Teterow fortlaufende Chronik: Unterschied zwischen den Versionen

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=='''Teterower Persönlichkeiten'''==
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===Asmus, Gisela (Emma Carla Therese) – Archäologin===
 
geb. 17.6.1905 Teterow
gest. ?
 
Vater: Rudolf (Wilhelm Friedrich Theodor) A., Mediziner,
Heimatforscher
Bruder: Wolfgang Dietrich (Ludwig Erhard Konrad Heinz
Valentin) A., Archäologe
1937 Promotion in Kiel mit der Dissertation »Die
vorgeschichtlichen rassischen Verhältnisse in
Schleswig-Holstein und Mecklenburg«; Tätigkeit an
den Museen für Vorgeschichte in Berlin, Schwerin,
Breslau und Kiel; arbeitete 1946-1960 auf
anthropologischem und paläontologischem Gebiet
in Hannover; seit 1960 am Institut für Ur- und
Frühgeschichte Köln; betrieb Forschungen in ganz
Europa; Veröffentlichungen zu anthropologischen
Funden in Mecklenburg; »Frühkaiserzeitliche
Schädelfunde aus Mecklenburg und Pommern« in
»Offa« (1939); »Das Mittelneolithikum zur Zeit der
Trichterbecherkultur in Nordostholstein« (1987);
»Unsachliches über Teterow« in »Mecklenburgische
Monatshefte« (1935).
 
===Asmus, Rudolf (Wilhelm Friedrich Theodor) - Mediziner, Heimatforscher===
 
geb. 10.2.1875 Rostock
gest. 31.12.1965 Güstrow
 
Vater: Ludwig A., Kaufmann
1895 Abitur in Rostock; Studium in Rostock und
München; 1900 Approbation und Promotion in
Rostock; seit 1900 praktischer Arzt in Teterow; 1907
Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde und des Vereins der Freunde der
Naturgeschichte in Mecklenburg; beschäftigte sich
mit Archäologie und Anthropologie; »Die Schädelform
der altwendischen Bevölkerung Mecklenburgs«
(1900); »Der Burgwall von Teterow und seine
Eroberung durch die Dänen« (1927) und »Spuren der
wendischen Siedlungen und des wendischen Kultes
in den Flurnamen der Feldmark Teterow« (1929)
in »Mecklenburg. Zeitschrift des Heimatbundes
Mecklenburg«; »Vorgeschichtliche Fundstellen im
Bereich der Mecklenburgischen Schweiz« (1929) und
»Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom
Teterower See« in »Mecklenburgische Monatshefte«
(1935); Nachlass im Landeshauptarchiv Schwerin.
 
===Asmus, Wolfgang Dietrich (Ludwig Erhard Konrad Heinz Valentin,auch: Wolf-Dieter A.) - Archäologe===
 
geb. 24.9.1908 Teterow
gest. 13.2.1993 Hannover
 
Vater: Rudolf (Wilhelm Friedrich Theodor) A., Mediziner,
Heimatforscher
Schwester: Gisela (Emma Carla Therese) A., Archäologin
1928-1932 Archäologie-, Geologie- und
Anthropologiestudium in Rostock, Greifswald,
Wien und Kiel; 1935 Promotion in Kiel; 1935
wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, 1940 Kustos,
1953-1974 Direktor der Urgeschichtsabteilung des
Niedersächsischen Landesmuseums Hannover; bis
1961 Landesarchäologe für die ehemalige Provinz
Hannover; 1950 Mitbegründer, Schriftführer und bis
1974 Vorsitzender (seit 1975 Ehrenvorsitzender) des
Niedersächsischen Landesvereins für Urgeschichte;
»Tonwarengruppen und Stammesgrenzen
in Mecklenburg während der ersten beiden
Jahrhunderte nach der Zeitenwende« (Diss., 1938);
Herausgeber der von Carl Schuchardt begründeten
Reihe »Die Urnenfriedhöfe in Niedersachsen«
(8 Bde.; 1961-1970); gab sechs Bände in der
Reihe »Veröffentlichungen der urgeschichtlichen
Sammlungen des Niedersächsischen Landesmuseums
zu Hannover« heraus; »Aus Teterows längst
vergangenen Tagen« (1931), »Mecklenburgs Not im
dreißigjährigen Krieg« (1931), »Teterow vor und nach
dem dreißigjährigen Krieg« (1933) und »Teterower
Wappen« (1933) in »Ostmecklenburgische Heimat«;
»Vorgeschichtliche Bodenfunde« in »Mecklenburgische
Monatshefte« (1933); seit 1953 Redakteur der
Zeitschrift »Die Kunde«; »Bronzezeit im Norden«
(1979) und »Der Bildstein von Anderlingen und
seine Verbindung zu Skandinavien« in »Die Kunde«
(1990/91).
 
===Bansow, Joachim – Theologe===
 
geb. 2.2.1527 Teterow
gest. 23.3.1593 Rostock
 
Vater: Heinrich B.
1551/52 Zweiter Pastor in Teterow; 1554 Diakon,
1578-1593 Pastor an der Nikolaikirche Rostock.
 
===Bartels, Karl - Naturschützer, Museologe===
 
geb. 29.6.1884 Teterow
gest. 24.1.1957 Waren (Müritz)
 
1901 Angestellter der Post, ab 1923 der
Finanzverwaltung in Waren; ab 1945
Obersteuerinspektor; seit 1920 Bemühungen
um die Erhaltung und den weiteren Ausbau des
Müritz-Museums Waren; 1941-1948 Mitarbeiter,
1948-1956 Leiter des Müritz-Museums Waren;
1936-1957 Kreisnaturschutzbeauftragter
Waren; 1946-1950 Bezirkskonservator für
Naturschutz in Ostmecklenburg; schuf 1931 das
Naturschutzgebiet »Müritzhof«; 1949 Erweiterung
des Naturschutzgebietes »Ostufer der Müritz«;
1954 Gründung einer Biologischen Station, der
Lehrstätte für Naturschutz Müritzhof; verdient um den
Schutz der Fisch- und Seeadler; seit 1921 Mitglied
des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in
Mecklenburg; 1922 Mitbegründer der Vereinigung
für Heimatschutz in Waren; Karl-Bartels-Linde am
Müritzhof; Karl-Bartels-Straße in Waren; keine
eigenen Veröffentlichungen, lieferte aber faunistisches
Material zu Rudolf Kuhks »Vögel Mecklenburgs«
(1939).
 
===Batt, Kurt - Philologe, Literaturwissenschaftler===
 
geb. 11.7.1931 Hamburg
gest. 20.2.1975 Rostock
begr. Teterow
 
Vater: Buchdrucker
In Teterow aufgewachsen; 1951-1955
Germanistikstudium in Leipzig; 1958 Promotion in
Leipzig; 1955-1959 Dozent am Konservatorium in
Rostock; 1960 Lektor, 1961-1975 Cheflektor des
Hinstorff Verlags; 1974 Habilitation in Greifswald;
engagierte sich für die Werke junger DDR-Autoren
wie Jurek Becker, Thomas Brasch, Fritz Rudolf
Fries, Ulrich Plenzdorf und Rolf Schneider; viele
Jahre Lektor von Franz Fühmann; widmete sich
vor allem der Fritz-Reuter-Forschung; Mitglied
des Beirats für Literaturwissenschaft des Aufbau-
Verlages Berlin; Mitarbeiter der Hauptverwaltung
Verlage und Buchhandel des Ministeriums für
Kultur der DDR; 1966 Mitglied der Kulturbund-
Kreisleitung Rostock; 1967-1971 Vorstandsmitglied
des Schriftstellerverbandes der DDR; 1974 HeinrichMann-
Preis der Akademie der Künste der DDR;
»Untersuchungen zur Auseinandersetzung zwischen
Klaus Groth und Fritz Reuter« (Diss., 1958);
Herausgebertätigkeit: »Klaus Groth: ›Quickborn‹«
(1962), »John Brinckman: ›Gesammelte Werke‹« (2
Bde.; 1964), »Fritz Reuter: ›Gesammelte Werke und
Briefe‹« (8 Bde.; 1966/67 nebst einem 9. Bd. »Fritz
Reuter – Leben und Werk«), »Klaus Groth: ›Voer de
Goern. Kinderreime‹« (1970), »Mecklenburg. Ein
Lesebuch« (1977; 4. Aufl., 1990); neben seinem
Schaffen für die niederdeutsche Sprache und
Literatur auch Literaturkritiker zur hochdeutschen
Literatur in »Sinn und Form«, »Weimarer Beiträge«
und »Neue Deutsche Literatur«; »Anna Seghers.
Versuch über Werdegang und Werke« (Habil.,
1973); »Die Exekution des Erzählers. Westdeutsche
Romane zwischen 1968 und 1972« (1974);
»Revolte intern. Betrachtungen zur Literatur in der
BRD« (1974); »Über Anna Seghers. Ein Almanach
zum 75. Geburtstag« (1975); »Widerspruch und
Übereinkunft. Aufsätze zur Literatur« (1978);
»Schriftsteller. Poetisches und wirkliches Blau.
Aufsätze zur Literatur« (1980); »Kurt Batt gewidmet«
(1976; Heft 10 der Hinstorff-Reihe »trajekt«);
»Porträt einer mir bekannten Person« in »Mitteilungen
der Willi-Bredel-Bibliothek Rostock« (1970;
Selbstcharakteristik); Nachlass im Literaturarchiv der
Akademie der Künste Berlin.
 
===Behrens, Rudolf – Parlamentarier===
 
geb. 27.10.1880 Teterow
gest. ?
 
Mittelschule in Neubrandenburg; Buchdruckerlehre;
seit 1914 Betriebsleiter der Hofbuchdruckerei
Wilhelm Sandmeyer in Schwerin; seit 1919 Mitglied
des Schweriner Wohnungsamtes und führend in der
Mieterbewegung tätig; Mitglied des Beirates des
Reichsbundes deutscher Mieter in Berlin; 1925 Erster
Vorsitzender des Landesverbandes Mecklenburgischer
Mieter-Vereine und Redakteur der Mecklenburgischen
Mieter-Zeitung; seit 1925 Stadtverordneter in
Schwerin; 1926-1933 Mitglied des Landtages von
Mecklenburg-Schwerin (Gruppe für Volkswohlfahrt).
 
===Blohm, Georg (Friedrich) – Agrarwissenschaftler===
 
geb. 25.10.1896 Thürkow
gest. 9.5.1982 Kiel
 
Vater: Gutsbesitzer
Schulen in Teterow und Lübeck; Agrarstudium in
Halle; dort 1924 Promotion; bis 1930 Privatdozent
am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung
in Halle; übernahm 1930 die betriebswirtschaftliche
Abteilung der Landwirtschaftskammer für die
Provinz Pommern in Stettin; 1931 Geschäftsführer
in der »Landbauberatung Pommern GmbH«;
1934 Habilitation an der Landwirtschaftlichen
Hochschule Berlin; 1936 ordentlicher Professor für
Landwirtschaftliche Betriebslehre und Agrarpolitik an
der TH Danzig; 1941 Professor in Posen; nach dem
Zweiten Weltkrieg in Greifswald und Halle; 1952-
1965 Direktor des Instituts für Landwirtschaftliche
Betriebs- und Arbeitslehre der Universität Kiel;
Mecklenburgisches Verdienstkreuz; 1960 Dr. h. c.
der TH München; 1969 Großes Verdienstkreuz
der BRD; 1970 Justus-von-Liebig-Preis der
Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität
Kiel; beschäftigte sich mit bodenphysikalischen
Problemen und mit betriebswirtschaftlichen
Fragen; »Die Kalkung der schweren Böden«
(1928); »Die Förderung der Bodenfruchtbarkeit
als Aufgabe der Betriebsorganisation« (1952);
»Die Naturgebundenheit
 
===Böhmer, Gerhard - Pädagoge, Geograph, Heimatforscher, (niederdeutscher) Schriftsteller===
 
geb. 15.7.1895 Teterow
gest. 4.12.1978 Warendorf (Westfalen)
 
Vater: Albert B., Pädagoge
Philologie- und Geographiestudium in Göttingen
und Rostock; 1922 Promotion in Rostock; 1925-
1932 Studienrat an der John-Brinckmann-Schule
Güstrow, dann am Realgymnasium in Teterow;
1947-1951 Übersiedelung nach Rothenburg
(Tauber) und literarische Tätigkeit; 1951-1956
Landeskulturreferent in der Landsmannschaft
Mecklenburg in Nordrhein-Westfalen und ab 1953
Realschullehrer in Mühlheim (Ruhr); Studienrat
an der Marienschule in Warendorf; Geograph,
Lokalhistoriker, Sagen- und Flurnamenforscher;
Sammlung von Dokumenten zur mecklenburgischen
Kulturgeschichte und Mecklenburgern in der ganzen
Welt; Lyrik, Romane, Novellen, Essays, Skizzen und
Erzählungen; auch niederdeutsche Gedichte wie
»Mandschien« und »Hillig-Abend tau Hus«; »Der
Glaube an die Güte. Ein programmatischer Entwurf
über das Lichtleid-Erleben« (1921); »Flußdichte im
Gebiet der mecklenburgischen Seenplatte und ihrer
Vorländer« (Diss., 1922); »Die Regia-Legende«
(1926); »Die Mecklenburgische Schweiz« (1927);
»Die Hexe von Teterow« (1927); »Das Lebensbild des
Grafen Hans von Schlitz« (1930); »Die Geheimnisse
um Hinnerk Beckmann zu Teterow 1722« (1931);
»Mein Teterower Skizzenbuch« (1931); »Flurnamen
und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark
Teterow« (1934); »Chronik und Lebensbild einer
mecklenburgischen Kleinstadt« (1946/47);
»Prof. Dr. Karl Georg Christian von Staudt, ein
Lebensbild« (1953); »Heimat als Ethos und Aufgabe.
Eine Auswahl aus dichterischen Fragmenten« (1961);
»Rahnstädter Billerbauk« (1966); »Mecklenburger
im Rheinland und in Westfalen. Eine biographische
Darstellung« (1968); »Sursum corda. Einführung
in das Lebenswerk des Bildschnitzers Otto Flath«
(1968/69); »Der Glaube an die Güte« (1970);
»Kalendarium mecklenburgischer Persönlichkeiten«
(1978); 1960 Fritz-Reuter-Jubiläumsmedaille; 1974
Kulturpreis der Landsmannschaft Mecklenburg;
Nachlass im Landeshauptarchiv Schwerin.
 
===Danneel, Heinrich – Chemiker===
 
geb. 2.3.1867 Teterow
gest. 17.5.1942 Göttingen
 
Vater: Otto Beatus D., Jurist, Botaniker, Ornithologe
Entstammte einer alten Gelehrtenfamilie aus Teterow;
Studium der Physik und Chemie; 1897 Promotion in
Göttingen; 1900-1903 Privatdozent der Elektrochemie
in Aachen; 1908-1911 Leiter des Versuchsbetriebes
der Elektrischen Werke Lonza in Genf, seit 1911
Leiter des Zentrallabors der Firma in Basel; 1923-
1926 Privatdozent an der Universität Rostock; seit
1926 in Münster; 1930 außerordentlicher Professor
der Technischen Chemie in Münster; 1932 Ruhestand
in Göttingen; Herausgeber des »Jahrbuches für
Elektrochemie« (1904-1908); mehrere Bände zum
Thema Elektrochemie; »Studien zur elektrolytischen
Abscheidung von Metallen nach dem Faraday’schen
Gesetz« (Diss., 1897); »Michael Faraday’s Leben und
Werk« (1900); »Elektrochemie und ihre physikalischchemischen
Grundlagen« (4 Bde.; 1905-1928);
»Praktischer Leitfaden der Elektrotechnik zum
Selbststudium« (1907).
 
===Danneel, Otto Beatus - Jurist, Botaniker, Ornithologe===
 
geb. 30.10.1810 Teterow
gest. 1.5.1883 Teterow
 
Vater: Senator
Entstammte einer alten Teterower Familie,
aus der Gerichtsräte, Bürgermeister und
Senatoren hervorgegangen sind; Jurastudium
aus gesundheitlichen Gründen nach drei Jahren
abgebrochen; wurde Landmann, Stadtsekretär
und Senator, Landwirt, Botaniker und Ornithologe;
bewirkte vieles für die Landschaft der Teterower
Umgebung durch die Gestaltung der Feldmark
(vor allem des Galgenbergs), Trockenlegung
des Mühlenbruchs, Anpflanzung von Alleen und
Schaffung von Oasen für die Vogelwelt; sorgte für die
Wasserversorgung der Stadt Teterow mit Quellwasser.
 
===Danneel, Wilhelm Carl Christian – Theologe===
 
geb. 11.1.1781 Teterow
gest. 29.4.1871 Wittenburg
 
Vater: Christian Otto Joachim D., Bürgermeister
1811 Hilfsprediger, 1815 Zweiter, 1832 Erster Pastor
in Wittenburg; 1861 Kirchenrat.
 
===Fiedler, Felix – Theologe===
 
geb. 1633 Rostock
gest. 8.1.1707 Teterow
 
Vater: Constantin F., Theologe
1661 Zweiter, 1672-1705 Erster Pastor an der
Stadtkirche Teterow; gründete am 24. Juni 1699
die Stiftung Zum Besten armer Schulkinder; zum
Fiedlerschen Schul- und Armenstift gehörten (an
die Stadt Teterow vererbpachtete) Acker- und
Gartenflächen auf dem Fliederkamp (Schulkamp),
deren Pachterlös der Unterstützung armer Schüler
diente; hier wurde 1860 das neu erbaute Schulhaus
eingeweiht; 1885, 1903 und 1966 entstanden auf
demselben Gelände weitere Schulen; das 1875 als
Kleinkinderschule gebaute Haus trägt seinen Namen
und beherbergt heute die Kommunale Kulturstiftung
Teterower Kreis.
 
===Friese, Willi – Soldat===
 
geb. 26.4.1890 Teterow
gest. ?
 
Ausbildung als Funkoffizier; Studium der
Hochfrequenztechnik in Berlin; Kadett auf dem
deutschen Kaiserlichen Segelschulschiff Niobe;
folgte dem Angebot von Telefunken, türkische
Funkoffiziere in Istanbul auf einer Bahn-Station der
Bagdad-Linie zu schulen; Fachmann für Funkwesen
im Dienste Tschiang Kai-scheks in der Mandschurai;
Generalmajor im Pekinger Militärrat; 1937 Flucht
aus China und Rückkehr nach Teterow; 1939
Korvettenkapitän im Oberkommando der Marine;
1945 Stadtkommandant von Neustrelitz; neun Jahre
Gefangenenlager Stalingrad; lebte dann in Hannover
 
===Funk, Eduard – Musiker===
 
geb. 6.9.1861 Teterow
gest. ?
 
Seit dem 8. Lebensjahr Kirchenchorsänger; besuchte
die Rittersche Musikschule Teterow; 1881 Hoboist
im 107. Infanterie-Regiment in Leipzig; 1890-
1893 Studium an der Königlichen Hochschule für
Musik in Berlin; Militärkapellmeister-Laufbahn;
Obermusikmeister im Füsilier-Regiment Königin
Nr. 86 Flensburg; Dirigent der Künstlerkonzerte im
Flensburger Gesangverein; Dirigent des gemischten
Chorvereins Euterpe Flensburg; Ehrendirigent des
Colmarer Zitherklubs; Komposition von Liedern,
Märschen, Orchesterwerken, Chorwerken und der
Operette »Die Liebesinsel«.
 
===Giesenhagen, Karl (Friedrich Georg) – Botaniker===
 
geb. 18.6.1860 Teterow
gest. 7.4.1928 München
 
Vater: Staatskämmereiberechner
Studium in Rostock, Berlin und Marburg; 1889
Promotion und 1890 Habilitation in Marburg;
1891 ordentlicher Professor der Botanik und
Pharmakognosie in München und Vorsteher
des Botanischen Instituts an der TH München;
reiste nach Java und Sumatra, von wo er reiches
botanisches Sammelgut mitbrachte; 1926 Geheimer
Regierungsrat; 1883 Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde;
»Das Wachsthum der Cystolithen von Ficus elastica«
(Diss., 1889); »Die Hymenophyllaceen« (Habil.,
1890); »Lehrbuch der Botanik« (1894; 10. Aufl.,
1928); »Auf Java und Sumatra. Streifzüge und
Forschungsreisen im Lande der Malaien« (1902);
»Studien über die Zellteilung im Pflanzenreiche«
(1905); »Befruchtung und Vererbung im
Pflanzenreiche« (1907).
 
 
===Glüer, Joachim Christoph - Pädagoge, Kantor===
 
geb. ?.5.1671 Thelkow
gest. 28.1.1765 Teterow
 
Vater: Theologe
Schulbesuch in Wismar und Lübeck; Studium in
Rostock; Sekretär des Wismarer Obristen Jürgen
Graf von Mellin und danach des dänischen Obristen
von Passow; zwei Jahre Studium in Greifswald,
konditionierte in vornehmen Häusern; 1710-1762
Kantor in Teterow.
 
 
===Haeger, (Jacob) Friedrich - Theologe, Pädagoge===
 
geb. 11.7.1763 Teterow
gest. 20.5.1840 Slate
 
Vater: Johann Friedrich H., Theologe
Gymnasium in Wismar; 1783 Theologiestudium
in Halle; neun Jahre Hauslehrer, zuletzt bei der
Familie von Both in Kalkhorst; 1800-1802 Subrektor
in Parchim; 1802-1835 Pastor in Slate; während
seiner Amtszeit besuchte Fritz Reuter das Parchimer
Gymnasium (1828-1831); literarische Gestalt (»De
Paster Säger tau Salaten«) in Reuters Geschichte vom
Bauern Brand, der von seinem Pastor bewirtet wird
(»Dat smeckt dor aewerst ok nah!«) in »Läuschen un
Rimels« (1853).
 
===Hane, Christoph Vollrath – Theologe===
 
geb. 26.8.1750 Teterow
gest. 30.6.1828 Schwerin
 
Vater: Vollrath Heinrich H., Theologe
Gymnasium in Güstrow; 1769 Theologiestudium
in Rostock; 1784 Prediger bei Herzog Friedrich in
Ludwigslust; 1786 Pastor in Plate; 1798 Domprediger
in Schwerin; 1804 Mitvorsteher des Schweriner
Waisenhauses; Mitglied des Großherzoglichen
Armenkollegiums und Mitscholarch des Gymnasiums
Fridericianum Schwerin; 1825 Kirchenrat.
 
===Hecht, Heinrich - Pädagoge, Parlamentarier===
 
geb. 12.8.1866 Teterow
gest. ?
 
Bürgerschule und Präparandum Neukloster;
Hilfslehrer in Waren und Malchin; Lehrerseminar
Neukloster; Lehrer in Dargun; seit 1891 in Güstrow;
seit 1904 Mitglied des Bürgerausschusses in Güstrow;
Vorsitzender des Güstrower Bienenzuchtvereins;
Mitglied des städtischen Komitees für Volksernährung;
1919/20 Mitglied des verfassungsgebenden Landtages
von Mecklenburg Schwerin (DDP).
 
===Heilmann, Ernst – Kaufmann===
 
geb. 21.4.1866 Berlin
gest. ?.12.1923 Güstrow
 
Vater: Kaufmann
Friderizianisches Gymnasium Berlin; Studium
in Heidelberg; 1889 Promotion in Berlin; 1894
gemeinsam mit Fritz Hillringhaus Gründung der
Chemischen Fabrik Güstrow (Herstellung von
Milchzucker, ab 1898 auch Borax und ab 1900
hauptsächlich Medikamente); Forschung auf dem
Gebiet der Schwer- und der Nahrungschemie;
ab 1915/16 auf Heilmannshöh an der Teterower
Chaussee in Güstrow; die Chemische Fabrik wurde
1936 arisiert und zwangsverkauft; erhielt für seine
außerordentliche Kriegsfürsorge während des Ersten
Weltkrieges 1917 das Friedrich-Franz-Kreuz; »Das
Xylalphtalid und seine Derivate« (Diss., 1889).
 
===Hirsch, Aaron - Kaufmann, Bankier===
 
geb. 1781 Teterow
gest. 19.1.1832 Teterow
 
Vater: Manufakturhändler
Durch Hauslehrer erzogen; übernahm die
Manufakturwarenhandlung des Vaters in Teterow;
betrieb Woll- und Bankiersgeschäfte bis nach England
und Frankreich; Mitglied des Mecklenburgischen
Patriotischen Vereins.
 
===Ihrke, Walter – Philologe===
 
geb. 22.11.1894 Teterow
gest. 7.2.1980 Rostock
 
Lektor; Mitarbeiter am Mecklenburgischen
Wörterbuch; Bearbeiter von Fritz Reuters »Ut
mine Stromtid« (1967); »Litzenbroder« (1955)
und »Doppeltbenennungen zweiseitig verbundener
Teile beim Spinnrad nach mecklenburgischen
Belegen« (1958) in »Korrespondenzblatt des
Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung«;
»Pfingstbräuche der mecklenburgischen Hirten«
in »Neue Mecklenburgische Monatshefte« (1956);
»Wie sich der mecklenburgische Volksmund
über die frühere gesellschaftliche Spannung
äußert« in »Wissenschaftliche Annalen« (1956);
»Mecklenburgische Fastnachtsbräuche« in »Deutsches
Jahrbuch für Volkskunde« (1960).
 
===Kaempf, Carl – Seemann===
 
geb. 3.1.1855 Teterow
gest. 13.12.1930 Rostock
 
1903-1910 Kapitän und Erster Offizier der
Hamburger Großreederei HAPAG (Hamburg-
Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft);
gewann 1906 als erster Deutscher das Blaue Band
des Atlantiks für die schnellste Atlantiküberquerung
mit dem Schnelldampfer Deutschland; begleitete
Kaiser Wilhelm II. auf dessen Nordland- und
Mittelmeerreisen.
 
===Kirchhoff, (Gottlieb Sigismund) Constantin – Apotheker===
 
geb. 15.2.1764 Teterow
gest. 4.2.1833 (15.2.1833) St. Petersburg (Russland)
 
Vater: Apotheker, Postmeister
Zunächst Apothekengehilfe, später Direktor der
Ober-Apotheke (Hofapotheke) St. Petersburg;
arbeitete als Chemiker zur Zinnoberherstellung
auf nassem Wege; verminderte die Entzündbarkeit
von Holz; Herstellung von unglasiertem irdenen
Geschirr; Verwendung von Kartoffelmehl zum
Brotbacken und zur Branntweingewinnung; berichtete
darüber in Fachzeitschriften; 1811 Entdeckung der
Stärkeverzuckerung beim Kochen mit verdünnter
Schwefelsäure und 1814 der Stärkeverflüssigung
durch Kleber aus gekeimter Gerste; 1912 Mitglied der
russischen Akademie der Wissenschaften.
 
===Koß, Ella (geb.: Freudenthal) - Niederdeutsche Schriftstellerin===
 
geb. 21.5.1884 Teterow
gest. ?
 
Vater: Ludwig Johann Friedrich Freudenthal, Gastwirt
Heiratete den Kaufmann Heinrich K.; Wohnsitz
in Grimmen; in der Evangelischen Frauenhilfe
aktiv; enger Kontakt zum Heimatdichter Rudolf
Tarnow; schrieb niederdeutsche Gedichte, auch zur
Heimatstadt Teterow.
 
===Leo, August - Theologe, Parlamentarier===
 
geb. 27.11.1861 Teterow
gest. 1.5.1946 Rostock
 
Vater: Theodor L., Musikpädagoge
1882 Abitur am Gymnasium in Neustrelitz;
Theologiestudium in Rostock, Leipzig, Erlangen und
Berlin; 1886 Prädikant am Dom in Güstrow; 1887-
1890 Lehrer am Realgymnasium in Ludwigslust;
1890-1892 Pastor in Cramon; 1892-1901 Pastor in
Ludwiglust; 1901-1907 Domprediger in Schwerin; seit
1907 Superintendent in Malchin; 1916 Vorsitzender
der Prüfungskommission; 1918 Konsistorialrat;
1919/20 Mitglied des verfassungsgebenden Landtages
von Mecklenburg-Schwerin (DNVP); 1921 Mitglied der
verfassungsgebenden Landessynode; 1903 Mitglied
des Vereins für mecklenburgische Geschichte und
Altertumskunde.
 
===Mohr, Werner – Pädagoge===
 
geb. 27.12.1873 Teterow
gest. 5.10.1930 Parchim
 
Vater: Wilhelm M., Pädagoge
Volksschule in Teterow, dann Höhere Bürgerschule;
1888-1891 Präparandum Neukloster; 1891-1894
Assistent in Sternberg; 1894-1896 Lehrer in Grabow,
Schwerin und Rostock; 1905 Mittelschullehrerprüfung,
1907 Rektorenprüfung; 1908-1930 Rektor des
Gymnasiums in Parchim; sorgte für die Einrichtung
einer Volksbücherei und freie Lehrgänge in der
Erwachsenenbildung; Mitbegründer und 1921-
1930 Vorsitzender des Heimatvereins Parchim;
unter seinem Vorsitz u. a. Veröffentlichung der
Parchimer Stadtgeschichte von Karl Augustin;
Vorträge im Landeslehrerverein zu pädagogischen
und psychologischen Themen; Veröffentlichungen
zur Didaktik, Schulgeschichte und niederdeutschen
Sprache; »Die Deutsche Oberschule« (1917);
»Begabungsauslese und Intelligenzprüfung« (1920);
»Die fremden Sprachen in der Deutschen Oberschule«
(1919); »Einiges aus der plattdeutschen Wortkunde«
in der Zeitschrift des Heimatbundes »Mecklenburg«
(1925); »Geschichte der Mittel- und Volksschule zu
Parchim« in der Beilage zur »Norddeutschen Post«
(1933).
 
===Müschen, Friedrich – Baumeister===
 
geb. 13.10.1850 Teterow
gest. 18.3.1905 Rostock
 
Vater: (Samuel Christian) Heinrich M., Pädagoge, Kantor,
Gärtner
Bruder: Carl (Christian Friedrich Hermann) M., Theologe
Enkel von Franz Hermann M.; 1881 Baukondukteur in
Boizenburg (Elbe) und bausachverständiges Mitglied
des Elbdeichamtes; 1883 Distriktbaumeister; 1889
Landbaumeister; 1895 Versetzung nach Rostock,
zuständig für die Ämter Ribnitz und Toitenwinkel; für
die Hausgutsverwaltung tätig; Technischer Beistand
der Salinenverwaltung in Sülze; gehörte dem
Vorstand des Friedrich-Franz-Hospizes in Müritz an.
 
===Müschen, (Johann) Georg Bogislaw - Pädagoge, Organist, Kantor, Gärtner===
 
geb. 26.1.1812 Belitz
gest. 21.8.1897 Belitz
begr. Teterow
 
Vater: Franz Hermann M., Pädagoge, Organist, Kantor, Gärtner
Bruder: (Samuel Christian) Heinrich M., Pädagoge, Kantor,
Gärtner
1844 Nachfolger seines Vaters im Amt als Lehrer,
Organist und Kantor und bei der Obstbaumzüchtung
in Belitz; beging 1884 sein 50-jähriges Lehrerjubiläum
in Belitz; 1875 betrug sein Sortiment an Obstsorten
2.000 Sorten; benannte zu Ehren seines Vaters eine
Apfelsorte Müschen-Rosenapfel; »Die Behandlung
des Obstbaumes. Nebst einer Anweisung zum Wein-
Hopfen- und Kümmelbau« (1836); »Der Obstbau in
Norddeutschland. Erfahrungen und Rathschläge für
die allgemeine Einführung desselben« (1876); »Winke
über die ertragreichste Cultur der Spargelpflanze«
(1864), Ueber die Behandlung der Obstbäume und
Sträucher in den ersten Jahren nach ihrer Pflanzung
auf festen Standort« (1864), »Die Ernte des Obstes
und die Aufbewahrung desselben« (1866), »Welche
Obstsorten sollen wir anpflanzen? Ein Beitrag zur
Hebung der Obstkultur in Mecklenburg« (1864) in
»Archiv für Landeskunde«.
 
===Müschen, (Samuel Christian) Heinrich - Pädagoge, Kantor, Gärtner===
 
geb. 2.10.1801 Belitz
gest. 18.10.1897 Teterow
 
Vater: Franz Hermann M., Pädagoge, Organist, Kantor, Gärtner
Bruder: (Johann) Georg Bogislaw M., Pädagoge, Organist,
Kantor, Gärtner
Lehrer und Kantor in Teterow; Georginen- (Dahlien)
und Rosenzüchter; 1869 an der Internationalen
Gartenbauausstellung in Hamburg beteiligt (zwei
erste Preise); auch Fritz Reuter bezog von ihm
Georginen und Rosen für seine Gartenanlage
in Eisenach; als Lehrer erst im 81. Lebensjahr
pensioniert; »Die Schule bleibe im Bunde mit der
Kirche. Offenes Wort an Jedermann, zunächst an die
Lehrer und Eltern der vaterländischen Jugend« (1848)
 
===Müschen, Carl (Christian Friedrich Hermann) – Theologe===
 
geb. 23.5.1852 Teterow
gest. 10.10.1925 Wittenburg
 
Vater: (Samuel Christian) Heinrich M., Pädagoge, Kantor,
Gärtner
Großvater: Franz Hermann M., Pädagoge, Organist, Kantor,
Gärtner
Theologiestudium in Rostock und Leipzig; Hauslehrer
in Lüssow (bei Gützkow) und in Mallin (bei
Neubrandenburg); 1880 Konrektor in Lübz, 1885
Zweiter, 1896 Erster Pastor in Wittenburg; 1919
Präpositus; Bearbeiter des von Friedrich Petersen
herausgegebenen »Haus-Choralbuch. Mit einem
Anhange geistlicher Lieder« (1905; 8. Aufl., 1923);
sein einziger Sohn Franz (*1887) war Regierungsund
Baurat in Schwerin.
 
===Noack, Wilhelm - Maler, Grafiker, Bildhauer===
 
geb. 7.11.1892 Berlin
gest. 1939 Cottbus
 
Schule in Teterow; 1911-1913 Studium an der
Staatlichen Kunstschule Berlin bei Erich Kuithan,
Martin Brandenburg und Willi Maillard; studierte
bei Lewin Funcke und Lovis Corinth in Berlin;
Professor an der Pädagogischen Akademie Dortmund;
Zeichenlehrer in Remscheid; 1919 Professor am
Realgymnasium in Elbing, dann in Hannover,
Dortmund und Cottbus; Studienrat; Teterow war seine
Wahlheimat und die Heidberge ein beliebtes Motiv
seiner Malerei; malte im Auftrag des städtischen
Verkehrsamtes Teterow den Zyklus »Mecklenburgische
Schweiz« (1929) und »Alt Teterow«; schuf Altarbilder,
Kirchenfenster, Bildnisse und Figurales; später
Grafiker, Holzschneider und Radierer; »Frühlingswald
am Rackauer See«; »Marktleben in Osterode«;
»Blick auf St. Marien in Elbing«; »Am Holzstock.
Selbstbildnis« (1925); »Der Blick aus dem Fenster«
(1922) und »Schwalbenflug« (1923) in »Westermanns
Monatshefte« (1924) und »Stadtteich« (1923) in »Die
Gartenlaube« (1923) abgebildet.
 
===Passow, Richard (Carl Gebhard Friedrich) – Wirtschaftswissenschaftler===
 
geb. 2.7.1880 Teterow
gest. 29.3.1949 Göttingen
 
Vater: Friedrich (Heinrich Johann) P., Landgerichtssekretär
Realschule in Teterow und Große Stadtschule Rostock;
1898 Jura- und Nationalökonomiestudium in Rostock
und Berlin; 1901 und 1902 Promotion in Rostock;
Assistent Richard Ehrenbergs; mit der Ordnung und
Verzeichnung der Briefe und Manuskripte Johann
Heinrich von Thünens befasst; arbeitete 1902-
1905 bei der Firma Siemens & Halske AG in Berlin;
1906 Habilitation an der Akademie für Sozial- und
Handelswissenschaften in Frankfurt (Main); bis 1908
Privatdozent, 1909-1916 ordentlicher Professor der
Privat- und Volkswirtschaftslehre an der TH Aachen;
1916-1922 ordentlicher Professor der Wirtschaftlichen
Staatswissenschaften in Kiel; 1922-1938 Professor
in Göttingen; geriet mit regimetreuen Mitarbeitern
in Konflikt und wurde nach einer Intrige gegen
ihn des Amtes enthoben; 1945 Rehabilitation und
bis 1948 wieder in seinem Amt; 1904 Mitglied
des Vereins für mecklenburgische Geschichte und
Altertumskunde; Thünenforscher; Mitherausgeber
der von Ehrenberg edierten Schriftenreihe »Archiv
für exakte Wirtschaftsforschung (Thünen-Archiv)«
(1912-1916); Mitarbeiter am »Handwörterbuch der
Staatswissenschaften« (1923) und am »Wörterbuch
der Volkswirtschaft« (1931); »Die Methode der
nationalökonomischen Forschungen Johann Heinrichs
von Thünen« (Diss., 1901); »Die Kreditgefährdung
des § 187 St.G.B. in historischer, dogmatischer
und kritischer Darstellung« (Diss., 1902; Reprint
1977); »Die Bedeutung des Aufsichtsrats für
die Aktiengesellschaft« (Habil., 1906); »Die
Bilanzen der privaten Unternehmungen« (1910;
Reprint 1981); »Die Bilanz der preussischen
Staatseisenbahnen« (1916); »Kapitalismus. Eine
begrifflich-terminologische Studie« (1918); »Die
Aktiengesellschaft« (1922); »Betrieb, Unternehmung,
Konzern« (1925); »Freie und gebundene Wirtschaft«
(1932).
 
===Pentz, Franz (Heinrich Friedrich) von - Jurist, Bürgermeister, Parlamentarier===
 
geb. 30.10.1850 Gremmelin
gest. 22.11.1908 Teterow
 
Vater: Gotthard von P., Domänenrat
Abitur in Güstrow; 1870/71 Kriegsteilnehmer;
Jurastudium in Rostock, Leipzig und München; 1875
Examen in Rostock; 1879 Richterexamen; Amtsrichter
im Ratzeburgischen; 1880-1908 Bürgermeister in
Teterow (1905 25-jähriges Amtsjubiläum); Mitglied
des Mecklenburgischen Landtages; 1883 Mitglied
des Vereins für mecklenburgische Geschichte und
Altertumskunde; »Teterower Verhältnisse im Jahre
1668 unter den Bürgermeistern N. Griephan und
J. Schmidt« in »Teterower Nachrichten« (1905).
 
===Peterss, Willi - Kaufmann, Sportler, Sportfunktionär===
 
geb. 10.2.1923 Teterow
gest. 14.6.2009 Bernau
 
Handelswirtschaftler; 1942-1945 Kriegsdienst
und Gefangenschaft; 1955 Leiter einer Konsum-
Verkaufsstelle in Teterow; 1959-1964 Studium
an der Fachschule für Binnenhandel; Leiter einer
Großhandelsgesellschaft; 1969-1978 Bereichsleiter
bei der HO, 1978-1988 Fachdirektor für Beschaffung
und Absatz; bis 1956 aktiver Fußballspieler im
Teterower Verein; 1959-1990 Rennleiter des
Bergringrennens in Teterow und Schiedsrichter;
seit 1960 Präsidiumsmitglied (Ehrenmitglied) des
Allgemeinen Deutschen Motorsport Verbandes;
als Speedway-, Sand- und Grasbahn-Referee 630-
mal im Einsatz (sieben Weltmeisterschaften, 260
internationale Rennen); Ehrenmitglied (1998
Ehrenvorsitzender) des MC Bergring Teterow und
des MC Nordstern Stralsund; Mitbegründer des
Bergringmuseums Teterow; 1990 Ehrenbürger
von Teterow; zusammen mit Horst Baumann »50
Jahre Bergring. Ein Streifzug durch die Geschichte
des Teterower Bergrings« (1980), »Vom Dirt-Track
zum Speedway. Ein Streifzug durch die Geschichte
des Speedwaysports« (1989), »Männer, könnt ihr
linksrum tanzen? Teterower Bergringrennen – eine
über 60jährige, ewig junge Faszination« (1994) und
»Die Gipfelstürmer des Bergrings. Alle Bergringpokalund
Goldhelmgewinner auf einen Blick« (1998); starb
im Pflegezentrum Birkenhof in Bernau-Waldsiedlung.
 
===Ringel, Fritz – Sportler===
 
geb. 19.6.1917 Grabow
gest. 27.3.2002 Prisdorf
 
Lehre des Vergolderhandwerks in der Goldleistenfabrik
Grabow; seit 1938 an den Bergringrennen in Teterow
und anderen Sandbahnrennen im In- und Ausland
beteiligt; nach 1945 in Hamburg; 1962 Europameister
der Sandbahnfahrer; gab den aktiven Motorsport
nach schweren Verletzungen infolge eines Sturzes
bei einem internationalen Sandbahnrennen 1962 in
Jübeck auf; 1963-1970 Rennleiter großer Rennen und
Nachwuchstrainer.
 
===Römer, Lambert Heinrich - Kaufmann, Jurist, Bürgermeister===
 
geb. 31.1.1749 Teterow
gest. 29.6.1825 Ratzeburg
 
Seit 1790 in Ratzeburg; Justizrat; 1803 Acht-, 1805
Ratsmann; 1809-1825 Bürgermeister in Ratzeburg;
Ritter des Dannebrogordens; Grabstelle auf dem
Friedhof am Steindamm in Ratzeburg.
 
===Scharf, Friedrich (Joachim Ludwig Christian) -  Jurist, Bürgermeister, Minister===
 
geb. 25.8.1897 Penzin (Güstrow)
gest. 31.12.1974 Kempen (Krefeld/Nordrhein-Westfalen)
 
Vater: Peter S., Erbpächter
Realgymnasium in Bützow; 1917/18 Jura- und
Staatswissenschaftsstudium in Kiel und Rostock;
1922 Referendarexamen; 1924 Promotion in
Rostock; 1926 Assessorexamen, Gerichtsassessor in
Rostock, Güstrow und Warin; Mitglied der NSDAP;
1926-1932 Bürgermeister und Stadtrichter in
Teterow; 1932 Amthauptmann des Amtes Güstrow;
1932-1934 Innen-, Justiz-, 1932/33 Unterrichts-,
1933/34 Finanz- und 1934-1945 Staatsminister
von Mecklenburg-Schwerin; 1945 Tätigkeit
als kaufmännischer Angestellter; 1952-1968
Rechtsanwalt in Krefeld; »Das Nachvermächtnis nach
dem Recht des Bürgerlichen Gesetzbuches« (Diss.,
1923).
 
===Scheven, Friederike (Ernestine) geb.: Boll – Schriftstellerin===
 
geb. 18.2.1842 Neubrandenburg
gest. 21.4.1908 Teterow
 
Vater: Franz Boll, Theologe
Ehemann: Hermann (Johann Ludwig) S., Apotheker,
Unternehmer
1861 Heirat mit Hermann S. in Malchin, der
dort 1860-1875 eine Apotheke betrieb; 1876
Übersiedlung nach Teterow; hinterließ handschriftliche
»Erinnerungen an Neubrandenburg und Umgebung«;
schilderte in ihren Erinnerungen »Für meine
Kinder. Erinnerungen aus meiner Kindheit und
Jugendzeit« das Leben im Hause der Familie Boll
und Begegnungen mit dem Hausfreund Fritz Reuter;
beschrieb in »Lang’ lang’ ist’s her!« ihre Erinnerungen
an Julklapp und Heiligabend in Neubrandenburg.
 
===Scheven, Hermann (Johann Ludwig) - Apotheker, Unternehmer===
 
geb. 5.8.1830 Malchin
gest. 21.1.1902 Teterow
 
Vater: Helmuth (Friedrich Albrecht) S., Mediziner
Bruder: Heinrich (Helmuth Martin) S., Unternehmer
Bruder: Helmuth (Friedrich Ludwig Gottlieb) S., Mediziner
Bruder: Rudolph (Carl Wilhelm August) S., Unternehmer
Ehefrau: Friederike (Ernestine) S., Schriftstellerin
Kaufte 1864 die Ratsapotheke Malchin, die in der
Folgezeit mehrfach den Besitzer wechselte; gründete
mit seinem Bruder Heinrich die Eisengießerei
und Maschinenfabrik Gebr. Scheven in Teterow;
1876 Bürger von Teterow; »Die Entwicklung der
Wasserversorgung unserer Heimatstadt Teterow«
in »Mecklenburg. Zeitschrift des Heimatbundes
Mecklenburg« (1934).
 
===Scheven, Hermann (Ludwig), von – Unternehmer===
 
geb. 6.6.1869 Malchin
gest. 15.6.1957 Geislingen an der Steige
 
Vater: Hermann (Johann Ludwig) S., Apotheker, Unternehmer
Ingenieur; Kommerzienrat; soll den Adelstitel nach
dem Ersten Weltkrieg abgelegt haben; letzter Inhaber
der Eisengießerei und Maschinenfabrik Gebr. Scheven
in Teterow (nach 1945 enteignet); »Nachrichten über
unseren Zweig der Familie Scheven« (1914).
 
===Scheven, Otto (Helmuth) – Ingenieur===
 
geb. 4.5.1912 Teterow
gest. 11.1.1965 Rheydt (Mönchengladbach)
 
Vater: Hermann (Ludwig) (von) S., Unternehmer
Schulzeit in Teterow und Rostock; Praktikant
in der Industrie; Studium an der TH München;
1936 Diplomingenieur für Elektrotechnik bei
der AEG in Berlin; im Zweiten Weltkrieg Offizier
bei einer technischen Truppe; 1945 Leiter der
Betriebsverwaltung Northeim der Elektrizitäts-
AG Mitteldeutschland in Kassel; 1953 Prokurist
bei der Hannoverschen-Braunschweigischen
Stromversorgungs-AG Hannover; 1963 Direktor der
Niederrheinischen Licht- und Kraft-AG Rheydt; starb
durch einen Verkehrsunfall.
 
===Scheven, Rudolph (Carl Wilhelm August) – Unternehmer===
 
geb. 17.12.1838 Malchin
gest. 4.7.1903 Teterow
 
Vater: Helmuth (Friedrich Albrecht) S., Mediziner
Bruder: Heinrich (Helmuth Martin) S., Unternehmer
Bruder: Helmuth (Friedrich Ludwig Gottlieb) S., Mediziner
Bruder: Hermann (Johann Ludwig) S., Apotheker, Unternehmer
Mitbesitzer der Eisengießerei und Maschinenfabrik
Gebr. Scheven in Teterow; 1868 Bürger von Teterow.
 
===Schröder, Carl - Pädagoge, Sportler===
 
geb. 7.10.1897 Rostock
gest. 26.3.1973 Teterow
 
Wuchs in Zepelin (bei Bützow) auf; Realgymnasium
in Bützow; Studium in Rostock und Kiel, 1924-
1926 Studienreferendar; später Assessor in
Neukloster und Rostock; 1926 an der Realschule
Teterow; 1928 Studienrat; 1935 Sportreferent
im Ministerium in Schwerin; gilt als Begründer
des Bergring-Rennens; setzte sich für eine Gras-
Rennstrecke in den Teterower Heidbergen ein, die
1930 erstmals befahren wurde; organisierte über
50-mal das Internationale Grasbahn-Bergrennen in
Teterow; nach dem Zweiten Weltkrieg wieder an der
Erweiterten Oberschule Teterow; »Bergring Teterow«
in »Ostmecklenburgische Heimat« (1933).
 
===Schultetus, (Johann) Carl (Christian) – Apotheker===
 
geb. 20.7.1786 Teterow
gest. 20.1.1869 Plau
 
Vater: Johann Peter S., Apotheker, Senator
1828 als Magistratsmitglied und Senator in
städtischen Diensten und 1844 Gründer einer
Kleinkinderschule in Plau; Straßenbenennung in Plau;
1835-1846 Mitglied des Vereins für mecklenburgische
Geschichte und Altertumskunde; als Ortschronist
Zuarbeit für Friedrich Lischs Werke »Mecklenburg
in Bildern« (4 Bde.; 1842-1845) und »Geschichte
der Stadt Plau« (1851); Beiträger zu Karl Bartschs
»Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg«
(2 Bde.; 1879/80); Nachlass im Landeshauptarchiv
Schwerin.
 
===Thoms, (Johann) Ernst (Gottlob) – Mediziner===
 
geb. 30.7.1781 Schwerin
gest. 2.3.1829 Teterow
begr. Schwerin
 
Medizinstudium; 1805 Promotion in Würzburg;
1806-1813 praktischer Arzt in Güstrow, 1813-
1829 in Teterow; »Bemerkungen über die
Wechselfieberepidemie in Güstrow in den Jahren
1807-1809« (1810).
 
===Thünen, Johann Heinrich von - Agrarwissenschaftler, Landwirt, Gutsbesitzer===
 
geb. 24.6.1783 Kanarienhausen (Jeverland)
gest. 22.9.1850 Tellow
begr. Belitz
 
Vater: Edo Christian von T., Landwirt
1789-1796 Schule in Hooksiel (bei Jever),
1796-1798 Hohe Schule in Jever; drei Jahre
landwirtschaftliche Lehre; 1802/03 Studium an der
Landwirtschaftlichen Lehranstalt bei Lukas Andreas
Staudinger in Groß Flottbek (bei Hamburg); 1803
Landwirtschaftsstudium bei Albrecht Daniel Thaer in
Celle, danach zwei Semester Kameralistikstudium in
Göttingen; pachtete 1805 das Gut Rubkow, das er
nach drei Jahren misslicher Wirtschaft wieder abgab;
übernahm 1810 das Lehngut Tellow (465 Hektar)
im ritterschaftlichen Amt Güstrow, das er durch
Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit zu einem Mustergut
entwickelte; seine 10-jährige Tellower Buchführung
diente ihm als Grundlage für seine Forschungen;
Mitglied des Mecklenburgischen Patriotischen
Vereins, Zweiter Hauptdirektor, 1836-1838
Vorsitzender des Teterower Distrikts; entschiedener
Kämpfer gegen die Macht des junkerlichen Adels;
1848/49 Verfechter der bürgerlich-demokratischen
Revolution; bei der Abgeordnetenwahl für die
Frankfurter Nationalversammlung als Stellvertreter
Johann Pogges aufgestellt, konnte die Reise
jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht
antreten; 1830 Dr. h. c. der Universität Rostock;
1848 Ehrenbürger von Teterow; bedeutendster
deutscher Nationalökonom des 19. Jh.,
Pionier der Landwirtschaft und Begründer der
landwirtschaftlichen Betriebslehre; »Der isolierte
Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und
Nationalökonomie« (2 Bde.; 1826, 1850); »Über
die Einführung eines Kreditsystems in Mecklenburg
und über die Bestimmung des Pfandwerths der
Mecklenburgischen Landgüter« (1817) und
»Ansichten über die Wirkung der englischen Korn-
Akte auf Mecklenburg« (1819) in »Neue Annalen der
Mecklenburgischen Landwirthschafts-Gesellschaft«;
»Bruchstücke aus einer Abhandlung über die
Steuerreform in Mecklenburg« in »Freimüthiges
Abendblatt« (1846); Büsten von Johann Heinrich
Daniel Kaehler (1850), von Ludwig Brunow (1889)
und von Margarete Scheel (1955) im Thünen-Museum
sowie Bronzebüste von Fabian Vogler (2009) vor
dem Herrenhaus in Tellow; Thünen-Gesellschaft in
Tellow; Thünen-Archiv im Universitätsarchiv Rostock;
Familien-Thünen-Archiv im Universitätsarchiv
Hohenheim; Grabstelle in Belitz ist erhalten.
 
===Wickede, Anton (Christoph) von - Soldat, Gutsbesitzer, Verwaltungsbeamter===
 
geb. 8.6.1773 Dammerstorf
gest. 6.7.1822 Teterow
 
Vater: Eggert Christian Thomas von W., Gutsbesitzer
1788-1793 Sekondeleutnant in Herzoglich
mecklenburgischen Diensten, als Hauptmann
verabschiedet; 1802 Kammerherr; 1814-1819 Landrat
des Herzogtums Güstrow, gleichzeitig Provisor des
Klosters Dobbertin; 1814 Ritter des Johanniter-Orden;
1792-1797 Herr auf Dammerstorf (bei Gnoien),
1798-1819 auf Gorschendorf und Jettchenshof;
mit Rechtsvertretung und Vermögensaufsicht des
minderjährigen Grafen Friedrich von Hahn (1804-
1859) aus Basedow beauftragt; Förderer der
Bienenzucht in Mecklenburg; »Ueber die Wichtigkeit
einer Bienenzucht im Großen für alle Staaten in
besonderer Beziehung auf die Großherzoglich
Mecklenburgischen Lande« (1820).
 
===Zander, Gottlieb (Ernst August) - Theologe, niederdeutscher Schriftsteller===
 
geb. 4.6.1791 Lüningsdorf
gest. 21.5.1864 Teterow
 
Vater: David Heinrich Z., Gutspächter
Schule in Wismar; 1810 Theologiestudium in Rostock
und Halle; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-
1815; Hauslehrer in Malchin; 1819 Rektor in Waren;
1822-1864 Pastor in Teterow, 1850 Präpositus; 1863
Kirchenrat; Herausgeber der Vierteljahresschrift
»Der Nordische Volksbote« (1846/47; darin eigene
niederdeutsche Tierfabeln); »Christus der Heiland
der Welt« (1835); »Wie entgeht man der Armut«
(1838); »Das 25jährige Jubelfest der freiwilligen
mecklenburgischen Kämpfer von 1813 und 1814 am
27. März 1838 zu Güstrow« (1838); »Der christliche
Staat und seine Berechtigung« (1847); »Was hat die
Religion mit der Politik zu thun?« (1849).
 
===Zander, Heinrich (Johann Ernst Friedrich) – Theologe===
 
geb. 24.3.1837 Teterow
gest. 8.2.1919 Schwerin
begr. Rostock
 
Vater: Gottlieb (Ernst August) Z., Theologe, niederdeutscher
Schriftsteller
1850-1856 Schule in Rostock; 1862 Lehrer an der
Vorbereitungsschule in Parchim; 1864 Rektor und
Hilfsprediger in Sülze; 1869 Zweiter, 1891 Erster
Pastor, 1900-1910 Präpositus in Stavenhagen;
Ruhestand in Rostock; Herausgeber des »Christlichen
Monatsblatts für die lutherischen Gemeinden
Mecklenburgs« (1869-1879).
 
===Zingelmann, Vollrath (Johann Jacob) – Parlamentarier===
 
geb. 19.8.1808 Teterow
gest. 7.2.1866 New York (USA)
 
Vater: Michael (Wilhelm) Z., Bäcker
Lehre als Zimmermann; 1829 in Kopenhagen; 1830
Bürger in Teterow; um 1831 Eigentümer eines
großen Anwesens, später noch weiterer Immobilien
in Teterow; 1848/49 Mitglied der konstituierenden
Abgeordnetenversammlung; Bürgervorsteher in
Teterow; hielt 1848 die Festansprache bei der
Verleihung der Ehrenbürgerurkunde an Johann
Heinrich von Thünen; November 1850 Fluchthelfer
und Gastgeber von Gottfried Kinkel, Carl Schurz
und Karl Petermann; 1851 Verkauf des Anwesens
im Altstadtbereich; 1854 letztmals in Teterow
nachweisbar; Auswanderung nach Amerika.
 
===Asmus, Gisela (Emma Carla Therese) -  Archäologin===
 
geb. 17.6.1905 Teterow
gest. ?
 
Vater: Rudolf (Wilhelm Friedrich Theodor) A., Mediziner,
Heimatforscher
Bruder: Wolfgang Dietrich (Ludwig Erhard Konrad Heinz
Valentin) A., Archäologe
1937 Promotion in Kiel mit der Dissertation »Die
vorgeschichtlichen rassischen Verhältnisse in
Schleswig-Holstein und Mecklenburg«; Tätigkeit an
den Museen für Vorgeschichte in Berlin, Schwerin,
Breslau und Kiel; arbeitete 1946-1960 auf
anthropologischem und paläontologischem Gebiet
in Hannover; seit 1960 am Institut für Ur- und
Frühgeschichte Köln; betrieb Forschungen in ganz
Europa; Veröffentlichungen zu anthropologischen
Funden in Mecklenburg; »Frühkaiserzeitliche
Schädelfunde aus Mecklenburg und Pommern« in
»Offa« (1939); »Das Mittelneolithikum zur Zeit der
Trichterbecherkultur in Nordostholstein« (1987);
»Unsachliches über Teterow« in »Mecklenburgische
Monatshefte« (1935).


=='''Teterow, das Schilda Norddeutschlands?''' (Edmund Schroeder 1957)==
=='''Teterow, das Schilda Norddeutschlands?''' (Edmund Schroeder 1957)==

Version vom 20. Juli 2018, 23:20 Uhr

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Herkunft von Teterow

Karl Hoffmann : Die Gründung der Stadt Teterow In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139


Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow "fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator"; im Besitz der Stadt Teterow ). Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.

Teterow in der Slawenzeit

Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Deutsches Reich bis 1918

Deutsches Reich bis 1945

SBZ und DDR bis 1990

die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Die Kirche

Das Rathaus

Die Stadtmühle

Die Stadtbefetigung

Der Burgwall

Der Bergring

Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen

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Teterow, das Schilda Norddeutschlands? (Edmund Schroeder 1957)

Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz

Die Hünensteine bei Teterow.

Etwa eine Viertelstunde von Teterow, einige Schritte von der Chaussée nach Rostock, liegen fünf ziemlich große Granitsteine aufeinandergethürmt. Mit diesen spielten vor Zeiten, als noch Hünen in der Gegend hausten, die Hünenkinder, wie heute Kinder mit kleinen Kieselsteinen spielen. Jetzt liegen die letzten Hünen darunter begraben; wer die Steine von ihrem Platze entfernt, findet sie am anderen Morgen wieder auf dem Hünengrabe aufeinandergelegt wie vorher. Seminarist Mohr aus Teterow.

Der Burgwall im Teterower See.

Im Teterower See ragen zwei Inselchen ziemlich hoch aus dem Wasser hervor. Die größere von beiden führt den Namen Burgwall und ist zum Theil mit dichtem Gebüsch bewachsen; die hohen Pyramidenpappeln auf derselben sind weithin sichtbar. Vor langer Zeit stand auf dem Burgwall ein Schloß. Eines Morgens war das Schloß verschwunden, und man glaubte, daß es in die Erde hinabgesunken sei. Am Johannistage zwischen 12 und 1 Uhr Mittags sah man manchmal eine Oeffnung in der Erde; und wer dahineinging, der fand die einstigen Bewohner des Schlosses in einem Gemach beisammen – ein Kindlein in einer goldenen Wiege liegend – in tiefen Schlaf versunken. Mit dem Schlage 1 Uhr that sich dann die Oeffnung wieder zu; und wer in das Gemach gedrungen und vor 1 Uhr nicht wieder zurückgekehrt war, der schlief drinnen, bis sich einmal wieder am Johannistage die Erde aufthat. Seminarist Mohr aus Teterow.

Der Hütten-See bei Teterow.

In der Gegend von Teterow, nicht weit von dem Dorfe Krevtsee, ist ein See, der Hütten-See genannt. An seiner Stelle soll früher ein Dorf mit einer Glashütte gestanden haben. Die Glashütte sei ausgebrannt und an der Stelle ein See entstanden. Der Fischer behauptet, daß man bei klarem Wetter noch Ueberreste der Glashütte auf dem Boden erblicke. Seminarist G. Rühberg.

Die Räuber im Schloßberg bei Schrödershof.

Auf der Schrödershöfer Feldmark bei Teterow, unweit des jetzigen Hofes, liegt in einem Wiesengrunde der ›Schloßberg‹, ein mit tiefen Gräben umgebener kegelförmiger Hügel. In einer Entfernung von etwa 60 Ruthen ist ein ähnlicher Platz, der ›Bullerberg‹, der aber viel kleiner ist. Beide waren durch einen noch zu verfolgenden aufgeschütteten Erddamm mit einander verbunden. Hier an der Straße zwischen Rostock und Demmin sollen vor Zeiten Räuber gehaust haben. Ein über den Weg gezogener und mit einer Glocke verbundener Draht verrieth ihnen das Vorüberziehen jedes Wagens. Ihre Schätze, darunter eine goldene Wiege, sind noch im Schloßberge begraben aber nur ein Sonntagskind kann in ihren Besitz gelangen. A. Schröder bei Niederh. 3, 178 ff.

Einkehr

Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragt den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterow'sches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen ist, erwidert ganz trocken: er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende gerne zum Aufstehen ein paar Pantoffeln haben will, die ihm aber gut passen müßten, bringt ihm der Hausknecht ein Paar aus seinen – des verdutzten Fremden – schönen, neuen Stiefeln geschnittene Pantoffeln und die Schäfte davon vors Bett. Niederh. 4, 142 ff.

Teterower Volksweisheiten

Zusammengetragen für Karl Bartsch durch Seminarist Mohr aus Teterow als Gewährsmann bis 1867

Das Zeug, das ein Kind vor seiner Taufe trägt, darf nach Sonnenuntergang nicht draußen hängen, sonst wird das Kind ›betöwert‹.

Wenn eine junge Frau nach der Trauung ihren Brautkranz1 in den Hut ihres Mannes legt, so bekommt sie die Herrschaft über ihren Mann.

Wenn der Bräutigam der Braut während der Trauung auf die Zehen tritt, so bekommt er die Herrschaft im Hause.

Die beiden Brautjungfern, welche bei dem Hochzeitsmahl unmittelbar an der Seite des Bräutigams und der Braut sitzen, sind die Ersten, welche sich von der Hochzeitsgesellschaft verheiraten.

In dem Hause, wo eben Jemand gestorben ist, müssen Vieh und Topfgewächse angerührt werden, sonst verkümmern diese.

An einem Tage, auf welchen Gallus fällt, darf man das ganze Jahr hindurch kein Fleisch von einem Ort an den andern hängen oder legen, im andern Falle verdirbt dasselbe.

Schaut ein Mädchen in der ersten Stunde des neuen Jahres in einen Backofen, in welchem drei Jahre lang kein Feuer gebrannt hat, so sieht es seinen zukünftigen Gatten; ein unverheirateter Mann sieht zu derselben Zeit seine zukünftige Gattin in solchem Ofen.

Wer am Charfreitag mit geputztem Schuhzeug geht, wird von Ottern und Nattern gebissen.

Wer am Ostermorgen nüchtern drei Veilchen ißt, bleibt das Jahr hindurch frei von kaltem Fieber.

Auch wenn man durch einen Erbschlüssel sieht, kann man sie erkennen. Man muß vor Beendigung des Gottesdienstes hinaus, sonst blasen einen die Hexen an und die Augen fallen einem aus dem Kopfe.

Zeug, welches am Johannistage draußen hängt oder gesonnt wird, bleibt vor Motten bewahrt.

Wenn Jemand Abends vor Maitag (1. Mai) von einem Quitschenbaume ein Reis schneidet, damit sein Vieh berührt und spricht: Ik quitsche di, ik quęke di, De leiw Gott dei bęter di; Denn warst du dick un fett un rund Un denn ok gesund! so gedeiht das Vieh gut.

Flurnamen auf der Wustrower Feldmark