Bedeutende Ribnitzer und Damgartener: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Ortschroniken
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(143 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Nachfolgend eine wachsende Sammelliste der Bürger für die Beiträge erstellt werden sollen:
* [[Ribnitz-Damgarten]]
Carl August Tott (1796-1856),
 
Ludwig Dolberg ,
Aufgenommen sind  hier Menschen die in Ribnitz oder Damgarten geboren worden sind und/oder im Zusammenhang mit beiden Städten bemerkenswertes geleistet haben.
Richard Wossidlo (1895-1939),
 
Paul Kühl (1890-1959),
==Albrecht, Adolf (Johann Friedrich) - Theologe, Pädagoge==
Karl Krambeer (1867-1951),
geb. 10.12.1840 '''Ribnitz'''
Helmuth Schröder (1842-1909),
gest. 3.7.1922 Güstrow
Walter Bachmann,
Vater: Carl Christian Georg A., Ackerbürger
Ernst Garduhn(1890-1983),  
1868 Lehrer in Ludwigslust; 1871 Hilfsprediger
Richard Suhr (1892-1951),
am Dom in Güstrow 1871 Pfarrverweser in
Karl Anklam (1883-1961),
Gorschendorf, 1873 zweiter Pastor in Penzlin, 1879
Walter Kramer,
Pastor in Recknitz, 1911 Kirchenrat, 1911-1913
Gerd Lüpke (1920-2002)
Präpositus; Mitarbeiter der Kommission für den
Olga von Oertzen
neuen Landeskatechismus (1813 in Mecklenburg
eingeführt); »Katechismus-Fragen für die Hand der
Schüler. Auf Grund der "Katechesen über den kleinen
Katechismus Luthers« (1894); »Katechesen über den
kleinen Katechismus Luthers im engen Anschluß an
den mecklenburgischen Landeskatechismus« (2 Bde.
1894/95).
 
==Albrecht, Paul (Pseud.: Hans Hardt) - Schriftsteller==
geb. 6.9.1863 '''Ribnitz'''(-Damgarten)
gest. ?
Vater: Bäcker
Schule in Demmin; Eisenbahnbeamter; lebte in Berlin,
dann in Klein-Machnow; Romane: »Im Zukunftsstaat«
(1905); »Aus dem Paradiese« (1910); »Der Diktator«
(1923).
 
==Algenstaedt, Luise (Auguste Johanna Marie) (Pseud.: Ludwig Annshagen, Luise Annshagen, L. Annshagen) - Diakonisse, Schriftstellerin==
geb. 8.5.1861 Wattmannshagen
gest. nach 1936
Vater: Heinrich A., Theologe
Bruder: Wilhelm A., Pädagoge
Von ihrem Vater unterrichtet; musikalische
Ausbildung am Kullakschen Konservatorium in Berlin;
Schülerin der Hauswirtschaft auf einem Gut; führte
dann ihren älteren Brüdern den Haushalt; zeitweise
auch als Diakonisse tätig; lebte nach dem Tod ihrer
Eltern in Rostock mit ihrer Schwester zusammen;
seit 1908 in Gehlsdorf; lebte ab 1914 bei ihrem
Bruder Friedrich (1846-1929) in '''Ribnitz'''; Romane
und Erzählungen: »Quellsucher« (1902), »Frei zum
Dienst. Eine Diakonissengeschichte« (1903, 7. Aufl.,
1905), »Skizzen aus dem Schwesternleben« (1906),
»Von Amts wegen« (1909) und »Lebende Augen«
(1920); Dorfgeschichten aus dem Mecklenburgischen:
»Kraut und Unkraut vom Heimatboden« (1904),
»Unsere Art. Bilder von Mecklenburger Land und
Strand« (1907), »Frau Rübezahl« (1911) und
»Lachende Augen« (1920); »Pfarramtliches aus
alten Zeiten Mecklenburgs« in »Die Heimat«
(1909/10); Gratulation zum 75. Geburtstag von
Marie Diers und »Das singende Herz« (Erzählung
eigener Kindheitserlebnisse) in »Mecklenburgische
Monatshefte« (1936).
 
==Anklam,(Albert Gustav) Karl, Bürgermeister, Chronist==
geb.17.3.1883 in Wandsbek, Kreis Stormarn bei Hamburg
gest. 31.1.1961 in Gießen
 
Seit 1885 lebt die Familie im Hause des Großvaters in Berlin ‑ Gesundbrunnen, Koloniestraße 13 a. 1889 wird Karl Anklam im Lessing‑Gymnasium eingeschult, das er 1901 nach erfolgreich abgelegter Reifeprüfung verlässt. Anschließend studiert er ab 1902 Rechtswissenschaften in Berlin und Heidelberg. Während der Studienzeit widmet er sich auch der Kunstwissenschaft und der Germanistik, unternimmt viele Reisen ‑ durch Deutschland und Hollland – besucht Paris und lebt nochmals noch einige Monate in Heidelberg. Hier promoviert er. 1909 "summa cum laude" zum Dr. jur. mit dem Thema "Die Formerfordernisse des eigenhändigen Testaments nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts".Die ersten Schritte in der Verwaltungspraxis führen ihn über Guben nach Landsberg an der Warthe, wo er vom wissenschaftlichen Hilfsarbeiter bis zum Sekretär des Kreisausschussbüros aufsteigt Seine intensiven Bemühungen um eine selbstständige Stellung haben schließlich in Damgarten i. P. Erfolg. Auf Vorschlag de! Magistrats, ausgewählt aus etwa 120 Bewerbern, wird er durch Königlichen Erlass von 29. April 1913 von Wilhelm II. auf zwölf Jahre zum Bürgermeister ernannt und am 2. Juni 1913 durch Landrat von Stumpfeld‑Franzburg  in das Amt eingeführt. Er versteht es, die Stadt und ihre Einwohner trotz aller kriegsbedingten Einschränkungen durch kluges Handeln in den schweren Jahren von 1914 ‑ 1918 zu leiten. Am 5. Juli 1913 heirate er Gertrud Gaster, eine Kaufmannstochte aus Niederschönhausen. 1915 wird Tochter Charlotte Hildegard geboren und 1918  der Sohn Martin. Zwischen 1913 und 1916 erarbeitet Anklam eine '''Chronik der Stadt Damgarten'''. Er bleibt nicht die vorgesehene Amtszeit in Damgarten.
 
==Andreae, Johann - Mediziner==
geb. 15.10.1590 '''Ribnitz'''(-Damgarten)
gest. 25.4.1650 Rostock
Vater: Johann A., Klosterprediger
Studium in Rostock; reiste nach Holland und Italien;
Promotion in Padua; seit 1626 Arzt in Rostock; ging
von da als Stadtphysikus nach Reval; 1634 wieder in
Rostock.
 
==Bachmann, Walther, Unternehmer, Flugzeugbauer==
 
geb. 9.6.1889 Stettin
gest. 16.6.1966 St. Goar (Rhein)
 
Frontflieger im Ersten Weltkrieg, 1916 Offizier;
1917-1919 Einflieger und technischer Referent beim
Seeflugzeug-Versuchskommando Warnemünde;
von Ernst Heinkel als Einflieger zu den Hansa-
Brandenburgischen Flugzeugwerken geholt;
gründete 1923 in Warnemünde die erste Land- und
Seeflugschule Aero-Sport GmbH, wo man sich ab
1926 auf den Bau und die Reparatur von Land- und
Seeflugzeugen konzentrierte; in den Walther-
Bachmann-Werken wurden Generalreparaturen
an den Heinkel-Segelflugzeugtypen und Heinkel-
Mehrzweckflugzeugen ausgeführt; Bau von
Flugzeugschwimmern und Schuldoppeldeckern;
baute 1934 (nachdem der Warnemünder Flugplatz
der Wehrmacht unterstellt war) in '''Ribnitz''' ein
Flugzeugwerk auf; schuf für seine Mitarbeiter
soziale Sicherheiten, Wasch- und Duschräume,
Betriebskantinen, Schmutz-, Kleider-, Lärmzulage,
Fahrgeldzuschüsse, werkeigene Wohnungen und
Ferienheime; 1942 arbeiteten dort 2375 Beschäftigte;
der 1. Mai 1945 bedeutete das Ende des Betriebes;
flüchtete nach Westdeutschland.
 
==Bauermeister, Theodor (Wilhelm Eduard) - Pädagoge==
geb. 28.7.1835 Hammenstedt (Northeim/Hannover)
gest. 1.12.1904 '''Ribnitz'''(-Damgarten)
Vater: Theologe
Erster Unterricht durch seinen Vater, dann
Gymnasium in Göttingen; 1855-1862
Theologiestudium in Göttingen; 1862-1865 Lehrer
am Gymnasium in Wismar, 1865-1871 an der Großen
Stadtschule Rostock; leitete auch die Bierstedtsche
Höhere Töchterschule und unterrichtete privat
an dem Einjährig-Freiwilligen-Institut in Rostock;
1871-1904 Direktor der Höheren Bürgerschule
Ribnitz; setzte sich für den Neubau der Schule
ein, der 1875 eingeweiht wurde; leitete einige
Jahre auch die 1872 eröffnete Gewerbeschule
und die Navigationsvorbereitungsschule in
Ribnitz; Porträtplastik von Magnus Clauser in
der Aula der Schule; nahm starken Anteil am
gesellschaftlichen und öffentlichen Leben der
Stadt und am Vereinsleben; gründete 1886
den Gartenbauverein; Förderer des Obstbaues
in Mecklenburg; Vorstandsmitglied des
Zentralverbandes Mecklenburgischer Obstbauvereine;
Brauermeisterplatz in '''Ribnitz'''; denkmalgeschütze
Grabstätte auf den Schleusenbergfriedhof; »Gründung
und Einrichtung der Schule« (1873), »Das neue
Schulhaus und dessen Einweihung« (1873) und »Die
Entwicklung der Anstalt Höhere Bürgerschule« (1882)
in »Bericht über die Höhere Bürgerschule zu Ribnitz«.
 
==Baumgarten, Karl (Max Hermann Klaus) - Pädagoge, Kantor, Heimatforscher==
geb. 5.2.1910 Wismar
gest. 16.10.1989 Rostock
Vater: Adolf Joachim Ludwig B., Lokomotivführer
1916-1919 Bürgerschule, 1919-1921 Gymnasium in
Waren (Lateinlehrer: Richard Wossidlo); 1921-1928
Große Stadtschule Rostock; 1928-1930 Studium am
Pädagogischen Institut Rostock; 1930-1933 Lehrer
der Dorfschule Poppendorf und 1933-1945 der
Dorfschule Federow (Kreis Waren); dort auch Kantor;
1943 zum Wehrdienst eingezogen; kehrte 1946
aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück
nach Rostock; nach verschiedenen Anstellungen
seit 1950 wieder Lehrer, zunächst in Kröpelin, 1951
an der St.-Georg-Schule in Rostock; gründete hier
ein Orchester und wurde Schuldirektor; seit der
Studienzeit mit der mecklenburgischen Volkskunde
beschäftigt, insbesondere mit der Erforschung der
Volksarchitektur; Haus- und Siedlungsforscher; setzte
sich für die Bewahrung der typischen ländlichen
Gebäude ein; 1957 Berufung an die Akademie
der Wissenschaften Berlin; 1959-1975 Leiter der
Wossidlo-Forschungsstelle als Außenstelle des
Instituts für deutsche Volkskunde der Akademie
der Wissenschaften in Rostock; unterstützte den
Aufbau der '''Freilichtmuseen Klockenhagen''', Schwerin-Mueß und Alt Schwerin; 1960 Promotion in Berlin;
1982 Leibniz-Medaille; 1983 Kulturpreis des
Bezirkes Rostock;
:»Probleme mecklenburgischer Niedersachsenhausforschung« (1955);
:»Das Land der schwarzen Bauern« (1956);
:»Mecklenburgisches Zimmermannshandwerk, die Scheune« (Diss., 1960);
:»Zimmermannswerk in Mecklenburg« (1961);
:'''gemeinsam mit Ulrich Bentzien »Hof und Wirtschaft der Ribnitzer Bauern«''' (1963);
:»Das mecklenburgische Bauernhaus« (1965);
:»Hallenhäuser in Mecklenburg« (1970);
:»Das deutsche Bauernhaus« (1980);
:»Kleine mecklenburgische Bauernhausfibel« (1982);
:»Landschaft und Bauernhaus in Mecklenburg« (1987);
:»Der Maltzangraben« (1941) und
:»Mecklenburgisches Schicksal – ein Dorf wird gelegt« (1942) in »Mecklenburgische Monatshefte«;
:»Probleme mecklenburgischer Niedersachsenhausforschung« (1955),
:»Rügens ›Zuckerhüte‹« (1959) und
:»Die Tischordnung im alten mecklenburgischen:Bauernhaus« (1965) in »Deutsches Jahrbuch für Volkskunde«;
:Nachlass in der Fachhochschule Neubrandenburg, im Wossidlo-Archiv Rostock und im Freilichtmuseum Klockenhagen
 
==Beig, Andreas Diederich Erdmann - Buchdrucker==
geb. 11.6.1803 Wismar
gest. nach 1848
Vater: Peter Erdmann B.
Gründete 1847 in Ribnitz die erste dort errichtete
Buchdruckerei; erwarb 1849 das Bürgerrecht;
gründete am 25. September 1847 die erste Ribnitzer
Zeitung »Grenzbote und Anzeiger. Ein Wochenblatt
zur nützlichen und angenehmen Unterhaltung«;
änderte ab 1. April 1848 das Format und den Titel
der Zeitung in »Der Mecklenburgische Bote. Ein
Wochenblatt für Stadt und Land«; am 7. Januar 1849
wiederum Änderung von Format und Titel in »Der
Stadt- und Land-Bote«; druckte »Die Volksschule des
19. Jahrhunderts« (1848) und »Staatsgrundgesetz
für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin«
(1849); wohnte im Klosterviertel zur Miete, dort 1849
nicht mehr nachweisbar; sein Nachfolger, der die
Druckerei wohl Ende 1949, Anfang 1850 kaufte, war
der Buchdrucker Julius Friedrich Moritz Leonhardt aus
Kopenhagen.
 
==Bendix, Hermann - Pädagoge, Musiker, Kantor, Organist, Komponist==
geb. 22.4.1859 (Ribnitz-)Damgarten
gest. 1.6.1935 (Ribnitz-)Damgarten
Vater: Pädagoge, Kantor
Schule in Damgarten; Lehrerseminar Franzburg;
Lehrer in Zingst; Gemeindeorganist, Leitung des
Gesangvereins Euterp und des Kirchenchors; Studium
an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik Berlin;
1885 Mitglied des Vorstandes des akademischen
Vereins Organum, der das Harmoniumspiel förderte;
1887 Lehrer, Kantor und Organist in Damgarten,
1922 Konrektor; Leiter des Gesangvereins Ribnitz;
komponierte Musik für Orgel und Harmonium,
Chormusik, Salonstücke, Volkslieder; vertonte die
Rügen-Lieder »Aus den blauen Meeresfluten« und
»Rügen, teure Heimat«; Mitarbeit am Musikbuch für
die Schulen in Pommern »Mein Sanggesell« und an
der »Singefibel für Pommern«; Musikreferent und
Berater einer pädagogischen Zeitschrift; Aufsätze in
»Die Orgel« und den »Pommerschen Blättern«; »Der
kirchliche Chorgesang nach seiner Bedeutung, Pflege
und Förderung mit besonderer Berücksichtigung der
dörflichen und kleinstädtischen Verhältnisse« (1910);
»Zur Theorie und Praxis des Choralgesanges« (1912).
 
==Benzien, Annie (geb.: Schlanbusch) - Malerin==
geb. 2.12.1900 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 18.12.1988 Ribnitz-Damgarten
Nach Beendigung der Schulzeit Mal- und
Zeichenunterricht; gewann mit ihrer Federzeichnung
»Rostocker Tor«, die später als Postkarte vertrieben
wurde, 1923 den Zeichenwettbewerb der Stadt
Ribnitz; verließ nach ihrer Heirat 1926 Ribnitz; kehrte
nach 1945 in ihre Heimatstadt zurück und zeichnete
Ribnitzer Stadtansichten.
 
==Bentzien, (Hans) Ulrich - Philologe, Heimatforscher==
geb. 12.4.1934 Stralsund
gest. 19.12.1987 Rostock
Vater: Städtischer Angestellter
1953 Abitur in Stralsund; Germanistikstudium
in Greifswald; 1957 Assistent an der Wossidlo-
Forschungsstelle in Rostock; 1961 Promotion an der
Humboldt-Universität Berlin; 1968 Habilitation in
Berlin; Forschungen zur Agrarethnographie; 1975
Leiter der Wossidlo-Forschungsstelle als Außenstelle
des Instituts für deutsche Volkskunde der Akademie
der Wissenschaften in Rostock; 1987 Professor;
Chefredakteur des »Jahrbuchs für Volkskunde und
Kulturgeschichte« (1971-1987); Aufsätze über
Bodenbearbeitungsgeräte wie Haken und Pflug sowie über den bäuerlichen Alltag in der Feudalzeit;
:»Das Eindringen der Technik in die Lebenswelt der mecklenburgischen Landbevölkerung« (Diss., 1961);
:»Hof und Wirtschaft der Ribnitzer Bauern. Edition und Kommentar des Kloster-Inventarismus von 1620« (1963);
:»Haken und Pflug in Norddeutschland zwischen Elbe und Oder« (Habil.; 1968);
:»Rat zu, was ist das. Rätsel und Scherzfragen aus fünf  Jahrhunderten« (1975);
:»Deutsche Volksdichtung« (1979);
:»Mecklenburg. Ein Gästebuch« (1980);
:»Bauernarbeit im Feudalismus« (1980);
:»Landbevölkerung und agrartechnischer Fortschritt in Mecklenburg vom Ende des 18. bis zum Ausgang des 20. Jahrhunderts« (1983);
: »Mecklenburgische Volkskunde« (1988);
:Herausgeber von Richard Wossidlos »Geschichten, Riemels un Lüüd’snack« (1973);
:gemeinsam mit Kurt Batt Herausgeber von »Mecklenburg. Ein Lesebuch« (1977);
:»Landmaschinentechnik in Mecklenburg (1800 bis 1959)« in »Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte« (1965);
:»Der Häker. Ein Beitrag zur Frühgeschichte des mecklenburgischen Landarbeiters« in »Deutsche Agrargeschichte des Spätfeudalismus« (1986);
:»Volkskultur in Mecklenburg« in »Mecklenburgische Volkskunde« (1988).
 
==Brandin, Philipp - Bildhauer, Architekt==
geb. ? Utrecht (Niederlande)
gest. zwischen 29.9.1594 und Fastnacht 1595 Nykøbing
(Dänemark)
Vater: Jan Brandt, Baumeister
1563-1574 im Dienst des Herzogs Johann Albrecht I.
in Schwerin und Wismar; seit 1578 Steinmetz;
seit 1583 Hofbaumeister des Herzogs Ulrich III.
in Güstrow; reiste 1588 im Gefolge des Herzogs
nach Dänemark und war dort 1590 Baumeister bei
König Frederik II.; fertigte 1563-1569 Taufstein und
Marmorreliefs für die Schlosskirche Schwerin; 1569-
1571 Schabbellhaus und Wasserkunst in Wismar,
1574/75 Grab und Epitaph des Fürsten Borwin
(Heinrich Burwy) II. und Epitaph der Herzogin
Dorothea; 1583-1587 Marmormonument des Herzogs
Ulrich III. mit seinen beiden Ehefrauen (vollendet
von Claus Midow und Bernd Berninger) im Güstrower
Dom; nördlicher Flügel des Güstrower Schlosses;
seit 1579 ehemalige Domschule Güstrow; seit 1580
Wasserkunst in Wismar; 1583 Haus des Hofmarschalls
Joachim von der Lühe in Güstrow; 1585 Epitaph
des Achim Riebe in der Marienkirche Anklam; 1590
Epitaph der Herzogin Ursula in der Klosterkirche
'''Ribnitz'''; baute seit 1590 am Schloss von Nykøbing.
 
==Buchsteiner, Ilona (geb. Ballwanz) - Historikerin==
:geb. 9.7.1948 (Ribnitz-)Damgarten - gest. 4.12.2003 Rostock
:Oberschule in Damgarten und Kinder- und Jugendsportschule in Rostock
: bis 1974 Leistungssportlerin beim SC Empor Rostock
:Mitglied der Nationalmannschaft im Fünfkampf
:Studium der Geschichte, Germanistik und Pädagogik in Rostock
:1977 Promotion an der Sektion Geschichte
:1988 Habilitation
:1988-1992 Chefredakteurin der »Wissenschaftlichen Zeitschrift der Universität Rostock« und Leiterin der Abteilung Wissenschaftspublizistik
:danach Oberassistentin im Fachbereich Geschichtswissenschaften
:1995 außerordentliche Professorin für Neuere Geschichte und Agrargeschichte in Rostock
:seit 1999 Leiterin der Thünen-Forschungsstelle am Historischen Institut
:Mitglied der Historischen Kommission für Mecklenburg
:stellvertretende Vorsitzende der Thünen-Gesellschaft
:Mitherausgeberin der »Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie«
:»Soziale Struktur, ökonomische Situation und politische Rolle des Großgrundbesitzes 1871 bis 1914. Eine Untersuchung für die Provinz Pommern« (Habil., 1988, 1993)
: »Thünen und das Jahr 1848« (1999)
:»Johann Heinrich von Thünen. Schriften, Literatur,
:Nachlass« (2 Bde., 2000)
:»Mecklenburger in der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts« (2001)
:»Rostocker Landes- und agrargeschichtliche Forschungen nach 1900« (2001)
:»100 Jahre Thünen-Archiv an der Rostocker Alma mater« (2002)
:»Die mecklenburgischen Großherzogtümer in deutschem und europäischem Zusammenhang 1815-1871« (2002)
:»Agrargenossenschaften in Vergangenheit und Gegenwart« (2004)
:»Die politische Wende 1989 in Rostock« (2005)
:»Bodenreform und Agrarentwicklung in der DDR« in »Leben in der DDR« (1997)
:»Besitzkontinuität, Besitzwechsel und Besitzverlust in den Gutswirtschaften Pommerns 1879-1910« in »Ostelbische Agrargesellschaft im Kaiserreich und in der Weimarer Republik« (1998).
 
==Buddenhagen, Hermann - Pädagoge, Schriftsteller==
 
geb. 14.8.1887 Rostock gest. 20.1.1965 Rostock
 
Vater: Schiffszimmermann
1909-1911 Lehrerseminar Neukloster; übernahm
1911 eine einklassige Landschule; 1913-1922
Lehrer am Lehrerseminar Neukloster; 1922-
1938 Mittelschullehrer in Warnemünde; wegen
Zugehörigkeit zu den Freimaurern entlassen;
1945/46 Bezirksschulrat, dann Schulrektor und
Ausbildungsleiter in Rostock; 1952 Lektor im Hinstorff
Verlag; »Schicksal der Schiffe« (1938); '''»Wolken über Ribbenitz« (1954).'''
 
==Crusius, Jacob (auch: Kruse) - Theologe==
geb. ? Rostock
gest. 1597 Ribnitz(-Damgarten)
1556-1563 Hofprediger in Wolgast; 1565/66 Rektor
der Universität Greifswald; 1563 Pfarrer an der
Marienkirche Greifswald; Professor der Theologie
und Assessor am Herzoglichen Konsistorium; auf
den Synoden 1565 in Campe, 1566 in Stettin und
1567 in Wolgast vertreten; 1570 Erster Pfarrer
der Hansestadt Stralsund; Auseinandersetzungen
mit dem Generalsuperintendenten Jakob Runge
und dem Stadtsuperintendenten; Differenzen mit
den pommerschen Herzögen wegen der zweiten
pommerschen Kirchenordnung; musste nach
seiner Amtsenthebung 1586 die Stadt verlassen;
Beiträger zu Gerhard Dröges »Des Erbarn Vorneemen
vnd Wolwysen Heren Frans Wessels oeldesten
Boergermeisters thom Stralsunde gantze leeuendt
vnde Christlyke Affscheidt« (1570); Beiträger zu
Eucharius Hoffmanns »Musicae Practicae Praecepta«
(1578); »Kirchen Regiment und Kirchenordnung,
von Gott gestifftet. Nach gesunder Lere unser zeit
Symbolorum und Patrum, wider Jacob Rungen seine
papistische und falsche Gegenlere, von genannten
beyden Stücken Sampt Etlichen Ursachen, Warumb
das Erste von Gott sey, das Rungische aber nicht«
(1585).
 
==Dahl, Eva-Sophie - Philologin==
geb. 24.11.1920 Rostock
gest. 5.11.1990 Rostock
Schule in Rostock; 1940 Studium der Germanistik,
Anglistik und Geschichte in Rostock; nach 1945
wissenschaftliche Assistentin bei Hermann Teuchert
an der Universität Rostock; 1958 Promotion in
Rostock; seit 1958 Mitarbeiterin im Wossidlo-Archiv
Rostock; Mitherausgeberin des »Mecklenburgischen
Wörterbuchs« (7 Bde.; 1942-1992); »Das Eindringen
des Neuhochdeutschen in die Rostocker Ratskanzlei«
(Diss., 1957); '''»Woans dat mit mi kem. Erinnerungen an das alte Ribnitz«''' (1989); »Die alten Rostocker
Straßennamen. Ihre Behandlung in der Ratskanzlei
beim Übergang vom Niederdeutschen zum
Hochdeutschen« (1954/55), »Johann Lauremberg
und die sprachliche Situation seiner Zeit«
(1955/56), »Niederdeutsches in der hochdeutschen
Rostocker Umgangssprache des 18. Jahrhunderts«
(1957/58) und »Substantivische Komposita in der
mecklenburgischen Mundart und in der Hochsprache«
(1978) in »Wissenschaftliche Zeitschrift der
Universität Rostock«; »Die Hellenia des Friedrich
August Lessen. Dichtung und Sprachdenkmal eines
Mecklenburgers aus dem frühen 19. Jahrhundert«
in »Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche
Sprachforschung« (1964).
 
==Diehn, August - Kaufmann==
geb. 31.8.1874 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 16.1.1942 Berlin
Vater: Beamter
Ehefrau: Therese Diehn-Slottko, Musikerin
Realgymnasium in Rostock; Kaufmännische
Lehre in Rostock; trat 1898 in den Dienst des
Hamburger Handelshauses Behn, Meyer & Co.;
Großkaufmann in Singapur; kam 1914 in ein
englisches Internierungslager; nach gelungener
Flucht 1915 Direktor der deutsch-holländischen
Handelsgesellschaft in Niederländisch-Indien;
Rückkehr nach Deutschland, 1925 Generaldirektor des
Deutschen Kalisyndikats; unterstand seit 1933 direkt
dem Reichswirtschaftsministerium.
Finanzierte die „Chronik der Stadt Ribnitz“ von Paul Kühl gegen den Willen der Nazis, da sie sonst nicht erschienen wäre.
1942 Staatsbegräbnis in Berlin.
 
==Dolberg, Ludwig - Theologe, Heimatforscher==
geb. 4.4.1833 Schwerin
gest. 10.2.1900 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Adolf Friedrich D., Steuerrat
Gymnasium Fridericianum Schwerin; 1853
Theologiestudium in Rostock; Lehrer an der
Kadettenschule Schwerin; Pastor des Klosters
Ribnitz; 1866-1875 Pastor in Rövershagen; 1856
Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde, seit 1858 Bibliothekar des
Vereins; widmete sich nach seinem Ausscheiden aus
kirchlichen Diensten 1875 ganz der Heimatkunde;
Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen, Märchen und
Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde., 1879/80);
»Eine Küstenwanderung von der Warnow bis Wustrow
durch die Rostocker Heide« (1885); »Die St. Marien-
Kirche der ehemaligen Cistercienser-Abtei Doberan
i. M. und ihre Kunstarbeiten« (1893); Aufsätze zur
Geschichte mecklenburgischer Orte und Klöster;
»Zur Gründungs- und Baugeschichte der ehemaligen
Cistercienser-Abtei Doberan in Mecklenburg« (1889),
»Die der Cistercienser-Abtei Doberan bis zum Jahre
1365 urkundlich gemachten Schenkungen und
deren Ausnutzung durch die Mönche« (1891) und
»Die Verehrungsstätte des Heiligen Blutes in der
Cistercienser-Abtei Doberan« (1891) in »Studien und
Mitteilungen aus dem Benedictiner- und Cistercienser-
Orden«. (siehe auch Kühl-Chronik S.15/16)
 
==Dross, Friedrich Wilhelm (Pseud.: Efde) - Jurist==
geb. 6.9.1886 Berlin
gest. 11.4.1972 Payrac (Südfrankreich)
Ehefrau: Liselotte D., Malerin
Akademische Ausbildung in Berlin; 1911 Promotion
in Rostock; Leiter des Finanzamtes in Ribnitz;
Regierungsrat in Güstrow, Oberregierungsrat in Kiel
und im Finanzpräsidium Bremen; kaufte 1913 das
Haus Koppelweg 2 in Ahrenshoop, wo er mit seiner
Frau lebte; 1921-1933 in Mecklenburg ansässig,
seit 1926 in Güstrow; Nachlassverwalter Ernst
Barlachs, dessen dichterisches Werk er herausgab;
Mitbegründer der Ernst-Barlach-Gesellschaft;
zog nach seiner Pensionierung zu seiner Tochter
nach Südfrankreich; »Der Erstattungsanspruch
preussischer Armenverbände gegen den
Unterstützen« (Diss., 1911); »Tonnenreiten. Ein
Fischländer Volksfest« (1927), »Spaziergang durch
Güstrow« (1928), »Etliche Data aus der Historie des
Klosters zu Ribbenitz, so zu wissen sich männiglich
wohl anstehet« (1928), »Von mecklenburgischen
Schiffersleuten« (1931) und »Etwas über Goethes
mecklenburgisch Beziehungen« (1932) in
»Mecklenburgische Monatshefte«.
 
==Dunkelmann, Kurt - Direktor, Schiffbauer, niederdeutscher Schriftsteller, Schauspieler==
geb. 3.11.1906 Crivitz
gest. 27.4.1983 Ribnitz-Damgarten
begr. Ahrenshoop
Vater: Hermann D., Postbeamter
Ehefrau: Erika D., Schauspielerin
Volksschule in Crivitz, 1916-1922 Realschule
Rostock; 1922-1926 Schiffbaulehre auf der
Neptunwerft Rostock; 1926-1929 Ingenieurstudium
Schiffbau in Bremen; bis 1932 Konstrukteur auf der
Neptunwerft; ging nach einem Jahr Arbeitslosigkeit
in den Flugzeugbau; 1933-1945 Konstrukteur,
Betriebsingenieur und Betriebsdirektor bei den Arado-
Flugzeugwerken in Rostock; 1945-1947 Landarbeiter
in Riekdahl, 1947/48 Hilfstischler in Kavelstorf;
1948-1950 Schauspieler am Stadttheater Rostock;
erfolgreich als Vater Kagler in der Operette »Wiener
Blut«; 1950-1952 Produktionsleiter der Warnowwerft
Warnemünde; 1952-1959 Technischer Direktor,
1959-1973 Direktor der Neptunwerft Rostock; 1932
Mitglied des Plattdeutschen Vereins Unkel Bräsig
in Rostock; auch Komponist, Aquarellmaler und
Schauspieler; spielte neben seiner Frau in den DEFA-Filmen
»Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse«
(1954), »Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse«
(1955) und »Schlösser und Katen« (1957); Autor
von »De letzte un de ierste Tiet« (1982), »All nich so
eenfach dat Leben« (1984) und »Rostocker Jungs«
(1997); schrieb das Schauspiel »Den Ossen in’t Oog
peert«; komponierte das Lied »In’n Dörpkrog is hüt
Danzmusik«; 2000 Gedenkstätte Kurt-Dunkelmann-
Stuuw im Alten Hafenhaus (ehemaliges Wohnhaus
des Begründers der Neptunwerft Albert Tischbein) in
Rostock.
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Ehrich, Carl (Friedrich Heinrich) - Mediziner==
geb. 21.1.1841 Plau
gest. 30.11.1918 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Carl (Heinrich Wilhelm) E., Pädagoge, Kantor, Organist
1859 Abitur an der Großen Stadtschule Rostock;
Medizinstudium und 1866 Promotion in Rostock;
1866-1909 praktischer Arzt in Marlow; 1894
Sanitätsrat; 1897 Medizinalrat; 1909 Umzug nach
Doberan; lebte in den letzten Jahren bei seiner
Tochter Margarete Range in Ribnitz.
 
==Erichson, Hans - Historiker, Museologe, Lehrer, Autor==
geb. 06.09.1926 Bartenshagen
gest. 04.08. 2020 Ribnitz-Damgarten
 
==Fromm, Johann (Christian Jakob) - Theologe, Pädagoge==
geb. 1.2.1758 Hagenow
gest. 1.12.1840 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Pädagoge
Schule in Grevesmühlen, 1769 Johanneum in
Hamburg; 1778 Studium in Bützow; 1783 Hauslehrer
in Karst (bei Wittenburg); 1787 Rektor der
Stadtschule Wittenburg; 1798 Pfarrstelle in Rossow
(bei Wittstock); 1806 Prediger
 
==Garduhn, Ernst - Pädagoge, Denkmalpfleger, Heimatforscher==
geb. 2.10.1890 Gravenstein (Dänemark)
gest. 12.10.1983 Ribnitz-Damgarten
Vater: Gendarmeriewachtmeister
Lebte in Stettin, wo er 1923 die Geschäftsleitung
der Verlagsbuchhandlung seiner Frau Margarete
Saunier übernahm; 1910-1920 Sammlung von
2500 Orts- und Flurnamen des Kreises Kammin;
arbeitete im Ausschuss für Natur- und Vogelschutz
der Pommerschen Naturforschenden Gesellschaft;
geriet 1945 in sowjetische Gefangenschaft und kam
ins KZ Ravensbrück; nach seiner Freilassung 1945
in Damgarten ansässig; 1952-1960 Lehrer; leitete
1962-1964 das Heimatmuseum Ribnitz-Damgarten,
wo er die Bernsteinabteilung aufbaute; ab 1952
ehrenamtlicher Beauftragter für Denkmalpflege für
den Kreis Ribnitz-Damgarten; betrieb Pilzberatung
und sammelte etwa 7500 Flurnamen; schrieb
populärwissenschaftliche Artikel über Ur- und
Frühgeschichte, Heimatforschung, Ornithologie und
Mykologie; erarbeitete 1971/72 eine Kartei von 270
Baudenkmälern des Kreises Ribnitz-Damgarten;
sein Buch über die mecklenburg-vorpommersche
Ostseeküste konnte nicht mehr erscheinen, da
der Petermänken-Verlag 1964 seine Tätigkeit
einstellte; »Hiddensee. Ein Heimatbuch« (1924);
»Festschrift zu den Jubiläen der Kreisstadt Ribnitz-
Damgarten« (1958); »Fischland, Ahrenshoop, Graal-
Müritz, Ribnitz-Damgarten« (1966); Mitautor des
»Reisehandbuchs Ostseeküste« (1963) und des
»Reiseführers DDR« (1974); »Ernst Garduhn – Ein
Lesebuch« (2006).
 
==Gerresheim, Anna (Louise Adolphine Eduardine) - Malerin==
geb. 8.3.1852 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 1.12.1921 Ahrenshoop
Vater: Eduard G., Stadtrat
Schwester: Auguste (Marie Sophie) G., Malerin
Schwester: Bertha (Louise Friderike) G., Malerin,
Musikpädagogin
Als drittes von acht Kindern geboren; blieb
unverheiratet wie ihre vier Schwestern; 1874-1876
Studium bei August tom Dieck in Dresden; nach dem
Tod des Vaters 1876 Übersiedlung nach Berlin; vier
Jahre bei Carl Gussow an der Akademie der Künste
Berlin; 1883 Studium bei Emile Auguste Carolus-
Duran und Jean Jacques Henner in Paris; 1884-
1889 Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen
und Kunstfreundinnen; Mitglied des Vereins für
Originalradierung in München; anfangs Porträtmalerin
(»Selbstporträt«), dann Landschaftsmalerin; 1885
erster Aufenthalt in Ahrenshoop; 1892 gemeinsam
mit ihrer Schwester Bertha Hausbau in Ahrenshoop
(Dorfstraße 20); 1906 zog auch Schwester Auguste
nach Althagen; eine der ersten Künstlerinnen in
Ahrenshoop; Mitbegründerin der Ahrenshooper
Künstlerkolonie; engagierte sich im Ahrenshooper
gemeinnützigen Verein und im Verschönerungsverein
Ahrenshoop; blieb auch nach 1918, als viele Künstler
den Ort verließen, dort; lebte bis zum Tod im Haus
ihrer Schwester Bertha; malte meist Motive der
Ostseeküste; »Buchenwald« (um 1885), »Weiden
am Abendhimmel« (um 1890); »Fischerkaten am
Bodden« (um 1895), »Darßer Wald« (um 1905);
»Selbstbildnis« (um 1905); »Weidelandschaft«
und »Bauerngehöft« im Kulturhistorischen
Museum Rostock; »Winter in Ahrenshoop« in der
Mecklenburgischen Kunstausstellung in Schwerin
(1911); 1928 Gedächtnisausstellung in der Großen
Berliner Kunstausstellung; 2002 Ausstellung im
Dünenhaus Ahrenshoop und im Singer Museum Laren
Niederlande; »Berliner Blätter« (1885-1890); Zyklus
mit sechs Radierungen); »Hamburger Stimmungen«
(1884; Zyklus mit elf Radierungen).
 
==Gerresheim, Auguste (Marie Sophie) - Malerin==
geb. 28.8.1838 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 2.8.1908 Althagen
Vater: Eduard G., Stadtrat
Schwester: Anna (Louise Adolphine Eduardine) G., Malerin
Schwester: Bertha (Louise Friderike) G., Malerin,
Musikpädagogin
War die älteste der drei malenden Schwestern; stand
als Künstlerin im Schatten ihrer Schwester Anna;
wohnte nach 1892 in dem Haus Dorfstraße 20 in
Ahrenshoop; lebte seit 1906 bei ihren Schwestern in
Althagen.
 
==Gerresheim, Bertha (Louise Friderike) - Malerin, Musikpädagogin==
geb. 27.3.1846 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 29.5.1916 Ahrenshoop
Vater: Eduard G., Stadtrat
Schwester: Anna (Louise Adolphine Eduardine) G., Malerin
Schwester: Auguste (Marie Sophie) G., Malerin
Erzieherin in Wales; Klavierlehrerin; erbaute
gemeinsam mit ihrer Schwester Anna 1892 das Haus
An der Düne 37 (Dorfstraße 20, heute durch Neubau
ersetzt) in Ahrenshoop, wo sie mit ihren beiden
Schwestern lebte; stand künstlerisch ebenso wie
ihre Schwester Auguste im Schatten ihrer jüngeren
Schwester Anna.
 
==Griese, Hans - Schriftsteller==
geb. 18.4.1876 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 27.4.1965 Ribnitz-Damgarten
Vater: Johann G., Kapitän
Sein Vater hatte 1881 mit dem Raddampfer-Verein
den regelmäßigen Schiffsverkehr zwischen Ribnitz
und dem Fischland eröffnet; der Sohn beschäftigte
sich mit der Erforschung der Segelschifffahrt seiner
Heimat; »Zur Geschichte der Schifffahrt und des
Segelschiffbaues im Kreisgebiet Ribnitz-Damgarten«
(1961); ermittelte aus den Schiffsregistern etwa
1 000 Segelschiffe, die von 1781-1914 auf Werften
in Ribnitz, Damgarten, Barth und anderen Orten des
Kreises gebaut wurden, mit genauen Angaben über
Baujahr, Größe, Schiffer und Reeder (Manuskript in
seinem Nachlass).
 
==Hacker, Werner - Pädagoge, Heimatforscher, (niederdeutscher) Schriftsteller==
geb. 7.8.1897 (Ribnitz-)Damgarten
gest. 6.6.1955 auf einer Reise
Vater: Kaufmann
Bürgerschule in Damgarten, Realschule in Ribnitz,
1912 Realgymnasium in Rostock; 1915 Studium der
Germanistik, Philosophie und Geschichte in Rostock,
Berlin und wieder Rostock; 1915-1918 Kriegsdienst;
1919 wieder Studium und 1920 Promotion in Rostock
und Anstellung an Rostocker Schulen; 1931 am
Staatlichen Oberlyzeum Rostock; 1934 Studienrat;
nach dem Zweiten Weltkrieg in Neustadt (Holstein);
Lehrer an der Oberschule zum Dom in Lübeck;
schrieb niederdeutsche Geschichten über Damgarten
und Stücke für die Revueaufführungen der Tonhalle
Rostock; Autor von Jugendbüchern; »Boerries,
Freiherr von Münchhausen, die Stoffe und Sprache
seiner Balladen« (Diss., 1920); »Der Hassenburger.
Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg« (1944);
»Zwischen Darß und Bodden. Erzählungen« (1944);
»Herbstabend auf der alten Barther Landstraße«
(1930), »In der Wiedentrift« (1932), »Sylvesterspuk«
(1933) und »Der Lögenstrom« (1942) in
»Mecklenburgische Monatshefte«; »Vagelscheiten« in
»Uns leiw lütt Stadt an‘n Bodden« (2002); starb auf
der Rückreise von Sylt.
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Hausmann, Eduard - Seemann, niederdeutscher Schriftsteller==
geb. 24.11.1847 Ribnitz(-Damgarten)
gest. ?
Volksschule; nebenbei Fremdsprachenunterricht;
mit 14 Jahren zur See auf deutschen, holländischen
und amerikanischen Schiffen; 1868 in Rostock
Steuermannsprüfung für große Schiffe und 1873
Schifferprüfung für große Fahrt; trat 1876 als
Marinelotse in Kaiserlichen Dienst; Obersteuermann;
1888 im Leuchtturmdienst in Wilhelmshaven; 1902
Kaiserlicher Schiffsführer in Swinemünde; ab 1904
in Kiel; seit 1907 als pensionierter Kaiserlicher
Obersteuermann in Lübeck; »Sylvester« (1898);
»Drei Ostermorgen«, »Dat heimtückisch Ding« und
»Peiter-Unkel as Märkenverteller« in »Eekboom«.
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Haut, August - Parlamentarier==
geb. 23.4.1881 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 24.3.1958 Lübeck
Volksschule; Handelsarbeiter; bis 1914 Hausdiener,
Arbeiter, zuletzt Büroarbeiter; 1914-1918
Kriegsteilnehmer; Schwerkriegsbeschädigter; 1918
Präsidiumsmitglied des Arbeiter- und Soldatenrates
in Lübeck; 1919-1928 zunächst Lagerhalter, 1921
Gewerkschaftsführer und 1924 Handelskontrolleur
im Konsumverein Lübeck; 1922-1928 Vorsitzender
der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Lübeck, später
auch Vorsitzender der Partei; 1919-1928 Mitglied
des Lübecker Landtages; 1928-1933 Senator für
Arbeit und Wohlfahrt; in der NS-Zeit in Haft; 1945/46
kommissarischer Leiter der Sozialverwaltung in
Lübeck; 1947-1950 Mitglied des Landtages von
Schleswig-Holstein.
 
==Heinrich I. Herr zu Werle(-Güstrow)==
geb. ?
gest. 8.10.1291 bei (Ribnitz-)Damgarten
begr. (Bad) Doberan (Münster)
Vater: Nikolaus I., Herr zu Werle(-Güstrow)
Ehefrau: 1.) Rixa, Tochter von Birger Jarls, Regent von
Schweden
Ehefrau: 2.) Mechthild, Tochter von Johann Herzog von
Braunschweig-Lüneburg
Gemeinsam mit seinen Brüdern Johann I. und
Bernhard I. Nachfolger des Vaters; anfangs Mitregent
der Brüder; regierte ab 1281 allein zu Güstrow;
gewährte seinen Söhnen Nikolaus und Heinrich II.
1282 die Mitregentschaft; verheiratete seine Tochter
Rixa mit Albrecht, Herzog von Braunschweig-
Göttingen; 1291 auf dem Heimweg von einer
Jagdpartie bei Fürst Wizlaw von Rügen bei Damgarten
von seinen Söhnen Nikolaus und Heinrich II. im
Kampf erschlagen (Penzliner Vatermord); Nachfolger:
Nikolaus, Heinrich II. (Söhne).
 
==Hennekin, Johann - Theologe==
geb. ? Warin
gest. 1569 Ribnitz(-Damgarten)
Neun Jahre im St. Johannisorden Danzig; kam 1527
als Hauslehrer zur Familie Maltzan (bei Malchin); zog
1528 nach Gielow, wo er elf Jahre predigte; 1539-
1555 Pastor an der Jakobikirche Rostock; danach acht
Jahre an der Pfarrkirche Ribnitz.
 
==Jenss, Ludwig - Jurist==
geb. 6.1.1898 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 8.1.1942 Rostock
Vater: Kapitän
Große Stadtschule Rostock; im Ersten Weltkrieg bei
der Marine; Jurastudium in Rostock und Heidelberg;
1922 Promotion in Rostock; 1925 Rechtsanwalt, Notar
und Strafverteidiger in Rostock; Mitglied im Vorstand
der Rechtsanwaltskammer Rostock; 1941 verhaftet;
Selbstmord in seiner Zelle; »Die Vereitelung des
Zugangs der Annahmeerklärung aus einem in der
Person des Offerenten liegenden Grunde« (Diss.,
1922).
 
==Joseph, Bruno - Mediziner==
geb. 13.12.1861 Pyritz (Pommern; Pyrzyce/Polen)
gest. 10.7.1934 Ribnitz(-Damgarten)
1885 Promotion in Greifswald; 1886-1934
praktischer Arzt in Ribnitz; An der Verwirklichung
der Pläne zur Kanalisation und den Wasserwerken
der Stadt Ribnitz maßgeblich beteiligt; 1912
Bürgerschaftsvertreter; 1918 Bürgerworthalter;
1919 Stadtverordnetenvorsteher; Sanitätsrat;
Vorstandsmitglied des Vereins für hygienische
Volksbelehrung; »Ein Fall von Monoplegia brachiofacialis
bei complicirtem Schädelbruch« (Diss., 1885).
 
==Jürss, Carl - Maler==
geb. 12.6.1858 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 14.8.1934 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Joachim Friedrich Samuel J., Leinenwebermeister
Kunst- und Dekorationsmaler am Hof einflussreicher
Russen in Odessa; malte Dekorationen für Schlösser
und Kirchen; 1905 Flucht aus Odessa; kam
vermögend nach Ribnitz zurück und baute sich ein
Haus (Damgartener Chaussee 41); schenkte seiner
Vaterstadt Bäume (Rotdorn für den Rosengarten und
Ulmen für die Ulmenallee); 1912-1928 Ratsmitglied
und Senator; »Segelschiff auf dem Meer«.
 
==Krambeer, Karl - Pädagoge, Heimatforscher==
geb. 17.11.1867 Wanzlitz
gest. 24.4.1951 Ribnitz-Damgarten
Nach der Präparandenanstalt Lehrer in Ludwigslust
und Wismar; 1904-1911 Herausgeber des
»Mecklenburgischen Schulblatts«; 1909-1933 Rektor
der Stadtschule Ribnitz; 1936 Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde;
Veröffentlichungen über Lehrmethoden und
Herausgabe von Schulbüchern, »Beiträge zur
Behandlung der mecklenburgischen Geschichte in der
Volksschule im Sinne des Arbeitsschulgedankens«
(1912);
:»Mecklenburgische Sagen« (1922, 1926);
:'''»Stadt Ribnitz in Vergangenheit und Gegenwart«''' (1938).
 
==Kühl, Paul - Pädagoge, Heimatforscher==
geb. 23.7.1890 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 10.9.1959 Hannover
begr. Neustrelitz
Vater: Carl K., Seemann
Realgymnasium in Ribnitz; 1909 Philologiestudium
in Greifswald und Göttingen; 1914 Staatsexamen
in Greifswald; Soldat im Ersten Weltkrieg;
1919 Promotion in Greifswald und Lehrer am
Realgymnasium Stralsund; 1920 Gymnasiallehrer
in Neubrandenburg; 1933-1945 Studienrat
am Gymnasium Carolinum Neustrelitz; 1945
im Internierungslager Fünfeichen; 1946-1951
am Oberlyzeum Detmold; lebte nach seiner
Pensionierung in Hannover; Chronist seiner
Heimatstadt; 1933 '''Ehrenbürger von Ribnitz'''; »Das
Verhältnis von Shakespeares Richard II. zu Marlowes
Edward II.« (Diss., 1923); »Neubrandenburg.
Eine erdgeschichtliche, verkehrs- und
wirtschaftsgeographische Landschaftsstudie« (1931);
'''»Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz« (1933)'''; »Dörchläuchtings teure Universität« (1957),
»Auf den Spuren unseres Gründers, des Herzogs Carl von Mecklenburg-Strelitz« (1958) und ''' »Professor Richard Wossidlo«''' (1959) in »Das Carolinum«.
 
==Lechner, (Johann Friedrich) Ferdinand - Buchdrucker==
geb. ?
gest. nach 1862 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Schumacher in Schwerin
Heiratete 1852 nach Ribnitz und erwarb dort die
Buchdruckerei und den Zeitungsverlag Leonhardt, wo
er vorher als Geselle gearbeitet hatte; 1854-1862
Herausgeber des »Stadt- und Landboten. Lokalblatt
für die Städte Ribnitz, Sülz, Marlow, deren Umgegend
und das Fischland«; Druck der »Geschichte der
Stadt und des Klosters Ribnitz« von Karl August
Tott; »Revidirte Schulordnung für die Stadtschule
in Ribnitz« (1854); »Gesinde-Ordnung für die Stadt
Ribnitz« (1862); sein Sohn Hermann (1853-1913)
führte die Druckerei mit neuen Maschinen weiter.
 
==Lemcke, Otto - Maler, Grafiker==
geb. 11.8.1891 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 2.8.1933 Ribnitz(-Damgarten)
Entstammte einer alten mecklenburgischen
Pastoren- und Beamtenfamilie; Architekturstudium
in Charlottenburg, München und Dresden, dann 1913
Übergang zur Grafik; schuf farbige Linolschnitte,
Radierungen, Vernis-mou und Kaltnadelblätter;
Exlibris, Gebrauchsgrafik, freie Grafik (besonders
Landschaften und Architektur), Aquarelle und
Ölbilder; fertigte Linolschnitte vom Ribnitzer Hafen;
gehörte dem Verein für Exlibriskunst an.
 
==Lettow, Toska - Pädagogin, Schriftstellerin==
geb. 13.6.1895 Wustrow (Nordvorpommern)
gest. 6.3.1985 Berlin
Vater: Ulrich L., Mediziner
1918 Lehrerin an der Stadtschule Ribnitz; hier
wurde ihr Stück »Die Nebelfrau« aufgeführt;
»Swante Wostrowe« (1917; Roman, der auf dem
Fischland spielt); »Laternenkinder« (1921);
»Ram Mohun« (1924); zusammen mit Margarete
Bruch Herausgeberin von »Schön ist der Mutter
liebliche Heimat. Deutsche Muttergedichte aus
2 Jahrhunderten.« (1935); »Swante-Wustrows
600 jährige Gedenkfeier« in »Mecklenburgische
Monatshefte« (1928).
 
==Lüpke, Gerd - Schriftsteller, Journalist, Reuter-Interpret==
 
geb.19.Mai 1920 Stettin gest. ...
Aufgewachsen in Ribnitz.
Hier empfing er die ersten Eindrücke aus Landschaft und Volkstum.
Ob er hoch- oder plattdeutsch schrieb, ob er die Themen seiner niederdeutschen Heimat als Buch, als Vortrag, Radio-Hörspiel oder Plauderei abhandelte, immer erinnern sie uns an "Fritz Reuter sien Eekboomlied".
Lebt ab 1949 in Varel (Oldenburg)
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Meyer, Korl (eigentl.: Karl M.) - Maler, Tänzer==
geb. 4.1.1902 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 23.5.1945 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Stadtdiener
1907-1915 Stadtschule in Ribnitz; verdiente sich als
Kellner das Geld für sein Studium an Kunstakademien
München und Dresden; Tanzausbildung vermutlich
bei Mary Wigman an der Schule für modernen
Tanz in Dresden; 1925-1929 Baletteleve an der
Semperoper Dresden; veränderte seinen Vornamen
Karl in Korl; lebte Ende der 1930er Jahre bei seinen
Eltern in Ribnitz; Landschaftsbilder und Porträts;
1931 Ausstellung im Rathaus Ribnitz; »Windmühle
im Mecklenburgischen« (um 1930); »Steilküste«
(1933); »Die Wossidlo-Linde in Körkwitz« (1933);
»Ribnitz. Rostocker Tor von Westen« (1934);
»Boddenlandschaft« (1934); »Winterlandschaft
mit Graben« (1936); »Blick über den Bodden
nach Damgarten« (1941); »Selbstportrait«;
Werke im Kulturhistorischen Museum Rostock,
im Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten und in
Privatbesitz.
 
==Nizze, (Johann) Ernst - Pädagoge, Parlamentarier==
geb. 16.11.1788 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 10.2.1872 Stralsund
Vater: Christian Ludwig N., Theologe
Bruder: Friedrich Ludwig N., Mediziner, Bürgermeister
Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Berlin; 1807-1811
Philologie- und Mathematikstudium in Rostock,
Heidelberg und Jena; 1812 Promotion in Erlangen;
1811/12 Kollaborator am Gymnasium in Berlin;
1813-1821 Konrektor in Prenzlau; 1821-1832
Konrektor, ab 1827 Gymnasialprofessor, 1832-
1865 Gymnasialdirektor in Stralsund; Teilnehmer
der Befreiungskriege 1813-1815, Mitglied des
Lützowschen Freikorps; Freundschaft mit Ernst Moritz
Arndt; 1844 Mitglied des Gustav-Adolph-Vereins in
Stralsund, seit 1848 Vorsitzender; Mitbegründer
der Provinzialgewerbeschule und der Königlichen
Navigationsschule in Stralsund; 1848/49 Mitglied
der Frankfurter Nationalversammlung (Casino,
Wahlkreises Stralsund); nach 1849 im Bürgerverein
in Stralsund; Roter Adlerorden; Verfasser
mathematischer und pädagogischer Schriften; »Über
Bildung der Jugend nach dem Zeitgeiste« (1812);
»Algebra« (2 Bde.; 1818); »Zweck und Umfang des
mathematischen Unterrichts auf Gymnasien« (1822);
»Die Klassenvertheilung in den Gymnasien« (1824);
Übersetzer und Herausgeber: »Archimedes von
Syrakus Vorhandene Werke« (1824; Übers. aus dem
Griech.); »Ueber Barometerbeobachtungen zu Bützow
in den Jahren 1781 bis 1789« (1831); »Geometrie«
(1838); Ȇber die Verbindung von Realklassen mit
dem Gymnasium« (1846).
 
[[mehr über Johann Ernst Nizze]] noch einfügen aus "Mecklenburger im Rheinland und in Westfalen" v on Böhmer !
 
==Nizze, Reinhold - Jurist, Bürgermeister==
geb. 19.12.1824 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 9.12.1902 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Friedrich Ludwig N., Mediziner, Bürgermeister
1853 Advokat in Rostock; 1870 als Nachfolger seines
Vaters Bürgermeister in Ribnitz; förderte den Bau
der Höheren Bürgerschule und neuer Verkehrswege,
wie die Eisenbahnverbindung Rostock-Stralsund;
Einrichtung eines neuen Friedhofes und einer
Volksbibliothek; Mitbegründer des Gewerbevereins;
1883 Mitglied des Vereins für mecklenburgische
Geschichte und Altertumskunde; »Das öffentliche
Seerecht« (1857); »Die Judenfrage in Rostock«
(1861); »Volkswirthschaftliche Zustände in
Mecklenburg« (1861).
 
==Nizze, Friedrich Ludwig - Mediziner, Bürgermeister==
geb. 31.10.1791 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 13.7.1870 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Christian Ludwig N., Theologe
Bruder: (Johann) Ernst N., Pädagoge, Parlamentarier
Gymnasium Zum Grauen Kloster Berlin;
Medizinstudium; Teilnehmer der Befreiungskriege
1813-1815 als Arzt; danach Arzt in Ribnitz; 1835-
1870 Bürgermeister in Ribnitz; während seiner
Amtszeit entstanden die Allee um die Stadtkirche,
der Schützenplatz mit Lindenallee, der Steindamm
nach Körkwitz und die Turmschneise im Stadtforst;
ließ an der Rostocker und an der Stralsunder Straße
als Ruhesitz gedachte Granitblöcke legen, die
sogenannten Bürgermeistersteine.
 
==Oertzen, Olga (Friederike Richardine) von - Ordensschwester==
geb. 29.9.1875 Glambeck
gest. 10.8.1961 Ribnitz-Damgarten
Vater: Rudolf (Wilhelm Friedrich) von O., Forstwirt
Bewirtschaftete die Pachtung Boitin (bei Bützow);
entwickelte das Gut zu einem Musterbetrieb und
bildete Gutsfrauen aus; trat Ende der 1920er Jahre
als Konventualin ins Kloster Ribnitz ein; 1946 Domina
des Klosters; bewirtschaftete dort mehrere Gärten;
aktiv im DRK, im Kulturbund und im Vorstand des Plattdeutschen
Vereins.
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Otto, Helene (Hermine Johanne) (geb.: Ladendorf; Pseud.: Ellen Otto-Fulda) - (Niederdeutsche) Schriftstellerin==
geb. 16.12.1856 Ribnitz(-Damgarten)
gest. ?
Vater: Johann Carl Ludwig Ladendorf, Postbeamter
Ihr Vater war Postsekretär in Neu-Sanitz, später in
Ribnitz; ihre Mutter war Sophia Juliane Elise Fulda;
nahm aus Verehrung für ihren Großvater, dem
Posthalter Heinrich Fulda, ihr Pseudonym an; 1876
Heirat in Ribnitz mit dem Postsekretär Carl Wilhelm
O. in Waren; lebte 1914 in Berlin; Verfasserin
von Feuilletons, Lyrik, Bühnendichtung, Novellen
und Übersetzungen; schrieb mit ihrem Mann »Die
Wahrheit über Jesus von Nazareth. Eine kritische
Studie« (1909); »Bistrafte Oewergloben. Schwank«
(1912); »Erdgesänge. Gedichte« (1920).
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Pentz, Marie (Charlotte Klara Antonie) von (Pseud.: M. von P., M. von Panitza) - Schriftstellerin==
geb. 17.6.1870 Neustrelitz
gest. 21.7.1945 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Karl (Wilhelm August) von P., Soldat, Schlosshauptmann
Konventualin des Klosters Ribnitz; Verfasserin
von Traktaten und christlichen Erzählungen, die in
Zeitschriften und Sammelwerken erschienen; schrieb
auch Volkserzählungen; »Hinter der Nebelwand«
(1901); »Auf hoher See« (1902); »Verfolgt« (1906);
»Stine Stark, eine von der alten Art« (1908).
 
==Piper, Ludwig Friedrich Albert - Theologe, Pädagoge==
geb. 31.5.1809 (Ribnitz-)Damgarten
gest. 28.6.1887 (Berlin-)Charlottenburg
Vater: Carl Friedrich Coelestinus P., Theologe, Dichter
Erster Unterricht beim Vater; 1824-1830
Gymnasien in Stralsund und Greifswald; 1830-1832
Theologiestudium in Greifswald, 1832-1834 in Berlin;
1830 Mitglied der Alten Greifswalder Burschenschaft
Arminia; beteiligte sich 1832 an Geldsammlungen für
die Pressefreiheit; 1834 in Berlin verhaftet, in der
Hausvogtei arretiert und verhört; 1835 Hauslehrer in
Pritzier bei Wolgast; 1835 weitere Verhöre in Stettin
und wegen Mitgliedschaft in der Burschenschaft zu
sechs Jahren Festung und Amtsunfähigkeit verurteilt;
1836 Begnadigung zu einem Jahr Festungshaft,
die er in der Berliner Hausvogtei verbüßte; 1838
Fortsetzung seiner Ausbildung und erste, 1840
zweite theologische Prüfung; 1840-1844 Hauslehrer
in Lüdershagen bei Barth; 1844-1847 Lehrer an der
Falckensteinischen Höheren Töchterschule in Barth;
1847 Diakon in Sagard; 1850 Pfarrer in Lancken;
1862 in Vilmnitz (Rügen); 1884 Emeritierung und in
Putbus; Roter Adlerorden.
 
==Pries, Johann Friedrich - Pädagoge==
geb. 29.9.1776 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 20.1.1832 Rostock
Vater: Johann Heinrich P., Theologe
Große Stadtschule Rostock, 1794 Theologie-,
Philosophie- und Philologiestudium in Rostock
und Göttingen; 1801 Promotion in Rostock; 1803
Privatdozent, 1805 ordentlicher Professor der Moral
in Rostock; 1818 Mitglied des Berliner Vereins für
deutsche Sprache; 1828 Mitdirektor der Großen
Stadtschule Rostock; 1830/31 Vorsitzender
des Direktoriums; Mitglied des Heimatbundes
Mecklenburg; »Ueber Meditation« (1812); »Ueber
Ehre und Vaterlandsliebe« (1815); »Ueber Wohltun
und Dankbarkeit« (1819); »Denkschrift an die
Städte Mecklenburgs bei der Enthüllung von Blüchers
Bildsäule« (1819); »Ideen zur Chronographie«
(1827).
 
==Roehl, Lambert Heinrich - Mathematiker, Astronom==
geb. 8.7.1724 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 15.6.1790 Greifswald
Mathematikstudium in Greifswald; Promotion;
1755 Habilitation; 1762 außerordentlicher,
1775 ordentlicher Professor der Astronomie in
Greifswald, wo er im selben Jahr ein Observatorium
errichtete; Mitglied der Schwedischen Akademie der
Wissenschaften; »De methodo generali construendi
omnes aequationes algebraicas« (1755); »Einleitung
in die astronomischen Wissenschaften« (2 Bde.;
1768, 1779); »Physicalische Beschreibung der
Erdkugel« (1780); »Schwedisch-Pommersch-
Rügianischer Haushaltungs- und Geschichts-Calender
auf das Jahr der Christen 1791« (1790).
 
==Runge, Eberhard - Theologe, Ordensbruder==
geb. ?
gest. nach 1525
1518 in Rostock als frater conventus Hannoverensis
immatrikuliert; 1520 Dozent der Theologie
an der Universität Rostock und zugleich Leiter
des Franziskanerordens; 1524 vorletzter
Provinzialminister des Franziskanerordens in
Mecklenburg; weihte Ursula (Tochter des Herzogs
Heinrich von Mecklenburg aus erster Ehe) im Kloster
Ribnitz zur Nonne; 1525 mit Maultieren im Land
unterwegs, was viel Aufsehen erregte.
 
==Russow, Wolfgang - Mediziner, Ornithologe==
geb. 1905 Cournal (Kurna/Estland)
gest. ?.4.1945 bei Ribnitz(-Damgarten)
Abitur in Dorpat; 1929 Medizinstudium in Graz
und Greifswald; Assistent am Hygieneinstitut der
Universität Greifswald; Feldbeobachter und Oologe;
Neuauflage der Arbeit seines Großvaters Valerian R.
»Die Ornis Ehst-, Liv- und Curland’s« (1889); seine
Aufzeichnungen gingen Ende des Zweiten Weltkrieges
verloren; kam auf der Flucht um.
 
==Schleiff, Viktor - Pädagoge, niederdeutscher Schriftsteller==
geb. 3.3.1869 (Ribnitz-)Damgarten
gest. ?
Lehrerseminar Franzburg; 1889 Lehrer in Bergen
(Rügen); Konrektor in Grimmen; 1898-1904 Lehrer
an der deutschen Realschule in Konstantinopel;
1904-1906 Direktor der deutschen Schule in Galati
(Rumänien); dann Seminarlehrer an der Königlichen
Luisenstiftung in Posen; veröffentlichte »Nasr-eddin
Horscha, der türkische Uhlenspeigel, Türkische
Snaken und Snurren« (1906).
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Schröder, Helmuth (Friedrich Daniel) (auch: Schröder-Völkshagen) - Pädagoge, niederdeutscher Schriftsteller==
geb. 2.4.1842 Spornitz
gest. 11.12.1909 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Friedrich Karl Ernst S., Pädagoge
Lehrerseminar Neukloster; 1858 Hilfslehrer in
Proseken (bei Wismar); 1859 Hauslehrer bei
einem Erbpächter auf der Insel Poel; 1860 Examen
am Lehrerseminar Neukloster; Lehrer an der
Privatknabenschule Neustadt; 1866 Lehrer in Parchim,
1867 in Matzlow (bei Parchim), 1875 in Mistorf (bei
Güstrow) und 1886-1908 in Völkshagen (bei Ribnitz);
1908 Umzug nach Ribnitz; 1898 Mitbegründer und
Ehrenmitglied des Plattdütsch Vereen för Rostock
un Ümgegend; 1930 Ehrentafel am Schulhaus in
Völkshagen, gestiftet vom Plattdeutschen Verein
Rostock; seit 1999 trägt der Dorfverein Völkshagen
seinen Namen; Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen,
Märchen und Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde.;
1879/80); Vertonung seiner Gedichte von Hermann
Bendix; schrieb das »Vereinsleid för de Ribnitzer
Plattdütschen«; »As’t de Garv givt. Plattdütsche
Dichtels vor Lütt un Grot« (1880); »Plattdütsch Kräns’
un Strüz’« (1899); »Ut Meckelbörger Buerhüser«,
»Bi Kräuger Bolts« (1901; Roman); »Holzen
Rike. En Vertellen ut de föftiger Johren int vörrig
Johrhunnert« (1905); »Veer Vertellen« (1907); »Ut
minen lütten Gorden. Plattdütsch Lyrik« (1909); seine
Dichtungen wurden in die »Anthologien Meklenburg.
Ein Lesebuch« (1979), »Ick weit en Land« (1987)
und »In’n Duurnbusch fläut de Nachtigall« (2000)
aufgenommen; »Plattdeutsches Lesebuch. Lyrik un
Prosa« (2007; hrsg. von Hans Erichson); Grabstätte
in Ribnitz erhalten.
 
*[[Mehr über Helmuth Schröder]]
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Schultz, (Franz Johann) August - Pädagoge==
geb. 26.8.1841 Elmenhorst (Lichtenhagen)
gest. 6.12.1924 Neukloster
1867 Lehrerseminar; Vorsteher der
Navigationsvorbereitungsschule in Ribnitz; 1868
Lehrer an der Privatknabenschule in Ribnitz; 1871-
1873 Lehrer in Bützow; 1873-1912 Lehrer an
der Großen Stadtschule Rostock; 1912-1918 am
Realgymnasium Rostock.
 
==Sieden, Julius - Redakteur==
geb. 18.9.1884 Schwerin
gest. 30.4.1938 Güstrow
Vater: Heinrich S., Hofschlossermeister
1904 Abitur in Schwerin; Theologiestudium in
Erlangen, Leipzig und Rostock; Hauslehrer in Neu
Stuer und Janow; 1909 Vikar in Altwigshagen;
1911 stellvertretender Rektor in Krakow; 1911 am
Predigerseminar Schwerin; 1912 Hilfsprediger in
Wredenhagen; 1912 Pastor in Ribnitz; seit 1918
Redakteur des »Kirchen- und Zeitblatts«; 1921
Mitglied der verfassungsgebenden Landessynode;
1922 Oberkirchenrat; 1922-1927 Pastor an der
Stadtkirche Ribnitz; 1927 Landessuperintendent
und zugleich Erster Domprediger in Schwerin;
1933 durch den neuen Oberkirchenrat als
Landessuperintendenten des Kirchenkreises
Malchin berufen; 1922-1933 auch Dezernent für die
Posaunenarbeit im Oberkirchenrat; 1936 Leiter des
Verbandes der Posaunenverbände; »Katechismen
und Katechismus-Unterweisung in Mecklenburg seit
der Reformation bis zu Anfang des 18. Jahrhunderts«
(1930); »D. Heinrich Behm als Landesbischof« in
Heinrich Behms »Im Dienste des Herrn« (1930).
 
==Slagghert, Lambrecht  auch: Lambert Slaggert) - Ordensbruder, Chronist, Reformationsgegner==
geb. ?
gest. nach 24.3.1533 Ribnitz(-Damgarten)
Bis 1522 Franziskaner an St. Johannis in Stralsund;
besuchte 1522 das Franziskaner-Kapitel der
Ordensprovinz Sachsen in Hamburg; von dort als
Lesemeister nach Ribnitz gesandt; Lehrmeister und
Beichtvater im Nonnenkloster der Heiligen Clara in
Ribnitz; legte Wasserrinnen an, ließ ein Brauhaus
bauen, Mauern ziehen und Wände streichen; blieb
bis 1533 Beichtvater in Ribnitz, danach nicht mehr
nachgewiesen; übergab zum 200-jährigen Bestehen
1523 eine Klosterchronik, die er später noch bis
1533 weiterführte (Abschrift im Landeshauptarchiv
Schwerin); '''»Chronicon Coenobii Ribenicensis ord. S. Clarae 1206-1540« in Ernst Joachim von Westphalens«'''
»Monumenta Inedita Rerum Germanicarum Praecipue
Cimbricarum, Et Megapolensium« (1745); Druck von
Auszügen (1522-1527) einer Abschrift »Bruchstück
aus der deutschen Chronik des Fräulein-Klosters
St. Claren-Ordens zu Ribbenitz« in »Jahrbücher des
Vereins für mecklenburgische Geschichte« (1838).
 
==Stenglin, Barbara von (geb.: von Wedelstädt) - Kunsthandwerkerin==
geb. 27.1.1924 Prerow
gest. 3.11.1993 Rostock
Schulen in Prerow und Barth und höhere
Mädchenschule in Berlin; Lehre als Handweberin;
1952 Handwebmeisterin; 1955 anerkannte
Kunsthandwerkerin; 1982 Obermeisterin
des Handwerks; fertigte die Trachten für das
Mecklenburgische Folklore-Ensemble in Ribnitz-
Damgarten und das Folklore-Ensemble Prerow.
 
==Sternberg, Carl Friedrich - Bürgermeister==
geb. 19.10.1793
gest. 22.11.1867 (Ribnitz-)Damgarten
Vater: Ackerbürger
1813 Bürger von Damgarten und Mitglied
der Schützen-Kompanie; 1824 Achtmann im
bürgerschaftlichen Kollegium und Holzbürger;
1826 Ratsmitglied und Kämmerer im Rat;
1837 provisorischer Bürgermeister, 1844-1848
Bürgermeister in Damgarten (trat 1848 wegen der
revolutionären Unruhen zurück), 1851-1866 wieder
Bürgermeister; Kronenorden.
 
==Steszewski, Franz (Pseud.: Plessenthin) - Maschinenbauer, Widerstandskämpfer==
geb. 15.10.1896 Rostock
gest. 3.6.1956 Mainz
begr. Rostock
Vater: Werftarbeiter
1903-1911 Bürgerschule in Rostock; Lehre im
Elektrizitätswerk Rostock; Kriegsdienst als Funker
bei der Marine und 1918 Teilnahme an den
Matrosenaufständen; Mitglied der KPD; fuhr in
den 1920er Jahren zur See; längerer Russland-
Aufenthalt, erhielt dort den Tarnnamen Plessenthin;
1927 Werkmeister; 1938 Elektroingenieur; 1936-
1945 bei der Walther Bachmann Flugzeugbau
KG in Ribnitz; Kontakte zum antifaschistischen
Widerstand; soll 1944 Handgreiflichkeiten gegen
Gauleiter Friedrich Hildebrandt initiiert haben; von
Bachmann vor dem KZ gerettet; nach dem Zweiten
Weltkrieg bis 1951 Maschinenmeister der Klinik
Gehlsheim in Rostock-Gehlsdorf; 1946 Treuhänder
der auf Befehl der SMAD sequestrierten Bachmann-
Werke; Erhalt der Werksbauten und Ehrenrettung
Bachmanns misslangen; durchlebte Querelen
in der Kommunalpolitik Rostocks; Kontakt zu
Staatspräsident Wilhelm Pieck; politischer Rückzug
und 1953 Flucht in die BRD.
 
==Stier, Ernst (Max Wilhelm Georg) - Landwirt, Parlamentarier, Minister==
geb. 30.10.1877 Petersdorf (Ribnitz-Damgarten)
gest. ?
Vater: Erbpächter
Realgymnasium in Ribnitz; Landwirt und
landwirtschaftlicher Beamter; 1903 Besitzer der
Erbpachthufe Nr. 6 in Glasin (bei Neukloster);
Ortsvorsteher in Glasin; Vorsitzender des
Mecklenburgischen Dorfbundes; 1921 Mitglied des
Mecklenburg-Schwerinschen Landtages (Dorfbund);
1922-1924 Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-
Schwerin.
 
==Suhr, Richard - Pädagoge, Heimatforscher==
geb. 14.4.1892 Rövershagen
gest. 7.5.1959 Ribnitz-Damgarten
Assistenzlehrer in Sülze; Anfang der 1920er Jahre
Lehrer in Ribnitz; um die Pflege der niederdeutschen
Sprache bemüht; lieferte Richard Wossidlo Material
für dessen volkskundliche Sammlung mit der
Sage über die Spukgestalt der Rostocker Heide
Gälknoeker (Gelbknocher); gründete 1931 den
Plattdeutschen Verein für Ribnitz und Umgebung;
studierte niederdeutsche Stücke ein, in denen
er mitspielte (u. a. als Großknecht in Wossidlos
»Ein Winterabend in einem mecklenburgischen
Bauernhaus«); aktiv im Kulturbund zur
demokratischen Erneuerung Deutschlands; um die
Einrichtung eines Ribnitzer Heimatmuseums bemüht;
zeigte 1933 zur 725-Jahr-Feier der Stadt Ribnitz eine
Ausstellung mit Handwerkergegenständen; 1954
Eröffnung des Heimatmuseums und ehrenamtliche
Leitung; sammelte Seekisten, Schiffsbilder und
Bauernmöbel; ab 1974 profilierte sich das Museum
zum Bernstein-Museum; 1989 Richard-Suhr-
Siedlung in Ribnitz-Damgarten; »Das Heimatmuseum
Ribnitz-Damgarten«, »Martha Müller-Grählert.
Heimatdichterin«, »Helmuth Schröder«, »Kräht der
Hahn auf dem Mist, wird’s Wetter anders, oder es
bleibt wie es ist«, »Von den’n Mann, dei all’s verkiehrt
maken ded’«, »Als noch der Scharfrichter in Ribnitz
seines Amtes waltete« und »Orts- und Flurnamen der
Stadt Ribnitz« in »Heimatheft des Kreises Ribnitz-
Damgarten« (1957); »Ribnitz in der Franzosenzeit« in
»Festschrift zur 750-Jahr-Feier von Ribnitz« (1958).
 
==Thierfelder, Hildegard - Archivarin==
geb. 19.7.1908 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 19.1.1985 Bad Eilsen
Vater: Karl T., Landgerichtsrat
Lyzeen in Ribnitz und Rostock, dann Gymnasium in
Rostock; 1921-1927 Geschichts-, Französisch- und
Deutschstudium in Tübingen, Rostock, Freiburg
(Breisgau), München und Rostock; 1932 Promotion
in Rostock; 1933 Prüfung für das Lehramt an
höheren Schulen, 1935 zweites Staatsexamen;
1935-1941 Sekretärin und Hauslehrerin; 1942
Archivausbildung im Reichsarchiv Troppau und am
Institut für Archivwissenschaften in Berlin-Dahlem;
1943-1945 Referentin für die Archivberatungsstelle
Oberschlesien im Staatsarchiv Kattowitz; einige
Monate Sachbearbeiterin in der Sudetendeutschen
Anstalt für Landes- und Volksforschung in
Reichenberg; 1946 Referentin für das Stadtarchiv
in der Archiv- und Museumsverwaltung der Stadt
Rostock; 1953-1959 Direktorin des Stadtarchivs
Rostock; 1959 Flucht in die BRD; 1960-1962
Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft
für die Bearbeitung des älteren Rostocker Stadtbuchs;
1962-1969 im Stadtarchiv Köln; danach Leiterin
des Stadtarchivs Lüneburg; Schriftführerin im
Museumsverein für das Fürstentum Lüneburg;
Mitherausgeberin der »Lüneburger Blätter«;
im Ruhestand und trotz Krankheit 1974-1983
ehrenamtliche Leiterin des Stadtarchivs Rinteln;
Studien zur mittelalterlichen Geschichte Rostocks;
»Rother als Finanzpolitiker unter Hardenberg
1778-1822« (Diss., 1934); »Rostock-Osloer
Handelsbeziehungen im 16. Jahrhundert« (1958);
»Das Rostocker Stadtarchiv« (1959); »Der Nachlaß
Ludolf Camphausen im Kölner Stadtarchiv« (1964);
»400 Jahre evangelisches Leben im Rheinland«
(1965; Katalog der Ausstellung »Reformatio«);
»Das älteste Rostocker Stadtbuch (etwa 1254-1273)
mit Beiträgen zur Geschichte der Stadt Rostock
im 13. Jahrhundert« (1967); »Führer durch das
Stadtarchiv Lüneburg« (1973); »Sozialgeschichtliche
Streiflichter des Rostocker Gotlandhandels« in »Aus
tausend Jahren mecklenburgischer Geschichte«
(1979); »Mittelalterliche Verbindungen Rostocks
zu Schweden« in »Beiträge zur mecklenburgischen
Seefahrtsgeschichte« (1981); »Papsturkunden
im Rostocker Stadtarchiv« in »Beiträge zur
mecklenburgischen Kirchengeschichte« (1982).
 
==Thron, Ludwig - Mediziner, Maler==
:geb. 15.09.1889 in Bayreuth
:gest. 21.12.1964 Ribnitz-Damgarten
:1914 Promotion in Erlangen
:1919 praktischer Arztin Gemeinschaftspraxis mit seinem SchwiegervaterBruno Joseph in Ribnitz
:führte die Praxis nach dessen Berufsverbot 1933 allein
:1961 Sanitätsrat
:erwarb 1937 in Ahrenshoop das Haus Schifferberg 3
:malte Motive der Stadt Ribnitz und die Boddenlandschaft
:Bilder: »Die Sonne des Fischlandes« (1927), »Otto Lemcke« (1934) und »Ribnitz« (1934) in »Mecklenburgische Monatshefte« »Ein Fall von diffuser Sarkomatose des Bauchfells« (Diss., 1914).
 
==Tott, Carl August - Mediziner==
geb. 31.10.1795 Stargard (Pommern; Szczeciński/Polen)
gest. 1.10.1856 '''Ribnitz'''(-Damgarten)
Vater: Johannes Christian T., Rentier
Gymnasium in Stargard (Pommern); 1813
Medizinstudium in Berlin, 1816 in Greifswald;
Militärchirurg in den Befreiungskriegen; 1819
Promotion in Stettin; Arzt in Rügenwalde; 1826-
1856 praktischer Arzt in Ribnitz, auch Gendarmerie-
Brigadearzt; Freundschaft mit Friedrich Ludwig
Nizze; Verfasser einer Stadtchronik von Ribnitz;
»De docimasiae pulmonum vi in foro probante
dubia« (1820); '''»Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz«''' (1853; Reprint 2007); »Kurzer
Überblick über die Geschichte des Medizinalwesens
in Mecklenburg-Schwerin« (1854) und »Die Pflege
der Heilkunde in Mecklenburg durch die medicinische
Facultät zu Rostock« (1855) in »Zeitschrift für
Staatsarzneikunde«; »Versuch einer Medicinal-
Statistik Mecklenburg-Schwerins« (1855) und
»Geschichtliche Nachrichten über die Seuchen, welche
Mecklenburg bis ins 17. Jahrhundert heimgesucht
haben« in »Archiv für Landeskunde« (1856).
 
==Ursula  Herzogin zu Mecklenburg(-Schwerin)==
geb. ?
gest. 18.9.1510
begr. (Bad) Doberan (Münster)
Vater: Johannes, Kurfürst von Brandenburg
Ehemann: Heinrich V. (der Friedfertige), Herzog zu
Mecklenburg(-Schwerin) (1. Ehe)
Hochzeit an Fastnacht 1507; drei Kinder; Mutter von
Magnus III., Bischof von Schwerin, und Ursula, der
Äbtissin des Klosters Ribnitz.
 
==Venzmer, Carl Gustav (Pseud.: C. G. Wellner) - Dichter, (niederdeutscher) Schriftsteller==
geb. 8.7.1822 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 1907 Schwerin
Vater: Carl Gustav V., Kaufmann
Viele Jahre Gasthofbesitzer in Ribnitz; lebte dann
als Privatmann in Schwerin; 1855 Musikstudium
in Berlin bei Adolf Bernhard Marx und Siegfried
Wilhelm Dehn; Promotion; Verfasser landeskundlicher
Schriften; »Die Krisis in Mecklenburg. Eine Frage
der Zeit« (1871); »Betrachtungen über das alte und
neue Erbpachtverhältniß in Mecklenburg« (1871);
»Canalisierung Mecklenburgs und Eisenbahn von
Stralsund nach Rostock« (1871); »Abschaffung
der Communalweiden und Separation städtischer
Feldmarken« (1871); »Die Einwirkung der
Gewerbefreiheit, Freizügigkeit und Association
auf das Verkehrsleben in Mecklenburg« (1872);
»Volkszählung und Auswanderung. Eine ernste Frage
der Zeit« (1872); »Canal zwischen Rostock und
Ribnitz« (1872); »Mecklenburg und der reproductive
Industrialismus« (1873); »Dem Vaterland zu Preis
und Ehr. Gedichte« (1871); »Held Friedrich Franz
und Kaiser Wilhelm. 2 Balladen zur Erinnerung an
die Siege der Mecklenburger in Frankreich« (1871);
»Das Meer. Ein Cyclus von Gedichten« (1873);
»Das Reisen. Ein Gedicht« (1876); »Wat sick dat
Volk vertellt. Plattdütsche Geschichten dei würklich
passiert sünd« (1876).
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Wegner, Walter - Jurist==
geb. 28.5.1902 Waren (Müritz)
gest. 30.5.1978 Osnabrück
Vater: Carl W., Postassistent
Bürgerschule und Gymnasium in Waren; 1921
Steuersupernumerar, 1924 Obersteuersekretär
im Finanzamt Waren, 1925 Steuerpraktikant im
Finanzamt Rostock-Land tätig; als Werkstudent
Jura- und Wirtschaftsstudium in Rostock; 1928
Diplomvolkswirt; 1930 Referendarexamen; zweite
juristische Prüfung; im Februar 1931 juristische
und im Oktober 1931 wirtschaftswissenschaftliche
Promotion in Rostock; 1933 Staatsprüfung und
Gerichtsassessor beim Landgericht Rostock; Januar
1934 Bürgermeister in Stavenhagen, Dezember 1934
in Ribnitz; 1944 Stadtrat in Rostock, auch weiter
kommissarischer Bürgermeister von Ribnitz; nach
dem Zweiten Weltkrieg in Lübeck und Kiel; 1949
Stadtdirektor von Bad Harzburg, 1950 Stadtdirektor
von Wolfsburg; 1953 Oberstadtdirektor in Osnabrück;
1959 Staatssekretär im Innenministerium des
Landes Niedersachsen; 1948 Gründungsmitglied der
Landsmannschaft der Mecklenburger in Lübeck; 1959
Zweiter, 1961-1972 Erster Bundesvorsitzender der
Landsmannschaft Mecklenburg; Gründungsmitglied
des Stiftungsrates der Stiftung Mecklenburg bis 1973;
»Die Möglichkeiten, Schenkungen rückgängig zu
machen« (Diss., 1931); »Untersuchungen zur Frage
der sozialen Belastung des Großgrundbesitzes in
Mecklenburg-Schwerin« (Diss., 1931).
 
==Wenzel, Johann Georg Christian - Theologe==
geb. 2.2.1794 Dömitz
gest. 6.2.1864 Rostock
begr. Toitenwinkel
Vater: Gottlob Friedrich W., Pastor
1831-1862 Pastor in Ribnitz, 1842 Präpositus;
Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815.
 
==Weyl, Helene (geb.: Joseph) - Übersetzerin==
geb. 1893 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 5.9.1948 Princeton (USA)
Vater: Bruno Joseph, Mediziner
Realgymnasium in Berlin; Studium in Rostock, ab
1911 Philosophiestudium in Göttingen; 1911 Heirat
des Göttinger Mathematikprofessor Hermann W.
(1885-1955); war jüdischer Abstammung und nahm
den evangelischen Glauben an; ging mit ihrem Mann
nach Zürich, wo sie Albert Einstein kennen lernte;
in Göttingen Bekanntschaft mit Beatrice und Arnold
Zweig und in der Folgezeit reger Briefwechsel;
Übersetzerin aus dem Spanischen; 1930-1933 wieder
in Göttingen ansässig, bis ihr Mann einen Ruf an
das Institute for Advanced Study in Princeton (USA)
erhielt; dort Übersetzerin aus dem Englischen ins
Deutsche; Übersetzerin der Werke José Ortega y
Gassets vom Spanischen ins Deutsche, später auch
ins Englische: »Die Aufgabe unserer Zeit (1928;
Übers. aus dem Span.), »Der Aufstand der Massen«
(1931; Übers. aus dem Span.), »Über die Liebe.
Meditationen« (1933; Übers. aus dem Span.) und
»Buch des Betrachters« (1934; Übers. aus dem
Span.); James Jeans: »Die neuen Grundlagen der
Naturerkenntnis« (1934; Übers. aus dem Engl.)
und »Die Wunderwelt der Sterne« (1923; Übers.
aus dem Engl.); »Komm her, wir lieben dich. Briefe
einer ungewöhnlichen Freundschaft zu dritt« (1996);
»Correspondencia. José Ortega y Gasset y Helene
Weyl« (2008).
 
==Wilken, Johann Heinrich - Schiffbauer==
geb. 29.3.1801 Bartelshagen
gest. 10.4.1853 Ribnitz(-Damgarten)
Berufsausbildung bei Johann Carl Peters in Ribnitz,
seit 1829 Schiffszimmermannsgeselle auf der Peters-
Werft; 1840 Schiffbauer-Privilegium; gründete 1840
eine eigene Schiffswerft in Ribnitz, die nach seinem
Tod von seiner Frau weitergeführt wurde, ab 1860 von
seinem Sohn Johann Heinrich.
 
==Wilken, Johann Heinrich - Schiffbauer==
geb. 23.9.1828 Bartelshagen
gest. 18.2.1917 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Johann Heinrich W., Schiffbauer
Lehre des Schiffbaus bei seinem Vater; weitere
Ausbildung bei Schiffbaumeister Otto Ludwig in
Stettin; übernahm nach dem Tod seines Vaters 1860
dessen Werft in Ribnitz, als ihm ein landesherrliches
Schiffbaumeister-Privilegium erteilt worden war;
1840-1878 Bau von 54 Segelschiffen auf der
Wilkenschen Werft, vorwiegend Briggs und Schoner,
aber auch Barkschiffe; 1841 Brigg Ellida, 1869 Bark
Peter Suppicich; die letzte und größte war 1876
die Bark Präsident Trotsche für die Reederei August
Burchard in Rostock; in späteren Jahren Bau von
Küstenfahrzeugen, Küstenschonern und Galeassen;
baute 1881 den Raddampfer Verein und 1883 die
Dampfquatze Renate; 1890 letzter Gaffelschoner Paul
& Emma für Kapitän Wilhelm Borgwardt aus Born;
letzter Neubau der Werft war 1890 die Galeasse
Edmund für einen Schiffer aus Stralsund; führte mit
zunehmendem Alter bis zum Verkauf der Werft 1915
nur noch Reparaturarbeiten aus.
 
==Wossidlo, Richard (Carl Theodor August) - Philologe, Pädagoge, Heimatforscher, niederdeutscher Schriftsteller==
;geb. 26.1.1859 Friedrichshof (bei Tessin/Wüstung) gest. 4.5.1939 Waren (Müritz) begr. Ribnitz(-Damgarten)
:Vater: Alfred (Ferdinand) W., Gutsbesitzer
 
;1863
:Umzug der Familie nach Bützow; Realschule in Bützow, 1872-1876 Große Stadtschule Rostock, 1876-1882 Studium der Klassischen Philologie und Archäologie in Rostock, Leipzig und Berlin, 1883/84 Abbruch der Dissertation zur griechischen Sprache »Scholien zum Aristides«, 1884 Prüfung für das höhere Lehramt an der Universität Rostock,
;1885/86
:Probejahr an der Großen Stadtschule Wismar, 1886-1923 Lehrer (1894 Oberlehrer, 1908 Gymnasialprofessor für Latein und Griechisch am Städtischen Gymnasium Waren (ab 1922 Freistellung vom Dienst für seine Sammeltätigkeit), lehnte 1919 eine Berufung als Professor für Niederdeutsche Philologie in Rostock ab,
;1890
:Beginn der Sammlung von Volksüberlieferungen (Sagen, Legenden, Volksglaube, Erzählgut, Arbeitsleben und Brauchtum) im Auftrag des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
:Verbreitung von Fragebögen und Zuarbeit von Gewährsleuten aus ganz Mecklenburg.
;1900
:Beginn der Sammlung von materiellen Zeugnissen der Volkskultur (Arbeits und Hausgeräte, Gebrauchsgegenstände und Trachten),
;1912
:Verkauf der Sammlung an das Land (Museum Schwerin), seit 1936 im Mecklenburgischen Bauernmuseum (Wossidlo-Sammlung) im Schloss Schwerin (heute Mecklenburgisches Volkskundemuseum Schwerin-Mueß).
;1929
:Übereignung seiner wissenschaftlichen Bibliothek (2000 Bde.) an die Wossidlo-Stiftung (seit 1954 Wossidlo-Forschungsstelle) Rostock.
;1890
:Mitglied, 1929 Ehrenmitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde
;1906
:Gründungs-, bis 1931 Vorstandsmitglied (Leiter der Arbeitsgruppe Volkskunde),
;1932
:Ehrenmitglied des Heimatbundes Mecklenburg und 1924 des Plattdeutschen Landesverbandes Mecklenburg
;1924
:Mitglied der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde
;1925
:Mitglied, 1929 Ehrenmitglied des Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde
;1906
:Dr. h. c. der Universität Rostock
;1912
:Große Medaille für Kunst und Wissenschaft
;1923
:John-Brinckman-Preis (erster Preisträger) des Plattdeutschen Landesverbandes; anlässlich des 70. Geburtstages
;1929
:Ehrenmitglied und Ehrensenator der Universität Rostock und Ehrengabe (Wossidlo-Stiftung); 1933 Wossidlo-Linde mit Gedenkstein in Körkwitz
;1934
:Goethe-Medaille der Reichsregierung; 1934 Ehrenbürger von Waren
;1934
:John-Brinckman-Preis (zum 2. Mal)
;1934
:Erneuerung der Ehrenpromotion in niederdeutscher Sprache
;1937
:Leibniz-Medaille der Preußischen Akademie der Wissenschaften
;1939
:landesweite Wossidlo-Feiern, Wossidlo-Festwoche in Waren und Namensgebung des Städtischen Gymnasiums
;1951
:Namensgebung der Erweiterten Oberschule Ribnitz-Damgarten;
;1954
:Gründung der Wossidlo-Forschungsstelle als Außenstelle des Instituts für deutsche Volkskunde der Akademie der Wissenschaften in Rostock (damit Auflösung der Wossidlo-Stiftung)
;ab 1999
:Integrierung in die Universität Rostock als Institut für Volkskunde & Wossidlo-Archiv und 2000 Übernahme der Archiv- und Bibliotheksbestände der ehemaligen Arbeitsstelle Mecklenburgisches Wörterbuch
:als Auszeichnung für beste Schüler in Waren 1955 Wossidlo-Preis und 1969 Wossidlo-Medaille (Walter Preik); 1959 Gedenktafel (Preik) an der Wossidlo-Oberschule und 1969 Gedenkstein mit Bildnis (Preik) im Vorgarten seines Wohnhauses (Weinbergschloss) in Waren
;1959
:Ausstellung im Müritz-Museum Waren
;seit 1985
:Mecklenburg-Pommeraner Folkloreensemble Richard Wossidlo in Ribnitz-Damgarten
;seit 1986
:Interessengemeinschaft Richard Wossidlo in Waren
;seit 2002  
:Gesellschaft zur Förderung des Wossidlo-Archivs
;seit 2005
:Wossidlo-Museum in Walkendorf
;2009
:zum 150. Geburtstag Wossidlo-Kolloquium der Universität Rostock, Wossidlo-Ausstellungen in Ribnitz-Damgarten, Waren und Schwerin
:Begründer und anfangs gemeinsam mit Hermann Teuchert Herausgeber des »Mecklenburgischen Wörterbuchs« (7 Bde.; 1942-1992, Nachtrag 1998)
:»Volkstümliches aus Mecklenburg« (1885)
:»Einige beachtenswerte Wortbedeutungen im Mecklenburger Platt« (1886)
:»Imperativische Bildungen im Niederdeutschen« (1890)
:»Mecklenburgische Volksüberlieferungen« (4 Bde. 1897-1931: »Rätsel«, »Die Tiere im Volksmund«, »Kinderwartung und Kinderzucht«, »Kinderreime«)
:»Ein Winterabend in einem mecklenburgischen Bauernhause« (1901, Volksstück in Malchin uraufgeführt und in der Folgezeit häufig gespielt)
:»Aus dem Lande Fritz Reuters. Humor in Sprache und Volkstum« (1910)
:Herausgeber der »Bökerie von’n Plattdütschen Landesverband Meckelborg« (6 Bde.; 1924/25: »Volks-Rimels«, »Lustig Vertellers«, »Von allerhand Slag Lüd’«, »Oewer den Humor in de Mekelbörger Volkssprak«, »Von Hochtiden«, »Von de lütten Ünnerierdschen«) :»Buernhochtiet« (1925, Uraufführung in Waren)
:»Erntebräuche in Mecklenburg« (1927)
:»Mecklenburgische Sagen. Ein Volksbuch« (2 Bde.; 1939)
:»Reise, Quartier un Gottesnaam. Das Seemannsleben auf den alten Segelschiffen im Munde alter Fahrensleute« (2Bde.; 1940, 1943; aus dem Nachlass hrsg. von Paul Beckmann)
:»Das große Wossidlo-Lesebuch« (2009 hrsg. von Susan Lambrecht; gesammeltes Sprachgut
:(Zettelkästen) im Wossidlo-Archiv Rostock
:Grabstätte auf dem Alten Friedhof in Ribnitz-Damgarten.
 
*[[Mehr über Richard Wossidlo]]
[[Kategorie:Plattdeutsch]]
 
==Zimmermann, Gerhard - Schiffbauer, Parteifunktionär, Minister==
geb. 31.5.1927 Ahlbeck
gest. 7.5.1989
Vater: Arbeiter
Volksschule; Lehre als Bootsbauer; 1944/45
Reichsarbeitsdienst; Mai bis Juli sowjetische
Gefangenschaft; 1946-1948 Bootsbauer in Eggesin;
1949 Mitglied der SED; 1948/49 Studium an der
Technischen Lehranstalt für Schiffbau in Stralsund;
1949-1953 Meister in der Boddenwerft Ribnitz-
Damgarten; Leiter des Lehrkabinetts und Direktor für
Arbeit im VEB Warnowwerft; 1952/53 Studium an der
Ingenieurschule Wismar; 1953-1957 Abteilungsleiter
der SED-Bezirksleitung Rostock; 1957-1963 Direktor
des VEB Warnow-Werft Warnemünde; 1963-1965
Generaldirektor der VVB Schiffbau Rostock; 1965-
1981 Minister für Schwermaschinen- und Anlagenbau;
Präsidiumsmitglied des Minister-Rats der DDR.
 
==Zinnall, Walter - Maler==
geb. 16.6.1906 Ließow (Kreis Güstrow)
gest. ?.11.1944
Vater: Mühlenbauer
Stadtschule Ribnitz; 1921-1924 Maschinenbaulehre
und arbeitslos; wechselte in den Beruf
eines Schriftsetzers; als Maler Autodidakt;
Landschaftsbilder (Rostocker Heide, Fischland, Darß)
und Ansichten von Ribnitz; 1943 Soldat, im Zweiten
Weltkrieg gefallen; letzte Bilder waren Aquarelle
von russischen Landschaften; 1970 Ausstellung im
Heimatmuseum Ribnitz.
 
==Zoch, Joachim Friedrich, Jurist -  Bürgermeister==
geb. 21.9.1750 Ribnitz(-Damgarten)
gest. 2.4.1833 Rostock
 
Gymnasium und Jurastudium in Rostock; Advokat
in der Herzoglichen Justizkanzlei Rostock, dann am
städtischen Obergericht; 1781 Promotion in Bützow;
1782 Dozent für Kriminal- und Rostocker Stadtrecht
an der Universität Rostock; 1785 Senator; 1804-
1828 Erster Bürgermeister in Rostock; Mitglied des
Mecklenburgischen Patriotischen Vereins; »De Favore
Liberorum Naturalium Secundum Principia …« (Diss.,
1781); Ȇber die neulichen Unruhen zu Rostock
in vorzüglicher Beziehung auf das obrigkeitliche
und bürgerliche Verhältniß« (1800); »Ueber die
Verhältnisse der Stadt Rostock in Beziehung auf ihre
Beytrags-Verbindlichkeit zu den Landes-Necessarien«
(1806); »Grund-Linien zur Prüfung und Würdigung
wichtiger Angelegenheiten der Stadt Rostock« (1810).

Aktuelle Version vom 26. März 2026, 18:53 Uhr

Aufgenommen sind hier Menschen die in Ribnitz oder Damgarten geboren worden sind und/oder im Zusammenhang mit beiden Städten bemerkenswertes geleistet haben.

Albrecht, Adolf (Johann Friedrich) - Theologe, Pädagoge

geb. 10.12.1840 Ribnitz gest. 3.7.1922 Güstrow Vater: Carl Christian Georg A., Ackerbürger 1868 Lehrer in Ludwigslust; 1871 Hilfsprediger am Dom in Güstrow 1871 Pfarrverweser in Gorschendorf, 1873 zweiter Pastor in Penzlin, 1879 Pastor in Recknitz, 1911 Kirchenrat, 1911-1913 Präpositus; Mitarbeiter der Kommission für den neuen Landeskatechismus (1813 in Mecklenburg eingeführt); »Katechismus-Fragen für die Hand der Schüler. Auf Grund der "Katechesen über den kleinen Katechismus Luthers« (1894); »Katechesen über den kleinen Katechismus Luthers im engen Anschluß an den mecklenburgischen Landeskatechismus« (2 Bde. 1894/95).

Albrecht, Paul (Pseud.: Hans Hardt) - Schriftsteller

geb. 6.9.1863 Ribnitz(-Damgarten) gest. ? Vater: Bäcker Schule in Demmin; Eisenbahnbeamter; lebte in Berlin, dann in Klein-Machnow; Romane: »Im Zukunftsstaat« (1905); »Aus dem Paradiese« (1910); »Der Diktator« (1923).

Algenstaedt, Luise (Auguste Johanna Marie) (Pseud.: Ludwig Annshagen, Luise Annshagen, L. Annshagen) - Diakonisse, Schriftstellerin

geb. 8.5.1861 Wattmannshagen gest. nach 1936 Vater: Heinrich A., Theologe Bruder: Wilhelm A., Pädagoge Von ihrem Vater unterrichtet; musikalische Ausbildung am Kullakschen Konservatorium in Berlin; Schülerin der Hauswirtschaft auf einem Gut; führte dann ihren älteren Brüdern den Haushalt; zeitweise auch als Diakonisse tätig; lebte nach dem Tod ihrer Eltern in Rostock mit ihrer Schwester zusammen; seit 1908 in Gehlsdorf; lebte ab 1914 bei ihrem Bruder Friedrich (1846-1929) in Ribnitz; Romane und Erzählungen: »Quellsucher« (1902), »Frei zum Dienst. Eine Diakonissengeschichte« (1903, 7. Aufl., 1905), »Skizzen aus dem Schwesternleben« (1906), »Von Amts wegen« (1909) und »Lebende Augen« (1920); Dorfgeschichten aus dem Mecklenburgischen: »Kraut und Unkraut vom Heimatboden« (1904), »Unsere Art. Bilder von Mecklenburger Land und Strand« (1907), »Frau Rübezahl« (1911) und »Lachende Augen« (1920); »Pfarramtliches aus alten Zeiten Mecklenburgs« in »Die Heimat« (1909/10); Gratulation zum 75. Geburtstag von Marie Diers und »Das singende Herz« (Erzählung eigener Kindheitserlebnisse) in »Mecklenburgische Monatshefte« (1936).

Anklam,(Albert Gustav) Karl, Bürgermeister, Chronist

geb.17.3.1883 in Wandsbek, Kreis Stormarn bei Hamburg gest. 31.1.1961 in Gießen

Seit 1885 lebt die Familie im Hause des Großvaters in Berlin ‑ Gesundbrunnen, Koloniestraße 13 a. 1889 wird Karl Anklam im Lessing‑Gymnasium eingeschult, das er 1901 nach erfolgreich abgelegter Reifeprüfung verlässt. Anschließend studiert er ab 1902 Rechtswissenschaften in Berlin und Heidelberg. Während der Studienzeit widmet er sich auch der Kunstwissenschaft und der Germanistik, unternimmt viele Reisen ‑ durch Deutschland und Hollland – besucht Paris und lebt nochmals noch einige Monate in Heidelberg. Hier promoviert er. 1909 "summa cum laude" zum Dr. jur. mit dem Thema "Die Formerfordernisse des eigenhändigen Testaments nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts".Die ersten Schritte in der Verwaltungspraxis führen ihn über Guben nach Landsberg an der Warthe, wo er vom wissenschaftlichen Hilfsarbeiter bis zum Sekretär des Kreisausschussbüros aufsteigt Seine intensiven Bemühungen um eine selbstständige Stellung haben schließlich in Damgarten i. P. Erfolg. Auf Vorschlag de! Magistrats, ausgewählt aus etwa 120 Bewerbern, wird er durch Königlichen Erlass von 29. April 1913 von Wilhelm II. auf zwölf Jahre zum Bürgermeister ernannt und am 2. Juni 1913 durch Landrat von Stumpfeld‑Franzburg in das Amt eingeführt. Er versteht es, die Stadt und ihre Einwohner trotz aller kriegsbedingten Einschränkungen durch kluges Handeln in den schweren Jahren von 1914 ‑ 1918 zu leiten. Am 5. Juli 1913 heirate er Gertrud Gaster, eine Kaufmannstochte aus Niederschönhausen. 1915 wird Tochter Charlotte Hildegard geboren und 1918 der Sohn Martin. Zwischen 1913 und 1916 erarbeitet Anklam eine Chronik der Stadt Damgarten. Er bleibt nicht die vorgesehene Amtszeit in Damgarten.

Andreae, Johann - Mediziner

geb. 15.10.1590 Ribnitz(-Damgarten) gest. 25.4.1650 Rostock Vater: Johann A., Klosterprediger Studium in Rostock; reiste nach Holland und Italien; Promotion in Padua; seit 1626 Arzt in Rostock; ging von da als Stadtphysikus nach Reval; 1634 wieder in Rostock.

Bachmann, Walther, Unternehmer, Flugzeugbauer

geb. 9.6.1889 Stettin gest. 16.6.1966 St. Goar (Rhein)

Frontflieger im Ersten Weltkrieg, 1916 Offizier; 1917-1919 Einflieger und technischer Referent beim Seeflugzeug-Versuchskommando Warnemünde; von Ernst Heinkel als Einflieger zu den Hansa- Brandenburgischen Flugzeugwerken geholt; gründete 1923 in Warnemünde die erste Land- und Seeflugschule Aero-Sport GmbH, wo man sich ab 1926 auf den Bau und die Reparatur von Land- und Seeflugzeugen konzentrierte; in den Walther- Bachmann-Werken wurden Generalreparaturen an den Heinkel-Segelflugzeugtypen und Heinkel- Mehrzweckflugzeugen ausgeführt; Bau von Flugzeugschwimmern und Schuldoppeldeckern; baute 1934 (nachdem der Warnemünder Flugplatz der Wehrmacht unterstellt war) in Ribnitz ein Flugzeugwerk auf; schuf für seine Mitarbeiter soziale Sicherheiten, Wasch- und Duschräume, Betriebskantinen, Schmutz-, Kleider-, Lärmzulage, Fahrgeldzuschüsse, werkeigene Wohnungen und Ferienheime; 1942 arbeiteten dort 2375 Beschäftigte; der 1. Mai 1945 bedeutete das Ende des Betriebes; flüchtete nach Westdeutschland.

Bauermeister, Theodor (Wilhelm Eduard) - Pädagoge

geb. 28.7.1835 Hammenstedt (Northeim/Hannover) gest. 1.12.1904 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Theologe Erster Unterricht durch seinen Vater, dann Gymnasium in Göttingen; 1855-1862 Theologiestudium in Göttingen; 1862-1865 Lehrer am Gymnasium in Wismar, 1865-1871 an der Großen Stadtschule Rostock; leitete auch die Bierstedtsche Höhere Töchterschule und unterrichtete privat an dem Einjährig-Freiwilligen-Institut in Rostock; 1871-1904 Direktor der Höheren Bürgerschule Ribnitz; setzte sich für den Neubau der Schule ein, der 1875 eingeweiht wurde; leitete einige Jahre auch die 1872 eröffnete Gewerbeschule und die Navigationsvorbereitungsschule in Ribnitz; Porträtplastik von Magnus Clauser in der Aula der Schule; nahm starken Anteil am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben der Stadt und am Vereinsleben; gründete 1886 den Gartenbauverein; Förderer des Obstbaues in Mecklenburg; Vorstandsmitglied des Zentralverbandes Mecklenburgischer Obstbauvereine; Brauermeisterplatz in Ribnitz; denkmalgeschütze Grabstätte auf den Schleusenbergfriedhof; »Gründung und Einrichtung der Schule« (1873), »Das neue Schulhaus und dessen Einweihung« (1873) und »Die Entwicklung der Anstalt Höhere Bürgerschule« (1882) in »Bericht über die Höhere Bürgerschule zu Ribnitz«.

Baumgarten, Karl (Max Hermann Klaus) - Pädagoge, Kantor, Heimatforscher

geb. 5.2.1910 Wismar gest. 16.10.1989 Rostock Vater: Adolf Joachim Ludwig B., Lokomotivführer 1916-1919 Bürgerschule, 1919-1921 Gymnasium in Waren (Lateinlehrer: Richard Wossidlo); 1921-1928 Große Stadtschule Rostock; 1928-1930 Studium am Pädagogischen Institut Rostock; 1930-1933 Lehrer der Dorfschule Poppendorf und 1933-1945 der Dorfschule Federow (Kreis Waren); dort auch Kantor; 1943 zum Wehrdienst eingezogen; kehrte 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück nach Rostock; nach verschiedenen Anstellungen seit 1950 wieder Lehrer, zunächst in Kröpelin, 1951 an der St.-Georg-Schule in Rostock; gründete hier ein Orchester und wurde Schuldirektor; seit der Studienzeit mit der mecklenburgischen Volkskunde beschäftigt, insbesondere mit der Erforschung der Volksarchitektur; Haus- und Siedlungsforscher; setzte sich für die Bewahrung der typischen ländlichen Gebäude ein; 1957 Berufung an die Akademie der Wissenschaften Berlin; 1959-1975 Leiter der Wossidlo-Forschungsstelle als Außenstelle des Instituts für deutsche Volkskunde der Akademie der Wissenschaften in Rostock; unterstützte den Aufbau der Freilichtmuseen Klockenhagen, Schwerin-Mueß und Alt Schwerin; 1960 Promotion in Berlin; 1982 Leibniz-Medaille; 1983 Kulturpreis des Bezirkes Rostock;

»Probleme mecklenburgischer Niedersachsenhausforschung« (1955);
»Das Land der schwarzen Bauern« (1956);
»Mecklenburgisches Zimmermannshandwerk, die Scheune« (Diss., 1960);
»Zimmermannswerk in Mecklenburg« (1961);
gemeinsam mit Ulrich Bentzien »Hof und Wirtschaft der Ribnitzer Bauern« (1963);
»Das mecklenburgische Bauernhaus« (1965);
»Hallenhäuser in Mecklenburg« (1970);
»Das deutsche Bauernhaus« (1980);
»Kleine mecklenburgische Bauernhausfibel« (1982);
»Landschaft und Bauernhaus in Mecklenburg« (1987);
»Der Maltzangraben« (1941) und
»Mecklenburgisches Schicksal – ein Dorf wird gelegt« (1942) in »Mecklenburgische Monatshefte«;
»Probleme mecklenburgischer Niedersachsenhausforschung« (1955),
»Rügens ›Zuckerhüte‹« (1959) und
»Die Tischordnung im alten mecklenburgischen:Bauernhaus« (1965) in »Deutsches Jahrbuch für Volkskunde«;
Nachlass in der Fachhochschule Neubrandenburg, im Wossidlo-Archiv Rostock und im Freilichtmuseum Klockenhagen

Beig, Andreas Diederich Erdmann - Buchdrucker

geb. 11.6.1803 Wismar gest. nach 1848 Vater: Peter Erdmann B. Gründete 1847 in Ribnitz die erste dort errichtete Buchdruckerei; erwarb 1849 das Bürgerrecht; gründete am 25. September 1847 die erste Ribnitzer Zeitung »Grenzbote und Anzeiger. Ein Wochenblatt zur nützlichen und angenehmen Unterhaltung«; änderte ab 1. April 1848 das Format und den Titel der Zeitung in »Der Mecklenburgische Bote. Ein Wochenblatt für Stadt und Land«; am 7. Januar 1849 wiederum Änderung von Format und Titel in »Der Stadt- und Land-Bote«; druckte »Die Volksschule des 19. Jahrhunderts« (1848) und »Staatsgrundgesetz für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin« (1849); wohnte im Klosterviertel zur Miete, dort 1849 nicht mehr nachweisbar; sein Nachfolger, der die Druckerei wohl Ende 1949, Anfang 1850 kaufte, war der Buchdrucker Julius Friedrich Moritz Leonhardt aus Kopenhagen.

Bendix, Hermann - Pädagoge, Musiker, Kantor, Organist, Komponist

geb. 22.4.1859 (Ribnitz-)Damgarten gest. 1.6.1935 (Ribnitz-)Damgarten Vater: Pädagoge, Kantor Schule in Damgarten; Lehrerseminar Franzburg; Lehrer in Zingst; Gemeindeorganist, Leitung des Gesangvereins Euterp und des Kirchenchors; Studium an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik Berlin; 1885 Mitglied des Vorstandes des akademischen Vereins Organum, der das Harmoniumspiel förderte; 1887 Lehrer, Kantor und Organist in Damgarten, 1922 Konrektor; Leiter des Gesangvereins Ribnitz; komponierte Musik für Orgel und Harmonium, Chormusik, Salonstücke, Volkslieder; vertonte die Rügen-Lieder »Aus den blauen Meeresfluten« und »Rügen, teure Heimat«; Mitarbeit am Musikbuch für die Schulen in Pommern »Mein Sanggesell« und an der »Singefibel für Pommern«; Musikreferent und Berater einer pädagogischen Zeitschrift; Aufsätze in »Die Orgel« und den »Pommerschen Blättern«; »Der kirchliche Chorgesang nach seiner Bedeutung, Pflege und Förderung mit besonderer Berücksichtigung der dörflichen und kleinstädtischen Verhältnisse« (1910); »Zur Theorie und Praxis des Choralgesanges« (1912).

Benzien, Annie (geb.: Schlanbusch) - Malerin

geb. 2.12.1900 Ribnitz(-Damgarten) gest. 18.12.1988 Ribnitz-Damgarten Nach Beendigung der Schulzeit Mal- und Zeichenunterricht; gewann mit ihrer Federzeichnung »Rostocker Tor«, die später als Postkarte vertrieben wurde, 1923 den Zeichenwettbewerb der Stadt Ribnitz; verließ nach ihrer Heirat 1926 Ribnitz; kehrte nach 1945 in ihre Heimatstadt zurück und zeichnete Ribnitzer Stadtansichten.

Bentzien, (Hans) Ulrich - Philologe, Heimatforscher

geb. 12.4.1934 Stralsund gest. 19.12.1987 Rostock Vater: Städtischer Angestellter 1953 Abitur in Stralsund; Germanistikstudium in Greifswald; 1957 Assistent an der Wossidlo- Forschungsstelle in Rostock; 1961 Promotion an der Humboldt-Universität Berlin; 1968 Habilitation in Berlin; Forschungen zur Agrarethnographie; 1975 Leiter der Wossidlo-Forschungsstelle als Außenstelle des Instituts für deutsche Volkskunde der Akademie der Wissenschaften in Rostock; 1987 Professor; Chefredakteur des »Jahrbuchs für Volkskunde und Kulturgeschichte« (1971-1987); Aufsätze über Bodenbearbeitungsgeräte wie Haken und Pflug sowie über den bäuerlichen Alltag in der Feudalzeit;

»Das Eindringen der Technik in die Lebenswelt der mecklenburgischen Landbevölkerung« (Diss., 1961);
»Hof und Wirtschaft der Ribnitzer Bauern. Edition und Kommentar des Kloster-Inventarismus von 1620« (1963);
»Haken und Pflug in Norddeutschland zwischen Elbe und Oder« (Habil.; 1968);
»Rat zu, was ist das. Rätsel und Scherzfragen aus fünf Jahrhunderten« (1975);
»Deutsche Volksdichtung« (1979);
»Mecklenburg. Ein Gästebuch« (1980);
»Bauernarbeit im Feudalismus« (1980);
»Landbevölkerung und agrartechnischer Fortschritt in Mecklenburg vom Ende des 18. bis zum Ausgang des 20. Jahrhunderts« (1983);
»Mecklenburgische Volkskunde« (1988);
Herausgeber von Richard Wossidlos »Geschichten, Riemels un Lüüd’snack« (1973);
gemeinsam mit Kurt Batt Herausgeber von »Mecklenburg. Ein Lesebuch« (1977);
»Landmaschinentechnik in Mecklenburg (1800 bis 1959)« in »Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte« (1965);
»Der Häker. Ein Beitrag zur Frühgeschichte des mecklenburgischen Landarbeiters« in »Deutsche Agrargeschichte des Spätfeudalismus« (1986);
»Volkskultur in Mecklenburg« in »Mecklenburgische Volkskunde« (1988).

Brandin, Philipp - Bildhauer, Architekt

geb. ? Utrecht (Niederlande) gest. zwischen 29.9.1594 und Fastnacht 1595 Nykøbing (Dänemark) Vater: Jan Brandt, Baumeister 1563-1574 im Dienst des Herzogs Johann Albrecht I. in Schwerin und Wismar; seit 1578 Steinmetz; seit 1583 Hofbaumeister des Herzogs Ulrich III. in Güstrow; reiste 1588 im Gefolge des Herzogs nach Dänemark und war dort 1590 Baumeister bei König Frederik II.; fertigte 1563-1569 Taufstein und Marmorreliefs für die Schlosskirche Schwerin; 1569- 1571 Schabbellhaus und Wasserkunst in Wismar, 1574/75 Grab und Epitaph des Fürsten Borwin (Heinrich Burwy) II. und Epitaph der Herzogin Dorothea; 1583-1587 Marmormonument des Herzogs Ulrich III. mit seinen beiden Ehefrauen (vollendet von Claus Midow und Bernd Berninger) im Güstrower Dom; nördlicher Flügel des Güstrower Schlosses; seit 1579 ehemalige Domschule Güstrow; seit 1580 Wasserkunst in Wismar; 1583 Haus des Hofmarschalls Joachim von der Lühe in Güstrow; 1585 Epitaph des Achim Riebe in der Marienkirche Anklam; 1590 Epitaph der Herzogin Ursula in der Klosterkirche Ribnitz; baute seit 1590 am Schloss von Nykøbing.

Buchsteiner, Ilona (geb. Ballwanz) - Historikerin

geb. 9.7.1948 (Ribnitz-)Damgarten - gest. 4.12.2003 Rostock
Oberschule in Damgarten und Kinder- und Jugendsportschule in Rostock
bis 1974 Leistungssportlerin beim SC Empor Rostock
Mitglied der Nationalmannschaft im Fünfkampf
Studium der Geschichte, Germanistik und Pädagogik in Rostock
1977 Promotion an der Sektion Geschichte
1988 Habilitation
1988-1992 Chefredakteurin der »Wissenschaftlichen Zeitschrift der Universität Rostock« und Leiterin der Abteilung Wissenschaftspublizistik
danach Oberassistentin im Fachbereich Geschichtswissenschaften
1995 außerordentliche Professorin für Neuere Geschichte und Agrargeschichte in Rostock
seit 1999 Leiterin der Thünen-Forschungsstelle am Historischen Institut
Mitglied der Historischen Kommission für Mecklenburg
stellvertretende Vorsitzende der Thünen-Gesellschaft
Mitherausgeberin der »Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie«
»Soziale Struktur, ökonomische Situation und politische Rolle des Großgrundbesitzes 1871 bis 1914. Eine Untersuchung für die Provinz Pommern« (Habil., 1988, 1993)
»Thünen und das Jahr 1848« (1999)
»Johann Heinrich von Thünen. Schriften, Literatur,
Nachlass« (2 Bde., 2000)
»Mecklenburger in der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts« (2001)
»Rostocker Landes- und agrargeschichtliche Forschungen nach 1900« (2001)
»100 Jahre Thünen-Archiv an der Rostocker Alma mater« (2002)
»Die mecklenburgischen Großherzogtümer in deutschem und europäischem Zusammenhang 1815-1871« (2002)
»Agrargenossenschaften in Vergangenheit und Gegenwart« (2004)
»Die politische Wende 1989 in Rostock« (2005)
»Bodenreform und Agrarentwicklung in der DDR« in »Leben in der DDR« (1997)
»Besitzkontinuität, Besitzwechsel und Besitzverlust in den Gutswirtschaften Pommerns 1879-1910« in »Ostelbische Agrargesellschaft im Kaiserreich und in der Weimarer Republik« (1998).

Buddenhagen, Hermann - Pädagoge, Schriftsteller

geb. 14.8.1887 Rostock gest. 20.1.1965 Rostock

Vater: Schiffszimmermann 1909-1911 Lehrerseminar Neukloster; übernahm 1911 eine einklassige Landschule; 1913-1922 Lehrer am Lehrerseminar Neukloster; 1922- 1938 Mittelschullehrer in Warnemünde; wegen Zugehörigkeit zu den Freimaurern entlassen; 1945/46 Bezirksschulrat, dann Schulrektor und Ausbildungsleiter in Rostock; 1952 Lektor im Hinstorff Verlag; »Schicksal der Schiffe« (1938); »Wolken über Ribbenitz« (1954).

Crusius, Jacob (auch: Kruse) - Theologe

geb. ? Rostock gest. 1597 Ribnitz(-Damgarten) 1556-1563 Hofprediger in Wolgast; 1565/66 Rektor der Universität Greifswald; 1563 Pfarrer an der Marienkirche Greifswald; Professor der Theologie und Assessor am Herzoglichen Konsistorium; auf den Synoden 1565 in Campe, 1566 in Stettin und 1567 in Wolgast vertreten; 1570 Erster Pfarrer der Hansestadt Stralsund; Auseinandersetzungen mit dem Generalsuperintendenten Jakob Runge und dem Stadtsuperintendenten; Differenzen mit den pommerschen Herzögen wegen der zweiten pommerschen Kirchenordnung; musste nach seiner Amtsenthebung 1586 die Stadt verlassen; Beiträger zu Gerhard Dröges »Des Erbarn Vorneemen vnd Wolwysen Heren Frans Wessels oeldesten Boergermeisters thom Stralsunde gantze leeuendt vnde Christlyke Affscheidt« (1570); Beiträger zu Eucharius Hoffmanns »Musicae Practicae Praecepta« (1578); »Kirchen Regiment und Kirchenordnung, von Gott gestifftet. Nach gesunder Lere unser zeit Symbolorum und Patrum, wider Jacob Rungen seine papistische und falsche Gegenlere, von genannten beyden Stücken Sampt Etlichen Ursachen, Warumb das Erste von Gott sey, das Rungische aber nicht« (1585).

Dahl, Eva-Sophie - Philologin

geb. 24.11.1920 Rostock gest. 5.11.1990 Rostock Schule in Rostock; 1940 Studium der Germanistik, Anglistik und Geschichte in Rostock; nach 1945 wissenschaftliche Assistentin bei Hermann Teuchert an der Universität Rostock; 1958 Promotion in Rostock; seit 1958 Mitarbeiterin im Wossidlo-Archiv Rostock; Mitherausgeberin des »Mecklenburgischen Wörterbuchs« (7 Bde.; 1942-1992); »Das Eindringen des Neuhochdeutschen in die Rostocker Ratskanzlei« (Diss., 1957); »Woans dat mit mi kem. Erinnerungen an das alte Ribnitz« (1989); »Die alten Rostocker Straßennamen. Ihre Behandlung in der Ratskanzlei beim Übergang vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen« (1954/55), »Johann Lauremberg und die sprachliche Situation seiner Zeit« (1955/56), »Niederdeutsches in der hochdeutschen Rostocker Umgangssprache des 18. Jahrhunderts« (1957/58) und »Substantivische Komposita in der mecklenburgischen Mundart und in der Hochsprache« (1978) in »Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock«; »Die Hellenia des Friedrich August Lessen. Dichtung und Sprachdenkmal eines Mecklenburgers aus dem frühen 19. Jahrhundert« in »Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung« (1964).

Diehn, August - Kaufmann

geb. 31.8.1874 Ribnitz(-Damgarten) gest. 16.1.1942 Berlin Vater: Beamter Ehefrau: Therese Diehn-Slottko, Musikerin Realgymnasium in Rostock; Kaufmännische Lehre in Rostock; trat 1898 in den Dienst des Hamburger Handelshauses Behn, Meyer & Co.; Großkaufmann in Singapur; kam 1914 in ein englisches Internierungslager; nach gelungener Flucht 1915 Direktor der deutsch-holländischen Handelsgesellschaft in Niederländisch-Indien; Rückkehr nach Deutschland, 1925 Generaldirektor des Deutschen Kalisyndikats; unterstand seit 1933 direkt dem Reichswirtschaftsministerium. Finanzierte die „Chronik der Stadt Ribnitz“ von Paul Kühl gegen den Willen der Nazis, da sie sonst nicht erschienen wäre. 1942 Staatsbegräbnis in Berlin.

Dolberg, Ludwig - Theologe, Heimatforscher

geb. 4.4.1833 Schwerin gest. 10.2.1900 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Adolf Friedrich D., Steuerrat Gymnasium Fridericianum Schwerin; 1853 Theologiestudium in Rostock; Lehrer an der Kadettenschule Schwerin; Pastor des Klosters Ribnitz; 1866-1875 Pastor in Rövershagen; 1856 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, seit 1858 Bibliothekar des Vereins; widmete sich nach seinem Ausscheiden aus kirchlichen Diensten 1875 ganz der Heimatkunde; Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde., 1879/80); »Eine Küstenwanderung von der Warnow bis Wustrow durch die Rostocker Heide« (1885); »Die St. Marien- Kirche der ehemaligen Cistercienser-Abtei Doberan i. M. und ihre Kunstarbeiten« (1893); Aufsätze zur Geschichte mecklenburgischer Orte und Klöster; »Zur Gründungs- und Baugeschichte der ehemaligen Cistercienser-Abtei Doberan in Mecklenburg« (1889), »Die der Cistercienser-Abtei Doberan bis zum Jahre 1365 urkundlich gemachten Schenkungen und deren Ausnutzung durch die Mönche« (1891) und »Die Verehrungsstätte des Heiligen Blutes in der Cistercienser-Abtei Doberan« (1891) in »Studien und Mitteilungen aus dem Benedictiner- und Cistercienser- Orden«. (siehe auch Kühl-Chronik S.15/16)

Dross, Friedrich Wilhelm (Pseud.: Efde) - Jurist

geb. 6.9.1886 Berlin gest. 11.4.1972 Payrac (Südfrankreich) Ehefrau: Liselotte D., Malerin Akademische Ausbildung in Berlin; 1911 Promotion in Rostock; Leiter des Finanzamtes in Ribnitz; Regierungsrat in Güstrow, Oberregierungsrat in Kiel und im Finanzpräsidium Bremen; kaufte 1913 das Haus Koppelweg 2 in Ahrenshoop, wo er mit seiner Frau lebte; 1921-1933 in Mecklenburg ansässig, seit 1926 in Güstrow; Nachlassverwalter Ernst Barlachs, dessen dichterisches Werk er herausgab; Mitbegründer der Ernst-Barlach-Gesellschaft; zog nach seiner Pensionierung zu seiner Tochter nach Südfrankreich; »Der Erstattungsanspruch preussischer Armenverbände gegen den Unterstützen« (Diss., 1911); »Tonnenreiten. Ein Fischländer Volksfest« (1927), »Spaziergang durch Güstrow« (1928), »Etliche Data aus der Historie des Klosters zu Ribbenitz, so zu wissen sich männiglich wohl anstehet« (1928), »Von mecklenburgischen Schiffersleuten« (1931) und »Etwas über Goethes mecklenburgisch Beziehungen« (1932) in »Mecklenburgische Monatshefte«.

Dunkelmann, Kurt - Direktor, Schiffbauer, niederdeutscher Schriftsteller, Schauspieler

geb. 3.11.1906 Crivitz gest. 27.4.1983 Ribnitz-Damgarten begr. Ahrenshoop Vater: Hermann D., Postbeamter Ehefrau: Erika D., Schauspielerin Volksschule in Crivitz, 1916-1922 Realschule Rostock; 1922-1926 Schiffbaulehre auf der Neptunwerft Rostock; 1926-1929 Ingenieurstudium Schiffbau in Bremen; bis 1932 Konstrukteur auf der Neptunwerft; ging nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in den Flugzeugbau; 1933-1945 Konstrukteur, Betriebsingenieur und Betriebsdirektor bei den Arado- Flugzeugwerken in Rostock; 1945-1947 Landarbeiter in Riekdahl, 1947/48 Hilfstischler in Kavelstorf; 1948-1950 Schauspieler am Stadttheater Rostock; erfolgreich als Vater Kagler in der Operette »Wiener Blut«; 1950-1952 Produktionsleiter der Warnowwerft Warnemünde; 1952-1959 Technischer Direktor, 1959-1973 Direktor der Neptunwerft Rostock; 1932 Mitglied des Plattdeutschen Vereins Unkel Bräsig in Rostock; auch Komponist, Aquarellmaler und Schauspieler; spielte neben seiner Frau in den DEFA-Filmen »Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse« (1954), »Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse« (1955) und »Schlösser und Katen« (1957); Autor von »De letzte un de ierste Tiet« (1982), »All nich so eenfach dat Leben« (1984) und »Rostocker Jungs« (1997); schrieb das Schauspiel »Den Ossen in’t Oog peert«; komponierte das Lied »In’n Dörpkrog is hüt Danzmusik«; 2000 Gedenkstätte Kurt-Dunkelmann- Stuuw im Alten Hafenhaus (ehemaliges Wohnhaus des Begründers der Neptunwerft Albert Tischbein) in Rostock.

Ehrich, Carl (Friedrich Heinrich) - Mediziner

geb. 21.1.1841 Plau gest. 30.11.1918 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Carl (Heinrich Wilhelm) E., Pädagoge, Kantor, Organist 1859 Abitur an der Großen Stadtschule Rostock; Medizinstudium und 1866 Promotion in Rostock; 1866-1909 praktischer Arzt in Marlow; 1894 Sanitätsrat; 1897 Medizinalrat; 1909 Umzug nach Doberan; lebte in den letzten Jahren bei seiner Tochter Margarete Range in Ribnitz.

Erichson, Hans - Historiker, Museologe, Lehrer, Autor

geb. 06.09.1926 Bartenshagen gest. 04.08. 2020 Ribnitz-Damgarten

Fromm, Johann (Christian Jakob) - Theologe, Pädagoge

geb. 1.2.1758 Hagenow gest. 1.12.1840 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Pädagoge Schule in Grevesmühlen, 1769 Johanneum in Hamburg; 1778 Studium in Bützow; 1783 Hauslehrer in Karst (bei Wittenburg); 1787 Rektor der Stadtschule Wittenburg; 1798 Pfarrstelle in Rossow (bei Wittstock); 1806 Prediger

Garduhn, Ernst - Pädagoge, Denkmalpfleger, Heimatforscher

geb. 2.10.1890 Gravenstein (Dänemark) gest. 12.10.1983 Ribnitz-Damgarten Vater: Gendarmeriewachtmeister Lebte in Stettin, wo er 1923 die Geschäftsleitung der Verlagsbuchhandlung seiner Frau Margarete Saunier übernahm; 1910-1920 Sammlung von 2500 Orts- und Flurnamen des Kreises Kammin; arbeitete im Ausschuss für Natur- und Vogelschutz der Pommerschen Naturforschenden Gesellschaft; geriet 1945 in sowjetische Gefangenschaft und kam ins KZ Ravensbrück; nach seiner Freilassung 1945 in Damgarten ansässig; 1952-1960 Lehrer; leitete 1962-1964 das Heimatmuseum Ribnitz-Damgarten, wo er die Bernsteinabteilung aufbaute; ab 1952 ehrenamtlicher Beauftragter für Denkmalpflege für den Kreis Ribnitz-Damgarten; betrieb Pilzberatung und sammelte etwa 7500 Flurnamen; schrieb populärwissenschaftliche Artikel über Ur- und Frühgeschichte, Heimatforschung, Ornithologie und Mykologie; erarbeitete 1971/72 eine Kartei von 270 Baudenkmälern des Kreises Ribnitz-Damgarten; sein Buch über die mecklenburg-vorpommersche Ostseeküste konnte nicht mehr erscheinen, da der Petermänken-Verlag 1964 seine Tätigkeit einstellte; »Hiddensee. Ein Heimatbuch« (1924); »Festschrift zu den Jubiläen der Kreisstadt Ribnitz- Damgarten« (1958); »Fischland, Ahrenshoop, Graal- Müritz, Ribnitz-Damgarten« (1966); Mitautor des »Reisehandbuchs Ostseeküste« (1963) und des »Reiseführers DDR« (1974); »Ernst Garduhn – Ein Lesebuch« (2006).

Gerresheim, Anna (Louise Adolphine Eduardine) - Malerin

geb. 8.3.1852 Ribnitz(-Damgarten) gest. 1.12.1921 Ahrenshoop Vater: Eduard G., Stadtrat Schwester: Auguste (Marie Sophie) G., Malerin Schwester: Bertha (Louise Friderike) G., Malerin, Musikpädagogin Als drittes von acht Kindern geboren; blieb unverheiratet wie ihre vier Schwestern; 1874-1876 Studium bei August tom Dieck in Dresden; nach dem Tod des Vaters 1876 Übersiedlung nach Berlin; vier Jahre bei Carl Gussow an der Akademie der Künste Berlin; 1883 Studium bei Emile Auguste Carolus- Duran und Jean Jacques Henner in Paris; 1884- 1889 Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen und Kunstfreundinnen; Mitglied des Vereins für Originalradierung in München; anfangs Porträtmalerin (»Selbstporträt«), dann Landschaftsmalerin; 1885 erster Aufenthalt in Ahrenshoop; 1892 gemeinsam mit ihrer Schwester Bertha Hausbau in Ahrenshoop (Dorfstraße 20); 1906 zog auch Schwester Auguste nach Althagen; eine der ersten Künstlerinnen in Ahrenshoop; Mitbegründerin der Ahrenshooper Künstlerkolonie; engagierte sich im Ahrenshooper gemeinnützigen Verein und im Verschönerungsverein Ahrenshoop; blieb auch nach 1918, als viele Künstler den Ort verließen, dort; lebte bis zum Tod im Haus ihrer Schwester Bertha; malte meist Motive der Ostseeküste; »Buchenwald« (um 1885), »Weiden am Abendhimmel« (um 1890); »Fischerkaten am Bodden« (um 1895), »Darßer Wald« (um 1905); »Selbstbildnis« (um 1905); »Weidelandschaft« und »Bauerngehöft« im Kulturhistorischen Museum Rostock; »Winter in Ahrenshoop« in der Mecklenburgischen Kunstausstellung in Schwerin (1911); 1928 Gedächtnisausstellung in der Großen Berliner Kunstausstellung; 2002 Ausstellung im Dünenhaus Ahrenshoop und im Singer Museum Laren Niederlande; »Berliner Blätter« (1885-1890); Zyklus mit sechs Radierungen); »Hamburger Stimmungen« (1884; Zyklus mit elf Radierungen).

Gerresheim, Auguste (Marie Sophie) - Malerin

geb. 28.8.1838 Ribnitz(-Damgarten) gest. 2.8.1908 Althagen Vater: Eduard G., Stadtrat Schwester: Anna (Louise Adolphine Eduardine) G., Malerin Schwester: Bertha (Louise Friderike) G., Malerin, Musikpädagogin War die älteste der drei malenden Schwestern; stand als Künstlerin im Schatten ihrer Schwester Anna; wohnte nach 1892 in dem Haus Dorfstraße 20 in Ahrenshoop; lebte seit 1906 bei ihren Schwestern in Althagen.

Gerresheim, Bertha (Louise Friderike) - Malerin, Musikpädagogin

geb. 27.3.1846 Ribnitz(-Damgarten) gest. 29.5.1916 Ahrenshoop Vater: Eduard G., Stadtrat Schwester: Anna (Louise Adolphine Eduardine) G., Malerin Schwester: Auguste (Marie Sophie) G., Malerin Erzieherin in Wales; Klavierlehrerin; erbaute gemeinsam mit ihrer Schwester Anna 1892 das Haus An der Düne 37 (Dorfstraße 20, heute durch Neubau ersetzt) in Ahrenshoop, wo sie mit ihren beiden Schwestern lebte; stand künstlerisch ebenso wie ihre Schwester Auguste im Schatten ihrer jüngeren Schwester Anna.

Griese, Hans - Schriftsteller

geb. 18.4.1876 Ribnitz(-Damgarten) gest. 27.4.1965 Ribnitz-Damgarten Vater: Johann G., Kapitän Sein Vater hatte 1881 mit dem Raddampfer-Verein den regelmäßigen Schiffsverkehr zwischen Ribnitz und dem Fischland eröffnet; der Sohn beschäftigte sich mit der Erforschung der Segelschifffahrt seiner Heimat; »Zur Geschichte der Schifffahrt und des Segelschiffbaues im Kreisgebiet Ribnitz-Damgarten« (1961); ermittelte aus den Schiffsregistern etwa 1 000 Segelschiffe, die von 1781-1914 auf Werften in Ribnitz, Damgarten, Barth und anderen Orten des Kreises gebaut wurden, mit genauen Angaben über Baujahr, Größe, Schiffer und Reeder (Manuskript in seinem Nachlass).

Hacker, Werner - Pädagoge, Heimatforscher, (niederdeutscher) Schriftsteller

geb. 7.8.1897 (Ribnitz-)Damgarten gest. 6.6.1955 auf einer Reise Vater: Kaufmann Bürgerschule in Damgarten, Realschule in Ribnitz, 1912 Realgymnasium in Rostock; 1915 Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte in Rostock, Berlin und wieder Rostock; 1915-1918 Kriegsdienst; 1919 wieder Studium und 1920 Promotion in Rostock und Anstellung an Rostocker Schulen; 1931 am Staatlichen Oberlyzeum Rostock; 1934 Studienrat; nach dem Zweiten Weltkrieg in Neustadt (Holstein); Lehrer an der Oberschule zum Dom in Lübeck; schrieb niederdeutsche Geschichten über Damgarten und Stücke für die Revueaufführungen der Tonhalle Rostock; Autor von Jugendbüchern; »Boerries, Freiherr von Münchhausen, die Stoffe und Sprache seiner Balladen« (Diss., 1920); »Der Hassenburger. Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg« (1944); »Zwischen Darß und Bodden. Erzählungen« (1944); »Herbstabend auf der alten Barther Landstraße« (1930), »In der Wiedentrift« (1932), »Sylvesterspuk« (1933) und »Der Lögenstrom« (1942) in »Mecklenburgische Monatshefte«; »Vagelscheiten« in »Uns leiw lütt Stadt an‘n Bodden« (2002); starb auf der Rückreise von Sylt.

Hausmann, Eduard - Seemann, niederdeutscher Schriftsteller

geb. 24.11.1847 Ribnitz(-Damgarten) gest. ? Volksschule; nebenbei Fremdsprachenunterricht; mit 14 Jahren zur See auf deutschen, holländischen und amerikanischen Schiffen; 1868 in Rostock Steuermannsprüfung für große Schiffe und 1873 Schifferprüfung für große Fahrt; trat 1876 als Marinelotse in Kaiserlichen Dienst; Obersteuermann; 1888 im Leuchtturmdienst in Wilhelmshaven; 1902 Kaiserlicher Schiffsführer in Swinemünde; ab 1904 in Kiel; seit 1907 als pensionierter Kaiserlicher Obersteuermann in Lübeck; »Sylvester« (1898); »Drei Ostermorgen«, »Dat heimtückisch Ding« und »Peiter-Unkel as Märkenverteller« in »Eekboom«.

Haut, August - Parlamentarier

geb. 23.4.1881 Ribnitz(-Damgarten) gest. 24.3.1958 Lübeck Volksschule; Handelsarbeiter; bis 1914 Hausdiener, Arbeiter, zuletzt Büroarbeiter; 1914-1918 Kriegsteilnehmer; Schwerkriegsbeschädigter; 1918 Präsidiumsmitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Lübeck; 1919-1928 zunächst Lagerhalter, 1921 Gewerkschaftsführer und 1924 Handelskontrolleur im Konsumverein Lübeck; 1922-1928 Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Lübeck, später auch Vorsitzender der Partei; 1919-1928 Mitglied des Lübecker Landtages; 1928-1933 Senator für Arbeit und Wohlfahrt; in der NS-Zeit in Haft; 1945/46 kommissarischer Leiter der Sozialverwaltung in Lübeck; 1947-1950 Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein.

Heinrich I. Herr zu Werle(-Güstrow)

geb. ? gest. 8.10.1291 bei (Ribnitz-)Damgarten begr. (Bad) Doberan (Münster) Vater: Nikolaus I., Herr zu Werle(-Güstrow) Ehefrau: 1.) Rixa, Tochter von Birger Jarls, Regent von Schweden Ehefrau: 2.) Mechthild, Tochter von Johann Herzog von Braunschweig-Lüneburg Gemeinsam mit seinen Brüdern Johann I. und Bernhard I. Nachfolger des Vaters; anfangs Mitregent der Brüder; regierte ab 1281 allein zu Güstrow; gewährte seinen Söhnen Nikolaus und Heinrich II. 1282 die Mitregentschaft; verheiratete seine Tochter Rixa mit Albrecht, Herzog von Braunschweig- Göttingen; 1291 auf dem Heimweg von einer Jagdpartie bei Fürst Wizlaw von Rügen bei Damgarten von seinen Söhnen Nikolaus und Heinrich II. im Kampf erschlagen (Penzliner Vatermord); Nachfolger: Nikolaus, Heinrich II. (Söhne).

Hennekin, Johann - Theologe

geb. ? Warin gest. 1569 Ribnitz(-Damgarten) Neun Jahre im St. Johannisorden Danzig; kam 1527 als Hauslehrer zur Familie Maltzan (bei Malchin); zog 1528 nach Gielow, wo er elf Jahre predigte; 1539- 1555 Pastor an der Jakobikirche Rostock; danach acht Jahre an der Pfarrkirche Ribnitz.

Jenss, Ludwig - Jurist

geb. 6.1.1898 Ribnitz(-Damgarten) gest. 8.1.1942 Rostock Vater: Kapitän Große Stadtschule Rostock; im Ersten Weltkrieg bei der Marine; Jurastudium in Rostock und Heidelberg; 1922 Promotion in Rostock; 1925 Rechtsanwalt, Notar und Strafverteidiger in Rostock; Mitglied im Vorstand der Rechtsanwaltskammer Rostock; 1941 verhaftet; Selbstmord in seiner Zelle; »Die Vereitelung des Zugangs der Annahmeerklärung aus einem in der Person des Offerenten liegenden Grunde« (Diss., 1922).

Joseph, Bruno - Mediziner

geb. 13.12.1861 Pyritz (Pommern; Pyrzyce/Polen) gest. 10.7.1934 Ribnitz(-Damgarten) 1885 Promotion in Greifswald; 1886-1934 praktischer Arzt in Ribnitz; An der Verwirklichung der Pläne zur Kanalisation und den Wasserwerken der Stadt Ribnitz maßgeblich beteiligt; 1912 Bürgerschaftsvertreter; 1918 Bürgerworthalter; 1919 Stadtverordnetenvorsteher; Sanitätsrat; Vorstandsmitglied des Vereins für hygienische Volksbelehrung; »Ein Fall von Monoplegia brachiofacialis bei complicirtem Schädelbruch« (Diss., 1885).

Jürss, Carl - Maler

geb. 12.6.1858 Ribnitz(-Damgarten) gest. 14.8.1934 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Joachim Friedrich Samuel J., Leinenwebermeister Kunst- und Dekorationsmaler am Hof einflussreicher Russen in Odessa; malte Dekorationen für Schlösser und Kirchen; 1905 Flucht aus Odessa; kam vermögend nach Ribnitz zurück und baute sich ein Haus (Damgartener Chaussee 41); schenkte seiner Vaterstadt Bäume (Rotdorn für den Rosengarten und Ulmen für die Ulmenallee); 1912-1928 Ratsmitglied und Senator; »Segelschiff auf dem Meer«.

Krambeer, Karl - Pädagoge, Heimatforscher

geb. 17.11.1867 Wanzlitz gest. 24.4.1951 Ribnitz-Damgarten Nach der Präparandenanstalt Lehrer in Ludwigslust und Wismar; 1904-1911 Herausgeber des »Mecklenburgischen Schulblatts«; 1909-1933 Rektor der Stadtschule Ribnitz; 1936 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde; Veröffentlichungen über Lehrmethoden und Herausgabe von Schulbüchern, »Beiträge zur Behandlung der mecklenburgischen Geschichte in der Volksschule im Sinne des Arbeitsschulgedankens« (1912);

»Mecklenburgische Sagen« (1922, 1926);
»Stadt Ribnitz in Vergangenheit und Gegenwart« (1938).

Kühl, Paul - Pädagoge, Heimatforscher

geb. 23.7.1890 Ribnitz(-Damgarten) gest. 10.9.1959 Hannover begr. Neustrelitz Vater: Carl K., Seemann Realgymnasium in Ribnitz; 1909 Philologiestudium in Greifswald und Göttingen; 1914 Staatsexamen in Greifswald; Soldat im Ersten Weltkrieg; 1919 Promotion in Greifswald und Lehrer am Realgymnasium Stralsund; 1920 Gymnasiallehrer in Neubrandenburg; 1933-1945 Studienrat am Gymnasium Carolinum Neustrelitz; 1945 im Internierungslager Fünfeichen; 1946-1951 am Oberlyzeum Detmold; lebte nach seiner Pensionierung in Hannover; Chronist seiner Heimatstadt; 1933 Ehrenbürger von Ribnitz; »Das Verhältnis von Shakespeares Richard II. zu Marlowes Edward II.« (Diss., 1923); »Neubrandenburg. Eine erdgeschichtliche, verkehrs- und wirtschaftsgeographische Landschaftsstudie« (1931); »Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz« (1933); »Dörchläuchtings teure Universität« (1957), »Auf den Spuren unseres Gründers, des Herzogs Carl von Mecklenburg-Strelitz« (1958) und »Professor Richard Wossidlo« (1959) in »Das Carolinum«.

Lechner, (Johann Friedrich) Ferdinand - Buchdrucker

geb. ? gest. nach 1862 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Schumacher in Schwerin Heiratete 1852 nach Ribnitz und erwarb dort die Buchdruckerei und den Zeitungsverlag Leonhardt, wo er vorher als Geselle gearbeitet hatte; 1854-1862 Herausgeber des »Stadt- und Landboten. Lokalblatt für die Städte Ribnitz, Sülz, Marlow, deren Umgegend und das Fischland«; Druck der »Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz« von Karl August Tott; »Revidirte Schulordnung für die Stadtschule in Ribnitz« (1854); »Gesinde-Ordnung für die Stadt Ribnitz« (1862); sein Sohn Hermann (1853-1913) führte die Druckerei mit neuen Maschinen weiter.

Lemcke, Otto - Maler, Grafiker

geb. 11.8.1891 Ribnitz(-Damgarten) gest. 2.8.1933 Ribnitz(-Damgarten) Entstammte einer alten mecklenburgischen Pastoren- und Beamtenfamilie; Architekturstudium in Charlottenburg, München und Dresden, dann 1913 Übergang zur Grafik; schuf farbige Linolschnitte, Radierungen, Vernis-mou und Kaltnadelblätter; Exlibris, Gebrauchsgrafik, freie Grafik (besonders Landschaften und Architektur), Aquarelle und Ölbilder; fertigte Linolschnitte vom Ribnitzer Hafen; gehörte dem Verein für Exlibriskunst an.

Lettow, Toska - Pädagogin, Schriftstellerin

geb. 13.6.1895 Wustrow (Nordvorpommern) gest. 6.3.1985 Berlin Vater: Ulrich L., Mediziner 1918 Lehrerin an der Stadtschule Ribnitz; hier wurde ihr Stück »Die Nebelfrau« aufgeführt; »Swante Wostrowe« (1917; Roman, der auf dem Fischland spielt); »Laternenkinder« (1921); »Ram Mohun« (1924); zusammen mit Margarete Bruch Herausgeberin von »Schön ist der Mutter liebliche Heimat. Deutsche Muttergedichte aus 2 Jahrhunderten.« (1935); »Swante-Wustrows 600 jährige Gedenkfeier« in »Mecklenburgische Monatshefte« (1928).

Lüpke, Gerd - Schriftsteller, Journalist, Reuter-Interpret

geb.19.Mai 1920 Stettin gest. ... Aufgewachsen in Ribnitz. Hier empfing er die ersten Eindrücke aus Landschaft und Volkstum. Ob er hoch- oder plattdeutsch schrieb, ob er die Themen seiner niederdeutschen Heimat als Buch, als Vortrag, Radio-Hörspiel oder Plauderei abhandelte, immer erinnern sie uns an "Fritz Reuter sien Eekboomlied". Lebt ab 1949 in Varel (Oldenburg)

Meyer, Korl (eigentl.: Karl M.) - Maler, Tänzer

geb. 4.1.1902 Ribnitz(-Damgarten) gest. 23.5.1945 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Stadtdiener 1907-1915 Stadtschule in Ribnitz; verdiente sich als Kellner das Geld für sein Studium an Kunstakademien München und Dresden; Tanzausbildung vermutlich bei Mary Wigman an der Schule für modernen Tanz in Dresden; 1925-1929 Baletteleve an der Semperoper Dresden; veränderte seinen Vornamen Karl in Korl; lebte Ende der 1930er Jahre bei seinen Eltern in Ribnitz; Landschaftsbilder und Porträts; 1931 Ausstellung im Rathaus Ribnitz; »Windmühle im Mecklenburgischen« (um 1930); »Steilküste« (1933); »Die Wossidlo-Linde in Körkwitz« (1933); »Ribnitz. Rostocker Tor von Westen« (1934); »Boddenlandschaft« (1934); »Winterlandschaft mit Graben« (1936); »Blick über den Bodden nach Damgarten« (1941); »Selbstportrait«; Werke im Kulturhistorischen Museum Rostock, im Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten und in Privatbesitz.

Nizze, (Johann) Ernst - Pädagoge, Parlamentarier

geb. 16.11.1788 Ribnitz(-Damgarten) gest. 10.2.1872 Stralsund Vater: Christian Ludwig N., Theologe Bruder: Friedrich Ludwig N., Mediziner, Bürgermeister Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Berlin; 1807-1811 Philologie- und Mathematikstudium in Rostock, Heidelberg und Jena; 1812 Promotion in Erlangen; 1811/12 Kollaborator am Gymnasium in Berlin; 1813-1821 Konrektor in Prenzlau; 1821-1832 Konrektor, ab 1827 Gymnasialprofessor, 1832- 1865 Gymnasialdirektor in Stralsund; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815, Mitglied des Lützowschen Freikorps; Freundschaft mit Ernst Moritz Arndt; 1844 Mitglied des Gustav-Adolph-Vereins in Stralsund, seit 1848 Vorsitzender; Mitbegründer der Provinzialgewerbeschule und der Königlichen Navigationsschule in Stralsund; 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (Casino, Wahlkreises Stralsund); nach 1849 im Bürgerverein in Stralsund; Roter Adlerorden; Verfasser mathematischer und pädagogischer Schriften; »Über Bildung der Jugend nach dem Zeitgeiste« (1812); »Algebra« (2 Bde.; 1818); »Zweck und Umfang des mathematischen Unterrichts auf Gymnasien« (1822); »Die Klassenvertheilung in den Gymnasien« (1824); Übersetzer und Herausgeber: »Archimedes von Syrakus Vorhandene Werke« (1824; Übers. aus dem Griech.); »Ueber Barometerbeobachtungen zu Bützow in den Jahren 1781 bis 1789« (1831); »Geometrie« (1838); »Über die Verbindung von Realklassen mit dem Gymnasium« (1846).

mehr über Johann Ernst Nizze noch einfügen aus "Mecklenburger im Rheinland und in Westfalen" v on Böhmer !

Nizze, Reinhold - Jurist, Bürgermeister

geb. 19.12.1824 Ribnitz(-Damgarten) gest. 9.12.1902 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Friedrich Ludwig N., Mediziner, Bürgermeister 1853 Advokat in Rostock; 1870 als Nachfolger seines Vaters Bürgermeister in Ribnitz; förderte den Bau der Höheren Bürgerschule und neuer Verkehrswege, wie die Eisenbahnverbindung Rostock-Stralsund; Einrichtung eines neuen Friedhofes und einer Volksbibliothek; Mitbegründer des Gewerbevereins; 1883 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde; »Das öffentliche Seerecht« (1857); »Die Judenfrage in Rostock« (1861); »Volkswirthschaftliche Zustände in Mecklenburg« (1861).

Nizze, Friedrich Ludwig - Mediziner, Bürgermeister

geb. 31.10.1791 Ribnitz(-Damgarten) gest. 13.7.1870 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Christian Ludwig N., Theologe Bruder: (Johann) Ernst N., Pädagoge, Parlamentarier Gymnasium Zum Grauen Kloster Berlin; Medizinstudium; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815 als Arzt; danach Arzt in Ribnitz; 1835- 1870 Bürgermeister in Ribnitz; während seiner Amtszeit entstanden die Allee um die Stadtkirche, der Schützenplatz mit Lindenallee, der Steindamm nach Körkwitz und die Turmschneise im Stadtforst; ließ an der Rostocker und an der Stralsunder Straße als Ruhesitz gedachte Granitblöcke legen, die sogenannten Bürgermeistersteine.

Oertzen, Olga (Friederike Richardine) von - Ordensschwester

geb. 29.9.1875 Glambeck gest. 10.8.1961 Ribnitz-Damgarten Vater: Rudolf (Wilhelm Friedrich) von O., Forstwirt Bewirtschaftete die Pachtung Boitin (bei Bützow); entwickelte das Gut zu einem Musterbetrieb und bildete Gutsfrauen aus; trat Ende der 1920er Jahre als Konventualin ins Kloster Ribnitz ein; 1946 Domina des Klosters; bewirtschaftete dort mehrere Gärten; aktiv im DRK, im Kulturbund und im Vorstand des Plattdeutschen Vereins.

Otto, Helene (Hermine Johanne) (geb.: Ladendorf; Pseud.: Ellen Otto-Fulda) - (Niederdeutsche) Schriftstellerin

geb. 16.12.1856 Ribnitz(-Damgarten) gest. ? Vater: Johann Carl Ludwig Ladendorf, Postbeamter Ihr Vater war Postsekretär in Neu-Sanitz, später in Ribnitz; ihre Mutter war Sophia Juliane Elise Fulda; nahm aus Verehrung für ihren Großvater, dem Posthalter Heinrich Fulda, ihr Pseudonym an; 1876 Heirat in Ribnitz mit dem Postsekretär Carl Wilhelm O. in Waren; lebte 1914 in Berlin; Verfasserin von Feuilletons, Lyrik, Bühnendichtung, Novellen und Übersetzungen; schrieb mit ihrem Mann »Die Wahrheit über Jesus von Nazareth. Eine kritische Studie« (1909); »Bistrafte Oewergloben. Schwank« (1912); »Erdgesänge. Gedichte« (1920).

Pentz, Marie (Charlotte Klara Antonie) von (Pseud.: M. von P., M. von Panitza) - Schriftstellerin

geb. 17.6.1870 Neustrelitz gest. 21.7.1945 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Karl (Wilhelm August) von P., Soldat, Schlosshauptmann Konventualin des Klosters Ribnitz; Verfasserin von Traktaten und christlichen Erzählungen, die in Zeitschriften und Sammelwerken erschienen; schrieb auch Volkserzählungen; »Hinter der Nebelwand« (1901); »Auf hoher See« (1902); »Verfolgt« (1906); »Stine Stark, eine von der alten Art« (1908).

Piper, Ludwig Friedrich Albert - Theologe, Pädagoge

geb. 31.5.1809 (Ribnitz-)Damgarten gest. 28.6.1887 (Berlin-)Charlottenburg Vater: Carl Friedrich Coelestinus P., Theologe, Dichter Erster Unterricht beim Vater; 1824-1830 Gymnasien in Stralsund und Greifswald; 1830-1832 Theologiestudium in Greifswald, 1832-1834 in Berlin; 1830 Mitglied der Alten Greifswalder Burschenschaft Arminia; beteiligte sich 1832 an Geldsammlungen für die Pressefreiheit; 1834 in Berlin verhaftet, in der Hausvogtei arretiert und verhört; 1835 Hauslehrer in Pritzier bei Wolgast; 1835 weitere Verhöre in Stettin und wegen Mitgliedschaft in der Burschenschaft zu sechs Jahren Festung und Amtsunfähigkeit verurteilt; 1836 Begnadigung zu einem Jahr Festungshaft, die er in der Berliner Hausvogtei verbüßte; 1838 Fortsetzung seiner Ausbildung und erste, 1840 zweite theologische Prüfung; 1840-1844 Hauslehrer in Lüdershagen bei Barth; 1844-1847 Lehrer an der Falckensteinischen Höheren Töchterschule in Barth; 1847 Diakon in Sagard; 1850 Pfarrer in Lancken; 1862 in Vilmnitz (Rügen); 1884 Emeritierung und in Putbus; Roter Adlerorden.

Pries, Johann Friedrich - Pädagoge

geb. 29.9.1776 Ribnitz(-Damgarten) gest. 20.1.1832 Rostock Vater: Johann Heinrich P., Theologe Große Stadtschule Rostock, 1794 Theologie-, Philosophie- und Philologiestudium in Rostock und Göttingen; 1801 Promotion in Rostock; 1803 Privatdozent, 1805 ordentlicher Professor der Moral in Rostock; 1818 Mitglied des Berliner Vereins für deutsche Sprache; 1828 Mitdirektor der Großen Stadtschule Rostock; 1830/31 Vorsitzender des Direktoriums; Mitglied des Heimatbundes Mecklenburg; »Ueber Meditation« (1812); »Ueber Ehre und Vaterlandsliebe« (1815); »Ueber Wohltun und Dankbarkeit« (1819); »Denkschrift an die Städte Mecklenburgs bei der Enthüllung von Blüchers Bildsäule« (1819); »Ideen zur Chronographie« (1827).

Roehl, Lambert Heinrich - Mathematiker, Astronom

geb. 8.7.1724 Ribnitz(-Damgarten) gest. 15.6.1790 Greifswald Mathematikstudium in Greifswald; Promotion; 1755 Habilitation; 1762 außerordentlicher, 1775 ordentlicher Professor der Astronomie in Greifswald, wo er im selben Jahr ein Observatorium errichtete; Mitglied der Schwedischen Akademie der Wissenschaften; »De methodo generali construendi omnes aequationes algebraicas« (1755); »Einleitung in die astronomischen Wissenschaften« (2 Bde.; 1768, 1779); »Physicalische Beschreibung der Erdkugel« (1780); »Schwedisch-Pommersch- Rügianischer Haushaltungs- und Geschichts-Calender auf das Jahr der Christen 1791« (1790).

Runge, Eberhard - Theologe, Ordensbruder

geb. ? gest. nach 1525 1518 in Rostock als frater conventus Hannoverensis immatrikuliert; 1520 Dozent der Theologie an der Universität Rostock und zugleich Leiter des Franziskanerordens; 1524 vorletzter Provinzialminister des Franziskanerordens in Mecklenburg; weihte Ursula (Tochter des Herzogs Heinrich von Mecklenburg aus erster Ehe) im Kloster Ribnitz zur Nonne; 1525 mit Maultieren im Land unterwegs, was viel Aufsehen erregte.

Russow, Wolfgang - Mediziner, Ornithologe

geb. 1905 Cournal (Kurna/Estland) gest. ?.4.1945 bei Ribnitz(-Damgarten) Abitur in Dorpat; 1929 Medizinstudium in Graz und Greifswald; Assistent am Hygieneinstitut der Universität Greifswald; Feldbeobachter und Oologe; Neuauflage der Arbeit seines Großvaters Valerian R. »Die Ornis Ehst-, Liv- und Curland’s« (1889); seine Aufzeichnungen gingen Ende des Zweiten Weltkrieges verloren; kam auf der Flucht um.

Schleiff, Viktor - Pädagoge, niederdeutscher Schriftsteller

geb. 3.3.1869 (Ribnitz-)Damgarten gest. ? Lehrerseminar Franzburg; 1889 Lehrer in Bergen (Rügen); Konrektor in Grimmen; 1898-1904 Lehrer an der deutschen Realschule in Konstantinopel; 1904-1906 Direktor der deutschen Schule in Galati (Rumänien); dann Seminarlehrer an der Königlichen Luisenstiftung in Posen; veröffentlichte »Nasr-eddin Horscha, der türkische Uhlenspeigel, Türkische Snaken und Snurren« (1906).

Schröder, Helmuth (Friedrich Daniel) (auch: Schröder-Völkshagen) - Pädagoge, niederdeutscher Schriftsteller

geb. 2.4.1842 Spornitz gest. 11.12.1909 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Friedrich Karl Ernst S., Pädagoge Lehrerseminar Neukloster; 1858 Hilfslehrer in Proseken (bei Wismar); 1859 Hauslehrer bei einem Erbpächter auf der Insel Poel; 1860 Examen am Lehrerseminar Neukloster; Lehrer an der Privatknabenschule Neustadt; 1866 Lehrer in Parchim, 1867 in Matzlow (bei Parchim), 1875 in Mistorf (bei Güstrow) und 1886-1908 in Völkshagen (bei Ribnitz); 1908 Umzug nach Ribnitz; 1898 Mitbegründer und Ehrenmitglied des Plattdütsch Vereen för Rostock un Ümgegend; 1930 Ehrentafel am Schulhaus in Völkshagen, gestiftet vom Plattdeutschen Verein Rostock; seit 1999 trägt der Dorfverein Völkshagen seinen Namen; Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde.; 1879/80); Vertonung seiner Gedichte von Hermann Bendix; schrieb das »Vereinsleid för de Ribnitzer Plattdütschen«; »As’t de Garv givt. Plattdütsche Dichtels vor Lütt un Grot« (1880); »Plattdütsch Kräns’ un Strüz’« (1899); »Ut Meckelbörger Buerhüser«, »Bi Kräuger Bolts« (1901; Roman); »Holzen Rike. En Vertellen ut de föftiger Johren int vörrig Johrhunnert« (1905); »Veer Vertellen« (1907); »Ut minen lütten Gorden. Plattdütsch Lyrik« (1909); seine Dichtungen wurden in die »Anthologien Meklenburg. Ein Lesebuch« (1979), »Ick weit en Land« (1987) und »In’n Duurnbusch fläut de Nachtigall« (2000) aufgenommen; »Plattdeutsches Lesebuch. Lyrik un Prosa« (2007; hrsg. von Hans Erichson); Grabstätte in Ribnitz erhalten.

Schultz, (Franz Johann) August - Pädagoge

geb. 26.8.1841 Elmenhorst (Lichtenhagen) gest. 6.12.1924 Neukloster 1867 Lehrerseminar; Vorsteher der Navigationsvorbereitungsschule in Ribnitz; 1868 Lehrer an der Privatknabenschule in Ribnitz; 1871- 1873 Lehrer in Bützow; 1873-1912 Lehrer an der Großen Stadtschule Rostock; 1912-1918 am Realgymnasium Rostock.

Sieden, Julius - Redakteur

geb. 18.9.1884 Schwerin gest. 30.4.1938 Güstrow Vater: Heinrich S., Hofschlossermeister 1904 Abitur in Schwerin; Theologiestudium in Erlangen, Leipzig und Rostock; Hauslehrer in Neu Stuer und Janow; 1909 Vikar in Altwigshagen; 1911 stellvertretender Rektor in Krakow; 1911 am Predigerseminar Schwerin; 1912 Hilfsprediger in Wredenhagen; 1912 Pastor in Ribnitz; seit 1918 Redakteur des »Kirchen- und Zeitblatts«; 1921 Mitglied der verfassungsgebenden Landessynode; 1922 Oberkirchenrat; 1922-1927 Pastor an der Stadtkirche Ribnitz; 1927 Landessuperintendent und zugleich Erster Domprediger in Schwerin; 1933 durch den neuen Oberkirchenrat als Landessuperintendenten des Kirchenkreises Malchin berufen; 1922-1933 auch Dezernent für die Posaunenarbeit im Oberkirchenrat; 1936 Leiter des Verbandes der Posaunenverbände; »Katechismen und Katechismus-Unterweisung in Mecklenburg seit der Reformation bis zu Anfang des 18. Jahrhunderts« (1930); »D. Heinrich Behm als Landesbischof« in Heinrich Behms »Im Dienste des Herrn« (1930).

Slagghert, Lambrecht auch: Lambert Slaggert) - Ordensbruder, Chronist, Reformationsgegner

geb. ? gest. nach 24.3.1533 Ribnitz(-Damgarten) Bis 1522 Franziskaner an St. Johannis in Stralsund; besuchte 1522 das Franziskaner-Kapitel der Ordensprovinz Sachsen in Hamburg; von dort als Lesemeister nach Ribnitz gesandt; Lehrmeister und Beichtvater im Nonnenkloster der Heiligen Clara in Ribnitz; legte Wasserrinnen an, ließ ein Brauhaus bauen, Mauern ziehen und Wände streichen; blieb bis 1533 Beichtvater in Ribnitz, danach nicht mehr nachgewiesen; übergab zum 200-jährigen Bestehen 1523 eine Klosterchronik, die er später noch bis 1533 weiterführte (Abschrift im Landeshauptarchiv Schwerin); »Chronicon Coenobii Ribenicensis ord. S. Clarae 1206-1540« in Ernst Joachim von Westphalens« »Monumenta Inedita Rerum Germanicarum Praecipue Cimbricarum, Et Megapolensium« (1745); Druck von Auszügen (1522-1527) einer Abschrift »Bruchstück aus der deutschen Chronik des Fräulein-Klosters St. Claren-Ordens zu Ribbenitz« in »Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte« (1838).

Stenglin, Barbara von (geb.: von Wedelstädt) - Kunsthandwerkerin

geb. 27.1.1924 Prerow gest. 3.11.1993 Rostock Schulen in Prerow und Barth und höhere Mädchenschule in Berlin; Lehre als Handweberin; 1952 Handwebmeisterin; 1955 anerkannte Kunsthandwerkerin; 1982 Obermeisterin des Handwerks; fertigte die Trachten für das Mecklenburgische Folklore-Ensemble in Ribnitz- Damgarten und das Folklore-Ensemble Prerow.

Sternberg, Carl Friedrich - Bürgermeister

geb. 19.10.1793 gest. 22.11.1867 (Ribnitz-)Damgarten Vater: Ackerbürger 1813 Bürger von Damgarten und Mitglied der Schützen-Kompanie; 1824 Achtmann im bürgerschaftlichen Kollegium und Holzbürger; 1826 Ratsmitglied und Kämmerer im Rat; 1837 provisorischer Bürgermeister, 1844-1848 Bürgermeister in Damgarten (trat 1848 wegen der revolutionären Unruhen zurück), 1851-1866 wieder Bürgermeister; Kronenorden.

Steszewski, Franz (Pseud.: Plessenthin) - Maschinenbauer, Widerstandskämpfer

geb. 15.10.1896 Rostock gest. 3.6.1956 Mainz begr. Rostock Vater: Werftarbeiter 1903-1911 Bürgerschule in Rostock; Lehre im Elektrizitätswerk Rostock; Kriegsdienst als Funker bei der Marine und 1918 Teilnahme an den Matrosenaufständen; Mitglied der KPD; fuhr in den 1920er Jahren zur See; längerer Russland- Aufenthalt, erhielt dort den Tarnnamen Plessenthin; 1927 Werkmeister; 1938 Elektroingenieur; 1936- 1945 bei der Walther Bachmann Flugzeugbau KG in Ribnitz; Kontakte zum antifaschistischen Widerstand; soll 1944 Handgreiflichkeiten gegen Gauleiter Friedrich Hildebrandt initiiert haben; von Bachmann vor dem KZ gerettet; nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1951 Maschinenmeister der Klinik Gehlsheim in Rostock-Gehlsdorf; 1946 Treuhänder der auf Befehl der SMAD sequestrierten Bachmann- Werke; Erhalt der Werksbauten und Ehrenrettung Bachmanns misslangen; durchlebte Querelen in der Kommunalpolitik Rostocks; Kontakt zu Staatspräsident Wilhelm Pieck; politischer Rückzug und 1953 Flucht in die BRD.

Stier, Ernst (Max Wilhelm Georg) - Landwirt, Parlamentarier, Minister

geb. 30.10.1877 Petersdorf (Ribnitz-Damgarten) gest. ? Vater: Erbpächter Realgymnasium in Ribnitz; Landwirt und landwirtschaftlicher Beamter; 1903 Besitzer der Erbpachthufe Nr. 6 in Glasin (bei Neukloster); Ortsvorsteher in Glasin; Vorsitzender des Mecklenburgischen Dorfbundes; 1921 Mitglied des Mecklenburg-Schwerinschen Landtages (Dorfbund); 1922-1924 Landwirtschaftsminister von Mecklenburg- Schwerin.

Suhr, Richard - Pädagoge, Heimatforscher

geb. 14.4.1892 Rövershagen gest. 7.5.1959 Ribnitz-Damgarten Assistenzlehrer in Sülze; Anfang der 1920er Jahre Lehrer in Ribnitz; um die Pflege der niederdeutschen Sprache bemüht; lieferte Richard Wossidlo Material für dessen volkskundliche Sammlung mit der Sage über die Spukgestalt der Rostocker Heide Gälknoeker (Gelbknocher); gründete 1931 den Plattdeutschen Verein für Ribnitz und Umgebung; studierte niederdeutsche Stücke ein, in denen er mitspielte (u. a. als Großknecht in Wossidlos »Ein Winterabend in einem mecklenburgischen Bauernhaus«); aktiv im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands; um die Einrichtung eines Ribnitzer Heimatmuseums bemüht; zeigte 1933 zur 725-Jahr-Feier der Stadt Ribnitz eine Ausstellung mit Handwerkergegenständen; 1954 Eröffnung des Heimatmuseums und ehrenamtliche Leitung; sammelte Seekisten, Schiffsbilder und Bauernmöbel; ab 1974 profilierte sich das Museum zum Bernstein-Museum; 1989 Richard-Suhr- Siedlung in Ribnitz-Damgarten; »Das Heimatmuseum Ribnitz-Damgarten«, »Martha Müller-Grählert. Heimatdichterin«, »Helmuth Schröder«, »Kräht der Hahn auf dem Mist, wird’s Wetter anders, oder es bleibt wie es ist«, »Von den’n Mann, dei all’s verkiehrt maken ded’«, »Als noch der Scharfrichter in Ribnitz seines Amtes waltete« und »Orts- und Flurnamen der Stadt Ribnitz« in »Heimatheft des Kreises Ribnitz- Damgarten« (1957); »Ribnitz in der Franzosenzeit« in »Festschrift zur 750-Jahr-Feier von Ribnitz« (1958).

Thierfelder, Hildegard - Archivarin

geb. 19.7.1908 Ribnitz(-Damgarten) gest. 19.1.1985 Bad Eilsen Vater: Karl T., Landgerichtsrat Lyzeen in Ribnitz und Rostock, dann Gymnasium in Rostock; 1921-1927 Geschichts-, Französisch- und Deutschstudium in Tübingen, Rostock, Freiburg (Breisgau), München und Rostock; 1932 Promotion in Rostock; 1933 Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen, 1935 zweites Staatsexamen; 1935-1941 Sekretärin und Hauslehrerin; 1942 Archivausbildung im Reichsarchiv Troppau und am Institut für Archivwissenschaften in Berlin-Dahlem; 1943-1945 Referentin für die Archivberatungsstelle Oberschlesien im Staatsarchiv Kattowitz; einige Monate Sachbearbeiterin in der Sudetendeutschen Anstalt für Landes- und Volksforschung in Reichenberg; 1946 Referentin für das Stadtarchiv in der Archiv- und Museumsverwaltung der Stadt Rostock; 1953-1959 Direktorin des Stadtarchivs Rostock; 1959 Flucht in die BRD; 1960-1962 Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Bearbeitung des älteren Rostocker Stadtbuchs; 1962-1969 im Stadtarchiv Köln; danach Leiterin des Stadtarchivs Lüneburg; Schriftführerin im Museumsverein für das Fürstentum Lüneburg; Mitherausgeberin der »Lüneburger Blätter«; im Ruhestand und trotz Krankheit 1974-1983 ehrenamtliche Leiterin des Stadtarchivs Rinteln; Studien zur mittelalterlichen Geschichte Rostocks; »Rother als Finanzpolitiker unter Hardenberg 1778-1822« (Diss., 1934); »Rostock-Osloer Handelsbeziehungen im 16. Jahrhundert« (1958); »Das Rostocker Stadtarchiv« (1959); »Der Nachlaß Ludolf Camphausen im Kölner Stadtarchiv« (1964); »400 Jahre evangelisches Leben im Rheinland« (1965; Katalog der Ausstellung »Reformatio«); »Das älteste Rostocker Stadtbuch (etwa 1254-1273) mit Beiträgen zur Geschichte der Stadt Rostock im 13. Jahrhundert« (1967); »Führer durch das Stadtarchiv Lüneburg« (1973); »Sozialgeschichtliche Streiflichter des Rostocker Gotlandhandels« in »Aus tausend Jahren mecklenburgischer Geschichte« (1979); »Mittelalterliche Verbindungen Rostocks zu Schweden« in »Beiträge zur mecklenburgischen Seefahrtsgeschichte« (1981); »Papsturkunden im Rostocker Stadtarchiv« in »Beiträge zur mecklenburgischen Kirchengeschichte« (1982).

Thron, Ludwig - Mediziner, Maler

geb. 15.09.1889 in Bayreuth
gest. 21.12.1964 Ribnitz-Damgarten
1914 Promotion in Erlangen
1919 praktischer Arztin Gemeinschaftspraxis mit seinem SchwiegervaterBruno Joseph in Ribnitz
führte die Praxis nach dessen Berufsverbot 1933 allein
1961 Sanitätsrat
erwarb 1937 in Ahrenshoop das Haus Schifferberg 3
malte Motive der Stadt Ribnitz und die Boddenlandschaft
Bilder: »Die Sonne des Fischlandes« (1927), »Otto Lemcke« (1934) und »Ribnitz« (1934) in »Mecklenburgische Monatshefte« »Ein Fall von diffuser Sarkomatose des Bauchfells« (Diss., 1914).

Tott, Carl August - Mediziner

geb. 31.10.1795 Stargard (Pommern; Szczeciński/Polen) gest. 1.10.1856 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Johannes Christian T., Rentier Gymnasium in Stargard (Pommern); 1813 Medizinstudium in Berlin, 1816 in Greifswald; Militärchirurg in den Befreiungskriegen; 1819 Promotion in Stettin; Arzt in Rügenwalde; 1826- 1856 praktischer Arzt in Ribnitz, auch Gendarmerie- Brigadearzt; Freundschaft mit Friedrich Ludwig Nizze; Verfasser einer Stadtchronik von Ribnitz; »De docimasiae pulmonum vi in foro probante dubia« (1820); »Geschichte der Stadt und des Klosters Ribnitz« (1853; Reprint 2007); »Kurzer Überblick über die Geschichte des Medizinalwesens in Mecklenburg-Schwerin« (1854) und »Die Pflege der Heilkunde in Mecklenburg durch die medicinische Facultät zu Rostock« (1855) in »Zeitschrift für Staatsarzneikunde«; »Versuch einer Medicinal- Statistik Mecklenburg-Schwerins« (1855) und »Geschichtliche Nachrichten über die Seuchen, welche Mecklenburg bis ins 17. Jahrhundert heimgesucht haben« in »Archiv für Landeskunde« (1856).

Ursula Herzogin zu Mecklenburg(-Schwerin)

geb. ? gest. 18.9.1510 begr. (Bad) Doberan (Münster) Vater: Johannes, Kurfürst von Brandenburg Ehemann: Heinrich V. (der Friedfertige), Herzog zu Mecklenburg(-Schwerin) (1. Ehe) Hochzeit an Fastnacht 1507; drei Kinder; Mutter von Magnus III., Bischof von Schwerin, und Ursula, der Äbtissin des Klosters Ribnitz.

Venzmer, Carl Gustav (Pseud.: C. G. Wellner) - Dichter, (niederdeutscher) Schriftsteller

geb. 8.7.1822 Ribnitz(-Damgarten) gest. 1907 Schwerin Vater: Carl Gustav V., Kaufmann Viele Jahre Gasthofbesitzer in Ribnitz; lebte dann als Privatmann in Schwerin; 1855 Musikstudium in Berlin bei Adolf Bernhard Marx und Siegfried Wilhelm Dehn; Promotion; Verfasser landeskundlicher Schriften; »Die Krisis in Mecklenburg. Eine Frage der Zeit« (1871); »Betrachtungen über das alte und neue Erbpachtverhältniß in Mecklenburg« (1871); »Canalisierung Mecklenburgs und Eisenbahn von Stralsund nach Rostock« (1871); »Abschaffung der Communalweiden und Separation städtischer Feldmarken« (1871); »Die Einwirkung der Gewerbefreiheit, Freizügigkeit und Association auf das Verkehrsleben in Mecklenburg« (1872); »Volkszählung und Auswanderung. Eine ernste Frage der Zeit« (1872); »Canal zwischen Rostock und Ribnitz« (1872); »Mecklenburg und der reproductive Industrialismus« (1873); »Dem Vaterland zu Preis und Ehr. Gedichte« (1871); »Held Friedrich Franz und Kaiser Wilhelm. 2 Balladen zur Erinnerung an die Siege der Mecklenburger in Frankreich« (1871); »Das Meer. Ein Cyclus von Gedichten« (1873); »Das Reisen. Ein Gedicht« (1876); »Wat sick dat Volk vertellt. Plattdütsche Geschichten dei würklich passiert sünd« (1876).

Wegner, Walter - Jurist

geb. 28.5.1902 Waren (Müritz) gest. 30.5.1978 Osnabrück Vater: Carl W., Postassistent Bürgerschule und Gymnasium in Waren; 1921 Steuersupernumerar, 1924 Obersteuersekretär im Finanzamt Waren, 1925 Steuerpraktikant im Finanzamt Rostock-Land tätig; als Werkstudent Jura- und Wirtschaftsstudium in Rostock; 1928 Diplomvolkswirt; 1930 Referendarexamen; zweite juristische Prüfung; im Februar 1931 juristische und im Oktober 1931 wirtschaftswissenschaftliche Promotion in Rostock; 1933 Staatsprüfung und Gerichtsassessor beim Landgericht Rostock; Januar 1934 Bürgermeister in Stavenhagen, Dezember 1934 in Ribnitz; 1944 Stadtrat in Rostock, auch weiter kommissarischer Bürgermeister von Ribnitz; nach dem Zweiten Weltkrieg in Lübeck und Kiel; 1949 Stadtdirektor von Bad Harzburg, 1950 Stadtdirektor von Wolfsburg; 1953 Oberstadtdirektor in Osnabrück; 1959 Staatssekretär im Innenministerium des Landes Niedersachsen; 1948 Gründungsmitglied der Landsmannschaft der Mecklenburger in Lübeck; 1959 Zweiter, 1961-1972 Erster Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Mecklenburg; Gründungsmitglied des Stiftungsrates der Stiftung Mecklenburg bis 1973; »Die Möglichkeiten, Schenkungen rückgängig zu machen« (Diss., 1931); »Untersuchungen zur Frage der sozialen Belastung des Großgrundbesitzes in Mecklenburg-Schwerin« (Diss., 1931).

Wenzel, Johann Georg Christian - Theologe

geb. 2.2.1794 Dömitz gest. 6.2.1864 Rostock begr. Toitenwinkel Vater: Gottlob Friedrich W., Pastor 1831-1862 Pastor in Ribnitz, 1842 Präpositus; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815.

Weyl, Helene (geb.: Joseph) - Übersetzerin

geb. 1893 Ribnitz(-Damgarten) gest. 5.9.1948 Princeton (USA) Vater: Bruno Joseph, Mediziner Realgymnasium in Berlin; Studium in Rostock, ab 1911 Philosophiestudium in Göttingen; 1911 Heirat des Göttinger Mathematikprofessor Hermann W. (1885-1955); war jüdischer Abstammung und nahm den evangelischen Glauben an; ging mit ihrem Mann nach Zürich, wo sie Albert Einstein kennen lernte; in Göttingen Bekanntschaft mit Beatrice und Arnold Zweig und in der Folgezeit reger Briefwechsel; Übersetzerin aus dem Spanischen; 1930-1933 wieder in Göttingen ansässig, bis ihr Mann einen Ruf an das Institute for Advanced Study in Princeton (USA) erhielt; dort Übersetzerin aus dem Englischen ins Deutsche; Übersetzerin der Werke José Ortega y Gassets vom Spanischen ins Deutsche, später auch ins Englische: »Die Aufgabe unserer Zeit (1928; Übers. aus dem Span.), »Der Aufstand der Massen« (1931; Übers. aus dem Span.), »Über die Liebe. Meditationen« (1933; Übers. aus dem Span.) und »Buch des Betrachters« (1934; Übers. aus dem Span.); James Jeans: »Die neuen Grundlagen der Naturerkenntnis« (1934; Übers. aus dem Engl.) und »Die Wunderwelt der Sterne« (1923; Übers. aus dem Engl.); »Komm her, wir lieben dich. Briefe einer ungewöhnlichen Freundschaft zu dritt« (1996); »Correspondencia. José Ortega y Gasset y Helene Weyl« (2008).

Wilken, Johann Heinrich - Schiffbauer

geb. 29.3.1801 Bartelshagen gest. 10.4.1853 Ribnitz(-Damgarten) Berufsausbildung bei Johann Carl Peters in Ribnitz, seit 1829 Schiffszimmermannsgeselle auf der Peters- Werft; 1840 Schiffbauer-Privilegium; gründete 1840 eine eigene Schiffswerft in Ribnitz, die nach seinem Tod von seiner Frau weitergeführt wurde, ab 1860 von seinem Sohn Johann Heinrich.

Wilken, Johann Heinrich - Schiffbauer

geb. 23.9.1828 Bartelshagen gest. 18.2.1917 Ribnitz(-Damgarten) Vater: Johann Heinrich W., Schiffbauer Lehre des Schiffbaus bei seinem Vater; weitere Ausbildung bei Schiffbaumeister Otto Ludwig in Stettin; übernahm nach dem Tod seines Vaters 1860 dessen Werft in Ribnitz, als ihm ein landesherrliches Schiffbaumeister-Privilegium erteilt worden war; 1840-1878 Bau von 54 Segelschiffen auf der Wilkenschen Werft, vorwiegend Briggs und Schoner, aber auch Barkschiffe; 1841 Brigg Ellida, 1869 Bark Peter Suppicich; die letzte und größte war 1876 die Bark Präsident Trotsche für die Reederei August Burchard in Rostock; in späteren Jahren Bau von Küstenfahrzeugen, Küstenschonern und Galeassen; baute 1881 den Raddampfer Verein und 1883 die Dampfquatze Renate; 1890 letzter Gaffelschoner Paul & Emma für Kapitän Wilhelm Borgwardt aus Born; letzter Neubau der Werft war 1890 die Galeasse Edmund für einen Schiffer aus Stralsund; führte mit zunehmendem Alter bis zum Verkauf der Werft 1915 nur noch Reparaturarbeiten aus.

Wossidlo, Richard (Carl Theodor August) - Philologe, Pädagoge, Heimatforscher, niederdeutscher Schriftsteller

geb. 26.1.1859 Friedrichshof (bei Tessin/Wüstung) gest. 4.5.1939 Waren (Müritz) begr. Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Alfred (Ferdinand) W., Gutsbesitzer
1863
Umzug der Familie nach Bützow; Realschule in Bützow, 1872-1876 Große Stadtschule Rostock, 1876-1882 Studium der Klassischen Philologie und Archäologie in Rostock, Leipzig und Berlin, 1883/84 Abbruch der Dissertation zur griechischen Sprache »Scholien zum Aristides«, 1884 Prüfung für das höhere Lehramt an der Universität Rostock,
1885/86
Probejahr an der Großen Stadtschule Wismar, 1886-1923 Lehrer (1894 Oberlehrer, 1908 Gymnasialprofessor für Latein und Griechisch am Städtischen Gymnasium Waren (ab 1922 Freistellung vom Dienst für seine Sammeltätigkeit), lehnte 1919 eine Berufung als Professor für Niederdeutsche Philologie in Rostock ab,
1890
Beginn der Sammlung von Volksüberlieferungen (Sagen, Legenden, Volksglaube, Erzählgut, Arbeitsleben und Brauchtum) im Auftrag des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
Verbreitung von Fragebögen und Zuarbeit von Gewährsleuten aus ganz Mecklenburg.
1900
Beginn der Sammlung von materiellen Zeugnissen der Volkskultur (Arbeits und Hausgeräte, Gebrauchsgegenstände und Trachten),
1912
Verkauf der Sammlung an das Land (Museum Schwerin), seit 1936 im Mecklenburgischen Bauernmuseum (Wossidlo-Sammlung) im Schloss Schwerin (heute Mecklenburgisches Volkskundemuseum Schwerin-Mueß).
1929
Übereignung seiner wissenschaftlichen Bibliothek (2000 Bde.) an die Wossidlo-Stiftung (seit 1954 Wossidlo-Forschungsstelle) Rostock.
1890
Mitglied, 1929 Ehrenmitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde
1906
Gründungs-, bis 1931 Vorstandsmitglied (Leiter der Arbeitsgruppe Volkskunde),
1932
Ehrenmitglied des Heimatbundes Mecklenburg und 1924 des Plattdeutschen Landesverbandes Mecklenburg
1924
Mitglied der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde
1925
Mitglied, 1929 Ehrenmitglied des Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde
1906
Dr. h. c. der Universität Rostock
1912
Große Medaille für Kunst und Wissenschaft
1923
John-Brinckman-Preis (erster Preisträger) des Plattdeutschen Landesverbandes; anlässlich des 70. Geburtstages
1929
Ehrenmitglied und Ehrensenator der Universität Rostock und Ehrengabe (Wossidlo-Stiftung); 1933 Wossidlo-Linde mit Gedenkstein in Körkwitz
1934
Goethe-Medaille der Reichsregierung; 1934 Ehrenbürger von Waren
1934
John-Brinckman-Preis (zum 2. Mal)
1934
Erneuerung der Ehrenpromotion in niederdeutscher Sprache
1937
Leibniz-Medaille der Preußischen Akademie der Wissenschaften
1939
landesweite Wossidlo-Feiern, Wossidlo-Festwoche in Waren und Namensgebung des Städtischen Gymnasiums
1951
Namensgebung der Erweiterten Oberschule Ribnitz-Damgarten;
1954
Gründung der Wossidlo-Forschungsstelle als Außenstelle des Instituts für deutsche Volkskunde der Akademie der Wissenschaften in Rostock (damit Auflösung der Wossidlo-Stiftung)
ab 1999
Integrierung in die Universität Rostock als Institut für Volkskunde & Wossidlo-Archiv und 2000 Übernahme der Archiv- und Bibliotheksbestände der ehemaligen Arbeitsstelle Mecklenburgisches Wörterbuch
als Auszeichnung für beste Schüler in Waren 1955 Wossidlo-Preis und 1969 Wossidlo-Medaille (Walter Preik); 1959 Gedenktafel (Preik) an der Wossidlo-Oberschule und 1969 Gedenkstein mit Bildnis (Preik) im Vorgarten seines Wohnhauses (Weinbergschloss) in Waren
1959
Ausstellung im Müritz-Museum Waren
seit 1985
Mecklenburg-Pommeraner Folkloreensemble Richard Wossidlo in Ribnitz-Damgarten
seit 1986
Interessengemeinschaft Richard Wossidlo in Waren
seit 2002
Gesellschaft zur Förderung des Wossidlo-Archivs
seit 2005
Wossidlo-Museum in Walkendorf
2009
zum 150. Geburtstag Wossidlo-Kolloquium der Universität Rostock, Wossidlo-Ausstellungen in Ribnitz-Damgarten, Waren und Schwerin
Begründer und anfangs gemeinsam mit Hermann Teuchert Herausgeber des »Mecklenburgischen Wörterbuchs« (7 Bde.; 1942-1992, Nachtrag 1998)
»Volkstümliches aus Mecklenburg« (1885)
»Einige beachtenswerte Wortbedeutungen im Mecklenburger Platt« (1886)
»Imperativische Bildungen im Niederdeutschen« (1890)
»Mecklenburgische Volksüberlieferungen« (4 Bde. 1897-1931: »Rätsel«, »Die Tiere im Volksmund«, »Kinderwartung und Kinderzucht«, »Kinderreime«)
»Ein Winterabend in einem mecklenburgischen Bauernhause« (1901, Volksstück in Malchin uraufgeführt und in der Folgezeit häufig gespielt)
»Aus dem Lande Fritz Reuters. Humor in Sprache und Volkstum« (1910)
Herausgeber der »Bökerie von’n Plattdütschen Landesverband Meckelborg« (6 Bde.; 1924/25: »Volks-Rimels«, »Lustig Vertellers«, »Von allerhand Slag Lüd’«, »Oewer den Humor in de Mekelbörger Volkssprak«, »Von Hochtiden«, »Von de lütten Ünnerierdschen«) :»Buernhochtiet« (1925, Uraufführung in Waren)
»Erntebräuche in Mecklenburg« (1927)
»Mecklenburgische Sagen. Ein Volksbuch« (2 Bde.; 1939)
»Reise, Quartier un Gottesnaam. Das Seemannsleben auf den alten Segelschiffen im Munde alter Fahrensleute« (2Bde.; 1940, 1943; aus dem Nachlass hrsg. von Paul Beckmann)
»Das große Wossidlo-Lesebuch« (2009 hrsg. von Susan Lambrecht; gesammeltes Sprachgut
(Zettelkästen) im Wossidlo-Archiv Rostock
Grabstätte auf dem Alten Friedhof in Ribnitz-Damgarten.

Zimmermann, Gerhard - Schiffbauer, Parteifunktionär, Minister

geb. 31.5.1927 Ahlbeck gest. 7.5.1989 Vater: Arbeiter Volksschule; Lehre als Bootsbauer; 1944/45 Reichsarbeitsdienst; Mai bis Juli sowjetische Gefangenschaft; 1946-1948 Bootsbauer in Eggesin; 1949 Mitglied der SED; 1948/49 Studium an der Technischen Lehranstalt für Schiffbau in Stralsund; 1949-1953 Meister in der Boddenwerft Ribnitz- Damgarten; Leiter des Lehrkabinetts und Direktor für Arbeit im VEB Warnowwerft; 1952/53 Studium an der Ingenieurschule Wismar; 1953-1957 Abteilungsleiter der SED-Bezirksleitung Rostock; 1957-1963 Direktor des VEB Warnow-Werft Warnemünde; 1963-1965 Generaldirektor der VVB Schiffbau Rostock; 1965- 1981 Minister für Schwermaschinen- und Anlagenbau; Präsidiumsmitglied des Minister-Rats der DDR.

Zinnall, Walter - Maler

geb. 16.6.1906 Ließow (Kreis Güstrow) gest. ?.11.1944 Vater: Mühlenbauer Stadtschule Ribnitz; 1921-1924 Maschinenbaulehre und arbeitslos; wechselte in den Beruf eines Schriftsetzers; als Maler Autodidakt; Landschaftsbilder (Rostocker Heide, Fischland, Darß) und Ansichten von Ribnitz; 1943 Soldat, im Zweiten Weltkrieg gefallen; letzte Bilder waren Aquarelle von russischen Landschaften; 1970 Ausstellung im Heimatmuseum Ribnitz.

Zoch, Joachim Friedrich, Jurist - Bürgermeister

geb. 21.9.1750 Ribnitz(-Damgarten) gest. 2.4.1833 Rostock

Gymnasium und Jurastudium in Rostock; Advokat in der Herzoglichen Justizkanzlei Rostock, dann am städtischen Obergericht; 1781 Promotion in Bützow; 1782 Dozent für Kriminal- und Rostocker Stadtrecht an der Universität Rostock; 1785 Senator; 1804- 1828 Erster Bürgermeister in Rostock; Mitglied des Mecklenburgischen Patriotischen Vereins; »De Favore Liberorum Naturalium Secundum Principia …« (Diss., 1781); »Über die neulichen Unruhen zu Rostock in vorzüglicher Beziehung auf das obrigkeitliche und bürgerliche Verhältniß« (1800); »Ueber die Verhältnisse der Stadt Rostock in Beziehung auf ihre Beytrags-Verbindlichkeit zu den Landes-Necessarien« (1806); »Grund-Linien zur Prüfung und Würdigung wichtiger Angelegenheiten der Stadt Rostock« (1810).