Blankenhagen in Sagen, Geschichten und Legenden: Unterschied zwischen den Versionen
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In den Gorden von den Blankenhäger Preister stünn‘ ein groten Walnoetboom. Drei Spitzbauben hemm‘ sick oewer em hermaakt. Sei hemm‘ den Boom schüddelt, dei Walnoet upsammelt un güngen oewern Kirchhoff in dei Sakristei, dei an dei Kirch anbucht wier, dor hemm‘ sei dei Noet updeilt. Ein von dei Spitzbauben seggt: „Ick hal uns noch einen Hamel ut den Preister sienen Stall.“ Dei annern beiden verdeilen wierer. „Dat’s mien, dat’s dien, dat’s den annern sien, dei den Hamel haalt. Dat’s mien, dat‘s dien, dat’s den annern sien.“ Nu wull dei Köster grad dei Kirch tausluten un kümmt an dei Sakristei vorbi un hürt ümmer: „Dat‘s mien, dat’s dien, dat’s den annern sien.“ Em wür ganz grugelig, hei glööfte, dat dei Doden dor ehr Knakens uteinannerdeilen. Hei löppt na den Preister un reep: „Herr Paster, Herr Paster, in dei Sakristei speukt dat, dei Doden verdeilen dor ehr Knakens.“ Den Paster wür ok bang‘ un seggt, ick heff dei Gicht, ick kann nich lopen. Dunn nimmt dei Köster den Preister up‘n Puckel un släpt em na dei Kirch. Dunn hüren sei wedder: „Dat’s mien, dat’s dien, dat is den annern sien.“ Ein von dei beiden hett dat oewer markt, dat dei anner trüchkeem un seggt: „Smiet den Hamel dor man hen, ick snied em gliek dei Kähl dörch.“ Dunn kreeg dei Preister dat oewer doch mit dei Angst, stellte sick up dei Bein un lööp all wat hei künn‘ oewer den Kirchhoff na Huus, un dei Köster hinnerher. So hett hei wedder dat Lopen liert. | In den Gorden von den Blankenhäger Preister stünn‘ ein groten Walnoetboom. Drei Spitzbauben hemm‘ sick oewer em hermaakt. Sei hemm‘ den Boom schüddelt, dei Walnoet upsammelt un güngen oewern Kirchhoff in dei Sakristei, dei an dei Kirch anbucht wier, dor hemm‘ sei dei Noet updeilt. Ein von dei Spitzbauben seggt: „Ick hal uns noch einen Hamel ut den Preister sienen Stall.“ Dei annern beiden verdeilen wierer. „Dat’s mien, dat’s dien, dat’s den annern sien, dei den Hamel haalt. Dat’s mien, dat‘s dien, dat’s den annern sien.“ Nu wull dei Köster grad dei Kirch tausluten un kümmt an dei Sakristei vorbi un hürt ümmer: „Dat‘s mien, dat’s dien, dat’s den annern sien.“ Em wür ganz grugelig, hei glööfte, dat dei Doden dor ehr Knakens uteinannerdeilen. Hei löppt na den Preister un reep: „Herr Paster, Herr Paster, in dei Sakristei speukt dat, dei Doden verdeilen dor ehr Knakens.“ Den Paster wür ok bang‘ un seggt, ick heff dei Gicht, ick kann nich lopen. Dunn nimmt dei Köster den Preister up‘n Puckel un släpt em na dei Kirch. Dunn hüren sei wedder: „Dat’s mien, dat’s dien, dat is den annern sien.“ Ein von dei beiden hett dat oewer markt, dat dei anner trüchkeem un seggt: „Smiet den Hamel dor man hen, ick snied em gliek dei Kähl dörch.“ Dunn kreeg dei Preister dat oewer doch mit dei Angst, stellte sick up dei Bein un lööp all wat hei künn‘ oewer den Kirchhoff na Huus, un dei Köster hinnerher. So hett hei wedder dat Lopen liert. | ||
Heinrich Peters/ Klockenhagen (Peters‘ Vater stammt aus Blankenhagen) | Heinrich Peters/ Klockenhagen (Peters‘ Vater stammt aus Blankenhagen) | ||
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| + | ==Das Schatzgeheimnis== | ||
| + | :Im Blankenhäger Holz vergrub während der Kriegszeit ein Mann sein Geld und gebot dem schatzhütenden Geist: | ||
| + | :Du läßt es nicht eher fahren, bis dir ein Topf mit steifer Grütze gebracht wird." | ||
| + | :Hierauf entfernte er sich in der Meinung, daß Niemand ihn beim Vergraben beobachtet hätte. | ||
| + | :Es hatte aber doch einer in der Nähe alles gehört und gesehen. | ||
| + | :Rasch begab sich derselbe zu seiner Frau und befahl ihr, Grütze recht steif zu kochen und damit einen Topf anzufüllen | ||
| + | :Diesen Topf stellte er neben die Stelle, wo das Geld vergraben war und hob den Schatz. | ||
| + | :Als er am andern Morgen wieder nach der Stelle ging, um mal nachzusehen, war der Topf mit der Grütze nicht mahr da. | ||
[[Kategorie: Plattdeutsch]] | [[Kategorie: Plattdeutsch]] | ||
[[Kategorie: Sagen]] | [[Kategorie: Sagen]] | ||
| + | [[Kategorie:Hexe]] | ||
Aktuelle Version vom 24. Februar 2026, 15:21 Uhr
Blankenhagen in Sagen, Geschichten und Legenden (NHG)
Hexe Gretke Jessen
10. August 1584. Gretke Jessen bekennt, sie habe zaubern gelernt von dem Papen zu Blankenhagen. Ein Satanas, Jenneke, ward ihr zugewiesen, wie ein schwarzer Hund, die Füße wie Hundsfüße, Hände wie Kuhpfoten, mit Klauen. Sie fuhr auf Blocksberg auf einem Besen mit den Worten: Auf und darvon in der dufel nahmen. [Kategorie: Hexe]
Scheidegänger
In Blankenhagen bei Ribnitz wohnte ein reicher Edelmann, der, weil er keine Kinder hatte, die Hälfte seiner Güter der Kirche vermachte. Die Verwandten aber bestachen nach seinem Tode den Landmesser, der die Theilung vornehmen sollte. Diese fiel denn auch zu Gunsten der Verwandten aus, es wurde als Grenze ein großer Wall aufgeworfen, den man noch heute im Walde zwischen Blankenhagen und Groß-Freienholz sehen kann. Eine halbe Stunde davon sieht man oft des Nachts einen Mann mit einer Meßstange gehen und rufen "Hir is dei Scheid." Seminarist W. Stephanus aus Poel.
Dat Knaken verdeilen
In den Gorden von den Blankenhäger Preister stünn‘ ein groten Walnoetboom. Drei Spitzbauben hemm‘ sick oewer em hermaakt. Sei hemm‘ den Boom schüddelt, dei Walnoet upsammelt un güngen oewern Kirchhoff in dei Sakristei, dei an dei Kirch anbucht wier, dor hemm‘ sei dei Noet updeilt. Ein von dei Spitzbauben seggt: „Ick hal uns noch einen Hamel ut den Preister sienen Stall.“ Dei annern beiden verdeilen wierer. „Dat’s mien, dat’s dien, dat’s den annern sien, dei den Hamel haalt. Dat’s mien, dat‘s dien, dat’s den annern sien.“ Nu wull dei Köster grad dei Kirch tausluten un kümmt an dei Sakristei vorbi un hürt ümmer: „Dat‘s mien, dat’s dien, dat’s den annern sien.“ Em wür ganz grugelig, hei glööfte, dat dei Doden dor ehr Knakens uteinannerdeilen. Hei löppt na den Preister un reep: „Herr Paster, Herr Paster, in dei Sakristei speukt dat, dei Doden verdeilen dor ehr Knakens.“ Den Paster wür ok bang‘ un seggt, ick heff dei Gicht, ick kann nich lopen. Dunn nimmt dei Köster den Preister up‘n Puckel un släpt em na dei Kirch. Dunn hüren sei wedder: „Dat’s mien, dat’s dien, dat is den annern sien.“ Ein von dei beiden hett dat oewer markt, dat dei anner trüchkeem un seggt: „Smiet den Hamel dor man hen, ick snied em gliek dei Kähl dörch.“ Dunn kreeg dei Preister dat oewer doch mit dei Angst, stellte sick up dei Bein un lööp all wat hei künn‘ oewer den Kirchhoff na Huus, un dei Köster hinnerher. So hett hei wedder dat Lopen liert. Heinrich Peters/ Klockenhagen (Peters‘ Vater stammt aus Blankenhagen)
Das Schatzgeheimnis
- Im Blankenhäger Holz vergrub während der Kriegszeit ein Mann sein Geld und gebot dem schatzhütenden Geist:
- Du läßt es nicht eher fahren, bis dir ein Topf mit steifer Grütze gebracht wird."
- Hierauf entfernte er sich in der Meinung, daß Niemand ihn beim Vergraben beobachtet hätte.
- Es hatte aber doch einer in der Nähe alles gehört und gesehen.
- Rasch begab sich derselbe zu seiner Frau und befahl ihr, Grütze recht steif zu kochen und damit einen Topf anzufüllen
- Diesen Topf stellte er neben die Stelle, wo das Geld vergraben war und hob den Schatz.
- Als er am andern Morgen wieder nach der Stelle ging, um mal nachzusehen, war der Topf mit der Grütze nicht mahr da.