Sagen und Legenden um Rövershagen

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Sagen, Geschichten und Legenden aus Rövershagen

Wie Rövershagen zu seinem Namen kam

Karl Suhr, ein Bauer aus Willershagen , wollte eines Tages nach Rostock gehen. Doch trieb sich allerlei Raubgesindel in der Gegend herum. Im Wald hält ihm denn auch ein Räuber die Pistole vor die Brust und verlangt: „Geld oder Leben! - Wat wist du? Dat Läwen?“ fragt Karl Suhr. „Wat wist du mit min bäten Läwen, dat sall doch wohl dat Geld sein, un dat will ik di ok giern gewen. Doch föllt mi ein Bedingung in. Min Frau, die glöwt mi dat nich, wenn ik ehr dat vertellen dauh. Sei ward mi nich glöwen , dat ik di dat Geld gewen heff, ahn mi tau wehren. Dorum wull ik blot dit ein: Scheit mi ierst ´n Lock dörch den Haut un denn noch ´n tweit dörch den Rock.“ Der Räuber tut ihm den Gefallen. Darauf Suhr: „Nuok noch ´n Lock in de anner Siet von´n Rock, süs glöwt min Frau dat nich, un ik möt mi vör min Kind schämen.“ - „Nee“, sagt der Kerl, „´n annermal, denn grad sünd all min Kugeln all.“ - „Wat?“ fragt Karl Suhr, „du hest för mi kein Kugeln mihr? Denn rad ik di, holl di nich mir up!“ und schwenkt seinen Eichenstock. „Süs schlag ik di eins up des Schnut!“ Der Räuber – plattdeutsch „Röver“ - nahm Reißaus. Seitdem heißt das hier gelegene Dörf Rövershagen. (HG33)

Unterirdische in Rövershagen.

In Rövershagen vertauschten mal die Unterirdischen einer Frau ihr ungetauftes Kind gegen eines der ihrigen. Auf Rath eines klugen Mannes legte sie das Kind von den Unterirdischen auf den Haublock, als wenn sie es mit der Axt todtschlagen wolle. Alsbald war das Zwergenkind verschwunden und ihr eigenes wieder da. Pastor Dolberg aus Hinrichshagen, mündlich.

Man darf nicht erzählen, was einem begegnet ist.

(NHG) ? Um die Kosten des Ausrodens zu sparen, hat die Obrigkeit früher jedem Tagelöhner in den bei der Rostocker Heide gelegenen Dörfern erlaubt, die Baumstämme auszuroden. Der Tagelöhner M. aus Rövershagen geht zu diesem Zwecke einmal in den genannten Wald zu einem Ort, der die Feuerbachstelle heißt. Es ist gerade ein sehr warmer Tag. M. denkt, er will des Abends lieber etwas länger arbeiten und dagegen des Mittags sich eine Zeit lang ausruhen. Er legt sich deshalb nieder. Als er einige Zeit gelegen hat, hört er ein Geräusch, als wenn Menschen sich schelten. Er glaubt, es komme ein Wagen, um seine Stämme zu holen. Er will ihm deshalb entgegengehen. Je weiter der Tagelöhner aber geht, desto weiter entfernt sich das Geräusch. Es scheint immer in seiner Nähe zu sein, aber er kann es doch nicht erreichen. M. Geht somit wieder zu seiner Ruhestätte zurück. Da stößt die Betglocke und auf einmal hört das Geräusch auf. M. erzählt dies am Abend, als er nach Hause zurückgekehrt ist, seinem Vater. Dieser sagt, es sei nicht gut, daß er es erzählt habe, das werde ihm irgend ein Unglück bringen. Nach einiger Zeit geht unser Tagelöhner nach der Wiese, um sie zu mähen. Auf der Wiese überfällt ihn plötzlich ein Jucken und große Beulen zeigen sich auf seinem Körper. M. gebraucht Mancherlei, aber es hilft ihm nicht. Da sagt ihm Jemand, er müsse sich von drei verschiedenen Feldscheiden Steine holen lassen, sie glühend machen und nachher benässen. Nachdem die Steine herbeigeholt und von ihm naß gemacht worden sind, fängt seine Krankheit an abzunehmen und hört am Ende ganz auf. Pastor E. Wolff zu Rövershagen bei Niederh. 2, 84f.

Gespenstische Thiere

Auf dem Wege zwischen Niederhagen und Mittelhagen, behaupten Manche, laufe des Abends ein grauer Hund, der Denjenigen, der dort geht, begleitet. Einer hat sich sogar durch das Gesehene so vom Wege abdrängen lassen, daß er mitten auf das Feld gerathen und in einen ganz andern Weg hineingekommen ist. Als es hat nicht weichen wollen, hat er endlich ausgerufen ›Wo willst du Teufel hin!‹ Da ists verschwunden. In Hinrichshagen, sagte man vor einigen Jahren, erscheine öfters ein Fuchs, schaue bald ins Fenster, bald liege er vor der Thür, so daß man nicht aus und ein gehen könne. Wenn der Jäger darnach schieße, so falle er zwar und immer mit der Schnauze in den Sand. Wenn man ihn aber nachher aufnehmen wolle, so sei er verschwunden. Pastor E. Wolff zu Rövershagen bei Niederh. 2, 113 f

Herr von Hagemeister

(NHG) ? Zwischen Rostock und Ribnitz, ungefähr eine Viertelstunde von der Chaussée entfernt, liegt das Kämmerei- Gut Niederhagen. Vor vielen Jahren, so geht die Sage, wurde dies Gut von einem Herrn von Hagemeister bewohnt, der ein gar wildes wüstes Leben führte, seine Leute schlecht behandelte, und von dem man allgemein sagte, er und seine Frau hätten einen Pact mit dem Teufel geschlossen. An einem stürmischen, regnerischen Tage hat denn der Teufel sich auch des Herrn von Hagemeister bemächtigt, und ist mit ihm durch die Decke des Wohnzimmers gefahren. Der Frau von Hagemeister, die eben in den Keller hinabgestiegen, hat er das Genick umgedreht, und in diesem Zustande wurde sie todt auf der Kellertreppe gefunden. Von Herrn von Hagemeister ist niemals eine Spur wieder gesehen worden, nur der große Blutfleck an der Zimmerdecke zeigt die Stelle, wo der Teufel sich einen Ausweg mit ihm gesucht. Noch heute sieht man bei anhaltend regnerischem Wetter in der tiefsten Ecke des Wohnzimmers einen feuchten Fleck. F.M.; vgl. Niederh. 2, 16 f. Darnach war der gottlose Mensch ein Pächter. Derselbe sagte eines Tages zu seiner Frau, wenn er fort sei, solle sie mit denselben Pferden und Wagen fahren, womit er jetzt fahre. Darauf kommt ein Mann mit Schimmeln auf den Hof gefahren und fragt nach dem Hausherrn. Als er wieder fort ist, findet man den Hausherrn todt und Blut in seiner Kammer. Die Frau wurde bald darauf auch vom Teufel geholt.

Woans de Rövershäger Holtvagt eins de Hasen un de Fasanen gripen deit

De Rövershäger Holtvagt süll Hasen för den Großherzog scheeten. He verstünn sick oewer nich richtig up de Büß. Dorum güng he nah den Scheper un frög, wat he woll daun müßt. De Scheper wier enen ganzen Swinplitschen un seggt em, he süll sick man en bäten Snuwtabak halen un up jeden Chausseesteen wat upstreuden, denn dor löpen de Hasen dull nah. He makt dat nu ok, un an´n annern Morgen legen bi de Steen de Hasen. De hadden von den Snuwtabak wat nahmen, un denn bi dat Pruschen hadden se mit den´n Kopp up de Steen slagen un bleeben dot liggen. De Holtvagt wier nu ut alle Not un bröcht de Hasen to den´n Großherzog hen. As de nu to weeten kreeg, woans he to de Hasen kamen wier, un weggen dat utheckt har, let he sick den´n Scheper kamen un frög em, ob he ok Fasanen fangen künn. „Jawoll“, seggt he un löt sick dat Holt wiesen, wo de Fasanen sitten daun. De ollen Voegel sün je wat nieglich, dorüm lööp he ümmer rund um de Bööm rüm. Dorbo keken em de Fasanen ümmer nah un dreihte sick de Häls af un föllen so von de Bööm dal. He sammelt se up un bröcht se nah den´n Schweriner Hof hen. De Fürst hett em nu nich wedder ut de Finger laten un hett em sin Läw lang up´n Hof behollen. (HG75)