Häschendorf

Aus Ortschroniken
Wechseln zu: Navigation, Suche


Kenndaten des Orts
Name (heute)Häschendorf
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl18182 (Ortsteil von Mönchhagen)
VerwaltungsamtAmt Rostocker Heide
LandkreisRostock
Zahlen
Einwohner?
KoordinatenBreite: 54.137616 / Länge: 12.207430



Fährt man von Rostock aus auf der Bundesstraße B 105 nach Osten, überquert man nach einigen Kilometern eine Ampel. Kurz dahinter biegt man nach links in die kleine Straße ein, die nach einigen hundert Metern nach Häschendorf führt. Häschendorf gehört seit 1958 zu Mönchhagen.


Geografische Lage


Häschendorf aus der Luft. privates Foto


Häschendorf in alten Karten

Alte Flurnamen

Quelle: Mecklenburgisches Flurnamenarchiv (wossidia.de)

Flurnamen nach dem Mecklenburgischen Flurnamenarchiv; Angaben von 1929; Karte: openstreetmap.de

Als Gewährsmann wird Gutspächter Schäfer angegeben.

  • Eikblock: Nahe eines Solls stand eine mächtige Eiche, nach ihr ist der Acker benannt.
  • Duurnbuschslag: Der Dornbusch ist jetzt (d.h. 1929) verschwunden.
  • Schneise: führte als Verlängerung des von den „Niegen Hüslers“ kommenden Weges durch den südlichen Teil des Ostenholts. Hier ist einmal eine Knochenstelle entdeckt.
  • Dörpsbrink: eine Bleiche nördlich des Dorfteichs. Dor geiht ümmer mihr von weg. De Diek ward ümmer gröter mackt.


Kurztext zum Ort

Auszug aus "Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe Ausgabe Gustav Quade" 1894:

Seite 768 "Häschendorf Der Hof wurde am 22.November 1890 von Johannis 1891-1905 verpachtet. Geboten wurden bei 14 Last Acker, zur 2. und 3. Classe bonitirt, 8400-9000 Mark. Vorherige Pacht 9700 Mark jährlich. Der Staatskalender gibt als Größe 208,3 ha und 1008,12 bonitirte Scheffel an und nennt als Pächter C. Kielgast."

Die Gründung von Häschendorf

In einer Urkunde vom 15. September 1302 wird Häschendorf erstmals urkundlich erwähnt. König Erik von Dänemark verlieh damals dem Ritter Johann Moltke die Ansiedlungen Toitendorf, Geelsdorf, Alt-Krummendorf, Neu-Krummendorf, Hinrichsdorf, Peez, Lübbersdorf, Nienhagen, Goorstorf und eben auch Häschendorf.

Hä-schendorf oder Häs-chendorf?

Heute wird der Ortsname allgemein Hä-schendorf gesprochen, aber in der Urkunde von 1302 lautet der Ortsname Hesekendorpe. Allerdings ist nicht bekannt, ob der Name tatsächlich von „Hase“ kommt.

Gedenkstein

In dieser Urkunde wird der Gedenkstein am Abzweig Häschendorf zum Denkmal erklärt. Quelle: Gemeinde Mönchhagen

Am Abzweig von der Bundesstraße B 105 nach Häschendorf wurde 1970 ein Gedenkstein errichtet zur Erinnerung an die Befreiung der KZ-Häftlinge und die Opfer des Todesmarsches vom Mai 1945.

Während des Krieges befand sich in Barth ein Konzentrationslager (KZ), dessen Insassen gegen Kriegsende auf einem der berüchtigten Todesmärsche umgebracht werden sollten. Nachdem mutige Ribnitzer Bürger die Erschießung aller Häftlinge auf dem Ribnitzer Marktplatz verhindert hatten, wollte die SS die Häftlinge auf der heutigen B 105 weiter nach Rostock zu treiben, wo man die letzten Opfer im Krematorium auf dem Westfriedhof verbrennen wollte. Am 1. 5. 1945 passierten die ca. 700–800 Häftlinge mit der Wachmannschaft das Dorf Mönchhagen. Als die Spitze der Häftlingskolonne sich etwa 100 Meter hinter dem Häschenbusch befand, wurden sie von russischen Panzern T-34 überrascht, die nicht wie erwartet von Osten vorrückten, sondern ihnen aus Rostock entgegenkamen.

Ortschroniken von Häschendorf

Weiterführende Information zu Häschendorf

Kontakte

Wenn Sie Hinweise zur der Häschendorfer Ortschronik haben, freut sich die Ortschronistin Wiebke Salzmann über eine E-Mail:

ortschronik-moenchhagen@wissenstexte.de