Leni Batzdorf, geb. Schuhmacher 1955 von Lenis Großmutter ...Mau übernommen.
  • Berta Batzdorf(1904-1988/oben Bildmitte nach dem Krieg beim Kartoffeln sammeln) floh 1945 mit ihren Söhnen Walter und Horst aus Deutsch Hammer (Breslau) nach Retschow. Vater Erich(1905-1971) kam später aus französischer Gefangenschaft. Er wäre am liebsten in Frankreich auf einem Weingut/Spirituosenhändler geblieben, seine Frau wollte aber nicht erneut umsiedeln.
  • Nach der Flucht und Ankunft in Bad Doberan haben Batzdorfs ein paar Nächte im Eisenmoorbad verbracht. In Retschow waren sie zunächst auf den Höfen Masch und Brügge untergebracht.
  • Walter war wie sein Vater gelernter Zimmermann.
  • 1960 erfolgte der Eintritt in die LPG.
  • In den 1960-iger Jahren wurde Walter gemeinsam mit Albert Stübe und Rudolf Weigend für ein halbes Jahr zur Arbeit im Uranbergbau nach Aue abkommandiert.
  • Heute(2019) wohnt dort Familie Bauer.



Büdnerei IV

Vick/Dedow/Ahrens/Bahlmann

Büdnerei V

Hameister/Lehmann

  • 1944 baut Georg Hameister einen Hühnerstall(Quelle: Archiv LRO)
  • Heute wohnt hier Siegfried Lehmann mit Familie.


Büdnerei VI

Wruck

Büdnerei VII

(Kuhse?/Schuhmacher/Falkenthal)

  • Erich Falkenthal verheiratet mit Erika Schuhmacher
  • Heute wohnt dort Sohn Gerhard mit Familie.


Büdnerei VIII

(Mahn/Hünemörder)

  • 1946 baut Franz Hünemörder eine Scheune mit Stellmacherei(Quelle: Archiv LRO).

Büdnerei IX

(Schmidt/Schütt/Fuhrmann/Niemann)

  • Erbschmiede(Siehe oben zur Statistik 1867)
  • 1946 baut Johann Niemann eine Scheune(Quelle: Archiv LRO).

Büdnerei X

(Chr. Trede?/Gerlieb/Pagels)

  • Kirchenbüdnerei
  • Paul Gerlieb hat Informationen zu den Wurzeln seiner Familie in Retschow zusammengetragen:
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  • Auf dem Bild mit Oma Luise sind die Kinder von Paul und Ruth Gerlieb, Christa, Gunter und Klaus zu sehen.
  • 1946 erweitert Schmied Walter Pagels die Schmiedewerkstatt und den Stall.

Büdnerei XI (Range/Suckow)

  • Kirchenbüdnerei
  • 1946 baut Friedrich Suckow eine Stallscheune(Quelle: Archiv LRO).


Büdnerei XII

(Jürß)

  • Kirchenbüdner
  • Walter(1911-1995) und Herta Jürß(1914-1998)- (Siehe unter LPG)

Büdnerei XIII

(Dopp/Richthof)

  • Kirchenbüdner

(Die weiteren Büdnereien sind 1906 durch Aufteilung der Hufen 8 und 9 entstanden)

Büdnerei XIV

(Jenning)

Büdnerei XV

(Pastevka?)

Büdnerei XVI

(Braasch/Schacht)

  • 1957 haben Schachts die Büdnerei von Frau Braasch gekauft.
  • Frau Braasch (gest.) war Tante von Lehrer Karow.
  • Eine Frau Heldt hat lange Jahre dort gewohnt.
  • Es soll Verbindungen zu Tremps(Stülow) geben.


Büdnerei XVII

(Wendländer/Weiser)

  • 1946 Wiederaufbau nach Brandschaden(Quelle: Archiv LRO)
  • Heute wohnt dort Familie Berg und betreibt ein Zahnlabor. Frau Berg ist eine geb. Weiser.


Büdnerei XVIII

(Reinck/Frahm)

  • 1954 errichtet Lotte Frahm einen Anbau zum Schweinestall
  • 1955 baut Lotte Frahm einen Geräte- und Maschinenschuppen.


Büdnerei 19

(Saß)

  • 1940 vergrößert Wilhelm Saß ein Stallgebäude(Quelle: Archiv LRO)
  • 1990 von Fam. Schoppmeyer erworben

Büdnerei 20

(Walter Jürß)

Büdnerei 21

(Heinrich Lange/Wittchen)

  • Der Geschäftsmann Rust aus Kühlingsborn hatte die Büdnerei als Geldanlage erworben.
  • Heute wohnt dort Familie Pape.

Büdnerei 22

Steinfurth/Rust/Batzdorf


  • 1962 hat Erich Batzdorfs Familie die Büdnerei Nr. 22 von dem Geschäftsmann Rust aus Kühlungsborn gekauft.
  • Heute wohnt dort Familie Schwaß (Frau Schwaß, Tochter von Horst B.,unten mit Fahrrad)

Häusler

Häuslerei Roggentin Fulgenkoppel

Infrastruktur

Die Kirche


Die Schule


Chronik_der_Schule


Verkaufsläden

Der Kindergarten

OZ-Artikel vom 26.6.2018
Retschow258.jpg
OZ-Artikel vom...?


Krug/Gaststätte

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(Siehe unter Büdnereien/Erbpachtkrug)


Die Feuerwehr

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Bau des Feuerwehrhauses 19...

Die Mühle

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  • 1950 baut Müllermeister Friedrich Wegner einen Geräteschuppen(Quelle: Archiv LRO).

Die Schmiede

(Siehe auch unter Büdnereien 9 und 10)

Gemeindeverwaltung

  • Die Gemeindeversammlung des Dorfes Retschow bestand bis 1918 aus 16 Mitgliedern. Das waren die 9 Erbpächter, der Pastor, der Lehrer, der Erbmüller, der Erbkrüger und 2 Büdner und seit 1910 ein Vertreter der Häusler.

Bürgermeister/Gemeindevertreter

  • Um 1918 gehörten dem Gemeindevorstand an:
    • als Schulze Erbpächter Reincke
    • als Schöffen Erbpächter Tamms und Büdner Kuhse
  • Nach dem 1. Weltkrieg wurde am 2. März 1919 die Gemeindevertretung gewählt:11 Büdner, 1 Arbeiter, 1 Rentner, 1 Häusler, der Schmied, die Gemeindeschwester :
    • Schulze Büdner Hans Mau
    • Schöffen die Büdner Heinrich Rust und Heinrich Wendländer
  • Nach 1933 wurden gewählte Gemeindevertreter durch Beauftragte der NSDAP ersetzt.
  • 1937 wurde Fulgenkoppel der Gemeinde Retschow angegliedert(Quelle: Auszug Gemeindechronik von 1983)
  • Am 15. September 1946. Von den 12 Abgeordneten waren 9 Neu- oder Kleinbauern, 1 Arbeiter, die Gemeindeschwester und ein Gewerbetreibender. Bürgermeister wurde der Landarbeiter Wilhelm Eichhorst.
  • 1973 erfolgte die Zusammenlegung der Orte Stülow, Glashagen und Retschow zur Gemeinde Retschow.Bürgermeister wurde Dietrich Dürre.
  • 1979 wurden 23 Abgeordnete gewählt, dar. 12 LPG-Angehörige, 1 Tierarzt, 1 Kindergärtnerin, 1 Verkaufsstellenleiter, 1 Gemeindeschwester, 1 Gaststättenleiter, 2 Arbeiter und 4 Angestellte sowie 7 Nachfolgekandidaten.
  • Gemeindevertretung von 2009 - 2014:
    • Bürgermeister Dr. Klaus Schoppmeyer(hint. R. 3. v. r.)
    • 1. Stellvertreter des Bürgermeisters Karl-Peter Becker(hint. R. 1. v. l.)
    • 2. Stellvertreter des Bürgermeisters Axel Kähler(vord. R. 1. v. r.)
    • Dr. Michael Giersberg(hint. R. 1. v. r.)
    • Ramon Grondkowski(hint. R. m.)
    • Regina Kaufmann(hint. R.)
    • Martin Neumann(hint. R. 2. v. r.)
    • Gabriele Pape(vord. R. m.)
    • Holger Pentzin(hint. R. 2. v. l.)
    • Thomas Schubert(vord. R. l. v. l.))
    • Dr. Herbert Bog(nicht auf dem Foto)

Sagen und Legenden zu Retschow

Natur und Landschaft

OZ-Artikel
OZ-Artikel

Flurnamen in Retschow

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