Trantow

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Kenndaten des Orts
Name (heute)Trantow
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl17121
VerwaltungsamtAmt Peenetal/Loitz
LandkreisVorpommern-Greifswald
Zahlen
Einwohner200 (geschätzt, 813 in der gesamten Gemeinde Sassen-Trantow, 2018)
KoordinatenBreite: 53.98057 / Länge: 13.19812


Trantow ist Dorf mit einem aufgesiedelten Gut im Schwinge- und Peenetal 5 km östlich von Loitz im nordlichen Teil des Kreises Vorpommern-Greifswald.

Geographische Lage

Einführende Information

Diese Chronik bezieht sich auf den Ortsteil Trantow in der Gemeinde Sassen-Trantow, zu der außerdem noch die Ortsteile Groß Zetelvitz, Klein Zetelvitz, Mühlenkamp, Pustow, Sassen, Treuen, Vierow, Zarrentin-Dorf, Zarrentin-Siedlung und Damerow (Wohnplatz) gehören.

Kurztext zum Ort

Schlaglichter aus Blohm und Schulz, Chronik der Gemeinde Trantow, 2001:

Vermutlich schon seit der Bronzezeit besiedelt, wurde Trantow 1264 erstmals urkundlich erwähnt. Die früheste Erwähnung als Gut findet sich in einer Urkunde von 1320. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die spätgotische Backsteinkirche erbaut, ab ca. 1540 wurden reformierte Gottesdienste gefeiert. Ende des 16. Jahrhunderts befanden sich im Dorf ein Freischulzenhof, 7 Bauernhöfe (davon 1 Krug) und 8 Katenstellen. Im Dreißigjährigen Krieg wird Trantow fast vollständig zerstört. Danach wird Trantow ein Amtsdorf der schwedischen Krone mit Gutspächtern, die Bauern waren Leibeigene bis 1825. Ende des 17. Jahrhundert wird in Trantow ein Kirchenbuch geführt, eine Küsterschule erstmals erwähnt, die Schwedische Landvermessung registriert die Steuerzahler (ein Vorwerkspächter, vier Halbbauern, ein Pastor und ein Pfarrhofspächter, ein Küster, ein Altbauer, ein Schweine- und ein Schaf und ein Kuhhirt, ein Tagelöhner), drei Mühlen befinden sich in der Gemarkung. Im großen Nordischen Krieg plündern russische Truppen 1712 das Dorf. Das Vorwerk/Gut hat im 18. Jahrhundert wechselnde Pächter. Ludwig Arndt pachtete das Gut 1805 und wurde später auf dem Trantower Friedhof bestattet, danach sein Sohn Ludwig. Dessen Bruder Ernst Moritz Arndt hielt sich mehrmals in Trantow auf. Trantow wird 1827 Schulort der umgebenden Dörfer. Ein Feuer zerstört 1829 die Wohnhäuser von 10 Familien, im Folgejahr gibt es in Trantow eine Epidemie von Cholera und Schwarzen Pocken. 1848 wurde das Gut Trantow in 13 Bauernstellen aufgesiedelt, der Torfstich in den Peenewiesen begann (Hochzeiten Ende des 19. Jhd.). Eine Orgel der Stralsunder Firma Mehmel wurde 1887 eingebaut. Ab 1891 verwaltete sich das Dorf selbst. Um 1900 entstanden verschiedene Vereine: Gesangsverein, Krieger- und Militärverein, eine Spar- und Darlehenskasse wurde gegründet, Schützenverein, Frauenverein. Im ersten Weltkrieg wurden 70 Männer eingezogen, die große Kirchenglocke wird eingeschmolzen, "Industriekinder" werden aufgenommen, 39 Männer sterben im Krieg. In den Zwischenkriegsjahren wurden die Freiwillige Feuerwehr Trantow, ein landwirtschaftlicher Verein, ein Sport- und Turnverein und die Elektrizitäts und Maschinengenossenschaft gegründet. In der Zeit waren 17 Gewerbetreibende registriert, z.B. Maler, Stellmacher, Schuhmacher, Schneider, Schlächter, Gärtner, Schmied und Kaufmann. 1943 wurde im Krug ein Lager für 14 französische Kriegsgefangene eingerichtet. 1945 wurden die KPD und ein Kinderchor gegründet, Mitglieder der NSDAP wurden in Siebeneichen inhaftiert, 1946 der Torfstich und der Schulbetrieb wieder aufgenommen, 1948 wurden Ortsgruppen des FDGB, FDJ, CDU, NDPD, DBD und DFD gegründet, 1950 wurden eine Bauernstube und eine Bibliothek eingerichtet. 1958 fand die Gründungsversammlung der LPG Typ I "Vorwärts" mit einem Vorsitzenden aus Loitz statt, 1959 mit der LPG Typ III zusammengelegt. 1975 wurde Trantow Teil des Gemeindeverbandes Loitz. Das erste Dorffest wurde 1987 gefeiert. Nach 1990 kommen Wiedereinrichter ins Dorf. Vereine wurden gegründet (Seniorenverein, Anglerverein, Kulturverein Trantow), viele Handwerker machen sich selbständig, die LPG wurde Agrargenossenschaft. 1993 wurde Trantow Kreissieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". 1999 gab es ein Bodenneuordnungsverfahren.

Trantow im Spiegel von Karten und Luftbildern

Bildergalerie

Ortschroniken von Trantow

Anmerkung: In der folgenden Liste werden bekannt gewordene chronistische Arbeiten gelistet. In blauer Schrift erscheinen Arbeiten die digital verfügbar sind. In roter Schrift gelistete Titel sind, meist aus urheberrechtlichen Gründen, noch nicht digitalisiert. Aber auch Chroniken die bekannt geworden sind, deren Verbleib aber bislang nicht bekannt ist, sind Bestandteil der Liste.



Weiterführende Information zu Trantow

Quellenangaben

  • M. Blohm und J. Schulz: Chronik der Gemeinde Trantow mit den Dörfern Trantow, Vierow, Zarrentin und Mühlenkamp. Regionaler Förderverein Demmin Land e.V., Kletzin/Farbkopierstudio U. Rehse, Drönnewitz 2001.


Kontakte

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