Teldau

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Geschichte der Teldau

Verfasser. Dieter Greve, Schwerin

Persönliches: In der Teldau liegen Teile der familiären Wurzeln und der verwandschaftlichen Beziehungen der Familie Dieter und Elke Greve, geb. Fiedler. Die Greve-Vorfahren stammen aus Niendorf und Bandekow. Die Fiedlers wohnen und arbeiten seit Generationen in Neu Bleckede.

Als Verfasser der Chronik möchte ich mich wegen der besonderen Unterstützung bedanken bei:

  1. Herrn Joachim Reinig Hamburg und Schwabendorf für die Überlassung seiner Recherchen zur Geschichte Schwabendorfs, einschließlich der Zustimmung seiner Informanten,
  2. Frau Lore Guhl zur Überlassung der Familiengeschichte/Hofgeschichte Guhl/Weitenfeld,
  3. Frau Loren Scholz für die Zustimmung zur Verwendung von Bildern ihres Vaters Lothar Scholz.


Teldau ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Boizenburg-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Boizenburg/Elbe verwaltet. Die Gemeinde gliedert sich in die 13 Ortsteile Amholz, Bandekow, Grabenau, Groß Timkenberg, Gülze, Hinterhagen, Riet Ut, Schleusenow, Schwabendorf, Soltow, Sprengelshof, Teschenbrügge und Vorderhagen. Die ehemaligen Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse wechselten durch den Staatsvertrag zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen am 30.06.1993 in den niedersächsischen Landkreis Lüneburg, zu dem sie bis 1945 gehört hatten.

Gegenstand dieser Chronik soll das historische Gebiet der Teldau südlich der Sude sein.

Der Name Teldau wird im Jahre 1209 erstmalig in der Gründungsurkunde der Stadt Bleckede als „in prato dicto Teltowe“ (in der Wiese genannt Teltowe) genannt, als der Gründer der Stadt Herzog Wilhelm von Lüneburg der Stadt eine Wiese jenseits der Elbe dotiert. In jenen Zeiten waren die Grenzen noch sehr fließend. Gerade in sumpfigen Niederungsgebieten überschnitten sich die Nutzungen der beiderseitigen Anlieger, so sicher auch in diesem Falle. Dafür spricht auch, dass die Krusendorfer von Beginn der Besiedlung an bis 1877 zum Kirchspiel Blücher gehört haben und 1462 wegen der Zahlung der Landbede an Mecklenburg im im Bederegister genannt werden. 1485 finden wir Stiepelse, Viehle und auch die linkselbischen Dörfer Brackede, Garze, Karze und Vogelsang, die Abgaben an das Amt Boizenburg zahlen und 1492 sollen Bauern aus Stiepelse, Viehle und Brackede an das Amt Boizenburg "Vorbiddelgeld" zahlen (zur Ablösung von Diensten). Das ist ein klares Indiz für die nicht eindeutige Grenze. Die nächste bekannte Erwähnung für ein Feld in der Teldau findet sich im Amtsregister 1543 im Zusammenhang mit Ernteerträgen.

Der Name gilt für die Auenlandschaft zwischen der Sude und der Elbe und umfasst auch Wiesen der niedersächsischen Dörfer Neu Bleckede, Neu Wendischthun, Stiepelse, Krusendorf, Sumte, Neu Garge, Viehle, Gülstorf und Konau. Er leitet sich nach KÜHNEL aus altsl. tele für Kalb bzw. teletovo für Kälberwiese ab. Neuere Forschungen lehnen diese Erklärung ab. SCHLIMPERT, zitiert bei FOSTER/ WILLICH, führt den Namen wie den der Landschaft und der Stadt Teltow auf einen vorslawischen Namen "tilith" für ein Gewässer oder an einem Gewässer gelegenes Land zurück. Auch der Volksglaube hat sich mit dem Namen beschäftigt. So erzählt eine Sage, dass einst drei Frauen beisammen gesessen und ihr Geld gezählt hätten. Als eine Frau damit nicht fertig wurde, ermahnten die anderen sie "Tell tau, tell tau", hochdeutsch "Zähle zu", beeile dich beim Zählen. Daraus soll der Name entstanden sein, sicher eine Anspielung auf den angeblichen Reichtum der Hofbesitzer.

Öl-Pastell von Lothar Scholz. Die Sude bei Soltow mit Blick auf den Bleckeder Hof Schwarzenwasser, jenseits der Landesgrenze. Hier war die Sude ehemals zum Bandekower See erweitert

Ab etwa 1600 unternimmt der Burgherr von Bleckede Fritz von dem Berge zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Stadt Bleckede eine Verlegung des Elbelaufes nach Osten. Daher gibt es am östlichen Ufer der Elbe bei Mahnkenwerder und Schwarzenwasser noch heute den Flurnamen "Abgegrabener Ort". In dieser Zeit beginnt die Sude eine größere Rolle für die Schiffahrt zu spielen. Die Stadt Lüneburg hatte mit Genehmigung der Herzöge von Mecklenburg, aber gegen die Interessen der Bozenburger Schiffer, begonnen, einen Schiffahrtsweg auf Sude und Schaale für den Salztransport nach Wismar zu bauen. Dafür wurden Zölle in Kölzin und Hühnerbusch erhoben. Ein Rest davon wird der Zoll auf der Sude bei Soltow gewesen sein. Die Sude hatte seinerzeit eine seenartige Erweiterung zwischen Bandekow und Schwarzenwasser. Am Bandekower See gab es genau wie bei Schwarzenwasser eine Holzhude (Bandekow für die Boizenburger, Schwarzenwasser für die Lüneburger Schiffer). Der Name der Bleckeder Siedlung Schwarzenwasser leitet sich vom Namen des Unterlaufs der Sude unterhalb des Bandekower Sees ab, der Schwarzes Wasser genannt wurde.


1. Geographische Lage

Der Name Teldau ist zunächst ein Begriff für eine Landschaft am rechten Ufer der Elbe in Mecklenburg und Niedersachsen zwischen Boizenburg und Neuhaus/Elbe. Sie wird im Norden durch die Sude und im Süden durch die Elbe begrenzt. In Mecklenburg ist es der Name einer Gemeinde deren Territorium über die traditionelle Landschaftsbezeichnung auf das nördliche Ufer mit den Ortsteilen Bandekow und Gülze hinaus greift.

Geographische Koordinaten: 53*16'16 N 10*47'21 E

In den niedersächsischen Dörfern von Neu Bleckede bis Konau ist der Name Teldau ein überlieferter Flurname.

2. Beschreibung nach Raabe/Quade (1894)

Die Teldau, zwischen der Sude und einem Bache (Sumter Kanal, D.G.), der die Grenze gegen das hannoversche Amt Neuhaus bildet, 1 Meile südöstlich von Boizenburg, ein zum Teil eingedeichtes und von verschiedenen Kanälen und Abzugsgräben durchschnittenes Marschländchen, von außerordentlicher Fruchtbarkeit, das aber häufig durch Überschwemmungen um die reichsten Ernten gebracht wird. Zur Teldau gehören die Erbpachthöfe Alteneichen und Amholz bei Blücher. Beide Höfe sind im Besitz von Theodor von Lückens Erben (Zahrensdorf, D.G.). Amholz hat 156,2 ha und 612,7 b.Sch. (bonitierte Scheffel, D.G.); ferner die Feldmark Butenhagen, im Erbpachtbesitz des Erbpächters zu Bandekow (richtig der Erbpächter zu B., D.G.); Franzhagen bei Boizenburg, Erbpachthof des Majors a.D. Baron D. v. Stenglin (Beckendorf, D.G.), 1 Häusler (Dampfschöpfwerk); Friedrichmühlen bei Boizenburg, Erbpachthof von W. Köhne (1 Müller); Grabenau bei Blücher, Erbpachthof von W.Mausch; Hinterhagen bei Boizenburg, 16 Büdner, Schule; die Feldmark Klayen, im Erbpachtbesitz der Hauswirte zu Gülze; Langfeld bei Blücher, Erbpachthof von Friedrich Vernunft; Marschkamp, Erbpachthof, Feldmark, Theodor v. Lückens Erben gehörig; Paulshagen bei Boizenburg, Erbpachthof von H. Mohrmann, 85,8 ha, 358,3 b. Sch; Schleusenow bei Boizenburg, 13 Büdner; Soltow bei Boizenburg, 1 Erbpächter, 16 Büdner, Schule; Vorderhagen bei Boizenburg, 33 Büdner (1 Holzvogt, 1 Deichvogt, 1 Krüger), Schule; Erbpachthof Weitenfeld im Erbpachtbesitz des Gutsbeitzers Gade auf Badekow, Alteneichen zählt 9 (21), Amholz 31 (40), Franzhagen 3 (16), Friedrichmühlen 10 (8), Grabenau 9 (8), Hinterhagen 114 (134), Langfeld 9 (8), Marschkamp, früher als Erbpachthof mit 10 Einw., jetzt in der amtlichen Volkszählungsliste von 1890 nur als Feldmark ohne Einw. angeführt, Paulshagen 19 (12), Schleusenow 71 (87), Soltow 95 (101), Vorderhagen 279 (350) und Weitenfeld 7 (4). Die Teldau die hiernach Mitte der 50er Jahre 799 Einw. zählte, hat deren nur 596.

Groß Timkenberg, bei Blücher (Georg Zarnekow), 1 1/4 Meilen südöstlich von Boizenburg an der Sude, Hof mit Schule, 1 Schenkwirth, 14 Büdnern, 115 (183) Einw. L.V. Allod 1000,14 b. Sch. (bonitierte Scheffel, D.G.) und 216 2/10 ha Marschboden und große Heuwerbung. Der Besitzer hat seinen Wohnsitz in Schwerin und hat den Hof an seinen Sohn verpachtet. I. J.W. Brandt, II. F.G. Zarnekow Sprengelshof bei Blücher (J.H.W. Schütt)1 1/2 Meilen südöstlich von Boizenburg an der Teldau und der hannoverschen Grenze, kleiner Hof 18 (9) Einw. L.V. Allod 524,2 b.Sch. und 89.3 ha I. J.A. Döring, II. Röver

(Zu Niendorf gehört die Feldmark des jetzt nicht mehr bestehenden Hofes Steder und der nachfolgende Hof:) Teschenbrügge, bei Blücher, nahezu 1/2 Meile nordwestlich von Niendorf, 26 (29) Einw. Lehn.

3. Die ältere Geschichte der Teldau bis 1650

Das eingangs erwähnte Datum der Ersterwähnung der Teldau (plattdeutsch: Tello) im Zusammenhang mit der Gründung der Stadt Bleckede ist der Ausgangspunkt unserer Betrachtungen zur Geschichte der Teldau.

Als im 12.Jahrhundert die wendischen Lande in Westmecklenburg germanisch besiedelt werden, bildet die sumpfige von vielen Elbarmen durchzogene Niederung zwischen Boizenburg und Dömitz zunächst ein Hindernis für die Landnahme durch die Siedler. Die welfischen Herzöge veranlassen auf der linken Elbseite bereits um diese Zeit die Ansiedlung holländischer Bauern, die die Elbe eindeichen und die typischen Marschhufendörfer, z.B. Radegast, Brackede, Garlstorf, Wendewisch und Barförde, anlegen. Die Siedler drängen aber bald in das rechtselbische Gebiet. Sie beginnen auch dort mit der Urbarmachung der fruchtbaren Flußmarschen. Dazu riegeln sie die vielen Elbarme durch Deiche vom Fluß ab und schaffen so die Voraussetzung für die Anlegung bäuerlicher Hufen. Dieser Vorgang beschränkt sich zunächst auf die zwischen der Krainke und der Elbe liegenden sächsischen Gebiete des Dartzink, des heutigen Amtes Neuhaus, die 1230 zu der Zeit des Ratzeburger Zehntenlehenregisters noch slawisch besiedelt waren ("in dirtzink sclavi sunt"). Die Herzöge von Lüneburg und Sachsen-Lauenburg einigen sich bereits 1576 über gemeinsame Deichschauen. Die lokalen nicht immer zusammenhängenden Deiche sind zunächst oft noch niedrige Erdwälle, die nur Orte und wertvolle Flächen schützen, und erst später zu geschlossenen Systemen zusammengefasst werden. Ganz offensichtlich sind aber die mecklenburgischen Dörfer Steder (im 18.Jhdt. untergegangen) und Niendorf von Anfang an in diesen Prozess der Landnahme und Urbarmachung einbezogen. Die Teldau dagegen wird erst ab 1619 eingedeicht und in der Folge auch besiedelt.

Zuvor wurde die Teldau nur sporadisch und extensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Erwähnung im Amtsregister des Amtes Boizenburg ordnet sich hier ein. Die Nutzung erfolgte unter anderem durch die Hauswirte von Bandekow und Gülze, aber auch durch die Meierhöfe des Amtes, wohl in erster Linie durch den Bahlerhof. Dessen Aussaat betrug gemäß dem Amtsregister 6 Dt. 3 Schfl. (Drömt und Scheffel, D.G.) Hafer. 1554 werden in der Scheune auf dem Bahlerhof 18 Dt. Roggen und 7 Dt. 3 Schfl. Hafer aus der Teldau und dem Vier gedroschen. Die Gülzer säen 1555 in der Teldau 2 Dt. Hafer. 1577 werden aus der Teldau auf dem Bahlerhof 25 Dt. 4 Schl, Hafer gedroschen. Die Aussaat beträgt in der Teldau 5 Dt. Hafer und 4 1/2 Schl. Erbsen. Im Jahre 1582 haben die ritterschaftlichen Besitzer des Gutes Wiebendorf (Hans von Blücher) bereits Besitzungen in der Teldau. "1582 Mai 8. verkauft Georg Blücher zu Suckow seinem Vetter Hans Blücher zu Boddin für 5000 fl. (Gulden, D.G.) die ihm vom Vater Thönnies Blücher zugefallenen Güter 'zu Wipendorff, uf der Teldow, und in der Auwe (Horst; D.G.) ...die halben baw- und wonhoefe sampt dem halben zugehörigen ackerwerke, der halben feldtmarcken, pauren-pechte und -dienste so dazu belegen.'" 1584 werden im Bahlerhof wieder 7 Dt., 8 Schl. Hafer aus der Teldau gedroschen, sowie 5 Dt. 9 Schl. Hafer gesät. 1593 beträgt die Aussaat in der Teldau 6 Dt. Hafer.

Ausschnitt aus der Hoinckhusenschen Karte "Ämter Boizenburg und Zarrentin". Sammlung Greve. Original im LHAS. Die Karte ist nicht auf Norden orientiert und geometrisch ungenau. Sie zeigt aber die Teldau mit ihrer Umgebung und den Flüssen Elbe, Sude, Schaale und unbenannt auch die Kraincke und die Rögnitz. Der Bandekower See als Teil der Sude ist zu erkennen. Mahnkenwerder ist eine Insel in der Elbe, begrenzt von einem Nebenarm der Elbe, bestehend aus dem genannten "Schwarzen Wasser" und dem nicht genannten "Beuster". Die genannte Lüneburger Hude am Beuster ist jetzt der Hof Schwarzenwasser.

Die Bandekower und die Gülzer Bauern hatten wohl große Teile der Teldau genutzt. Offenbar hatten die Bandekower den westlichen Teil der Teldau in Nutzung, die Gülzer den mittleren Teil und das ritterschaftliche Gut Blücher den östlichen Teil, der etwa dem heutigen Timkenberg, Sprengelshof und Teschenbrügge entspricht. Diese Einteilung spiegelt sich noch bis in das 20. Jahrhundert hinein in der kirchlichen Einteilung wider, in der Zuordnung zu den Kapellen und Friedhöfen in Bandekow und Gülze, sowie der Pfarre in Blücher.

1640 beklagen sich die Bandekower und die Gülzer Bauern, dass ihnen die Teldau genommen worden sei. Das ist ein Fakt, der zusätzlich zu den Belastungen durch den Krieg (30-jähriger) hinzugekommen ist, als Herzog Hans Albrecht gemeinsam mit den ritterschaftlichen Anteilshabern der Teldau (Timkenberg, Sprengelshof, Teschenbrügge, Gosau) auf Grund eines Vertrages vom 4. Dezember 1619 mit der Besiedlung und der Neueinteilung der Teldau begonnen hatte.

4. Das Wasser bestimmt die Geschicke der Teldauer

4.1. Die Teldau wird eingedeicht und entwässert

Im Jahre 1659, kurz nach dem 30jährigen Krieg drängen die lüneburgischen Bauern aus Sumte, dass ihre mecklenburgischen Nachbarn in Steder-Niendorf die im Krieg verwahrlosten Deiche, Gräben und Schleusen in Ordnung bringen, da die Sicherheit aller Bewohner der Niederung davon abhänge. Bis zum Beginn dieses Jahrhunderts haben offenbar die Deiche nur die lüneburgischen und sachsen-lauenburgischen Dörfer geschützt. Herzog Hans Albrecht von Mecklenburg schließt 1619 in Boizenburg mit den in der Teldau landbesitzenden Rittergutsbesitzern einen Vertrag über die Eindeichung der Teldau. Das waren die von Sprengel auf Gresse und Badekow in Steder-Niendorf, Günther Pentz auf Brahlstorf und Volzrade, Marquardt Pentz auf Warlitz, Joachim Blücher auf Wiebendorf und Zahrensdorf und Hans Blücher auf Lehsen. 49 ½ Morgen Land stellen die Ritter für den Deichbau zur Verfügung. Daraus soll der Herzog durch Verpachtung des Landes einen Teil der Kosten amortisieren. Der Herzog zahlt die Kosten von 9900 Talern und 32 Schillingen. Das eingedeichte Land wird den Gülzer und Bandekower Bauern abgenommen, zu deren Feldmarken es bis dahin gehörte. Sie erhalten dafür Pachtermäßigung. Es wird dann mit Bauern aus Butjadingen besiedelt, die aus ihrer Heimat, den Marschen an der Wesermündung, den Wasserbau und den Hausbau auf wenig tragfähigen Boden kannten. Die Arbeiten führt ein holländischer Landmesser aus. 1622 sind sie beendet. Eine Archivalie (DA Boizenburg, Nr. 423) im Landeshauptarchiv Schwerin spricht von der Einstellung des Reimar Reimersen (Schulz) als Deichgräber (Deichgraf ?) und Deichinspektor. Kommissarien für den Deichbau und die Melioration in der Teldau sind Joachim von Buchwald und Joachim von Lehsten. Auf Kosten der Landesherrschaft als Grundherrn werden Pachthöfe eingerichtet, deren Pächter Pensionäre genannt werden. 1639 sind es 16 Pachthöfe in der Größe zwischen Dreiviertel- und Vierdrittelhufen (1 Vollhufe war ab 1703 mit 100 Scheffel Einsaat bemessen). Auch werden herrschaftliche Deich- und Katenleute angesiedelt, die späteren Büdner. Weil die Ritter nach dem Dreißigjährigen Krieg verschuldet sind, kauft Dr.Macrinus aus Lüneburg Land von Martin Pentz - errichtet darauf Klein Timkenberg - und dann von den Erben Henning Lenthes und Hans Sprengels, worauf er Groß Timkenberg errichtet.

Der Deich war 3928 Ruten lang geworden (18289 m). Die seinerzeit errichteten Deiche sind weitgehend identisch mit dem Teldauer Sudedeich, dem Schleusenow-Hinterhäger Binnendeich verlängert über Grabenau, Sprengelshof bis Timkenberg. In dem eingedeichten Gebiet wurden Abzugsgräben und Hauptabzugsgräben angelegt. Letztere waren:

  1. der sogenannte Tuchgraben, heute Teldauer Graben genannt, der durch ein Siel bei Franzhagen die nördliche Teldau um Soltow, Friedrichsmühlen, Weitenfeld, Paulshagen und Vorderhagen und das Vorderholz in die Sude entwässert und sich in einen nördlichen und südlichen Graben aufgliedert,
  2. der Schleusenower Graben, der parallel zum Teldauer Deich und der Grenze zum Hannoverschen verläuft. Er entwässert Schleusenow, Hinterhagen, Butenhagen, Klayen, Langfeld, Alteneichen und Marschkamp wie der Tuchgraben über das Siel bei Franzhagen in die Sude.
  3. der heute Amholz-Timkenberger Graben genannte Hauptgraben der bei Schwabendorf in die Sude entwässert. Sein Einzugsgebiet war Timkenberg und Sprengelshof bis Amholz. Dort am "Poggenort", heute "Rieth Elbe" genannt, grenzte das herrschaftliche Land an das ritterschaftliche. An der sogenannten "Scheew Brügg" ("Schiefe Brücke) war in etwa die Wasserscheide zum Schleusenower Graben.

Damit ist jedoch die Wasserproblematik in der Teldau noch lange nicht gelöst. Bereits 1661 berichtet der Hauptmann von Schack aus Boizenburg „Daß aber der Deich in der Teldau verhöht werden sollte, deucht mir eine vergebliche Geldspeisung daran verwandt zu werden, da der Deich selbst in den sumpfigsten Orten nicht aus dem Fundament gesetzt. Wenn die Elbe groß, dringet das Wasser an benannten Orten unter den Deich durch, wie dies Jahr der Augenschein hat ausgewiesen. Maßen das Wasser nicht durchgebrochen, viel weniger über den Deich gelaufen, gleichwohl in der Teldau nicht viel daran gemangelt, daß das Wasser ja so hoch im Lande, als draußen gewesen, wodurch den Leuten fast ihr ganzes Winterkorn vertrunken.“ Schack hat damit eine Problematik angesprochen, die allen eingedeichten Poldern ohne Schöpfwerke eigen ist. Das Wasser drängt als Qualmwasser an sandigen Orten unter dem Deich durch, als Kuverwasser auch durch den Deich selbst. Hinzu kommt das dem Polder von höhergelegenen Flächen oder aus Niederschlägen zufließende Wasser (Stauwasser). Dadurch treten bei allen längeren Hochwasserperioden auch in den Poldern Vernässungen auf.

Während der Teldauer Deich wohl gleich als Winterdeich angelegt wurde, war der Niendorfer Deich offenbar ein Sommerdeich, der nur die niedrigeren Sommerhochwässer kehren sollte. Bereits 1670/71 wird über einen Deichbruch berichtet. Die Domanialverwaltung erhöht nun den Teldauer Deich, während im ritterschaftlichen Niendorf alles beim Alten bleibt. 1748 werden die ersten Deichschauen im Domanium eingerichtet.

Das 1889 als Dampfschöpfwerk erbaute Schöpfwerk Franzhagen ist heute ein Industriedenkmal. Durch den Bau des Schöpfwerkes Mahnkenwerder ist es ohne Funktion. Sammlumg Greve
Das Thielsche Siel genannte Bauwerk von 1796 steht unter Denkmalschutz. Es hatte Stemmtore und ein Kopfbauwerk in barocker Manier mit Volutenabschluss, ist aber nicht mehr in Betrieb. Foto Reinig
Das Bleckeder Siel von 1753 befindet sich unmittelbar an der Grenze zwischen Mecklenburg/Vorpommern und Niedersachsen. Das Siel mit Stemmtoren kann bei Bedarf noch in Betrieb genommen werden. Bedauerlicherweise waren die Lichtverhältnisse bei der Aufnahme ungünstig. Sammlung Greve

Aus einem Deichschauprotokoll geht hervor, dass die Niendorfer sich nun mit dem Gedanken tragen, mit einer Mühle das Wasser aus dem Lande zu bringen, was heißt, eine Windmühle als Schöpfwerk einzurichten. Die um 1790 entstandene Schmettau-Karte von Mecklenburg weist in der Sectio IX eine "Schöpf-Mühl" beim Standort des späteren Schöpfwekes Franzhagen aus. In der 1797 von Fabri gelieferten „Beschreibung der Stadt Boitzenburg“ wird ausgeführt: „Vor einigen Jahren wurde die, sonst in der Teldau gestandene, Schöpffenmühle zur Kornwindmühle umgeändert, und in diesem Garten (Herrengarten in Boizenburg) zum Gebrauche des Müllers aufgestellt.“

Aus diesen Jahren gibt es noch einige bauliche Zeugnisse. Beim Schöpfwerk Bleckeder Holz an der niedersächsisch-mecklenburgischen Grenze befindet sich ein Siel (Gewölbe mit Stemmtoren) aus dem Jahre 1753 und bei der Grenze von Teldau-Christenland zu Timkenberg-Schwabenland ein ähnliches aus dem Jahre 1796. Das mit der Inschrift F.F. H.z.M. (Friedrich Franz, Herzog zu Mecklenburg) 1796 versehene Auslaufbauwerk hat einen Sandsteinkopf in barocker Manier - mit einem Volutenabschluß ausgeführt - und steht unter Denkmalschutz. Durch dieses Siel entwässerte der Amholz-Timkenberger Graben.

Die Instandhaltung der Deiche und die Deichverteidigung oblagen in älteren Zeiten den anliegenden Dorfschaften. In einem Protokoll aus dem Jahre 1563 hieß es über säumige Deichpflichtige, die einen Deichbruch verursacht haben: „Awerst wen idt geschage durch Versümnisse, so is sin Recht, dat man den Huswerde einen Paal durch sinen Liff stote In den Brake dat utgelopen is“, zu hochdeutsch: „ Aber wenn es geschieht durch Versäumnisse, so ist (geschieht ihm) sein Recht, daß man dem Hauswirt (Bauer) einen Pfahl durch seinen Leib stoße, in dem Brack, das ausgelaufen ist (d.h. das durch den Deichbruch ausgekolkt ist).“

Die Teldau. Ausschnitt aus einer um 1700 entstandenen Karte. In dieser wird die Teldau als "Tellow" bezeichnet. Zu erkennen sind die Deiche an der Sude und an der lüneburgischen Grenze. Groß und Klein Timkenberg und die zum Hof Gresse gehörenden Orte Steder und Niendorf sind eingetragen. Der lüneburgische Deich endet nördlich von Stiepelse ohne Anschluss an den Sudedeich, weil dort die späteren Siedlungen Neu Bleckede und Neu Wendischthun noch nicht vorhanden sind. Deshalb war der Teldauer Ringdeich zum Hochwasserschutz in der Teldau notwendig. Sammlung Greve

Nach der Eindeichung, Entwässerung und weiteren Urbarmachung entstehen in der Teldau außer den ritterschaftlichen Höfen in Timkenberg, Sprengelshof und Teschenbrügge weitere domaniale (landesherliche) Höfe. In der Beschreibung der Ämter zu der um 1700 entstandenen Mecklenburg-Karte von Bertram Christian von Hoinckhusen wird unter Landesherrliche Höfe östlich der Boize "die im Elbdeich befindliche Teldau mit 16 großen und kleinen Höfen" aufgeführt

4.2. Deichbrüche bleiben der Schrecken der Teldauer

1760 bricht der Deich bei Neu Garge, 1775 bei Blücher, 1784 bei Teschenbrügge, 1855 in Neu Bleckede usw., usf. 1771, 1776, und 1779/80 bitten die Pächter Hartendorf, Schultze, Nieland, Putfarken und Henning "um teilweise Erlassung der Pachtgeldzahlung sowie die Verlängerung der Pachtverträge wegen erlittener Wasserschäden" und in einer anderen Archivalie ist Ermäßigung der Pachtzahlungen für die Einwohner der Teldau wegen der durch Hochwasser erlittenen Mißernte 1667/1672" die Rede (LHAS, Rep. 103/11, Nr. 413 u. 419). Von weiteren Deichbrüchen hören wir für die Jahre 1805, 1814, 1827, 1845, 1862, 1876 1882 und vor allem 1888. Gerade dieses Hochwasser ist in der Elbniederung noch über Jahrzehnte in der Erinnerung lebendig geblieben. Noch heute sind die Hochwassermarken an vielen Häusern zu finden (z.B. an der alten Schule in Neu Wendischthun).

Was war geschehen? Ausgehend vom Grundeis in der Elbe zwischen Boizenburg und Bleckede hatte sich beim hannoverschen Elbdorf Darchau am 24.März ein Eisversatz in der Elbe gebildet, der das zufließende ohnehin schon extreme Hochwasser noch zusätzlich staute. Plötzlich trat das Wasser an der Darchauer Fährstelle über den Deich. Es führte große Eisschollen mit. Diese zerstörten im Augenblick das massive Haus des Fährkruges der Familie von Rautenkranz und danach weitere 17 Gebäude. Allein in Darchau fanden neun Menschen den Tod. Darüber hinaus richtete das Wasser an vielen Gebäuden Schäden an. Bereits vorher waren in der Lenzer Wische und bei Dömitz Deiche gebrochen. Aus dem Raum Dömitz floss das Wasser über den Schafdamm bei Wendisch Wehningen (Rüterberg) in die Krainkeniederung. Die ganze Niederung bis nach Neu Bleckede und Teldau wurde überschwemmt. Dort brach dann in Soltow zusätzlich der Sudedeich - etwas ganz ungewöhnliches - durch den binnenseitigen Wasserdruck. Dadurch gelangte das Wasser in den Raum Blücher, Gülze, bis es bei Boizenburg das Bett der Elbe wieder erreichte. In Blücher ertranken bei einer Rettungsaktion neun Menschen durch einen kenternden Kahn. Die Niederung wurde erst im Juni wieder soweit trocken, daß die Lanwirte mit den Bestellarbeiten beginnen konnten. Gerade dieses Hochwasser hat zum Nachdenken über den Umgang mit der Gefahr von Eisversetzungen und über das abgestimmte Handeln der betroffenen Länder im Hochwasserschutz bis in den preußischen Landtag und in die mecklenburgische Regierung hinein geführt. Ebenso wurde erkannt, daß in der Elbe vor allem Eishochwässer schwer beherrschbar sind, wie auch überhaupt die größeren Hochwasserkatastrophen in der nicht tidebeeinflußten Elbe durch Eisversetzungen entstanden sind.

In der Teldau hatte man - sicher noch unter dem Eindruck des vorjährigen Hochwassers - bereits 1889 das erste Schöpfwerk zur Entwässerung des Polders unter Hochwasserbedingungen errichtet. Dieses als Dampfschöpfwerk ausgeführte Bauwerk steht noch heute bei Franzhagen am Sudedeich. Nur einige Schritte davon entfernt findet man auf der niedersächsischen Seite das 1929 errichtete Schöpfwerk Bleckeder Holz. Beide Schöpfwerke sind auf Grund neuerer Eindeichungen (Polder Mahnkenwerder) heute außer Funktion.

Die Instandhaltung der Deiche und die Deichverteidigung oblagen in älteren Zeiten den anliegenden Dorfschaften. In einem Protokoll aus dem Jahre 1563 wurde die oben genannte grausame Strafe für säumige Deichpflichtige festgelegt. In dem in den benachbarten lüneburgischen und lauenburgischen Ämtern gültigen Deichrecht hieß es im 18.Jahrhundert: „Die Unterhaltung der Deiche liegt denjenigen ob, deren Land und Sand davor liegt. Wenn aber Grundbett und dergleichen kostbaren Baue verfallen, die ein Deichpflichtiger ohne seinen Ruin nicht bestreiten kann, so pflegt die Landesherrschaft ihm ansehnliche Unterstützung angedeihen zu lassen. Die Aufsicht über die Deiche führt die sogenannte Oberdeichaufsicht an der Oberelbe in fünf Ämtern Lauenburg, Bleckede, Neuhaus, Hitzacker und Dannenberg, welche aus einem Deichbausachverständigen und dem Ortsbeamten besteht. Im Frühjahr hält dieselbe Vorschau oder untersucht, was gebessert werden muß, und im Herbst Nachschau, oder siehet nach, ob dasjenige, was im verflossenen Sommer zu verfertigen aufgegeben worden, wirklich zur Ausführung gebracht worden ist. Zur Untersuchung auf dem Deiche sind nicht nur die Vögte in Haar und Pinnau mitbestellt, die dafür Deichvögte heißen, sondern auch noch zwei Deichschauer und ein Stackmeister angesetzt, welche alle von der Landesherrschaft besoldet werden und dahin zu sehen haben, daß die Aufgaben der Oberdeichaufsicht zur gehörigen Zeit und Werke gerichtet werden.“

Die Deichaufsicht in der Teldau (Rep. 148 a, Nr.26)

Im Zusammenhang mit der Eindeichung der Teldau wurde der dem Namen nach aus Nordfriesland stammende Reimar Reimersen als Deichgräber (Deichgraf, D.G.) und Deichinspektor eingestellt (LHAS, Bestand Amt Boizenburg, Teldau, Nr.423). Er wird zusätzlich noch als „Schulz“ bezeichnet. Damit dürfte er der erste Schulze des neuen Gemeinwesens Teldau gewesen sein. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts finden wir den Förster und Deichinspektor Engeland in den Akten (Teldau fasc. a 51). Dieser erscheint darin u.a. durch eine unrühmliche Tat. Er hatte ein Fohlen des Bandekower Hauswirts Barckhan erschossen. Dieses hatte wohl auf dem Deich gegrast. Der Bauer forderte „Satisfaction“, wie der in Boizenurg tätige Jurist von Alvensleben es ausdrückte. Es ist nicht erkennbar, ob er diese in Form einer Entschädigung bekommen hat. Von Alvensleben fordert in mehreren Schriftsätzen dazu auf, die Benutzung des Deiches als Schweineweide zu unterbinden, weil dadurch die Deichsicherheit gefährdet sei. Es sollten Schweinehirten eingestellt werden. In dem Zusammenhang wird zudem erwähnt, dass die im Bleckeder Holz weidenden Schweine vom Teldauer Deich ferngehalten werden sollten. Die Bleckeder und die Wendischthuner Bauern von beiderseits der Elbe hatten nämlich mit der Dotation der Bleckeder Teldau an die Stadt Bleckede das Recht zur Mastung im Bleckeder Holz erhalten. Diesbezüglich hatte von Alvensleben sich bereits an das amt Bleckede gewandt.

Bereits im Jahre 1774 schreibt der Neuhauser Amtsvoigt Miltz an den Boizenburger Amtsverwalter. Er schlägt vor, bei der Bleckeder Schleuse eine Schöpfmühle zu errichten. Dass ist eine Windmühle, die nicht zum Kornmahlen eingerichtet ist, sondern mit einer durch das Mahlwerk betriebenen Pumpe, meist einer Schneckenpumpe das binnenseitige Wasser über den Deich in den Fluss fördert.

1775 gibt das Amt Boizenburg Bericht an die Herzogliche Reluitionskommission über die Bewältigung der Hochwässer. Im Jahre 1782 hat der landesherrlche Bauinspektor Behrens die Verhältnisse des Hochwasserschutzes und der Entwässerung in der Teldau untersucht. Die Ergebnisse mit Vorschlägen für eine sichere Entwässerung hat er in einem Bericht dargelegt, aus dem hier ein Extrakt eingefügt werden soll. (Rep. 148 a, Nr.23)

Extract
aus dem Bericht des Bau Inspectors Behrens, Hagenow, d.d. Boitzenburg den 14.Octobr.1782
(Der folgende Text ist der aktuellen Rechtschreibung angepasst) 
Die Pächter und zwar die der untern Teldau werden sich also der Unterzeichnung des Contracts umso weniger 
entgegen setzen, wenn Ew. Herzogl. Durchlaucht gnädigst prüfen über vorstehende umständlich ausgeführte 
Punkte sowie eine General-Verordnung zu erteilen und gnädigst zu verführen, dass
1.	in der untern Teldau sichere und bestimmte Wasser-Pässe so niedrig gesetzt werden sollen, dass danach 
da, höchste Wasser-Stände, wenn die Schöpf-Mühle nicht mahlt, so hoch sein sollen, dass es in der untern 
Teldau und zwar am Bauer-See 8 Zoll niedriger – wenn keine außerordentlichen Vorfälle diesen entgegen stehen 
– als die Acker-Furchen bleibt, und wenn das Wasser noch nicht so weit weg gefallen ist, dass es mit dem 
Kopf des Wasser-Passes am Bauer-See gleich stehe, überall kein Wasser von dem neuen Kanal herunter von 
Putfarcken und Breussen Hof nach der Mühle gelassen werden sollte; würde aber das Wasser mit dem Kopf des 
Wasser-Passes nachher 8 Zoll unter der Acker-Furche anstatt gleich kommen, so sollte Mattendorfs Siel 
eröffnet werden und zwar in einer solchen Höhe, dass das zukommende Wasser nicht über 2 Zoll über den 
gesetzten Wasser-Pass gehen, ein unverhoffter Fall die Schöpf-Mühle etwa still stünde, dieses Siel sofort 
wieder zugemacht werden solle. Bliebe das Wasser beim Laufen und das Wasser auf Putfarcken und Bressen Hof 
stünde mit dem Wasser-Pass gleich (Der an der Stelle gesetzt werden soll, wo der neue Graben aus dem 
Bauerhoffs-Graben gezogen ist, und dort noch ein neues Stau-Siel reingelegt werden soll). So sollte 
allererst das Wasser von Bauerhoff und Nielandt herunter nach der Mühle; würde dann das Wasser so weit 
abgezogen sein, 
dass es mit Nielands Wasser-Pass gleich stünde, so soll das Wasser von Jochen Hennings  (Langfeld, D.G.)auch 
nach der Mühle. 
Wenn dann nun alle Wasser-Pässe frei sind, so sollte das Siel in dem Lüneburger Weg 8 Zoll geöffnet und wenn 
es die Wasser-Pässe verstatteten das Schütt höher gezogen werden und über die Scheewe Brücke laufen, so 
könne kein Wasser nach der Mühle.
2.Sollten alle Siele verschlossen werden, die Aufsicht darüber erhielte der Müller auf der Schöpf- 
 Mühle, damit keiner boshafterweise seinen unterhalb belegenen Nachbarn unter Wasser setzen könne.
3.	Sollten alle Siele deren Schütten von grünem Holtze gemacht sind und leck werden, nachgedichtet 
werden. 
4.	Sollte die Schleuse 4 Stunden laufen, ohne Putfarckens Siel bei Johann Steinkamps an Schulten Hof 
aufgemacht würde, die an der Füllen-Köppel aber sollte sofort eröffnet werden, wenn die Schleuse im Zug ist, 
die anderen Sielen aber, welche über Putfarckens Siel bis Jochen Hennings liegen, sollten in der Ordnung, 
wie sie aufeinander folgen, jedoch nicht dabei auf Stunden zu sehen, alle nacheinander aufgemacht und 
derselben Schütten nie heraus gezogen werden, weil das Wasser künftig nicht aus dem Graben-Ufer treten, 
mithin auch nicht auf den Acker kommen könne. Würde aber es sich begeben, dass man merkte, die Elbe bekäme 
einen neuen Wachs, sollten die Siele von oben herunter folgendergestalt zugemacht werden, dass das Zweite, 
Dritte, p.p. einer immer etwas später, damit noch etwas abziehen  könne, wenn aber der Elb-Wachs zu schnell 
kommen sollte, so sollten sie gleich alle zu gemacht werden. Wie sich dann von selbst verstünde, dass so 
bald die Schleuse wieder aufginge, alle Sielen-Schütten in voriger Ordnung aufgemacht werden.
5.	Mit Ablassung des Wassers aus der Teldau, bliebe  es vorerst, wie für allemal so, wie es in den 
Contracten bestimmt wäre, nämlich dass die Siele so lange laufen sollten, solange noch die Scheewe Brücke 
zieht, hernach ginge, wie man hoffte, das Wasser nach der Schöpf-Mühle, wenn die Scheewe Brücke zugemacht 
worden wäre und sodann würde eine andere Verordnung gemacht werden.

Im Jahre 1785 erhält der Hofbaurat Busch aus Ludwigslust den Auftrag, die Notwendigkeit für den Bau eine Schöpfmühle zu untersuchen. Im gleichen Jahr legt Landbaumeister Bentschneider den Entwurf für eine massive Schleuse am Bleckeder Holz vor. Der Deichvoigt Carl Leopold Krüger präsentiert 1786 die Abrechnung für die Löhne der Tagelöhner beim bau der massiven Schleuse. Darin sind aufgeführt; Deichvoigt Krüger für die Aufsicht Stackmeister Bueck und die Tagelöhner Buckendal, Hans Bluhm, Bruhns, Stiegner, Masch, Hennings, Hin. Steinkamp, Pagel, Kniss, Päto, Kauge, Bahtel, Pahl, Meyer, Möller, Menck, Manck, Seveck, Haase, Wöhlck und Tieht. Somit war Krüger bereits 1786 Deichvogt in Soltow. Bei der Schleuse dürfte es sich um die beim späteren Schleusenower Büdnergehöft Wiegel gehandelt haben, die in den Salzsee entwässerte, dort auch die Flurnamen Slüsenkuhl und Wiegels Brack. Von 1802 bis 1822 war der deichvogt krüger auch der Pächter auf Grabenau. Für das Jahr 1809 findet sich im LHAS ein weiteres Dokument, das vom Deichvogt C.L.Krüger unterzeichnet ist. Es handelt sich um ein Verzeichnis, das die Zahl der von den Höfen und den Deichliegern angepflanzten Weiden auflistet. Weiden wurden in der Teldau, wie allgemein in der Elbniederung in erster Linie für die Herstellung von Stackbusch, sprich Faschinen, verwendet, die im Wasser und Deichbau insbesondere zur Ufer- und Böschungsbefestigung eingesetzt wurden. Die Verwendung als Bindematerial für Stroh- und Schilfdächer war: dagegen hier landschaftlich untergeordnet. Dieses Verzeichnis belegt uns auch die Besetzung der Höfe mit Pächtern.

Verzeichnis der auf den Pachthöfen angepflanzten Weiden

1 Amtshauptmann Schrader           286 Weiden
2.Neumanns Pachthof                203 "
3.die Suden Deichlieger            294 "
4. Pens. Mundt                     280 "
5. Herr von Lützow                 198 "
   benebst einen kleinen Buschwerder
6. Pens. Putfarcken                125 "
   benebst einen kleinen Buschwerder
7. Pens. Breuss                    294 "
   benebst einen kleinen Buschwerder
8. Pens. Oldenburg                 173 "
9. Pens. Hennings                  216 "
10.Pens. Wiehr                     581 "
   benebst einen kleinen Buschwerder
11.Pens.Krüger                     180 "
   benebst einen kleinen Buschwerder
12.Amtmann Radel                   338 " gestzt, davon 78 ?
13.Pens. Albrecht                  493 "
           Summa                  3401 "
Das ... Summa Weiden Hauswirtschaftlich und tüchtig gesetzt sind, bescheinigen hiermit
Hünerbusch und Teldau den 14. July 1809
       G.Liss   C.L.Krüger

In diesem Verzeichnis fällt auf, dass drei Beamte des Domanialamts Boizenburg Pächter in der Teldau sind, nämlich Amtshauptmann Schrader, Amtmann, späterer Amtshauptmann Radel und Amtsactuar Neumann. Hinzu kommt ein uradliger Vertreter der Ritterschaft (von Lützow).

Für die mecklenburgische Teldau war im Mecklenburg-Schwerinschen Staatskalender 1825 ein Deichvogt in der Teldau aufgeführt (1822 u. 1855 Deichvogt H.C. Krüger in Soltow), ab 1871 in Vorderhagen (Puttfarken), daneben der Stackmeister in Gothmann (Stack = Faschinen, das sind Reisigbündel für den Wasserbau). Dieser besaß als Wasserbauer einen solch guten Ruf, dass der Stackmeister Mahnke auch für die schwimmende Gründung des Paulsdammes bei Schwerin herangezogen wurde. Die Gemeinde Teldau hat ein Sonderstatut, das auch die wasserbaulichen Aspekte berücksichtigt: Gemeindevorsteher ist der Deichvogt. Die Schöffen als seine Mitarbeiter nennen sich Deichassistenten. Sie werden zum einen von den Erbpächtern, zum andern von den Büdnern gewählt (1835 Deichassistenten: Erbpächter Prien auf Amholz, Schulze Behnke aus Hinterhagen). Für Entscheidungen über wasser- und wegebauliche Arbeiten im Gemeindegebiet waren die außerhalb wohnenden Erbpächter, einschließlich von Vertretern der Bandekower und Gülzer Hüfner hinzuzuziehen. Für die Instandhaltung der Deiche waren Deichabschnitte festgelegt, für deren Instandhaltung die Bewohner der einzelnen Höfe und Siedlungen verpflichtet waren.

Deichabschnitte für Instandhaltung und Deichverteidigung. Die Karte ist durch Einklicken vergrößerbar.Sammlung Greve. Kartengrundlage Geoportal MV

Deichabschnitte (Deichkavel) für die deichpflichtigen Grundbesitzer (gemäß Feldmarkskarte von Susemihl 1829)

  1. Schleusenow ca. 350 m, ab Bleckeder Schleuse bis Wiegels Brack
  2. Marschkamp ca. 100 m, ab Wiegels Brack
  3. Alteneichen ca. 450 m
  4. Franzhagen ca. 300 m, bei Franzhagen
  5. Soltow ca. 250 m, bei Soltow,
  6. Forst: ca. 500 m, bei Soltow
  7. Deichau ca 150 m, bei Soltow
  8. Soltow Gehöft I ca. 120 m, bei Sehlken Brack
  9. Weitenfeld ca. 300 m, bei Sehlken Brack/Soltow Richtung Friedrichsmühlen
  10. Paulshagen ca. 400 m, bei Soltow
  11. Hinterhagen ca. 250 m Soltow bis vor der Mühlenbrack
  12. Butenhagen ca. 350 m bei der Mühlenbrack
  13. Friedrichsmühlen ca. 150 m, bei Friedrichsmühlen
  14. Langfeld ca. 270 m, bei Friedrichsmühlen
  15. Grabenau ca. 550 m, über die B 195 hinweg
  16. Amholz ca. 750 m
  17. Kleien ca. 600 m, bis vor Christenland
  18. Vorderhagen ca. 500 m, bis zur Timkenberger Grenze

Einen Deichverband und eine "Deich- und Sielordnung" des Verbandes gab es noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg: Im Kreisarchiv Ludwigslust-Parchim befindet sich eine Archivalie unter der Signatur H8329 "Deich- und Sielordnung, Feldregister für Deichkasse, Deichinstandsetzung", Laufzeit 1933 bis 1949. Das Feldregister listete die hochwassergefährdeten Flächen der deichpflichtigen Anlieger auf. Das diente der Beitragserhebung durch die Deichkasse zur Finanzierung der Deichinstandhaltung und der Organisation des Hochwasserschutzes. Danach gingen dessen Aufgaben auf volkseigene Betriebe über (VEB Wasserwirtschaft Sude-Elde) und nachfolgend auf die Wasserwirtschaftsdirektion Magdeburg, später Wasserwirtschaftsdirektion Stralsund, die jeweils eine Flussmeisterei in der Polderleitstelle in Boizenburg unterhielten.

4.3. Sicherer Hochwasserschutz und Entwicklung der Infrastruktur im 20. Jahrhundert

Öl-Pastell von Lothar Scholz. Das Bild zeigt die Basedow Brack an der Grenze zu Timkenberg. Bracks entstehen als Kolke bei Deichbrüchen. Sie sollten außendeichs zu liegen kommen. Hier ist der erneuerte Deich wohl durch den Kolk gebaut worden. Die Brack hat dann zum Acker hin einen weiteren kleinen Deich erhalten, den Schlossdeich.
Das Hochwasserschutzsystem, wie es als "Folgemaßnahme" der Staustufe Geesthacht erbaut wurde. Polderbezeichnungen: 1. Polder Boizenburg, 2. P.Gothmann-Bandekow, 3. P. Blücher, 4. P. Besitz, 5. P. Neue Sude, 6. P. Mahnkenwerder I, 7. P. Mahnkenwerder II, 8a. P. Teldau, 8b. P.Timkenberg, 8c. P.Teschenbrügge, 8d. P. Forstgraben, 8e. P. Kraincke, 10. P. Preten, 11. P.Sückau-West, 12. P. Sückau-Ost. Sammlung Greve

Die übrigen Dörfer der Boizenburger Elbniederung Bandekow, Gülze, Bahlen und Gothmann, die Stadt Boizenburg sowie die Sudedörfer Blücher und Besitz waren in älterer Zeit nicht durchgängig eingedeicht. Von früheren lokalen Deichen abgesehen, erfolgte erst im 20.Jahrhundert schrittweise die Zusammenfassung zu geschlossenen Deichsystemen. Im Gefolge der Errichtung der Staustufe Geesthacht erfolgte um 1960 eine durchgängige Sanierung der Deiche, die Anlage neuer Polder, die jeweils durch Schöpfwerke entwässert werden und von einer Polderleitstelle in Boizenburg zentral überwacht und geschaltet werden konnten. In diesem Zuge erhielt auch die Stadt Boizenburg, vom Hafenbereich abgesehen, einen vollständigen Hochwasserschutz. Jahrhundertelang waren größere Hochwässer bis in das Stadtgebiet vorgedrungen.

Am Anfang des Jahrhunderts erfolgten in der Teldau auch die ersten Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur. Grundlage war eine landesherrliche Verordnung vom 26. Mai 1897 über den Bau von Nebenchausseen. Die Gemeinden Teldau, Niendorf und das Gut Sprengelshof bildeten einen Wegeverband mit der Zielstellung, eine Nebenchaussee aus Richtung Neuhaus in die Teldau zu bauen. Die Zielstellung ergab sich aus den Interessen der federführenden Niendorfer Kommune auf Grund ihrer Ausrichtung auf den Flecken Neuhaus. Die Aufgabe erforderte auch die Bildung eines Wegebau-Ausschusses, in dem die beiden Gemeinden Teldau und Steder-Niendorf je zwei Mitglieder entsenden, hinzu kommt der Gutsbesitzer Schütt von Sprengelshof. Für die Teldau haben der Hinterhäger Schulze Behnke und der Grabenauer Erbpächter Mausch die Aufgaben wahrgenommen. Mausch folgte später der Büdner Batel aus Hinterhagen. Die örtliche Bauaufsicht im Auftrage des Landbaumeisters Schäfer aus Güstrow übernimmt Henning Mohrmann/Paulshagen für das gesamte Vorhaben. Die Straße wird angeschlossen an die Neuhaus-Bleckeder Chaussee an der Niendorf-Neuhauser Grenze und bis an die Sudebrücke bei Bandekow geführt, für die vom Deich her ein Damm geschüttet wird. Ein Abzweig erfolgt von Vorderhagen nach Hinterhagen, an den Hannover dann den Anschluss von Neu Wendischthun her schafft. Ein vorgesehener Anschluss nach Stiepelse bei Grabenau wurde von hannoverscher Seite nicht gebaut. Die Gemeinde Teldau musste 57, die Gemeinde Steder-Niendorf 39 und Sprengelshof 4 Anteile tragen. Es gab eine Landeshilfe von 9000 Mark für das Vorhaben und für den Forstanteil in der Teldau noch einmal 3000 Mark. Die 12,434 km lange Straße wurde von der Lauenburger Firma Reimers und Knoche für 177400 Mark ausgeführt, Die Gemeinde Teldau hatte 52594 Mark zu tragen. Das Steinmaterial wurde über die Elbe von Plötzky bei Magdeburg bis Viehle gebracht und von dort teilweise durch eine Feldbahn an die Baustelle. Die Straße vom Sudedeich bis Hinterhagen wurde mit Linden bepflanzt, im Übrigen mit Ahorn. (Quelle: Graf von Oeynhausen Geschichte der Ritterschaftlichen Lehnbauernschaft Steder-Niendorf, Amts Boizenburg, Schwerin 1903). Der Anschluss von der Sudebrücke bei Bandekow bis Boizenburg erfolgte dann ab 1900. Der Steindamm von Sprengelshof nach Timkenberg wurde erst später gebaut. Ab den 1960er Jahren wurde eine Reihe von Straßen als Wirtschaftswege gebaut, u,a, von Vorderhagen nach Paulshagen und Weitenfeld, nach Christenland, auf Langfeld und später von Amholz nach Timkenberg. Auch die Deichwege wurden sukzessive befestigt.

Auch für die Landwirte deuten sich nach der Jahrhundertwende allmählich Verbesserungen an. So wurde in Boizenburg im Jahre 1900 die Molkereigenossenschaft gegründet. Nach und nach schlossen sich die Teldauer Landwirte dieser an, aber auch dabei bildete der schwierige Transport auf den unbefestigten Wegen ein Hindernis, wie es in der Weitenfelder Chronik (s.unter Pkt 5.2.) dargestellt wird.

In den 80er Jahren wurde die Sudemündung von Gothmann flußabwärts in die Boizenburger Hafenmündung (Boizemündung) verlegt. Durch einen Höhenunterschied zwischen alter und neuer Mündung von 25 bis 30 cm wurde ein geringerer Rückstau in die Sude und ihre Nebenflüsse bewirkt. Zusätzlich wurde ein Abschlußwehr angeordnet, das den Rückstau in die Sude vollständig verhindern kann. Es verhindert aber auch den Abfluss der Sude in die Elbe, so dass sich Rückstau aus den eigenen Zuflüssen bildet. Dieser kann bei längerer Dauer der Hochwässer ähnliche Effekte zeitigen, wie der Rückstau aus der Elbe. Die Sudemündungsverlegung war Teil eines Hochwasserschutzprogrammes an der Elbe von den 50er Jahren bis in die 80er Jahre. Vorher wurden bereits die Havel- und die Löcknitzmündung verlegt. Diese Mündungsverlegungen können einen unangenehmen Nebeneffekt haben, da sie zu einem schnelleren Hochwasserscheiteldurchfluss führen und die Hochwasserscheitel flußabwärts erhöhen. Deshalb ist es wichtig, die durch die Eindeichung abgeschnittenen Entlastungs- oder Retentionsflächen (nicht eingedeichte Grünländereien oder Sommerpolder) durch technische Maßnahmen flutbar zu erhalten. Solche Möglichkeiten bestehen in den genannten Fällen, erfordern aber immer die Entscheidung der entsprechenden Gremien auf Grund der Hochwassermeldeordnung an der Elbe. Diese existiert seit 1906. Wegen der Zuständigkeit der Länder ist sie jedoch etwas schwer handhabbar. Das genannte Programm wird mit einer weiteren Deichsanierung mit zwischen den Ländern abgestimmten Parametern fortgesetzt, insbesondere mit einer Neugestaltung der Deichprofile entsprechend zeitgemäßer Sicherheitsanforderungen und teilweise auch Neutrassierung von Deichen zur Verbesserung der Durchflussprofile. Gerade letzteres hat im Zusammenhang auch mit der Schaffung des Nationalparks Elbaue zu Verstimmungen bei der betroffenen Bevölkerung und auch zu Dissensen bei den betroffenen Ländergremien geführt.

Es steht zu hoffen, dass durch einen immer noch nicht abschlägig beschiedenen Ausbau der Elbe für die Großschiffahrt, die zu weiteren Beschleunigungen des Abflusses führen wird, die Verhältnisse nicht verschlechtert werden. Aber ebenso sollten die Auswirkungen der Schaffung von Auewäldern im Hochflutbereich auf die Anlieger und Oberlieger gründlich untersucht werden, bevor schwer reparable Schäden entstehen.

4.4. Nachbarschaften und Grenzprobleme

Die nicht unkomplizierte Lage der domanialen Teldau zwischen den ritterschaftlichen Nachbarn in Blücher, Timkenberg, Sprengelshof und Steder einerseits und den lüneburgischen Nachbarn andererseits hat einige Konflikte hervorgerufen. Die ältesten Überlieferungen betreffen Verkäufe von Wiesen an "lüneburgische Untertanen" 1532 und 1685. 1752 gibt es eine "Streitigkeit zwischen dem Amt und den adeligen Gütern Steder und Blücher wegen eines am Teldauer Deiche durch das sogenannte Puttwerk angelegten Fahrweges und Vergleich deswegen." Offenbar wurde durch einen am Deich gelegenen Fahrweg der Bereich des Deichsieles beschädigt. Weitere Differenzen gab es bezüglich der "Einfriedigung der Weide der am Bleckeder Holz wohnenden Deichlieger" 1784/85. Zuvor gab es auch Klagen der Deichaufsicht über die Schädigung des Deiches durch im Bleckeder Holz weidende Schweine. Diese werden nur teilweise Schweine der Bauern aus dem Amt Bleckede gewesen sein und etwas später 1804 durch "Schädigung der Teldauer Deiche durch Wegräumung des Bleckeder Holzes". Auf das Jahr 1744 ist die Akte überliefert "Benutzung des über den Teldauer Deich führenden Weges durch die diesseits der Elbe wohnenden Untertanen des Amtes Bleckede, auch Reparation des Teldauer Deiches." Etwas ungewöhnlich erscheint uns die Aussage einer Archivalie "Unberechtigte Erhöhung des Teldauer Deiches durch die Wendischthuner und Stiepelser Einwohner" aus dem Jahre 1771. Wenn wir uns die Jahreszahlen der Deichbrüche ansehen, so können wir feststellen, dass 1771 ein Deichbruch in der Teldau stattgefunden hat. Wahrscheinlich wollten die Nachbarn ein Überströmen des Teldauer Deiches an der Grenze verhindern. 1787 gibt es wieder einen innermecklenburgischen Grenzstreit, der durch "Bestimmung der Grentze zwischen Sprengelshof und Teldau" bereinigt wurde. Parallel dazu hat es 1798 eine "Grenzregulierung zwischen Samenhof (später Amhölz genannt)in der Teldau und Timkenberg gegeben. Aber dann 1881 führt die Gemeinde Teldau erneut einen Prozess mit dem Gutsbesitzer Schütt auf Sprengelshof.

5. Die Einwohner, Besetzung der Höfe und Zahl der Büdnereien von 1800 bis 1914

5.1. Die Mecklenburg-Schwerinschen Staatskalender und andere alte Dokumente über die Teldau

Die Teldau in der Schmettauschen Karte etwa 1786. Die Karte zeigt sowohl die Flüsse Elbe und Sude als auch die Deiche und die Höfe der Teldau, größtenteils unbenannt. Sammlung Greve.
Die Teldau in einer modernen Karte (TOP 50). Auf der Karte sind die Büdnersiedlungen und die Höfe der Teldau benannt. Sammlung Greve, Quelle: LvermA MV


Im Landeshauptarchiv unter Domanialamt Boizenburg, 148 Teldau im Bestand (Rep.98a, Nr. 54) finden sich die Pachtakten aus dem Jahre 1653 für Hans Broderstorf 60 Morgen, Peter Mein 55 M., Berend Suvicke 50 M., Hans Behncke 66 1/4 M., Hermann Koopmann 32 M., Heinrich Schneider 42., Marcus Schultze 60., Vicke Putfarcken 60 M-, Cornelius Jansen 110 M., Polgrim Drewes 7ß M., Tewes Samme 60 Morgen.

Auf den Pachthöfen sitzen (nach Graf v.Oeynhausen Niendorfer Chronik) 1660 Jürgen Böttcher, Polgrim Tewes, Tewes Sammer, Hans Derncke, Arendt Sucke, Marcus Schuldt, Peter Meyn, Hans Broeß, Cornelis Jansen, Heinrich Bielenberg, Vicke Puttfarken, Heinrich Meyer, Hans Coopmann und Peter Buck. Die Namen finden sich zum großen Teil auch noch im Beichtkinderverzeichnis 1751. Nach 1701 wurden einige Höfe zusammengelegt.

Die von den Butjadinger Wasserbauern und Siedlern angelegten Höfe in der Teldau haben sich bis in das 20. Jahrhundert erhalten. Wie oben ausgesagt, werden in der Beschreibung zum Amt Boizenburg zu der um 1700 entstandenen Karte des Bertram Christian von Hoinckhusen "16 große und kleine Höfe" in der "im Elbdeich befindlichen Teldau" angeführt. Der Mecklenburg-Schwerinsche Staatskalender für das Jahr 1800 führt die Zahl 19 Höfe an. Die gleiche Quelle nennt bereits 50 Büdner. Zuvor findet man in den Archivalien auch die Bezeichnung Deichlieger (1744 Heinrich Kruse, 1781 Leonhard Vogel). Im Beichtkinderverzeichnis 1751 nennt der Boizenburger Pfarrer "die am Teiche wohnenden". Das sind 23 Familien, die sicher zum größeren Teil Büdner, teils aber sicher auch Deichlieger gewesen sein werden. Der Begriff Deichlieger entspricht sicher den "Kiffnern" in anderen Dörfern. Das waren Besitzer einer Kiffe oder Kuffe (deshalb manchmal auch Kuffner), eines kleinen Hauses ohne weiteren Landbesitz. Diese wohnen in anderen Dörfern in der Regel auf dem Brink und werden deshalb manchmal auch Brinksitzer genannt. Dass der Übergang zwischen den Klassen der Einwohner auch fließend sein konnte, ergibt sich aus einem "Gesuch des Büdners Christoph Peter Pobertz um Wiedereinsetzung auf seinen ehemaligen Pachthof in der Teldau" (1807, 1810). Er war der Vorgänger von Krüger auf Grabenau (s.u.) und wird auch 1819 in der Volkszählung aufgeführt. Darin wird er wiederum Büdner gewesen sein.

Schleusenow mit den Häusern in idyllischer Lage auf dem Deich. Foto Greve 2009
Haus Behnke in Vorderhagen-Christenland 2021. Die Büdnerei in einiger Entfernung vom Deich steht auf einer Wurte. Sie hat ihr Land unmittelbar hinter dem Hof. Foto Greve 2021


In einem Verzeichnis aus den Jahren 1664/66 mit den zu zahlenden Pachten für die Jahre 1664 bis 1666 sind folgende Namen mit ihren Pachtabgaben genannt:

Thewes Samme                      300 Thaler
Hans Benecke (Wilh.Meines Erben)  200  "
Markus Schultz (evtl.R.Reimersen) 200  "
Peter Meine                       400  "
Cornelius Jansen                  350  "
Vicke Putfarcken                 240  "
Demrich Schneiders Erben          150  "
Hans Donners Wittwe               180  "
Heinrich Bielenberg               150  "
Hans Haase                         48  "

In einem Verzeichnis der Pachteinnahmen für die Jahre 1711 bis 1716 sind alle Pensionäre aufgeführt. Die Namen haben sich gegenüber der Besiedlungszeit bereits verändert. In einem anderen etwa zeitgleichen Verzeichnis sind auch die Größen der Höfe genannt, die hier eingefügt werden:

1. Pensionarius Puttfarken, 94 Morgen
2.  " Samm,           218 M.  
3.  " Wulf,            70 M..         
4.  " Nielandt         87 M.
5.  " Breuss,          85 M.        
6.  " Ahrens,          76 M.
7.  " Bruhns,          73 M.
8.  " Christ.Hennings, 76 M.         
9.  " Martendorff,     75 M.
10. " Joch. Hennings,  86 M.
11. " Schuld/Schultz,  48 M.
12. " Kliebats et Kruse 6 M.
13. " Bencke,          39 M.       
14.   Gülzer Hausleute,99 M.
15.   Gülzer Cossaten, 28 M.
16, 17. u.18. Amtsverwalter Sevecke und Kauffeld sind keine Quittungen produziret.

Im Jahre 1725 zahlen Pacht: Clauß Kohpmann, Markus Ohlmann, Johann Krüger, Johann Putfarcken, Christian Hennings, Gustav Brende?, Balser Meyn, Hennings, Balser Greve, Clauß Samme, Balser Pen?,

Ganz offenbar wurden die Höfe der Pensionäre alle 7, oder auch 14 Jahre neu verpachtet. Dabei wurden jeweils neue Pachtanschläge erarbeitet und neue Pachtbedingungen festgelegt. Wenn die Pensionäre keine Bereitschaft zur Anerkennung zeigten, wurde die meistbietende Verpachtung angedroht und teils auch durchgesetzt. Das mögen einige Originalaschreiben aus dem Bestand 108 Amt Boizenburg, 148 Teldau im LHA Schwerin belegen: Die Verpachtungen verliefen offenbar nicht immer ganz konfliktfrei, zumal sich auch Beamte des Domanialamtes Boizenburg unter den Pächtern finden (Radel, Wüsthoff, Kauffeld, Grisebach und auch wohl Petersen und Harberding. Eine Ermahnung (Exitatorium) des Amtsverwalters Albedyll aus dem Jahre 1762 mag das illustrieren:

Auch ist denen Beamten bekannt, was wegen den veränderten Pachtungen bei denen Teldauschen Höfen,      
welche vorher Claus Behncke und Breuss inne gehabt haben und nun resp. an den Amtsschreiber 
Grisebach und ermeldeten Behnken überwiesen seyn, unterm 5.ten und 26.ten c.a. reserviret und 
verordent worden.
Wan nun daran gelegen ist, daß alle und jede Punkte in Richtigkeit gesetzet worden, damit man die 
Inventaria könne erneuern laßen, so erwarte darüber einen fördersamsten Bericht, was in dem Stück 
geschehen und was anoch nachständig sey, um davon  die Jedschafft? zu betreiben. In maßen dieses 
Exitatorium (Ermahnung) auch von denen Teldauschen Höfen will verstanden wißen, welche anjetzo Harberding, 
Kauffeld, Samme und Leonhard Hennings bewohnen.
 Ut in rescripto Boitzenburg 15. Novbr. 1762   Albedyll

Für die Folgejahre sind immer wieder Rescripte zu finden, die erkennen lassen, welche Konflikte es bei dem Erhalt der Pachtung für die Familie des Pensionärs gegeben hat: Im Februar 1783 erscheint in regionalen Zeitungen, u.a. auch in Lauenburg und Bleckede die "Verfügung" des Amtes vom 22.Februar 1782:

Die Pachthöfe der Pensionäre Benecke, Martendorff, Schultze, Nieland, Hennings sen., Hennings jun.,    
Ahrens und Bruhns sollen am 7.März meistbietend verpachtet werden.

Dem war einiger Schriftverkehr voraus gegangen.

1781, den 21.Dezember:  schreibt die Herzogliche Reluitionskommission an das Amt Boizenburg:
Wir fügen Uns auf einen unterthänigsten Bericht vom 21.ten dieses die anderweitige Verpachtung der 
Teldauschen Höfe betreffende in Responso hiermit gnädigst an. Wie ihr die sämmtlichen Pächter, 
welche  sich nicht zur Fortsetzung der Pachtung erkläret haben, aber einst vorzuladen und ihnen 
zu eröffnen habt, wie sie  sich auch zu 14 Jahren hätten, ob sie die Anschläge und die Bedingungen
zu erfüllen gedächten, oder nicht? Wobey ihnen anzufügen ist, daß sie es wann sie sich nicht pure
dazu erklärten, ihnén die in Erfüllung einer Prolongation zugedachte Gnade (großzügig "Gnade",D.G.) auch
nicht angedeyen, vielmehr alsdann sofort Unsere Reluitions-Commission einen Termin zur öffentlichen 
Versteigerung ansagen würde, da sie sich alsdann selbst beizumessen haben würden, wenn sie andern 
Mehrbietenden die Höfe einräumen müßten. Wonach ihr euch zu richten!
 Datum auf Unserer Vestung Schwerin 21. Decbr.1781

Die Drohung ist in diesem Schreiben deutlich zu spüren, denn die Reluitioskommission (Entschuldungkommission) hat selbstversändlich das Bestreben möglichst hohe Versteigerungserlöse zu erzielen.

1782, den 21. Juni:   Wir übermitteln euch hineben die für die Pensionarien Wulff, Ahrens, Bruhn, 
Jochen Hennings, Christoph Nieland, Johann Schultze, Peter Putfarcken, Breuss, Mattendorf, Benecke 
und Christian Hennings in der Teldau gefertigten Contracte und den gnädigsten Beifall abgedachte 
Pensionarien vors Amt zu fordern, und darin Erinnerungen (Einsprüche,D.G.) gegen die Fassung der 
Contracte, die jedoch nichts wesentliches betreffen müssen ad Protocollum zu nehmen auf ihren 
die Contracte, besonders in den Puncten, welche auf die Sicherheit der Erfüllung abzwecken?, zu 
verdeutlichen und hiernächst davon unterthänigst de cluso Protocollo (Schließung des Protokolls;D.G.)  
und bey Zurückgabe der der Contracte zu 
trachten
Datum 21 ten Juni 1782
1783, den 18. Januar:   Es ist den querulirenden Teldauschen Pächtern Benecke und Consorten bereits 
unter dem  3.ten Decbr. v.J. die abschriftlich nebengeschlossene Resolution aus Unserem Cabinet 
zugegangen. Da wir aber bey Unserer Cammer die Pfändung nicht kennen, wobey jene Weisung den 
Pächtern gehabt( ?) hat: So bleiben Wir als um eurer baldigen Anzeige gewärtig, um allenfalls das 
angedrohete praejudicium ohne weitere vergebliche Nachsicht in Erfüllung gehen zu lassen. 
Wonach ihr euch zurichten. 
Datum Auf Unserer Vestung Schwerin 18. Jan.1783

Offenbar sind in diesem Jahr doch einige Neuverpachtungen vorgenommen worden, denn die Cammer schreibt an den Commissar Pauli:

Von den neuen Pächtern in der Teldau sind nachfolgende Vorschüsse eingekommen, als
1. Von dem Bürger Albrecht zu Boitzenburg  wegen des ehemaligen Bruhnschen Hofes 227 rtl.N 2/3 lübsch
2. Von Jochim Kayatz zu Parber wegen Christian Hennings Hof                      230 "
3. Von demselben wegen des Mattendorfschen Hofes                                 292 "
4. Von Peter Kayatz zu Nesau, wegen des Schulzen Hofes                           220 "
5. Von dem Kaufmann August Kuetemeyer wegen des Ahrenschen Hofes                 262 "
6. Von dem Pensionär Brandt wegen Jochim Hennings Hofes                          223 "
7. Von dem Müller Oldenburg wegen der Nielandtschen Stelle                       200 "
8. Von den Suden Deichliegern wegen des Benecken Hofes                           142 2   7 fl.(Schill.)

                                    Summa                                       1796 "   7 "  
    
Dagegen haben an alten Vorschüssen zurück  erhalten:
Christian Hennings Wittwe                                           51 rtl.    39 fl.
Pens. Ahrens                                                       124 "       17 "
Joch. Hennings                                                     103 "       30 "
Nielandt                                                            93 "       13 "
                                     Summa                         373 "        3 "
Die Summen sind vom Amte Boitzenburg wahrzunehmen, und resp. in Einnahmen und Ausgaben von Joh. 1783-1784 
zu berechnen.
 Schwerin den 18.August 1783
An den herzogl Commissarium Pauli hieselbst

Eine aus heutiger Sicht kuriose Differenz hat es mit den neuen Pächtern den Gebrüdern Kayatz gegeben, die sich dagegen gewehrt hatten, dass sie jährlich eine fette Gans an das Amt abzugeben hätten, was nicht im Contract vereinbart war. Die Cammer erklärte das als Observanz (Üblichkeit), die seit langem ungeschriebenes Gesetz sei. Es handelte sich offenbar um einen Rest aus den mittelalterlichen Abgaben an den Grundherrn, wie dem Rauchhuhn oder dem Schneidelschwein.



Beichtkinderverzeichnis 1751

Teldau, Pensionarien

*Claus Samm, 8 Persomen,
*Balthasar Greve,7 P.,
*Jürgen Peters, 8 P.,
*Frantz Hinrich Breuss, 7 P.,
*Claus Nilandt, 8 P.,
*Hans Jochen Hase, 6 P.,
*Hinrich Nilandt, 6 P.,
*Christian Hennings, 5 P.,
*Claus Behncke, 7 Personen
*Johann Hinrich Puttfarcken, 5 P.,
*Christian Schultz, 5 P.,
*Lehnert Hennings, 7 P.,
*Johann Hinrich Hageman, 7 P.,
*Antohn Schultz, 4 P.,

Die am Teich (Deich) wohnen

*Claus Jürgen Nilandt, 4 P.,
*Hans Jochen Timmermann, 4 P.,
*Clas Gossmann, 6 P.,
*Dor. Brauschen, 4 P.,
*Hans Jochen Buhk, 4 P.,
*Friderich Düvel, 4 P.,
*Stoffer Lemcke, 4 P.,
*Jochen Reick, 4 P.,
*Jochen Nehr, 4 P.,
*Hans Ahlers, 5 P.,
*Hans Breuss, 6 P.,
*Joh. Jürgen Casten, 4 P.,
*Christian Ollenborg, 5 P.,
*Claus Batel, 4 P.,
*Claus Hennings, 5 P.,
*Jürgen Ritsch, 5 P.,
*Claus Porath, 4 P.,
*Hans Hinr. Backs 4 P.,
*Joch Maack, 5 P.,
*Claus Jürg. Bantz, 5 P.,
*Jac. Lemck, 6 P.,
*Joh. Behncke 5 P:,
*Claus Thiel, 6 P.

In den Archivalien des Landeshauptarchivs finden sich auch Angaben zu den Namen der Büdner in den drei Büdnersiedlungen Hinterhagen, Schleusenow, Soltow und Vorderhagen- auf das Jahr 1827 findet sich in einem Verzeichnis der Restanten zu den Deichkosten, 1835 ein Protokoll der Neuverpachtung der Deichau bei Vorderhagen und 1852 ein Verzeichnis der Deichkavelpächter. In diesen sind in erster Linie Büdner genannt, aber auch Einlieger und Altenteiler. Die nachstehende Aufstellung führt diese zusammen. Die Herkunft aus dem jeweiligen Dokument ist durch die Jahreszahl gekennzeichnet:

Hinterhagen:
Schulze Behnke, 1835
Büdner Mundt, 1827
 " Lemke Nr 38, 1835
 " Leonhard Buck, 1835
 " Mosel, 1835
 " Lehmnitz, 1827, 1835
 " Krahn, 1835
 " Mundt, 1835
 " H.Jochim Lemke, 1827, 1835
 " Buck, 1835, 1852
 " Behnke 1852
Einlieger h.H.Rump, 1835
 " Witt 1835
 " Ahlers, 1852
 " Sievers, 1852
 " Mundt, 1852
 " Barkhan, 1852
Altenteiler Buck, 1852
 " Drinkgern, 1852

Schleusenow

Büdner Jehring , 1835
 " Timmermann, 1835
Einlieger H.Jochjm Buck

Soltow

Büdner Schuardt 1827 (?)
" Menck1852
 Wiwe Brockmöller, 1835

Vorderhagen'

Büdner Ortsvorsteher Lemk,1852
 " Franz Lemke, 1835, 1827
 " Daetz, 1835
 " Mosel, 1835, 1827, 1852
 " Steffen, 1835, Viehverschneider Steffen 1827
 " Weber, 1852
 " Franz Drinkgern, 1852
 " Wegener, 1852
 " Brandt, 1827
 " Haase, 1827
 " Schneider Mundt, 1852
Einlieger Wegner, 1835
 " Komstaedt, 1836
 " Drinkgern, 1835
 " Hartwig Haase, 1835, 1827, 1852
 " Fr.Batel, 1835, 1852
 " Jacob Batel, 1935, 1852
 " Rau, 1835
 " Dittmer, 1835
 " Rump, 1852
 " Lemk, 1852
 " Ditmer, 1952
 " Rickmann, 1852
 " Christian Drinkgern, 1852
 " Joh. Beyer, 1852
 " Joh. Drinkgern, 1852
 " Turlach, 1852
Altenteiler Brandt, 1835, 1852
 " Sass, 1835
 " Hochklas, 1852
 " Mosel, 1852
 " Büdnerwitwe Lemk, 1852
Weitere Einlieger 1827 Wille, Lange, Beneke, Steinfeldt (2x) und Brockmöller ohne Ortsangabe

Zu Timkenberg

In Klein Timkenberg ist ein Meierhof und ein pertinence von Blücher, welches der Verwalter Victor 
Bernh.Jenßen mit in Pacht hat, und den Acker mit Blücherleuten bestellen lässet. Es ist darauf eine  
Holländerei, 
und dieselbe hat Dor. Anne Meinken von mention. Verwalter, als auch eine andere in der sogenannten Tewischen 
Brücke, zu Blücher gehörig, von demselben gepachtet
.
Pächterin: Dor. Anna Meinken, S. Barth. Ludewig,  T. Marg.Elis., Hirt Clas Abbe, E: Marg.Marie,  
   Hirt in der der Tewischen Brücke Hans Lübbert, E. Cath. Dor.
Fährmann/Fischer Jürgen Peter Reinke, E:  Anne Elis., S. Wilh. Joach., T: Magd.
Kiffner ohne Land Nicolaus Carsten Masche, E: Cath.  und Dor. Cath. Petersen
Marie.

Groß Timkenberg ist ein Adelich Gut und gehöret zu Blücher, hat 2 Verwalter

Verwalter Daniel Petersen: E: Eva Sophie, K:Joh.Hinrich Bauers und Christoffer Peter Weßacker, J: Daniel Bauers 
und. Fridr. Asmus, subulcus  (Hirt, Schweinehirt) Hans Hahrmann, bubulcus (Ochsenknecht; Kuhhirte) Hans 
Hinr. Rehstorf, M. Marie Marg.Teppen , Dor.Elis. Lübbers

6 Kätner dienen ihm zu Hofe.

*Peter Jac. Kruse, 4 P.,
*Hinr. Kock, 4 P.,
*Christian Balthsar Mielken, 3 P.,
*Clas Friedr. Janssen, 5 P.,
*Joh. Jürgen Jammer 3 P.,
*Nic. Hinr.Gehrken, 3 P.,
*Kiffner Witwe Anne Marie Mundten 3 P.,
*In der anderen Kiffe wohnt Joh. Räse, 2 P.,

Der andere Verwalter Christian Harberding, Bruder Christoph weitere Personen. (dieser Verwalter lebet in coelibatu: Ehelosigkeit)


Eine andere Quelle ist die Volkszählung 1819, deren zusammengefasste Ergebnisse Franz Schubert aus Göttingen veröffentlicht hat. Er führt für die Teldau 619 Einwohner mit 119 verschiedenen Namen auf: Ahlers, Banse, Barckhan, Barg, Basedow, Bathel, Baumgarten, Becker, Behm, Benck, Best, Beuck, Bineck, Blücher, Bluhm, Bobatz, Boldt, Brandt, Breuß, Brockmöller, Brockmüller, Bielenberg, Buck, Burmeister, Dähn, Daetz, Dau, Diercks, Döhring, Drinckgern, Dürkop, Elbers, Frehse, Gebert, Gehrck, Gehring, Gisch, Goldschmidt, Goth, Gresmeier, Groth, Haase, Hansen, Hein, Heinatz, Hennings, Hintzmann Kählert, Karsten, Kauge, Klubatz, Köster, Krüger, Kruse, Lamp, Lange, Lehmnitz, Lenck, Lühr, Lühtens, Manck, Marckwart, Martens, Masch, Meier, Meinck, Meines, Menck, Möller, Moser, Müthel, Mundt, Neuens, Nieland, Nohms, Olhöft, Pätow, Pahl, Pamperin, Peph, Piehl, Pobartz, Pockel, Porath, Puttfarken, Rau, Reck, Rehagen, Rehse, Reimers, Reinck, Richter, Risch, Riths, Rump, Saß, Schmit, Schneemann, Schröder, Schuldt, , Schwartz, Seveke, Siemon, Stebens, Steffens, Steinfeld, Steinkamp, Tiedemann, Timmermann, Vernunft, Voß, Weber, Wegner, Witt, Wöhlck, Wulff, Ziemerd, Zierener.

Bei Timkenberg führt er 85 Namen für 167 Einwohner auf: Barck, Bard, Barfoth, Barckhan, Bartels, Bencke, Best, Bilepp, Bonatz, Brockmöller, Bruns, Duck, Burmeister, Busch, Dählig, Dahlenburg, Deicke, Dopke, Dühring, Dunckelmann, Engel, Fanter, Fracke, Gebert, Gormann, Grack, Gretcke, Greve, Hennings, Hinzmann, Holt, Jahn, Jans, Koch, Korst, Kröger, Kruse, Kummerfeldt, Ladiges, Lange, Laudon, Lehmkuhl, Lemm, Leu, Lübbert, Lüneburg, Lunow, Manke, Masch, Meinck, Meyer, Mundt, Nieland, Niesch, Urd, Pamprien, Peters, Philip, Piel, Prahl, Reusch, Runge, Salchow, Schmidt, Schönfeld, Schröder, Schuld, Schwencke, Sevecke, Siemon, Stamer, Stebens, Steh, Steinfeld, Thiel, Toel, Tofelde, Toppe, Vanter, Vögler, Weber, Wessel, Wieh, Wikke, Wöhlcke.

Sprengelshof 10 Einwohner mit 8 Namen: Dürring, Gerke, Greve, Koen, Lau, Nielandt, Pamperin, Schröder

Teschenbrügge mit 19 Einwohnern und 12 Namen: Bakendorff, Benkendorff, Bilepp, Breusch, Brumm, Dallwitz, Drinckgern, Grawe, Jantzen, Jens, Koch, Stein


Die Meckl. Staatskalender dienen uns in den nachfolgenden Tabellen bis auf die für das Jahr 1894, die aus der Mecklenburgische Vaterlandskunde von Gustav Quade entnommen ist.

Hinweis:  Bei den Erbpächtern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, teils sicher auch bereits bei den Pächtern davor, hat es häufig Unterpächter oder Nutzer unterschiedlichen Status' gegeben. Darum werden in der familiären Überlieferung zusätzliche Namen und auch Überschneidungen zu den Angaben der öffentlichen Quellen vorhanden sein.
Bereits im Jahre 1800 werden auch 50 Büdner in der Teldau genannt. Auch die 23 "am Deich wohnenden" im Beichtkinderverzeichnis von 1751 werden bereits Büdner gewesen sein. Nachdem vom Herzog Ludwig 1753 ein Büdnerpatent erlassen wurde, das die auf Grund der kriegerischen Handlungen des 17. und 18. Jahrhunderts frei gewordenen Flächen der Bewirtschaftung zuführen sollte. In der Teldau entstanden im 18. Jahrhundert die ausgesprochenen Büdnersiedlungen Schleusenow, Hinterhagen, Soltow und Vorderhagen (mit den Siedlungen Christenland und Taterreig'). Ebenso finden sich in Groß Timkenberg 14 Büdner, z.B. Schwabendorf. Sie sind das Ergebnis eines von der Landesherrschaft geförderten Ansiedlungsprogramms auf wüst gefallenen und anderweitig nicht genutzten Flächen mit dem Ziel der Beseitigung der ländlichen Armut und der Intensivierung der Flächennutzung und  dem übergeordneten Ziel der Erhöhung des Steueraufkommens. Auch in den Dörfern unmittelbar nördlich der Sude sind solche Ansiedlungen dieser Zeit zu erkennen, beispielsweise in Gothmann, Bandekow, Gülze, Besitz, auch im ritterschaftlichen Blücher.
Bildfliese von Lothar Scholz, die die typische Situation der Büdnereien am Deich bei Hochwasser darstellt
Öl-Pastell von Lothar Scholz, das sein eigenes Gehöft im Winter abbildet. Die ehemalige Büdnerei befindet sich nicht am Deich. Das Haus ist auf einer Wurte errichtet.


Zu den Höfen:

 * 1797 Kl.Timkenberg im ritterschaftl. Amt Wittenburg....Gebr. von Westphalen auf Blücher
        Gr.Timkenberg im ritterschaftl. Amt Boizenburg....desgleichen 
 * 1800 Gr./Kl.Timkenberg.......Johann Wilhelm Brandt
 * 1800 Teldau....19 Pachthöfe, 50 Büdner Schulen
 * 1810 Teldau....15 Pächter, Holzwärter, 58 Büdner, 3 Schulen und Nebenzoll
 * 1825 Teldau....15 Pächter, Deichvoigt, Holzwärter, 60 Büdner, 3 Schulen, Nebenzoll
 * 1825 Gr./Kl.Timkenberg...Henriette Holst, geb. Grelke
        Sprengelshof........Joachim Heinrich Dörring   

Eine gewisse Sonderstellung hat lange Zeit das kleine Allodialgut Teschenbrügge. In der Niendorfer Direktorialvermessungskarte von 1770 ist es noch als zu Blücher gehörig eingetragen. 1779 kaufen es die selbstbewussten Niendorfer Bauern, die sich sowohl ihre Entlassung aus der Leibeigenschaft erkämpft, als auch das Gut Steder-Niendorf den Gresse/Badekower Gutsbesitzern abgekauft hatten, aus einer Konkursmasse. Sie halten es als Besitz der Niendorfer Kommune bis 1903. Dann verkaufen sie es an einen Leutnant von Laffert aus der Dammereezer Linie.

Im Jahre 1810 ist die Anzahl der Pachthöfe auf 15 zurück gegangen, dafür aber die Zahl der Büdner auf 58, im Jahre 1851 bereits auf 78, einschließlich Timkenberg gar auf 92, angestiegen. Der benutzte Staatskalender auf das Jahr 1851 nennt nun auch die jeweiligen Ortsteile der Teldau mit Höfen Eigentümern und Büdnern. 1851 fällt die Häufung der Pachthöfe in der Hand des von Lücken auf Zahrensdorf auf. Ein weiterer Pächter auf dem Hof Weitenfeld ist der bürgerliche Gutsbesitzer Gerstenkorn auf Badekow. Auffällig ist auch 1851 noch, dass Bandekower und Gülzer Hauswirte die Pachtungen Butenhagen und Klayen bewirtschaften. In Soltow wird neben den Büdnern auch der Deichvogt, eine Fähre und ein Nebenzoll (wohl auf der Sude, später bei Mahnkenwerder) aufgeführt. in Vorderhagen der Holzvogt und eine Fähre. In Hinterhagen, Soltow und Vorderhagen wird jeweils eine Schule genannt. In Groß und Klein Timkenberg hat Georg Zarnekow die Güter erworben. Diese gehören nicht dem landesherrlichen Besitztum (Domanium) an sondern zu den ritterschaftlichen Ämtern Boizenburg (Groß Timkenberg und Sprengelshof) und Wittenburg (Klein Timkenberg).

1851

 * Alteneichen/Amholz/Marschkamp/Franzhagen...G.F.E.L.A. von Lücken auf Zahrensdorf
 * Butenhagen........Hauswirte zu Bandekow (Pächter)
 * Klayen............Hauswirte zu Gülze (Pächter)
 * Friedrichsmühlen..Maria Magdalena Krüger, geb. Feller
 * Grabenau..........Johann Peter Krüger
 * Hinterhagen.......17 Büdner und Schule
 * Langfeld..........Johann Heinrich Vernunft
 * Paulshagen........Carl Putfarken
 * Schleusenow.......13 Büdner
 * Soltow............15 Büdner, Deichvogt, Nebenzoll, Fähre und Schule
 * Vorderhagen.......33 Büdner (1 Holzvogt), Fähre und Schule
 * Weitenfeld........Georg Nikolaus Gerstenkorn auf Badekow
 * Gr./Kl.Timkenberg...Friedrich Gabriel Zarnekow, 14 Büdner
 * Sprengelshof........Johann Christian Heinrich Dörring
 * Teschenbrügge.......Kommune der Hauswirte von Steder/Niendorf


Im Jahre 1855 tritt ein neuer Pächter für Franzhagen in Erscheinung, nämlich der Besitzer von Beckendorf Baron von Stenglin. auch andere Pächter wechseln, Friedrichsmühlen von Maria Magdalena Krüger an Carl Heinrich Hermann Krüger (sicher durch Erbschaft). Der Nebenzoll in Soltow ist nicht mehr genannt.

1855 - Veränderungen gegenüber 1851

 * Franzhagen........Rittmeister Baron von Stenglin auf Beckendorf
 * Friedrichmühlen...Carl Heinrich Hermann Krüger
 * Hinterhagen.......16 Büdner und Schule
 * Soltow............der Nebenzoll wird nicht mehr aufgeführt
 * Vorderhagen.......nur noch 32 Büdner


Im Jahre 1860 sind einige Namenswechsel durch Erbschaft zu verzeichnen. Paulshagen ist von Carl Putfarken (1851) an Heinrich Müller übergegangen.

1860

 * Alteneichen/Amholz/Marschkamp...Theodor von Lücken auf Zahrensdorf
 * Franzhagen.........Rittmeister Major von Stenglin auf Beckendorf
 * Friedrichsmühlen...Carl Heinrich Hermann Krüger
 * Grabenau...........Carl Hermann Krüger 
 * Hinterhagen........16 Büdner und Schule
 * Langfeld...........Friedrich Vernunft
 * Paulshagen.........Heinrich Müller
 * Soltow.............wie 1855
 * Vorderhagen........wie 1855
 * Weitenfeld.........Georg Nikolaus Gerstenkorn

1863

 * Gr./Kl.Timkenberg..Friedrich Gabriel Zarnekow


1865 sind die Pächter einiger Höfe Erbpächter geworden. Es wechseln die Pächter auf Friedrichsmühlen von C.H.H.Krüger auf J.C.H.Schnapauff, in Grabenau von C.H.Krüger auf Georg Dunkhorst und Paulshagen von H.Müller auf Fr.Westphal.

1865-Veränderungen sind in erster Linie der Erbpachtstatus für ehemalige Pachthöfe

 * Friedrichsmühlen...Erbpächter J.C.H.Schnapauff
 * Grabenau...........Erbpächter Georg Dunkhorst
 * Langfeld...........Erbpächter Friedrich Vernunft
 * Paulshagen.........Erbpächter Fr.Westphal	

Der Staatskalender 1871 weist weiteren Übergang auf Erbpachtbesitz aus. Sprengelshof hat einen neuen Besitzer J.J.H. Röver. Der Deichvogt ist nun nicht mehr unter Soltow sondern unter Vorderhagen zu finden.

1871-Veränderungen: weitere Erbpachthöfe

 * Alteneichen/Amholz/Marschkamp...Erbpächter Theodor von Lücken auf Zahrensdorf
 * Franzhagen....Erbpächter Rittmeister Baron von Stenglin auf Beckendorf
 * Weitenfeld....Erbpächter Georg Nikolaus Gerstenkorn auf Badekow

 * Gr./Kl.Timkenberg...Friedrich Gabriel Zarnekow
 * Sprengelshof........Joachim Johann Heinrich Röver Ehefrau Emma, geb.Greve/Urgroßtante 
    D.G.)


1881 haben auch die Bandekower und die Gülzer ihren Teldauer Besitz in Erbpacht. Es gibt wiederum Übergänge im Erbpachtbesitz in Friedrichsmühlen von Schnapauff an Peter Stilken, in Grabenau von Dunkhorst an Wilhelm Mausch und in Paulshagen von Westphal an Henning Mohrmann. Auch in Soltow gibt es nun einen Erbpächter.

1881

 * Alteneichen/Amholz/Marschkamp...Erbpächter Theodor von Lücken auf Zahrensdorf
 * Butenhagen .........Hauswirte von Bandekow als Erbpächter
 * Klayen..............Hauswirte von Gülze als Erbpächter
 * Franzhagen..........Erbpächter Major Baron von Stenglin auf Beckendorf
 * Friedrichsmühlen....Erbpächter Peter Stilken und Mühle
 * Grabenau............Erbpächter Wilhelm Mausch
 * Hinterhagen.........16 Büdner, Schule und Industrieschule
 * Langfeld............Erbpächter Friedrich Vernunft
 * Paulshagen(85,9ha)..Erbpächter Henning Mohrmann
 * Schleusenow.........13 Büdner
 * Soltow..............1 Erbpächter, 16 Büdner, Schule und Industrieschule
 * Vorderhagen.........33 Büdner (1 Holzvogt, 1 Deichvogt), Schule und Industrieschule
 * Weitenfeld..........Erbpächter Georg Nikolaus Gerstenkorn auf Badekow


Im Staatskalender 1890 ist wieder ein Wechsel des Erbpächters auf Friedrichsmühlen zu sehen, von P.Stilken an W.Köhne, dabei wird nun erstmalig (1 Müller) ausgewiesen, Weitenfeld wechselt mit dem Besitzerwechsel von Badekow von Gerstenkorn an den Gutsbesitzer G.Gade.

1890-Veränderungen gegenüber 1881

 * Friedrichsmühlen...Erbpächter W.Köhne (1 Müller)
 * Weitenfeld.........Erbpächter Gutsbesitzer Gade auf Badekow

1894-nach Gustav Quade, Meckl. Vaterlandskunde:

 * Alteneichen/Amholz/Marschkamp...Theodor von Lückens Erben
 * Butenhagen..........Erbpachtbesitz der Hauswirte zu Gülze
 * Klayen..............Erbpachtbesitz der Erbpächter zu Bandekow
 * Franzhagen..........Erbpachthof des Majors a.D. Baron D. von Stenglin, 1 Häusler
                       (Dampfschöpfwerk)
 * Friedrichsmühlen....Erbpachthof von Wilhelm Köhne (1 Müller)
 * Grabenau............Erbpachthof von W.Mausch
 * Hinterhagen.........16 Büdner und Schule
 * Langfeld............Erbpachthof von Friedrich Vernunft
 * Paulshagen..........Erbpachthof von W.Mohrmann
 * Schleusenow.........13 Büdner
 * Soltow..............1 Erbpächter, 16 Büdner, Schule
 * Vorderhagen.........33 Büdner (1 Holzvogt, 1 Deichvogt, 1 Krüger), Schule
 * Weitenfeld..........Erbpachthof im Besitz von G.Gade
 * Sprengelshof........Allod 89,3 ha, Besitzer J.H.W.Schütt
 * Gr.Timkenberg.......Allod 216,2 ha, Besitzer Georg Zarnekow, der in Schwerin wohnt und           
                    den Hof an seinen Sohn verpachtet hat, 14 Büdner, 1 Schenkwirt, Schule
 * Kl.Timkenberg.......Feldmark 75,3 ha, Besitzer Georg Zarnekow

In der "Mecklenburgischen Vaterlandskunde" von Gustav Quade wird erstmalig das Dampf-Schöpfwerk Franzhagen mit dem Status eine Häuslerei erwähnt. Über Groß Timkenberg wird vermerkt, dass der Eigentümer Georg Zarnekow in Schwerin wohnt und den Hof an seinen Sohn verpachtet hat. Sprengelshof hat einen neuen Besitzer (Erbpächter/Pächter/Eigentümer?) J.H.W.Schütt.


1901

 * Altemeichen/Amholz/Marschkamp...Erbpachthöfe des Ernst von Lücken auf Zahrensdorf Erben
 * Butenhagen...........Feldmark im Erbpachtbesitz der Erbpächter von Bandekow
 * Klayen...............Feldmark im Erbpachtbesitz der Hauswirte von Gülze
 * Franzhagen...........Erbpachthof, Dethlef Baron von Stenglin auf Beckendorf
 * Friedrichsmühlen.....Erbpachthof vo W.Köhne (1 Müller)
 * Grabenau.............Erbpachthof von Wilhelm Mausch
 * Hinterhagen..........16 Büdner, Schule und Industrieschule, Schulze Behncke
 * Langfeld.............Erbpachthof von Friedrich Vernunft
 * Paulshagen...........Erbpachthof von H.Mohrmann
 * Schleusenow..........13 Büdner, Schulze W.Lemke
 * Soltow...............1 Erbpächter, 16 Büdner, Schule und Industrieschule, Schulze Best
 * Vorderhagen..........33 Büdner (1 Holzvogt,1 Deichvogt,1 Krüger), 1 Häusler, Schmiede, 
                         Schule und Industrieschule
 * Weitenfeld...........Erbpachthof von Georg Gade auf Badekow
 * Gr.Timkenberg.....Allod 216,2ha, Georg Zarnekow, 14 Büdner, 1 Schenkwirtschaft u. 
                     Branntweinhandlung, Schule
 * Kl.Timkenberg.....Feldmark 75,3 ha, Georg Zarnekow
 * Sprengelshof......Allod 89,3 ha, Johann Heinrich Wilhelm Schütt

Für 1901 und 1914 liegen gleiche Angaben für Timkenberg und Sprengelshof vor:

 * Gr.Timkenberg: Allod 216,2 ha, Leutnant der Res. Ernst Schinckel 14 Büdner, Erbpacht- 
   Fähre mit Schankwirtschaft, Fischerei, Schule. Dazu:
 * Kl.Timkenberg, Feldmark  75,3 ha, und
 * Sprengelshof, Allod 89,3 ha, 1 Erbpächter

Angaben des Handbuchs der landwirtschaftlichen Grundbesitzer, Verlag Davids, Schwerin 1908

 * Alteneichen/Amholz/Marschk...Friedrich Jansen
 * Franzhagen...................Heinrich Dierks
 * Friedrichsmühlen.............Wilhelm Köhn, Pächter Adolf Hillmann
 * Grabenau.....................Friedrich Böttger
 * Langfeld.....................Friedrich Vernunft
 * Weitenfeld...................Georg Gade
  
 * Teschenbrügge................Pächter Gebrüder Laffert
 * Gr./Kl.Timkenberg............Pächter Friedrich Zarnekow 
 * Sprengelshof.................Pächter Heinrich Schütt


1914 -Aus dem Meckl. Staatskalender:Besitzer auf domanialen Erbpachthöfen

 * Amholz /Alteneichen/Marschk....Georg Heinrich Büsch
 * Franzhagen.....................Heinrich Dierks
 * Friedrichsmühlen...............Paul Nieland
 * Grabenau.......................Friedrich Böttger
 * Langfeld.......................Friedrich Vernunft
 * Paulshagen.....................H.Mohrmann
 * Weitenfeld.....................Gustav Adolf Schroeder

Schulzen der Büdnersiedlungen

 * Hinterhagen....Wilhelm Behncke
 * Schleusenow....Friedrich Lemke
 * Vorderhagen....Deichvogt Hermann Puttfarken

Besitzer der Rittergüter

 * Gr./Kl.Timkenberg....Leutnant der Res. Ernst Schinckel
 * Sprengelshof.........Leutnant der Res. Ernst Schinckel
 * Teschenbrügge........Leutnand der Landwehr Gebhard von Laffert

Die Staatskalender für 1916 und 1917 weisen nur eine Veränderung bei der Person Gebhard von Laffert aus, der zum Oberleutnant befördert ist.


Für das Jahr 1923 finden sich wiederum Angaben zu den Eigentümern der Pachthöfe:

 Pachthof......Landw.Fläche...Acker..Wiese...Hutung...Besitzer
 * Franzhagen........61,2 ha.....42 ha...13 ha...6 ha....Heinrich Dierks
 * Friedrichsmühlen..58,8 ha.....46 ha...11 ha...1 ha....Paul Nieland
 * Grabenau..........68,9 ha.....58 ha... 7 ha...1 ha....Friedrich Böttger
 * Langfeld..........60,9 ha.....54,5 ha..2,5 ha.2,8 ha..Friedich Vernunft
 * Paulshagen........85,9 ha.....60 ha...20 ha...4 ha....H.Mohnrmann
 * Weitenfeld........57,8 ha.....40 ha...13 ha...4 ha....G.A.Schröder
 * Alteneichen.......79,2 ha )........................................
 * Amholz...........153,3 ha )..183 ha...50,6ha..12,2ha..Georg Heinrich Büsch
 * Marschkamp........13,4 ha )........................................
 * EP-Hof Soltow.....70 ha................................Sehlke
 * Deichvogtei....24 Pferde..80 Rinder(33 Kühe)..14 Schw. Puttfarken


In einer historischen Karte sind u.a. interessante Aussagen über die die Nutzung von Flächen in der Teldau durch die Gülzer und Bandekower Hauswirte enthalten:

Carte der TELDAU, Domanial Amtes Boizenburg

Vermessen 1824 & 1825 von G.Voss durch Albrecht, nach solcher Vermessung Charte der Regulirung ausgeführt in den Jahren 1826 & 1827 und diese Copi gefertiget 1829 von F.W.Susemihl

-----------------------

Interessante Aussagen:

  1. Das Hinterholz befindet sich noch gegenüber Amholz (daher der Name Amholz),daraus teilweise Einliegerkaveln separiert in Richtung Vorderhagen.
  2. Hinter dem Gehöft Alteneichen am Teldauer Ringdeich auch ein kleines Gehöft Marschkamp.
  3. Am Sudendeich finden sich Eintragungen der Deichpflichtigen. Das sind nicht nur Anlieger sondern auch z.B. Amholz und Grabenau, auch in Soltow nur die Dorfschaft insgesamt nicht Einzelanlieger.
  4. Gülzer Binnen- und Sudenweide:
 Die Binnenweide ist belegen zwischen Vorderholz und Mittelholz, die Sudenweide angrenzend 
 an der Sude der Gülzer Feldmark gegenüber.
 Flächengrößen in []Ruten:
 490	        549		+  40 x 102 []R  = 4080 []R
 428          1164 	           19 x  40 []R  =   760 []R
 533		935		Übertrag	 12934 []R
 110		895				 17774 []R	
 894		898				  =======
 541		893
 895		893
 892		707
 892	       1073

. 52

        12934	
 Kleien = Gülzer Feld östlich des Hinterhäger Weges und der Großen Deichau:
 1561 (Trilk,J.)1076
 952		 1076
 764		 1073
 828		 1071
1417		  540
 969		 2023
1064  		 4010
1115		       .

19539 []R

 Summe der Flächen der Gülzer in der Teldau          37313 []Ruten

5.Bandekower Feld Butenhagen westlich des Hinterhäger Weges:

 1017		1092		  400		1052		1050
 1073		1086		  199		1045		1055
 1040		1106		  800		 998		1048
 1029		1085		 1044		1051           18270 []Ruten
 + Weide an der Sude zwischen Sude und Deich bei Friedrichsmühlen     11192 []Ruten


In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts kommt es zu weiteren Besitzerwechseln bei den Erbpachthöfen und auch im Gutsbesitz:

*Amholz              vor 1945 Gronewold
*Friedrichsmühlen    Nieland
*Grabenau            Wißling
*Weitenfeld          Guhl


*Gr.Timkenberg       1924 an Oskar Godeffroy
*Sprengelshof        1939 an Gustav Gätgens
*Teschenbrügge       vor 1945 an Winkelmann

5.2. Besitzerfolge der einzelnen Pachthöfe

Hinweis: Die Daten des Besitze der Pachthöfe sind ab 1825 aus den Staatskalendern übernommen. Der Beginn des Besitzes kann einige Jahre vor den Daten der Quelle liegen, anders bei den früheren Daten aus dem Landeshauptarchiv, die Beginndaten darstellen.

Amholz (früher Sammenhof9 nach Archivunterlagen Rep. 103/11, Domanialamt Boizenburg, Nr. 102)

 * 1654  Christian Garver 
 * 1664  Thewes Samme
 * 1695  Otto Havemann
 * 1707  Kaufmann u. Bürgermeister Runge
 * 1713  Otto Havemann
 * 1721  Claus Samme
 * 1756  Franz Heinrich Samme
 * 1758  Christian Harberding (modo Christoph Harberding nach dem Tod seines Bruders)
 * 1765  Franz Hinrich Samme
 * 1782  Johann Christian Bartels
 * 1785  Homann (Schwager von Bartels)
 * 1786  Adolph Friedrich von Witzendorf auf Gresse
 * 1795  Hauswirth Hähk
 * 1796  Amtmann Gebher, Amtmann in Wibrchtshausen,später Gresse
 * 1798  Oberstallmeister von Rantzau
 * 1799  Könemann auf Blücher, später auf Sammit bei Krakow
 * 1799  Johann Friedrich Gottlob Schröder aus Brandstade
 * 1802  Johann Friedrich Wilhelm Kläger
 * 1847  Friedrich Franz Wier
 * 1819  Johann Michael Richter
 * 1821  Christian Carl Prien, bis 1824


Amholz, mit Alteneichen u. Marschkamp

Herrenhaus Amholz. Architekt Möckel, Sammlung Greve
 * 1851…G.F.E.L.A. von Lücken auf Zahrensdorf
 * 1855…dito
 * 1860…Theodor von Lücken auf Zahrensdorf
 * 1865…Erbpächter Theodor von Lücken
 * 1871…dito
 * 1881…Theodor von Lückens Erben
 * 1890…dito
 * 1894…dito
 * 1901…Ernst von Lückens Erben
 * 1908…Friedrich Jansen
 * 1914…Georg Heinrich Büsch
 * 1923…Georg Heinrich Büsch
 * 1939 Georg Heinrich Büsch, nur noch Alteneichen und Marschkamp
 * Friedrich Gronewoldt nur Amholz
 * 1945 Bodenreform, Aufteilung des Grundbesitzes
 


Franzhagen

Franzhagen in Google earth; Der Pachthof befindet sich unmittelbar hinter dem Sudedeich
 * 1851…G.F.E.L.A. von Lücken auf Zahrensdorf
 * 1855…Rittmeister Baron von Stenglin auf Beckendorf
 * 1860…dito
 * 1865…Erbpächter Rittmeister Baron von Stenglin
 * 1871…dito
 * 1881…dito
 * 1890…dito
 * 1894…dito und 1 Häusler (Dampf-Schöpfwerk)
 * 1901…dito
 * 1908…Heinrich Dierks
 * 1914…dito
 * 1923…Heinrich Dierks
 * kurzzeitig Hermann Kämpgen, dann nach dessen Insolvenz
 * 1930/31 Joh. Berling, der den  verkleinerten Hof verkauft an 
 * 1931 Ludwig Köppen, sen. aus Ostfriesland. Die Vorgänger hatten                                                                       
         Land verkauft. Daher war der Hof nur noch 23 ha groß
 * 1939 Köppen (Staatshandbuch)
 * 1965 Ludwig Köppen, jun.


Friedrichsmühlen

Der Hof Friedrichsmühlen im Jahre 2020, Foto Nieland
 * 1829 Erbpächter Stiewig, Pächter Wolf
 * 1851…Maria Magdalena Krüger, geb.Feller
 * 1855…Carl Heinrich Hermann Krüger (Erbe?)
 * 1860…dito
 * 1865…Erbpächter J.C.H.Schnapauff
 * 1871…dito
 * 1881…Erbpächter Peter Stilken und Mühle
 * 1890…Erpächter W.Köhne (1 Müller)
 * 1894…dito
 * 1901…dito
 * 1908…Wilhelm Köhn, Pächter Adolf Hillmann
 * 1914…Paul Nieland
 * 1923…Paul Nieland
 * 1965 Herbert Nieland sen.
 * 2021 Dieter Nieland
Friedrichsmühlen historisch. Die Windmühle ist offenbar durch Fotomontage in das Bild eingefügt worden. Ihre Lage ist falsch, ebenso der Sockel der Mühle. Sammlung Nieland
Windmühle am Deich bei Friedrichsmühlen. Der Deichweg ist noch unbefestigt. Sammlung Nieland


Grabenau

Das Wohnhaus des Pachthofes Grabenau, Sammlung Greve

Nach Rep.103/11 im LHAS ist der Pachthof zwischen 1697 und 1827 verpachtet an:

  * 1663?/1827 Behncke 
  * 1707 Kaufmann u. Bürgermeister Runge
  * 1713 Jochim Balthasar Greve
  * 1757 Hans Heinrich Greve
  * 1758 Georg Chritian Wulff 
  * 1791 Christoph Peter Pobertz 
  * 1802 Deichvogt Carl Leopold Krüger
  * 1827? Jochen Peter Hermann Krüger
  nach Staatskalendern:
  * 1851…Johann Peter Krüger
  * 1855…dito
  * 1865…Erpächter Georg Dunkhorst
  * 1871…dito
  * 1881…Erbpächter Wilhelm Mausch
  * 1890…dito
  * 1894…dito
  * 1901…dito
  * 1908…Friedrich Böttger
  * 1914…dito
  * 1923…Friedrich Böttger
  * 1931 Heinrich Wißling aus dem westfälischen                                                
             Münsterland erwirbt Grabenau
  * 1939 im Staatshandbuch: Vorschußverein Neuhaus/Elbe
  * 1965 Heinrich Wißling jun.
  " 2021 Tierarzt Elmar Wißling, Neffe von H. Wißling. Er hatte verpachtet an Flaegel                         
            (2004 Flaegel/Wohlert GbR, lt. Telefonbuch)

Langfeld

Hof Langfeld aus Gentzen/Wulf, Niemand wußte, wohin wir gebracht werden. Vor dem Haus wurde von der LPG eine Stallanlage errichtet

Nach Rep.103/11 im LHAS ist der Pachthof zwischen 1766 und 1827 verpachtet an:

  * 1766/1827 Ohlmann (1725), Nielandt, Hennings Brand, Vernunft
  * 1706 Marx Ohlmann
  * 1737 Claus Nielandt
  * 1762 Leonhard Hennings
  * 1768 Joch. Heinrich Hennings
  * 1783 Johann David Brandt
  * 1784 Johann Christian Hennings
  * 1823 Johann Heinrich Vernunft
Quelle LHAS, Rep. 103, fasc. 133 a 1


nach Staatskalendern:

  * 1851…Johann Heinrich Vernunft
  * 1855…dito
  * 1860…Friedrich Vernunft
  * 1865…Erbpächter Friedrich Vernunft
  * 1871…dito
  * 1881…dito
  * 1890…dito
  * 1894…dito
  * 1901…dito
  * 1908…dito
  * 1923…Erbpächter Friedrich Vernunft
  * 1952 Zwangsaussiedlung der Familie Vernunft nach Oettelin bei Bützow und Enteignung
  * 1965 LPG "Sudeniederung" Teldau
  * nach 1990 und aktuell 2021 Ratjen

Paulshagen

Der Hof Paulshagen wurde durch die LPG völlig abgetragen und eine Stallanlage errichtet. Man erkennt an dem Baumbewuchs im Hintergrund noch die Lage der Wurt auf der der Bauernhof gestanden hat, Foto Greve 2021
  * seit 1697 Putfarken

nach Staatskalendern:

  * 1851…Carl Putfarken
  * 1855…dito
  * 1860…Heinrich Müller
  * 1865…Erbpächter Fr. Westphal
  * 1871…dito
  * 1881…dito
  * 1890…Henning Mohrmann
  * 1894…Erbpächter W.Mohrmann
  * 1901…H.Mohrmann
  * 1908…dito
  * 1914…dito
  * 1923…H.Mohrmann                   
  * 1952 Die Familie Mohrmann, deren männlicher Erbe im Krieg gefallen war, siedelt in                 
         die Bundesrepublik über
  * 1965 LPG "Sudeniederung" Teldau
  * 2021 Peter Guhl (Ställe) und Entsorger Agrarbioenergie Bleckede/Hinterhagen (Halle)

Weitenfeld

Das 1889 nach dem Brand wieder neu auf historischem Grundriss errichtete, nun sanierte Bauernhaus Weitenfeld, Foto Greve 2021

Nach LHAS Rep.103/11 ist der Hof von 1697/1826 verpachte an:

  * 1697/1827 Behncke, Martendorf oder Hartendorf, Schultz (vor 1782), Peter Kayatz (1782), von Lützow 
      (1826), 
  * 1697Johann Behnke
  * 1713 Heinrich Behnke, genannt "Rufus". 1736 findet sich ein Contract für Heinrich Behnecke, Pachtzins 
     jährlich 165 Rthl.
  * 1748 Caspar Martendorff 
  * 1749 Anton Jürgen Schultz
  * 1765 Stephan Wilhelm Martendorff
  • Martendorff hat 1780 vom Boizenburger Zimmermeister Böhlau eine Planzeichnung für ein neues Haus anfertigen lassen, ein niedersächsisches Hallenhaus.
Quelle: LHAS, Rep. 103 fasc.152 b 1


  • 1781 Reluitionscommission, Manecke an Amt Boizenburg: "Der Pensionair Kayatz zu Parber dringt auf den Bau eines neuen Hauses auf dem ehemaligen Mattendorffschen Hofe in der Teldau; Ihr habt euch also von der ... Notwendigkeit des Baus zu überzeugen, und hernach in Gemäßheit der Verordnung de 25ten April die Anträge zu machen."
  • an Kayatz: "Da nach der LocalBesichtigung Unserer Beamter zu Boitzenburg, das Wohnhaus auf dem ehemaligen Mattendorffschen Hofe, durch die angebrachten Stützen noch zum Hinfallen auf ein paar Jahre gesichert ist,, so hast du dich einstweilig dabey zu beruhigen und allenfalls darüber im Herbst 1785 wieder Anregung zu machen. Schwerin October 1784"
  • April 1785 Reluitionscommission, Manecke an Amt Boizenburg: "Auf die abermalige Anregung des Pensionairs Kayatz zu Parber wird euch der HausBau auf dem von ihm in der Teldau in Pacht habenden Hofe, so empfohlen, daß nach der Erndte gerichtet und gedeckt, mithin vor Winter alles fertig, und die Wirthschaft nicht behindert wird. Wonach ihr euch zu richten.
  • Aus diesem Schriftverkehr ergibt sich, dass Kayatz bereits früher in Weitenfeld aktiv gewesen ist.
  * 1783 Joch. Kayatz aus Parber bei Rehna
  * 1801 durch Cession der Kayatzschen Erben an von Lützow auf Tessin bei Wittenburg
  * 1815/27 duch Cession durch von Lützow an Georg Nicolaus Gerstenkorn aus Düssin

aus Staatskalendern:

  * 1851…Nikolaus Gerstenkorn auf Badekow
  * 1855…dito
  * 1860…dito
  * 1865…dito
  * 1871…dito
  * 1881…dito
  * 1890…Gutsbesitzer Gade auf Badekow
  * 1894…G.Gade
  * 1901…dito
  * 1908…G.Gade
  * 1914…Gustav Adolf Schroeder. Schröder hatte bereits den Hof gekauft und ließ ihn vom Vogt
        Fritz Böttcher bewirtschaften.
  * 1923…Gustav Adolf Schroeder
      * als Vogt d.h. Bewirtschafter Paul Guhl. Paul Guhl kauft den Hof.
Foto Greve 2021
Chronik Weitenfeld (erarbeitet von der Familie Guhl)
Weitenfeld war bis 1871 der Weidehof von Gut Badekow. Hier weidete im Sommer sämtliches Jungvieh,   
Schafe und auch die vielen Pferde und Fohlen. Zum Winter wurde bis auf zwei Pferde  und ein paar    
Schafe alles Vieh wieder nach Badekow getrieben. Darum waren hier auch keine Wirtschaftsgebäude         
und Ställe nötig. Hier stand nur ein altes Strohdachhaus, in dem unsere Vorfahren wohnten. Sie       
waren in Generationen die "Vögte“, so nannte man die Bewirtschafter und Verwalter von den zu        
Gütern gehörenden Höfen.
*1872 kaufte der Bauer H. Schröder diesen Teil von Badekow. Dadurch wurde Hof Weitenfeld ein   
     Erbpachthof, der auch weiterhin von Familie Böttcher, unseren Urahnen bewirtschaftet wurde.
*1883 während eines Hochwassers brannte zwei Tage vor der Konfirmation des Sohnes Fritz Böttcher       
      das alte Haus vollig nieder. Es wurde noch im selben Jahr wieder aufgebaut.
Von den Kindern der Familie Böttcher blieb Caroline auf Weitenfeld und heiratete  den 
Müllergesellen Paul Guhl. Sie waren die späteren Besitzer von Hof Weitenfeld. 1898 wurde               
der Sohn Hermann Guhl geboren, der erste Erbe der Familie Guhl. 
Paul Guhl war ein sehr tüchtiger und kluger Bauer-. Er hatte den Mut, so viele Hypotheken     
aufzunehmen, um Weitenfeld zu kaufen und aus dem Weidehof einen Bauernhof zu machen.
Er schaffte gute Zucht- und Arbeitspferde an, brach einen Teil der Weiden um und betrieb          
akkurate Ackerwirtschaft.. Der schwere steife Boden brachte unter viel Mühen meist beste  
Getreideerträge. Deshalb baute man 1929 die große Feldscheune. Sie war im Winter bis unters           
Dach voll mit Stroh und Getreidegarben, die man bis zur Anschaffung einer Dreschmaschine noch          
mit dem Flegel auf der Tenne ausdreschen mußte.
Paul Guhl im Alter von 82 Jahren. Noch wenige Tage vor seinem Tod saß er im Sattel und pflügte vierspännig das Saatland, Sammlung Guhl


Diese vergangenen 100 Jahre mit dem ersten Guhl auf Hof Weitenfeld waren uns Anlass, dieses       
Jubiläum zu feiern.
Der 1. Weltkrieg hatte auch für die Weitenfelder seine Folgen. Die Söhne von Paul und Caroline      
mußten an die Front und Hermann Guhl kam in die Gefangenschaft. Es folgten Wirtschaftskrise und 
Inflation, und nur durch große Opfer konnten die aufgenommenen Hypotheken  für den Hof zuückgezahlt  
werden. Nach der Rückkehr der Söhne aus Krieg und Gefangenschaft gab es auch wieder fröhliche 
Geselligkeit im Kreise der Familie auf Weitenfeld.
Hermann Guhl heiratete 1931 die Nachbarstochter Wanda Nieland von Friedrichsmühlen. Aus der Ehe     
wurden 1932 der Sohn Harry und 1934 der Sohn Friedrich Franz geboren. Durch den ausgeprägten 
Sinn der jungen Frau für Hauswirtschaft und Garten, ihren großen Ordnungssinn und Fleiß wurde es auf 
Weitenfeld immer schöner..
Es wurden 12-13 Kühe gehalten, die Milch wurde mit einem kleinen Pferdewagen täglich zur Straße nach 
nach Vorderhagen gebracht. Es gab noch keinen festen Weg nach Weitenfeld. 
Nach kurzer Zeit des Aufschwungs begann für die Weitenfelder wie überall mit Beginn des                 
2. Weltkrieges eine leidvolle Zeit.  Gerade von der Front zurück wurde Hermann Guhl, wie vorher       
auch sein Vater Paul, Bürgermeister der Gemeinde Teldau. Viele Flüchtlinge  waren unterzubringen       
und viele  Vermißten- und Todesnachrichten von der Front waren zu überbringen.
Durch einen Bombenangriff während der letzten Kämpfe an der Elbe 1945 entstanden auf Weitenfeld      
große Schäden. Sämtliche Dächer und Fensterscheiben waren zerstört. Überall war die Not groß. Da       
der Hof so unzugänglich und abgelegen war, bekamen wir auch erst 1947 eine Lichtleitung. Solange      
hatte man nur Petroleumlampe und Stallaterne. Glücklich waren die Weitenfelder über ihre erste   
Glühlampe  und den ersten Elektromotor.
1949 – 1959  Die schlimmsten Jahre.
Nach Gründung der DDR wurden alle Höfe über 100 Hektar enteignet und alle Bauernstellen über            
50 Hektar galten als „Großbauern“, sie waren Besitzer von Grund und Boden und somit Klassenfeinde,     
die es zunächst auszunutzen und später zu liquidieren galt. Das traf auch Weitenfeld sehr hart mit  
seinen 57 Hektar. Vom Staat wurden sogenannte Erfasser eingesetzt, die sämtliches Getreide, Milch, 
Schlachtvieh  und sogar Eier von den Bauern gewaltsam eintrieben. Sie fegten die Böden leer und       
nahmen sogar das Saatgetreide. Fürs Vieh blieb kein Futter und für die Familie nichts zu essen.        
Und das auf einem Bauernhof! Das Ablieferungssoll war so hoch angesetzt, daß es niemals zu erfüllen   
war. Wegen der hohen Ablieferungsschulden wurde Hermann Guhl mehrere Male abgeholt und kam mit     
anderen Teldauer Bauern ins Gefängnis.
Es war kein Geld um Hilfskräfte zu löhnen und die viele Arbeit war alleine nicht zu schaffen.        
Viele Teldauer erbarmten sich über die Not, brachten zu essen und halfen bei der Ernte. Als        
Hermann Guhl 1959 schwer erkrankte und seine Kräfte am Ende waren, blieb ihnen nur noch ein        
Ausweg: Der Eintritt in die LPG. Schweren Herzens und unter Tränen gab er den vom Vater so        
mühevoll erworbenen Hof ab. Es dauerte lange, bis man sich mit dieser Situation abgefunden hatte. 
Trotzdem war die Familie Guhl dankbar, daß sie immer auf Weitenfeld bleiben durfte und ihnen das 
Schicksal anderer Bauern erspart blieb, die zwangsausgesiedelt und enteignet wurden. Hermann und     
Wanda Guhl arbeiteten noch weit über das Rentenalter in der LPG Teldau. Und als Kinder von 
Genossenschftsbauern konnten die Söhne Harry und Franz ein landwirtschaftliches Studium aufnehmen,     
was bis dahin nicht möglich war. Harry Guhl machte eine Ausbildung als Agraringenieur und war bis     
1989 technischer Leiter bei der Pflanzenproduktion Teldau.
Franz Guhl machte während seiner zehnjährigen Tätigkeit beim landwirtschaftlichen Versuchswesen ein 
Fernstudium zum Diplomlandwirt. 1962 heiratete er die Landwirtstochter Lore, geb. Sevecke. Die     
Familie Sevecke wurde 1952 im Rahmen der „Aktion Ungeziefer“ aus Stiepelse a.d. Elbe zwangs- 
ausgesiedelt.
Franz Guhl war von 1964 bis 1979 Vorsitzender der LPG Teldau, wo auch seine Ehefrau Lore bis zur     
Wende in der Rinderzucht als Milchleistungsprüferin arbeitete. Von den drei Kindern der Guhls blieb   
Sohn Peter auf Weitenfeld und wurde wie seine Vorfahren auch Landwirt. Bis zum 17.04.1965, dem Tag     
der Geburt von Peter gab es nach hier keine Wegebefestigung. Weil Weitenfeld aber im sogenannten 
Sperrgebiet lag, blieb es trotz der neuen Straße ein einsamer und unzugänglicher Ort.
Neben der Arbeit in der Genossenschaft wurde auch eine kleine individuelle Viehhaltung betrieben.  
Hierbei halfen die Kinder mit Freude. Besonders wurde bei Peter das Interesse an der Rinderzucht  
geweckt. Deshalb wurde der Entschluß zur Wiedereinrichtung des Hofes nach der Wende nicht nur aus 
moralischer Verpflichtung gegenüber unseren Vorfahren gefaßt sondern auch zur eigenen Erfüllung.
Nachdem den Weitenfeldern der Neustart als selbständige Landwirte gelungen war, zeichnete sich ab,     
daß die hohen Kredite für die Wiedereinrichtung des Bauernhofes von den stark sinkenden Milch-     
preisen nicht zurückzuzahlen sind. Diese Tatsache und die ausgezeichnete Milchqualität der    
Weitenfelder Kühe haben zu der Entscheidung geführt, eine Direktvermarktung aufzubauen. Wieder 
investierte man mit viel Mut eine Menge Arbeit und Geld und so entstanden im alten Schweinestall 
Räumlichkeiten für die Flaschenwäsche und das hygienische Lagern und Abfüllen der Milch sowie ein 
Kühlraum. Es war ein steiniger Weg über viele Ämter und Behörden, bis wir die amtliche Zulassung       
als einer von nur 60 Vorzugsmilchbetrieben in Deutschland erhielten und am 18. April 1995 die        
erste Vorzugsmilch an die Haustür unserer Kunden bringen durften. Durch die Zunahme der 
Lebensmittelskandale wurde die Nachfrage nach unseren naturbelassenen und herkunftssicheren      
Produkten immer größer.               
Schon nach 15 Monaten wurden zweimal wöchentlich über 2000 Kunden beliefert. Schritt für Schritt 
entwickelte sich das Sortiment weiter. Inzwischen werden in der 1998 erweiterten Hofmolkerei über 40 
Milchprodukte handwerklich hergestellt.
5.3. Spezielle Geschichte der Rittergüter in der Teldau einschl. der dortigen Büdnereien

Die Besitzerfolge der Rittergüter

Quellen sind die Mecklenburg-Schwerinschen Staatskalender u.ä öffentliche Dokumentationen, ergänzt durch Hugo von Pentz, Album mecklenburguischer Güter im ehemaligen ritterschaftlichen Amt Wittenburg, Schwerin 2005 und Recherchen von Joachim Reinig.

Gr.Kl.Timkenberg

Das Herrenhaus Timkenberg wurde nach Plänen von Paul Korff durch den Gutsbesitzer Schinckel 1913 errichtet. Foto D.Greve 2021
  * 1648...Dr. Macrinus.
           Weil die in der Teldau grundbesitzenden Ritter                                             
           nach dem Dreißigjährigen Krieg verschuldet                                                
           sind, kauft Dr.Macrinus aus Lüneburg      
           Land von Martin von Pentz -                                                           
           errichtet darauf Klein Timkenberg                              
           und von den Erben Henning Lenthes und                                                      
           Hans Sprengels,                                    
           worauf er Groß Timkenberg errichtet. 
  * 1717   Landdrost von Werpup besitzt Blücher mit                                                  
             Klein Timkenberg. (nach Schlie)
  * 1731   dann Hofrath von Stöterogge desgleichen                                                   
             (nach Schlie)
  * 1757...Christoph von Töbing
  * 1781...Georg Dietrich Berner
  * 1781,..Philip von Westphalen
  * 1797...Gebrüder von Westphalen auf Blücher
  * 1800...Johann Wilhelm Brandt
  * 1802...Förster Schultze und Postverwalter Berling (gemäß Urkunden des Gutes) 
  * 1809...Heinrich Conrad Grelke
  * 1825...Henriette Holst, geb. Grelke
  * 1851...Friedrich Gabriel Zarnekow (seit 1821)
  * 1863...dito
  * 1871...dito
  * 1894...Friedrich Gabriel Zarnekow. Verpachtet das Gut an seinen Sohn Friedrich
  * 1901...dito
  * 1911...Leutnant der Reserve Ernst Schinckel
  * 1924...der Hamburger Kaufmann Godeffroy erwirbt Groß und KLein Timkenberg                          
                von der Schinckelerbin Frau von Hammerstein
  * 1945...in der Bodenreform wird Timkenberg enteignet und aufgeteilt. 
Luftbild des ehemaligen Gutshofes Sprengelshof. Der kleine Gutshof bestand nur aus wenigen Gebäuden, dem Wohnhaus Scheune und Stall. Quelle Google earth
Luftbild des ehemaligen Gutshofes Teschenbrügge mit seinen wenigen Gebäuden.Der Hof ist in den letzten Jahrzehnten wesmtlich erneuert. Quelle Google earth


Sprengelshof

   * 1825...Joachim Heinrich Dörring
   * 1851...dito
   * 1871...Joachim Johann Heinrich Röver (Pächter oder Erbpächter)
   * 1901...Johann Heinrich Wilhelm Schütt (Erbpächter)
   * 1914...1 Erbpächter (W.Schütt ?)
   * 1939...Gustav Gätgens 
   * 1945...Sprengelshof, das durch Flächenerwerb auf 102 ha gewachsen ist, wird enteignet 
            und aufgeteilt.

Teschenbrügge

   * 1779...bis zu diesem Jahr gehört Teschenbrügge zum Rittergut Blücher
   * 1779...die Kommune der Niendorfer Hauswirte erwirbt Teschenbrügge aus einem Konkurs
   * 1903...Der Leutnant der Landwehr Gebhard von Laffert erwirbt das Gut Teschenbrügge
   * 1945...in der Bodenreform wird der letzte Gutsbesitzer Winkelmann, der Teschenbrügge 
            zwischenzeitlich erworben hatte, enteignet und das Gut aufgeteilt. 



Die Büdnereien in Schwabendorf:

Schwabendörp u.a. nach Recherchen von Joachim Reinig

Dieser Text wurde dem Chronisten von Joachim Reinig zur Verfügung gestellt. Er hat mit den ihm überlassenen Texten auch familiärer Art die Zustimmung der ihm als Gewährsleute zuarbeitenden Personen zu der Veröffentlichung in dieser Ortschronik eingeholt.

Wie Reinigs nach Schwabendorf kamen

Dieses Haus ist mein und doch nicht mein. Dem Zweiten wird es auch nicht sein! Dem Dritten wird es übergeben, doch er wird auch nicht ewig leben. Den Vierten trägt man auch hinaus Jetzt Wanderer sprich, Wem gehört das Haus? (traditioneller Hausspruch)

Liebe Ulla, liebe Frauke, lieber Anton, Margot und ich haben im Oktober 2019 Euch unsere Apfelwiese mit der ehemaligen Büdnerei in Schwabendorf überlassen. Es war und ist unser Wochenenddomizil und Treffpunkt unserer Familie auf dem Land. Das war für mich Anlaß aufzuschreiben, was noch über Schwabendorf bekannt ist und wie wir nach Schwabendorf kamen. In unserem Wohnprojekt „Drachenbau eG“ wohnten wir praktisch Eure gesamte Kindheit in St.Georg in Hamburg. Als urbane Menschen fühlten wir uns in der Stadt wohl, genossen Ausbildung, Kultur und Berufsmöglichkeiten und die Lebendigkeit des urbanen Stadtteils. Wenn uns nach Natur und Bewegung war, liefen wir um die Aussenalster oder entlang der Elbe. Als ich 50 Jahre alt war und beruflich gesattelt, merkte ich doch, dass das Leben etwas zu routiniert wurde und begann zu überlegen, was ich noch gerne machen würde. Da fiel mir ein, dass mein Großvater in Marktheidenfeld am Main einen Apfelacker hatte, und ich mit ihm zusammen Apfelsaft gepresst hatte. Das Auflesen von Äpfeln, das Schnetzeln, Pressen und Abfüllen machte mir als Jugendlicher richtig Spaß, besonders natürlich die Sterilisation von den Gummihauben mit Obstler. Nach der Wende arbeitete ich viel in Dresden in der Äußeren Neustadt und die Aufkaufmentalität vieler Wessis beobachtete ich mit Distanz. Aber mit Margot war ich mir einig: Warum nicht ein Grundstück mit Apfelbäumen in Mecklenburg suchen. Wir fuhren an den Wochenenden viel über Land und lernten so die Gegend kennen. Aber die Grundstücke, die uns gefielen, waren entweder weit weg von Hamburg oder die Häuser waren völlig verfallen. Da erreichte mich eines Sonntags der Anruf von Ulrich Hentschel, der Pastor, für den ich seine St.Johanniskirche Altona zur Kulturkirche umgebaut hatte. Er hatte nach der Wende an der Sude eine Büdnerei gekauft und umgebaut und wußte von unseren Wünschen. Für ihn und seine Frau Heide war das Grundstück zu groß, ihn störten die Badegäste an der Brack, und er wollte sich in Ottensen eine Wohnung kaufen. Wir einigten uns schnell und zum Jahresbeginn 2003 übernahmen wir die Büdnerei am Deich mit dem schönen alten Obstbaumbestand mit Pfannkuchenapfel und Holsteiner Cox. Eine leichte Lösung, nur eine Stunde von Hamburg entfernt, im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern. Sooft wir konnten fuhren wir am Wochenende hinaus. Auf dem Weg erzählen wir uns, was in der Woche los war, schließlich führen wir beide ein sehr aktives Berufsleben und kommen abends oft nicht zum Plausch. Auf dem Grundstück ist immer handwerklich etwas zu tun: Brennesseln ausrupfen, Bäume schneiden, Wiese mähen. 2005 pflanzten Anton, Frauke und ich im Herbst 20 Bäume auf der Wiese, die wir durch Grundstückstausch direkt hinter dem Grundstück erworben hatten. 2011 begann ich eine Ausbildung im Pomologenverein für Obstgehölzpflege und ich lernte zu veredeln und Bäume zu schneiden nach dem Palmer-Öschberg-System. Inzwischen bin ich einer der Sprecher der Landesgruppe Schleswig-Holstein/Hamburg im Pomologenverein – aber am meisten Freude habe ich im kalten Winter auf sonnigen Wiesen auf der Leiter beim Schneiden der Bäume: Wie soll dieser Baum in zehn Jahren aussehen und 200 Kilo Früchte tragen? Auch Bülows legten eine Streuobstwiese an mit zwei Bienenvölkern, die fleißig befruchten. Meistens pressen wir im Herbst an die 1.000 Liter Apfel und Birnensaft, auch Apfel-Quitte ist sehr beliebt und die Erntefeste in Margots Scheune eine Freude für Groß und Klein. An welchem Ort wir gelandet waren, lernten wir nach und nach von den Nachbarn: „Wenn der Sudedeich bricht, kommt das Wasser von Vornen, wenn der Elbdeich bricht, kommt das Wasser von Hinten!“ und wir hörten erste Geschichten über die Hochwasserkatastrophen an der Elbe. Die Flut von 2002 haben wir noch nicht richtig mitbekommen, aber in der Folge wurde der Deich ausgebaut und der Weg asphaltiert. Welche Bedeutung der Hochwasserschutz hat, gibt der Text von Dieter Greve wieder, den ich im Folgenden abdrucke. Wir erleben es noch durch die regelmäßigen Deichschauen und sind von Katastrophen bisher verschont geblieben. Die Polder, an denen wir liegen, werden bei Hochwasserdruck geflutet (nur die Sommerpolder, wie Gothmann-Bandekow und Blücher, D.Greve), um die Elbe (Elbeanlieger unterhalb von Boizenburg, D.Greve) zu schonen und weil das Wasser der Sude und Schaale bei Elbhochwasser nicht abfließen kann. Die DDR hat auch Flutungen vorgenommen, um gegen Bezahlung die Elbe auf westdeutschem Gebiet zu entlasten, insbesondere bis Geesthacht. Wenn wir von Hamburg kommend auf den Deich einbogen, landeten wir in einem Naturparadies: Schwäne, Enten und Gänse (im Winter aus Sibirien), Rehe und Füchse, Fasane und manchmal auch Frettchen, Kraniche und die Störche: Sie kommen an meinem Geburtstag (9.April) und fliegen wieder an Margots Geburtstag (13.August). An Ullas Hochzeit Anfang August 2004 sammelten sich 50 Störche auf dem Deich – mit Erfolg, wie wir heute wissen. Die Biberspuren sahen wir anfangs nur vereinzelt an der Sude, heute gibt es große Populationen, von der Mittelelbe sich ausbreitend, begleitet von Nutrias und Waschbären. Zwei 10jährige Apfelbäume wurden von den Bibern innherhalb eines Novembers komplett aufgefressen. Wir müssen seitdem alle Bäume mit Kaninchendraht bis einen Meter Höhe schützen. Mit unseren Nachbarn haben wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Elfriede Basedow erzählte viel von früher, Regina und Berndt Eichholdtz halfen beim Bau der Werkstatt und versorgen uns mit frischen Eiern. Das lernten wir sehr schnell: wie zu DDR-Zeiten wird gerne getauscht, was man hat: Eier, Apfelsaft, Wiese, Rindfleisch und viele Ratschläge für Landschaftspflege und Gartenbau. Uns war klar, dass wir die „Hamburger“ sind, in Schwabendorf die Einzigen, alle anderen sind hier angestammt oder wohnen hier seit der Wende. Damit wir nicht die Unbekannten bleiben haben Margot und ich die Teldauer Landfrauen und die "Teldauer Danzwiewer" eingeladen zu einer Führung durch den Michel, den ich gerade sanierte. Die fröhlichen Frauen waren von der schönen Barockkirche begeistert und gingen anschließend noch in der Mönckebergstraße einkaufen. Wir freuen uns immer, wenn wir uns bei den Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus oder beim traditionellen Erntedankumzug wieder sehen und die Enkelkinder auf dem schön geschmückten Wagen mitfahren dürfen. Aber auch unsere Nachbarn sind „Hamburger“ – allein drei arbeiten bei „Schwarz & Grantz“ als Klempner oder Elektriker in der technischen Gebäudeausrüstung. Früh am Morgen starten sie in die Stadt auf die Baustellen oder sind im Bereitschaftsdienst. Bei ernsthafen Erkrankungen geht es ins UKE und zum Vergnügen in das Operettenhaus zum Musical. Viele treffen sich Silvester in Stiepelse bei Jürgen in der Räucherkate: Die Bauern und ihre Familien, die Schrauber mit ihren großen Scheunen voller Autos und die Wochenendler – eigentlich eine nette Gesellschaft. Gunter Gabriel schaute auch oft vorbei. Unruhe auf dem Deich gab es 2008, als Friedrich Zerbe, Handwerkermeister aus Lauenburg, anfing das Basedower Brack einzuzäunen. Generationen von Kindern und Jugendlichen aus der Teldau und aus Boizenburg hatten hier schwimmen gelernt und sich vergnügt. „Der Zaun hält sich hier sowieso nicht!“ riefen die Frauen und Jugendlichen den Zerbes zu, als sie am Brack auftauchten. Sie wollten mit Geschäftsfreunden hier fischen und eine Hütte auf der aufgeschütteten Halbinsel bauen. Frau Zerbe war schon sehr abgenervt von dem Protest und ich fragte spontan, ob sie nicht das Brack verkaufen wollten. Herr Zerbe nahm mich daraufhin zur Seite und fragte: „Wieviel?“ Ich wußte nicht, wie groß das Grundstück ist und was übliche Preise für einen See sind. Ich bot ihm aus dem Bauch 20.000 € an. Er antwortete mit „25.000“ und ich schlug ein. Zum Abbau des Zauns kamen alle Nachbarn, mit dem Vorderlader wurden die Pfähle herausgezogen und jemand brachte Sand zum Verfüllen der Löcher. Mit einem gebratenen Schwein feierten wir unser erstes Seefest. Zäune im Sperrgebiet: geht gar nicht! Meine Architekten-Haftpflichtversicherung versicherte das Baderisiko mit und Bernd Eichholdtz übernahm die Fischpflege als Mitglied des Angelvereins. Alle auf dem Deich dürfen Fischen. Mit den Jahren entwickelten wir das Brack weiter: Das Seil an der Pappel wurde erneuert, ein Floß gebaut, dieses Jahr auch ein Steg ins tiefe Wasser und ein Badestrand für die Kleinkinder angelegt. Bagger und Sand kamen vom Nachbarn. Mir gefällt dieser Hausspruch von Hermann Broch am Besten, ich habe ihn oft auf Hauseinweihungen zitiert: "In der Mitte aller Ferne steht dieses Haus - drum habt es gerne!"

Um Schwabendorfs Geschichte zu erforschen, habe ich mir leicht zugängliche Quellen erschlossen. Zunächst natürlich die Dokumente, die Ulrich Hentschel uns mit der Büdnerei übergeben hat. Dann viele Gespräche mit Nachbarn und Vorbesitzern, wo weitere Dokumente und Fotos aus Schubladen und Kartons auftauchten. Besonders beeindruckte mich das Gespräch mit Helmut Rackwitz, inzwischen 92 Jahre alt - ein hellwacher humanistischer Lehrer am Boizenburger Gymnasium. Mit Angelika Basedow bekam ich Kontakt zu jemandem, die die Familiengeschichte der Basedows erforschte und aufschrieb. Sie leitete mir auch die Erinnerungen von Inge Pforr weiter, einer Cousine von Elfriede Basedow, die oft Schwabendorf besuchte. Diese Dokumente sind so lebendig, dass ich sie im Anhang abdrucke, auch wenn Wiederholungen nicht zu vermeiden sind.

Angelika Basedow schreibt mir:

Lieber Herr Reinig, hier in Auszügen die Niederschriften und Informationen, die ich Ihnen anbieten kann. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Schreiben der Historie von Schwabendorf. Auf das Copyright verzichte ich zugunsten Ihrer Zusage, dass unsere Familie, vor allem aber die Enkelkinder Viktoria und Mathes Basedow an Ihrer Brack stets willkommen sind und auch den von Ihnen geschaffenen Steg und Strand nutzen dürefen. Angelika Basedow


Die abgedruckten Dokumente habe ich lediglich bei den heutigen Familiennamen in der Schreibweise und bei einigen Sachangaben korrigiert. Einige Anlagen zu den bürokratischen Vorgängen habe ich weggelassen, soweit sie nicht neue Erkenntnisse brachten. ``Viele offene Fragen habe ich über das Internet beantwortet bekommen, daher dokumentiere ich direkt die Darstellungen Dritter, insbesondere auch von dem Heimatforscher Dieter Greve, der die Geschichte von Niendorf aufgeschrieben hat zum 750jährigen Bestehen des Nachbardorfes. Hilfreich war auch das Stadtarchiv in Boizenburg, Frau Inga Racknit. Allen Gesprächspartnern sei herzlicher Dank!

Dieser Bericht ist daher eher ein Lesebuch als eine zusammenhängende wissenschaftliche Geschichtsdarstellung – dafür sind noch zu viele Fragen offen. Aber Schwabendorf ist schon ein ganz besonderer Ort. Mit der engen Nachbarschaft und dem weiten Blick in die Sude-Niederungen. Und natürlich mit den Bracks zum Angeln und als sommerliche Badestelle für Alle! Wenn dieser Bericht dazu führt, weitere Dokumente oder Erzählungen zu erschießen, bitte ich um Ergänzungen: reinig@plan-r.net Hamburg, den 9.4.2020 Joachim Reinig

„Schwabendörp“ Büdnersiedlung am Sudedeich nahe der Grenze zu Vorderhagen, wohl das ursprüngliche Klein Timkenberg. Der Name soll sich von der dürftigen Lebensweise der Büdner ableiten, die so sparsam wie die Schwaben leben mussten. (überliefert von Kahns, 1983, in: Greve, Dieter, Flurnamenatlas Band II, S. 229) Die Büdnereien wurde immer durchnummeriert, das allerdings öfters und in unterschiedlichen Richtungen (Die Nummerierung erfolgte grundsätzlich in der Reihenfolge der Entstehung der Büdnereien, wie auch bei den Häuslereien. D.Greve). Bei der Aufteilung einer Büdnerei wurde auch mit a- und b-Indexen gearbeitet. So gibt es von unserem Haus noch ein Schild mit der Aufschrift „Timkenberg 4a“. Straßennamen wurden erst später eingeführt. Zunächst hieß unsere Straße „Am Sudedeich“, was jedoch zu Verwechslungen führte, da auch in Soltow die Straße so hieß und gleiche Hausnummern aufwies. Damit es für die Rettungsfahrzeuge eindeutig wurde, durften wir uns vor einigen Jahren einen neuen Straßennamen wünschen. Mit Regina Eichholdtz einigten wir uns auf „Deichweg“, diesen Namen gab es erstaunlicherweise in der Teldau noch nicht. Und gleichzeitig bekamen unsere Häuser am Deich wieder die historische Bezeichnung „Schwabendorf“. (Zum ersten Mal hörten wir von Elfriede, das dieser Name althergebracht ist). Die Gemarkung heißt „Groß Timkenberg“, jenseits des Grabens jedoch heute „Teldau“. Wir orientieren uns an der letzten Reihenfolge (nach 1934) mit B1 für Thiel/Lembckes bis B5 für Basedows, so wie heute auch die Straßennummern lauten. „Basedows Brack“, Kleingewässer am Sudedeich, das durch einen Deichbruch entstanden ist und gegen den Austritt von Qualmwasser durch den Deich landseitig mit einem niedrigeren Schlossdeich eingedeicht ist. Benannt ist es nach einem Anwohner Basedow. (Greve, Dieter, Flurnamenatlas Band II, S. 229)

„Timkenberg“ Die ritterschaftlichen Güter Groß und Klein Timkenberg in der Landschaft Teldau gehörten den Ämtern Boizenburg bzw. Wittenburg an. Zu Groß Timkenberg gehörten 1901 bereits 14 Büdnereien. Timkenberg wird erst 1645 erwähnt. Der deutsche Ortsname – ndt. Timpenbarg – ist vom älteren ndt. Wort timpen für Spitze, Zipfel oder aber von einem Personennamen abgeleitet. Die Siedlungsstruktur ist ähnlich der in der gesamten Teldau heterogen. Zum einen befinden sich Büdnergehöfte in Streulage und zum anderen gab es einen Gutshof. Die Flur ist deshalb von BENTHIN als Guts-Bauern-Flur bezeichnet worden. Benutzte Karte: J.C. Francke, Plan von denen Adelichen Güthern Großen und Kleinen Timckenberg, 1770). (Greve, Dieter, Flurnamenatlas Band II, S. 229)

Die Büdner, die im Gutshaus Groß Timkenberg arbeiteten, arbeiteten „upn Hoff“. (AHB)

Wilhelm Cordes jun. lernte in Bandekow bei Paul Dührkop Schmied. Später arbeitete er auf der Werft in Boizenburg – ein hübscher junger Mann. Er hatte auch ein Motorrad. Das haben die Russen 1945 einfach nachts weggeholt. Eine schöne Erinnerung ist: Wir saßen an einem Sommerabend in Timkenberg an der Bracke, alle zusammen, ich muss 8 Jahre gewesen sein, denn 1939 fing ja schon der Krieg an und Wilhelm meldete sich sehr früh freiwillig. Er kam zu einer Panzerbrigade. Jedenfalls wohl im letzten Friedenssommer sitzen wir da am Wasser und Wilhelm holt sein Schifferklavier raus und spielt. Das war einfach wunderschön. Ich weiß bis heute nicht, ob er es sich alleine beigebracht hatte oder Unterricht nahm. Elfriede berichtete, dass Wilhelm die „Handharmonica“ von seinen Eltern zu Weihnachten bekam und bereits am ersten Abend „Hänschenklein“ spielen konnte. Er soll keinen Musikunterricht gebraucht haben. . (aus: Tante Inges Erinnerungen an Timkenberg).

Wenn ich früher ´mal alleine nach Timkenberg fuhr, immer mit Papas Herrenrad, ein eigenes Kinder- oder Damenrad kriegten wir nie zu kaufen im Krieg, (und was haben wir geflickt), war ich immer froh, wenn ich auf dem Deich die letzte Kurve „fat har“ (zu fassen hatte). Und die Strecke von Gülze nach Bandekow bestand nur aus Kopfsteinpflaster, kein Fahrradsteig war vorhanden, da zitterten einem die Arme. (Erinnerungen an Timkenberg von Inge Pforr).

Das Kriegssende in Schwabendorf: Im Jahre 1945, so im April (kurz vor Kriegsende), hatte Mama keine Ruhe mehr in Boizenburg. Wir packen das Nötigste ein und fahren per Rad nach Timkenberg. Alles deutete schon darauf hin, dass der Krieg zu Ende ging, aber wie, das konnte sich keiner vorstellen. Über Hamburg tobten immer noch Angriffe und am Himmel trieben Tiefflieger ihr Unwesen. Mama und Elfriede mussten aber dringend nach Boizenburg – auf Lebensmittelkarten war etwas Besonderes „aufgerufen“ worden. Die beiden rasten los. Unterwegs überraschte sie ein Tieffliegerangriff – die Fahrräder wurden flugs in den Straßengraben geworfen und Mama kriegte vor Angst eine Gallenkolik. War ich froh, als sie wieder den Deich längs kamen, total kaputt. Daran wird sich Elfriede sicher erinnern. Wir schliefen dann bei Elfriede mit in den Ehebetten, ich mit Mama zusammen. Elfriede hatte gute Schlaraffiamatratzen, die waren mir viel zu weich. Das war ich nicht gewöhnt, denn ich hatte eine Seegrasmatratze. Da waren wir nun wohl Anfang Mai 1945 ein, zwei Wochen in Timkenberg und rechneten jeden Tag mit dem Ende des Krieges. Und da kamen tatsächlich eines Tages Soldaten um die Ecke bei Thiel´n Magda – keine Deutschen, wie die Tage vorher, die alle versuchten, zu „türmen“. Nun, das waren wohl Schotten, manche nämlich in Röcken und mit Dudelsack. Magda Thiel und Tochter llse hatten ihr Haus verlassen, waren zu Verwandten gegangen. Die Tür war abgeschlossen. Die brachen die Soldaten auf, rein ins Haus und in die Speisekammer. Dort stand eine Kiepe voll mit Eiern. Dann ging dort erstmal das große Eiergelage los. Hinterher lagen überall Eierschalen herum. Aber eine Gruppe kam dann auch zu uns ran. Erste Frage: German soldiers here? No soldiers (ich mit meinem Schulenglisch war 1. Dolmetscher- 14 Jahre alt, Anni 18). Only women and children. Well, leave the house, we need it, you can go to old neighbour woman. Also mussten wir uns bei Thiel´n Mudder einquartieren - aber nur für 1-2 Tage, dann zogen sie ab.

Aber vorher wollten sie „milk“. So, eine Kuh stand trocken und die andere hatte gerade gekalbt. Tante Frida sagte: “wi heft kein melk“. Aber einer der soldiers zeigte auf einen Eimer. „This milk, please“. Tante Frida: „Na, in Hergotts Namen, giv em de Beistmelk (Biestmilch), wenn hei de drinken will, wi gevt de bloß dat Kalf“. Abends sangen sie schottische Lieder, so war die erste Begegnung mit dem „Feind“ ganz gut. (aus: Tante Inges Erinnerungen an Timkenberg). Nach 1945, Einmarsch der Amerikaner, KZ in Boizenburg/Vier - Entlassene hätten geplündert (DJB). Die Russen haben dann die Fahrzeuge mitgenommen. Wertgegenstände wurden in Brack versenkt und jede Menge Abfall (DJB). Nach 1945 Einquartierung von Flüchtlingen, z.B. Familie Achenbach, die heute noch in den umliegenden Dörfern wohnt.

Schwabendorf. Auszug aus dem Kataster von Groß Timkenberg.Quelle: GEO MV



Auch die nachstehende Geschichte der Büdnereien in Schwabendorf hat Joachim Reinig mit Unterstützung zusammengetragen:


    Büdnerei B1 (ehemals Halbbüdnerei VII bis 4.10.1934), Grundstück ca. 11.600 qm 
                  (2019)
           * 23.2.1802	Johann Wilhelm Schultz (Unterzeichner) , Hartwich Ulrich Siemon, 
                  Berling 
           * 11.3.1803	Hartwig Moritz Siemon, Berling zu Büchen 		
           * 1842   Büdner Bars, Kahl, Holtz und Thiel Aufforderung von 
                  Gutsbesitzer Zarneckow zur Deichinstandsetzung.
           * 13.10.1884	Wilhelm Carl Heinrich Simon und sein Bruder Johannes Simon, 
                  Grundbucheintragung Kredit?	
           * 30.8.1887	Wilhelm Carl Heinrich Simon/ Die Gutsherrschaft G. Zarneckow 
                  Anerkennung acta Halbbüdnerei No 7 zu Timkenberg
           * 1921   Frau von Hammerstein, Verkäuferin des Gutes Gr. u. Kl. Timkenberg 
                  Quelle: 19350503	
           * 1921   Herr von Schinckel  Vertrag Büdner haben die Kosten für die Errichtung 
                  eines Grundbuches zu tragen Quelle: 19350503
           * 17.5.1930	Emil Simon Büdner Nr. 7 verkauft an Maurer Albert Thiel für 5000 
                  Goldmark Kaufvertrag.
                  Albert und Magda Thiel (*1911) (Schleusenwärter „Thielsche Schleuse“ und 
                  Schleuße des Sommerdeiches) HR

Die Schleusenwärter kümmerten sich um die benachbarten Schleusen. Bevor in den 1960er Jahren die Deiche erhöht wurden und das Pumpwerk gebaut wurde, war es die Aufgabe von Thiels in der Büdnerei 1, die Schleusen zu warten und zu schließen, wenn der Polder Blücher voll lief. Zur Entlastung wurde die Schleuse erst geschlossen, wenn auch hinter dem Deich das Grünland geflutet war – bis an die Büdnereien und die Nebengebäude heran. Das Stauwasser war meist bis April im Garten. Auch im Sommerdeich um die Bracks vor Schwabendorf gab es eine Schleuse mit einem Schrauben-Mechanismus, der ein Schott hoch- oder herunterfahren ließ. Auch dies musste bedient und instandgehalten werden. Diese Aufgaben waren vermutlich Teil der Leistungen für das Gut Timkenberg und wurden nicht gesondert vergütet. Die Thiels sind Mitglieder einer weit verzweigten Familie, die einen Hof in Groß Timkenberg bis heute besitzen. Auf dem Hof traf man sich um z.B. im Herbst gemeinsam 30 Gänse zu schlachten und Feste zu feiern. Auch Wilhelm Thiel, der 1933 die Büdnerei B4 erwarb, ist ein Bruder (oder Cousin) von Albert Thiel.

 * 7.7.1930	Oskar Godeffroy, Inhaber der Grundherrschaft genehmigt den       
               Kaufvertrag für die B 7.
 * 3.5.1935	Gutsverwalter Herr Hertz für Oskar Godeffroy/eingetragener Besitzer		
 * 28.10.1935	Bekanntmachung Amtsgericht Boitzenburg Umbenennung B 7 in B 1 und          
               B 8 in B 2
 * 1939 - 2011	Ilse (geb. Thiel, *1932) und Werner Riecken, Großeltern von Tobias.   
               Werner Riecken, stammt aus Gothmann, Gerüstbauer auf der Werft   
               Boizenburg, Kollege von Jochen Basedow, der auf der Werft Maler gelernt    
               hat. Zwei Kinder:
               Jutta Meyer, geb. Riecken, *1954 
               Rotraut, geb. Ricken * 1956  heiratet 1980  Lothar Lembcke, Eltern       
               von Tobias, ziehen nach der Hochzeit nach Dersenow
               Rotraut erzählt von drei Schweinen, zwei Kühen (im Stall im Haus), zwei 
               Stärken (heranwachsende Kühe) im Schuppen, Kälber, Hühner, Enten, Gänse, 
               Kaninchen, Hund und Katze sowie ein Pferd im Stall oben am Deich.
               Sie hat schwimmen gelernt in der flachen Sude. Erst danach erlaubte ihr 
               Vater, dass sie in den Bracks vor den Häusern zusammen mit ihren    
               Freunden schwimmen durfte.
  * 6.7.1946	Bodenreform-Urkunde für Albert Thiel über 1,25 ha Grundstück 		
  * 29.2.1952	Bodenreform-Urkunde für Albert Thiel über 6,58 ha Grundstück 		
  * 1.8.1964	Anbau von 2 Zimmern für die Kinder  durch Albert Thiel 
               Als Albert Thiel 1930 die Halbbüdnerei kaufte, war es noch eine  
               Räucherkate ohne Decke, offen bis zum Dach. Es gab einen Herd mit  
               Kessel und im Dach hingen die Räucherwaren. Später wurde eine Küche 
               eingebaut und eine Räucherkammer befand sich über der Küche im  
               Dachbereich.
  * 2011       bis heute Tobias Lembke und Nicole Porath aus Soltow, 2 Kinder, 
               Weitgehender Umbau der Büdnerei und einer Scheune.
   Büdnerei B2 (ehemals Halbbüdnerei VIII bis 4.10.1934)
               Grundstück ca. 2500 qm (2019) plus Garten- und Weideflächen
  * Vor 1990	Hermann Mahncke war in zweiter Ehe mit Lieselotte Mahncke verheiratet.   
               Der Sohn Norbert Mahnke war behindert und lebte in einer kirchlichen 
               Behinderteneinrichtung in Dobbertin. Mahnke arbeitete in Sägerei in 
               Kuhlenfeld. Anfang der 80er Jahre war er Unachtsam beim Ofenbefeuern,   
               Glut ist herausgefallen und hat unter dem Fußboden unbemerkt gebrannt. 
               Hermann Mahncke war mit dem Fahrrad nach Boizenburg gefahren. Er wurde 
               später zu seinem Sohn ins Altersheim nach Dobbertin gebracht. Elfriede 
               Basedow hat ihm zu Weihnachten immer selbstgebastelten Kekse geschickt. 
               (AHB)
               Hermann Mahnckes Haus war ja in den Siebzigern abgebrannt: Jetzt wohnt  
               auf dem Mahncke-Platz der Tierarzt Dr. Toralf Bülow mit seiner 2. Frau 
               Kersten und den 3 Kindern. Er riss die alten Überreste des Katens ab 
               und errichtete 2 neue verbundene Hauseinheiten. Es wird eine kleine 
               Viehzucht betrieben. 
               Opa Bülow aus Boizenburg (früher Schuldirektor OS II) brachte Elfriede 
               häufig Kostproben aus seinem Garten. AB
               B2 hatte einen Blitzschlag AHB
  * 1990       Thoralf Bülow kauft B2 von Hermann Mahncke (kein Doppelhaus)
  * 1994 	bis 1994 renoviert, Stallende (3-4 m) abgerissen und Wohnhaus erweitert 
               Dr.Thoralf Bülow, *16.6.1960 in Boizenburg, Tierarzt, verheiratet mit 
               Kerstin Bülow, *13.1.1960 in Dömitz, aufgewachsen in Tripkau
               Thoralf und Kerstin Bülow betreiben Landwirtschaft aus Leidenschaft      
               und zur Selbstversorgung: 2 Kühe, 2 Esel, 1 Schafsbock („Hermann“),  
               Hühner, Gänse,              
               Bienen, Nutzgarten, Obstgehölze, Strauchobst: u.a.Heidelbeeren.
    * 2017 	Altenteil von Hilde Bülow, 91 Jahre, verheiratet mit Hans Bülow und   
               lebten vorher in Boizenburg.
      Büdnerei B3
               Grundstück ca. 15.926 qm (urspünglich in LPG-Besitz) heute: ca. 2.200 qm
               Heute: Deichweg 3, vorher: Büdnerei  – B3 - Am Sudedeich 4
               um 1900	wird in Kaufverträgen als Baujahr angegeben
    * 1888	Im Fundament wurde bei Renovierungsarbeiten ein Ziegelstein gefunden mit 
               der Aufschrift „1888“
    * 1945	Emil Thölke hat nach 1945 konfiszierte Möbel (jüdische?) ausgeräubert und 
               weiterverkauft, die z.B. Im Tanzsaal in Gülze lagerten. In Zusammenarbeit 
               mit den russischen Besatzern. Wertvolle Intarsienmöbel, auch mit 
               Geheimfächern. AHB
    * bis 1977	Bewohner Emma Tölcke *11.8.07 in Boizenburg, verheiratet mit Emil Tölcke, 
               +9.12.69, Kinder: Irmgard Lutat, geb. Tölcke, *9.7.41 und Irmgard (?) 
               Neumann, geb. Tölcke, *12.12.21, +20.9.75 in Hamburg, Lange Reihe 97 
               Ein Haus weiter rechterhand wohnte in einer Haushälfte Thiel´n Mudder, wie 
               so gesagt wurde. Sie war Christel Thiels Großmutter, die heute verheiratet 
               in Gülze lebt. Später haben dort Emmi und Emil Toelcke aus Hamburg gewohnt. 
               Sie waren ausgebombt. Emil zog mit einer roten Armbinde nach dem Krieg 
               zusammen mit den Russen über Land, um wertvolle Möbel, Kunstgegenstände, 
               Leuchter etc. einzuheimsen. Einen wertvollen Schrank verkaufte Emil Toelke 
               an Dr. Backhaus in Neuhaus. Beim Aufstellen des Schrankes hat er sich eine 
               Lungenentzündung zugezogen und ist daran verstorben. Emmi haben Hans und 
               ich noch kennen gelernt, sie hatte wertvolle Kronleuchter, Barockschränke 
               mit Geheimschubladen, geschliffene Glasvitrinen, Intarsientische sowie 
               Gobelinstühle im Haus. Schwarz angelaufene Messinglampen lagen auf dem 
               Dachboden nur so herum, auch welche mit 1,5 m Durchmesser und 
               Kristallklunkern. Die haben wir als junges Paar bewundert, denn wir 
               wussten, geputzt sind es wahre Schätze. Später zog Emmi nach Boizenburg. 
               Ihre Haushälfte wurde auf 13.500,-- DDR-Mark geschätzt. AB
    * 24.11.77 verkauft an LPG Sudeniederung Teldau (Büro in Vorderhagen, Hauptstelle in 
               Riet-Ut, Flächen in Gülze, Weidenfelder u.a.), vertreten durch Herrn Vogt 
               (später Bürgermeister) und Herr Oelze. Kaufpreis 11389,44 Mark
    * 1978 	bis März 82: Mieter Siegfried Zlusalek mit Frau und drei Töchter, bei 
               Schwangerschaft 4. Kind nach Gülze gezogen
    * 1982 	im März Verkauf an Regina und Berndt Eichholdtz, nach Instandsetzung am 
               18.12.1982 eingezogen. Kinder: Mark *81, Björn *82, Evelin *86
               Regina E., geb. Riedel, * 20.12.60, aufgewachsen in Zarrentin 
               (Sperrgebiet), Ausbildung in Zootechniker/Mechanisator in Gützow und 
               Zarrentin, von August 79 bis 1991 Melkerin in Riet ut und Langfeld, ab 1995 
               Feuerwache auf Turm des Bundesforst im Militärübungsgebiet Lübtheen.
               Berndt Eichholdtz, *15.2.1960, Polytechnische Oberschule Boizenburg, 2 
               Jahre Lehre in der Werft als Stahlschiffschlosser, Spezialisierung 
               Ausrüstung, 12 Jahre dort gearbeitet, 87 bis 92 Hausmeister im Kinderheim 
               in Gülze, 4 Jahre Sanitär und Heizungsbau in Büchen, 4 Jahre in 
               Schlosserei, 4 Jahre bei Weckel als Schlosser, seit 2005 als Klempner bei 
               Schwarz und Grantz in Bad Segeberg und später Hamburg.
               Tierhaltung auf Grundstück (1,5926 ha) und gepachteter Wiese von Basedow: 
               bis zu 20 Schafe, Hühner, Kaninchen, bis zu 28 geschlachtetes Enten 
               (einschließlich zugeflogene), Gänse. 
               Eichholdtz wurden von den Nachbarn als Zugezogene behandelt. Riecken warnte 
               sie: „Passt auf, die klauen hier alle gegenseitig“
               Elfriede hat anfangs gar nicht gegrüßt, Regina beschreibt sie als anfangs 
               sehr abweisend. 
               1985 Reetdach in Wellasbest umgedeckt, 2001 in Blecheindeckung, 
               fortlaufender Ausbau und Modernisierung.
Die Schwabendorfer Büdnereien am Sudedeich bei Timkenberg. Foto J.Reinig
  Büdnerei B4
       Grundstück ca. 15.713 qm (1973, 1991), 20.806 qm (2010)
       Heute: Deichweg 4, Vorher: Büdnerei 4 – B4 - Am Sudedeich 3
*1842 	Büdner Bars, Kahl, Holtz und Thiel Aufforderung von Gutsbesitzer, Herr Zarneckow zur 
       Deichinstandsetzung.
*1879	Dachsanierung, Geschnitztes Schild im Spitzboden gefunden
*1933	Grundakte, Eigentümer Wilhelm Thiel; Mecklenburg-Schwerinsches Amtsgericht Boizenburg a/E., 
       Grundbuch von Klein-Timkenberg	
*1933-1954  Wilhelm Thiel-Eltern, Grundakte von 1933
*1940	21.12.1940 Einheitswertbescheid, Steueramt Hagenow, Wilhelm Thiel, Klein Timkenberg,       
       Büdnerei 4, 3,39 ha, 3300 DM zum 1.1.1946
*1954	30.11.1954 Teilungsplan nach Zwangsversteigerung, Wilhelm Thiel, Hermann Mundt, Fritz        
       Thiel, Arbeiter Boizenburg, Hermann Mormann, Hühnerbusch, Nachlass-Pfleger vom verschollenen        
       Arbeiter Paul Thiel, 
       Zuschlag an Wilhelm Thiel, 22.5.1954 , 6066,41 DM Versteigerungserlös
*1954-1973  Wilhelm Thiel-Sohn , Bandekow, *14.06.1900, im Grundbuch seit 1956
*1954-1973  wohnt Hermann  Mundt im Haus Klein-Timkenberg. Er ist ein Stiefkind von                
       Wilhelm Thiel sen. Er pflanzt und  veredelt die Obstbäume. Elfriede Basedow erzählt, er 
       sei mit seinem Moped zu  einer Lehmkuhle gefahren, um Abdeckungsmasse für die Pfopfungen zu 
       bekommen, Hermann Mundt hat in den 60er Jahren Geld in dem Ofen versteckt. Wurde aus       
       Versehen verbrannt. Weihnachten hat Hermann Mundt bei den Rickens  in B1 verbracht,            
       Ilse Ricken hat auch für ihn Wäsche gewaschen und die Wohnung sauber gemacht. 
*1973	14.11.1973 Kaufvertrag  Wilhelm Thiel an Johannes Schulz, 1,5713 ha, 1000 Mark
*1973-1983  Johannes Schulz, *13.04.1906 +02.03.1982, Künstler und Lehrer in Boizenburg,      
       Kunstlehrer. Kauft B4 als Atelier. Verheiratet mit Edith Schulz, geb. Riedel,	       
       29.12.1930 in Ostpreußen geheiratet. Edith Schulz wird als manisch-depressiv beschrieben,         
       6 Kinder
*1982 	Ableben Johannes Schulz. Seine Aquarelle werden von seiner Tochter im Kalender der 
       Bahnhofsapotheke später veröffentlicht.
*1983	30.11.1983 Übereignung, Johannes und Edith Schulz an Barbara und Helmut Rackwitz. Schild B4  
       noch an der Straßenfassade 
*1983-1991  Helmut Rackwitz *02.03.1928 und Barbara Rackwitz, geb. Schulz, *01.08.1936 +24.02.2016, 
       Chefarztsekretärin Krankenhaus Boizenburg, 2 Töchter, 1 Sohn, darunter Cornelia Schulz, geb. 
       Rackwitz (Apothekerin)
*1989	Wasserleitungsanschluß, vorher Pumpe in der Küche
       Helmut Rackwitz ist 2.3.28  im Braunkohlerevier Weisenfels geboren, war Flakhelfer, 1946 aus 
       Kriegsgefangenschaft entlassen, 4 Jahre Eisenbahner in Großkorbeta, 4 Jahre Lehrerstudium in 
       Halle, 2 Jahre Pflichtpraktikum in Boizenburg, hier Bekanntschaft mit Barbara, Tochter des 
       Lehrerkollegen Johannes Schulz
       Lehrer für Latein und Geschichte, in „Ungnade gefallen“, danach für Bibliothek der Schule 
       verantwortlich.                  
       B4 (Bündelei 4, Schild „B4“ war damals noch neben der Haustür) mit Johannes Schulz   
       instandgesetzt in hunderten von Stunden, Mauerwerk und Schilf ausgebessert, Kamin gesetzt,       
       im Brack Schilf geschlagen (und dabei bis zur Brust im Eis eingebrochen und in nassen     
       Klamotten noch auf dem Fahrrad bis Boizenburg gefahren)
       Er hat von Nachbarn Werner Basedow gelernt zu Sensen. Die Äpfel aus dem Garten wurden alle 
       verkauft (Boskop, Pfannkuchen u.a.)
       Seit 1969 (?) Trabant 600 hellblauer Kombi, später an Jürgen Schulz abgegeben, 1979         
       Trabant 601.
       Rackwitz war als Lehrer ein Humanist, genannt „der Neandertaler“. Die sozialistische Schiene  
       hat er nicht verinnerlicht (A. Basedow). Schulleiter war der Parteibonze Herr Wulf. Etwa  
       1974 wurde Rackwitz in die Bibliothek versetzt.
       etwa Rackwitz trat im Fasching 1968 als „Ritter Kunibert“ auf, und wurde seitdem von den   
       Schülern „Kuni“ genannt.
       Er trug zu kurze Hosen, rutschende Socken und große Schuhe, machte einen altmodischen     
       Eindruck, aber galt als guter Pädagoge, der sich um seine Schüler kümmerte. Er fuhr mit  
       ihnen zu den Universitäten der DDR, zum Theater nach Schwerin, zum Schauspiel, Oper und    
       Operette, einmal monatlich. Selbst zu Vorstellungsgesprächen seiner Schüler in anderen       
       Städten ist er mitgefahren.
       Johannes Schulz, sein Schwiegervater wurde dagegen „Kürbis“ genannt. Als seine Schüler       
       einmal Gesichter malen sollten, kommentierte er die Bilder, sie sähen aus wie ein Kürbis.     
       Seine feuchte Aussprache war besonders in der ersten Reihe gefürchtet. Aber er war natur- 
       verbunden, badete noch bis Oktober in der Brack - nackt und er war selbst im hohen Alter       
       „gut gebaut“.AHB
       Die andere Haushälfte des Nachbarhauses bewohnte früher eine Familie Wulf. In den 70-er      
       Jahren hat der Kunstmaler und mein Kunst-Gymnasiallehrer Johannes Schulz dort seine      
       Kunstwerke geschaffen. Drei sehr schöne Aquarelle haben wir ihm seinerzeit abgekauft
       Doch nun weiter mit dem Künstlerhaus von Johannes Schulz, genannt „Kürbis“:
       Nach dem Tode von Johannes Schulz bewirtschaftete sein Schwiegersohn und mein ehemaliger 
       Lateinlehrer Helmut Rackwitz (Kuni, mal von Schülern zum Ritter geschlagen) mit seiner         
       Frau Bärbel das Wochenendanwesen. Die Arbeit auf dem Grundstück nahm aber überhand und so 
       verkaufte es die Familie aus gesundheitlichen Gründen an den Hamburger Pastor Henschel.         
       Ein großer Zufall war, dass Hans, Marcel und ich etliche Jahre an der Johanniskirche in     
       Hamburg wohnten, wo er seine Predigten hielt. Wir lernten uns aber erst auf dem        
       Timkenberger Deich kennen.    
       Später verkaufte Herr Henschel sein renoviertes Wochenendhaus (jetzt statt Fachwerk eine   
       rostrote Holzverschalung - schade) an den Architekten Reinig aus Hamburg. Beide kennen         
       sich aus einer Kirchensanierung in Hamburg-Altona.
       Joachim Reinig wurde 2003 zum Dombaumeister ernannt aufgrund seiner Verdienste beim    
       Wiederaufbau der Hamburger Johanniskirche (gegenüber unserer Wohnung Max Brauer Allee 191),    
       aber vor allem aufgrund der 15 Jahre dauernden Restauration des Hamburger Michel, die er   
       leitete. (AB)
*1990	23.10.1990 Pächter LPG Pflanzenproduktion "Untere Elbe" Teldau, 2841 Vorderhagen, 	

29.11.1990 Kündigung Nutzungsvertrag Nr. 1163 über 1,3675 ha Bodenfläche

       Landratsamt Hagenow, Johannes Schulz LPG (P) Teldau	
*1990	31.12.1990 Übergang auf Pächter, LPG (T) Timkenberg		
*1991	17.7.1991 Kaufvertrag Ulrich Hentschel, * 10.6.1950, Pastor in Hamburg-Altona,               
       Helmut Rackwitz, Grundbuch Klein Timkenberg, Blatt 3, LK 13, Flur 1,                     
       Flurstücke 11,12,21,23,31,  1,5713 ha,  
       Nutzung als Wochenendhaus
*1991-2002	Ulrich Hentschel und Heide	
*1991	April Neudeckung Reetdach straßenseitig 
*1992	Umbau und Modernisierung Wohnhaus
*2002	Erwerb Büdnerei durch Joachim und Margot Reinig, (*09.04.1950/*13.8.1951) Größe: 15.713 qm 
*2003	Verkauf Flurstücke 11 und 12 der Flur 1 Deichvorland an das Land Mecklenburg-Vorpommern für 
        Wiederherstellung Flußlanschaft Sude-Schaale, 1.107 € für 6390 qm
*2003	Werkstattneubau unter Verwendung der alten Ziegel
*2008	Erwerb Basedowsches Brack von Siegfried Zerbe, Klempnermeister aus Lauenburg/Elbe,           
       10.319 qm  auf vier Grundstücken	
*2008	Im August Rückbau der Einzäunung des Basedowschen Bracks durch Reinigs und Nachbarn,        
       Seefest
*2010	private Bodenordnung Wiesen Hendrikus Gerrit Kirghof, Mense Arjen Valentijn Kirghof, 
       Joachim und Margot Reinig, Thoralf Bülow, Streugrundstücke gegen Apfelwiese
*2012	Neubau Scheune durch	Holzkontor Kuhlenfeld
*2014	Fertigstellung Baumhaus, Bau in Selbsthilfe mit Enkel Emil			
*2014	vollbiologische Kläranlage
*2019	Überlassung an die Kinder Ulla von Lühmann, Frauke und Anton B. Reinig,	

Nachsatz: Die verehrten Lehrer Johannes Schulz und Helmut Rackwitz waren auch die meinigen 1954 bzw. 1955 bis 1958 (Dieter Greve).

 Büdnerei B5a
   Größe B5 (2019) 11.600 qm
   Chronologie aus Bericht Angelika Basedow:
*1803 Das Timkenberger Grundstück der Familie Basedow am Sudedeich 3 wurde              
      im Jahre 1803 per Erbpachtvertrag vom Förster Schultze und dem         
      Postverwalter Berling an den Ackerknecht Jacob Rudolph Nieland, verheiratet      
      mit Margaretha Burmeister, übergeben. Der zu errichtende Katen sollte die     
      Abmaße 40 mal 25 Fuß haben und von der Timkenberger Gutsherrschaft in einen 
      bewohnbaren Zustand gesetzt werden. Eineinhalb Morgen Gartenland sollten 
      dazugegeben werden
      „Kathen 40 Fuß lang 25 Fuß breit“ 
      entspricht 11,64m *7,28m = 84,68 qm Bruttogeschossfläche,                         
      „1 1/2 Morgen Gartenland“ entspricht 9.755,25 qm
*1826 Übertragung an Anna Maria Elisabeth, verheiratet mit einem Herren Cords,       
      Vater von Wilhelm Cordes sen. 
      Einem Protokoll von 1826 entnehmen wir, dass Jacob Nieland, verheiratet mit 
      Margaretha Burmeister, seiner ältesten Tochter Anna Maria Elisabeth , die        
      mit einem Herrn Cords (Vater von Wilhelm Cordes sen.) verheiratet ist,           
      die Büdnerei und die Wirtschaft mit folgenden Auflagen übertragen hat:
      1. den Kathen mit den darauf haftenden Schulden und Lasten, auch mit allem 
          Mobiliar-Vermögen zu übernehmen.
          Seiner jüngsten Tochter und eventualiter deren Kuratel, sobald sie 18 Jahre   
          alt sey, auszukehren.
          a, baar 60 N2/3 Reichsthaler?
          b, ein ausgemachtes Bett, nebst Bettlaken und Küßen (Kissen) bühren
          c, eine Lade und zwar diejenige, welche selbige bereits in Gebrauch habe
      2. Ihm und seiner Ehefrau und solange der letzte Theil von ihnen beide lebe, 
          jährlich als Altentheil zu leisten:
          a, die Benutzung von 60 Ruthen Gartenland mit den darauf befindlichen  
             Obstbäumen und Zwey von seinen drey Eichenbäumen, immarßen alles       
             bereits unter ihnen an Ort und  Stelle angewiesen sey.
          b, die ihm gehörigen Elbweiden in soferne solche  binnen dem Sudendeiche 
             standen.
          c, eine der vorhandenen beiden Kühe, Winters über von ihm selbst aus zu  
             füttern;
          d, freie Kost und Pflege am Tische des Hauswirths, so gut er und seine       
             Frau es sich selbst halten können;
          e, die Benutzung einer der beiden Stuben und freie Heitzung, sobald von    
             Eltern wegen solches verlangt wird.
      Die anwesende älteste Nielandsche Tochter und deren Ehemannes Cords       
      erkannten die vorstehende Bestimmung dankbar an und ließen sich dabey noch      
      auf den Wunsch des Vaters die Bestimmung  gefallen, dass nach dem Ableben       
      der Eltern deren Kleidungsstücke unter beiden Kindern getheilt würden, die      
      von den Eltern reservierte Kuh aber bey der Stelle verbliebe, jedoch dagegen   
      auch die künftigen Wirthsleute ihre Eltern unentgeldlich und ohne die       
      jüngste Tochter deshalb etwas anzurechnen, zur Erde zu bestatten hätten
*1841 Johann Wilhelm Heinrich, ehelicher Sohn des Büdners Johann Heinrich  
      Christoph Cordes und dessen Ehefrau Anna Catharina Caroline, geb. Nieland        
      ist geboren zu Timkenberg, den 22. August 1800 und einundvierzig (1841)          
      und getauft den 29. August  1800 ein und vierzig (1841)
      Auszug aus dem Geburtsregister der Gemeinde Blücher, (Urgroßvater Cordes,        
      der Stiefgroßvater von Elfriede Basedow)
*1867 Antrag von Wilhelm Cordes, dem Schwiegervater von Frida Cordes.
     Das Protokoll bestätigt, dass es sich beim Eigentumsübergang an die Nielandsche 
     Tochter Anna Maria Elisabeth und ihren Ehemann Cords um eine gemeinschaftliche 
     Überlassung gehandelt hat. Der Katen gehört nach dem Tod des Herrn Cords also    
     nicht der Witwe Cords allein, sondern auch sämtlichen Kindern. Es wird verfügt,   
     dass keine Veräußerung zulässig ist wegen der noch teils minderjährigen Kinder.   
     Eine Veräußerung könne nur unter Beteiligung des großherzoglichen Ministeriums 
     stattfinden.
*1870-1920  Wilhelm Cordes, ledig, lebte bis zu seinem 50. Lebensjahr in diesem Haus.    
      Er bewohnte den zur Brack gerichteten Teil des Hauses, sicher eine lange Zeit   
      lang mit seinen Geschwistern zusammen.
*1919 Die kleine Elfriede, die am 26.10.1919 geboren wurde, kam als uneheliches Kind    
      auf die Welt und hat sehr gern bei ihrem Opa Wilhelm Berg in Haar im Bett 
      geschlafen. In starken familiären Bindungen wuchs sie 2 Jahre lang mit vielen 
      Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten auf. 
      Vater von Wilhelm Basedow (siehe großes Bild in Sumte) im I. Weltkrieg 1918 ?
      Elfriedes Vater, ein russischer Soldat , soll Peter Majokewitz gewesen sein.      
      Man muss sich vorstellen, dass es zu dieser Zeit nahezu unmöglich war, einen   
      Russen zu heiraten. Von den amtlichen Schwierigkeiten, nämlich der Beibringung 
      seiner Geburtsurkunde, ganz abgesehen. Seinen Namen hat die Familie immer 
      verschwiegen und Elfriede hat ihn nun 2007 das erste Mal aus den Erinnerungen   
      ihrer Cousine Inge Pforr gehört. Sicher hat es auch ein Bild gegeben. In den 
      geheimen Dokumenten von Frida soll ein Brief aus Litauen gelegen haben. Dieser    
      ist aber nie gefunden worden.
      Eines Tages lernte die besonders gut aussehende Frida Berg den Herrenschneider 
      Wilhelm Cordes kennen. Er lebte zu dieser Zeit allein, besaß ein Grundstück       
      mit Haus und Garten und konnte der jungen Frau Sicherheit bieten. 
      Er hat für die Kundschaft sehr gute Anzüge genäht und Frida hat ihm immer die 
      Knopflöcher besonders akkurat besäumt. Wilhelm Cordes sen. war 1870 geboren       
      und somit 28 Jahre älter als Frida. Im Jahre 1921 ist sie zu ihm nach      
      Timkenberg gezogen, sie haben geheiratet und bereits 1922 kam ihr zweites,        
      nun eheliches Kind Wilhelm Cordes jun. auf die Welt. Elfriede und Wilhelm jun. 
      hatten eine glückliche Kindheit zusammen.
      Elfriedes Stiefvater Wilhelm Cordes sen. war sehr kinderlieb und so hatte auch 
      Elfriede einen guten Vater bekommen. Meine Schwiegermutter Elfriede erzählt,     
      dass ihr neuer Vater sehr gut zu ihr war und sie nie als Stiefkind behandelt hat. 
*1930	12.6.1930 Kaufvertrag Schneider Wilhelm Cordes in Klein-Timkenberg, Post Neuhaus/Elbe, 
      Halbbüdnerei Nr. 5. Wilhelm Cordes kaufte von Godeffroy die 2. Haushälfte
      Dieser Grossvater des mitanwesenden Wilhelm Cordes hat dann die Büdnerei Nr. 5 auf der      
      Feldmark Klein-Timkenberg in zwei Teile geteilt, von welchen der eine Teil die Hälfte des 
      Büdnerhauses und ungefähr 110-120 Ruten Gartenland umfasst, und auch die Berechtigung       
      erhielt, eine Kuh auf der Feldmark Gross-Timkenberg bzw. Klein-Timkenberg auf Weide zu      
      treiben, während die andere etwas kleinere Hälfte den Rest des Gartenlandes mit dem Rest         
      des Büdnerhauses und der Berechtigung für eine weitere Kuh umfasst.
      Diese letztere, etwas kleinere Hälfte, hat ein Kahl gekauft, und ist dann die Teilung            
      der Büdnerei in die beiden Halbbüdnereien und der Verkauf der kleineren Hälfte an Kahl         
      durch die Gutsherrschaft (Grundherrschaft) genehmigt.
      Kahl hat dann aber später den Kanon oder sonstige Gefälle nicht zahlen können, und hat           
      die Gutsherrschaft (Eigentümer der Rittergüter Groß-Timkenberg und Klein-Timkenberg)           
      diese seine zweite Halbbüdnerei in eigene Bewirtschaftung genommen…..
*1933 Vertragsergänzung: Von der Vererbpachtung ausgeschieden wird die Jagd jeder Art auf dem 
      Erbpachtgrundstück zur beliebeigen Ausübung für die Grundherrschaft, jedoch verpflichtet        
      sich diese, die Jagd auf dem zu Büdnerei gehörigen Acker unter tunlichster Schonung der  
      Feldfrüchte und Saaten auszuüben.
      In § 5 steht noch: Der Büdner hat die erforderlichen Gräben zu ziehen und aufzuräumen, wie       
      die vorhandenen Grabenwälle, Hecken und Baumpflanzen zu erhalten. Der mitanwesende Cordes      
      kauft die Kahl´sche Halbbüdnerei aus der Büdnerei 5 zu Klein-Timkenberg in Gemässheit des  
      geltenden Büdnerbriefes bzw. Büdnerrechtes mit Gebäuden (Haus und Stall), in denjenigen     
      Scheiden und Grenzen, in denen Kahl die Halbbüdnerei besessen hat, oder rechtlich hätte     
      besitzen können, mit allen heute noch bestehenden Lasten und Pflichten (Deichlasten, sowie 
      namentlich mit allen Schöpfwerklasten), aber auch mit allen Rechten, und in dem Zustande,         
      in welchem diese Halbbüdnerei sich jetzt befindet.
      Irgend einen Kanon, eine Roggenabgabe usw. soll der Büdner an die Gutsherrschaft nicht       
      zahlen. Die vererbpachteten Gebäude und sonstigen Anlagen hat Büdner stets in solcher         
      Grösse und Beschaffenheit, als zur guten Bewirtschaftung des Landes erforderlich, auf eigene  
      Kosten zu erhalten, und nötigenfalls zu erneuern, gleichgültig ob der Neubau durch Abnutzung    
      oder durch Unglücksfälle erforderlich wird.
      Die Sache war aber nicht so einfach, wie nachfolgende Dokumente belegen. Der ziemlich hohe 
      Kaufpreis von 3.300 Goldmark für die zweite Haushälfte, dennoch Vererbpachtung, dennoch          
      die Steuern und Versicherung übernehmen, dennoch Gebühren zahlen und alles in Ordnung halten, 
      schwere Zeiten. Wilhelm Cordes war 1933 bereits 63 Jahre alt und seine Frau Frida muss ihm 
      unendlich zugesetzt haben, sonst nimmt das  keiner auf sich. Und die Geschichte zeigt, dass      
      das Leben in Timkenberg anders verlief, der Sohn Wilhelm blieb im Krieg.          
      Dieser Grunderwerb hat den Opa Cordes viele Jahre seines Lebens gekostet und sicher       
      unendliche Diskussionen und ständige Zahlungen. Das hat Elfriede Basedow uns alles      
      verschwiegen oder sie hat es nicht gewusst. Ruhe und Zufriedenheit ist in dieses Haus damals   
      nicht eingekehrt. Hoffentlich in der Zukunft…„Das Leben ist zu kurz und Weniger ist Mehr“   
         Angelika Basedow
*1940 Am 10. Dezember 1940 haben Elfriede Berg (* 26.10.1919, + 07. 11. 2008) und Wilhelm Basedow, 
      (*19.10.1912 in Wendewisch auf der westlichen Elbseite als Sohn der Emma und des Wilhelm    
      Basedow jun. +1982, Maurer) in der Gülzer Kapelle geheiratet. Pastor Breier von Zahrensdorf     
      hat sie getraut. In diesem Urlaub ist auch Wolfgang Basedow gezeugt worden. Es war eine       
      heiße Liebe zwischen Elfriede und Wilhelm. 
*1945 Denn sein Schwager Wilhelm Cordes kam nicht aus dem Krieg zurück. Er galt als vermisst  
      (+vermutlich 1944 in Stalingrad) und die Familie, insbesondere seine Mutter, hat sehr lange     
      auf ihn gewartet. Das muss schrecklich für sie gewesen sein. Wilhelm Cordes konnte die 
      Landwirtschaft in Timkenberg also nicht weiterführen und so musste Wilhelm Basedow  
      mitwirtschaften. Er war wohl nicht gerade für die Landwirtschaft geboren (er war Maurer)         
      und machte seiner Schwiegermutter nichts recht. Elfriede und Wilhelm hatten drei Kühe,     
      Schweine, Schafe und ein Pferd.
      Für Frida Cordes muss es übermenschliche Überwindung gekostet haben, ihren Sohn für Tod     
      erklären zu lassen und die Umschreibung der Ländereien auf Elfriedes Namen vorzunehmen.      
      Darüber hat sie allerdings nie ein Wort verloren. Eine starke Frau. Sie hat wohl befürchtet,    
      dass Elfriede und Willi sonst nach Gülze gehen.
      Ihre Tochter Anni, verheiratet mit Herbert Hahn, betrieben in Gallin eine gut gehende 
      Molkerei(Genossenschaft), haben ein Haus in Gallin gebaut, daher konnte Elfriede B5 erben.
*1948 Hans und Jochen Basedow, sie kamen am 26. Mai 1948 zur Welt – überraschend als Zwillinge.
      17.1.1968 Übertragung der B5 an die Genossenschaftsbäuerin Elfriede Basedow, geb. Berg 
      Elfriede Basedow war bereits über 50 Jahre alt, als sie noch einmal die Schulbank drückte        
      und den Facharbeiterbrief für Rinderzucht erwarb. In diesem Beruf war sie bei der LPG     
      Timkenberg bis zu ihrem 61. Lebensjahr tätig. Früh um 2.00 Uhr stand sie auf und fuhr mit        
      dem Fahrrad zu ihren Tieren. Dann starb ihr Mann Wilhelm an Multipler Sklerose. Um ihn hat       
      sie lange getrauert und ist zuerst jeden Tag zum Friedhof gefahren. AB
*1973 Hans ist ausgezogen, heiratet Angelika, geborene Kruse
*1971 Jochen verlobt sich mit Margitta, Töchter Ina und Diana. Seine Frau Margitta ist 2002     
      gestorben, Jochen kehrt zurück nach Schwabendorf. Inas Sohn Max ist oft zu Gast in        
      Timkenberg
*2008 Elfriede Basedow stirbt hochbetagt am 7.11.2008. Diana erbt das Haus ihrer Großeltern

Büdnerei B5b

*1933 Die andere Seite des Hauses, die nach Teldau zeigt, wurde bis ca. 1933 von Berta und Willi    
      Lorenz bewohnt. Deren Tochter ist jetzt 2007 im Februar gestorben. Die Familie zog in der        
      30-er Jahren des 20. Jhd. nach Vockfey. Dort hat Frida Cordes sie noch oft besucht. Frau       
      Berta Lorenz war die Schwester von der Nachbarin Elli Mahncke. Nun war also die zweite    
      Haushälfte freigeworden und Herr Bobzin, Gutsverwalter auf Timkenberg, gab Wilhelm Cordes        
      den gutgemeinten Rat, die zweite Haushälfte, die zum Timkenberger Hof gehörte, zu kaufen.       
      Weil der Vorbesitzer Kahl den Kanon nicht zahlen konnte. Das tat Wilhelm Cordes dann auch        
      und berappte mindestens 3.300 Goldmark (siehe Anlage). So konnte er Frida und den Kindern        
      ein schönes großes Heim bieten. (AB)

Büdnerei B6 und andere

Die Familie Hagemann: An der Basedowschen  Brack auf der anderen Wasserseite gab es früher das        
Klose-Haus. Es ist in den 70-er Jahren (1973) abgebrannt und zusammengefallen. An den Obstgarten    
können Hans und ich uns noch erinnern. In diesem Haus wohnten vor dem Krieg Hans und Agnes Hagemann.   
Sie hatten täglich Besuch von der kleinen Elfriede, ihrer Nichte. Hans Hagemann hat auf dem   
Timkenberger Gut gearbeitet und dort Tante Agnes, die Schwester von Frida Cordes, kennen-    
gelernt und geheiratet. Beide sind nach Boizenburg gezogen, als Hans eine Stellung bei dem großen 
Geschäftsmann Knaack angenommen hat. Sie blieben kinderlos und deshalb kümmerten sie sich sehr um 
Elfriede Berg. Agnes war nach Elfriedes Erzählungen als kleines Kind ihre zweite Mutter. Später      
zogen Agnes und Hans Hagemann ihre Nichte Inge Kruse aus Haar, die Tochter von Auguste Kruse/Turlach    
in Boizenburg wie ihr eigenes Kind auf.
Papas Wunsch war es aber, bei Fritz Knaack in Boizenburg zu arbeiten. Die hatten eine große 
Getreidehandlung, eine Gaststätte mit Ausschank, später eine Kolonialwarenhandlung – sie waren wohl   
eine der reichsten Familien in Boizenburg. Papa kriegte dann auch die Anstellung und fuhr von da an    
mit „seinem“ Gespann über Land und kaufte für Knaack das Getreide in den umliegenden Dörfern auf.         
Später kaufte Knaack dann zwei Autos an, Papas Bruder, Onkel Paul (ist leider gefallen), kam auch zu 
Knaack und die fuhren dann beide. Im Jahre 1939 wurde Papa (Hans Hagemann) dann gleich mit dem Wagen 
eingezogen zum Polenfeldzug, anschließend nach Frankreich und Russland. (aus: Tante Inges     
Erinnerungen an Timkenberg)

Hans Hagemann ist leider gestorben, als er Sprotten gegessen hat, die schon zu alt waren. Na ja     
früher sollte auch nichts weggeschmissen werden. An Tante Agnes´ Grützbeutel auf dem Kopf erinnern     
wir uns und was für einen Mutterwitz sie hatte. (AB) 

Nach Hans und Agnes Hagemann wohnten hier Lohmann, danach Klose. Agnes war die Schwester von Frieda 
Cordes. In der zweiten Haushälfte wohnte Wilma Schmidt, Eingang von der Seite. Wilma Schmidt betrieb   
die Gaststätte in Gut Timkenberg nach 1945, als dort auch ein Konsum untergebracht war (AB).
Vor dem Abzweig Christenlande (von der Bundesstraße aus gesehen rechts) stand das „Hamburger Haus“.   
Hier wohnten Laskewitz, Böttcher, Paris. In den 70er Jahren war die Scheune noch vorhanden.
Im Rahmen der Deichsanierung und der Ableitung des Qualmwassers hinter dem Haus wurde das Hamburger   
Haus abgerissen.

Dokumente
Anlage 1 (B5)
 
Anlage 3a (B5)
1802 Erbpachtvertrag zwischen Förster Schultze für sich und in Nahmen des Herrn Postverwalters Berling 
als Eigenthümer der Allodial Güther und Ackerknecht Jacob Rudolpf Nieland

Unterschriebene haben auf einen Erbpacht
Contract über nachstehende Puncte unter=
handelt, und bis zur Errichtung eines förm
lichen Contracts abgeschloßen.
1.
Der Herr Förster Schultze für sich und
in Nahmen des Herrn Postverwalters
Berling als Eigenthümer der Allodial
Güther  Groß- und klein Timckenberg,
für sich und ihre Erben und alle etwani=
ge künftige Eigenthümer und Besitzer
dieser Güther, überlassen und übergeben
an den Ackerknecht Jacob Rudolpf Nieland
und deßen Erben und Erbnehmern den auf
diesem Frühjahr hart am Deiche bei der 
Riet Elbe aufzubauenden neuen Kathen 40 Fuß
lang 25 Fuß breit welcher von der Timcken-
berger Guthsherrschaft in wohnbaren Stand
gesetzet werden soll und dabey 1 1/2 Morgen
Gartenland beygelegt wird, deßen Befrie=
digung obgedachter Erbpächter selbst über=
nimmt; jedoch soll ihm zu der ersten Be=
friedigung Pfähle und Busch frey überlaßen
werden, deßen fernere Unterhaltung nebst
der Wohnung für sich und seine Erben auf
seine alleinige Kosten übernimmt.
2.
Erhält obgedachter Erbpächter für 2 Kühe freye Som=
merweide unter den Timckenberger Holländerey
oder Deputat Kühen, auch hat er die Erlaubniß
2 Schweine vor seiner Thüre am Deiche so ?  sein
Haus und Garten gränzt, auf dem Rinder, je=
doch mit einem Ring durch die Nase, zu Weiden.
Auch kann obgenannter Erbpächter so weit sein 
Haus und Garten gränzt hart am außen Deiche
eine Reihe Pathweiden setzen, auch dem Deich so
weit sein Antheil geht in den bereits gesetzten
Stand zu erhalten.
3.
Für diese Ueberlaßung zum würklichen Nutz=
bahren Eigenthum bezahlt der Erbpächter Ja-
cob Rudolpf  Nieland nicht nur sofort bey Un=
terschrift dieses Contracts die Summa von 
300 Rthlr: schreibe dreyhundert Reichsthaler in
guten neuen 2/3 Stücken, und wird derselbe als=
dann in bester Rechtsform quitiert; sondern
er verspricht und macht sich und alle
künftige Besitzer dieses Erbpachts-Stücks
ausdrücklich verbindlich alle Jahr in Termino
Ostern 24 Rthlr: schreibe Vier und zwanzig 
Reichthaler neue 2/3 als eine wohlbehandelte
Erbpacht prompt und und unweigerlich (?) je=
desmahlige Guthsherrschaft zu Timckenberg
zu entrichten, und damit in Termino Ostern 
1803 den Anfang zu machen.
4.
Außer der jährlichen obigen Erbpacht hat der
Erbpächter auch noch die etwaigen Prediger und 
Küster  Gebühren zu entrichten, auch ist er schuldig
das übliche Fährgeld bey Ueberfahrt
über die Sude zu entrichten.
5.
Sollten vorgedachte Erbpächter die ihm hiemit
zugesichterte Erbpachtung über kurz oder lang
hinwiederum an einen andern Bewohner veräußern
oder abstehen wollen, so behält die  Guthsherr=
schaft auf Timckenberg  außer dem Vorkauf
100 Rthlr: schreibe Hundert Reichsthaler neue 2/3
für dasjenige Bauholz welches selbige zu den
neuen Anbau hergegeben, als ein wohlbehan=
deltes Aequivalent.
So geschehen Timckenberg den 27ten Febr: 1802.
Anstatt 300 Rthlr: sind jetzt nur baar 150 Rthlr:
ausgezahlt die übrigen 150 Rthlr bey ausfer=
tigung des förmlichen Contracts.
M. Schultz für mich und in Nahmen
des Hrn. Postverwalter Berling als mit
Eigenthümer dieser Güther Timckenberg.
Jacob Nieland
Transskription: Christiane Randig

Anlage (B5)
Friedrich Franz, von Gottes Gnaden
Herzog zu Mecklenburg pp.
Wir geben euch dem AckerVogt Hartwig Ulrich Siemon
den Gebrüdern Johann Jacob und Franz Jurgen Masch
und Comsorten sämmtlich zu Timkenberg, auf eure Bitte um
Ertheilung Unserer Bestätigung der von euch aquirirten Spezial
besitzungen des Guths Timckenberg hiedurch zum Bescheide,
daß wenn beide Guths-Eigentümer oder auch der Förster
Schulze mit gehöriger Vollmacht des Postverwalters Berling
versehen um die landesherrliche Bestätigung gebührend nach-
suchen wird, ihr deshalb, anderer Gestalt aber nicht, nach Befinden
weiterer Verordnung gewärtigen habet. Wornach ihr euch
zu richten. Gegeben auf unserer Vestung Schwerin den
17ten Juli 1802
Ad Mandatum Serenissimi proprium
Herzoglich Mecklenburgische zur Regierung verordnete
Praesident, Geheime und Räthe
Brandenstein

Transskription: Christiane Randig


Anlage 3b (B5)
Erbpachtvertrag von 1803 im Original (in Timkenberg)

Anlage 4
Protokollum
Gehalten im Patrimonial-Gericht Timkenberg
zu Boizenburg, den 19ten December 1826

sub Directione

des Herrn Advocaten Mussäus, als Justitiarii

a me subscripto

Es erschien der Büdner Jacob Nieland
zu Timkenberg, in Begleitung seiner ältesten
Tochter Anna Maria Elisabeth Nieland und
deren Ehemannes Johann Hinrich Cords.
Der Vater, Büdner Nieland, gab zu Protokoll.
Der Himmel habe seine Ehe mit zwey Kindern geseg-
net, wovon die eine die hier gegenwärtige
verehelichte Cords, die andere, namens Anna
Catharina Carolina, noch unbegeben und im
15ten Jahre alt sey. Da er und seine Ehefrau
geb. Margaretha Burmeister, bereits alt und
betagt, so wolle er hiermit von nun an seiner
gegenwärtigen ältesten Tochter und seinem Schwie-
gersohn Cords den Kathen und die Wirth-
schaft abtreten, sich aber und seine Ehefrau auf den
Altentheil setzen. Zu dem Behuf lege er jedoch seiner
Tochter und seinem Schwiegersohn auf:
3.den Kathen mit den darauf haftenden Schulden
und Lasten, auch mit allem Mobiliar-Vermögen
zu übernehmen.
Seiner jüngsten Tochter und eventualiter deren Kuratel,
sobald sie 18 Jahre alt sey, auszukehren.
  *a, baar 60 ?? Reichsthaler?
  *b, ein ausgemachtes Bett, nebst Bettlaken und Küßen (Kissen)                                     
      bühren
  *c, eine Lade und zwar diejenige, welche selbige bereits

in Gebrauch habe

4.	Ihm und seiner Ehefrau und solange der letzte Theil
von ihnen beide lebe, jährlich als Altentheil zu leisten: 
 a, die Benutzung von 60 Ruthen Gartenland
    mit den darauf befindlichen Obstbäumen und
    zwey von seinen drey Eichenbäumen, inma-
    ßen alles bereits unter ihnen an Ort und
    Stelle angewiesen sey.
 b, die ihm gehörigen Pathweiden in soferne solche
    binnen dem Sudendeiche standen.
 c, eine der vorhandenen beiden Kühe, Winters
    über von ihm selbst aus zu füttern;
 d, freie Kost und Pflege am Tische des Hauswirths, so
    gut er und seine Frau es sich selbst halten können;
 e, die Benutzung einer der beiden Stuben und freie
    Heitzung, sobald von Eltern wegen solches ver-
   langt wird.
Die anwesende älteste Nielandsche Tochter und
deren Ehemannes Cords erkannten die vorstehende
Bestimmung dankbar an und ließen sich dabey
noch auf den Wunsch des Vaters die Bestimmung 
gefallen, dass nach dem Ableben der Eltern deren
Kleidungsstücke unter beiden Kindern getheilt
würden, die von den Eltern reservierte Kuh aber
bey der Stelle verbliebe, jedoch dagegen auch
die künftigen Wirthsleute ihre Eltern unent-
geldlich und ohne die jüngste Tochter deshalb
etwas anzurechnen, zur Erde zu bestatten hätten.

Verlesen, genehmigt und concludiert Conclusum daß die vorstehende Disposition und Vermögens-Abtretung hiermit wie- wohl unter Vorbehalt der Rechte eines jeden Dritten, Gerichts wegen bestätiget seyn und die beglaubte Abschrift des Protocolles den Kon- sequenten ausgefertigt werden solle.

In fidem C.H.Behncke Qua Actuar jud. Jurat. m.m.

In fidem copiae

C.H. Behncke Qua Actuar jud. Jurat. m.m.



Anlage
Registratura
Beutzenburg im Timkenberger Patrimonialgericht
den 17ten Dezember 1842
Der Herr Zarneckow auf Timkenberg erschien und gab zu vernehmen:
Wiewohl den Büdnern zu Timkenberg nach dem §pho 4 der über ihre Büdnereien
bestehenden Contracte, welche ich hiereben hab?
Nr  1.2
in beglaubter Abschrift überreiche, die Verpflichtung obliegt, den Deich soweit
die Grenze ihrer Häuser und Gärten geht, auf ihre Kosten stets im guten Stande
zu erhalten, wozu ihnen von der Gutsherrschaft nur die erforderliche Erde
anzuweisen ist, so haben nun denselben Deich die Büdner Bars, Kahl
Holtz und Thiel, ungeachtet meiner mehrmaligen Aufforderung es bis-
her noch unterlaßen, ihre Deichstrecke so zu bessern und herzustellen,
wie von mir der Deich um das sogenannte Thiels Bruch gebessert wor-
den und auch von ihnen es geschehen muß, um mich und auch sich selbst
möglicher Weise gegen Wasserschäden zu schützen.
Ich sehe mich deshalb genöthigt, gegen sie klagend aufzutreten
und zu bitten:
Den Büdnern Bars, Kahl, Holtz und Thiel aufzugeben, den Deich, soweit
er neben ihren Häusern und Gärten liegt, in der Art und Weise zu bessern
und herzustellen, als dieses von Gutsherrschaft wegen bei dem
Deiche um das sogenannte Thiels Bruch geschehen ist, und damit bin-
nen 3 Tagen zu beginnen, als widrigenfalls mir gestattet sein
solle, die Besserung auf ihre Kosten beschliessen zu laßen, auch mir
binnen 14 Tagen die hierdurch erwachsenen Kosten zu erstatten
in fidem
Kanzlein?
qua Justit


Anlage 5 (B5)
Es geht um einen Antrag von Wilhelm Cordes, 
dem Stiefgroßvater von Elfriede Basedow
Dem Arbeiter Wilhelm Cordes zu Timkenberg bleibt, auf 
den zur Registratur vom 19.d.M. von ihm angebrach-
ten Antrag, wegen Abtretung des elterlichen
Büdnerkathens c.p. an ihn z.z. hiermit folgendes
unverhalten.
Nach dem vorliegenden gerichtlichen Protokolle
vom 19. Decbr. 1826 ist der fragliche Büdnerkathen
damals, von den Nielandschen Eheleu-
ten, nicht an die Töchter Anna Maria Elisa-
beth verehelichte Cords allein, sondern
an dieselbe und deren Ehemann Cords
gemeinschaftlich,
überlassen und abgetreten, gegen von diesen
beiden gemeinsam dabei übernommenen
Verpflichtungen.
Es ist demnach die Ansicht unzutreffend,
als ob der xxx: Büdnerkathen zz. seiner
Mutter, der jetzigen Witwe Cords allein
gehöre; vielmehr sind die sämmtlichen Kin-
der für mit dem Tode des Vaters, als
dessen Intestaterben, statt derselben in
das gemeinsame Eigenthum mit ein-
getreten anzunehmen. Und solches bedingt
es, dass wo von solchen Kindern
noch welche im minderjährigen Alter
sich befinden, keine Veräußerung un- 
ter der Hand zulässig ist, sondern solche nur
entweder im Wege öffentlichen Anberbots ?,
gemäß der V.O. vom 19. Decbr. 1755. oder
mit eingeholter und erlangter Dispensa-
tion davon durch das hohe Großherzogliche
Ministerium, wird stattfinden können.
Boizenburg im Patrimonialgerichte für
Timckenberg den 2. September 1867.                                                            
                   Unterschrift
5.4. Das Soziale Leben in der Teldau

Das soziale Leben in der Teldau ist abhängig von dr Größe des Grundbesitzes differenziert zu betrachten. Zunächst einmal ist zu unterscheiden zwischen dem domanialen (landesherrlichen) Teil der Teldau und dem ritterschaftlichen Anteil, der die Güter Groß und Klein Timkenberg, Sprengelshof und Teschenbrügge umfasste, während der größere, der domaniale Teil der Teldau aus den Pachthfen, den Büdnern und den Deichliegern bestand. Die Pachthöfe waren teilweise auch in der Hand von ritterschaftlichen Gutsbesitzern als Pächter im Domanium (Amholz mit Alteneichen und Marschkamp, sowie Weitenfeld und Franzhagen. Die bäuerlichen Pächter der Höfe wechselten teils häufig. Eine gewisse Konstanz kann nur für Paulshagen (nur 2 Pächterfamilien 1. Putfarken, 2. Mohrmann) festgestellt werden, Die Hofpächter (Pensionäre) waren in ihrer Stellung zwischen Bauern und größeren Grundbesitzern eine Klasse für sich. Den größeren Teil der Einwohner der Teldau machten die Büdner aus, die in der Regel aus dem Stand der Deichlieger aufgestiegen waren.

Um der Landflucht und Auswanderung zu begegnen, erließ der Herzog Christian Ludwig im Jahre 1753 ein Patent, das die Ansetzung von Bauern auf wüsten Hufen und von Tagelöhnern auf kleinen Erbpachtstellen (Büdnereien) im Domanium vorsah. Den Büdnern wurden

  • zwei Freijahre (ohne Abgaben),
  • das nötige Holz für den Bau und die Reparaturen der Gebäude,
  • Teilnahme an der Gemeindeweide gegen Hütelohn für eine Kuh mit Kalb, einige Schafe und Schweine,
  • 100 Quadratruten Gartenland,
  • und nur 4 Thlr. Abgaben zugestanden.

Diese Büdneransiedlung wurde 1778 bereits wieder gestoppt und erst zum Ende des Jahrhunderts wieder aufgenommen. "Inzwischen müßen sie doch, wenn es dort hergebracht ist, zu den gemeinsamen Dorfs-Lasten, als zu den Pfarr- und Mühlen-Diensten, zum Hirten- und Pfänder-Lohn (Pfänder = Panner = Feldwächter) zu den Feuer-Versicherungs-Anstalten, auch allenfalls zur Unterhaltung der Dorfs-Armen, zu ihrem Antheil nach Ermäßigundg (Maßgabe) des Amtes mit zu Hilfe kommen, da sie patentmäßige Weide-Freyheit für ihr Vieh genießen (gemäß Büdnerpatent). Jedoch hat vorstehende Verbindlichkeit auf etwanige Büdner-Kathen im Dorfe keine Anwendung, weil diese ihre Wohnungen blos auf eigene Kosten zu unterhalten verbunden sind" (Büdner hatten den Status von kleinen Erbpächtern).

Im Jahre 1809 wurde ein neues Regulativ betreffend die Büdneransetzung erlassen. Dieses sah nun veränderte Bedingungen vor:

  • gründliche Prüfung der Gesuche der "Baulustigen",
  • Beihilfen an Geld, Material und Fuhren wurden zum Bau nicht mehr gewährt,
  • nur noch ein Freijahr,
  • keine Weidefreiheit auf der Gemeindeweide für die neu anzusetzenden Büdner,
  • keine jährliche Hilfe mit Feuerung und Befriedigungsmaterialien, nur noch Stubbenroden und Holzsammeln an festgelegten Tagen,
  • zur Verhinderung von Forstfreveln war die Pferdehaltung untersagt,
  • keine Zuteilung von Wiesen in Erbpacht, nur in Zeitpacht, wenn ausreichend Wiesen vorhanden waren.

Zu den 100 Quadratruten Haus- Hof- und Gartenplatz wurde dann jedoch häufig noch weiteres Acker- Wiesen- und Weideland in Erbpacht gegen besondere Bezahlung gegeben. Nach einem Regulativ von 1828 waren alte Büdnereien bei künftige Feldmarksregulierungen für die Weidegerechtigkeit mit Land abzufinden. Das führte zu einer Vergrößerung der Büdnereien. Die Inerbpachtnahme weiteren Acker- Wiesen- und Weidelandes wurde nun gesetzlich sanktioniert. Darüber hinaus wurde es gestattet, mit Erlaubnis des Amtes weiteres Land in Zeitpacht zu erwerben. Dabei ging man davon aus, dass die Büdner zur Ernährung ihrer Familien die Nutzung ihrer Flächen intensivieren würden. Die Bedingungen für die Büdnereipacht waren im Büdnerbrief festgelegt, der nur bei Vergrößerung der Büdnerei verändert werden durfte. Das gab den Büdnern einige Sicherheit gegen willkürliche Eingriffe des Amtes. Als Erbpacht hatten die Büdner den Kornkanon in Geld zu zahlen, für den der Roggenwert als 20jähriger Durchschnittswert an verschiedenen Marktorten, so neben Schwerin, Wismar, Rostock und Grabow auch in Boizenburg festgestellt wurde.

"Inzwischen müßen sie doch, wenn es dort hergebracht ist, zu den gemeinsamen Dorfs-Lasten, als zu den Pfarr- und Mühlen-Diensten, zum Hirten- und Pfänder-Lohn (Pfänder = Panner = Feldwächter) zu den Feuer-Versicherungs-Anstalten, auch allenfalls zur Unterhaltung der Dorfs-Armen, zu ihrem Antheil nach Ermäßigung (Maßgabe) des Amtes mit zu Hilfe kommen, da sie patentmäßige Weide-Freyheit für ihr Vieh genießen (gemäß Büdnerpatent). Jedoch hat vorstehende Verbindlichkeit (die freie Bauholzlieferung) auf etwanige Büdner-Kathen im Dorfe keine Anwendung, weil diese ihre Wohnungen blos auf eigene Kosten zu unterhalten verbunden sind" (Büdner hatten den Status von kleinen Erbpächtern). Auf die Errichtung einer Büdnerei bewarben sich noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht wenige Bauern und Büdnersöhne im Amt Boizenburg. In der Teldau wurde bereits vor der Herausgabe des Büdnerpatents von 1753 eine größere Zahl von Büdnereien eingerichtet. Die Ursache dafür dürfte in der großen Zahl von Deichliegern zu finden sein. Diese wurden für die Instandhaltung der Deiche und auch zur Deichverteidigung gebraucht. Beim Übergang in den Büdnerstatus mit eigenem Land war sicher eine größere Bodenständigkeit und Zuverlässigkeit gegeben. Trotzdem gab es einige Gesuche, die auf die doch größeren wirtschaftlichen Probleme der Büdner hindeuten. 1777 ersucht der Büdner Hinrich Steinkamp um die Bereitstellung von Bauholz zum Wiederaufbau seines abgebrannten Katens. Im Jahre 1820 ersucht der ehemalige Büdner Hans Joachim Buck „um Erlaubnis zum Büdneranbau“, das heißt auf Errichtung einer Büdnerei. 1807 ersucht der Büdner Christoph Peter Pobertz „um Wiedereinsetzung auf seinem ehemaligen Pachthof“. Das dürfte der Hof Grabenau gewesen sein, den er vermutlich nicht zu halten in der Lage gewesen sein wird. Das deutet darauf hin, dass auch ehemalige Hofpächter später Büdner wurden. Eine Archivalie befasst sich 1800 bis 1818 mit der „Aufteilung des Schultzeschen Pachthofes“. Dieser dürfte in Büdnerstellen geteilt worden sein.

Sowohl bei den Hofpächtern als auch bei den Büdnern gab es eine übliche soziale Absicherung für das Alter. Für das Jahr 1875 findet sich im Landeshauptarchiv ein „Statut über Altenteile und Abfindungen aus den Bauerngütern der Gemeinde Teldau“. Altenteile und damit verbundene Abfindungen gab es noch bis in das 20. Jahrhundert hinein (s. Bericht von Friedrich Vernunft unter 7.2.). Mit dem Altenteil war ein lebenslanges Wohnrecht in festgelegten Räumen des Bauernauses – teils gab es sogar bestimmte Altenteilerwohnungen. Damit verbunden waren auch Geldleistungen und die materielle Versorgung der Altenteiler mit Lebensmitteln, Heizmaterial, Gartenanteile usw. Die Altenteiler hatten jedoch nach ihren Kräften noch in der Wirtschaft zu helfen. Der Umfang des Altenteils war natürlich zwischen Hofpächter und Büdner recht unterschiedlich. Nun soll eine Altenteilsregelung für einen Büdner aus Schwabendorf folgen:

Ihm und seiner Ehefrau und solange der letzte Theil

von ihnen beide lebe, jährlich als Altentheil zu leisten: 
 a, die Benutzung von 60 Ruthen Gartenland
    mit den darauf befindlichen Obstbäumen und
    zwey von seinen drey Eichenbäumen, inma-
    ßen alles bereits unter ihnen an Ort und
    Stelle angewiesen sey.
 b, die ihm gehörigen Pathweiden in soferne solche
    binnen dem Sudendeiche standen.
 c, eine der vorhandenen beiden Kühe, Winters
    über von ihm selbst aus zu füttern;
 d, freie Kost und Pflege am Tische des Hauswirths, so
    gut er und seine Frau es sich selbst halten können;
 e, die Benutzung einer der beiden Stuben und freie
    Heitzung, sobald von Eltern wegen solches ver-
   langt wird.

Die sogenannten Deichlieger, die nur einen kleinen Katen (Kiffe.Kuffe) hatten, waren wie oben bereits ausgesagt notwendige Kräfte für die Deichinstandhaltung und -verteidigung. Sie werden jedoch auch als Tagelöhner auf den größeren Höfen gearbeitet haben. Bei ihnen war natürlicherweise das Bestreben ausgeprägt, in den Büdnerstand aufzusteigen.

6. Die Entwicklung der Gemeinde Teldau

Die Gemeinde Teldau

Die heutige Gemeinde Teldau bestand bis in die 1970er Jahre aus zwei Gemeinden

  1. Die Gemeinde Teldau
  2. Die Gemeinde Timkenberg


6.1. Die Gemeinde Teldau bis 1918

Die Gemeinde Teldau hatte bis 1918 einen in Mecklenburg nahezu einmaligen Sonderstatus, den es in ähnicher Form nur auf der Insel Poel gab.

Gemeindestatus der Teldau seit 1.Juli 1874:

Die Gemeinde umfasst das Domanialgebiet der Teldau , somit ohne Groß und Klein Timkenberg. Ortspolizeiliche Obliegenheiten werden von den Erbpächtern, in den Büdnerbezirken von den dortigen Schulzen wahrgenommen, für Butenhagen, Klayen und Deichau von dem Gemeindevorsteher. Gemeindevorsteher ist der Deichvogt. Er hat zwei Deichassistenten als Schöffen zur Seite. Zusammen bilden sie den Gemeindevorstand. Der Deichvogt wird vom Landesherrn ernannt und vereidigt. Die Deichassistenten werden einer von den Erbpächtern, der zweite von den Büdnern ausgewählt und dem Amt vorgeschlagen. Die Gemeindeversammlung besteht aus dem Gemeindevorstand, einem Inhaber einer Schulstelle, der vom Vorstand auf 6 Jahre bestimmt wird, den Erbpächtern, die auf ihren Höfen wohnen, den Schulzen der Büdnerbezirke und 5 Büdnervertretern. Für Entscheidungen über wasser- und wegebauliche Arbeiten im Gemeindegebiet sind die außerhalb wohnenden Erbpächter, einschließlich von je einem Vertreter der Bandekower und Gülzer Hüfner hinzuzuziehen. (nach G. Bierstedt „Die Amtsführung der Gemeinde und Ortsvorstände …“ Lübz 1904)

Im Mecklenburg-Schwerinschen Staatskalender werden 1890 die Schulzen Behncke in Hinterhagen, Lemke in Schleusenow, Lemm in Soltow, und Haase in Vorderhagen aufgeführt. Im Jahre Staatskalender 1901 sind ausgewiesen, in Hinterhagen Schulze Behncke, in Schleusenow Schulze Lemke, in Soltow Schulze Best und in Vorderhagen Schulze Puttfarken, der Deichvogt. 1914 sind die Schulzen in Hinterhagen Wilhelm Behncke. in Schleusenow Friedrich Lemke. in Soltow Best und in Vorderhagen der Deichvogt Hermann Puttfarken. Da für die Teldau insgesamt ein besonderer Gemeindestatus galt, werden diese jedoch bis auf den Deichvogt nur Ortsvorsteher gewesen sein.

Zum Gemeinwesen der Teldauer Büdnersiedlungen gehörten auch die Holzvögte und die Deichvögte, aufgeführt in den Staatskalendern 1810 als Holzwärter in der Teldau, 1825 als Holwärter und Deichvogt, noch neben den Büdnern, 1851 in Soltow der Deichvogt neben den Büdnern und in Vorderhagen der Holzvogt mit Büdnerstatus. In den Staatskalendern 1881 und 1901 haben sowohl der Deichvogt als auch der Holzvogt den Büdnerstatus.

Im 19. Jahrhundert werden in der Teldau noch Nebenzölle erhoben. Es wird sich um den aus der Schalfahrt überkommenen Rest des Zolls für die Benutzung des Schwarzen Wassers (Unterlauf der Sude vom "Bandekower See" bis zur Sudemündung) durch die Schiffahrt gehandelt haben. Der Nebenzoll wird in den Staatskalendern 1810 und 1825 unter Teldau, 1851 unter Soltow und dann 1855 nicht mehr genannt.

Weitere herrschaftliche Einnahmequellen im Domanium waren die Fähren. Als solche werden im Staatskalender 1851 die Fähren in Soltow und Vorderhagen ausgewiesen. Hinzu kamen die Krüge die 1901 in Vorderhagen, sowie 1901 und 1914 in Timkenberg genannt werden.


Groß Timkenberg hatte als ritterschaftliches Gut keinen Gemeindestatus, ebenso Sprengelshof und Teschenbrügge. Die Aufgaben des Ortsvorstehers hatte der Gutsbesitzer bzw. sein Verwalter vor Ort wahrzunehmen. Neben dem Gut gibt es 1901 14 Büdner, 1 Schenkwirtschaft und Branntweinhandlung und die Schule und 1914 die Fähre mit Schankwirtschaft.


6.2. Die Gemeinden nach 1918

Das Ende des Ersten Weltkrieges brachte einige Veränderungen. Zunächst einmal war die Vertretung der Bürger durch die Gemeindeversammlung nun demokratisch zu wählen. Das Wahlrecht stand den mündigen Einwohnern - nun beiderlei Geschlechts - zu. Die Gemeindeversammlung entsprach der heutigen Gemeindevertretung. Die Stimmberechtigung war nicht mehr vom Grundbesitz abhängig. Die Schulzen - wie sie zunächst noch hießen als Ortsvorsteher wurden in den Dörfern jedoch noch häufig aus dem gleichen Personenkreis wie vor der Revolution gewählt. So war Hermann Puttfarken auch 1923 noch Obervorsteher der Teldau. 1927 war Paul Guhl aus Weitenfeld der Schulze.

Es waren jedoch für die Gemeinden schwierige Jahre, die vom Zwist zwischen den Parteien des rechten, noch monarchistischen Lagers und den revolutionären Parteien, den Sozialdemokraten und den Kommunisten, geprägt waren. Hintergrund waren auch die Folgen des Ersten Weltkrieges, in dessen Ergebnis dem Deutschen Reich durch den Versailler Friedensvertrag schwere Lasten aufgebürdet wurden, die sich auf den Bauern und den Bürger auswirkten. Ein Ergebnis der hohen Reparationsleistungen, die gefordert wurden, war die Inflation der Deutschen Mark, die alle belastete. Die Gemeinden hatten somit keine leichte Aufgabe, die finanziellen Belastungen zu tragen. Es kam auch in der Wirtschaft zu Konkursen und zum Verkauf von Bauernhöfen, wie Franzhagen, Grabenau und auch der Gutswirtschaften wie Amholz, Timkenberg, Sprengelshof und Teschenbrügge. Die Gemeinden hatte auch Verantwortung zu tragen, für die Ausstattung der Schulen, die Hebammenbezirke und vor allem auch für die Versorgung der Ortsarmen. Dann schöpften viele Hoffnung, als ein stärker autoritäres Regime sich andeutete, das aber letzen Endes zu weitaus größeren Problemen führen sollte. Wenn der Nationalsozialismus, wie er sich demagogisch nannte, in der Teldau auch nicht den gleichen Widerhall fand wie im benachbarten Niendorf, so blieb er jedoch auch hier nicht ohne Folgen.

Nach der Umwandlung des Gemeindestatus in Mecklenburg in den 1930er Jahren wird die einheitliche Gemeinde Teldau (ohne Timkenberg) nach preußischem Vorbild gebildet. Der Schulze der Gemeinde nennt sich nun Bürgermeister, seine beiden Schöffen nennt man Beigeordnete. Sie bilden gemeinsam mit in der Regel zwei weiteren Bürgern den Gemeinderat. Bürgermeister war im Jahre 1939 Carl Wielow aus Vorderhagen.. Auch nach dem Kriegsende 1945 bestehen die beiden Gemeinden nebeneinander.

6.3. Die Gemeinden nach Ende des Zweiten Weltkriegees 1945

Das Kriegsende hatte wesentlich veränderte politische Verhältnisse zur Folge. Unter der britischen Besatzungsmacht in den ersten Nachkriegswochen erfolgte noch keine durchgreifende Veränderung. Jedoch hatte zumindest der Einfluss der ehemaligen Nazis aufgehört. Nachdem am 1.Juli 1945 die sowjetische die britische Besatzung abgelöst hatte, begann der radikale Umbruch.

In den Dörfern wurden allgemein die Bürgermeister und die Lehrer ihrer Ämter enthoben, da sie in der Zwischenzeit teils nach längerem Sträuben Mitglieder der NSDAP geworden waren. Letzten Endes zählte nur die Mitgliedschaft. Die Ortsbauernführer waren ebenfalls meist nur NSDAP-Mitläufer gewesen. Einige ehemalige Nationalsozialisten freundeten sich mit der Besatzungsmacht an.

Die Besatzungsmacht war bemüht, Kommunisten oder in deren Ermangelung Sozialdemokraten als Bürgermeister einzusetzen. Der Einfluss der ehemaligen Sozialdemokraten war nun ziemlich groß. Das waren in den Dörfern im Allgemeinen die Maurer und Zimmerleute. Sie mussten aber dann auch die erzwungene Vereinigung ihrer Partei mit der Kommunistischen Partei erleben.

In der Teldau kamen die ersten Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg noch aus der Reihe der Erbpächter. Zunächst war es weiterhin Hermann Guhl (s. Chronik der Familie Guhl), ab 1947 Heinrich Wißling. die Dörfer, wie die Städte mussten 1945 viele Flüchtlinge aus den Ostgebieten aufnehmen. Das waren in erster Linie Hinterpommern, aber auch Ostpreußen, Schlesier und Sudetendeutsche. Die Unterbringung war nicht immer leicht. Es war nicht selten, dass vierköpfige Familien in einem Zimmer von 12 bis 14 qm Größe untergebracht waren (s.u. Brief von Eva Vernunft). Sie mussten mit fremden Möbeln wohnen und Arbeiten annehmen, die in keiner Weise ihrer Ausbildung entsprachen. Die Familien waren auch oft auseinander gerissen, da die Männer noch in der Gefangenschaft oder gar gefallen waren. Nicht alle Einheimischen brachten Verständnis für die den Flüchtlingen aufgezwungenen Bedingungen auf. Es gab auch Fälle, in denen die Notlage für eigene Zwecke ausgenutzt wurde. Die meisten Alteinwohner brachten den Flüchtlingen jedoch Verständnis entgegen. Die Aufnahme von Flüchtlingen brachte es mit sich, dass die Einwohnerzahl wesentlich anwuchs. Die Zahl verminderte sich jedoch wieder, weil viele den Weg zu den Arbeitsplätzen in der Stadt oder über die noch recht durchlässige Grenze in die Westzonen suchten.

Die wirtschaftliche Situation in den Dörfern war - wenn auch nicht in gleichem Maße wie in den Städten - vor allem durch die generelle Lebensmittelknappheit geprägt. Wie nach dem Ersten Weltkrieg wurden wieder die Lebensmittel rationiert und nun konsequenterweise Lebensmittelkarten ausgegeben, deren Belieferung aber keinesfalls nach Menge und Qualität gesichert war. Dabei wurden die Lebensmittelkarten in einige Kategorien eingeteilt. Schwerarbeiter erhielten beispielsweise eine bessere Versorgung als der Normalverbraucher und unter der bäuerlichen Bevölkerung gab es Selbstversorger, die nur Zucker, Waschmittel usw. erhielten, und Teilselbstversorger. Parallel dazu wurde auch in der Landwirtschaft für deren Produkte eine konsequente Pflichtablieferung eingeführt. Der Gemeinde wurde vom Rat des Kreises in Hagenow ein Soll für alle abzuliefernden Produkte auferlegt. Das waren Getreide (Roggen, Weizen, Gerste, Hafer), Kartoffeln, Milch, Schweinefleisch, Rindfleisch, Eier und Wolle und auch Zuckerrüben und Sonderkulturen. Dieses Soll für die Gemeinde war innerhalb dieser zu differenzieren. Dazu wurden in den Gemeinden Differenzierungskommissionen gebildet, in denen die Bürgermeister, die Parteivorsitzenden, die Vorsitzenden der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) und auch Bauern Mitglied waren. Ausgehend von einem durchschnittlichen Betrieb hinsichtlich der Größe, der Bonität und der Lage wurde das Gemeindesoll auf die einzelnen Betriebe aufgeteilt. Es gab jedoch Vorgaben, nach welchen Maßstäben die unterschiedliche Größe der Betriebe zu berücksichtigen war, eingeteilt in Großbauern (Betriebe ab 20 ha unabhängig von der Bonität), Mittelbauern (ab 10 ha) und Kleinbauern. Aus ideologischen Gründen wurden die angeblich kapitalistisch wirtschaftenden "Großbauern" besonders belastet. Davon waren alle Höfe in der Teldau betroffen, die nicht unter die Bodenreform gefallen waren.

Die allgemeine Knappheit erfasste in diesen Jahren auch die Energieversorgung. Zunächst ist festzustellen, dass die Teldau erst Anfang der 1950er Jahre vollständig an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde. Auch dann gab es fast täglich Stromsperren. Diese waren sehr einschränkend für die Betriebe. So musste manche Kuh beim Licht einer Petroleum-Stalllaterne gemolken werden. Aber auch in den Haushalten und bei den Handwerkern gab es kein Licht und auch keine Maschinenarbeit in dieser Zeit. Diese Stromsperren dauerten bis weit in die Fünfziger Jahre hinein an. Darüber hinaus war oft die Stromspannung so niedrig, dass beispielsweise nicht mehrere Maschinen beim Dreschen gleichzeitig laufen konnten. Für die Gemeinden entstand dadurch die zusätzliche Aufgabe der Aufstellung von Druschplänen.

Am 15.10.1950 wurde eine Kommunalwahl durchgeführt, bei der es erstmalig DDR-typische Wahlergebnisse gab, nämlich 100% Wahlbeteiligung und ja-Stimmen. Am 20.12.1950 wurde ... zum neuen Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Der bisherige Bürgermeister Heinrich Wißling war 1950 in die BRD übergesiedelt. Nach der Wahl schlugen die SED-Gemeindevertreter Emil Doose aus Amholz als Bürgermeister vor, stießen aber auf Bedenken der CDU-Vertreter. Am ende wurde Doose jedoch gewählt.

Von der Übersiedlung in den "Westen", der BRD, offiziell als "Republikflucht" bezeichnet, war bereits die Rede. Nachdem die bis dahin noch ziemlich durchlässigen Landgrenzen im Jahre 1952 stärker gesichert wurden, angeblich zum "Schutz der DDR", bestand bis 1961 noch immer die Möglichkeit der Ausreise über Westberlin.

Die Gemeinde musste sich zunehmend in die Belange der Landwirte einmischen. Nicht nur Anbau- und Viehhaltungspläne waren aufzustellen, sondern in der Erntezeit waren wegen der niedrigen Stromspannungen Druschpläne zu erarbeiten und Nachtdruschkolonnen aufzustellen. Auch die Erfüllung der Ablieferungspflicht war zu überwachen. Die Gemeinde war dann u.a. auch für die Organisation der Kartoffelkäferbekämpfung verantwortlich. Diese bestand in erster Linie im Absammeln der Käfer und Larven von Hand. Daran mussten sich alle Haushalte und die Schulen beteiligen. Zeitweilig wurden sogar die abgesammelten Käfer stückweise bezahlt (bis zu 3 Pfg. je Stck.). Auch dabei oblag die Abrechnung der Gemeinde.

Selbst im Jahre 1954 wurden gemeindliche Planungen für den Ablauf der landwirtschaftlichen Arbeiten in der Gemeinde noch gefordert. Das Beispiel aus dem Protokoll der Gemeindevertretersitzung vom 14.03.1954 mag das belegen, in dem vom Plan der Frühjahrsbestellung ebenso dieDatei: Rede ist wie von der Erfüllung der Produktion tierischer Produkte in der Gemeinde.

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Aus diesen Darlegungen wird deutlich, dass die Gemeinde einen hauptamtlichen Bürgermeister und einen Gemeindesekretär benötigte. Der Gemeinderat bestand zu dieser Zeit aus dem Bürgermeister Emil Doose und den Mitgliedern Gerd Böttger und Wilhelm Dierks, beide SED.

Zusätzlich zu den Gemeinde- und Staatsorganen mischte sich auch noch die Besatzungsmacht in die Belange des bäuerlichen Wirtschaftens ein. Zu den restriktiven Maßnahmen der Staatsorgane, an denen die Gemeinde mitwirken musste, gehörten auch die Zwangsaussiedlungen von Familien aus dem Sperrgebiet im Rahmen der "Aktion Ungeziefer". Davon waren in der Teldau die Familien Vernunft aus Langfeld, die Familie Gutzmer und Paul Danzke aus Amholz, sowie die Familien Timmermann aus Soltow und Rehr aus Hinterhagen betroffen. Deren Betriebe wurden enteignet und in einen "Örtlichen Landwirtschaftsbetrie" (ÖLB) überführt, dessen Leiter Wilhelm Diercks aus Schleusenow (1954 ÖLB-Betriebsleiter Zabel) wurde. In diesen Betrieb wurden auch die Betriebe der sogenannten "Republikflüchtigen" eingeordnet, die wie Familie Mohrmann aus Paulshagen, den staatlichen Druck nicht mehr ertragen hatten und durch die Übersiedlung in die Bundesrepublik der Zwangsausweiung und Enteignung zuvorgekommen waren. In dieser Zeit war es auch möglich, dass ein Bürgermeister schnell verhaftet wurde. So erging es auch Bürgermeister Dose, für den im Dezember 1952 Ratsmitglied Willi Dierks mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt war. Doose war dann aber recht schnell wieder frei.

Im Jahre 1953 wurden unter dem Eindruck der Ereignisse des 17. Juni einige überspitzte Maßnahmen, wie die Enteignung der "devastierten" Betriebe wieder aufgehoben, jedoch waren in der Zwischenzeit einige Bauern, in die Bundesrepublik übergesiedelt.

Überhaupt haben die Ereignisse des 17.Juni 1953 einige Unruhe erzeugt. Weil die Bereitschaft zum Mitwirken an den von der offiziellen Politik der DDR und ihrer Verwaltungsorgane verursachten Repressalien nicht vorhanden war.

In dem Protokoll der Gemeindevertretersitzung vom 14.Mai 1955 wird neben der Anwesenheit des Bürgermeisters Emil Doose vermerkt "anwesend der neu eingesetzte Bürgermeister Helmuth Nitsche". Offenbar hat es nicht dokumentierte Ungereimtheiten gegeben, denn noch im Jahre 1955 wurde Friedrich Speckardt Bürgermeister der Gemeinde Teldau. Er musste jedoch bereits in Dezember des Jahres aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Sein Nachfolger wurde Gerhard Meller, der bisher in Bandekow gewohnt hatte.

Trotz aller Widrigkeiten ist 1956 in einem Protokoll der Gemeindevertretung die Rede davon, "Vorarbeiten für die Einrichtung eines Kindergartens" in Angriff zunehmen. Damit war sicher nur ein Erntekindergarten gemein, der die Bäuerinnen in der Erntezeit entlasten sollte.

Im gleichen Jahr bietet der "VEB Wasserwirtschaft Sude-Elde", der die Aufgaben des Entwässserunsgsverbandes und auch den Deichverbandes Teldau übernommen hatte, an, die Ländereien des Deichverbandes an die Gemeinde zu übergeben.

Im Jahre 1956 wurde gemäß der 30-Jahrfeier 1986 die Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaft (LPG) "Sudeniederung" Teldau aus dem ÖLB gegründet. In den Archivalien des Kreisarchivs wird die LPG bereits 1955 erwähnt. Der Widerspruch wird sich aus der Überschneidung von Vorgängen beim ÖLB und in der LPG erklären lassen, deren Akteuere zunächst die gleichen Personen waren. Am ... wurde sie beim Rat des Kreises Hagenow im Genossenschaftsregister registriert. Deren Vorsitzender wurde nun der der ehemalige Betriebsleiter des ÖLB Wilhelm Diercks.


Im Jahre 1973 wurde die Großgemeinde Teldau gebildet, indem die bisher selbständigen Gemeinden Timkenberg und Stiepelse mit den Ortsteilen Neu Bleckede und Neu Wendischthun mit der bisherigen Gemeinde Teldau vereinigt wurden. Bürgermeister wurde der Landwirt Paul Vogt aus Stiepelse.

6.4. Die Schulen in der Teldau

Die Schulen in der Teldau werden wie anderenorts im 18. Jahrhundert gegründet worden sein. In Hinterhagen ist um 1800 der Schulmeister Johann Hinrich Lehmnitz überliefert, dem 1808 die Tochter Maria Dorothea Hanna geboren wird (Ururgroßmutter von Elke Greve, geb. Fiedler, lt. Familienchronik). In Staatskalendern werden 1800 bis 1825 jeweils drei Schulen in der Teldau ausgewiesen. Diese werden wie ab 1851 in den Staatskalendern - jeweils eine in Hinterhagen, Soltow und Vorderhagen gewesen sein. Die Standorte der Schulen waren in Soltow am Deich zwischen Sehlkes Hof und Franzhagen, in Vorderhagen im Christenland am Weg von Langfeld, wo er auf die befestigte Straße Am Mittelholz trifft, und in Hinterhagen hinter den letzten Büdnern. Dort trifft der Schaulstieg von Weitenfeld und Paulshagen auf das Schulgrundstück. Die Schulen bestanden allgemein aus Häusern, die ahnlich wie die der Büdnereien, kleine Hallenhäuser waren, auch häufig noch strohgedeckt und mit Ställen für die kleine Landwirtschaft der Lehrer versehen. Der Lehrer musste sich einen wesentlichen Anteil seines Gehalts mit der Betreibung einer Landwirtschaft in Größe einer Büdnerei verdienen. Dazu hatten die Bauern und Büdner eine Reihe von Arbeiten für den Lehrer zu übernehmen, z.B. Pflügen, Dung fahren, Mähen und Einfahren von Heu und Erntegut. Das war häufig ein Streitpunkt in den Gemeinden. Zudem waren die Schullehrer in der Regel kleine Handwerker, wie Schneider, Weber und ähnliche Berufe, um sich ernähren zu können.

Aus einer heimatkundlichen Veröffentlichung in der Presse, die dem Verfasser erinnerlich ist, war zu ersehen, dass Soltower Kinder zeitweilig die Schule in Bandekow besuchten. Der dortige Lehrer beklagte sich über die Kinder und deren Eltern, da die Kinder so unregelmäßig in die Schule kämen. Sie seien schlecht gekleidet und oft hungrig gewesen. Das ist eine Feststellung, die deutlich macht, dass die Eltern den Wert der schulischen Bildung nicht erkannt hatten und die Kinder nur widerwillig in die Schule geschickt haben. Möglicherweise hat eine weitere Entwicklung in den Landschulen des Domaniums ihre Einstellung zu der Schule etwas verbessert. Bei den Schulen in Hinterhagen, Soltow und Vorderhagen wurden nämlich, wie im mecklenburg-schwerinschen Domanium generell in dieser Zeit so auch in der Teldau, ab 1881 jeweils auch Industrieschulen ausgewiesen. Diese hatten die Aufgabe die Schüler in hauswirtschaftlichen Aufgaben zu unterrichten, die Mädchen in Handarbeiten und Hauswirtschaft, die Jungen im Garten- und Obstbau. Somit gab es bereits seinerzeit eine Vorstufe des späteren polytechnische Unterrichs, die unter anderem auch der Hebung des Niveaus des Obstbaus in den Dörfern dienen sollte.

Die um 1930 gebaute Schule in Vorderhagen, Wirtschaftsgiebel. Bild Greve
Schule Vorderhagen. Der Klassentrakt. Bild Greve


Um 1930 wurde an einem zentralen Punkt in Vorderhagen eine neue Schule mit mehreren Klassenräumen erbaut, die die bis dahin übliche einklassige Schule abgelöst hat. In diese gingen in den Nachkriegsjahren bis Ende der1950er Jahre dann auch die 5. bis 8. Klassen der Neu Wendischthuner Schule aus Stiepelse, Neu Wendischthun und Neu Bleckede. Diese wurden später (1959) dem Neuhauser Schulbereich zugeordnet. In der DDR wurde dann in den 1960er Jahren eine weitere Zentralisierung der Schulen vorgenommen. So gehörte die Teldau dann zum Schuleinzugsbereich der Schule in Zahrensdorf.

7. Unter den Besatzungsverhältnissen und den frühen Jahren der DDR bis 1959

7.1. Das Kriegsende

Am 2. Mai 1945 überquerten die amerikanischen Truppen auf einer Pontonbrücke bei Bleckede die Elbe. Am 1. Juni 1945 wechselte die Besatzungsmacht auf die britischen Streitkräfte. Am 1.Juli 1945 übernahmen die sowjetischen Truppen das Besatzungsregime.


Das Kriegssende in Schwabendof nach persönlichen Erinnerungen von Inge Pforr u.a.: Im Jahre 1945, so im April (kurz vor Kriegsende), hatte Mama keine Ruhe mehr in Boizenburg. Wir packen das Nötigste ein und fahren per Rad nach Timkenberg. Alles deutete schon darauf hin, dass der Krieg zu Ende ging, aber wie, das konnte sich keiner vorstellen. Über Hamburg tobten immer noch Angriffe und am Himmel trieben Tiefflieger ihr Unwesen. Mama und Elfriede mussten aber dringend nach Boizenburg – auf Lebensmittelkarten war etwas Besonderes „aufgerufen“ worden. Die beiden rasten los. Unterwegs überraschte sie ein Tieffliegerangriff – die Fahrräder wurden flugs in den Straßengraben geworfen und Mama kriegte vor Angst eine Gallenkolik. War ich froh, als sie wieder den Deich längs kamen, total kaputt. Daran wird sich Elfriede sicher erinnern. Wir schliefen dann bei Elfriede mit in den Ehebetten, ich mit Mama zusammen. Elfriede hatte gute Schlaraffiamatratzen, die waren mir viel zu weich. Das war ich nicht gewöhnt, denn ich hatte eine Seegrasmatratze. Da waren wir nun wohl Anfang Mai 1945 ein, zwei Wochen in Timkenberg und rechneten jeden Tag mit dem Ende des Krieges. Und da kamen tatsächlich eines Tages Soldaten um die Ecke bei Thiel´n Magda – keine Deutschen, wie die Tage vorher, die alle versuchten, zu „türmen“. Nun, das waren wohl Schotten, manche nämlich in Röcken und mit Dudelsack. Magda Thiel und Tochter llse hatten ihr Haus verlassen, waren zu Verwandten gegangen. Die Tür war abgeschlossen. Die brachen die Soldaten auf, rein ins Haus und in die Speisekammer. Dort stand eine Kiepe voll mit Eiern. Dann ging dort erstmal das große Eiergelage los. Hinterher lagen überall Eierschalen herum. Aber eine Gruppe kam dann auch zu uns ran. Erste Frage: German soldiers here? No soldiers (ich mit meinem Schulenglisch war 1. Dolmetscher- 14 Jahre alt, Anni 18). Only women and children. Well, leave the house, we need it, you can go to old neighbour woman. Also mussten wir uns bei Thiel´n Mudder einquartieren - aber nur für 1-2 Tage, dann zogen sie ab.

Aber vorher wollten sie „milk“. So, eine Kuh stand trocken und die andere hatte gerade gekalbt. Tante Frida sagte: “wi heft kein melk“. Aber einer der soldiers zeigte auf einen Eimer. „This milk, please“. Tante Frida: „Na, in Hergotts Namen, giv em de Beistmelk (Biestmilch), wenn hei de drinken will, wi gevt de bloß dat Kalf“. Abends sangen sie schottische Lieder, so war die erste Begegnung mit dem „Feind“ ganz gut. (aus: Tante Inges Erinnerungen an Timkenberg). Nach 1945, Einmarsch der Amerikaner, KZ in Boizenburg/Vier - Entlassene hätten geplündert (DJB). Die Russen haben dann die Fahrzeuge mitgenommen. Wertgegenstände wurden in Bracks versenkt und jede Menge Abfall (DJB). Nach 1945 Einquartierung von Flüchtlingen, z.B. Familie Achenbach, die heute noch in den umliegenden Dörfern wohnt.

7.2- Die Bodenreform

Eine der frühen Anordnungen der sowjetischen Besatzungsmacht, die auch den Zielen der sozialistischen und der kommunistischen Parteien entsprach, war die Durchführung einer Bodenreform. Dabei sollte aller landwirtschaftlicher Grundbesitz ab 100 ha aufgeteilt werden, ebenso der Grundbesitz aktiver Nationalsozialisten. Darunter fielen Amholz (174 ha), Groß Timkenberg (249 ha), Sprengelshof (102 ha) und Teschenbrügge (116 ha). Es entstanden einige Neubauernsiedlungen mit neuen Gehöften bei Timkenberg, Sprengelshof und Teschenbrügge. Der größere Teil bezog jedoch vorhandene Gebäude, teilweise nach Umbau. Ein Teil der Flächen wurde den Büdnern und Häuslern zur Aufstockung der eigenen Wirtschaft gegeben. Dazu dienten häufig auch fiskalische Flächen auf der Gemarkung Neu Bleckede, die ebenfalls der Bodenreform unterfielen.

Die Maschinenausleihstation (MAS) und die Bäuerliche Handelsgenossenschaft (BHG)

Im Jahre 1946 war in Wiebendorf der Maschinenhof der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) gegründet worden. Er wurde auf dem Gelände und in Gebäuden des ehemaligen Gutshofes angesiedelt. Die Aufgabe dieser Einrichtung war die Ausleihe von Maschinen vor allem an die Neubauern der Bodenreform. Dazu wurden Traktoren und Landmaschinen der ehemaligen Güter hier konzentriert. Im Jahre 1949 wurde dieser Maschinenhof zu einer Maschinenausleihstation (MAS), nun als volkseigener Betrieb, umgebildet. Dieser erhielt aus der wieder aufgenommenen Landmaschinen- und Traktorenproduktion der DDR weitere Maschinen, u. a. die Traktoren „Aktivist“ aus Brandenburg und „Pionier“ aus Nordhausen. Die MAS hatten auch zusätzliche politische Aufgaben zu übernehmen. Sie dienten als verlängerter Arm der Partei, der SED, wie formuliert wurde als „Stützpunkte der Arbeiterklasse auf dem Lande“. Dazu wurden zusätzlich zu dem technischen Personal auch an Fach- und Hochschulen ausgebildete Landwirte, die Agronomen und Zootechniker, und Instrukteure der Partei sowie auch der Jugendorganisation FDJ (Freie Deutsche Jugend) eingestellt. Das diente bereits der Vorbereitung der mittelfristig vorgesehenen Kollektivierung der Landwirtschaft aber auch der Steigerung der Erträge durch Einführung wissenschaftlicher Methoden in der Landwirtschaft. Wegen der Größe des Arbeitsgebiets der MAS wurden dann Maschinenstützpunkte als Außenstellen eingerichtet, auf denen Traktoren und Maschinen ständig stationiert wurden, so auch in Vorderhagen. Im Jahre 1952 erhielten die Maschinenausleihstationen (MAS) die neue Bezeichnung Maschinen- und Traktoren-Station (MTS). Die Begründung dafür war, dass die Maschinen nicht ausgeliehen wurden, sondern in Lohnarbeit bei den Landwirten arbeiteten. Es war jedoch bereits ein weiterer Schritt in Richtung der Kollektivierung der Landwirtschaft.

Nach dem Jahr 1960, als im "Sozialistischen Frühling" die Vollgenossenschaftlichkeit mit massivem Druck auf die noch abseits stehenden Bauern erreicht wurde, wurde im Jahre 1962 der Kreisbetrieb für Landtechnik mit Sitz in Setzin gegründet, der die einzelnen MTS als Teilbetriebe zusammenfasste. Wiebendorf wurde der örtlichen LPG als Reparaturbasis übergeben.

Die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe, eine bäuerliche Massenorganisation, die unter der Führung der SED im Gefolge der Bodenreform im November 1947 gegründet wurde, hat unter der bäuerlichen Bevölkerung eine relativ große Rolle gespielt. Zeitweilig hat sie sogar eigene Kandidaten für die Volksvertretungen aufgestellt, die freilich immer unter dem Einfluss der SED standen. Eine der wichtigsten Aufgaben, die auch am nachhaltigsten in der Bevölkerung gewirkt hat, war die Gründung der Bäuerlichen Handelsgenossenschaften der VdgB, die die Nachfolge der Raiffeisengenossenschaften antraten und eine wichtige Aufgabe bei der Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Artikeln des bäuerlichen Bedarfs und auch die Rolle einer Bäuerlichen Genossenschaftsbank übernahmen. In der Teldau hatte es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg einen "Teldauer Spar- und Darlehenskassen-Verein eGmbH und dann bis 1949 eine Raiffeisenkasse Teldau eGmbH gegeben, die ab diesem Jahr in die Landwirtschaftliche Dorfgenossenschaft Teldau und Umgebung in Vorderhagen überging. Diese wurde dann unter der Ägide der VdgB zur VdgB/BHG mit Sitz in Vorderhagen. Das Teldauer Dörphus ist eines ihrer früheren Gebäude. Leiter der BHG war anfangs Otto Beilfuß, der spätere Vorsitzende der LPG "Philip Müller" Timkenberg.

7.2. Die landwirtschaftlichen Betriebe nach dem Zweiten Weltkrieg

Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden bereits seit der Einführung der Nachkriegsverwaltung mit einem Ablieferungssoll für landwirtschaftliche Produkte beauflagt. Diese Beauflagung durch das Landratsamt, später durch den Rat des Kreises erfolgte an die Gemeinde insgesamt. Innerhalb der Gemeinde wurde durch eine Differenzierungskommission die Beauflagung der einzelnen Betriebe vorgenommen. Diese Kommission bestand allgemein aus dem Bürgermeister, Gemeindevertretern und Vertreter der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB).

Zu Beginn der Fünfziger Jahre verschärften sich in allen Dörfern die Tendenzen, durch wirtschaftliche Maßnahmen die größeren Bauern, die ab einer Betriebsgröße von 20 ha unabhängig von der Bodenqualität und der Betriebsstruktur als Großbauern bezeichnet wurden, zur Aufgabe ihrer Betriebe zu zwingen. Ein wesentliches Element dazu war die Verschärfung der Pflichtablieferung, die nun Anfang der Fünfziger Jahre durch die Möglichkeit, „Freie Spitzen“ zu liefern, ergänzt wurde. Als „Freie Spitzen“ wurden die überschüssigen Produkte bezeichnet, die nicht für die Pflichtablieferung und auch nicht für den betrieblichen Kreislauf benötigt wurden. Für diese wurde ein wesentlich höherer Preis gezahlt. Dadurch konnten gerade die kleineren und die mittleren Betriebe durch intensive Ausnutzung ihrer Flächen höhere Gewinne erzielen. Die so genannten „Großbauern“ hatten nun mit der hohen Sollveranlagung zu kämpfen.

Bei den Betrachtungen der Landwirtschaftspolitik dieser Zeit, muss man feststellen, dass die Anordnungen häufig von politischen Kadern aus ideologischen Gründen getroffen wurden, obwohl sie weder Kenntnisse der Abläufe in der Pflanzen- und Tierproduktion noch von deren Ökonomie hatten. Somit waren ihre Eingriffe oft eindeutig kontraproduktiv und störten, ja zerstörten die innerbetrieblichen Kreisläufe. Sie erkannten beispielsweise nicht, dass der Bauer als Futtergrundlage immer einen Bestand an Getreide haben musste, sondern verlangten auch das letzte Korn "für den Staat". Ebenso wenig erkannten sie, dass der Bauer während der Herbstarbeiten keine Zeit zum Dreschen hatte, was ja traditionell auch eine Winterarbeit gewesen ist. Sie verlangten den schnellen Drusch, damit das Getreide abgeliefert werden konnte.

Die Repressalien gegen die „Großbauern" nahmen immer mehr zu. Es wurden Hauskontrollen durchgeführt, wenn beispielsweise das Getreide-Ablieferungssoll nicht erfüllt war. Diese Kontrollen konnten innerhalb der Gemeinde angeordnet, aber auch von den staatlichen Erfassungsorganen vorgenommen werden. Zur Überprüfung der staatlichen Anbaupläne und Viehhaltungspläne, die den Bauern die Art und den Umfang des Anbaues der Ackerkulturen und der Viehhaltung im Detail vorschrieben, wurden Feld- und Hofbegehungen durchgeführt. Die Verweigerung der Hausschlachtung an Betriebe, die ihr Soll in der Schlachtviehablieferung nicht erfüllt hatten, war gang und gäbe. Dazu muss man wissen, dass das Schlachten für den Eigenbedarf bereits in der Kriegszeit und dann auch danach der Genehmigung durch die Gemeinde bedurfte. Diese durfte die Genehmigung an Betriebe mit Ablieferungsschulden nicht erteilen. Da andererseits die Landwirte als Selbstversorger auch keine Fleischversorgung auf der Lebensmittelkarte erhielten, waren sie gezwungen, Schwarzschlachtungen durchzuführen. Wurden diese entdeckt, so wurden sie wegen Wirtschaftsvergehen bestraft. Eva-Maria Roß, geb. Vernunft (ehemals in Langfeld) schildert: "Ein 'schwarz' geschlachtetes Schwein und 138 Zentner zurückbehaltenes, dringend als Futter und Saat benötigtes Getreide brachten im Herbst 1951 Vater und Sohn Vernunft für vier Jahre ins Zuchthaus Bützow/Dreibergen." In der Folge dieser Verhaftungen hatte sich der Großvater, der ältere Friedrich Vernunft das Leben genommen. Im Ergebnis all dessen erfolgte in der "Aktion Umgeziefer" im Juni 1952 die Zwangsumsiedlung nach Oettelin bei Bützow. Die Repressalien führte in einigen Fällen zum Verlassen der Betriebe durch die Flucht in die Bundesrepublik, wie im Fall der Familie Mohrmann auf Paulshagen. In dieser Zeit wurden mehrere der Hofbesitzer aus der Teldau kurzzeitig in Haft genommen (s. Chronik der Familie Guhl unter Pkt. 5.2.), andere verließen die DDR wie die Familie Mohrmann (s.o.) und auch Heinrich Wißling, dessen Hof seine Schwestern vorübergehend weiter bewirtschafteten, bis er 1959 zurückkehrte (mdl. Elmar Wißling). Eine Verordnung vom 19.02.1953 eröffnete die Möglichkeit, sogenannte devastierte (wörtlich verwüstete) Betriebe festzustellen. Als solche wurden Betriebe bezeichnet, die ihr Ablieferungssoll nicht erfüllen konnten und deshalb auch wirtschaftlich schlecht standen. Diese Regelung war von der DDR-Führung als eine Möglichkeit gewollt, Betriebe zwangsweise zu enteignen und dann in einen Örtlichen Landwirtschaftsbetrieb (ÖLB) zu überführen. Das diente langfristig dem Ziel, damit den Kern Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) zu schaffen. In der Teldau wurde in der Gemeindevertretersitzung vom 6. Mai 1953 der Betrieb von Dora Mosel in Vorderhagen als "devastierter betrieb" erklärt und somit enteignet und dem ÖLB zugeführt. Der ÖLB wurde – wie auch in den Nachbardörfern - kurzfristig gebildet. Darin gingen auch die Betriebe der in der "Aktion Ungeziefer" Zwangsausgesiedelten und der "Republikflüchtigen" ein. Die Leitung dieses Betriebes übernahm Wilhelm Diercks aus Schleusenow. 1956 wird auch ein ÖLB-Betriebsleiter Zabel genannt..

An dieser Stelle soll ein Bericht von Friedrich Vernunft (Jahrgang 1930) auszugsweise eingefügt werden (Quelle: Manfred Wolter, Aktion Ungeziefer):

Wir waren Großbauern...Hatten 60 ha Land in der Teldau bei Boizenburg. Etwa vier Kilometer von der Elbe entfernt. Das ist schon Elbniederung dort, ganz schwerer Marschboden. Ein tückischer Boden. Er bringt entweder viel oder gar nichts, vor allem bei stauender Nässe. Wenn Hochwasser war in der Elbe. Da haben wir Mißernten gehabt. Bei dem schweren Boden konnten wir nur drei- und vierspännig ackern und hatten deshalb sechs Pferde. Mit Maschinen war ja damals noch nicht viel. Wir hatten unsere Gespannpflüge, eine Dreschmaschine und eine Schrotmühle. Alles andere ging noch von Hand. Schwere körperliche Arbeit. Aber als Bauern waren wir ja nichts anderes gewöhnt.

Das war ein alter Familienhof, der sich von Generation zu Generation vererbt hat. Seit 1826 sind wir dort urkundlich seßhaft gewesen. Ich bin Jahrgang 30, meine Schwester 32, unsere beiden Brüder sind Jahrgang 34 und 37. Der Vater war Jahrgang 1897 und unsere Mutter 1899. Unsere Großeltern lebten auch noch mit auf dem Hof. Die hatten ihr Altenteil dort. Das war früher so, daß die Großeltern ihr Altenteil bis ans Lebensende hatten, und so war es natürlich auch bei uns. Als das 1951 passierte, lag Großmutter gerade im Krankenhaus in Boizenburg. Oberschenkelhalsbruch... Da hat sie lange gelegen, und vielleicht war es gut so, daß sie das nicht alles so direkt miterlebt hat wie Großvater ... Der hat sich denn ... (erhängt, nach Schilderung von Eva-Maria Vernunft, D.G.). Aber das weiß meine Schwester besser, weil ich ja schon im Gefängnis gesessen habe.

Zuerst hatten sie Vater geholt, ein paar Tage. Wir hatten uns geweigert, alles Saatgetreide abzuliefern, Saat- und Futtergetreide und das Nötigste an Brotgetreide. Nicht um uns zu bereichern, sondern um den Hof zu erhalten, um wieder säen und weiterwirtschaften zu können, und damit das Vieh nicht über den Winter hungern muß. Die Erfasser, die von den staatlichen Stellen geschickt wurden, haben das natürlich gemeldet, und deshalb haben sie Vater geholt, für ein paar Tage erstmal. Wollten uns einschüchtern und haben gehofft, daß wir abhauen gen Westen.. Daß wir gehen, damit der Hof frei wird für die LPG.

Das ging ja damals los mit der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft und den MAS , den Maschinenausleihstationen. Als sie uns raushatten, war bei uns der erste Hauptstützpunkt (der MAS, D.G.). Von unserem Hof aus ist die erste LPG gegründet worden. Wahrscheinlich haben sie das alles von Anfang an geheim geplant, und wahrscheinlich haben sie Vater erstmal verhaftet, damit wir abhauen wie viele andere. Erstmal schocken, Vater erstmal einsperren und wieder rauslassen, dann ist der Hof verlassen, und dann haben sie ihn... Aber das war unser Familienhof, und wir sind seit Generationen Bauern. Das konnten wir nicht und unser Vieh verlassen, das uns dann hinterhergebrüllt hätte. Als Bauern konnten wir das nicht, und so haben die es eben mit Gewalt durchgesetzt. Sind sie noch mal gekommen, diesmal mit Kriminalpolizei zusammen, und haben alles gründlich durchsucht, sehr gründlich. Ich wollte sie nicht reinlassen. Ich hatte so einen großen Schlüssel von der Scheune in der Hand, das war so ein Ding! Deswegen wollten sie mir nachher, bei der Stasi, Widerstand gegen die Staatsgewalt anhängen. Ich hätte angeblich einen Revolver in der Hand gehabt: 25 Jahre sind Ihnen sicher... Das haben sie fallen lassen. Aber das andere war Wirtschaftsverbrechen: Zurückhalten von Saat- und Futtergetreide und dann hatten wir auch noch ein Schwein schwarz geschlachtet. Ein schlimmes Verbrechen. Als ob wir damit gehandelt oder geschachert hätten. Ich werde ja wohl als Bauer noch ein Schwein schlachten dürfen. Wir brauchten das Fleisch für die eigene Familie, und bei uns im Hause lebten ja 1951 viele Flüchtlinge ... Für die hat meine Mutter gekocht. Die haben alle bei uns am Tisch gesessen.... Wir haben das Schwein der Not gehorchend geschlachtet,... Und dann die schwere Arbeit... Da mußte man was auf den Knochen haben.

Am 13.10.1951 haben sie Vater wieder geholt, das zweite Mal, und einen Tag später mich. Dreiunddreißig Tage bin ich bei der Stasi im Keller gewesen, in Hagenow. Erstmal haben sie mich mit Hunger mürbe zu machen versucht, mir nichts zum Essen gegeben. Bis einer der Aufseher ein Einsehen mit mir hatte...

Am 7.2.1952 war dann unser Prozeß. Den hatten sie ganz groß aufgezogen... Die Presse hat ganz groß darüber berichtet.. Wir wurden als schlimme, verwerfliche Menschen hingestellt. Mein Vater hat zweieinhalb Jahre bekommen und ich eineinhalb. Unser Verteidiger hat überhaupt nichts machen können. Die Stimmung war aufgeheizt in der Bevölkerung. Die haben schwarz geschlachtet, die haben Korn versteckt. Das hat mich am meisten getroffen, daß wir wie Verbrecher hingestellt wurden, wie Diebe... Wir sind dann hier nach Dreibergen ins Gefängnis gekommen...

Kommentar D.Greve: Die aufgeheizte Stimmung hat sich sicher zum großen Teil nur in der Presse dargestellt, beispielsweise mit bestellten Lesermeinungen; denn wer auf dem Lande gelebt hat, hat die Notwendigkeit der Schlachtung und die Zurückbehaltung von Saat-und Futtergetreide für den betrieblichen Kreislauf verstanden.

7.4. Die Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR

Die Teldau befand sich im Grenzgebiet zur britischen Zone, später zur Bundesrepublik, in den westlichsten Bereichen bei Schleusenow unter einem Kilometer von der Demarkationslinie. Die sowjetischen Truppen führten zunächst auch die Grenzbewachung durch, ab 1947 zusätzlich die deutsche Grenzpolizei. Für diese wurde ein Kompaniegebäude in Neu Bleckede errichtet. Das Grenzregime wurde immer mehr verschärft. Im Jahre 1952 wurde ein Grenzgebiet mit einer 5 km-Sperrzone, einem 500 m-Schutzstreifen und einem gepflügten und geeggten 10 m-Streifen eingeführt. Die Teldau befand sich im Wesentlichen in der 5 km-Sperrzone. Dadurch war der Personenverkehr zu den Nachbardörfern auf das Mindeste eingeschränkt. Besuche durften nur mit einem Passierschein erfolgen, dessen Vergabe einem strengen Reglement unterlag. Im Jahre 1952 wurden zur Abriegelung gegen die BRD die Sicherungsmaßnahmen verschärft. Ab 1961 wurden dann auch die Grenzsicherungsanlagen mit Grenzzaun, Wachtürmen, Minenstreifen und teilweise auch beiderseits eingezäunten Hundelaufstreifen geschaffen.

In einer weiteren Stufe des Grenzregimes erfolgten in der "Aktion Ungeziefer" ab 1952 Zwangsausweisungen aus dem Sperrgebiet. Es wurden aus dem Sperrgebiet politisch missliebige und aus anderen Gründen unbequeme Familien in andere grenzfernere Kreise zwangsumgesiedelt. In der Teldau betraf das u.a. die Familie Vernunft aus Langfeld. Udo GENTZEN und Karin WULF haben in ihrem Buch unter dem Titel "Niemand wußte, wohin wir gebracht werden ..." u.a. das Schicksal dieser Familie geschildert. Daraus sollen hier Auszüge erfolgen: "... wurde den Eheleuten ohne Angabe von Gründen die Zwangsaussiedlung mitgeteilt. Lediglich 24 Stunden sollten ihnen zum Packen bleiben. ... Hausrat, Möbel und Kleidung wurden auf zwei bereitstehende Lkw verladen und am nächsten Morgen zum Bahnhof Brahlstorf gebracht." ... "Obwohl man sich eingewöhnt hatte und von den Nachbarn allmählich akzeptiert wurde, blieb die Sehnsucht nach der Heimat." Von etlichen Zwangsausgesiedelten wurde berichtet, dass sie von den Einwohnern in den Orten, in die sie gebracht wurden, zunächst mit dem Stigma des Verbrechers behaftet gesehen wurden. Offenbar hatten es Vernunfts, die nach Oettelin bei Bützow kamen, noch gut getroffen, denn die Mutter schrieb an ihren Sohn, der wie der Vater wegen Schwarzschlachtung verurteilt worden war, und nun in der Haftanstalt Bützow-Dreibergen in Haft war, "Ich habe den Brief zu Hause nicht fertig gekriegt, wir wurden inzwischen umgesiedelt. Es sind viele aus unserer Gegend weg. Oma, Evi, (..?), und ich sind hier in Oettelin. Es ist alles gut gelaufen und wir sind gesund. Werde Euch anfangs nächsten Monat mehr schreiben. Wir sind bei einem Bauern, nette Leute." Im gleichem Zusammenhang erfolgte die Umsiedlung der Familie Gutzmer. Gutzmer war ein aus Ostpreußen stammender Neubauer, der Vernunfts in Rechtsfragen unterstützt hatte, ebenso die Büdnerfamilien Timmermann und Pautschke aus Soltow.

8. Entwicklungen in dder Teldau zwischen 1960 und 1990

8.1. Die Entwicklung der Landwirtschaft ab 1960

Ende der 1950er Jahre erhöhte sich der Druck auf die Landwirte immer mehr. Ziel war es, sie mit wirtschaftlichem Druck und auch Überzeugungsarbeit zum "freiwilligen" Eintritt in die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zu zwingen. Die LPG "Sudeniederung" Teldau war 1956 gegründet worden, ebenso die LPG "Philip Müller" in Timkenberg. Vorsitzende der LPG waren "Sudeniederung" Teldau, zunächst Willy Diercks, dann Süring und danach vom 01.09.1959 bis 1965 Kurt Pöhls, in der LPG "Philip Müller* Timkenberg zunächst Beckmann, dann Otto Beilfuß, gefolgt von Günter Gödecke. Im Widerspruch zu dem genannten Gründungsdatum der LPG "Sudeniederung" stehen einige Archivalien im Kreisarchiv zur Mitgliederbewegung 1955 bis 1958/65, von Protokollen aus der gleichen Zeit, zum Grundstücksverkehr und von Berichten zur Entwicklung der LPG 1955/56. Der Widerspruch wird sich aus der zeitlichen Überschneidung von ÖLB und LPG erklären lassen. Das wird erhärtet durch eine Archivalie zum Produktionsplan des ÖLB für die Jahre 1955 und 1956

Im Frühjahr 1960 setzte - ausgehend vom Bezirk Rostock - eine verstärkte Kampagne ein, um mit wirtschaftlichem und psychologischem Druck den Eintritt aller Bauern in die LPG zu erreichen. Dazu wurden Gruppen von Funktionären in die Dörfer geschickt, die mitunter von Haus zu Haus gingen, um die Bauern zum Eintritt in die LPG zu bewegen. Im Ergebnis dieses Drucks entstanden zusätzlich zu den beiden LPG Typ III "Sudeniederung" in Teldau (Vorsitzender Pöhls) und "Philip Müller" in Timkenberg (Beilfuß) die LPG Typ I in "Grüner Weg"? Hinterhagen (Vorsitzender Hans Behnke), "Am Soltsee" Schleusenow (Wiegel), "Am Sudestrand" Soltow (Walter Timmermann), "Einigkeit" Vorderhagen-Christenland (Pamperin) und Timkenberg. Noch 1960/61 erfolgten die Vereinigungen der LPG Typ I unter dem Namen LPG Typ I "Einigkeit" unter der Leitung von Hans Behnke

In den LPG Typ III wurde nach 1960 nicht nur in Technik sondern auch baulich investiert - jedoch immer mit staatlicher Unterstützung. Um die wirtschaftliche Entwicklung zu konsolidieren, wurde 1964 der zum Diplomlandwirt qualifizierte Friedrich Franz Guhl zum Vorsitzenden gewählt.

In den 1960er Jahren wurden neue Rinderställe in Langfeld, Paulshagen und Grabenau gebaut. In dieser Zeit erfolgten auch in größerem Umfang Meliorationen in der Teldau, die teils noch Folgemaßnahmen des Hochwasserschutzprojektes "Untere Elbe" waren. Das waren insbesondere der Ausbau der großen Vorfluter, die den Schöpfwerken Mahnkenwerder und Timkenberg das Wasser zuführten, aber auch die daran angeschlossene Binnenentwässerung. Es erfolgten Flurmeliorationen mit Busch- und Heckenrodung, um größere moderne Acker- und Weideeinheiten zu schaffen. Mit staatlicher Unterstützung wurden auch Wirtschaftswege ausgebaut, wie der nach Paulshagen und Weitenfeld, auf Langfeld, bei Christenland und etwas später auch von Amholz nach Timkenberg.

Die aufgeführten Fakten könnten den Eindruck eines erfolgreich wirtschaftenden Betriebes hervorrufen. Das galt aber nur mit Einschränkungen. Ohne staatliche Unterstützung insbesondere hinsichtlich der Investitionen wäre das nicht möglich gewesen. Zu bedenken ist dabei auch die staatliche Preisgestaltung, die bereits hohe Anteile an Subventionen des Staates beinhaltete.

Bereits ab 1968 kam eine staatlich initiierte Erscheinung auf die Bauern zu, nämlich die Entwicklung von Kooperationsbeziehungen zwischen den LPG. Dadurch sollte die immer größere Dimensionen annehmende Technik der Feldbearbeitung, speziell die Erntetechnik, besser ausgelastet werden. Wie bei allen solchen Neuerungen wurde mit staatlichem Druck und durch Unterstützung der Parteienpresse versucht, die Bauern in die gewünschte Richtung zu bewegen.

Im Jahre 1972/73 schlossen sich die LPG "Sudeniederung" Teldau und die LPG "Philip Müller" Timkenberg zusammen. 1971 wurde Bernd Knoll Vorsitzender der LPG "Sudeniederung", Franz Guhl wurde Vorsitzender der LPG "Goldener Morgen" in Gülze-Bandekow. Dann im Jahre 1975 erfolgte der Zusammenschluss der LPG Typ I ("Tierzucht") und Typ III ("Elbdeich") in Stiepelse, der LPG Typ I ("Forstgraben") in Neu Wendischthun und ("Besseres Leben") Neu Bleckede, der LPG Typ I "Einigkeit" in Teldau, der LPG Typ III "Goldener Morgen" in Gülze-Bandekow, sowie der LPG Typ I in Bahlen und Gothmann mit der LPG "Sudeniederung" Teldau. Vorsitzender wurde Paul Vogt aus Stiepelse. Ihm folgte 1978 Hans-Joachim Bading, ein sehr fähiger Diplomagraringenieur, der vor allem in der Viehwirtschaft große Befähigung erwies.

30 Jahre LPG Teldau.jpg

In den Siebziger Jahren wurde die kooperative Zusammenarbeit mit benachbarten LPG immer weiter intensiviert. Sie begann bereits 1968 mit der Bildung gemeinsamer Erntekomplexe in der Getreideernte mit den LPG in Gülze-Bandekow und Stiepelse. Bestanden diese zunächst nur aus Mähdrescherkomplexen mit der entsprechenden Technik für den Körnertransport, so wurden sie im Laufe der Jahre auch auf die Strohbergung mit dem Transport und teils auch auf die nachfolgende Feldbearbeitung ausgedehnt, später auch auf die Silomais- und Hackfruchternte. Im Jahre 1971 bildeten diese LPG eine „Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion“ (KAP). Diese von Hermann Kühne geleitete Einrichtung vereinigte die gesamte Feldwirtschaft der beteiligten LPG, die sich von der Niendorfer, der Krusendorfer und der Neu Garger Grenze bis an die Boizenburger Stadtgrenze erstreckte. Das führte zum Teil zu Unübersichtlichkeit und zum Desinteresse der beteiligten Bauern.

Aus dieser Kooperativen Abteilung wurde 1980 unter gleicher Leitung die LPG Pflanzenproduktion gebildet, die zumindest einen besseren Rechtsstatus hatte, und durch die massive staatliche Förderung auch eine stabilere Wirtschaft aufbauen konnte als die nunmehr verbliebene LPG Tierproduktion in den gleichen Dörfern. Auch diese wurde zu einem größeren Betrieb zusammengefasst (s.o.), der unter der Leitung von Paul Vogt und dann Jochen Bading arbeitete. Gerader Letzterer hat, wie Hermann Kühne in der Pflanzenproduktion, erfolgreich eine gewisse Stabilität in den Betrieb bringen können.

8.2. Die kommunale Entwicklung der Teldau zwischen 1960 und 1990

Das von der staatlichen Leitung unter Führung der SED angestrebte Ziel war, auch auf kommunaler Ebene die gleichen großen Einheiten zu schaffen wie in der Landwirtschaft. So kamen mit Jahresbeginn 1974 die ehemaligen Gemeinden Teldau, Gülze-Bandekow, Timkenberg mit Sprengelshof und Teschenbrügge, sowie Stiepelse mit Neu Bleckede und Ne Wendischthun zur neuen Großgemeinde Teldau. Bürgermeister wurde ... In dieser Zeit wurden zur Verbesserung der Wohnverhältnisse in der Gemeinde in Vorderhagen zwei Wohnblöcke gebaut.

Ein um 1970 erbaute Wohnblock in Vorderhagen. Bild Greve 2021


9. Die Teldau unter den neuen gesellschaftlichen Verhältnissen ab 1990

9.1. Die gesellschaftlichen Veränderungen

Die politische Wende der Jahre 1989/90 hat auch das Leben in der Teldau verändert. Die Öffnung der Grenzen und die Wiedervereinigung haben der Boizenburger Region wieder ihre traditionelle Ausrichtung auf Hamburg gebracht. Die Teldau mit ihrer Lage nahe der Elbe hat ihre Beziehungen zu den ehemals hannoverschen Elbanrainern auf eine neue Basis stellen können. Zum einen brachten die Veränderungen der Grenzen der Bundesländer Mecklenburg/Niedersachsen eine Veränderung der Gemeínde, da Stiepelse, Neu Bleckede und Neu Wendischthun am 30.Juni 1993 zum Stammland Niedersachsen wechselten, zum anderen öffneten sich durch die Wiederherstellung der Fährverbindung über die Elbe bei Bleckede, die traditionellen Verbindungen zu den Nachbarn im Raum Bleckede/Lüneburg.

Die Veränderungen betrafen nicht nur den Einkauf sondern sehr schnell in vielen Fällen auch den Arbeitsplatz. Noch bevor das Wegbrechen vieler Arbeitsplätze in Boizenburg und Umgebung einsetzte, suchten sich viele eine besser bezahlte Arbeit in Lauenburg, Lüneburg, Hamburg usw. Viele Versorgungsfragen ließen sich nach der Währungsunion einfacher lösen. Das betraf insbesondere die Versorgung mit Baustoffen und Kraftfahrzeugen.

Im Mai 1990 wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern neu gebildet. Es fanden die ersten freien Kommunalwahlen nach 1933 statt. Bei diesen Wahlen wurde die CDU die stärkste Partei. Das Amt des Bürgermeisters erhielt Paul Klein aus Hinterhagen.

Die Gemeindevertretung Teldau vor dem Teldauer Dörphus, vorn Mitte, 4. v.r. Bürgermeisterin Angelika Voß

Die Gemeindevertretung musste ihre Rolle in der kommunalen Selbstverwaltung erst wieder finden. Zu lange - seit 1933 - war sie verlängerter Arm der Staatsmacht gewesen und durfte nur in bescheidenem Rahmen eigene Entscheidungen treffen. Nun war sie frei in ihren Entscheidungen, jedoch auf Grund schwacher wirtschaftlicher Struktur in der Gemeinde waren die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel dermaßen begrenzt, dass auch nur ein geringer Entscheidungsspielraum verblieb. Am ... gab sich die Gemeinde eine Hauptsatzung. Die Gemeinde Teldau wurde Bestandteil des Amtes Boizenburg-Land.

9.2. Die Landwirtschaft in der Teldau unter veränderten Bedingungen

Die schwerwiegendste Veränderung war das Ende der LPG. Sie wurde von einem Herrn Röper offenbar zu Spekulationszwecken aufgekauft, ohne dass es dadurch eine neue Perspektive gab. Er trennte sich auch bald wieder von dem erworbenen Eigentum. Für die Übernahme der landwirtschaftlichen Betriebe durch die Erben der bäuerlichen Betriebe fehlten in vielen Fällen neben vielem Anderen auch persönliche Voraussetzungen, weil die Söhne und Töchter der ehemaligen Bauern in der DDR-Zeit anders geartete Berufe ergriffen hatten und häufig auch gar nicht mehr in der Gemeinde ansässig waren.

Die Gebäude und Anlagen der ehemaligen LPG übernahmen u.a. die niederländische Familie Höpken, die Familie Guhl u.a. Die Familie Guhl hat auf dem angestammten 'Hof Weitenfeld eine Milchproduktion mit eigener Hofmolkerei und Direktvermarktung aufgebaut. Dazu wurden auch die auf dem benachbarten Hof Paulshagen vorhandenen Ställe der LPG übernommen. Aus der Chronik der Familie Guhl:

 "Neben der Arbeit in der Genossenschaft wurde auch eine kleine individuelle Viehhaltung betrieben.  
 Hierbei halfen die Kinder mit Freude. Besonders wurde bei Peter das Interesse an der Rinderzucht  
 geweckt. Deshalb wurde der Entschluß zur Wiedereinrichtung des Hofes nach der Wende nicht nur aus 
 moralischer Verpflichtung gegenüber unseren Vorfahren gefaßt sondern auch zur eigenen Erfüllung.
 Nachdem den Weitenfeldern der Neustart als selbständige Landwirte gelungen war, zeichnete sich ab,     
 daß die hohen Kredite für die Wiedereinrichtung des Bauernhofes von den stark sinkenden Milch-     
 preisen nicht zurückzuzahlen sind. Diese Tatsache und die ausgezeichnete Milchqualität der    
 Weitenfelder Kühe haben zu der Entscheidung geführt, eine Direktvermarktung aufzubauen. Wieder 
 investierte man mit viel Mut eine Menge Arbeit und Geld und so entstanden im alten Schweinestall 
 Räumlichkeiten für die Flaschenwäsche und das hygienische Lagern und Abfüllen der Milch sowie ein 
 Kühlraum. Es war ein steiniger Weg über viele Ämter und Behörden, bis wir die amtliche Zulassung       
 als einer von nur 60 Vorzugsmilchbetrieben in Deutschland erhielten und am 18. April 1995 die        
 erste Vorzugsmilch an die Haustür unserer Kunden bringen durften. Durch die Zunahme der 
 Lebensmittelskandale wurde die Nachfrage nach unseren naturbelassenen und herkunftssicheren      
 Produkten immer größer.               
 Schon nach 15 Monaten wurden zweimal wöchentlich über 2000 Kunden beliefert. Schritt für Schritt 
 entwickelte sich das Sortiment weiter. Inzwischen werden in der 1998 erweiterten Hofmolkerei über      
 40 Milchprodukte handwerklich hergestellt."

Die größte Stallanlage der LPG Nachfolgebetriebe in Gülze, Ausbau Riet ut erwarb der Niederländer Höpken, der den Betrieb jedoch bald wieder aufgegeben hat.. Gegenwärtig ist sie im Besitz der 'TA Teldau Agrar GmbH und Co KG, ein breit aufgestelltes Unternehmen, das neben der Tier- und Pflanzenproduktion auch Verarbeitung und Vermarktung betreibt. Dort arbeitet auch ein bio-zertifizieter Schlachtbetrieb. Den Hof Langfeld bewirtschaftet ein Landwirt mit Namen Ratjen. Die Anlagen der LPG in Grabenau waren 2004/05 in der Hand der Flaegel/Wohlert GbR, die den Hof vom Eigentümer Elmar Wißling gepachtet hatte. Den Hof in Timkenberg mit dem Herrenhaus hat der Wiebendorfer Frank Dauksch erworben. Er arbeitet als Vertreter für den Vertrieb von LKW bei einem Großunternehmen. Im Herrenhaus hat er 6 Wohnungen ausgebaut, die er vermietet. Weitere landwirtschaftliche Betriebe kleineren Umfangs sind wieder im Besitz der ursprünglichen Eigentümer bzw. sind von diesen verpachtet, teils auch verkauft. Auf dem Hof des ehemaligen Technikstützpunktes der MTS bzw. LPG haben sich die Rudolf Peters Landhandel GmbH & Co KG und die NOBATEC Bänder und Riemen GmbH angesiedelt. Auch handwerkliche Betriebe, wie Scheibner Elektro-Installation sind in der Teldau tätig.

9.3. Das gesellschaftliche Leben in der Teldau

Der traditionelle Erntefestumzug mit geschmückten wagen auf dem Deich. Sammlung Lore Guhl
Die Tellower Danzwiewer bei der Erntefestfeier. Sammlung Lore Guhl


In den Jahren nach der gesellschaftlichen Wende 1989/90 hat sich ein neues gesellschaftliches Leben in der Gemeinde Teldau herausgebildet. Traditionen für die Feier des Erntefestes wurden in neuer Form wiederbelebt. Auf Grund der territorialen und der wirtschaftlichen Struktur der Teldau mit größeren in Streulage befindlichen Höfen und den Büdnersiedlungen hatte sich ein anderes Zusammenleben herausgebildet, das sich insbesondere auch in der Form der Erntefeste darstellte. Diese wurden nicht wie in den traditionellen Bauerndörfern des Domaniums begangen, wo sowohl das Binden der Erntekrone als auch die Feier abwechselnd "up de Däl" bei einem Bauern begangen wurde, sondern diese fanden zentral im Gasthof Kröners in Vorderhagen statt. Dort wurde am Vorabend des Festes die Erntekrone gebunden und auch der Festschmaus und der "Danz up'n Saal (nicht mehr up de Däl) fanden dort statt. Die Erntekrone wurde am Tag des Erntefestes in einem Umzug mit geschmückten Wagen in der weitläufigen Gemeinde präsentiert. Danach wurde das Fest mit dem gemeinsamen Kaffeetrinken begangen, mit anschließendem "Danz up'n Saal", bei dem ursprünglich auch noch die traditionellen Tänze, wie Polka, Schottsch und vereinzelt auch noch Windmöller getanzt wurden. In der gegenwärtigen Zeit erfolgt das Binden der Erntekrone, sowie auch das gemeinsame Kaffeetrinken und der "Danz up de Däl" - freilich mit moderneren Tänzen - im Dorfgemeinschaftshaus, dem "Teldauer Dörphus". Die schöne Tradition des Umzuges mit den geschmückten Festwagen wurde wieder aufgenommen und findet auch bei den neu Zugezogenen und vor allem bei den Kindern viel Anklang (siehe dazu den Bericht von Joachim Reinig unter Pkt. 5.).

Nach 1990 haben sich die Teldauer Frauen unter dem Namen Teldauer Landfrauen organisiert, um gemeinsame Interessen wahrzunehmen. Darüber hinaus haben sie unter dem Namenr "Tellower Danzwiewer" eine Tanzgruppe unter der Leitung von R.Pamperien gebildet, die den volkstümlichen Tanz pflegen und viele Veranstaltungen in der Gemeinde und darüber hinaus belebt haben.

Die Danzwiewer mit Corona-Schutzanzug. Motto: "Wenn hier 'n Pott mit Bohnen steiht...un binn' em baben tau. Sammlung Lore Guhl
Die Tellower Danzwiewer bei einer festlichen Aufführung, Sammlung Lore Guhl



Wie in anderen Dörfern der Region wurde bis zum Ende des Ersten Weltkrieges in der Teldau auch noch das Ringreiten durchgeführt. Das waren Reiterspiele, bei denen an einem torartigen Gerüst aus Schleeten (Derbstangen) ein Ring aufgehängt war, den die Reiter im Galoppritt auf der geschmückten Reitbahn unter dem Tor hindurch mit der Reitpeitsche aufspießen mussten. Derjenige, der die größte Zahl der Ringe erlangt hatte, wurde Reiterkönig. In einigen Dörfern wurde auch eine Königin beim Topfschlagen ermittelt. Dabei wurden halbeingegrabene Steinguttöpfe durch die Mädchen zerschlagen, in deren einem ein Hahn steckte. Diejenige, die diesen Topf zerschlug, wurde Königin. Der Abschluss erfolgte mit einem Reiterball, zu dem König und Königin mit Schärpen geschmückt zogen. Ein solches Ringreiten ist in Schleswig-Holstein in einigen Dörfern noch heute üblich. Auch in Mecklenburg lebt diese Tradition in einigen Regionen wieder auf.

Von großer Bedeutung nicht nur für die Brandbekämpfung und die Brandsicherheit war die Feuerwehr. Vorläufer der Feuerwehr waren im Domanium die Feuerlöschbezirke. Deren gab es im Domanialamt Boizenburg drei in Nostorf, Groß Bengerstorf und Gülze. Zu letzterem gehörten außer Bandekow, Gothmann, Bahlen, Neu Gülze und Besitz auch die Teldau, nicht aber die ritterschaftlichen Dörfer Timkenberg und Blücher. Der Schulze von Gülze hatte die Oberleitung bei der Brandbekämpfung. Die Schulzen der einzelnen Dörfer hatten ansonsten die Leitung in ihren Dörfern. Jeder Grundbesitzer im Domanium war verpflichtet, die notwendigen Feuerlöschmittel bereit zu halten, wie Ledereimer, Feuerklatsche, Feuerhaken usw. Die Brunnen waren zugänglich zu halten und Wasserwagen in den Dörfern bereit zu stellen. Die Feuerlöschverbände wurden 1925 aufgelöst. Spätestens danach entstanden die Freiwilligen Feuerwhren in den Dörfern.

Zum Leben in den Dörfern insbesondere auf den Bauernhöfen gehörte immer auch das Backen in erster Linie des groben Bauernbrotes aus Roggenmehl, "dat groww' Brot". Zu Festtagen wurde auch Kuchen gebacken, der sogenannte Plaotenkauken (Blechkuchen). Das ist ein Zuckerkuchen mit viel Butter verfeinert, allgemein Borrerkauken genannt. Der Backofen wurde aber auch zum Flachsrösten genutzt. Die gemeinsame Nutzung von Backhäusern und auch der Backöfen führte zu fröhlichem Treiben beim Backen und Rösten und belebte das Dorf. Das setzte sich danach beim Flachsspinnen fort. Backhäuser und Backöfen befanden sich wegen der Brandgefahr allgemein in einiger Entfernung vom Bauernhaus im hinteren Bereich des Gehöftes.

Alter Backofen, Sammlung Greve


Zum dörflichen Leben gehörten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert auch die "Kauhheiers". INA KAHNS schreibt dazu: "Zum Hüten der Kühe auf der Weide nahmen die Bauern um Pfingsten Hütejungen (Kauhheurers) in Dienst. Sie gingen noch zur Schule, waren Kinder armer Eltern und stammten oft aus der Großstadt. Es war hart von den Eltern so ein junges Wesen 'auszutun'. Die Hütejungen hatten aber bessere Verpflegung und bessere Kleidung beim Bauern als zu Hause. ... Nach einer Schulprüfung durch den Pastor hatten die Hütejungen im Sommer schulfrei. Sie standen in einem regelrechten Dienstverhältnis zum Bauern und erhielten ihren Lohn, in alten Zeiten 10 Taler, dann 12 oder 14 Taler, sowie als Deputat 1 Spint (6 bis 7 Pfund) Leinsaat und etwas Kleidung." Die aufgeweckten Jungen aus der Stadt übermittelten den Dorfkindern manches Neue und Interessante. "Das Kühehüten war keine schwere Arbeit, erforderte keine Kraft sondern nur Pflichtgefühl und Aufmerksamkeit. ... Langweilig war es sicher nicht auf der Weide. Es gab auf den Nachbarkoppeln immer Altersgenossen. Aus Weidenruten stellte man Flöten her. Beim Klopfen, damit sich die Schale vom Kern löst, sprach man:

  *Bub, Bub Bastian,
  *Lat min Fläut gaud afgahn, 
  *Lat's ok nich ünnergahn,
  *Dat's bald wedderkümmt."


Nu'n lütt'n plattdütschen Inwurf ut Berichten von Ernst Greve (Vadder von Dieter Greve):

Bi dat Käuhhäuden weer ok Tied tau'n basteln. So würd'n Stöck un Wiedenfläuten schnitzt. De Wiedenfläuten würd'n mit ein‘ Spruch inweiht:

 *Piepen, Piepen Basterjahn, 
 *laot min Fleut ok gaud afgaohn,
 *laot se nich verdarben,
 *laot se ok gaud warden.

9.4. Die Teldau im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal

Der Naturpark wurde durch Beschluss des Bezirkstages Schwerin am 15. Mai 1990 als "Naturschutzpark Mecklenburgisches Elbetal" vorläufig gesichert. Seinerzeit waren noch Teile Brandenburgs und Niedersachsens Bestandteil des Bezirkes Schwerin und als solche einbezogen. Durch die Staatsverträge mit beiden Ländern erfolgten die Rückgliederungen an Brandenburg und Niedersachsen. Dann erfolgte 1998 eine Neufestsetzung. Am 1. Februar 2015 wurde im Rahmen des länderübergreifenden Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbetal das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern festgesetzt, das gemeinsam mit dem Biosphärenreservat Schaalsee vom Biosphärenreservatsamt in Zarrentin verwaltet wird. Die Teldau ist innerhalb des Biosphärenreservats in Mecklenburg das einzige größere Gebiet mit zusammenhängenden Auelehmböden. In der Region Boizenburg sind folgende Gebiete als Naturschutzgebiete festgesetzt:

* Elbdeichvorland,
* Bollberg bei Gothmann,
* Sudeniederung von der Mündung bis Besitz,
* Schaalelauf,
* Schaaleniederung von Zahrensdorf bis Blücher,
* Bretziner Heide,
* Elbhang Vierwald

Durch diese Festsetzungen hat sich die Fauna bereits verändert. Es haben sich Biber, Seeadler u.a. wieder angesiedelt. Die weiten Niederungen sind Überwinterungsgebiete für Graugänse und teils auch für Kraniche.

Es folgt nun ein Text aus Wikipedia:

"Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern ist Teil des länderübergreifenden 
UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe.

Es erstreckt sich in Mecklenburg-Vorpommern rechtselbisch zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg bei 
Dömitz (Flusskilometer 502–511), entlang der Landesgrenze zu Niedersachsen bei Amt Neuhaus und weiter bis 
zur Landesgrenze zu Schleswig-Holstein bei Lauenburg (Flusskilometer 555–565).[1] Bedingt durch die 
abgeschiedene innerdeutsche Grenzlage konnte sich hier in den letzten Jahrzehnten eine für Mitteleuropa 
einmalige Flussauenlandschaft weitgehend naturnah erhalten. Zum weiteren Erhalt der im Vergleich mit 
anderen großen deutschen Strömen naturnahen Flusslandschaft wurde ein Verbund gebildet. Die fünf 
Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein 
taten sich zusammen, um auf über 400 Flusskilometern das Elbetal mit seinen weiten Auen wirkungsvoll zu 
schützen. Es wurde 1997 zum länderübergreifenden Biosphärenreservat erklärt. Die Fläche des UNESCO- 
Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern beträgt 461 km².

Geschichte 
Der mecklenburgische Teil des UNESCO-Biosphärenreservates ging aus dem Naturpark Mecklenburgisches 
Elbetal hervor. Mit Verordnung des „Gesetzes über das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe 
Mecklenburg-Vorpommern“ vom 15. Januar 2015, mit Veröffentlichung am 23. Januar 2015 im Gesetz- und 
Verordnungsblatt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, wurde ein großer Teil des Naturparks als UNESCO- 
Biosphärenreservat „Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern“ landesrechtlich 
gesichert. 

Seit dem 1. Februar 2015 wird das Biosphärenreservat gemeinsam mit dem UNESCO-Biosphärenreservat         
Schaalsee als Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe mit Sitz in Zarrentin am Schaalsee verwaltet. Das Amt 
betreibt in Boizenburg/Elbe eine Außenstelle.

Ökologie  
Im Naturraum Untere Mittelelbeniederung gelegen, umfasst das Gebiet im Wesentlichen den mecklenburgischen 
Teil des eiszeitlich geformten Elbeurstromtals. Neben der Elbe bei Boizenburg und Dömitz mit ihren Auen, 
Altarmen und Feuchtgrünländern sind vor allem die ausgedehnten Niederungen zahlreicher Nebenflüsse, wie 
die Schaale, Sude, Krainke, Rögnitz, Löcknitz und die Müritz-Elde-Wasserstraße, sowie die 
Binnendünengebiete bei Boizenburg (Gothmann) und Dömitz (Klein Schmölen) landschaftsprägend. 
Beeindruckend sind die saalezeitlichen Hochflächen mit ihren steilen Elbuferhängen bei Boizenburg (Vier) 
und Rüterberg (Dömitz). Dort bieten Aussichtstürme eine weite Panoramasicht auf die Elbaue.

Folgende besonderen Tier- und Pflanzenarten kommen im Großschutzgebiet vor:
Als Pioniervegetation im Uferbereich, in den Buhnenfeldern und Flutrasen der Elbe sind zum Teil 
gefährdete Stromtalpflanzen wie die Elbspitzklette, der Wiesen-Alant oder der Kantenlauch zu finden.

Über 228 Vogelarten wurden im Gebiet nachgewiesen, u. a. Weiß- und Schwarzstorch, Seeadler, Rotmilan, 
Uhu, Zwerg- und Singschwan, Saat- und Blässgans, Kranich, Rohrdommel, Wachtelkönig, Zwergsäger, Knäk-, 
Spieß-, Schell- und Pfeifente, Eisvogel sowie Schwarz- und Braunkehlchen. An den trockenen, teilweise 
offenen Binnendünen mit zahlreichen geschützten Magerrasenpflanzen wie Karthäusernelke und 
Blauschillergras und wärmeliebenden Insekten, leben auch der geschützte Ameisenlöwe, zahlreiche 
Wildbienenarten sowie Sand-, Grab- und Schlupfwespen. In der Lübtheener Heide kommen seit 2006 Wölfe vor, 
seit 2014 gibt es die ersten Nachweise für Wolfswelpen. Im gesamten Gebiet sind der Elbe-Biber und der 
Fischotter flächendeckend anzutreffen. 

In den nährstoffarmen Bächen und Flüssen kommt die Kleine Flussmuschel vor und in Qualmwassertümpeln 
finden sich Blattfußkrebse wie Schuppenschwanz und Kiemenfuß. Ebenso gibt es in den Gewässern Nachweise 
von Aal, Rapfen, Steinbeißer, Groppe, Weißflossengründling, Flussneunauge, Bachneunauge, Meerneunauge und 
Lachs."

9.5. Die Teldau als Erholungslandschaft im Naturpark "Mecklenburgische Elbelandschaft

In der Teldau wurden bereits zwischen den beiden großen Kriegen des 20. Jahrhunderts, wie in anderen Dörfern der Region, zahlreiche Möglichkeiten der Naherholung durch Bürger der nahebei liegenden Großstadt Hamburg genutzt. Die betuchteren Bürger pachteten eine Jagd und errichteten dann eine Jagdhütte, weniger betuchte gaben sich dem Angelsport in den zahlreichen Gewässern hin oder besuchten verwandte Familien. Ein Zeugnis dessen war das sogenannte „Hamburger Haus“ am Deich westlich von Christenland, das im Zuge der Deicherhöhungen abgebrochen wurde. Nachdem die deutsche Einheit wieder hergestellt war, erwarben viele Hamburger insbesondere ehemalige Büdnereien an den Deichen in Schleusenow, Soltow, Christenland und Schwabendorf.

Schleusenow mit den Häusern in idyllischer Lage auf dem Deich. Foto Greve 2009
Die Schwabendorfer Büdnereien am Sudedeich bei Timkenberg. Foto J.Reinig

Diese waren teilweise bereits vor der Wende von Boizenburgern als Wohnsitz oder als Wochenendhaus erworben worden. Ein solcher Fall ist bei der Büdnerei Nr.4 in Schwabendorf, der zu Timkenberg gehörenden Büdnersiedlung, gegeben, die von dem Hamburger Architekten, dem Dombaumeister Joachim Reinig vom Boizenburger Lehrer Helmut Rackwitz erworben wurde, der sie seinerseits von seinem Schwiegervater Johannes Schulz, ebenfalls einem Boizenburger Lehrer, als Erbe erhalten hatte. Ein anderer Fall ist der des Boizenburger Keramikers Lothar Scholz, des federführenden Mitbegründers des "Ersten Deutschen Fliesenmuseums" in Boizenburg, der eine Büdnerei in Vorderhagen erworben hat, in der nach seinem Tode seine Tochter die Keramikerin Loreen Scholz lebt und arbeitet.

Joachim Reinig hat sich intensiv mit der Geschichte der Siedlung Schwabendorf in Timkenberg beschäftigt und das Ergebnis dankenswerterweise für diese Chronik zur Verfügung gestellt. Seine Schilderungen sollen an dieser Stelle auszugsweise noch einmal wiederholt werden:

Wenn wir von Hamburg kommend auf den Deich einbogen, landeten wir in einem Naturparadies: Schwäne, Enten und Gänse (im Winter aus Sibirien), Rehe und Füchse, Fasane und manchmal auch Frettchen, Kraniche und die Störche: Sie kommen an meinem Geburtstag (9.April) und fliegen wieder an Margots Geburtstag (13.August). An Ullas Hochzeit Anfang August 2004 sammelten sich 50 Störche auf dem Deich – mit Erfolg, wie wir heute wissen. Die Biberspuren sahen wir anfangs nur vereinzelt an der Sude, heute gibt es große Populationen, von der Mittelelbe sich ausbreitend, begleitet von Nutrias und Waschbären. Zwei 10jährige Apfelbäume wurden von den Bibern innerhalb eines Novembers komplett aufgefressen. Wir müssen seitdem alle Bäume mit Kaninchendraht bis einen Meter Höhe schützen. Mit unseren Nachbarn haben wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Elfriede Basedow erzählte viel von früher, Regina und Berndt Eichholdtz halfen beim Bau der Werkstatt und versorgen uns mit frischen Eiern. Das lernten wir sehr schnell: wie zu DDR-Zeiten wird gerne getauscht, was man hat: Eier, Apfelsaft, Wiese, Rindfleisch und viele Ratschläge für Landschaftspflege und Gartenbau. Uns war klar, dass wir die „Hamburger“ sind, in Schwabendorf die Einzigen, alle anderen sind hier angestammt oder wohnen hier seit der Wende. Damit wir nicht die Unbekannten bleiben haben Margot und ich die Teldauer Landfrauen und die Teldauer Danzwiewer eingeladen zu einer Führung durch den Michel, den ich gerade sanierte. Die fröhlichen Frauen waren von der schönen Barockkirche begeistert und gingen anschließend noch in der Mönckebergstraße einkaufen. Wir freuen uns immer, wenn wir uns bei den Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus oder beim traditionellen Erntedankumzug wieder sehen und die Enkelkinder auf dem schön geschmückten Wagen mitfahren dürfen. ... Viele treffen sich Sylvester in Stiepelse bei Jürgen in der Räucherkate: Die Bauern und ihre Familien, die Schrauber mit ihren großen Scheunen voller Autos und die Wochenendler – eigentlich eine nette Gesellschaft. Gunter Gabriel schaute auch oft vorbei. Unruhe auf dem Deich gab es 2008, als Friedrich Zerbe, Handwerkermeister aus Lauenburg, anfing das Basedower Brack einzuzäunen. Generationen von Kindern und Jugendlichen aus der Teldau und aus Boizenburg hatten hier schwimmen gelernt und sich vergnügt. „Der Zaun hält sich hier sowieso nicht!“ riefen die Frauen und Jugendlichen den Zerbes zu, als sie am Brack auftauchten. Sie wollten mit Geschäftsfreunden hier fischen und eine Hütte auf der aufgeschütteten Halbinsel bauen. Frau Zerbe war schon sehr abgenervt von dem Protest und ich fragte spontan, ob sie nicht das Brack verkaufen wollten. Herr Zerbe nahm mich draufhin zur Seite und fragte: „Wieviel?“ Ich wußte nicht, wie groß das Grundstück ist und was übliche Preise für einen See sind. Ich bot ihm aus dem Bauch 20.000 € an. Er antwortete mit „25.000“ und ich schlug ein. Zum Abbau des Zauns kamen alle Nachbarn, mit dem Vorderlader wurden die Pfähle herausgezogen und jemand brachte Sand zum Verfüllen der Löcher. Mit einem gebratenen Schwein feierten wir unser erstes Seefest. Zäune im Sperrgebiet: geht gar nicht! Meine Architekten-Haftpflichtversicherung versicherte das Baderisiko mit und Bernd Eichholdtz übernahm die Fischpflege als Mitglied des Angelvereins. Alle auf dem Deich dürfen Fischen. Mit den Jahren entwickelten wir das Brack weiter: Das Seil an der Pappel wurde erneuert, ein Floß gebaut, dieses Jahr auch ein Steg ins tiefe Wasser und ein Badestrand für die Kleinkinder angelegt. Bagger und Sand kamen vom Nachbarn. Mir gefällt dieser Hausspruch von Hermann Broch am Besten, ich habe ihn oft auf Hauseinweihungen zitiert:

 *In der Mitte aller Ferne
 *steht dieses Haus - 
 *drum habt es gerne!

10. Die Flurnamen in der Teldau

Archiv Greve
























10.1. Die Teldau

Die Teldau besteht aus den Büdnersiedlungen Vorderhagen, Hinterhagen, Schleusenow und Soltow sowie den Einzelhöfen Amholz, Alteneichen (wüst), Grabenau, Langfeld, Paulshagen (wüst), Weitenfeld, Friedrichsmühlen und Franzhagen. Zu Vorderhagen gehört Christenland (Büdnersiedlung an der Grenze zu Groß Timkenberg). Darüber hinaus sind einige Flurnamen vorhanden, die auf früher vorhanden gewesene Höfe (Marschkamp) oder nicht geschaffene Höfe (Butenhagen, das den Bandekower Bauern gehörte, Klayen, das den Gülzern gehörte, Deichau) hindeuten. Die Gemeinde Teldau gehörte dem Domanialamt Boizenburg an.

Der Name Teldau wird im Jahre 1209 erstmalig als „in prato dicto Teltowe“ (in der Wiese genannt Teltowe) und im Amtsregister 1543 für ein Feld erwähnt. Er gilt für die Auenlandschaft zwichen der Sude und der Elbe und umfasst auch Wiesen der niedersächsischen Dörfer Neu Bleckede, Neu Wendischthun, Stiepelse Krusendorf, Sumte, Neu Garge, Viehle, Gülstorf und Konau. Er leitet sich nach KÜHNEL aus altsl. tele für Kalb bzw. teletovo für Kälberwiese ab. Neuere Forschungen lehnen diese Erklärung ab. SCHLIMPERT zitiert bei FOSTER und WILLICH führt den Namen wie den der Landschaft und der Stadt Teltow auf einen vorslawischen Namen tilith für ein Gewässer oder an einem Gewässer gelegenes Land zurück.

Auch die Sage hat sich des Namens bemächtigt. Danach sollen zu der Zeit, als die Teldau besiedelt wurde, dort drei alte, aber reiche Frauen ihr Geld gezählt haben. Da es längere Zeit dauerte, wollten zwei Frauen die dritte, die zählte, zur Beschleunigung animieren, indem sie ausriefen: „Tell tau, tell tau“ (Zähle zu, d.h. beschleunige das Zählen).

Die Siedlungsform in der Teldau ist im Wesentlichen als Streusiedlung zu bezeichnen. Die Flurformen reichen von Kleingewannfluren in den Büdnersiedlungen bis zu Gutsfluren ähnlichen Formen.

Benutzte Karte: 1. F. W. Susemihl, Carte der Teldau, Domanial Amtes Boitzenburg Vermessen 1824 & 1825 von G.Voß durch Albrecht, nach solcher Vermessungs-Charte die Regulirung ausgeführt in den Jahren 1826 & 1827 und diese Copi gefertiget 1829 von F.W.Susemilhl, (Sus. 1829) 2. J.C. Francke, Plan von denen Adelichen Güthern Großen und Kleinen Timckenberg, 1770 (Francke 1770)

Gewährsmann: Harry Guhl, Zahrensdorf (ehemals Weitenfeld)

  • 1.Wiegels Brack überliefert, WK 1958 (Kösterbrack)

Außen am Sudedeich gelegenes Kleingewässer bei Schleusenow, mit Verbindung zum

  • 2. Salzsee überliefert, WK 1958,Susemihl 1829 (Der Solt See)

der bereits zum niedersächsischen Neu Bleckede gehört.

  • 3. Bleckeder Schleuse überliefert

Die Bleckeder Schleuse ist ein Deichsiel, das den Sumterkanal und seit den 1960er Jahren auch den Forstgraben, die Hauptbvorfluter der lüneburgischen Teldaudörfer, durch den Deich führt. Sie wurde 1753 errichtet. Im Jahre 1929 wurde hier zusätzlich das Schöpfwerk Bleckeder Holz gebaut, das jetzt aber außer Betrieb ist. Die Schleuse gehört bereits zu Niedersachsen.

  • 4. Sumter Kanal überliefert, WK 1958

Dieser Hauptvorfluter der angrenzenden niedersächsischen Dörfer begrenzt die mecklenburgische Teldau im Süden. Er gehört bereits dem niedersächsischen Territorium an.

  • 5. Freisen Brack überliefert, Kurhannoversche Landesaufnahme 1776 (Beverkuhl)

Brack mit Verbindung zum Sumter Kanal außerhalb des Teldauer Ringdeichs bei Schleusenow. Der überlieferte Flurname bezieht sich auf eine Familie Frehse, die dort wohnte. Der in der KHLA 1776 genannte Flurname dürfte entweder von ndt. bewer für Biber oder vom ndt. bäwern für zittern abgeleitet sein. Da in dieser Lage kein schwankender Moorboden vorhanden ist, dürfte die Deutung als Biberkuhle wahrscheinlicher sein.

  • 6. Teldauer Ringdeich überliefert

Historischer Deich um die Teldau, Sprengelshof und Timkenberg. Er ist durch den Bau des Elbdeiches im Lüneburgischen und den Rückstaudeich an der Sude funktionslos geworden (sog. Schlafdeich). In den letzten Jahrzehnten ist er zu großen Teilen zur Bodengewinnung abgetragen worden

  • 7. Nie’n Lann’n überliefert

Neue Lande. Acker am Deich zwischen Schleusenow und Franzhagen begrenzt durch den Schleusenower Graben.

  • 8. Schlüsnoer Graben überliefert

Schleusenower Graben. Dieser ist ein Hauptvorfluter im Süden der Teldau, der parallel zum Ringdeich von Marschkamp bis Franzhagen verläuft und beim nicht mehr im Betrieb befindlichen Schöpfwerk Franzhagen (Baujahr 1889) durch das Deichsiel in die Slüsenkuhl und den Salzsee entwässert. Ursprünglich entwässerte er durch ein Deichsiel bei Schleusenow in Wiegels Brack.

  • 9. Warerpass überliefert-Zü.

Anderer Name für den Unterlauf des Schleusenower Grabens.

  • 10. Slüsenkuhl überliefert, WK 1958

Außen am Sudedeich gelegenes Kleingewässer vor dem Deichsiel (der Schleuse) und dem Schöpfwerk Franzhagen.

  • 11. Sweit überliefert

Wiesen zwischen Deich und Salzsee bei Soltow. Der Name findet sich auch jenseits der Sude auf der Gemarkung Gothmann. Ähnliche Namen leitet Kühnel (Schweitenmoor in Karrenzin bei Neuhaus) von altsl. svetu = licht ab. Denkkbar wäre aber sicher auch eine Ableitung aus altsl. cvetu, russ. zvetu für Blume. Folglich wäre es eine lichte oder eine Blumenwiese.

  • 12. Saatacker WK 1958

Im Jahre 1958 als Grünland genutzte Fläche an der Sude bei Soltow.

  • 13. Schaulbusch überliefert, Sus. 1829 (Buschpflanzung)

Fläche an der Sude beim Saatacker vor Soltow.

  • 14. Mühlenbrack, Möllerbrack überliefert

Brack vor dem Sudedeich bei Friedrichsmühlen. Es befindet sich bereits auf Bandekower Flächen und erinnert an die am Deich bis in die 1950er Jahre (zuletzt als Ruine) dort befindliche Windmühle.

  • 15. Franzhagen überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Franzhagen ist einer der im 17.Jahrhundert geschaffenen Pachthöfe, die später in Erbpacht übergingen. Der Name bezeichnet, wie Vorderhagen, Hinterhagen und Paulshagen kein Hagendorf einer mittelalterlichen Gründung.

  • 16. Schünstücken überliefert, WK 1958

Acker zu Franzhagen östlich des Hofes.

  • 17. Soltow überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Siedlung, bestehend aus Büdnereien und einer Bauernhufe. Der Name ist wohl nicht auf eine slawische Wurzel zurückzuführen. Die ursprüngliche Endung dürfte –au gewesen und der Name mit dem ndt. solt für Salz oder sole für feuchte Niederung in Verbindung zu bringen sein. Wahrscheinlich ist der Name in einen Zusammenhang mit der Lüneburger Hude bei Schwarzenwasser zu bringen, nach der auch der Salzsee seinen Namen trägt. Die Stadt Lüneburg hatte das Recht das Schwarze Wasser, so wurde im 15./16. Jahrhundert der Unterlauf der Sude genannt, für den Salztransport zu nutzen. Es war wohl beabsichtigt, dieses dann beim Gehöft Schwarzenwasser zwischen zu lagern und, solange der Kanalbau an der Schaale nicht fertiggestellt war, auf dem Landweg weiter in Richtung Wismar zu transportieren. Dazu gab es Streit mit der Stadt Boizenburg, die für sich Rechte auf der Sude und auch in Bezug auf die Zwischenlagerung des Salzes beanspruchte und auch solche Privilegien hatte. Wegen der schwierigen Höhenverhältnisse wurde der Schaalekanal niemals fertiggestellt und deshalb nur für den Holztransport aus mecklenburgischen und lauenburgischen Wäldern über den Schaalsee und die Schaale bis Schwarzenwasser (Hudeplatz) und dann bis Lüneburg genutzt.

  • 18. Stüblock überliefert, WK 1958

Soltower Büdneracker bei Franzhagen. Für den Namen bietet sich zunächst eine slawische Ableitung an aus altsl. studu für kalt, d.h. mit anderen Worten ein Ackerblock mit kaltem Boden, an. Da die Teldau aber nicht slawisch besiedelt war und folglich auch kein Ackerbau in der Zeit slawischer Besiedlung der Region in der Teldau betrieben wurde, dürfte eine deutsche Bildung des Flurnamens anzunehmen sein. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Verkürzung aus Stubben (siehe Stübber in Boizenburg, Bahlen und Gothmann). Oder aber der Name der Name ist aus Stüde abgeleitet, was nach WOSSIDLO/TEUCHERT als Gebüsch, Gesträuch zu deuten ist.

  • 19. Kalverhöst, -horst überliefert, WK 1958

Kälberhorst. Soltower Büdneracker. Ursprünglich wird es eine Weide gewesen sein.

  • 20. Reimers Barg überliefert, WK 1958

Soltower Büdneracker, der geringfügig höher als der umgebende liegt. Benannt ist er nach einer Familie Reimer(s).

  • 21. Timmermanns Brack überliefert, WK 1958

Binnendeichs liegendes Kleingewässer bei Soltow mit Schlossdeich gegen den Austritt von Qualmwasser auf die anliegenden Flächen, benannt nach einer Soltower Büdnerfamilie.

  • 22. Sehlken Brack überliefert, WK 1958 (Wiegels Brack)

Dieses außendeichs liegende Brack ist nach der dort wohnenden Bauernfamilie Sehlke benannt.

  • 23. Fautdiek Flurkarte 1954

Deichstrecke östlich Sehlken Brack.

  • 24. Adebors Kuhl überliefert, WK 1958

Acker bei Soltow unmittelbar neben Sehlken Brack. Der Name wird von dem Brack abgeleitet sein, das reichlich Fröschen Lebensraum gab, die die Nahrungsgrundlage der in der Niederung zahlreichen Störche (ndt. Adebor) bildete.

  • 25. Hexenkeller überliefert, WK 1958

Acker bei Soltow auf der gleichen Fläche wie Nr. 24. Der Name ist hier schwer zu deuten.

  • 26. Schapbucht überliefert, WK 1958

Schafbucht, -koppel. Hauskoppeln einiger Büdner in Soltow.

  • 27. Büxenschinken überliefert, WK 1958

Büdneracker bei Soltow. Der nicht seltene Flurname resultiert immer aus der Form der Flächen, die einem Büchsenschinken - gemeint ist ein Hosenbein - ähnlich sein soll.

  • 28. Schulzen-Dienstland Sus. 1829

Acker bei Soltow

  • 29. Friedrichsmühlen überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Friedrichsmühlen ist ein weiteres der ursprünglich 16 domanialen Pachthöfe in der Teldau. Es ist nach der Windmühle und einem Besitzer benannt.

  • 30. Hamel-, Hammelkoppel überliefert, WK 1958

Weide zu Friedrichsmühlen

  • 31. Vorderhagen überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Vorderhagen ist die größere der Büdnersiedlunegen in der Teldau. Es handelt sich um eine weit auseinandergezogene Streusiedlung.

  • 32. Klippohr überliefert, WK 1958

Acker am Sudedeich westlich der B 195 bei Vorderhagen. Der Flurname ist als „kleiner Ort“, „kleiner Acker“ zu verstehen, denn im älteren Niederdeutsch wurde klipp als Silbe zur Verkleinerung verwendet, art, ort für Acker.

  • 33. Die kleine Deichau Sus. 1829

So sind 1829 die Flächen bei Vorderhagen östlich der Chaussee bis zum Vorderholz benannt, die jetzt bebaut sind (Häusler usw.). Siehe auch die Große Deichau unter Nr. 59. Der Name ist wohl nur als die Aue hinter dem Deich zu verstehen.

  • 34. Mus’kantenstrat überliefert

Die jetzt auf der Ostseite (Kleine Deichau) bebaute B 195 in Vorderhagen wurde auch Musikantenstraße genannt. Dieser Name wird auf einen Musikanten, der sich dort als Häusler angebaut hatte, bezogen sein. Er enthält eine gewisse Herabwürdigung.

  • 35. Hunn’nhöst überliefert, WK 1958 (Huhnhöst)

Acker bei Weitenfeld. Die beiden Formen des Namens entsprechen der neueren (hunn’n) und der älteren (huhn’) Aussprache des Niederdeutschen für den Plural von Hund in der Region. Wahrscheinlich ist der Name jedoch als hohe Horst zu deuten, wie Schneider es für Hohnstorf darlegt.

  • 36. Käs’weg überliefert

Weg von Friedrichsmühlen über Weitenfeld nach Vorderhagen. Inwieweit er mit der Käserei in einen Zusammenhang zu bringen ist, ist nicht bekannt.

  • 37. Weitenfeld überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Weitenfeld ist einer der domanialen Pachthöfe des 19. Jahrhunderts. Der Name ist wohl als Weizenfeld zu verstehen.

  • 38. Hinnerkoppel überliefert, WK 1958

Die Hinterkoppel ist eine Weide nördlich von Weitenfeld. Sie wird nach einem ehemaligen Besitzer aus Bandekow auch manchmal Klockmanns Koppel genannt.

  • 39. Einlieger- Ländereien Sus. 1829

Pacht-Acker für die Häusler und Einlieger südlich von Weitenfeld.

  • 40. Schaulland überliefert

Der Acker gemäß Nr. 39 ist wohl später in Schuldienstland (Naturalvergütung an den Lehrer) umgewandelt worden.

  • 41. Buer See überliefert

Vom Tuchgraben durchflossene alte Elbschlenke, deren ehemalige Wasserfläche jetzt mit Schilf bestanden ist. Diese Schlenken werden in der Elbaue oft See genannt.

  • 42. Tuchgraben, Teldauer Graben überliefert

Dieser Zuggraben ist der Hauptentwässerungsgraben für die nördliche Teldau. Er entwässert die Niederung beim Vorderholz, bei Vorderhagen, Friedrichsmühlen, Weitenfeld, Paulshagen und Soltow und mündet dann in den Schleusenower Graben mit diesem durch das Siel bei Franzhagen in den Salzsee.

  • 43. Fahlenkoppel überliefert

Fohlenkoppel. Weide südwestlich von Weitenfeld.

  • 44. Mundten Busch überliefert

Weide im Winkel des Tuchgrabens und des Schleusenower Grabens, deren Besitzer wohl früher eine Familie Mundt war.

  • 45. Schleusenow überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Büdnersiedlung im Südwesten der Teldau entlang des Ringdeiches und Sudedeiches. Der Name der Siedlung setzt sich aus Schleuse und Aue zusammen. Das Kennzeichnende der Siedlung ist, dass die Häuser wie in Soltow auf den Deich gebaut sind. 46. Pingels Brack überliefert Altes Brack in Schleusenow, das wahrscheinlich noch von einem Deichbruch des Teldauer Ringdeiches aus der Zeit, in der der Elbdeich noch nicht bestanden hat, stammt

  • 47. Zeiken überliefert-Zü.

Kleine Fläche hinter dem Schleusenower Deich. Der Flurname ist schwer zu deuten. Möglicherweise ist er mit dem niederdeutschen Wort seegen, zeegen für tröpfelnd feucht in Verbindung zu bringen, was der örtlichen Situation gerecht würde.

  • 48. Discherkaten überliefert

Tischlerkaten. Büdnerhaus am Schleusenower Deich, dessen Eigentümer eine Tischlerei betrieben hat.

  • 49. Bodderkaten überliefert

Butterkaten. Büdnerhaus am Schleusenower Deich, dessen Eigentümer wohl die in seiner Büdnerei erzeugte Milch in erster Linie zu Butter verarbeitet hat.

  • 50. Schulzenwiesen Sus. 1829

Wiesen bei Schleusenow, die als Dienstland (Deputat) für den Schulzen dienten.

  • 51. Paulshagen überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Paulshagen ist einer der domanialen Pachthöfe in der Teldau. Das Bauerngehöft selbst ist nicht mehr vorhanden. Es wurden dort jedoch Stallanlagen errichtet.

  • 52. Deinstgoren überliefert

Dienstgarten. Acker südöstlich von Paulshagen. Der Name könnte auch Deinstengoren (Garten für die Dienstleute) lauten.

  • 53. Schaulstieg überliefert

Ehemaliger Fußsteig von Weitenfeld über Paulshagen nach Hinterhagen. Er wurde überflüssig als in den 1930er Jahren eine Zentrale Schule für die Gemeinde in Vorderhagen gebaut wurde.

  • 54. Schünbarg überliefert

Scheunenberg. Kleiner Acker zu Paulshagen am Käseweg zwischen Vorderhagen und Weitenfeld. Dort hat wahrscheinlich einmal eine Scheune auf einer kleinen Wurte gestanden.

  • 55. Butenhagen überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Acker der Bandekower Hufenbesitzer westlich der Chaussee nach Hinterhagen. Butenhagen war ebenfalls einer der Pachthöfe, der dann an die Bandekower Bauern verpachtet wurde. Er wurde wie die anderen Pachthöfe auch zu Deichlasten mit einem Deichkavel herangezogen. Auch genannt:

  • 56. Bandekower Koppel überliefert
  • 57. Sniedersiel überliefert, WK 1958

Schneidersiel. Flurname innerhalb von Butenhagen. Worauf dieser Name zurückgeht, ist nicht erkennbar.

  • 58. Hinterhagen überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Hinterhagen ist eine weitere Büdnersiedlung im Süden der Teldau. Auch sie ist kein mittelalterliches Hagendorf sondern eine Streusiedlung teils am Deich.

  • 59. Die große Deichau überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Acker östlich der Hinterhäger Chaussee. An Zühlsdorff wurde für diese Fläche auch die Bezeichnung Diekkavels mitgeteilt, die ansonsten für Anteile der Deichunterhaltungspflicht verwendet wurde (s. u.). Auch hier ist zu vermuten, dass es sich gemeinsam mit der Kleinen Deichau um einen ehemaligen oder vorgesehenen Pachthof handelt, da auch hier eine Beteiligung an den Deichlasten durch Übernahme eines Deichkavels erfolgte. 60. Kleien, Klayen überliefert, Sus. 1829 Acker zu Gülze östlich der Hinterhäger Chaussee, der ebenfalls ein ehemaliger oder vorgesehener Pachthof gewesen sein dürfte, der dann an die Gülzer Hufenbesitzer - mit Übernahme eines Deichabschnittes – verpachtet wurde. Der Name wird wohl auf den schweren (Klei)Boden hinweisen. Auch genannt:

  • 61. Gülzer Koppel überliefert
  • 62. Buerhoff überliefert, WK 1958

Flurname im Kleien.

  • 63. Möllenhoff, Möllerhoff überliefert, WK 1958 (Möllenhoff)

Acker westlich von Langfeld. Welcher Zusammenhang mit der Mühle besteht, ist nicht bekannt.

  • 64. Gräun’ Weg Flurkarte 1954 (Grüner Weg)

Feldweg bei Langfeld.

  • 65. Langfeld überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Einer der domanialen Pachthöfe des 19. Jahrhunderts.

  • 66. Karkwisch überliefert, WK 1958

Kirchenwiese. Weide bei Langfeld. Diese wird im kirchlichen Eigentum gestanden haben.

  • 67. Scheiw Brügg WK 1958

Weide östlich Langfeld an der B 195, wo diese schräg durch einen Entwässerungsgraben gekreuzt wird.

  • 68. Marschweg überliefert-Zü.

Weg nach Amholz, Alteneichen und Marschkamp.

  • 69. Amholz überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Dieses ist der größte der Teldauer domanialen Pachthöfe. Er wurde als kleiner Gutsbetrieb bewirtschaftet. Der Name weist auf die Lage am früher sehr viel umfangreicheren Hinterholz hin.

  • 70. Alteneichen überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Alteneichen ist ebenfalls einer der domanialen Pachthöfe, der aber im Allgemeinen mit Amholz in einer Hand war. Das in der Karte von 1829 ausgewiesene Gehöft gibt es nicht mehr.

  • 71. Marschkamp überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Wie Alteneichen.

  • 72. Sachsenweg überliefert-Zü.

Weg nach Grabenau. Der Name erinnert daran, dass die angrenzenden Gemarkungen früher teils zu Sachsen-Lauenburg gehört haben.

  • 73. Grabenau überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Grabenau ist ein weiterer der domanialen Pachthöfe des 19. Jahrhunderts im äußersten Südosten der Gemarkung Teldau. Der Name setzt sich aus Graben und Aue zusammen.

  • 74. Pütt WK 1958

Hdt. Pfütze. Acker bei Grabenau. Der Name dürfte auf den Standort mit schwerem Marschboden hinweisen, auf dem sich bei Niederschlägen Wasser ansammelt.

  • 75. Amholzer Sandkuhl überliefert, Sus. 1829 (Sandgrube)

Bei Amholz in der Chaussee-Kurve gelegen.

  • 76. Einlieger Caveln Sus. 1829

Acker zur Verpachtung an die Häusler und Einlieger am Hinterholz nördlich von Amholz.

  • 77. Das Hinterholz überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Wald östlich von Vorderhagen. Der Waldbestand nördlich von Amholz war im 18.Jahrhundert noch wesentlich umfangreicher. Die Einlieger Caveln (Nr.76) sind durch Rodung kultiviert worden.

  • 78. Runden Wisch überliefert

Wiese am Amholz-Timkenberger Graben, an das Hinterholz grenzend. Der Flurname dürfte keinen Bezug zur Form der Fläche haben. Vermutlich ist er aus Radewiese oder Ruug Wisch (Rauhe Wiese) entstanden.

  • 79. Der Broden Sus. 1829

1829 Acker und Rieh (Schilffläche) am Timkenberger Grenzgraben. Der Name ist aus altsl. brodu für Furt entstanden. Die Furt wird dem Übergang über die Rieth Elbe gedient haben.

  • 80. Rieth Elbe Francke 1770

Schilfniederung entlang der Timkenberger Grenze, die in einer ehemaligen Elbschlenke verläuft.

  • 81. Christenland überliefert

Büdnersiedlung – zu Vorderhagen gehörig - entlang der Timkenberger Grenze.

  • 82. Holzvoigt Sus. 1829

1829 Ackerstück inmitten Christenland, das der Holzvoigt nutzte.

  • 83. Kirchstieg überliefert-Zü.

Weg in Christenland. Dieser führte zu der Gülzer Fähre und damit zur Gülzer Kapelle, zu deren Sprengel der östliche Teil der Teldau gehörte.

  • 84. Taterreig’ überliefert

Büdnergehöfte zu Vorderhagen. Tatern ist ein ndt. Ausdruck für Zigeuner. Der Name Taterreihe enthält eine Herabwürdigung und steht wohl im Gegensatz zum Christenland.

  • 85. Das Mittelholz überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Wald westlich von Christenland

  • 86. Kort Haken überliefert-Zü.

Kleine Senke im Gelände bei Christenland.

  • 87. Schultenkoppel überliefert-Zü.

Schulzendienstland am Deich bei Christenland.

  • 88. Das Vorderholz überliefert, Sus. 1829, WK 1958

Wald bei Vorderhagen

  • 89. Gülzer Binnenweide Sus 1829

Weiden zwischen dem Vorder- und dem Mittelholz, die an die Gülzer Bauern verpachtet waren.

  • 90. Tuchzimm überliefert

Flurname auf der Gülzer Binnenweide, der nur mündlich und unsicher überliefert ist. Seine Deutung ist schwierig. Der Namensbestandteil tuch könnte dem ndt. Wort für ziehen entsprechen.

  • 91. Gülzer Sudenweide Sus. 1829

So wurde 1829 die den Gülzer Hufenbesitzern gehörende Weide an der Sude bezeichnet.

  • 92. Brink überliefert, WK 1958 (Auf dem Forstbrink)

Gegenwärtige Bezeichnung für die Gülzer Sudeweide vor Christenland.

  • 93. Fehr Löben, Veer Löben überliefert

Dieser sehr unsicher überlieferte Flurname findet sich zwischen dem Vorderholz und dem Sudedeich. Er ist kaum zu deuten (möglicherweise als Vier Löwen, jedoch der Bezug fehlt).

  • 94. Hamburger Haus überliefert

Bis vor wenigen Jahren stand am Sudedeich westlich der Abfahrt nach Christenland dieses vor dem Zweiten Weltkrieg von einem Hamburger erbaute Haus.

  • 95. Brandten Brack, Gödeckes Brack überliefert

Ein größeres Brack nahe der Grenze zu Timkenberg, das nach der anwohnenden Familie benannt ist (früher Brandt, dann Gödecke).

  • 96. Slüsenbrack überliefert

Brack an einem sehr alten Siel aus dem Jahre 1796, das nicht mehr in Betrieb ist. Dieses wurde wegen des wertvollen barocken Kopfbauwerks auf der Deichaußenseite unter Denkmalschutz gestellt. Durch das Siel mündete früher der Amholz-Timkenberger Graben in die Sude.

  • 97. Amholz-Timkenberger Graben überliefert

Hauptentwässerungsgraben für die östliche Teldau und Timkenberg. Mit dem Bau des Schöpfwerks wurde ein neues Sielbauwerk geschaffen, mit dem der Graben den Sudedeich quert. 98. Sude überliefert Der Fluss Sude, der dem Dümmer See entspringt, erreicht bei Redefin die Elbtalniederung und mündete (vor der Mündungsverlegung nach Boizenburg) bei Gothmann in die Elbe. Den Namen des Flusses leitet Kühnel von altsl. sudu für Sund, Enge ab.

Deichabschnitte (Deichkavel) für die deichpflichtigen Grundbesitzer (gemäß Feldmarkskarte von Susemihl 1829)

  • Schleusenow ca. 350 m Bleckeder Schleuse bis Wiegels Brack
  • Marschkamp ca. 100 m ab Wiegels Brack
  • Alteneichen ca. 450 m
  • Franzhagen ca. 300 m bei Franzhagen
  • Soltow ca. 250 m bei Soltow,
  • Forst: ca. 500 m bei Soltow
  • Deichau ca 150 m bei Soltow
  • Soltow Gehöft I ca. 120 m bei Sehlken Brack
  • Weitenfeld ca. 300 m bei Sehlken Brack/Soltow Richtung Friedrichsmühlen
  • Paulshagen ca. 400 m bei Soltow
  • Hinterhagen ca. 250 m Soltow bis vor dem Mühlenbrack
  • Butenhagen ca. 350 m beim Mühlenbrack
  • Friedrichsmühlen ca. 150 m bei Friedrichsmühlen
  • Langfeld ca. 270 m bei Friedrichsmühlen
  • Grabenau ca. 550 m über die B 195 hinweg
  • Amholz ca. 750 m
  • Kleien ca. 600 m bis vor Christenland
  • Vorderhagen ca. 500 m bis zur Timkenberger Grenze
10.2. Timkenberg, mit Sprengelshof und Teschenbrügge
Archiv Greve


Die ritterschaftlichen Güter Groß und Klein Timkenberg in der Landschaft Teldau gehörten den Ämtern Boizenburg bzw. Wittenburg an. Zu Groß Timkenberg gehörten 1901 bereits 14 Büdnereien. Timkenberg wird erst 1645 erwähnt.

Der deutsche Ortsname – ndt. Timpenberg - ist vom älteren ndt. Wort timpen für Spitze, Zipfel oder aber von einem Personennamen abgeleitet.

Die Siedlungsstruktur ist ähnlich der in der gesamten Teldau heterogen. Zum einen befinden sich Büdnergehöfte in Streulage und zum anderen gab es einen Gutshof. Die Flur ist deshalb von Benthien als Guts-Bauern-Flur bezeichnet worden.

Benutzte Karte: J.C.Francke, Plan von denen Adelichen Güthern Großen und Kleinen Timckenberg, 1770 (Francke 1770)

Gewährsmann: Harry Guhl, Zahrensdorf

  • 1. Basedows Brack überliefert

Kleingewässer am Sudendeich, das durch einen Deichbruch entstanden ist und gegen den Austritt von Qualmwasser durch den Deich landseitig mit einem niedrigeren Schlossdeich eingedeicht ist. Benannt ist es nach einem Anwohner Basedow.

  • 2. Vor die Schleuse Lehnakten 1670, LA 1690 (Beym Siehl) nach Zühlsdorff

Wiese vor dem Deichsiel im Norden der Gemarkung. Durch das genannte Deichsiel mündete der Amholz-Timkenberger Graben in die Sude. Das wegen seines barocken Auslaufbauwerks denkmalsgeschützte Siel aus dem Jahre 1796 wurde zwischenzeitlich funktionslos.

  • 3. Amholz-Timkenberger Graben überliefert

Hauptentwässerungsgraben für die östliche Teldau und Timkenberg. Mit dem Bau des Schöpfwerks wurde ein neues Sielbauwerk geschaffen, mit dem der Graben den Sudedeich quert. Der Vorfluter verläuft in großen Teilen in der Niederung der Rieth Elbe (siehe Nr. 12).

  • 4. Schwabendörp überliefert, Kahns

Büdnersiedlug am Sudendeich nahe der Grenze zu Vorderhagen, wohl das ursprüngliche Klein Timkenberg. Der Name soll sich von der dürftigen Lebensweise der Büdner ableiten, die so sparsam wie Schwaben leben mussten.

  • 5. Nachtkoppel überliefert-Zü.

Weide im Norden der Gemarkung. Sie wurde wahrscheinlich als Nachtweide für die Pferde des Gutshofes genutzt.

  • 6. Das Fehr Haus Francke 1770

Am Sudedeich nahe dem Gutshof gelegenes Gehöft des Fährmanns. Die Fähre über die Sude stellte die Verbindung zum Kirchdorf Blücher her, zu dem außer Timkenberg auch Sprengelshof, Teschenbrügge, Niendorf und bis 1877 auch das lüneburgische Krusendorf eingepfarrt waren.

  • 7. Fährkoppel überliefert-Zü.

Acker zwischen dem Timkenberger Hof und dem Fährhaus.

  • 8. Klein Timkenberg Francke 1770

Späterer Bleistifteintrag in der Karte im Norden der Gemarkung. Laut Meckl.-Schwerinschen Staatskalender 1901 war es eine Feldmark mit 75,3 ha.

  • 9. Groß Timkenberg Francke 1770

Späterer Bleistift Eintrag im Süden der Gemarkung. Laut Meckl.-Schwerinschen Staatskalender 1901 war es ein Gut mit 14 Büdnern und insgesamt 216,2 ha.

  • 10. Jägerkoppel überliefert-Zü.

Weide östlich des Gutshofes.

  • 11. Große Wiese Francke 1770

Grünland südwestlich des Gutshofes.

  • 12. Rieth Elbe Francke 1770

Schilfniederung entlang der Grenze zu Vorderhagen, die in einer ehemaligen Elbschlenke verläuft.

  • 13. Große Rie Francke 1770

Sumpfiger Streifen im Anschluss an die Große Wiese (Riehe = sumpfige meist schilfbestandene Niederung)

  • 14. De Dicken überliefert-Zü.

Acker südlich der Großen Riehe. Der Flurname deutet auf früher dichtes gehölz (Dickung, Dickicht) hin.

  • 15. Lütt Höst überliefert-Zü.

Kleine Horst. Acker an der Grenze zu Amholz.

  • 16. Krummen Stücken überliefert-Zü.

Ackerstücke mit krummen Grenzen im Süden der Gemarkung.

  • 17. Das Timkenberger Holtz Francke 1770

Seinerzeit noch Wald im Süden der Gemarkung angrenzend an Sprengelshof und Amholz. Auf der Fläche befinden sich jetzt:

  • 18. Lütt Holtland überliefert-Zü.

(Acker) und

  • 19. Grot Holtland überliefert-Zü.

Acker.

  • 20. Ellern überliefert-Zü.

Acker an der Straße nach Sprengelshof. Der Name deutet darauf hin, dass die Fläche ein Teil des Timkenberger Holzes gewesen ist, der mit Erlen bestanden war.

  • 21. Besten Koppel überliefert-Zü.

Weide vor der Gosau, benannt nach einer Bauernfamilie Best.

  • 22. Bodderbarg überliefert, Kahns, TK 25 (Butterberg)

Etwas höher gelegene Fläche im Süden der Gemarkung mit einem häufiger zu findenden Namen, der auf die Fruchtbarkeit des Landes hinweist.

  • 23. Buerwisch überliefert-Zü.

Wiese vor der Gosau.

  • 24. Gosau überliefert, Francke 1771

In der Franckeschen Karte handelt es sich um einen späteren Eintrag für eine Wiesenflur bei Timkenberg, die ursprünglich zum Gut Goldenbow gehörte.

  • 25. Herrnsee überliefert

Kleingewässer in der Gosau. Name wohl nach dem Gutsherrn von Goldenbow.

  • 26. Der Düwels See Francke 1770

Niederung in einer alten Elbschlenke an der Grenze zu Sprengelshof. Diese wird vor 1770 noch ein Gewässer gewesen sein.

  • 27. Ossen Brack überliefert

Brack am Teldauer Ringdeich an der Grenze zu Sprengelshof und Teschenbrügge.

  • 28. Nielands Kamp überliefert-Zü.

Acker im Süden der Gemarkung, an Sprengelshof grenzend. Der Flurname könnte sowohl auf neugewonnenes Ackerland hinweisen (Neuland) als auch nach einer Person namens Nieland benannt sein.


Sprengelshof Sprengelshof war ein kleiner ritterschaftlicher Hof im Amt Boizenburg, gelegen in der Teldau. Der Name leitet sich von der Familie von Sprengel ab, die bis in das 18.Jahrhundert hinein umfangreichen Besitz im Amt Boizenburg hatte. Die Flur ist einer Gutsflur vergleichbar in Schläge eingeteilt.

Benutzte Karten: 1. J.C.Francke, Plan von denen Adelichen Güthern Sprengelshoff und Teschenbrügge, 1770, (Francke 1770) 2. Karte von der Feldmark Sprengelshof Amt Hagenow. Abgezeichnet von der Direktorialkarte v.J. 1770 von Francke. Mecklenburgisches Landesvermessungsamt , Schmidt 1930 (FMK 1930)

  • 29. Heisterholln überliefert-Zü.

Kleines Gehölz, das von Timkenberg auf Sprengelshof übergegangen war. Der Flurname wird von der Vogelart Elster, ndt. Heister abgeleitet sein.

  • 30. Der Ochsenhagen FMK 1930

Die Ackerfläche im Norden an der Grenze zu Timkenberg wurde von Groß Timkenberg auf Sprengelshof umgemarkt.

  • 31. Die Nacht Koppel Francke 1770

Weide unmittelbar im Norden des Hofes, die wohl als Nachtweide für die Pferde gedient hat.

  • 32. Auf den neuen Wiesen WK 1958

Wiesen außerhalb des Ringdeiches an den Grenzen zu Krusendorf und Stiepelse. Diese Wiesen waren in den vergangenen Jahrhunderten zwischen Mecklenburg und dem Fürstentum Lüneburg streitig. Offenbar wurden sie dann geteilt, wie der Grenzverlauf andeutet. Sie werden auch genann:

  • 33. Toni Engel Wiesen überliefert

Diese Benennung erfolgt nach einer Besitzerin aus Boizenburg.

  • 34. Sumter Kanal überliefert, WK 1958

Dieser Hauptvorfluter der angrenzenden niedersächsischen Dörfer begrenzt die Wiesen nach Nr. 32/33. Er gehört bereits dem niedersächsischen Territorium an.

  • 35. Landesgrenzgraben überliefert

Dieser Graben bildet die Grenze zum niedersächsischen Krusendorf.

  • 36. Teldauer Ringdeich überliefert

Historischer Deich um die Teldau, Sprengelshof und Timkenberg. Er ist durch den Bau des Elbdeiches im Lüneburgischen und den Rückstaudeich an der Sude funktionslos geworden (sog. Schlafdeich). In den letzten Jahrzehnten ist er zu großen Teilen zur Bodengewinnung abgetragen worden


Teschenbrügge Teschenbrügge war lange Zeit nur ein ritterschaftliches Nebengut im Amt Boizenburg. Es gehörte ursprünglich zu Timkenberg, dann 1779 bis 1903 den Niendorfer Eigentümern. Danach bekam es den Status eines selbständigen Gutes. Der Name ist deutsch und aus Teweschenbrügge verkürzt. Die Flurform ist eine kleine Gutsflur.

Benutzte Karte: J.C.Francke, Plan von denen Adelichen Güthern Sprengelshoff und Teschenbrügge, 1770, (Francke 1770)


  • 37. Burgsee überliefert, WK 1958

Auch Besitzer See genannter Altarm der Elbe aus der Zeit vor deren Eindeichung an der Grenze zu Besitz. Er ist benannt nach einer slawischen Niederungsburg

  • 38. Der Rewell Francke 1770, WK 1958

Ursprünglich kleines Gewässer, Sumpfniederung (Riehe) in einer alten Elbschlenke an der Grenze zu Niendorf. Der eigenartige Flurname kann kaum erklärt werden. Eine Ableitung vom Ravelin, dem Außenbauwerk einer Festung, ist hier unwahrscheinlich.

  • 39. Alte Nacht Koppel Francke 1770

Am Rewell an der Grenze zu Niendorf liegende Weide, die als Nachtweide genutzt wurde.

  • 40. Die Bens Koppel Francke 1770

Weide an der Grenze zu Niendorf. Der Name ist wohl von einem Bauern Benn hergeleitet, der 1453 im unmittelbar benachbarten später mit Niendorf zusammengelegten Dorf Steder gewohnt hat.

  • 41. Kiewel Riege Wiese Francke 1770

Wiese in der alten Elbschlenke an der Grenze zu Niendorf. Der Flurname scheint aus einem slawischen und einem deutschen Teil zusammengestzt zu sein. Kiwel wird aus altsl. kyj für Stock, Knüppel abgeleitet zu sein. Riege ist sicher eine sprachlich umgeformte riehe, eine sumpfige Niederung, so dass hier im Sumpf Knüppelholz gewachsen sein wird.

Flurnamen und –bezeichnungen aus den Lehnakten nach ZÜHLSDORFF: Deren örtliche Zuordnung ist nicht möglich.

  • 42. Bauwgraben, 1670
  • 43. Behncken Koppel, 1690
  • 44. Kiehl Ende, 1690
  • 45. Koppel, 1690
  • 46. Krusen Landt, 1690
  • 47. Das Rübelandt, 1690
  • 48. Scheidegraben, 1670
  • 49. Sprengelsweide, 1690

aus dem Register der Direktorialvermessung 1772:

  • 50. Die alte Sude
  • 51. Die Brinckweide
  • 52. Die Trift