Genzkow

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Kenndaten des Orts
Name (heute)Genzkow
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl17098
VerwaltungsamtAmt Friedland
LandkreisLandkreis Mecklenburger Seenplatte
Zahlen
Einwohner150 (2019)
KoordinatenBreite: 53.6283 / Länge: 13.5017



Geographische Lage

Ortslage - einst und heute
Die Ortslage von 1757 wird von G. Krüger, Kirchenrat und Propst zu Stargard, im Jahre 1925 wie folgt beschrieben:
„Wie die Außenlinie der Wörde zeigt, war das alte Bauerndorf als rechteckiges Angerdorf (oder breites Straßendorf) angelegt am Nordwestufer eines Sees, von einem ausfließenden Graben senkrecht durchschnitten. Auf dem 650 m langen Angerliegt die orientierte Kirche in ovalem Kirchhof, Auf der Karte vom Jahre 1757 sind die Priesterwörde und die beiden benachbarten an die Südostseite des Kirchhofes heran vorgeschoben, ein Teil der Bauernhöfe an der Seeseite ist durch den Gutshof ersetzt, der Angerist S-förmig um einen Teil des Gutsgartens herumgeführt. Die Bauernhöfe liegen unregelmäßig, auch hier ist das für den nördlichen Teil des Landes charakteristische Scheunengebaude mit Anklapp verwendet. Heute ist das Tagelöhnerdorf verkürzt und der Anger zu einer gekrümmten Straße verschmälert. W. Raabe schreibt 1857 zu Genzkow: "Genzkow, 3/4 Meilen südwestlich von Friedland, an einem See, unfern der Neubrandenburg-Friedländer Chaussee, auf fruchtbarer, ziemlich hügeliger Feldmark, Hof mit Kirche - Filial von Jatzke -, Schule, Schmiede..."
Die Ortslage 1997
Geht man die Chaussee von Friedland in Richtung Neubrandenburg, kommt man an das Chausseehaus Genzkow, das auf einer Anhöhe liegt. Vonhier aus senkt sich das Land zu beiden Seiten allmählich ab. Wendet man sich von dieser Anhöhe nach links, erblickt man das heutige Genzkow, das in einer Senkung ca. 7km südwestlich von Friedland entferntliegt. Weiter abwärts die Chaussee entlang stehen an der rechten Seite wiederum sechs Einfamilienhäuser. Davon zwei unmittelbar an der Chaussee und vier etwas nach hinten gerückt. Hier führt linksseitig von der Chaussee eine gerade Zufahrt, die beidseitig um 1922 mit Roteichen bepflanzt wurde, über eine leichte Anhebung ins Dorf hinab. Die Straße schlängelt sich, einem lang gezogenem S ähnlich, durch das Dorf und erfährt zum Dorfausgang Richtung Eichhorst wieder eine leichte Anhebung.
An der Seeseite steht das ehemalige Gutshaus oder Herrenhaus genannt.

Flora und Fauna

Durch die Eiszeit und durch die Zeit des Eisrückzuges, dessen Ende 15-20 000 Jahre zurückliegen, wurden die heutige Bodenform und Bodenbeschaffenheit geprägt. Systematischer Waldbau wurde erst ab Ende des 18.Jahrhunderts betrieben. Zur Aufforstung wurden unfruchtbare sandige Ländereien genommen. Der andere Boden wurde für die Landwirtschaft genutzt. So ist allmählich unser heutiges Landschaftsbild entstanden. Obwohl hügelig, sind die Flächen um den Ort meistens Kulturland. Es gibt einen sehr geringen Waldbestand an der Gemarkungsgrenze zu Friedland. Etwa 1,5 km östlich des Ortes liegt eine aufgelassene Trockenweide. Den „Beiträgen zur Flora von Mecklenburg“ von K.A. Wegner oder aus dem „Botanischen Rundbrief f.d.Bez. Neubrandenburg“ von 1988 ist zu entnehmen, wachsen hier schon selten gewordene Kräuter oder Wiesenblumen. Dazu gehören z.B. die Trollblume, zierliches Schillergras, die Pechnelke, das Nordische Labkraut, die Wiesenkuhschelle, der Bergwiesen- und Bastard-Frauenmantel, das gemeine Sonnenröschen undviele mehr.
Am Dorfsee ist ein reichhaltiger Bewuchs von Kräutern und Bäumen vorhanden. Vom herumführenden Wanderweg kann man starke Eichen, dicke Pappeln, Weiden und andere Bäumeentdecken. Aber auch Sträucher und Schilf, die das Seeufer säumen, dienen Vögeln und anderem Kleingetier als Schutz. Der Ortseingang ist zum größten Teil mit Roteichen und Winterlindenbepflanzt. An der Dorfstraße stehen Sommerlinden, Winterlinden, Weißdorn, Rotdorn, Robinien und Neupflanzungen mit Kastanien. Aber auch einige Exemplare wie Essigbaum, Esche, Erle, Feldulme, Birke, Kiefer, Fichte, Pappel und Ahorn kann man im Ort finden. Der Windschutzstreifen hinter den Eigenheimen wurde mit Schwarz-Pappeln bepflanzt. Im Park stehen Winter- und Sommerlinden, Ahorn, Robinien, Eiben aber auch eine Kastanie, ein Nußbaum,eine Kiefer- alle mit beachtlichem Umfang. Außerdem mehrere Ulmen, eine Esche,zwei Birken, eine Fichte und acht Neuanpflanzungen - Linde, Robinie, Ahorn, Ulme. Dicke Linden rahmen den inneren Friedhof. An einigen hat der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen. Junge Kastanien wurden als Nachwuchs ausgesucht. Kopfweiden im Dorf und nach Jatzke, die gern als Brutstätte von Vögeln genutzt werden, wurden 1996 gestutzt. Aufallen freien Flächen im Dorf, im Park und auf dem Spielplatz wächst Gras. Reichhaltig bepflanzte und gepflegte Gärten sowie saubere Straßen und Zufahrten geben dem Dorf ein gefälliges Aussehen.
Die umfangreiche Kiefer im Park trägt statt ihrer Krone das Storchennest. Jahrzehntelang hatte das Storchenpaar sein Nest auf dem alten Stall, gegenüber der Kirche. Als der Stall wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, entschied man sich für die Kiefer als neuen Standort für das Storchennest. Nach anfänglichem Zögern nahm das Storchenpaar den neuen Nistplatz an. Beim Sturm am 11. 04. 1997 wurde das Storchennest mit Unterlage von der Krone gerissen. Das alte Wagenrad, welches bisher als Unterlage diente, war dahin. Zwei beherzte Bürger nagelten ein neues Gestell zusammen. Kinder holten Weidenzweige und bandensie mit Band in das Gestell. Am Abend wurde mit aktiver Hilfe des Wehrleiters und zweier Bürger die Unterlage wieder auf dem Baum befestigt. Die Technik wurde vom Geschäftsführer der Land GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt. Einige Tage später stellten sich die Störche ein. Der Storch gehört in Genzkow schon immer zum Dorfbild. In jedem Frühjahr wird Ausschau danach gehalten. Das Srorchenpaar trifft nacheinander, mit ein bis zwei Tagen Abstand, ein. Alle Jahre wurden Storchenjunge aufgezogen, auch im Jahr 1997 gehörte das gewohnte Klappern zum Sommerin Genzkow.
Das über 700jährige Genzkow (seit 1298 erwähnt) ist in seiner Entwicklung ein schönes Dorf geworden, das in einer reizvollen Landschaft liegt. Seit langer Zeit macht die Geschichte auch um Genzkow keinen Bogen, auch wenn Genzkow nur am Rande bedeutender historischer Ereignisse erwähnt wird.

Einführende Information

Das Dorf Genzkow liegt vier Kilometer südwestlich der Stadt Friedland an der Bundesstraße B197.

Das Wappen von Genzkow derer von Lübberstorff

Das Wappen stellt eine rote Wolfsangel auf blauem Feld dar. Helmzier sind drei silberne Straussenfedern, dazwischen zwei goldene Gabeln. Die Decken sind silberblau. Das Geschlecht der Lübberstorff wurde im Zusammenhang mit Genzkow das erste Mal 1298 erwähnt.

Das Wappen von Genzkow derer von Bardeleben

Genzkow blieb im Besitz der Linie Bardeleben bis 1818. Dann viel das Gut nach dem Aussterben der Mecklenburger Linie der von Bardeleben an die Gebrüder Bardeleben auf Rinau, diese verkauften es noch im selben Jahr an die Junker Gebrüder von Behr. Sie bewirtdchafteten den besitz bis 1849.

Quelle Wikipedia

Kurztext zum Ort Genzkow

Auszug aus "Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe Ausgabe Gustav Quade" 1894
Seite 1364 "Genzkow (Im Besitz der Witwe des Königl. preuß. Intendanturraths R. Siemers - 2), 3/4 Meile südwestlich von Friedland unweit der Friedland-Neubrandenburger Chaussee.
Hof, Kirche - Filiale von Jatzke -, Schule; Schmiede.
1890 189 Einwohner
Die massive Kirche verlor 1821 in Folge eines Sturmes ihre Thurmspitze.
Lehn. 870,6 ha; 7 Hufen mit 112,12 bonitirte Scheffel; dav. Acker und Garten708,1 ha, Wiese 21,8 ha, Wald 43,4 ha, Unland 14,4 ha.
Genzkow war von 1696-1814 im von Bardeleben´schen Besitz. Mitte dieses Jahrhunderts besaß es Th. Holdorf,
1861 kam es an die Siemers´sche Familie.

Genzkow im Spiegel von Karten und Luftbildern

2005
Luftbilder von Wolfgang Kernchen per Ballonfahrt
Quelle der Karten: © GeoBasis-DE/M-V 2013

Bildergalerie

Ortschronik/en von Genzkow

Anmerkung: In der folgenden Liste werden bekannt gewordene chronistische Arbeiten gelistet. In blauer Schrift erscheinen Arbeiten die digital verfügbar sind. In roter Schrift gelistete Titel sind, meist aus urheberrechtlichen Gründen, noch nicht digitalisiert. Aber auch Chroniken die bekannt geworden sind, deren Verbleib aber bislang nicht bekannt ist, sind Bestandteil der Liste.

Weiterführende Information zu Genzkow

Kontakte

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