Lag der Hafen Warnemünde einst am Rande der Rostocker Heide - 100 Jahre Suche nach der Antwort
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Kern des '''Ortes''' Markgrafenheide
Arbeitsweise
- Die Arbeitsschrite in der Reihenfolge
- 1. recherchieren
- 2. analysieren
- 3. chronologisieren
- 4. zuverlässig verorten
Lag der Hafen Warnemünde einst am Rande der Rostocker Heide ? - Chronologie einer hundertjährigen Suche und ihrer Irrwege
Bestandsaufnahme der bisherigen Suche
- Meinte man vor einigen Jahren noch, zur Geschichte Warnemündes sei das Wesentliche erforscht und gesagt, man hatte ja schließlich seinen
- „Barnewitz“ („Geschichte des Hafenortes Warnemünde“), so zeigte sich spätestens um das Jahr 1995 herum, dass es noch viele weiße Flecken zu erforschen gilt.
- Die Warnemünder schickten sich an, ein Jubiläum zu feiern und das entscheidende alte dänische Dokument aus dem Jahre 1195 war nicht zu finden (dazu siehe auch Beitrag von Ronald Piechulek im Tidingsbringer Nr.1 1996/1997 S.14 - 18).
- Vertieft man sich dann in die Thematik, so tauchen immer mehr Fragen auf, die schon lange erfordern, die Suche nach Antworten aufzunehmen. Pressemeldungen, dass es im Mittelalter zwei Warnemünde gab, nämlich das Städtische, irgendwo, unmittelbar westlich von Markgrafenheide, an einem heute nicht mehr vorhandenen Mündungsarm der Warnow, und das Fürstliche, aus dem 1323 das heutige Warnemünde hervorging, erweckten Erstaunen. So schnell geht das mit dem Vergessen.
- In den Jahren 1924 - 1940 entbrannte ein Gelehrtenstreit über die Lage des alten städtischen Warnemünde auf der Hohen Düne.
- Jeder der daran Beteiligten näherte sich der Lösung dieser Frage ein Stück, kam aber durch Missinterpretationen zu falschen Verortungen und Schlußfolgerungen.
- Alle gemeinsam bezogen z.B. nicht die Verschüttung der alten Warnowmündung durch die Allerheiligenflut 1304 mit ihren Folgen in ihre Betrachtungen ein, was wohl die gravierendste Ursache für ihre Fehl-Interpretationen war.
1902 Ernst Dragendorff "Die Befestigungen Warnemündes"
- Dragendorff dokumentiert die historischen Ereignisse zwischen 1300 und 1319 an der Warnow-Mündung (auch die Danskeborg), ohne auf die richtige Verortung der Warnow-Mündung genauer einzugehen.
1924 Ludwig Krause "Die alten Warnowmündungen und der ursprüngliche Rostocker Hafen zu Warnemünde
- veröffentlichte der renomierte Historiker Ludwig Krause seinen Aufsatz „Die alten Warnowmündungen und der ursprüngliche Rostocker Hafen zu Warnemünde“ macht darin eine Bestandsaufnahme zur Sachlage und stellt Vermutungen an.
- Er sucht ohne Ergebnis nach der Mandel-Wiese als Schlüssel zur Lösung.
- Er kommt zu dem gesicherten Schluß, daß der erste Hafen ein bis zwei Kilometer östlich des Alten Stromes lag. Er will prüfen ob die am Taterhörn an der Küste gelegenen alten Kisten damit in Verbindung stehen könnten.
- Sein Tod 1924 beendet hier seine Forschungstätigkeit und sein Aufsatz erscheint bereits postum.
1925 Friedrich Barnewitz "Geschichte des Hafenorts Warnemünde unter besonderer Berücksichtigung der Volks- und Bodenkunde" 2. überarbeitete Auflage
- Barnewitz selbst beschreibt auf den ersten vierzig Seiten seiner Chronik in der ersten ! Auflage (1919) nur die allgemeine Geschichte der gesamten Region. Das erste verbürgte, auf Warnemünde bezogene, konkrete Datum ist der 25. März 1252, als Warnemünde mehrfach im Kaufvertrag der Rostocker Heide Erwähnung findet. Barnewitz publiziert die Geschichte des Hafenortes Warnemünde dreimal auf einander folgend, in seiner Dissertation im Jahre 1916, dann in seinem umfassend erweiterten Buch 1919 und schließlich in der zweiten "um wiederum hundert Seiten wesentlich erweiterten und verbesserten Auflage !" 1925.
- In seiner Dissertation (1916) und der Erstauflage seiner Warnemünde-Geschichte (1919) geht Barnewitz noch nicht auf die Hafenproblematik ein !
- In letzterer Auflage (1925, ein halbes Jahr nach L. Krauses Tod !) schreibt Barnewitz im 3. Abschnitt "Warnemünde als deutsche Pflanzung":
- Zitat S. 53ff
- "Als die ersten Ansiedler sich in Warnemünde niederließen, lief die Warnow als ganz flaches Rinnsal durch die Dünen. Mann konnte bequem hindurchwaten, wie es auch immer geschah. In der Gegend der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, welcher die Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken hindurch trug. Ihm reichte das Wasser nur bis an die Hüften. - :Eine Darstellung dieses Mannes findet man noch heute in der Warnemünder Kirche."
- "Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa 2 km östlich vom alten Strom, durch das Alte Tief, das in den Urkunden des 13. Jahrhunderts die Bezeichnung "ihr Hafen", d.h. "Hafen der Rostocker", trägt. Hier ist auch die "Mandelwiese" zu suchen, von der die Urkunde aus dem Jahre 1325 ausdrücklich angibt, daß sie auf der Stelle lag , "wo der Turm einst stand. ..."
1928 Dr.Kuno Voß „Der Seehafen der Stadt Rostock in seiner geschichtlichen Entwicklung bis zum dreißigjährigen Krieg“
- Drei Jahre später folgte der Aufsatz von Kuno Voß „Der Seehafen der Stadt Rostock in seiner geschichtlichen Entwicklung bis zum dreißigjährigen Krieg“ in den Meckl. Jahrbüchern Band 92, mit seiner Theorie, wo das alte Warnemünde zu suchen sei. Voß´s ein Jahr später auch in den Meckl. Jahrbüchern veröffentlichte Dissertation knüpft an Ludwig Krauses, durch dessen Tod 1924, abgebrochene Forschung an.
- Er vermutet den Seehafen am Taterhörn und betrachtet die dortigen alten Kisten als deren Rest.
+ Erschließung der Gewettsrechnungen als Quellen !! und insgesamt weitere Quellenerschließung
1936 Ludolf Fiesel "Grabungen nach dem ältesten Rostocker Seehafen und der Danskeborg"
- Erste fünftägige (!) Suchgrabung vor Ort, beim Taterhörn durch, Dr. Ludolf Fiesel und Paul Babendererde kommt zu dem Ergebnis, daß der erste Hafen am Taterhörn nicht gelegen hat (mehr auch nicht!) und schließt daraus, daß die Suche weiter westlich fortgesetzt werden müßte, was auf Grund der dortigen Bebauung des Geländes aber nicht mehr möglich sei. Somit bleibt eine folgende Verortung aus.
- Dr. Fiesel erklärt die Lösung des Problems weiterhin für offen und empfielt weitere Suchen auf der Hohen Düne, aber eben weiter westlich, und nicht richtigerweise weiter östlich !!
- Die Grabungsprotokolle der Suchgrabung am Taterhörn vom Oktober 1936
1940 Walter Johannes Schröder "Wo lag der älteste Rostocker Seehafen?"
- schließlich widerspricht Dr. Walter Johannes Schröder den Theorien Krauses, Barnewitz´s und Voß´s mit seinem Beitrag „Wo lag der älteste Rostocker Seehafen?“ grundsätzlich und erkärt daß damit zugleich der Beweis erbracht sei, daß die Grenze der Rostocker Heide 1252 und damit auch der Rostocker Hafen von Beginn an am Ostufer des "Alten Stroms" gelegen hätte.
- Damit stellte er die Inhalte der Urkunden von 1252, 1323 und 1325 (Quelle - erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608) gänzlich in Frage.
- Er bringt aber keine Beweise, die seine so grundsätzlich ablehnende These in irgend einer Form untermauern.
- Ganz im Gegenteil, er vermutet den "Schlüsselort der Hafen-Lage", die Mandel-Wiese einfach unbewiesen aus freier Hand auf das Warnemünder Bahnhofsgelände, der früheren Vogts-Wiese, obwohl bereits ohne Mühe, durch die Liegenschaftsdokumente von 1325, beweisbar war, daß sie am Nordwest-Ufer des Radelsees lag und in der Reformationszeit in "Prediger-Wiese" umbenannt wurde.
- Mit diesem falschen Fazit trat mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges ein vorläufiges Ende der "Rostocker-Hafen-Forschung" ein. Eine genaue und insbesondere chronologisch (!) geordnete Auswertung der zeitgenössischen Dokumente ist hierbei vielfach falsch oder garnicht erfolgt.
- Eine besondere Zäsur in der Ereignis-Folge stellt die Allerheiligenflut im November 1304 und die mit ihr verbundene Sandverschüttung des Warnow-Mündungsarmes über die Hälfte seiner Länge zwischen Ostsee und Radelsee dar.
- Genau dessen Mißachtung führte vor Allem bei vorangegangenen Forschungen zu falschen Verortungen der historisch belegten Ereignisse.
- Der Kriegsausbruch ließ das Thema letztendlich vergessen, in den folgenden Jahrzehnten beschäftigten die Warnemünder andere Dinge.
- Man ging einfach davon aus, daß die Suche der Reste Reste davon auf der hohen Düne zu suchen sich schwierig bis unmöglich gestalten würde, wie Dr. Schröder meint. Man hätte nun die Wahl, archäologische Grabungen auf dem Militärgelände des dortigen Marinekommandos, unter den Küstenschutz-Dünen, den in jüngster Zeit angelegten Spülfeldern oder im Naturschutzgebiet Radelsee durchzuführen, je nachdem welcher Theorie man folgt.
- Deren Aussicht auf Erfolg schätzt er als gering ein.
- Genau dieser Schluss ist jedoch, angesichts der falschen Verortungen der Einzel-Ereignisse, auch im Ganzen falsch.
1999 Die Suche wird wieder begonnen
- In meinem Tidingsbringer-Beitrag "Die weißen Flecken um Warnemündes Ursprünge" (In Tidingsbringer, Bd. 4 (1999/2000), S.15-18) ging es mir darum, auf die noch immer ungeklärten Fragen zu den Wurzeln von Warnemünde, dem alten Rostocker Hafen und der Danskeborg aufmerksam zu machen und nun wieder Forschungen zur Lösung dieser offenen Fragen anzuregen.
- Der erhoffte Effekt blieb jedoch zunächst aus und fand sogar einen protesthaften konträren Widerhall in Dr. Rabbels Beitrag "Weiße Flecken in der Warnemünder Hafengeschichte?" (Rabbel, Jürgen *1937-2011*. - In: Tidingsbringer, Bd. 5 (2000/2001), S.12-15 ), der in seinem Beitrag vehement und grundsätzlich dagegen spricht, daß es überhaupt solche "weißen Flecken" in der Warnemünder Geschichtsschreibung gäbe.
- Dem hatte ich damals nichts entgegenzusetzen, war es doch meine Intention aufmerksam zu machen und die Erforschung aufs neue anzuregen, um eine Wiederaufnahme der Suche zu erreichen. Dr. Rabbels Widerspruch wurde für mich zum Antrieb nun selbst mit den Recherchen zu beginnen. Nicht ahnend wie langwierig und zeitraubend die vor mir liegende Arbeit dazu werden würde.
Wilfried Steinmüller
- Einen ersten großen Lichtblick gab es dann im Jahre 2001, als die Taucher des Regionalvereins Unterwasserarchäologie in der Ostsee, wie sie vermuteten, einige der alten Hafenanlagen des verschollenen Warnemünde wiederfanden und dokumentierten
- Es entsprach im Ergebnis haargenau der Beschreibung von Kuno Voß !
- Was Sie zunächst wiederum zu der Meinung verleitete, die gesuchten Ursprünge gefunden zu haben.
- Der Beitrag von Maik-Jens Springmann „Steinkistenbollwerke des Breitlings im Spiegel unterwasserarchäologischer Untersuchungen - ein Beitrag zur Geschichte des Seehafens Rostock“ (in "Fundort Ostsee" Hinstorff-Verlag 2000 S.73-83) macht nach 55 Jahren erstmals wieder auf jenen Gelehrtenstreit aufmerksam und ergänzt ihn durch neue Forschungsergebnisse.
- Man begann bei den Untersuchungen beim Forschungsstand der Thesen von Cuno Voß 75 Jahre zuvor.
- Bei diesen Untersuchungen wurde die Annahme, Reste des ersten alten Rostocker Hafens nun gefunden zu haben jedoch alsbald wiederlegt.
- Die durchgeführten dendrochronologischen Untersuchungen erwiesen, daß die Bollwerke ihren Ursprung im Ende des 16. Jahrhundert haben und damit mindestens zwei Jahrhunderte zu jung sind.
+ Beitrag von Wolfgang Steusloff einfügen ?
(Rechte klären)
Danskeborg
- Viele Spekulationen gibt es in diesem Zusammenhang um die sogenannte „Danskeborg“ (Dänenburg), eine im 14. Jahrhundert vielfach erwähnte Befestigung, zu jener Zeit Sitz des dänischen Vogtes und zwischen 1309 und 1319 häufiger Aufenthaltsort des König Erik IV. (Menved) von Dänemark, der in seiner Regierungszeit die Herrschaft Rostock und damit auch Warnemünde dem Königreich Dänemark angegliedert hatte. Warnemünde war für ihn geographisch ein günstiger Ankunftsort, so daß er hier mehrfach Hof hielt. Ob die Überbleibsel von Menveds „Danskeborg“ noch unter dem Sand der Hohen Düne verborgen liegen oder besonders alte Gebäudeteile der kürzlich restaurierten Vogtei als Reste davon anzusehen sind harrt noch der Klärung.
- Betrachten wir dazu den Küstenabschnitt zwischen Stoltera und Rosenort/ Rostocker Heide in seiner Entwicklung der letzten 6000 Jahre einmal mit den Augen der Geologen und Meereskundler.
- Bedingt durch den hier stetigen Küstenrückgang kann unter Umständen die Ostsee der weiteren archäologischen Erforschung an diesem Ort zuvor gekommen sein.
- Warscheinlicher aber ist, daß ihre Spuren zwischen Spülfeld, Radelsee und Ortsrand von Markgrafenheide (auf der Prediger-Wiese, ehemals Mandel-Wiese) gefunden werden können.
Um sich der Lösung dieser Lücke in der Warnemünder Frühgeschichte zu nähern, müssen eine Reihe von Fragen beantwortet werden
- Die Fragen mit Versuchen jeweils Antworten zu finden.
- (Die zwischenzeitlich fortlaufend recherchierten Antworten werden hier entsprechend eingefügt und ergänzt)
1. Wo lag der im Heide-Kaufvertrag von 1252 genannte Warnowlauf, an dessen rechtem Ufer fortan (bis 1922 !) die Grenze der Rostocker Heide lag?
- Antwort: Diese Frage läßt sich sehr eindeutig beantworten, da dieser Grenzverlauf, laut der Urkunde vom 25.3.1252 am rechten (nordöstlichen) Warnowufer verlief. Erst im Zuge einer Neuvermessung und Neuordnung im Jahre 1922 wurde dieser Grenzverlauf verändert und neu vermessen. Der hier im Anschluss angefügte Kartenausschnitt der Schmettau-Karte von 1788 zeigt die gestrichelte Grenzlinie und damit die einstige Uferlinie der verlandeten Warnowmündung. Auf der in damaliger Flußrichtung rechten Uferseite war bis 1323 die Westgrenze des Rostocker Stadtbesitzes an der Ostseeküste.
- Nur auf dieser Seite kann das im Heide-Kaufvertrag genannte, städtische Warnemünde (im Gegensatz zum damals weiter westlich gelegenen fürstlichen Warnemünde) des 13. Jahrhunderts also gelegen haben.
+ 2. Welche Schlüsse können wir aus der geologischen Struktur, der Morphologie ziehen? Gibt es unter der einzig aus Sand bestehenden Dünen-Nehrung Zwischen Diedrichshagen und Rosenort und auf dem Grunde des Breitlings natürliche Vorkommen von Findlingen oder sind alle Groß-Findlinge die hier lokalisiert werden können durch Menschenhand um und auf die Nehrung gebracht worden (z.B. Schnatermannstein, Spökstein, Steinpackungen auf dem östlichen Marine-Gelände u.a.)?
- + Hier Einfügung zur "Eisrandlage" machen !! (siehe oben)
3. Welche Wasserdurchflüsse gab es zwischen 1160 und 1625 duch die Nehrung zwischen Stoltera und Rosenort (Rostocker Heide)?
- I. ursprüngliche natürliche Warnow-Mündung bis zur Verschüttung 1304 beim Taterhörn
- II:"Neues Tief", später "Altes Tief" 1305 bis zur Schließung 1487 beim Radelsee
- III. zweites "Neues Tief" 1488 bis 1582 wieder am Taterhörn (siehe auch Dendro-Proben am Bollwerk)
- IV. "Alte Mündung" nördlich von Markgrafenheide 1579 bis 1625 (Hatte keine Verbindung zu Radelsee und Breitling, diese entstand erst 1761) am Rande des Hütelmoores
- V. "Ole Döpe" oder "Ole Deepe" unmittelbar östlich des Alten Stromes (bislang nicht datierbar) etwa beim heutigen Seekanal
- VI. Der "Alte Strom" ab 1583 wird der bis dahin seichte ("durchwatbare") Nebenarm der Warnow durch Abtragung der "Stein-Barriere" schrittweise zu einem beschiffbaren Strom vertieft.
+ 4. Welche Spuren der alten Warnow-Mündungen finden sich im historischen Kartenbild?
+ 5. Was erfahren wir in deutschen und dänischen Quellen über die "Danskeborg". Wann und wie wurde sie wirklich abgerissen?
6. Welche Schlüsse können wir aus Flurnamen zwischen Warnemünde und Markgrafenheide, z.B. Taterhörn, Mandel-Wiese, Vierraden "Quator Ruotac"(lateinische Übersetzung von "Vierraden" an gleicher Stelle in einigen Karten), "ole Kisten" u.a. ziehen?
Taterhörn
- - Der Name "Tater" ist der niederdeutsche Begriff für "Zigeuner"
- - Der Name "Hörn" steht für ein Kap/Landzunge seinen Ursprung im Friesischen. Er leitet sich von "Horn" ab, was "Ecke", "Vorsprung" oder "Landzunge" bedeutet.
- In der Zusammensetzung bedeutet das also "Zigeuner-Kap" und markiert die einstige Landzunge an der Ostseite der ehemaligen Warnow-Mündung.
- Hier befand sich im Mittelalter wegen des kargen, sandigen Bodens ein durch die Tatern geduldeter häufig genutzter Lagerplatz.
Mandel-Wiese
- Die Mandelwiese 1325 (Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608) erstmals erwähnt, als der Sanct-Georg-Insel gegenüberliegend, trägt ab 16. Jahrhundert den Namen "Prediger-Wiese". Innerhalb dieser Wiese ist auf Karten des 17. bis 19. Jahrunderts die Ortsbezeichnung "Vierraden" und "Quator Ruotac" verzeichnet.
- Vierraden "Quator Ruotac" - lateinische Übersetzung von "Vierraden" an gleicher Stelle wie die Mandelwiese in einigen Karten.
- + "Ole Kisten"
7. Wie verliefen bis 1323 die Wassergrenzen auf dem Breitling/der Unterwarnow zwischen dem Moltke-Besitz, dem Besitz des Heilig-Geist-Hospitals und St.Jürgen-Hospitals, der städtischen Rostocker Heide und dem fürstlichen Warnemünde?
- Antwort siehe nebenstehende Karte 3
8. Wo lag im Breitling die dem St.Jürgen Hospital gehörige Insel Sankt Georg, die als zusammenfließende Grenzmarke aller hier vorangegangen genannten Besitzerhältnisse fungierte?
- Antwort siehe nebenstehende Karte
Die Fehler bei der frühen Lösungssuche die zu Irritationen führten
- 1. Mißachtung der Grenzziehung nach dem Vertrag von 1252 (die bis 1922 gültig war !)
- 2. Mißachtung der Folgen der Allerheiligenflut von 1304 bzw. 1307
- 3. Mißachtung der geologischen Verhältnisse rund um die Nehrung und den Breitlig (Eisrandlage 8)
- 4. In Verkennung der Existenz zweier Orte an der Warnowmündung wurden alle dokumentierten historischen Ereignisse falscherweise grundsätzlich in das fürstliche Warnemünde verortet
- 5. Und ganz besonders die Mißachtung von Quellen, wie z.B. die in Latein geschriebenen Register von 1325 (Quelle - erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608), nach dem Warnemünde-Kauf, Texte in der Tarnow-Karte von 1798, Schmettau-Karte von 1788 u.a. führten zu falschen Schlussfolgerungen in der Verortung der Objekte und Ereignisse
Karten und Quellen zur Danskeborg-Frage
Hier nachfolgend die Digitalisate der relevanten Publikationen zum "Danskeborg-Problem" bis 1940