Althof

Aus Ortschroniken
Wechseln zu: Navigation, Suche


Kenndaten des Orts
Name (heute)Althof
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl18209
VerwaltungsamtStadtverwaltung Bad Doberan
LandkreisRostock
Zahlen
Einwohner? (2015)
KoordinatenBreite: 54.0885714 / Länge: 11.9311673


Das Dorf Althof liegt ca. 2 km südlich von Bad Doberan und ist ein Ortsteil davon.


Geographische Lage

Kurztext zum Ort

Auszug aus "Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe Ausgabe Gustav Quade" 1894:

Seite 605-608 "Althof bei Doberan, Pachthof, eine halbe Meile südöstlich von der Stadt, Haltestelle an der Eisenbahn Wismar - Rostock (1,2 km nach Doberan, 14 km nach Rostock). Der Hof wurde am 8. Oktober 1891 pro Johannis 1892 bis 1913 verpachtet. Am Meistgebot blieb der Oeconom Gustav Kroté zu Retzow bei Malchin mit 14 100 Mark jährlich pro Last 798 Mark von 1870-92 wurden als Pacht jährlich 15 750 Mark, pro Last 900 Mark gezahlt. Garten 2,5 ha, Acker 229,5 ha = 885,08 bonitierte Scheffel, Weide 21 ha = 35,88 Fuder, Wald 0,5 ha, Unland 12 ha, zusammen 265,5 ha. ... Althof hat außer dem Pachthof Kirche, 1 Erb-Wind- und Wassermüller (Krüger) und 1 Ziegelei. 1890 105 Einwohner, 1855 127 Einwohner. Der Ort wird häufig von den Badegästen Doberans und Touristen besucht wegen des hierher führenden angenehmen Weges und seiner Kirche. In Althof, früher auch Alt-Doberan, wurde das Doberaner Kloster begründet. Als baulicher Ueberrest desselben sind außer der Kapelle noch ein großes massives Gebäude und verschiedene Fundamente und Kellergewölbe vorhanden. Da wo das Kloster stand, welches 1179 vom Obodritenfürsten Pribislav begründet und später von den Wenden zerstört wurde, erhebt sich jetzt die Kirche. Die Stätte des alten Klosters wäre wohl in völlige Vergessenheit gerathen, wenn nicht in demselben die Gemahlin des Fürsten Pribislav, die norwegische Königstochter Woizlawa, ihre letzte Ruhestätte gefunden hätte und über ihrem Grabe nach der Zerstörung des ersten Klosters eine kleine Kapelle errichtet worden wäre. Aber diese Kapelle gerieth allmählich in Verfall und wurde sogar zu einem Backhaus eingerichte, in welchem verwahrlosten Zustande sie bis in das erste Drittel unseres Jahrhunderts verblieb. Der Großherzog Friedrich Franz I. war es, der unter dem 9.August 1822 anordnete, "daß die alte Kapelle zu Althof wegen ihrer wichtigen Inschriften völlig ins Alterthum wieder herzustellen und dagegen für ein anderes Lokal zum Backhause zu sorgen sei." Nun wurden sorgfältig alle Ziegelsteine mit Inschriften und sonstige aus Jahrhunderte alten Schutthaufen ans Tageslich beförderte Alterthümer gesammelt und an passender Stelle aufbewahrt, zunächst in Doberan und dann in Schwerin. Die Wiederherstellung des Gotteshauses selbst machte nur sehr langsame Fortschritte und erst im Jahre 1852 wurden die Gebeine der Fürstin Woizlava in eine neue Gruft vor dem inzwischen erneuerten Altar versenkt, die durch einen Stein mit nachstehender Inschrift verschlossen ward: "Hier ruhet --- Woizlava --- eine nordische Königstochter --- Gemahlin --- des Fürsten Pribislav --- zu Mecklenburg --- Stifterin des Klosters Doberan --- zu Althof --- gestorben im Jahre --- 1172" Bei der Wiederherstellung sind an passenden Stellen die aufgefundenen alten, theils glasurten, theils unglasurten und mit eingeschnittenen Inschriften versehenen Ziegelsteine an den Wänden des Gotteshauses vermauert. An der inneren Südwand wurde eine Marmortafel befestigt, welche die nachstehende, vom Großherzog Friedrich Franz I. herrührende Inschrift trägt: "An der Stätte eines heidnischen Heiligthums gründete die Gotteshaus, den ersten thätigen Beweis seines Christenthums, im Jahre seiner Taufe Pribislav II., letzter König der Obodriten, 1166. Nach Jahrhunderten der Entwürdigung befahl es herzustellen sein Enkel im zwanzigsten Geschlecht Friedrich Franz, erster Großherzog von Mecklernburg-Schwerin, 1823, das Heiligthum, den Ahnherrn und sich selbst gleich ehrend." Die letzten Herstellungsarbeiten unter der Regierung Friedrich Franz III. hat der Baurath Möckel in Doberan geleitet und indem, vom verstorbenen Geh. Archivrath Dr. Lisch festgestellten Stil der ursprünglichen Kapelle, dem Spitzbogenstil des 15. Jahrhunderts, durchgeführt. Das Gebäude bildet ein längliches Rechteck ohne Quer- und Seitenschifffe mit einem halbkreisförmigen Altarraum an der Ostgseite. Der Eingang befindet sich dieser gegenüber in der mit hohem dreieckigen Giebel ausgebildeten Westwand und hat einen kühnen, in kräftigen architektonischen Linien gezeichneten Spitzbogen zur Bekrönung erhalten. Rechts neben dem Eingang erhebt sich ein schlanker, achteckiger, nicht hoher Thurm, der an der Südwestecke des Gebäudes steht und dem an der Nordwestecke ein Pfeiler entspricht, welcher nicht weit über den Anfang des Daches hinausragt. Damit der Bau zu gottesdienstlichen Handlungen benutzbar werde, ließ Großherzog Friedrich Franz III. ihn mit Kanzel, Orgel und prächtigem, in Eichenholz ausgeführtem Gestühl ausrüsten; auch ist der Altar mit ausreichendem Schmuck versehen, und an den vergrößereten Fenstern ist die Bemalung ausgebessert worden. Das somit fast vollständig neu erstandene Gotteshaus wurde am 6. September 1888 seiner neuen Bestimmung übergeben. Die erste Predigt hielt Pastor Kliefoth-Doberan, zu dessen Gemeinde die Kirche mit den Dörfern Hohenfelde und Neu-Hohenfelde, bisher in Parkentin eingepfarrt, vom 1. Oktober 1888 ab gelegt wurden."

chronistisches über Althof

Anmerkung: In der folgenden Liste werden bekannt gewordene chronistische Arbeiten gelistet. In blauer Schrift erscheinen Arbeiten die digital verfügbar sind. In roter Schrift gelistete Titel sind, meist aus urheberrechtlichen Gründen, noch nicht digitalisiert. Aber auch Chroniken die bekannt geworden sind, deren Verbleib aber bislang nicht bekannt ist, sind Bestandteil der Liste.

Weiterfuehrende Information zu Althof

Kontakte

Über Anregungen und Hinweise zu den hier enthaltenen Chroniken, oder generell zur Ortsgeschichte der Dörfer freue ich mich. Wilfried Steinmüller Kontakt über meine E-Mail:

windfluechterMV@gmail.com