Ortschronik Stülow (Peter Becker): Unterschied zwischen den Versionen

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(Ur- und Frühgeschichte / Vorgeschichte)
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* Lt. A. Schacht von der Unteren Denkmalbehörde handelt es sich um Scherben der sog. Harten Grauware. Das ist die typische Gebrauchskeramik des Mittelalters seit der deutschen Besiedlung. Die Technologie dafür brachten die Siedler mit; hergestellt wurde sie bis in die frühe Neuzeit.
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* Im Umfeld mittelalterlicher Dörfer finden sich solche Scherben vielfach, da der Hausmüll mit dem Mist auf den Äckern verteilt wurde.
  
  

Version vom 21. Juni 2020, 17:46 Uhr


Ur- und Frühgeschichte / Vorgeschichte

  • Funde aus der Stein- und Bronzezeit belegen die frühe Besiedlung des Bereiches um Stülow.
  • Peter Becker fand auf den Äckern um Stülow zwischen 2010-2018 viele Steinwerkzeuge, bzw. von Menschenhand bearbeitete Steine(siehe Fotos). Auch Erika Westendorff(Frau von Hans W. vom Hof 2) hatte einige Flintsteinwerkzeuge, u. a. ein Beil in den 1960-ern Jahren gefunden.
  • Dass auch Mammuts während der Eiszeit diesen Bereich durchstreiften, beweist der Fund eines Mammutszahnes(Quelle:Sebastian Heißel).
  • Lt. Robert Beltz wurde 1893 in der Nähe von Stülow in einem Torfloch in 1,75 m Tiefe ein 19,5 cm langer Dolch aus der späten Bronzezeit gefunden.
  • Im Quellholz befinden sich fünf bronzezeitliche Hügelgräber. Dazu gehört auch die Grabstätte, die Ende des 19. Jahrhunderts auf Stülower Seite auf dem Voßbarg geborgen wurde(Siehe Link).
  • Archäologische Funde, die auf eine slawische Besiedlung hinweisen, liegen bisher nicht vor, obwohl Stülow eine slawische Siedlung war.
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Quelle: Artikel(Ausschnitt) Volker Häußler im Heft 33 1993 Information für Bodendenkmalpfleger in Westmecklenburg

Scherbensammlung M. Bruss.JPG
  • Lt. A. Schacht von der Unteren Denkmalbehörde handelt es sich um Scherben der sog. Harten Grauware. Das ist die typische Gebrauchskeramik des Mittelalters seit der deutschen Besiedlung. Die Technologie dafür brachten die Siedler mit; hergestellt wurde sie bis in die frühe Neuzeit.
  • Im Umfeld mittelalterlicher Dörfer finden sich solche Scherben vielfach, da der Hausmüll mit dem Mist auf den Äckern verteilt wurde.


Vorchristliche Zeit (Slavenzeit/Wendenzeit) (von den Anfängen bis um 1200)

  • Lt. Hans Witte "Wendische Bevölkerungsreste in Mecklenburg"(Stuttgart 1905):

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1177 (1. Februar) Erste urkundliche Erwähnung von Stulue

  • Berno, Bischof von Mecklenburg, schenkte dem Kloster Doberan die Zehnten von dem Gebiete, mit welchem der Wendenfürst Pribislaw das Kloster ausgestattet hatte. [MUB122]
  • Lt. Jahrbuch des „Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde“ von 1881 könnte Stülow nach den slawischen Wörtern stolu = Tisch bzw. Bank oder stolova = der Berg benannt worden sein. Die Endung - ow - (nach Aue) deutet auf ein Dorf an einer Niederung gelegen hin (Wiesen am Stülower Bach?)
  • Vortrag H. Sauder(Ortschronistin Bartenshagen/Parkentin) (Lage Stülows im 12. Jh. am nördlichen Handelsweg über Bukow, Kröpelin, Stülow, Parkentin nach Wilsen und weiter bis zum schwarzen Meer)
  • Von denen im Amte befindlichen Rundling sind besonders wichtig Stülow und Hohenfelde (Putecha). Die Form ist noch heute genau ersichtlich, erst recht natürlich in den Karten des 18. Jahrhunderts (Wiebeking, Schmettau, Ortskarten). Dieser Orte gehören (I. 122) zum Stiftungsbesitz des Klosters(Barnewitz)

Spätes Mittelalter (um 1200 bis 1517)

  • Vermischte Urkunden. Nr. XXIII.
    • Der Fürst Heinrich schenkt dem Kloster Doberan das Eigenthumsrecht und die Gerichtsbarkeit in den wendischen Dörfern Stülow und Hohenfelde, bedingt dabei jedoch die Handhabung der Gerichtsbarkeit nach wendischem Rechte. Zudem verzichtet er auf Bede und Dienste aus diesen Dörfern. (D. d. Doberan. 1315. April 30. Nach dem Originale im grossherzogl. meklenburg. G. u. H. Archive zu Schwerin).
    • Schenkung des Eigentumsrechts und der Gerichtsbarkeit von Stülow an das Kloster Doberan von 1315 von Fürst Heinrich mit der ausdrücklichen Maßgabe, dass für Stülow und Hohenfelde weiter wendisches Recht gelten soll/Geschichtsforscher Witte kommt zu dem Schluss, dass sich in beiden Dörfern das wendische Volkstum noch verhältnismäßig lange am Leben hielt/Heißel schreibt in diesem Zusammenhang: schließlich erneuerte auch im Jahr 1315 Heinrich von Mecklenburg das Eigentum, die niedere und die Hand- und Halsgerichtsbarkeit in den Dörfern Stülow und Hohenfelde, und zwar zur Vergebung der Sünden, zum Seelenheil seiner Vorfahren und als Ersatz für zugefügten Schaden (lt. Jahrbuch des Vereins für Mecklenburgische Geschichte: Am 30. April 1315 schenkte nämlich der Fürst Heinrich der Löwe von Meklenburg 1) dem Kloster Doberan zum Seelenheile seines verstorbenen Vaters 2), des Pilgers, der in der Kirche zu Doberan begraben lag, und seiner verstorbenen Erben, so wie zur Vergütung für die Schäden, welche er dem Kloster zugefügt, die gesammte Gerichtsbarkeit und das Eigenthumsrecht mit den Beden und Diensten in den bei Doberan liegenden "wendischen Dörfern Stülow und Hohenfelde",("in villis slauicalibus Stulowe et Hogenvelt"), machte dabei jedoch die Bedingung, daß die ganze Verwaltung der Rechtspflege ("iurisdictionis"),"nach wendischem Rechte geschehen solle, wie die Wenden es von alter Zeit her gehabt hatten"("jure slavicali, prout antiquitus Slavi usi fuerunt"). Hier ist offenbar und unzweifelhaft der Beweis, daß ungefähr 100 Jahre nach der Germanisirung Meklenburgs in den wendischen Klosterdörfern noch altes wendisches Recht galt).
  • H a n s B a r n e w i t z (Wirtschafts- und Verwaltungsgeschichte des mecklenburg- schwerinschen Domanialamtes 1925): Dem vollen Zehnt haben nur die germanisierten Stiftungsdörfer und eine Anzahl Hägerdörfer zu leisten. Völlig zehnfrei sind außer Admannshagen eine Anzahl Wendendörfern, darunter natürlich die Stiftungsdörfer Stülow und Hohenfelde (vgl. Exkurs 4, Wendentum!) Kornzehnt geben nur die Bauern.

Von denen im Amte befindlichen Rundling sind besonders wichtig Stülow und Hohenfelde (Putecha). Die Form ist noch heute genau ersichtlich, erst recht natürlich in den Karten des 18. Jahrhunderts (Wiebeking, Schmettau, Ortskarten). Dieser Orte gehören (I. 122) zum Stiftungsbesitz des Klosters; ihnen wird nach 1315 (VI. 3759) der alte Genuss slawischen Rechts gewährleistet, sie sind 1552 noch ohne Hufen und überwiegend mit Kossaten besetzt. Dass sich hier also der slawische Charakter lange erhalten hat, lässt sich wohl nicht bestreiten.

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

  • Lt. Doberaner Amtbuch (Quelle: Forschungen zur deutschen Landeskunde, Bände 15 -16, 1904 erschienen im S. Hirzelverlag) gab es 1552 6 Bauleute und 18 Käter
  • Vor dem 30-jährigen Krieg (um 1600) soll Stülow weiter westlich Richtung Reddelich gelegen haben. Indizien dafür:
    • Eine Fläche des Hofes 5 in diesem Bereich wurde "up die Dörpstell" (Siehe Karte v. Katasteramt) genannt.
    • Beim Pflügen fand Bauer Böge Tonscherben in der Nähe der Bahnschienen.
    • beim Zaunbau für eine Koppel hinter den Bahnschienen wurden während der LPG-Zeit Mauerreste gefunden.
  • Lt. „Krausesche Fundchronik“ – Stadtarchiv Rostock veröffenlicht in ... Braunschweig 1906, S. 60 Altsächsisches Bauernhaus Im Amte Doberan befand sich in Stülow ein Haus, dass 1560 gebaut und 1859 abgebrochen wurde und in vortrefflichen Grundrissen festgehalten ist im Großherz. Hauptarchiv in Schwerin als "Mecklenburger Bauernhaus".
  • Nach der Säkolarisierung des Klosters Doberan gehörte Stülow zum Kirchspiel Steffenshagen(bis 1945).
  • Von Stülow bis zur Kirche Steffenshagen führte ein 4,77 km langer Kirchsteig.
  • Tafeln zu den Kriegsopfern aus Stülow in der Kirche Steffenshagen:

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

  • Heißel zitiert aus einer „Interimsinstruktion“ für Doberan von 1702: „Die Fleckner halten viel Vieh und tun damit dem benachbarten Dorf Stülow großen Abbruch, wodurch die Leute sehr gravieret sind; soll demnach solches nicht mehr verstattet und ein jeder soll in denen ihm gewesenen Grenzen bleiben“
  • 1704 wird in der Auflistung der Einwohner von Stülow u. a. Jochim Frieling als Jurat der Kirche Stephanshagen genannt.
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(Quelle: Sebastian Heißel, Geschichte von Bad Doberan Heiligendamm)

Deutsches Reich bis 1918

  • 1820 waren die Stülower der Doberaner Backhausmühle zum Mahlen zugeordnet. In Abhängigkeit vom Stand der Bewohner erfolgte die Berechnung der Mahlmenge in Scheffel Roggen (1 Scheffel ~ 20 kg) sowie des Anteiles für den Müller, die Metze (1/12 der Mahlmenge) und des Lichtgeldes(Quelle: Stadtarchiv Bad Doberan)
Anzahl Stand a Scheffel Anzahl Scheffel Metze Lichtgeld/Taler,Pfennig
10 Hauswirthe 60 600 50 41,32
1 Schulmeister 12 12 1 0,40
9 Einlieger 12 108 9 7,24
9 Altentheiler 6 54 4,5 3,36
2 Hirten 12 24 2 1,32
  • 2011 auf dem Acker Hof Nr. 5 Fund einer Doppellaufjagdflinte, die nach 1852 in Frankreich als Jagdgewehr hergestellt wurde (1945 vergraben??)/ Lt. Dr. Studt vom Naturkundemuseum Rostock ein Zwillingsgewehr mit Tip auf Verschluss/ teure Patronen/ 2 Stifte
  • 1856 beteiligten sich neben Bauern aus anderen Dörfern Stülower Bauern als anteiliger Schiffseigner bei guter Dividende (Quelle: Mecklenburgische Volkskunde)

Auswanderung

  • Nach dem Scheitern der Revolution von 1848 wanderten viele Landbewohner, vorwiegend Landarbeiter, nach Übersee aus. Eine Überfahrt nach Amerika oder Australien kostete um 1850 den Jahreslohn eines Handwerkers, später um 1900 nur noch einen Monatslohn.


  • Stülower Auswanderer lt. Passagierlisten Hamburg(Quelle Portal Ancestry):
  • Bezeichnung von Flurstücken, Bergen und Wiesen(lt. Karte 1857/58)
  1. Hufe I: Elbenbarg
  2. Hufe II: Ruschlangen Wisch
  3. Hufe II: Pagels Barg, Kahle Barg
  4. Hufe V: Up die Dörpstell
  5. Hufe VI: Bauckweiten Barg
  6. Hufe VIII: Auf dem Kamp, Biester Wisch
  7. Hufe IX: Timpenbarg
  8. Hufe X: Voßbarg
  • 1884 werden aus der Gemeinde Stülow für den Bau der Eisenbahnstrecke Rostock-Wismar Flächen zur Verfügung gestellt(Quelle: LHA Schwerin):
  1. Gemeindeland 1.964 qm
  2. Hof 2 Erbpächter Westendorff 1.260 qm
  3. Hof 3 Erbpächter Meister 8.565 qm
  4. Hof 4 Erbpächter Stuhr 4.363 qm
  5. Hof 5 Erbpächter Allwardt 9.882 qm
  6. allg. unbrauchbar 689 qm

Summe 26.717 qm(unterschrieben von: Ing. Clasen und Blenke/beglaubigt von: Ing. E. Krüger)

  • 1887 Gründung der Molkereigenossenschaft Reddelich, der auch die Stülower Bauern angehörten

Wossidlozettel

  • Richard Wossidlo(1859-1939) sammelte im Rahmen der Feldforschung in ganz Mecklenburg Informationen zur Volkskunde. Legendär sind seine Zettel.
  • Auch in Stülow war Richard Wossidlo um 1900 aktiv:


  • Stülower Erbpächter beteiligten sich an den alljährlich auf der Doberaner Galopprennbahn stattfindenden Pferderennen.
  • So sind vom Rennen der Landleute vom 29. Juli 1903 vier Erbpächter als Teilnehmer ausgewiesen:
    • vom Hof 1(Erbpächter Bull) mit 2 Reitern,
    • vom Hof 5(Erbpächter Allwardt) mit 2 Reitern,
    • vom Hof 7(Erbpächter Starck) mit 2 Reitern und
    • vom Hof 9(Erbpächter Bull) mit 3 Reitern
  • Am 12. August 1908 ereignet sich im Bereich Stülow in der Nähe der Ziegelei ein schweres Zugunglück.
    • Der Lokführer stirbt sofort, der Heizer schwer verletzt im Krankenhaus.
    • Einige Passagiere erlitten nur leichte Verletzungen.
    • Ein Bulle aus dem Viehwaggon musste getötet werden.
    • Als Ursache wird vermutet, dass der lange Zug bei dem Gefälle nicht rechtzeitig abgebremst wurde.
    • Lok und entgleiste Waggons wurden stark beschädigt (Siehe Foto)
    • In der Folgezeit rückten die Feuerwehrleute (aus Bad Doberan) aber nicht nur zur Brandbekämpfung aus, so halfen sie zum Beispiel am 12. August 1908 nachmittags beim Eisenbahnunglück in Stülow und erhielten Dank und Anerkennung seitens der Generaldirektion der Eisenbahn( Quelle: Krausesche Fundchronik, Stadtarchiv Rostock)
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Deutsches Reich bis 1945

Weltkrieg 1914 - 1918, Gefallene aus der Gemeinde Stülow:

  • Hameister, Hermann am 11.9.15
  • Hameister, Hans k.A.
  • Lettow, Adolf 21.3.18
  • Levtzow, Paul 29.8.15
  • Niemann, Friedrich 11.9.15
  • Thielke, Albrecht 3.12.17
  • Wittenburg, Paul 21.3.16(Gastwirt?)

Hebammenverband der Stadt Bad Doberan 1923-34(Quelle: Stadtarchiv Bad Doberan)

  • am 17. Februar 1923 war die konstituierende Sitzung der Teilnehmer(Stadt und umliegende Dörfer)
  • Teilnehmer aus Stülow war F.(Franz?) Westendorff
  • Stülow mit 192 Einwohner angegeben
  • pro Geburt werden 32,- Mark für die Hebamme berechnet

Auflistung der Stülower Bauernhöfe von 1928

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Auflistung der Stülower Höfe lt. Güteradressbuch 1928

  • 1945 Stülower Robert Bringmann, Amtshauptmann (geb. 1889, seit 1932 in Stülow) setzt sich 1945 für die kampflose Übergabe von Doberan an die Sowjetarmee ein(Ouelle:Fritz Meyer-Scharffenberg „Zwischen Strom und Haff“ S. 181). Siehe auch unter Häuslerei 13

Sowjetische Besatzungszone sowie DDR bis 1990

1952 Festlegung der Hundesteuer in der Gemeinde Stülow(Quelle: Stadtarchiv Bad Doberan)

  • für den 1. Hund 18,- DM für Wachhunde, 36,- DM für übrige Hunde
  • für jeden weiteren Hund 24,- DM für Wachhunde, 48,- DM für übrige Hunde
  • 1952 betrugen die Hundesteuereinnahmen insgesamt 648,- DM(18 Hunde a' 18,- DM, 3 Hunde a' 24,- DM, 7 Hunde a' 36,- DM)

LPG „Bergland“ Stülow

  • Vor dem 17. Juni 1953 nahm der Druck auf die Bauern zur LPG-Gründung zu. Es wurden auch Bauern von ihren Höfen vertrieben, die sich weigerten. So mußte Familie Crull ihren Hof in Bastorf verlassen. Die Aufforderung dazu:
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  • 1953 Bildung des Örtlichen Landwirtschaftsbetriebes(ÖLB) nachdem einige Bauern in den Westen geflüchtet waren/Höfe 3, 8 und 9 zuerst von ÖLB bewirtschaftet(Leitung Hans Wegner)
  • 1954 hatte der ÖLB 149,19 ha LN nachdem die Flächen der Höfe 6 und 7 dazugekommen waren
  • Am 03. Mai 1955 Gründung der LPG „Bergland“ Stülow (1. Vorsitzender Hans Wegner, von 1956-1960 bis zum Zusammenschluss mit Glashagen Werner Voß)
  • Lt. Liste(Siehe unten) waren es 14 Gründungsmitglieder.
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  • Mitte der 1950-iger Jahre war die Gemeinde für die Erfüllung der Pläne der Landwirtschaftsbetriebe mitverantwortlich. Der Gemeinderat musste kontrollierend und unterstützend wirken.
  • In der Presse wurde regelmäßig über LPG berichtet(Siehe Zeitungsartikel vom 20. Nov. 1956)
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  • Am 22.7.1955 führten der Architekt Hans Wiechmann aus Bad Doberan und der Vorsitzende der LPG Hans Wegner eine örtliche Besichtigung zur Erfassung dringender Instandsetzungsarbeiten an den Wirtschaftsgebäuden und Wohnhäusern der LPG durch. Unterteilt nach Höfen wurden folgende Instandsetzungsmaßnahmen mit Kosten ermittelt(Quelle: Stadtarchiv Bad Doberan):
    • Hof 3(Ziegelei): 1.400,- DM für Geräteschuppen mit Hühnerstall
    • Hof 6 : 4.080,- für Wagenschuppen, Schweinestall mit Futterküche, Wohnhaus, Kuhstall, Scheune und Stallung für 1 LPG-Mitglied
    • Hof 7: 2.190,- DM für Scheune, Wohnhaus, Schweinestall
    • Hof 8: 10.610,- für Wagenschuppen, 2 Wohnungen, Scheune, Pferdestall, Stalleinrichtung für 5 LPG-Mitglieder und Brunnen
    • Hof 9: 930,- für Autogarage und Hühnerstall
    • Insgesamt wurden Kosten von 19.210,- DM veranschlagt.
  • 1955 erhöhte sich die LN der LPG um die Flächen des enteigneten Betriebes Böge (37,92 ha) auf 187,11 ha.
  • Durch den Rat des Kreises wurden den Gemeinden und Landwirtschafrsbetrieben für jedes Jahr staatliche Vorgaben übermittelt(Quelle: Stadtarchiv Bad Doberan):
  • Protokolle der Ratssitzungen der Stadt Bad Doberan geben Auskünfte über die Situation in der LPG: So berichtet Werner Voß 1958 auf einer Ratssitzung über das Wirtschaftsjahr 1957, dass die Bildung der LPG 1955 unter schwierigen Bedingungen erfolgt sei. Die Unterstützung seitens der Maschinen-Traktoren-Station(MTS) sei schlecht gewesen. Trotzdem sei er optimistisch und sehe eine Aufwärtsentwicklung. Die geplanten Getreideerträge von ca. 24 dz/ha seien erreicht worden. Die der LPG zur Verfügung stehenden Mittel zum Erhalt der Gehöfte reichten nicht aus.
  • In den Ratssitzungen der Stadt Bad Doberan wurden bis 1960 regelmäßig Probleme der LPG behandelt. Dabei ging es im Wesentlichen um folgende Fragen:
    • Stand der Planerfüllung
    • Organisation der Kampagnen zur Frühjahrsbestellung und Ernte
    • Bereitstellung von Betriebsmittel wie Dünger und Saatgut: welche Probleme es bereitete, z. B. die erforderlichen Pflanzkartoffeln zur Verfügung zu haben, zeigt die "Spendenaktion" der Mitglieder von 1956: 20 Mitglieder erklärten sich bereit, der LPG Pflanzkartoffel zur Verfügung zu stellen(von 10-200 kg)
    • Absicherung der Rübenpflege: die Dorfbevölkerung wurde aufgerufen, Rüben zu hacken. Außerdem gab es Unterstützung durch die Patenbrigaden. Es kam vor, dass die Helfer von außerhalb beklagten, dass die Frauen der LPG-Mitglieder keine oder zu wenig Rübenflächen hackten.
  • Die in der LPG zu erledigenden Arbeiten wurden nach vorgegebenen Normen vergütet. Die Normen wurden in Arbeitseinheiten(AE) angegeben. Für die Ausarbeitung der Normenvorschläge war die Normenkommission zuständig, die aus LPG-Mitgliedern bestand und vom Hauptbuchhalter angeleitet wurde.
  • Lt. Protokoll der Stadtratssitzung vom 08.01.1959 wurde der Wert der Arbeitseinheit in der LPG Stülow von vorher 3,8 Mark auf 7,- Mark erhöht. Aus weiteren Unterlagen geht hervor, dass diese Erhöhung nicht durch die wirtschaftliche Situation der LPG gedeckt war.
  • Auf der Mitgliederversammlung vom 12.03.1958 wurden Beschlüsse zu geänderten Normen gefasst. Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt(Siehe Protokoll in den Unterlagen)
    • Viehwirtschaft:
      • Für das Melken von 100 kg Milch 1 AE
      • Fürs Kannenwaschen 2 AE bei 5-10 Kannen
      • Je 100 Hühner 1 AE, je 100 Gelege Eier 0,44 AE
      • Je aufgezogenes Lamm 1 AE, je Kg Wolle 0,2 AE
    • Feldbau:
      • Pflügen mit dem 2-Scharpflug 1,4 AE/0,75 ha
      • Kohl mit der Hand pflanzen 1,4 AE/2500 Pflanzen
      • Getreidegarben aufstellen 1,3 AE/1800 Stück
      • Wiesenheu laden und stacken 1,2 AE/30 dz
  • Neben der LPG gab es 1955 noch die Bauernstellen Tremp, Regenstein, Ross und Böge sowie die 6 Büdnereien. Kurt Regenstein stellte im Januar 1959 einen Antrag auf Eintritt in die LPG. Kurioserweise wurde dem Antrag zunächst nicht zugestimmt. Seit dem 01.04.1960 waren alle Büdner sowie die Bauern Tremp und Ross LPG- Mitglieder. Stülow wurde vollgenossenschaftlich! – lt. Protokoll der Ratssitzung vom 09.05.1960 wurde die Stadt Bad Doberan mit den Ortsteilen schon am 27.02.1960 vollgenossenschaftlich)
  • Um die Vollgenossenschaftlichkeit unter allen Umständen zu erreichen, waren die sich weigernden Bauern und Büdner massiv unter Druck gesetzt worden.
  • Der folgende Bericht des Bürgermeisters von Bad Doberan gibt Einblicke in die Geschehnisse von damals:
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  • Ingrid Elbrecht, Tochter des Büdners Schlapmann, berichtet, dass es soweit ging, dass sie sogar von der Direktorin in der Schule beeinflusst werden sollte. Schlapmanns bekamen nach mehreren erfolglosen Überredungsversuchen von Vertretern des Rates der Stadt Bad Doberan eines Morgens Besuch von einer unbekannten Person, die ihnen mitteilte, dass in Bastorf ein Bauer verhaftet worden sei, weil er sich geweigert hatte, in die LPG einzutreten. Daraufhin gaben Schlapmanns auf. Ingrid hat ihren Vater zum ersten Mal weinen sehen, als er seine Pferde abgeben musste. Das Leiden ging weiter, weil eines seiner Pferde von einem Melker, immer wenn dieser zum Melken fuhr und an der Büdnerei vorbeikam, mit der Peitsche schlug. Nachdem Schlapmanns Anzeige erstattet hatten, wurden beide Pferde auf behördlicher Anordnung getötet.
  • Auf den Ratssitzungen der Stadt Bad Doberan ging es 1959 verstärkt darum, die Einzelbetriebe für die LPG zu gewinnen. Dazu wurde auch ein „Runder Tisch“ mit Einzelbauern organisiert. Diese hatten sich darüber beklagt, dass die Beitrittsgespräche zu hart geführt wurden.
  • Seitens des Rates der Stadt wurde 1959 zur Unterstützung der LPG auf folgende Schwerpunkte hingewiesen:
  1. LPG sollen an den Neubau von Ställen, wie Rinderoffenställen und Schweinepilzen denken.
  2. Zur Gewinnung von Arbeitskräften für die LPG soll das Interesse verstärkt in den Polytechnischen Schulen geweckt werden.
  3. Mit den Bauern soll beharrlich geredet werden, um sie zum Beitritt in die LPG zu bewegen.
  4. Es soll von Erfolgen anderer LPG berichtet werden.
  • Lt. O. g. Aufstellung gab es 1960(vor dem Zusammenschluss mit Glashagen), nachdem alle Bauern der LPG beigetreten waren, 32 Mitglieder, die bewirtschaftete Fläche stieg auf insgesamt 308,7 ha.
  • Nutzung der Ställe und sonstiger Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Höfe in der LPG Stülow/Glashagen/Retschow seit 1960(Sozialistischer Frühling/Vollgenossenschaftlichkeit):

Hof/Nutzung/Viehpfleger

I Kuhstall/Scheune Ernst Teichert/Ernst Prompe/Helmut Dietz- 73-75/Dieter Gerullis- 75-79 Schweinestall Otto Tremp/Hans Schuldt Jungrinderaufzucht

II Kuhstall/Scheune Fritz Block

III Mehrzweckgebäude Konrad Obermüller/Gerhard Schnitzer Sauenhaltung Schweinestall Konrad Obermüller Schweinemast

IV Pferdestall/Scheune Gespannführer Emil Warnke/Alfred Jentsch/Manfred Kalischke/Paul Mattick/Walter Klein/Egon Uhlenbrook/Werner Maaß

V Kuhstall Otto Klein/Heino Uhlenbrook

VI Kuhstall/Scheune Ernst Teichert Schweinestall Hans Schuldt Speicher Kurt Regenstein/Heino Uhlenbrook

VII Viehhaus Wilhelm Crull Kälberaufzucht 1967 abgebrannt Schweinestall Scheune nach Sturmschaden um 1967 abgerissen

VIII Stall/Scheune nur kurzzeitige Nutzung durch ÖLB

IX Kuhstall/Scheune Erwin Puls bis 1957/Werner Klotz/Ernst Prompe-war auch Besamungstechniker/Ehepaar Schuldt Kälberaufzucht


Badenmühle Viehhaus/Scheune von LPG genutzt

Dorfleben

  • Die Hofstelle Maaß wurde zeitweise für Jugendarbeit und Erntefeste genutzt. Hier waren auch Mädels aus Thüringen für den Ernteeinsatz einquartiert.
  • Jugendräume waren in der Küche vom Hof 9, im Schulgebäude und im Krug eingerichtet(zu unterschiedlichen Zeiten)
  • In den 1950-iger Jahren gab es in Stülow eine Volkstanzgruppe
  • Es gab auch eine rege sportliche Betätigung, so wurde Volleyball gespielt und auch Fußball. Wenn es gegen andere Dörfer ging, war das Dorf wie leergefegt.
  • Auf der Ratssitzung vom 18.12.1958 wird vorgeschlagen, das Dorfleben und die FDJ- Arbeit zu verbessern(Fernsehgerät anschaffen, Landfilm auf dem Hof 4)
  • In Stülow gab es auch eine Bibliothek.
  • Frau Fenner war sehr aktiv. Sie übte mit den Kindern in der Wohnung ihrer Familie im ehem. Bauernhaus Stuhr Theaterstücke ein, die dann zu besonderen Anlässen, meist zum Frauentag im Krug aufgeführt wurden. Außerdem wurden Bastelarbeiten als Geschenke für Frauen angefertigt.
  • Ratssitzung vom 21.04.1960: Die Jugendarbeit soll mit Hilfe des Klubhauses Bad Doberan in Stülow verbessert werden(Interessengemeinschaften Zoologie, Dekoration, Bootsbau, Fanfarenzug, Tischtennis, Taucher, Funker, Eisenbahnmodellbau) Es wird eingeschätzt, dass es nicht gelungen ist, die Masse der Jugendlichen einzubeziehen. Das kulturelle Leben soll durch Dorfclub, Theaterring, Dorffeste und Buchbesprechungen verbessert werden.
  • Um 1960 spielten einige Stülower Kinder und Jugendliche in der Pionierschalmeinkapelle in Bad Doberan:
  1. Peter Westendorff - Bariton
  2. Hans-Dieter Hanisch - Bariton
  3. Gerda Mattick - Sopran
  4. Anke Uhlenbrook - Alt
  5. Wilfried Zöllick - Nachschlag
  6. Peter Becker – Trommel
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Ortschronik ab 2002

  • 2002, August: Stülower Einwohner helfen Flutopfern des Elbehochwassers. Angelika und Siegbert Bathke verbringen ihren Hochzeitstag beim Sandsäcke füllen in Dömitz. Beide sowie Ellen und Jürgen Hansen sammeln für die Flutopfer(Mulde) aus dem Bereich Grimma einen Kleintransporter voll mit Hilsgütern und bringen diese direkt den Bedürftigen(Foto Ostseezeitung).
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  • 2006, 7. Februar: Plötzlicher Temperaturanstieg verbunden mit starken Niederschlägen führte zur plötzlichen Schneeschmelze mit Überschwemmungen im Bereich der Büdnerei 1(Fotos)
  • 2007: 1. Februar, Stülow wird vor 830 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Ellen Hansen(Foto Ostseezeitung), Ehemann Jürgen, Angelika und Siegbert Bathke und weitere Stülower stellen einen Gedenkstein auf.
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  • 2010
  • Seit Neujahr hat es mehrmals geschneit (insg. ca. 20 cm), am 09. und 10.01. kam es dank des Tiefs „Daisy“ zu Schneeverwehungen, die Straße in Richtung Bad Doberan und Glashagen war am 10.01. und auch noch am 11.01. unpassierbar.
  • Das Winterwetter hält an. Am 26.01. sinken die Temperaturen auf -14 Grad. Am 27.01. gibt es erneut kleinere Schneeverwehungen. Außerdem wurde es deutlich wärmer (um 0 Grad).
  • Der Winter hält den ganzen Februar bis in den März hinein an.
  • Das Frühjahr und der Sommeranfang waren rel. trocken, die 2. Sommerhälfte sehr nass.
  • Ende November hält der Winter Einzug. Es friert und schneit. Über Weihnachten gibt es eine herrliche Winterlandschaft mit ca. 30cm Schnee und Raureif.
  • 2011
  • Am 6. Januar beginnt es zu tauen (Blitzeis). Der Schnee ist bis Mitte Januar fast vollständig geschmolzen. Von Mitte Februar bis Mitte März herrscht Dauerfrost (trocken).
  • Der April ist kühl, trocken und sonnig. Ostern ist sehr sonnig, Tulpen blühen.
  • Ab Mai steigen die Niederschlagswerte (Mai 120%, Juni 161%, Juli 484%, August 327 % Abweichung vom langj. Mittel). Durch die extremen Niederschlagsmengen im Juli(307 mm) und August(205 mm) war die Halmfruchternte stark beeinträchtigt (Wasser gesättigte Böden, schlechte Qualitäten, hohe Verluste). Auch im September setzt sich das niederschlagsreiche Wetter fort. Erst um den 20.-igsten wurden die letzten Halmfrüchte gedroschen. Einige nasse Flächen konnten nicht mehr gedroschen werden.
  • Anfang Oktober herrschen hochsommerliche Temperaturen mit Strand- und Heuwetter
  • Der November ist fast frei von Niederschlägen.
  • Am 11.11. 2011 stirbt der ehemalige Stülower, Hans - Dieter Hanisch im Alter von 67 Jahren (wahrsch. an Herzinfarkt). Er gehörte der Freiwilligen Feuerwehr an(Siehe unten).
  • 2012
  • Ende Januar hält der Winter Einzug. Anfang Februar liegen 20 cm Schnee bei Nachttemperaturen im zweistelligen Bereich. Ab März liegen die Temperaturen meist über dem Gefrierpunkt. Der März war sehr trocken.
  • Ostern war kälter als Weihnachten
  • Zum 1. Mai ist die Vegetation relativ weit(Buchen sind grün, der Raps blüht, auch die Kirschen blühen schon). Es fällt kaum Regen(Stand 4. Mai)und es ist kühl und windig.
  • Bis zum 24.Juni ist es sehr trocken. Alle Wasserreserven sind erschöpft. Zu Johanni fallen aber ca. 30 l/m².
  • Bis Mitte Juli herrscht wechselhaftes Wetter. In der Woche zwischen dem 20. und 28. Juli ist es hochsommerlich. Die Getreideernte läuft auf Hochtouren.
  • Bis 20. August ist die Ernte nach guten Bedingungen und mit leicht überdurchschnittlichen Erträgen und Preisen beendet.
  • Bis September sind mit ca. 350 mm soviel Niederschläge gefallen wie im gesamten Juli 2011.
  • Der Herbst war ruhig, selbst der November hatte noch einige Sonnentage.
  • Anfang Dezember kam es zum Wintereinbruch. Am 6. und 7. fielen ca. 20cm Schnee, die Temperaturen sanken nachts auf – 8 ° C. Nach kurzzeitigem Tauwetter wird es wieder Winter bis am 23.12. nach Blitzeis Tauwetter einsetzt.
  • 2013
  • Bis Anfang März war es ein normaler Winter mit Eis und Schnee(Siehe Bilder von schöner Winterlandschaft einschl. Rodeln) sowie Phasen von Tauwetter. Da meist eine geschlossene Schneedecke vorhanden war, gab es auch keine Frostschäden. Durch die Tauwetterphasen war auch eine ausreichende Wasserzufuhr für die Kulturen gewährleistet.
  • Am 09. März kommt es nach einer vorfrühlingshaften Periode zum erneuten Wintereinbruch mit Schneeverwehungen
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  • Am 19.März setzt heftiger Schneefall mit Verwehungen ein. Es wird lt. Wetterbericht bis zu 0,5 m Schnee erwartet. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.
  • Ostern(31. März) lag noch Schnee
  • Pfingstsonnabend ist sommerlich. Danach setzt kaltes und nasses Wetter ein. In der folgenden Woche fielen ca. 100 mm Regen.
  • Juli und August waren trocken
  • Bis Ende November werden die Überlandmasten und Leitungen zwischen Stülow und Glashagen erneuert:
  • 20.06.2013 Der Retschower Skatverein begeht sein zehnjähriges Gründungsjubiläum. Peter Becker ist seitdem der Vereinsvorsitzende. Regelmäßige Skatveranstaltungen finden im Gemeindezentrum Retschow statt.


  • 2014
  • Der Januar ist zunächst mild. Danach beginnt eine Periode kalter bis sehr kalter Tage bis in den Februar hinein. Danach wurde es immer milder bis zu zweistelligen Temperaturen am Tage.
  • Am 9. März ist es sehr mild und trocken. Vieles ist bereits eingesät(Feld und Garten). Die Sträucher beginnen zu grünen. Am 13.März blühen die ersten Osterglocken.
  • Jannick Ott und Peter Becker am 29. März beim Aktionstag zur Dorfverschönerung:
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  • Leider hatten sich keine weiteren Stülower trotz öffentlicher Bekanntmachung (Aushang;OZ) eingefunden(siehe auch Zeitungsartikel vom 31. März
  • Ab 7. April beginnt die Rapsblüte.
  • Vom 20.-22.Mai ist hochsommerliches Wetter(bis 30 °).
  • Die Vegetation hat etwa 4 Wochen Vorsprung.
  • Erdbeeren schon Anfang Juni reif
  • Frühkartoffel schon ab 20.Juni
  • Am 25. Mai wurde eine neue Gemeindevertretung gewählt(Siehe Gemeindeseite)
  • Der Sommer war angenehm.
  • Bei der Getreideernte werden Rekorderträge erzielt.
  • Insgesamt war das Jahr sehr sonnenscheinreich und rel. trocken.


  • 2015
  • Der Januar war sehr mild. Am 3./4. Februar fielen 13 cm Schnee, der war aber nach ca. 10 Tagen wieder geschmolzen. Kurios: Klaus Pape mäht im Februar Rasen.
  • Jürgen Urgast Stadtmeister im Tischtennis:
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  • Michael Kirchhoff, Chef der Coco-Eismilchbars, wird mit seinem Unternehmen in der OZ vom 8.August vorgestellt.
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  • Am 31. März wütet der Orkan Niklas. Die Karwoche ist wettermäßig sehr wechselhaft(Aprilwetter)
  • Zum Aktionstag Dorfverschönerung der Jugendfeuerwehr erscheinen in Stülow Berno Grzech(Bürgermeister) und Peter Becker(von 50 aus der ges. Gemeinde).
  • Das Frühjahr ist extrem kühl und trocken mit der Folge, dass in der Natur das Wachstum stagnierte. Die Erdbeerernte verzögerte sich bis Ende Juni(ca. 14 Tage später als normal, aber mit sehr gutem Ertrag).
  • Julia Richardt von der ehem. Häuslerei 4 wurde im Mai in der Ostseezeitung Gesicht des Tages.
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  • Vom 03. -06. Juli ist es extrem heiß (bis 37°). Ein leichtes Gewitter beendet die Hitzewelle.
  • Der Sommer ist insgesamt gut. Die Ernteergebnisse an Getreide waren überdurchschnittlich. Mähdrescher vor Stülow:
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  • Frau Regine Grzech war 6 Monate auf Rucksacktour durch Neuseeland. Sie malte auch Bilder und hielt später Vorträge.
  • Am 05. September war Dorffest:
  • 2016
  • Impressionen Winter 2015/16:


  • Georg Urgast löst seinen Vater als Tischtennisstadtmeister ab:
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  • Am 08.November fiel der 1. Schnee(ca. 20 cm), ab 14.11. wieder getaut
  • 2017
  • (OZ vom 1. Febr. 2017)
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Peter Becker am Gedenkstein

Stülow. Am ersten Februar 1177 wurde Stülow als Besitz des 1171 gegründeten Klosters Althof erstmals urkundlich erwähnt – und feiert demnach am heutigen Mittwoch 840-jähriges Bestehen. „Funde von Werkzeugen aus der Steinzeit sowie die Entdeckung eines germanischen Grabes aus der Bronzezeit belegen eine frühe Besiedlung“, erklärt Ortschronist Peter Becker. „Die Bauernstelle Nummer 9 kann man bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen – solch eine Historie traut man so einem Nest wie Stülow gar nicht zu.“ Heute ein Ortsteil der Gemeinde Retschow, war Stülow ursprünglich ein slawisches Dorf. „Das Land war in zehn Höfe aufgeteilt“, sagt der Chronist: „1908 entstanden durch die Aufteilung der Hufe 10 sechs Büdnereien.“ Mit der Historie Stülows beschäftige er sich seit 2009 intensiv, sagt Becker, der auch als Doberaner Stadt- und Münsterführer aktiv ist. Jetzt will er der Geschichte seines Ortes mehr und mehr Leben einhauchen: „Ich bin in der Phase, erste Fakten in das Portal ,www.ortschroniken- mv.de’ einzustellen – das ist sehr komfortabel, man kann bei Bedarf schnell Dinge ergänzen oder korrigieren.“

  • Gedenkfeier zum 840. Jahrestag zur Ersterwähnung Stülows:


  • Am 8. April fand in der Gemeinde Retschow eine Müllsammlungsaktion statt, organisiert durch die Freiwillige Feuerwehr. Peter Becker zeigt seine "Ausbeute" aus einer Hecke in der Gemarkung Stülow:


  • Die Vegetation ist ca. 14 Tage weiter als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Tulpen blühen bereits zu Ostern, der Raps beginnt schon zu blühen. Es ist aber um die Osterzeit sehr kühl mit teilweisen Nachtfrösten.
  • Während der Obstblüte war es sehr kühl. Deshalb gab es keine Süßkirschen, auch Äpfel und späte Pflaumen wird es kaum geben.
  • Erdbeeren gab es reichlich, Kartoffel stehen gut.
  • Ende Juni fielen reichlich Niederschläge.
  • Am 8. Juli beginnt in Stülow die Getreideernte.
  • Im Sommer waren Herr Tony Severin(Foto rechts) aus Australien mit Herrn Jens Müller(Fotomitte), Ahnenforscher aus Berlin sowie einem Bekannten von Herrn Müller zu Gast.
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  • Die Vorfahren von Herrn Severin waren Einlieger in Stülow, wahrscheinlich auf der Hofstelle 3(Sass).
  • Carl Johann Joachim Severin(verheiratet mit Anna Maria Sass) und Heinrich Martin Severin(Grabstein) wanderte 1854 nach Australien aus.
  • Ersterer war auf der Passagierliste des Segelschiffes "Australia" als Landmann aus "Stielow" verzeichnet.
  • Carl Joachim Heinrich Severin, Carl wurde am 17.März 1803 in Ober Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geboren und am gleichen Tag in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Carl wurde am 15.März 1818 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert. Carl ist am 5.Dezember 1884 in Albury, New South Wales, Australia verstorben und im Dezember 1884 in Jindera, New South Wales, Australia bestattet worden. Er arbeitete in Stülow als Einlieger und Arbeitsmann.
  • Anna Sophia Sass, auch bekannt als Anna Maria. Anna wurde am 22.September 1806 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 23.September 1806 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Anna wurde am 15.April 1821 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert. Anna ist am 8.Mai 1874 in Hoyleton, South Australia, Australia verstorben und am selben Ort bestattet worden.
  • Carl und Anna haben am 2.November 1825 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.

Kinder:

  • Margaretha Sophia Maria Severin, geboren wurde Margaretha am 20.Oktober 1823 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 21.Oktober 1823 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. In Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin wurde Margaretha am 8.April 1838 konfirmiert. Verstorben ist Margaretha in Greenock, South Australia, Australia am 20.Juli 1885.
  • Johann Joachim Heinrich Severin, geboren wurde Johann am 20.November 1825 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin am gleichen Tag getauft. Verstorben ist Johann am 17.Oktober 1911
  • Anna Maria Sophia Christina Severin, geboren wurde Maria am 4.November 1827 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 7.November 1827 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Verstorben ist sie am 17.September 1858 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und bestattet worden am 20.September 1858 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Als Todesursache wurde „im Kindbett“ angegeben.
  • Joachim Peter Carl Severin, geboren wurde Joachim am 20.Juli 1830 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 22.Juli 1830 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist er am 12.Mai 1903 in Admannshagen, Mecklenburg-Schwerin und am 15.Mai 1903 in Lichtenhagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Er starb an „Altersschwäche“.In Admannshagen arbeitete er als Büdner und Arbeitsmann.
  • Carl Heinrich Martin Severin, Carl wurde am 2.Oktober 1832 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 7.Oktober 1832 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Er wurde am 28.März 1847 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert.
  • Carl Joachim Martin Severin, Carl wurde am 2.März 1835 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 3.März 1835 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Carl wurde am 1.April 1849 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert.Er wanderte nach Australien aus und ist der Ur-Urgroßvater von Tony Severin(Siehe Bild).
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  • Heinrich Martin Severin wurde in Stülow geboren(Eltern können z. Z. nicht zugeordnet werden), gestorben ist er in Australien, in Burrum Buttock, New South Wales.
  • Im September wurde mit dem Abriß der Eisenbahnbrücke begonnen.
  • Die Bauarbeioten sollen bis zum November 2018 andauern.
  • Das Bauvorhaben soll rund 2,27 Millionen Euro kosten.
  • Durch die Vollsperrung der Landstraße wird der Verkehr größtenteils über die Büdnerreihe umgeleitet, was zu Beeinträchtigungen und Belastung der Straße führt.
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2018

  • Der Brückenneubau macht Fortschritte. Notwendige Umleitungen führen zu erhöhten Verkehrsaufkommen in der Büdnerreihe.
  • Nachdem der Januar und größtenteils auch der Februar relativ mild waren gab es Ende Februar einen Wintereinbruch mit ca. 15 cm Schnee und Minustemperaturen bis etwa 15° C.
  • In der Ostseezeitung waren mit Daniela Reinisch und Horst Fietze gleich zwei Stülower "Gesicht des Tages":


  • Ende März kam es zu öfteren Schneefällen. Rekordverdächtig waren die Schneefälle zu Ostern. Von Ostersamstag zu Sonntag fielen ca. 40 cm Naßschnee mit etlichen Schäden an Bäumen und Sträuchern. (stark betroffen waren Tierparks und besonders der Vogelpark Marlow)
  • Mitte April wurde es sommerlich mit z. T. deutlich über 20° C. Somit gab es einen gewaltigen Schub in der Vegetation(Süßkirschen-, Tulpen-, Anemonen-, beginnende Rapsblüte, grünende Buchen).
  • Im April wurde Anja Prompe in der Ostseezeitung "Gesicht des Tages":
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  • Im Mai berichtet die Ostseezeitung erneut über den Baufortschritt der neuen Brücke:


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  • Diese Brücke soll 6,50 m breit und zweispurig werden sowie einen Fuß- und Radweg erhalten.
  • Besonders der Mai und auch der Juni waren extrem trocken.
  • Aufgrund der Trockenheit wurde das Getreide notreif. Von gravierenden Ernteverlusten kann ausgegangen werden. Schon Anfang Juli begann der Getreidedrusch:
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  • Pächter Carstensen beim Drusch der Wintergerste am 4. Juli.
  • Auch die zweite Julihälfte ist extrem heiß und trocken. Neben dem Getreide sind auch viele Gartenfrüchte drei bis vier Wochen früher reif und Blumen verblüht. Außergewöhnlich ist der Ertrag an Süß- und Sauerkirschen. Dazu kommt, dass erstaunlicherweise kaum Stare den Ertrag mindern.
  • Das Wasser der Ostsee ist bis 24° C warm.
  • Am 31. Juli wurden in Stülow Höchsttemperaturen von 35° C im Schatten und 50° C in der Sonne gemessen.
  • Bis November ist es warm und trocken. Von April bis September sind nur 170 Liter Regen gefallen. 300 Liter etwa sind normal.
  • Dr. Michael Giersberg ist Geschäftsführer und Inhaber des Büros für Umwelt & Planung in Stülow. Seit seinem 13. Lebensjahr ist er Eisenbahnmodellbauer. Er ist auch Mitiniator der aktuellen Ausstellung in Kühlungsborn.:
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  • Am 29./30. Dez. 2018 wurde Stülow in der Ostseezeitung als "Dorf der Region" vorgestellt(Siehe auch unter Familien/Fietze und Hof 4
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2019

  • Bis Mitte Februar war der Winter relativ mild mit sehr wenig Schnee. Am 17. Februar waren es 10 ° C. Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse blühten.
  • Anfang April war herrliches Frühlingswetter. Sogar ein Storch kam vorbei:
  • Das Eis von Kirchhoffs aus Stülow ist bei Einwohnern und Gästen sehr beliebt:
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  • Am 19.06.2019 kamen Nachfahren der Familie Levtzow aus den USA(Pamela Yeager(74) mit ihren Töchtern Dierdre Finch und Jennifer Yeager) zu einem Besuch nach Stülow.
  • Christian Joachim Ludwig Levtzow wurde 1844 in Stülow geboren und nach seiner Auswanderung in den 1870-er Jahren in die USA 1911 in Janesville Rock, Wisconsin, gestorben.
  • Lt. Portal Familienforschung Masch lässt sich die Linie bis auf Clas Levetzow, ca. 1648 geb., zurückverfolgen. Clas arbeitete in Stülow als Kossat.
  • Am 28. Juni war extrem früh Erntebeginn. Bauer Bruno Petersen beim Drusch der Wintergerste auf dem Feld der ehemaligen Büdnereien 2-5:
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  • Impressionen vom 28. Juni:
  • Am späten Nachmittag des 31. Juli fielen im Bereich Bad Doberan innerhalb einer knappen Stunde 50 Liter Regen/m². Einheimische können sich nicht an so ein Ereignis erinnern. In Bad Doberan war die Feuerwehr im Dauereinsatz, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen.
2020
  • Der "Winter" 2019/20 fand praktisch nicht statt. Somit war die Vegetation Anfang März schon ungewöhnlich weit voran geschritten, wie Fotos am 12. März belegen:

Besiedlung

1552 6 Bauleute, 18 Käter,(lt. Doberaner Amtbuch)

1704 2 Bauleute, 5 Coßaten, 1 Müller(lt. Kirche Steffenshagen, siehe unten)

1751 5 Bauren, 5 Cossaten 1 Mühlenmeister, 1 Weber, etl. Dröscher(lt. Kirche Steffenshagen, siehe unten)

1804 10 Halbhüfner, 1 Schule(lt. Mecklenburg-Schwerinsche Staatskalender 1804)

1884 10 Erbpächter, 1 Häusler, 1 Erbpächter Badenmühle, 1 Schule 126 Einwohner

1891 10 Erbpächter, 2 Häusler, 1 Erbpächter Badenmühle, 1 Schule, 106 Einwohner/Badenmühle 10(lt. Raabe, "Mecklenburgische Vaterlandskunde")

1929 9 Erbpächter, 6 Büdner, 8 Häusler

Quelle für die Besiedlung Stülows von 1704 und 1751: Originalberichte aus dem Bundesarchiv Koblenz/Franz Schubert. - Göttingen: im Selbstverlag, 1997

  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen für einige Berufe:


Bauernhöfe

  • Auszüge zur Geschichte der Landwirtschaft in Mecklenburg und Vorpommern:

[1]


Stülow war ein hufeisenförmiges Runddorf, auch Rundling genannt( Siehe Dorfformen im 18. Jh. unter Mecklenb. Volkskunde), lt. Information zum Hallenhaus(Hof 4) war es ein Feldhufendorf.

(Aus dem LHA Schwerin wurden Informationen zu Vererbpachtungen und sonstigen Grundstücksangelegenheiten verwendet.Informationen zur Abstammung der Hofbesitzer und deren Familien wurden dem Portal Familienforschung Masch entnommen.Fotos und weiterführende Informationen entstammen soweit keine weitere Quellenangaben angegeben sind den Archiven der jeweiligen Familien)

Eigentümer an Grund und Boden war nur der Landesherr.Beziehungen zwischen diesem und den übrigen Grundherren und den Bauern beruhten auf privatrechtliche Leiheverträge. Mit der Erbpachtverordnung vom 16. Nov. 1867 entstanden im Domanium Mecklenburg Schwerin durch Contracte mit den Hofbesitzern Erbpachthöfe. Danach wurden die bisherigen Hauswirthe Erbpächter. Erst durch die Reichserbhofgesetzgebung von 1933 bzw. 1938 wurde auf das Obereigentum des Staates verzichtet.

  • Neben den u. g. Höfen(ehemalige Bauern- und Kossatenstellen) waren 1704 und 1751 auch je eine Bauern- und Kossatenstelle Fahrenheid/Fahrenheim ausgewiesen. Lt. Familienforschung Masch lebte der Baumann Chim Fahrenheid von 1625 - 1691 in Stülow, sein Sohn Hinrich von 1662 - 1735, dessen Sohn Jochim von 1695 - 1754 und dessen Sohn Johan Hinrich(Hauswirth) von 1726 - 1792. (Die genannten Höfe können derzeit den bekannten Hofstellen nicht zugeordnet werden. Die Hofstellen 2 und 8 werden vermutet)

  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen zum Hof Fahrenheim:
  • In Volkszählungslisten von 1819(Tab. 2-7), 1867(Tab. 8-15) und 1919(Tab. 1) wurden Stülower Bauernfamilien erfaßt(Quelle Portal Ancestry):

Auflistung der Stülower Bauernhöfe von 1928 lt. Güteradressbuch

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  • Stülower Erbpächter beteiligten sich an den alljährlich auf der Doberaner Galopprennbahn stattfindenden Pferderennen.
  • So sind vom Rennen der Landleute vom 29. Juli 1903 vier Erbpächter als Teilnehmer ausgewiesen:
    • vom Hof 1(Erbpächter Bull) mit 2 Reitern,
    • vom Hof 5(Erbpächter Allwardt) mit 2 Reitern,
    • vom Hof 7(Erbpächter Starck) mit 2 Reitern und
    • vom Hof 9(Erbpächter Bull) mit 3 Reitern

Hof 1

  • Der Hof war ursprünglich eine Koßatenstelle. Bereits 1704 ist für Stülow der Coßate Hans Trempe ausgewiesen, der lt. Familienforschung Masch der Linie Tremp zugeordnet werden kann. Spätere Generationen lebten in Bartenshagen, so die versch. Johann... Tremp(1811 geb. Joh. Joachim, 1851 Joh. Heinrich, 1891 Johann Ernst Christian, der dann Tremps nach über 200 Jahren wieder in Stülow ansiedelte.
  • Hof 1 war zuletzt im Besitz der Familie Tremp.
  • In der Familienchronik von Elfriede Märtin, geb. Tremp ist folgendes zu lesen: In den Akten ist zu finden, dass vor 129 Jahren unser Urururgroßvater Christian Bull mit 31 Jahren das väterliche Gehöft am 04.Dezember 1821 von seinem Vater Nico Bull übernommen hat. Christian Bull hat am 19. November 1850 seinen Sohn Johann Bull in die Bewirtschaftung des Gehöftes eingewiesen. Am 19. Februar 1878 wurden Johann Bull und seine Frau Catharina Erbpächter(Erbpachtcontract vom 7. März 1872 lt. LHA Schwerin.Lt. Feldregister von 1871 verfügte der Hof über 29,8 ha Gesamtfläche, dav. 27,2 ha Acker. Am 18. Dezember 1895 verkauft Johann Bull an seinen Sohn und Gehöftserben Christoph Bull. Dieser macht am 06. Oktober 1909 seinen Bruder Wilhelm Bull zum Eigentümer des Hofes(Wilhelm und Emma Bull waren 1907 aus Boldenshagen zugezogen).Da dieser nur eine Tochter Frieda hatte (1897 geb.), verpachtet er seinen Hof 1920 an seinen Schwiegersohn Johann Tremp, der aus Bartenshagen stammt. Am 08.12.1947 vermachte Wilhelm Bull seinen 18 jährigen Enkel Otto Tremp, der die Wirtschaft aber erst mit 25 übernehmen sollte. Otto Tremp heiratet am 30. Juni 1951 seine erste Ehefrau Eva Charlotte und übernimmt am 01. Juli 1951 die Wirtschaft.
  • Aus der Ehe gingen die Töchter Elfriede(Märtin) und Inge(gest. 2010) hervor.
  • Nach dem Tod von Eva 1959 heiratet Otto später Waltraud Harms. Sie hatten zwei Kinder: Angelika und Rüdiger.
  • 1936 Baugenehmigung zum Bau eines Schuppens für Wihelm Bull Bauerngut 1, 1941 Aufbau zweier Dachluken auf dem Scheunendach für J. Tremp, 1957-1959 Anbau einer Garage für Otto Tremp(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • 1945 siedelten Wilhelm und Juliane Hanisch mit Tochter Elisabeth und Enkel Hans Dieter von Straßburg(Oder) nach Stülow um. Elisabeth hat später Hans Schuldt geheiratet(Siehe Häuslerei 1). Familie Hanisch hat auf dem Hof mitgearbeitet. Wilhelm H. war ein Spezialist im Rübenhacken. Er konnte ohne sich zu bücken nur mit der Hacke die Rüben vereinzeln und hat viele Jahre lang mehrere Morgen gehackt. Wilhelm und Juliane Hanisch haben mit dem Spinnrad Schafwolle gesponnen.
  • 1954 :28,64ha
  • Neben der Pferdezucht hatten Tremps eine Herdbuchzucht für Rinder
  • Otto Tremp 1960 der LPG beigetreten
  • Die langjährige Pferdezuchttradition der Familie Tremp wird von Rüdiger Tremp und seiner Frau, Kristin Romanowski, auf dem seit 1990 aufgebauten Reithof fortgesetzt([http://www.reithof-tremp.de)
  • Privatfotos Familienarchiv:
  • In einem Zeitungsartikel der OZ vom 14. Februar 2020 informiert Rüdiger Tremp über die Historie der Pferdezucht in Mecklenburg und seines Hofes:
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  • Rüdiger Tremp bewahrt in Stülow ein Stück Mecklenburger Geschichte. In Stülow bei Bad Doberan gibt es auf dem Reithof Tremp jetzt ein kleines Museum. In drei Räumen hat Rüdiger Tremp die Geschichte der Mecklenburger Pferdezucht zusammengetragen. Damit die Leistungen von Mensch und Tier nicht in Vergessenheit gerät, wie er sagt. In Stülow bei Bad Doberan gibt es auf dem Reithof Tremp jetzt ein kleines Museum. In drei Räumen hat Rüdiger Tremp die Geschichte der Mecklenburger Pferdezucht zusammengetragen. Damit die Leistungen von Mensch und Tier nicht in Vergessenheit gerät, wie er sagt. Das Herz von Rüdiger Tremp schlägt für die Pferdezucht. Seine Familie züchtet in vierter Generation erfolgreich Pferde in Stülow. Diese Geschichte und die der Mecklenburger Pferdezucht hat der 57-Jährige jetzt in drei Räumen auf dem Reithof zusammengetragen. Dort finden sich Urkunden, Deckscheine, Zeitungsartikel und Bücher. Seit 1821 werden in Stülow auf dem heutigen Reithof Tremp Pferde gezüchtet. In dem Jahr hatte Christian Bull den Hof mit Tieren und Geräten von seinem Vater geerbt. „Mein Großvater Johann Tremp hat in die Familie eingeheiratet“, erzählt Rüdiger Tremp, der 1990 den Reithof Tremp gründete.Die Pferdezucht ist eine Familientradition. „Wir haben Sportpferde gezüchtet, die Weltklasse haben“, sagt Rüdiger Tremp, der die Leidenschaft für das Pferd an seine vier Kinder weitergegeben hat. So findet sich in dem kleinen Museum auch eine Urkunde aus dem Jahr 2012. Auf der Landestierschau Mela ist seine Tochter Carolina Romanowski im Alter von acht Jahren für ihre Stute, Rasse Deutsches Reitpony, mit der silbernen Plakette ausgezeichnet worden.
  • „Ich möchte mit dem Museum zeigen, was Menschen und Pferde geleistet haben“, sagt Rüdiger Tremp, der viele Ausstellungsstücke von Züchtern erhalten hat. „Das soll nicht vergessen werden.“ Denn aus der Vergangenheit könne man lernen.Napoleon ritt ein Mecklenburger Pferd. „Mecklenburg ist das Land, wo das moderne Reitpferd entstanden ist“, sagt Rüdiger Tremp, zeigt auf ein Bild mit Napoleon auf einem Pferd. 1714 seien die ersten Pferde nach ganz Deutschland verkauft worden, „weil es gute Reit-, Arbeits- und Militärpferde waren.“ Im 18. Jahrhundert entstanden große, bedeutende Zuchtstätten wie in Ivenack durch Graf von Plessen, in Basedow durch Graf von Hahn und in Zierow durch Baron von Biel, erzählt Tremp. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Vollblüter aus England nach Mecklenburg aufs Festland geholt. „Es wurden reine Vollblüter gezüchtet, aber auch das bodenständige Mecklenburger Warmblut mit den Vollbluthengsten angepaart und damit die Vielseitigkeit und insbesondere die Reiteigenschaften sehr stark verbessert.“
  • Gestütsbuch von 1895 im Museum

Das alles kann in Büchern und anhand von Dokumenten im Museum nachempfunden werden. Dort findet sich auch das Gestütsbuch von 1895. Darin aufgeführt: Name, Abstammung und Fohlen der Stuten im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. „Die Pferdezucht wurde gefördert, für die Stuten gab es Prämien“, erläutert Rüdiger Tremp. Alle Besitzer und Züchter, die genannt werden wollten, seien in dem Buch aufgeführt. Die mütterliche Linie der Pferde konnte so nachempfunden werden.Bis zur Wende habe der Staat die Pferdezucht kontrolliert, was viele Dokumente beweisen. So gibt es auch ein Schreiben, das nahelegt, das Fohlen zum Schlachter zu geben, weil es für die Aufzucht nicht die geeignete Größe hatte. Noch heute ist die Mecklenburger Zucht erfolgreich. Der Hengst Chacco Blue, in Groß Stieten bei Wismar geboren, ist der „Spitzenvererber im internationalen Turniersport“, ist in einem Artikel an der Museumswand zu lesen.

  • Engagement aus Liebe zum Pferd

Mecklenburg ist Pferdezuchtland. „Deshalb gab es hier auch die erste Rennbahn“, sagt Rüdiger Tremp, meint damit die zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. Der Stülower war an der Wiederbelebung des Doberaner Rennvereins 1991 beteiligt. „1991 habe ich ein Probebauernrennen auf meinem Hof gemacht“, erzählt der gelernte Hufschmied. Aus Liebe zum Pferd und um die Region zu fördern, habe er sich engagiert. Aus dem gleichen Grund habe sein Großvater 1950 schon Stuten- und Fohlenschauen organisiert. Die Liebe zum Pferd – sie liegt seit Generationen in der Familie. 25 Pferde hat Rüdiger Tremp noch auf seinem Hof, züchtet Mecklenburger und Deutsches Reitpony, früher auch Hannoveraner und Oldenburger. Wer etwas über die Pferdezucht und die Geschichte wissen möchte, kann sich auf dem Reithof Tremp melden und sich in den drei Räumen umsehen. Dort kann man auch altes Handwerk entdecken. Den Sattlerbock, auf dem Rüdiger Tremp Geschirre genäht und Trensen gefertigt hat. Oder einen Amboss, auf dem Hufeisen geschlagen wurden.




Hof 2

  • Johann Peter Westendorff(1808-1865/Hauswirt und Schulze)
  • Johann Joachim Peter Westendorff ,19.09.1839 geb., Hauswirt und Schulze in Stülow (Bruder Heinrich Carl Johann heiratete Marie Haase vom Hof 6); Heirat mit Anna Sophie K.Paetow, 1851 geb.
  • Erbpachtcontract mit Joachim Westendorff am 19. Februar 1872
  • Franz (geb.1870, gest. 1931) und Margarete Westendorff (geb. Behrens/1930 im Alter von 49 Jahren gest.)
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen:
  • Karl Westendorff(1906 - 1972).
  • Hans Westendorff (1917 – 1976)
  • Karl W. und Gertrud Allwardt 1932 geheiratet
  • 1936 Baugenehmigung zum Einbau einer Waschküche/Karl Westendorff/Bauerngut 2, 1940 Instandsetzung Vorderfront des Wohnhauses, 1944-45 Neubau eines Brunnens, 1954-58 Instandsetzung Schweinestall(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • Betty Westendorff (geb. 1894), 1936 aus Stove gekommen, 1944 als Wirtschafterin angefangen
  • Erika Westendorff, geb. Frese (Ehefrau von Hans W.) aus Rerik 1944 zugezogen (Großvater Johann Reinke arbeitete auf dem Gut Glashagen und erwarb 1908 die Büdnerei 2, er baute auch 2 Häuser im Stülower Weg – Häuslerei 9 und 10)
  • Hans Westendorf 1946 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt; war von 1949 – 1952 Bürgermeister in Stülow
  • Zeichen für Wohlstand war der Einsatz damals moderner Technik (Traktor, Mähbinder, Dreschmaschine) sowie ein Auto. Karl W. war ein Technikfreak.
  • Hofstelle Bull während des 2. Weltkrieges nach dem Tod von Bruno Bull von Karl W. mitbewirtschaftet
  • 1946 32 ostpreußische Flüchtlinge auf dem Hof (Siehe Infos von Kurt Wachholz)
  • Karl, Gertrud und Peter Westendorff am 15.05.1953 in die BRD gegangen und am 03.08.1953 zurückgekehrt (nach 17.Juni)
  • An Kurt Regenstein und Familie aus Cammin 1953 im Herbst Hofstelle verpachtet
  • 1954: 26,09 ha LN
  • heute existiert nur noch das Wohnhaus; wo früher Viehhaus und Scheune standen, stehen heute Einfamilienhäuser
  • Peter W. (1944 -1996)
  • Trude W. 1997 gest.
  • Karl und Trude Westendorff wurden in Brandshagen beigesetzt

Regensteins

  • Kurt Regenstein und Familie aus Cammin pachteten den Hof 2 im Herbst 1953
  • Regensteins haben neben der Landwirtschaft eine lange Tradition in der Forstverwaltung. So ist in amtlichen Unterlagen verzeichnet, dass dem Oberförster Karl Regenstein zu Cammin(Vater von Kurt R.) am 9. April 1913 unter Nr. 24 S. 127 der Charakter als Forstmeister verliehen wurde. Nach seiner Pensionierung 1937 siedelte er nach Bad Doberan, Stülower Weg über. Das Forstamt in Cammin leitete er trotzdem bis 1949. Hartwig R.(Sohn von Kurt R.)und Mathias R.(Enkel von Kurt und Sohn von Jochen R. / in 9. Generation) führen diese Tradition fort. Mathias R. ist Leiter des Forstamtes Schlemmin.
  • Kurt R.(21.07.1904 geb.) und Frau Paula(30.11.1907 geb.)
  • Beide haben 1930 geheiratet
  • Kinder: Jochen, Hedda, Nikolaus, Hartwig, Friedel, Klara
  • Regensteins hatten einen Dreschkasten vom Typ "Rauschendorf", Maschinist war Jochen R.
  • Im Winter 1958/59 entschieden sich Regensteins zum Beitritt in die LPG "Bergland" Stülow.
  • Kurios, dass man zunächst Kurt R. trotz seiner Ausbildung als Landwirt und Erfahrung nicht haben wollte, schon garnicht als Vorsitzender.
  • So wurde Kurt nach dem Beitritt 1959 ca. ein Jahr als Bodenmeister zum Getreideschroten eingestzt.
  • 1960 wurde Kurt R. dann Vorsitzender der neu gebildeten LPG "Quellental Stülow-Glashagen". In den 1960-er Jahren erwarb Kurt den Abschluss zum Staatlich geprüften Landwirt.
  • Er hat neue Verfahren eingeführt, wie veränderte Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau oder Saatgutvermehrung
  • 1965 wechselte Kurt R. zum VEAB Bad Doberan/Althof in den Bereich Getreidelagerung
  • Die Grabstelle von Kurt und Paula R. befindet sich auf dem Friedhof Walkendorf(Wohnort von Klara).


Hof 3

  • Ernst Heinrich Sass, auch bekannt als Hinrich. Heinrich wurde im Mai 1741 in Nieder Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 28.Mai 1741 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Heinrich ist im April 1785 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin verstorben und am 17.April 1785 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden.

Er arbeitete in Stülow als Kossat und Hauswirt. Heinrich gründete eine weitere Familie mit Anna Margaretha Bull.

  • Margreth Fahrenheim,geboren wurde Margreth im Juli 1743 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 7.Juli 1743 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Verstorben ist sie im Juni 1781 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und bestattet worden am 20.Juni 1781 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Heinrich und Margreth haben am 16.Oktober 1767 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.
  • Hans Jochim Hinrich Sass, auch bekannt als Hans Heinrich. Hans wurde im Mai 1768 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 31.Mai 1768 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Hans ist am 4.Juni 1832 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin verstorben und am 7.Juni 1832 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Hans arbeitete in Stülow alsHauswirt.
  • Jochim Sass 1819 in der Volkszählung erfasst:

VZ 1819 Jochim Sass.jpg

  • Margaretha Elisabeth Westendorf, geboren wurde Margaretha im September 1780 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 27.September 1780 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist sie am 22.Februar 1853 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 28.Februar 1853 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Sie starb an „Altersschwäche“.
  • Hans und Margaretha haben am 3.November 1797 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.

Kinder:

  • Johann Joachim Peter Sass, geboren wurde Johann am 17.Februar 1799 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 18.Februar 1799 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist er am 5.November 1876 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 8.November 1876 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Nach 1833 arbeitete er in Stülow als Hauswirt.
  • Johann Joachim Sass, Johann wurde am 9.Januar 1802 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin am gleichen Tag getauft. Johann wurde in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin am 7.April 1816 konfirmiert.
  • Anna Maria Sass, geboren wurde Anna am 6.Mai 1804 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 8.Mai 1804 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist Anna am 5.September 1878 in Schmadebeck, Mecklenburg-Schwerin und am 8.September 1878 in Kröpelin, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden.
  • Anna Sophia Sass, auch bekannt als Anna Maria. Anna wurde am 22.September 1806 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 23.September 1806 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Anna wurde am 15.April 1821 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert. Anna war mit Carl Joachim Heinrich Severin(Einlieger in Stülow verheiratet) Anna ist am 8.Mai 1874 in Hoyleton, South Australia, Australia verstorben und am selben Ort bestattet worden.
  • Johann Joachim Carl Martin Sass, Johann wurde am 7.Mai 1834 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 11.Mai 1834 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Catharina Maria Sophia Allwardt, geboren wurde Catharina am 17.September 1835 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 20.September 1835 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Johann und Catharina haben am 25.Mai 1860 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geheiratet. Kinder:
    • Heinrich Christian Sass, geboren wurde Heinrich am 10.Dezember 1859 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 18.Dezember 1859 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
    • Henrike Marie Christiane Sass, geboren wurde Henrike am 30.Oktober 1861 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 10.November 1861 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist sie am 10.Dezember 1861 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 13.Dezember 1861 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Sie starb an „Husten“.
    • Carl Joachim Heinrich Sass, geboren wurde Carl am 12.März 1863 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 22.März 1863 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Am 25.März 1877 wurde er in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert.
    • Wilhelm Christoph Heinrich Sass, geboren wurde Wilhelm am 14.Februar 1867 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 24.Februar 1867 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
    • Friedrich Carl August Sass, geboren wurde Friedrich am 19.Juli 1869 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 25.Juli 1869 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
    • Mine Marie Sophie Sass, geboren wurde Mine am 6.Januar 1871 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 15.Januar 1871 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist sie am 22.November 1871 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 26.November 1871 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Sie starb an „Zahnen“.
  • Erbpachtcontract vom 7. März 1872 mit Hauswirth Carl Saß
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen:
  • Ziegelei ist lt. Protokoll der Gemeindevertretung wahrscheinlich um 1879 entstanden (im Zusammenhang mit der Veranlagung zur Abgabe erwähnt)
  • Angaben zum Personal in der Ziegelei:

Ziegelei.jpg

  • Erbpächter Meister (1898), in der Volkszählung 1900 erfasst:

VZ 1900 Carl Meister.jpg

  • W. Meister erwirbt 1908 die Häuslerei Nr. 1 in Stülow
  • Auf der Dorfversammlung am 29. Oktober 1908 wurde der Beitrag zur Gemeindekasse beschlossen. Für Hof 3 mit Ziegelei und Zementwarenfabrik wurde ein Jahresbeitrag von 50 M festgelegt(Ziegeleibesitzer Meister fehlte übrigens entschuldigt).
  • Schreiben des Finanzministeriums vom 14. 1. 1919:für den Chausseebau wurden 12,164 ha Land entzogen, 54 m² unbrauchbares Land abgetrennt, 4401 m² unbrauchbares Land zugeteilt auf 26 ha, 51 a, 67 m² bonitiert zu 83 12/16 Scheffeln, 3 5/16 Fuder Heu ; Frau Dorette Meister, geb. Langberg(Witwe)in diesem Zusammenhang erwähnt
  • Hermann List (1874-1937)/ Anna List, geb. Köhler – 1895 -1946 – beide 1925 zugezogen
  • Schreiben von Rechtsanwalt Lente ans Ministerium für Landwirtschaft... vom 25.03. 1927 zur Übernahme des Hofes durch Hermann List
  • 1940 Baugenehmigung zum Einbau eines Tages- und Schlafraumesfür A. List/Ziegelei(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • Nach dem Freitod von Anna List 1946 wurde Ruth List , spätere Kühlewind (nach Heirat mit Erich Kühlewind 1946), Hof- und Ziegeleibesitzerin
  • Erich, Ruth (geb. List) und Otto(Sohn 1947 geb.) Kühlewind , Hermann K. (Onkel von Gudrun)1948 aus Falkenberg zugezogen
  • Erich K. war während des Krieges aus Sachsen Anhalt nach Stülow gekommen. Er war Flieger und im Krug bei Frau Larsen einquartiert. .
  • Lt. Grundsteuerhebeliste von 1949 und 1950 wird Anna List noch als Hof- und Ziegeleibesitzerin ausgewiesen.
  • Franz Haacke wurde um 1925 Ziegler auf dem Hof List
  • Ruth Kühlewind und Bruder Otto1952 in die BRD übergesiedelt (Enteignung)- Erich war schon 1950 ausgereist.Damit wurde die Ziegelei volkseigen(VEB)
  • Rückübertragung an Gudrun Kühlewind, Bornstr. 10, 27628 Wulsbüttel-Lehnstedt (Bodenordnungsverfahren)
  • Flächen im Bereich Berufsschule, Sandkuhle reichen bis an die Flächen von Karl Westendorf heran. Die Sommerrodelbahn befindet sich auf den an Familie Kühlewind zurückübertragenen Flächen.


Wegners

  • Wilhelm, Anna und Anni Wegner 1923 aus Doberan zugezogen(W. war Schmied auf dem Hof 3 und auch für die Wartung und Reparatur der Maschinen der Ziegelei zuständig), Die Enkeltochter aus 2. Ehe, Frau Elisabeth Pfeiffer aus Bad Doberan erinnert sich an Ferientage vor dem Krieg auf der Ziegelei (Verstecken spielen zwischen den Trocknungsschuppen und an die Frühstücksglocke, die Punkt 9,00 Uhr ertönte, ihr Großvater trank dann immer einen Cognac). Hans Wegner, einer von 3 Söhnen, 1905 geb. und 1928 zugezogen, arbeitete auf der Ziegelei und war später Leiter des ÖLB und 1. Vorsitzender der LPG „Bergland“ Stülow.


  • Konrad und Bertha Obermüller (aus Ostpreußen 1945 vertrieben) 1953 aus Rethwisch zugezogen (Konrad O. war Knecht auf dem Hof 3 und zu LPG-Zeiten ein erfolgreicher Schweinezüchter im Stall des ehem. Hofes 3)


VEB Ziegelei, Werk Stülow

  • Lt. Willy Schulmeister hatte die Ziegelei ein eigenes Elektrokraftwerk, das durch angestautes Wasser des Stülower Baches betrieben wurde.
  • Ziegeleibetrieb war während des Krieges eingestellt. Es wurden Maschinenteile während der Bombardierung Rostocks (Heinkel u. a.) eingelagert. Im Juni 1946 wurde der Ziegeleibetrieb wieder aufgenommen- Siehe Schreiben des Bürgermeisters von DBR ans Arbeitsamt- (bis 1964). Während der stillgelegten Zeit haben die Kinder vom Kellerswald dort viel gespielt und Unfug angestellt (Loren versenkt).
  • Am 22. Juni 1953 findet auf der Ziegelei eine Versammlung statt. Grund ist der Putschversuch vom 17. Juni. Auf der Grundlage des Leitartikels des ND zum Putschversuch werden Schlussfolgerungen aus den Fehlern der vergangenen Wochen und Monaten diskutiert (Quelle: BL SED Rostock/ BPA IV/4/01/205)
  • Artikel in der ostseezeitung vom 16.1. 1959

Stülow wird Jugendwerk(aus der Entschließung der ökonomischen Konferenz des VEB Vereinigte Ziegeleien " Um die Arbeit mit der Jugend in unserem Betrieb zu verbessern, wurde vorgeschlagen, das Werk III. Stülow, mit Jugendlichen unseres Betriebes zu besetzen und als Werk der Jugend zu erklären. Diese Arbeit mit der Jugend kann nur Erfolg haben, wenn sich unsere Parteiorganisation und die Gewerkschaft aktiv bei dem Aufbau und bei der Anleitung und Hilfestellung für die Jugendlichen beteiligen.

  • In den 1970-er Jahren wurde für Bauaufgaben in den LPG die ZBO, eine zwischenbetriebliche Einrichtung, auf dem einstigen Ziegeleigelände gebildet.
  • Im Rahmen eines besonders geförderten Jugendobjektes wurde von Jungbauarbeitern der ZBO auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei in den 1970-er Jahren ein Schweinemaststall für die LPG Stülow-Glashagen gebaut.

Hof 4

  • Hartwig Schlutow, geboren wurde Hartwig im Dezember 1674 in Brodhagen, Mecklenburg-Schwerin und am 30.Dezember 1674 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist er in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 28.November 1717. Nach 1699 arbeitete er in Stülow als Kossat. Hartig Schlutow 1704 als Kossate aufgeführt
  • Maria Fahrenheid, geboren wurde Maria im Mai 1675 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 30.Mai 1675 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist sie im November 1747 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 5.November 1747 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden.
  • Hartwig und Maria haben am 16.November 1699 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.
  • Kinder:
  • Hinrich Schlutow, Hinrich wurde im Januar 1701 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 20.Januar 1701 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Er arbeitete nach 1740 in Nieder Steffenshagen und nach 1752 in Ober Steffenshagen als Hirte.
  • Hans Schlutow, Hans wurde im Oktober 1704 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 1.Oktober 1704 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Johann Schlutow, geboren wurde Johann im Februar 1708 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 24.Februar 1708 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Verstorben ist Johann am 2.März 1708 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin.
  • Trin Schlutow, geboren wurde Trin im Mai 1709 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 15.Mai 1709 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Gevert Schlutow, geboren wurde Gevert im Februar 1712 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 4.Februar 1712 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Maria Schlutow,geboren wurde Maria im Januar 1715 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 24.Januar 1715 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist sie im März 1751 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 30.März 1751 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden.
  • Anna Schlutow, geboren wurde Anna im Januar 1715 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 24.Januar 1715 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Verstorben ist sie im Februar 1716 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und bestattet worden am 9.Februar 1716 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Hans Schlutow, Hans wurde im Oktober 1704 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 1.Oktober 1704 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Catharina Schwarck, geboren wurde Catharina ungefähr 1707.
  • Hans und Catharina haben am 15.Mai 1728 in Parkentin, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.
  • Kinder:
  • Maria Schlutow, Maria wurde im Juni 1728 in Hohenfelde, Parkentin, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 24.Juni 1728 in Parkentin, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Hans Hinrich Schlutow, geboren wurde Hans in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 26.Dezember 1729. Hinrich Schlutow 1751 als Kossate aufgeführt.
  • Jochen Schlutow, geboren wurde Jochen in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 8.Dezember 1732. Verstorben ist er in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 26.Dezember 1732.
  • Anna Schlutow, geboren wurde Anna in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 22.August 1734. Verstorben ist sie in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 20.April 1736.
  • Hartwig Schlutow, geboren wurde Hartwig in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 15.Februar 1737.
  • Johann Schlutow, geboren wurde Johann in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 13.Oktober 1743. Verstorben ist Johann in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 10.März 1744.
  • 1780 Niederdeutsches Hallenhaus und zwei Wohnkaten entstanden
  • Friedrich Johann Heinrich Schlutow, wurde auch Johann Hinrich genannt. Geboren wurde Johann im Oktober 1784 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 5.Oktober 1784 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist er am 15.Juni 1845 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 18.Juni 1845 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Johann starb an „Asthma“. In Stülow arbeitete er als Hauswirt.
  • Engel Sophia Starck, wurde auch Phic genannt. Geboren wurde Sophia im September 1786 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 11.September 1786 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist sie am 27.Dezember 1844 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 30.Dezember 1844 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Sie starb an „Pleuresie“.
  • Johann und Sophia haben am 8.Januar 1806 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.
  • Kinder:
  • Johann Heinrich Christian Schlutow, ist auch als Heinrich Christian bekannt. Geboren wurde Christian am 26.März 1807 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin. Verstorben ist er am 15.April 1852 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und bestattet worden am 18.April 1852 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Als Todesursache wurde „Lungenentzündung“ angegeben. Er arbeitete in Stülow als Schmiedemeister und in Stülow arbeitete er nach 1850 als Hauswirt.
  • Anna Maria Sophia Schlutow, geboren wurde Sophia am 25.Januar 1809 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 27.Januar 1809 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Johann Gottlieb Schlutow, wurde auch Johann Heinrich genannt. Geboren wurde Johann in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 21.Juni 1812. Verstorben ist Johann am 1.Mai 1883 in Neu Hohenfelde, Mecklenburg-Schwerin und am 5.Mai 1883 in Parkentin, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. In Neu Hohenfelde arbeitete er als Arbeitsmann.
  • Catharina Maria Schlutow, geboren wurde Maria am 17.Februar 1814 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 18.Februar 1814 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Verstorben ist sie am 5.Februar 1857 in Reddelich, Mecklenburg-Schwerin und bestattet worden am 9.Februar 1857 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Als Todesursache wurde „Schwindsucht“ angegeben.
  • Hans Joachim Heinrich Schlutow, Heinrich wurde am 5.März 1817 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Er ist am 28.April 1895 in Stäbelow, Mecklenburg-Schwerin verstorben und am 1.Mai 1895 in Parkentin, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Heinrich arbeitete 1847 in Stülow als Knecht, nach 1847 in Hohenfelde als Hauswirt und nach 1867 in Hohenfelde als Altenteiler.
  • Joachim Heinrich Johann Schlutow, geboren wurde Joachim in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 25.Juli 1823. Verstorben ist er in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 4.Mai 1843.
  • Ein Hinweis darauf, dass vor Stuhrs Schlutows die Hofbesitzer waren ist die Inschrift auf einen Balken: C. Schlutow 1845
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen:
  • Hans Joachim Peter Stuhr, geboren wurde Hans am 5.Dezember 1843 in Lambrechtshagen, Mecklenburg-Schwerin und dort auch am 10.Dezember 1843 getauft. In Stülow arbeitete Hans als Arbeitsmann und Erbpächter.
  • Sophia Maria Christina Schlutow, geboren wurde Sophia am 24.Juni 1849 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 1.Juli 1849 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Kinder:
  • Maria Sophia Henrike Stuhr, geboren wurde Maria in Admannshagen, Mecklenburg-Schwerin am 21.Juli 1870.
  • Heinrich Johann Friedrich Peter Stuhr, geboren wurde Heinrich am 3.August 1875 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 15.August 1875 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Wilhelm Johann Friedrich Stuhr, geboren wurde Wilhelm am 1.Juni 1882 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 25.Juni 1882 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Heinrich Johann Friedrich Peter Stuhr, geboren wurde Heinrich am 3.August 1875 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 15.August 1875 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Frieda Auguste Johanna Vick, geboren wurde Frieda am 17.Dezember 1881 in Klein Bollhagen, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 1.Januar 1882 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Heinrich und Frieda haben am 26.September 1919 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.
  • Es sind keine Kinder bekannt oder verfügbar.
  • Erbpachtcontract vom 16.6.1873
  • Nachtrag 1926: 1920 42421 m² an Gemeinde(zur Bebauung),verbleiben 26 ha, 51 a, 55 m²/ 77 15/ Scheffeln, 3 Fuder Heu
  • Stuhrs waren mehrfach im Gemeinderat (Siehe Protokolle)
  • Heinrich Stuhr(1875 – 1942)
  • Frieda Stuhr 1912 (geb. Baade aus Clausdorf) aus Klein Bollhagen zugezogen, sie hat noch viele Jahre nach dem Krieg in Stülow gelebt (die Ehe war kinderlos))
  • Flächen gingen bis Bad Doberan (Herzog)
  • Bebauung am Kellerswald erfolgte auf Gemeindeland, dass zuvor von Stuhrs gekauft wurde. 1920 beabsichtigte die Stadt Bad Doberan den Kauf von 1 ha zum Zwecke der Bebauung zum Preis von 40.000 M(Siehe Kaufbedingungen und Skizze)
  • Stuhrs hatten 1937 10 ha Acker an Böges verpachtet, den Rest an Hof 3
  • Lt. Grundsteuerhebeliste 1949 und 1950 wird Martha Fußt aus Kühlungsborn als Eigentümerin ausgewiesen. Lt. LPG-Unterlagen hat Frau Stuhr den Hof etwa 1959 an ihre Nichte, Frau Boenig aus Berlin, vererbt, weiter ist von Marta Fußt(lt. Bericht des Rates des Kreises aus 1958 über die Eigentumsverhältnisse hatte diese einen Pachtvertrag mit dem Rat des Kreises)und von Erben Brügge (Kühlungsborn) die Rede. Lt. H. Schuldt und Max Böge wohnte Frau Fußt (Nichte von Heinrich Stuhr)in Kühlungsborn (Kolonialwarenladen). Schuldts hatten den Katen von ihr gemietet. 2 Brüder Brügge sind wahrscheinlich die Erben von M. Fußt.
  • heute existiert nur noch das Wohnhaus, ein niederdeutsches Hallenhaus (Foto), das heute Familie Koal (seit 2009) gehört. Zuvor wohnten hier seit Anfang der 90-iger Jahre Familie Stracke (Achim Rechtsanwalt/Sylvia Steuerberaterin)sowie die beiden Katen.
Bild 138 sonst.jpg


Ostseezeitung vom 29./30. Dez. 2018


Hof 5


  • Barthold Alwardt, geboren wurde Barthold ungefähr 1580. Verstorben ist Barthold im Dezember 1671 in Stülow. Er arbeitete in Stülow als Bauer und Kirchenvorsteher.
  • Jochim Alwardt, geboren wurde Jochim ungefähr 1648. Verstorben ist er in Stülow am 8.Januar 1684. Nach 1677 arbeitete er in Stülow als Schulze.
  • Barthold Allwardt, geboren wurde Barthold im September 1680 in Stülow und am 26.September 1680 in Steffenshagen getauft. Verstorben ist er im September 1733 in Stülow. Nach 1708 arbeitete er in Stülow als Bauer und Schulze.Barthold gründete eine weitere Familie mit Maria Pentzien.
  • Anna Frieling wurde im Oktober 1681 in Stülow geboren. Anna ist im Mai 1749 in Stülow gestorben. Barthold und Anna haben am 21.Juni 1709 in Steffenshagen geheiratet.
  • Kinder
    • Just Jochim Allwardt, geboren wurde Just in Stülow im Mai 1710 und getauft am 10.Mai 1710. Verstorben ist er am 27.Juni 1789 in Stülow.In Stülow arbeitete er als Schulze.
    • Jochen Christian Allwardt,geboren wurde Jochen am 28.Dezember 1738 in Stülow. Verstorben ist Jochen am 6.Januar 1795 in Stülow, und bestattet worden am 9.Januar 1795 in Steffenshagen.Jochen arbeitete in Stülow als Hauswirt und Schulze.
  • Peter Matthias Allwardt, geboren wurde Peter im April 1752 in Stülow und am 3.April 1752 in Steffenshagen getauft. Verstorben ist er in Stülow.In Stülow arbeitete er als Kossat.
  • Jochen Christian Allwardt, geboren wurde Jochen am 28.Dezember 1738 in Stülow. Verstorben ist Jochen am 6.Januar 1795 in Stülow und bestattet worden am 9.Januar 1795 in Steffenshagen.Jochen arbeitete in Stülow als Hauswirt und Schulze.
  • Hans Joachim Hinrich Allwardt, Joachim wurde im September 1771 in Stülow geboren und am 16.September 1771 in Steffenshagen getauft.Joachim arbeitete nach 1792 in Stülow als Knecht und nach 1819 in Stülow als Hauswirt und Schulze.
  • Hans Joachim Hinrich Allwardt Joachim wurde im September 1771 in Stülow geboren und am 16.September 1771 in Steffenshagen getauft.Joachim arbeitete nach 1792 in Stülow als Knecht und nach 1819 in Stülow als Hauswirt und Schulze.
  • Johann Joachim Allwardt, geboren wurde Johann am 14.Dezember 1801 in Stülow und am 16.Dezember 1801 in Steffenshagen getauft. Verstorben ist er in Stülow am 3.Oktober 1859.In Stülow arbeitete er als Hauswirt und nach 1819 arbeitete er in Stülow als Knecht.
  • Catharina Maria Allwardt, geboren wurde Maria am 23.Februar 1804 in Stülow und am 24.Februar 1804 in Steffenshagen getauft. Verstorben ist sie am 7.Dezember 1870. Nach 1819 arbeitete sie in Stülow als Mädchen.
  • Johann Peter Allwardt, geboren wurde Johann am 9.Dezember 1807 in Stülow und getauft am 10.Dezember 1807 in Steffenshagen. Verstorben ist Johann am 20.März 1808.
  • Anna Elisabeth Allwardt, geboren wurde Anna am 3.Januar 1810 in Stülow und am 4.Januar 1810 in Steffenshagen getauft.
  • Joachim Christian Heinrich Allwardt, geboren wurde Joachim am 18.April 1811 in Stülow und am 19.April 1811 in Steffenshagen getauft. Verstorben ist er am 3.Februar 1896. In Stülow arbeitete er als Arbeitsmann und in Glashagen als Büdner.
  • Johann Joachim Allwardt, geboren wurde Johann am 14.Dezember 1801 in Stülow und am 16.Dezember 1801 in Steffenshagen getauft. Verstorben ist er in Stülow am 3.Oktober 1859.In Stülow arbeitete er als Hauswirt und nach 1819 als Knecht.
  • Johann Joachim Christian Allwardt, geboren wurde Johann am 16.September 1829 in Stülow und getauft am 18.September 1829 in Steffenshagen. Verstorben ist er am 6.Juli 1869 in Stülow und bestattet worden am 9.Juli 1869 in Steffenshagen. Als Todesursache wurde „Brustwassersucht“ angegeben. In Stülow arbeitete er nach 1867 als Hauswirt (Gehöft Nr.5).
  • Joachim Christian Heinrich Allwardt, geboren wurde Christian am 6.März 1832 in Stülow und am 8.März 1832 in Steffenshagen getauft. Verstorben ist er am 14.Oktober 1898 in Stülow und am 17.Oktober 1898 in Steffenshagen, bestattet worden. Er starb an „Herzleiden“. Nach 1865 arbeitete er in Doberan als Brennerknecht und nach 1869 in Stülow als Erbpächter (Gehöft Nr.5).
  • Heinrich Joachim Friedrich Martin Allwardt, geboren wurde Heinrich am 22.Mai 1841 in Stülow und am 24.Mai 1841 in Steffenshagen getauft.
  • Carl August Christian Allwardt, geboren wurde Carl in Stülow am 16.Februar 1854. Verstorben ist er am 21.Februar 1907 in Steinhagen, Satow, Mecklenburg-Schwerin und am 24.Februar 1907 in Satow bestattet worden. Nach 1867 arbeitete er in Stülow als Junge, als Büdner nach 1887 in Hohenfelde und nach 1888 arbeitete er in Steinhagen als Kossat (Gehöft Nr.1).
  • Nach 1869 wurde er als Erbpächter (Gehöft Nr.5) eingesetzt. Christian gründete eine andere Familie mit Louisa Dorothea Maria Daase .
  • Erbpachtvertrag von 1870 mit Christian Allwardt
  • Paul Christian Ludwig Allwardt, Paul wurde am 1875 am 5. Januar Stülow geboren. Er wurde nach 1898 in Stülow als Erbpächter (Gehöft Nr.5) eingesetzt. Seine Frau, Anna Catharina Wilhelmine Henriette Hagemeister,geboren am 8.September 1881 in Sievershagen, Mecklenburg-Schwerin wurde am 18.September 1881 Anna in Lambrechtshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft. Paul und Anna haben am 28.April 1905 in Lambrechtshagen geheiratet. Anna ist 1963 in Stülow gestorben.
  • Kinder
    • Irma Ina Ella Karla Allwardt. Irma wurde am 30.Januar 1906 in Stülow geboren und am 1. Februar in Steffenshagen getauft.
    • Gertrud Alma Frieda Marie Allwardt. Gertrud wurde am 16.Februar 1909 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren und getauft am 14.März 1909 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin. Gertrud ist 1997 in Kühlungsborn gestorben.
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen
  • Großvater von Erika Westendorf (Johann Reinke) war um 1850 Kuhjunge auf dem Hof (9 Taler pro Jahr)

Auszug der Dorfchronik von Wittenbeck 1899 lief das Vergnügen bei einigen nicht reibungslos ab. Ausgegangen war das Ereignis von der Verlobung einer Büdnertochter in Klein Bollhagen. Es handelt sich um Frieda Sophia L.evetzow'.von der Büdnerei U im Fulgenweg, die am 13qMärz 1877 in Klein Bollhagen geboren wurde. Hier der Bericht eines Zeitzeugen von 1899. Am Morgen des 7ten Decembers 1899 ward unsere Gemeinde Steffenshagen durch die Trauerkunde, da ein Glied derselben, der Erbpächter Martin Christian Allwardt zu Stülow auf dem Kröpeliner Felde in nicht weiter Ferne von der Stadt schwer verwundet, besinnungslos aufgefunden sei, in groj3e Bestürzung versetzt. Am Nachmittage des 6ten Decembers hatte derselbe seine Verlobung mit der Büdnertochter Levetzow aus Klein Bollhagen gefeiert und war am Abend mit seiner Braut und deren Eltern nach Kröpelin gefahren, woselbst Jahrmarkt und ein Tanzvergnügen im Haaseschen Gasthause war, um an diesem Vergnügen teilzunehmen. An demselben hatten sich auch die Erbpächter Bull und Westendorf. sowie der Erbpächtersohn Stuhr aus Stülow und der Landmann Beese aus Elmenhorst beteiligt. Diese fünf Männer nun begaben sich um 3 Uhr Morgens zu Fuß auf den Weg nach Stülow. Als sie bei den Scheunen der Vorstadt von Kröpelin waren, begegneten ihnen zwei Männer, welche später als der Fuhrmann Heinrich Range, 20 Jahr alt und der Hausdiener Heinrich Levetzow, beide in Kröpelin wohnend, ermittelt wurden, Ersterer einen Handstock und Letzterer einen aufgespannten Regenschirm tragend. Der Erbpächfer Martin Allwardt nun, welcher allein hinten anging, geriet mit den beiden ihnen entgegenkommenden Leuten in Streit und lief zu seinen Freunden mit den Worten, sie sollten ihm Hilfe leisten. Jetzt standen die Erbpächter stille und schlugen mit Stöcken auf die angreifenden Verfolger, so dass ein allgemeiner Wirrwarr entstand. Nach einer Pause rief Range seinen Genossen zu, sie sollten die Messer ziehen. Als die Erbpächter diese Aufforderung des Range vernahmen, liefen sie fort von den beiden Angreifern und wurden ver- folgt. Auf der Flucht erhielt Bull einen Schlag mit einem Stocke und einen Messerstich oben in die rechte Brust. Die Verletzung war schwer und ist erst nach 2 bis 3 Wochen geheilt. Der Landmann Beese hatte sich an der Schlägerei nicht beteiligt, sondern an der Chaussee eine Strecke weiter gewartet. Nun kam Allwardt auf ihn zu und fragte ihn, warum er ihm keine Hilfe geleistet habe. Er blutete am Kopf. Während die Beiden an der Chaussee standen, kamen die drei Erbpächter gelaufen. Beese und Allwardt schlossen sich ihnen an. Allwardt als der letztere blieb zurück, dann kamen Range und Levetzow auf den Allwardt zu und fanden ihn um Boden liegend. Range forderte ihn auf sich zu erheben, und als solches geschah, versetzte Range dem Allwardt einige Schläge mit dem Stock über den Kopf. Die Erbpächter vermissten Allwardt und glaubten, er sei nach Hause gelaufen. Als sie ihn aber dort nicht fanden, begaben sie sich zu Wagen auf die Suche. Nach längerem Suchen fanden sie ihn auf dem Kröpeliner Felde auf dem Bauche liegend. Er blutete und war ohne Bewusstsein. Zunächst wurde er nun in eine Scheune und von dort in das Krankenhaus nach Kröpelin gebracht. Daselbst ist er, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben, am Abend des 7ten Dezembers gestorben. Die Leiche ward sodann von dem Krankenhause zu Kröpelin nach Stülow übergeführt und am 11ten Dezember von Stülow aus auf dem hiesigen Kirchhofe unter großer Beteiligung der Gemeinde. auch fremder Bekannten(r), beerdigt ... Er hat ein Alter von 27 Jahren 26 Tagen erreicht, und hatte seit dem Sommer des Jahres 1899 die Erbpachtstelle seines am 14ten October 1898 verstorbenen Vaters, des Erbpächters Joachim Christian Heinrich Allwardt zu Stülow im Besitz. Der Leichenrede zu Gd gelegte Text war Roem ZI (?) V33. Diese Angelegenheit ward am 15ten Maerz 19W vor dem Großherzoglichen Schwurgerichte in Güstrow verhandelt. Von diesem Gerichte wurde Range in eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren und Levetzow in eine solche von 2 Monaten verurteilt(entnommen der Dorfchronik Wittenbeck)


Böge

  • Markus(1897) und Minna Böge(1903), geb. Hintz, aus Honigholz (Schleswig-Holstein)) 1937 Hof übernommen/Besonderheiten aus dem Notarvertrag: Vertrag sollte mit dem Kreisbauernführer besprochen werden/Makler Otto Tiedtke aus Stülow/Verkauf von 120 Morgen = ca. 30 ha Land/nicht mitverkauft z. B. ein Stuhlwagen, 5 Gänse, 19 Küken, 10 Pf. Karpfen aus dem Karpfenteich/ Kaufpreis 64.000 RM, dar. 20.00 RM für Inventar und Erntevorräte/ Käufer tritt in die Meierei- und Elektrizitätsgenossenschaft ein, nicht aber in die Bullengenossenschaft
  • Herdbuchherde aus Schleswig-Holstein mitgebracht (1. Herdbuchherde in Stülow)
  • Max(1927), Kurt(1928) und Rudolf Böge(1936) 1938 aus Honigholz gekommen
  • Gesa Böge, verh. Jensen, 1939 in Stülow geboren, erzählt, dass Rudolf am 08.08.1938 im Waschteich ertrunken ist. Mutter Minna hat diesen Schicksalsschlag nie verwunden.
  • Kurt ging wie Jochen Bull aufs Gymnasium in Bad Doberan. Max, der Bauer werden sollte, besuchte die Volksschule in Bad Doberan, anschließend die Handelsschule in Rostock. Kurt und Max waren mit Erich Kühlewind (Hof 3/Ziegelei) und Jochen Bull(Hof 9)befreundet.
  • Nach dem Krieg entging Markus Böge nur knapp der Gefangennahme durch die Sowjetarmee. Zu verdanken hatte er dies Irene Bull, die Gespräche mit den Russen geschickt dolmetschte.
  • Sept. 1955 flüchteten Markus, Minna und Gesa Böge nach West-Berlin ; Marcus wurde gefasst und zu 7 Jahren Haft verurteilt (Republikflucht/Devisenvergehen); hat fast 5 Jahre abgesessen/Frauen waren in einem anderen Waggon und kamen durch
  • Max Böge 1955 verhaftet und wegen angeblicher Spionagetätigkeit (u. a. Besuch der Grünen Woche) zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt(67 Monate in Haft) /Druck wegen LPG- Eintritt/Schauprozess in Rostock mit 21 Beteiligten/nach Entlassung geheiratet (geb. Jürß aus Bartenshagen) und im Juli 1961 über Bad Schandau in den Westen gegangen
  • Traktor (Cormick), Siehe Foto
  • 1954: 37,92/1958: 35,42 ha LN (weitere Angaben zu Flächen und Tieren liegen vor)
  • Rechtsträgerwechsel zur LPG von 1956 (nach illegaler Übersiedlung in die BRD 1955)
  • Schätzurkunde 1956 des Vermögens bei Übernahme durch die LPG
  • Heute sind nur noch das Wohnhaus mit Stall(1909 gebaut) und Teile des Pferdestalles vorhanden. Das ehemalige Gehöft gehört jetzt der Familie Wurl.

Hof 6

  • Hanß UTESCH ( vor 1605- vor 1655)
  • Sohn Hans Utesch (1618-1672) heiratete Thrien Vick(1637-1698) aus Stülow am 11. Oktober 1655
  • Sohn Clauß Utesch(1665-1729) heiratete Thrin Bull(1662-1729) am 25. Oktober 1688, Clauß arbeitete 1704 in Stülow als Kossate
  • Sohn Hans Utes(1699-1754) heiratete am 13. November 1722 Liesche Christina Rieck(1701-1745) aus Bastorf
  • Jochen Utesch(1726-1771) arbeitete in Brodhagen als Einlieger und in Stülow als Bauer. Er heiratete 1753 Anna Catharina Bull(1723 in Stülow geb.)Jochen und Anna haben am 9.November 1753 in geheiratet.
  • Sohn Hans Jochen Utesch(1757-1837) arbeitete 1788 in Stülow als Knecht, 1792/1796 in Stülow als Kossate, 1800/1815 in Stülow als Hauswirth, 1819/1837 in Stülow als Altentheiler. Er heiratete 1787 Margareta Elisabeth Matteifs(1762-1833) aus Stülow.
  • Sohn Johann Christian Utesch(1800-1870) wurde am 19. März 1815 in Steffenshagen konfirmiert. Er arbeitete 1818/1870 in Stülow als Hauswirth (1818-1861) und Altentheiler (1870). Er wurde 1819 in Stülow (Hauswirth) in einer Volkszählung erfasst. Johann heiratete 1818 Engel Maria Starck(1801-1876) aus Stülow.
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen
  • Engel Maria Elisa Utesch(1822 -1899). Engel war 1861 in Stülow als Gehöftserbin beschäftigt. Engel heiratete 1861 Johann Friedrich Albrecht Magnus Haase(1836 in Evershagen geb.). Johann arbeitete 1860 in Stülow als Knecht. Er arbeite 1861/1877 in Stülow als Hauswirth/ Erbpächter.
  • Erbpachtcontract mit Fritz Haase vom 19. Februar 1872 über 28 ha, 56 a, 55 m². Er wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 6, Altentheiler) in einer Volkszählung erfasst. Lt. Frau Vikene war er Schäfer in Glashagen. Daher galt diese Verbindung lange als nicht standesgemäß.
  • Tochter Marie Magdalene Caroline Louise Haase(1862 geb., 1928 gest.) Marie wurde am 25. März 1877 in Steffenshagen konfirmiert. Sie wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 6) in einer Volkszählung erfasst.

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  • MARIE heiratete HEINRICH Carl Johann WESTENDORFF Sohn von Johann Peter WESTENDORFF (vom Hof 2 /Bruder von Johann W. ) und Sophia Joachime ANNA REINCKE. HEINRICH wurde am 28. Juli 1857 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Er erhielt am 2. August 1857 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb nach 1907 (um 1920). HEINRICH wurde 1867 und 1900 in Stülow, DA Doberan in einer Volkszählung erfasst.

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  • Er arbeitete 1903/1907 in Stülow als Schulze und Erbpächter. Sie hatten die folgenden Kinder:
  • FRIEDRICH Albrecht Franz Magnus WESTENDORFF wurde am 10. April 1889 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren (10 Tage älter als – nicht wie – Hitler). Er erhielt am 26. April 1889 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb nach 1903 (1939) an den Folgen einer Kriegsverletzung. FRIEDRICH wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 6) in einer Volkszählung erfasst.

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  • Er wurde am 5. April 1903 in Steffenshagen konfirmiert.
  • HANS Ewald Carl Joachim WESTENDORFF wurde am 31. Januar 1892 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Er erhielt am 21. Februar 1892 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. HANS wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 6) in einer Volkszählung erfasst.

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  • Er wurde am 24. März 1907 in Steffenshagen konfirmiert. Er arbeitete 1922 in Rostock als Ingenieur. HANS heiratete Marie Anna Johanna Pauline GRIMNITZ? Tochter von Johann AUGUST Joachim Heinrich GRIMNITZ und Dorothea Christine Sophie Johanna BRANDT am 4. Juni 1922 in Lichtenhagen, Mecklenburg-Schwerin. Marie wurde am 29. März 1895 in Elmenhorst (RA), Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 5. Mai 1895 in Lichtenhagen die Kleinkindtaufe.
  • Annemarie Westendorff (geb. Böckmann) seit 1922 aus Klein Sein zugezogen(Friedrich W. geheiratet) führt den Hof nach dem Tod ihres Mannes 1939 alleine weiter.
  • Anerkennungsurkunde für den Hoferwerber Friedrich Westendorff vom 25. Juli 1930(Eintragung ins Grundbuch am 27.Oktober 1930)Hofbesitzerin Marie Westendorf, geb. Haase war am 5. April 1928 gestorben, Sohn Friedrich ist Anerbe(LHA Schwerin)
  • Lt. Güteradressbuch von 1928 werden die Höfe 6 und 7 unter Heinrich Starck, Inhaber Friedrich Westendorff aufgeführt. Die Höfe 6 und 7 wurden gemeinsam bewirtschaftet. Den Katen neben dem Krug hat Friedrich W. auf dem von Karl W. erworbenem Grundstück für Hofangestellte gebaut (1939 fertig, 1939-1940 Baugenehmigung zum Neubau eines Landarbeiterdoppelwohnhauses mit Stallgebäude für Friedrich Westendorff/Hufe 6
  • W. Schulmeister erinnert sich, dass auf dem Boden eine archäologische Steinsammlung des Herzogs gelagert wurde. Traktor und mehrere Klaviere Zeichen für Wohlstand nach dem Krieg
  • Annemarie W. wurde eingesperrt, weil sie heimlich nachts im Keller schlachten ließ(4-5 Mon./ nach Amnestie entlassen).
  • Anke Schellin, geb. Uhlenbrook erinnert sich, dass bei einer Hausdurchsuchung größere Mengen Fleisch- und Wurstkonserven gefunden wurden, wovon Uhlenbrooks durch die Ermittler einen Anteil als kinderreiche Familie erhielten.
  • Horst Fietze erinnert sich, dass um 1950 ein Lanz Bulldog für die Bewirtschaftung der Höfe VI und VII eingesetzt wurde. Er hatte auch miterlebt, wie der Bulldog es vom Hof nur bis zur Dorfstraße schaffte. Er musste von einem Pferdegespann abgeschleppt werden.
  • Annemarie Westendorff ging 1953 (vor dem 17.Juni) in den Westen und wurde daraufhin enteignet.
  • Erbengemeinschaft Schröder(?), Hans-Albrecht Garbe (Sohn von Marie Garbe), Winzerstr. 158,80797 München, Elisabeth Vikene, Hartweg 1c, 79790 Küssaberg-Rheinheim stellten nach 1990 Anträge zur Rückübertragung des enteigneten Vermögens. Im Rahmen des Bodenordnungsverfahrens wurden Ausgleichsflächen im Austausch für die komplette Bebauung des ehemaligen Hofgrundstückes mit Eigenheimen zur Verfügung gestellt.
  • Die Wirtschaftsfläche betrug 28 ha (weitere Flächen wurden vom Hof Baade aus Reddelich dazugepachtet).
  • Verwandtschaft zu Karl Westendorff vom Hof 2 (Großväter waren Brüder)
  • Marie Garbe (geb. Westendorff) 1923 geb., 1951 gest.
  • Charlotte W. (1924 - ?) war Sekretärin auf Gütern, nach dem Krieg im Gemeindebüro (BM Kuhlmann) und in Hamburg.
  • Elisabeth Vikene (Tochter von Annemarie Westendorff, 1930 geb.)

Hof 7

  • Chim STARCKE wurde vor 1581 geboren. Chim StarckIst auch als Jochim bekannt. Geboren wurde Chim ungefähr 1609 in Stülow. Verstorben ist er im Juli 1670 in Stülow und bestattet worden am 11.Juli 1670 in Steffenshagen. In Stülow arbeitete er zwischen 1650 und 1670 als Baumann. Chim und Grete haben 1650 in Steffenshagen geheiratet.Grete wurde ungefähr 1625 geboren. Verstorben ist Grete im November 1685 in Stülow und bestattet worden am 20.November 1685 in Steffenshagen.
  • Sohn Jochim STARCKE wurde 1654 in Stülow geboren. Er starb im Juni 1730 in Stülow. Er wurde am 10. Juni 1730 in Steffenshagen bestattet. Er heiratete Margareta MÖLLER am 12. November 1685 in Steffenshagen. (Weitere Eheschließungen: Margreta Jürges)
  • Margareta MÖLLER wurde ungefähr 1662 in Diedrichshagen bei Kröpelin, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie starb 1692 in Stülow. Sie wurde 1692 in Steffenshagen bestattet. Sie heiratete Jochim STARCKE am 12. November 1685 in Steffenshagen.
  • Sohn Jochim STARCK wurde im Mai 1689 in Stülow geboren. Er erhielt am 12. Mai 1689 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb im Februar 1763 in Stülow. Er wurde am 22. Februar 1763 in Steffenshagen bestattet. Er heiratete Liesebeth RIEFE am 22. November 1720 in Steffenshagen. (Weitere Eheschließungen: Anna Finck)
  • Liesebeth RIEFE "Liesche" wurde im Juli 1695 in Ivendorf, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 30. Juli 1695 in Parkentin die Kleinkindtaufe. Sie starb im August 1723 in Stülow. Die Todesursache war "in der Geburt nebst dem Kinde gestorben". Sie wurde am 17. August 1723 in Steffenshagen bestattet. Sie heiratete Jochim STARCK am 22. November 1720 in Steffenshagen.
  • Clas STARCK wurde im November 1721 in Stülow geboren. Er erhielt am 26. November 1721 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb nach 1792. Er heiratete Margreth FAHRENHEIM am 11. Juli 1749 in Steffenshagen. Margreth FAHRENHEIM wurde im April 1731 in Stülow geboren. Sie erhielt am 19. April 1731 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb nach 1792. Sie heiratete Clas STARCK am 11. Juli 1749 in Steffenshagen.
  • JOHANN Nieclas STARCK wurde im Oktober 1755 in Stülow geboren. Er erhielt am 31. Oktober 1755 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 18. Mai 1826 in Stülow. Die Todesursache war "Altersschwäche". Er wurde am 21. Mai 1826 in Steffenshagen bestattet. Er heiratete ENGEL Maria BULL am 15. Oktober 1778 in Steffenshagen. (Weitere Eheschließungen: Ann Marick Masch)
  • ENGEL Maria BULL wurde im Mai 1756 in Stülow geboren. Sie erhielt am 18. Mai 1756 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb am 11. August 1797 in Stülow. Die Todesursache war "Faulfieber". Sie wurde am 13. August 1797 in Steffenshagen bestattet. Sie heiratete JOHANN Nieclas STARCK am 15. Oktober 1778 in Steffenshagen.
  • Johann JOCHIM Hinrich STARCK wurde im November 1780 in Stülow geboren. Er erhielt am 11. November 1780 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 25. September 1852 in Stülow. Die Todesursache war "Ruhr". Er wurde am 29. September 1852 in Steffenshagen bestattet. Johann arbeitete 1819/1845 in Stülow als Hauswirth. Johann heiratete Magdalena Dorothea ELISABETH UTESCH Tochter von HANS Jochen UTESCH und MARGARETA Elisabeth MATTHEIFS am 20. November 1818 in Steffenshagen. Magdalena wurde am 11. August 1796 in Stülow geboren. Sie erhielt am 12. August 1796 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb am 18. November 1866 in Stülow. Sie wurde am 22. November 1866 in Steffenshagen bestattet. Magdalena wurde am 7. April 1811 in Steffenshagen konfirmiert.
  • JOHANN Heinrich Christian STARCK wurde am 6. August 1830 in Stülow geboren. Er erhielt am 7. August 1830 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 1. September 1892 in Stülow. Die Todesursache war "Schlagfluß". Er wurde am 4. September 1892 in Steffenshagen bestattet. Er heiratete LOUISA Friederica Anna Christina BORGWEDEL am 18. November 1859 in Alt Gaarz, Mecklenburg-Schwerin. LOUISA Friederica Anna Christina BORGWEDEL wurde am 31. März 1833 in Wendelstorf, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 3. April 1833 in Alt Gaarz die Kleinkindtaufe. Sie starb am 29. November 1902 in Stülow. Die Todesursache war "Wassersucht". Sie wurde am 2. Dezember 1902 in Steffenshagen bestattet. Sie heiratete JOHANN Heinrich Christian STARCK am 18. November 1859 in Alt Gaarz.
  • HEINRICH Carl Christian Martin STARCK wurde am 12. Dezember 1862 in Stülow geboren. Er erhielt am 26. Dezember 1862 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 8. März 1938 in Stülow. Er wurde am 11. März 1938 in Steffenshagen bestattet. HEINRICH wurde 1867 in Stülow, DA Doberan in einer Volkszählung erfasst. Er arbeitete 1888 in Stülow als Erbpächtersohn. Er arbeitete 1938 in Stülow als Bauer. HEINRICH heiratete Lisette Sophie Joachime BULL Tochter von Johann HEINRICH Christian BULL und CATHARINA Maria STEUSLOFF am 16. November 1888 in Steffenshagen. Lisette wurde am 2. März 1860 in Stülow geboren. Sie erhielt am 11. März 1860 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe.
  • Erbpachtvertrag mit Johann Starck vom 30. März 1872: 28 ha, 46 a, 60 m²
  • 1891 waren …Stark und 1913 H. Starck im Gemeindevorstand
  • Lt. Güteradressbuch von 1928 werden die Höfe 6 und 7 unter Heinrich Starck, Inhaber Friedrich Westendorff aufgeführt. Frau Vikene erinnert sich, dass der Hof schon lange an Westendorffs verpachtet wurde, ehe vermutlich nach 1945 der Verkauf durch die Erbengemeinschaft Starck an Annemarie Westendorff erfolgt ist.
  • Schreiben vom Amt Rostock ans Ministerium Schwerin vom 13.10.1930: Antrag Friedrich Westendorffs auf Zustimmung der Verpachtung von nr. 7 an ihn und gemeinschaftlicher Bewirtschaftung mit Hof Nr. 6(Hof 7 war bereits von 1920 - 28 an ihn verpachtet sowie von 1928-1936)
  • Friedrich Westendorff beklagt sich beim Ministerium in einem Schreiben um 1930, dass er jährlich 150 RM an den Hof 7 zahlen muß.Begründet wird das damit, dass Heinrich Starck über 70 und kriegsversehrt sei. Gegen 70 RM Gebühr wurden die Zahlungen erlassen.
  • Das Wohnhaus wurde um 1900 gebaut
  • Heute existiert nur noch das Wohnhaus und Nebengebäude, in dem Obermüllers wohnen.
  • In der ehemaligen Scheune wurden bis in die 70-iger Jahre Kälber gehalten. Nach einem Brand wurde das Gebäude abgerissen.


Hof 8

  • Christoph Heinrich Christian Sass Geboren wurde Christoph in Stülow, Mecklenburg-Schwerin. Nach 1888 arbeitete Christoph in Stülow als Erbpächter.
  • Erbpachtvertrag vom 12. Juli 1883 mit Christoph Saß: 29 ha, 30 a, 67 m²
  • Henrike Sophie Johanna Ramm.Geboren wurde Henrike am 8.Februar 1868 in Börgerende, Mecklenburg-Schwerin. Am 2.April 1882 wurde sie in Rethwisch, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert. Christoph und Henrike haben am 20.April 1888 in Rethwisch, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.
  • Marie Sophi Sass(Hauswirttochter aus Stülow) heiratete 1810 den Großvater von Heinrich Garbe(Verfasser der Chronik Garbe Steffenshagen)
  • 1885 Saß? (Gemeinderat)
  • Johann Voß 1866 geb.(gest. 1896)
  • H. Voß 1888 geb. (Sohn?)
  • Schreiben des Amtes Rostock vom 7. Januar 1919 zur Abtrennung von 1119 m² zum Straßenbau und Zuerkennung von 12 m² Unland.
  • Heinrich Maaß 1921 aus Obersteffenshagen zugezogen/eingeheiratet, Käte Maaß, geb. Voß 1899 geb.
  • Anerkennungsurkunde im LHA vom 8. Januar 1931: Übertragung Hof auf Käte Maß , geb. Saß, als Anerbin, nach dem Tod von Christoph Saß am 5. März 1930/ Eintragung im Grundbuch am 22. Januar 1931(Wert 40.000 RM, dav. 20.000 RM Inventar
  • Zeitzeugen berichten, dass Bauer Maaß zwar den besten Boden in Stülow besaß, aber ein schlechter Wirtschafter war (Indiz dafür, dass Käte Maaß Blumen in Rostock verkaufen musste); am 15.06.1951 Aussprache im Gemeinderat wegen schlechten Wirtschaftens
  • Ein Zeitzeuge berichtet, dass Käte Maaß sich verbrannt hat, bei dem Versuch ein Kleid, welches sie angezogen hatte, am Körper zu bügeln. Heinrich Maaß musste extra anspannen und nach Doberan fahren, um eine Thermoskanne voll Bohnenkaffee zu kaufen.
  • Fam. Maaß 1953 in die BRD übergesiedelt(Heinrich sen., Käte sowie Heinrich jun. mit Frau Rappia und gemeinsamen Kind)
  • 1958 Betriebsfläche mit 28,17 ha angegeben
  • Für 2 Monate vor dem 17.Juni war die Familie von Günter Garbe aus Niedersteffenshagen in Stülow auf dem Hof untergebracht, weil sein Vater enteignet werden sollte. In dieser Zeit arbeitete Günter Garbe auf dem Hof Tremp. Dies war die Zeit, als Otto Tremp in den Westen gegangen war.
  • Auch Familie von Paul Brügge aus Retschow wurde für kurze Zeit vom Hof vertrieben und war in dieser Zeit auf der Hofstelle Maaß
  • Erster Hof, der von dem ÖLB übernommen(Siehe unter Kollektivierung der Landwirtschaft). H.Schuldt von der Häuslerei 1 fütterte nach der Übersiedlung auf dem verwahrlostem Hof 1Pferd und 3-4 Kühe, die zur Notschlachtung gebracht wurden. Die Stülower brachten die Ernte ein und droschen das Getreide.
  • Bis in die 60-iger Jahre gab es als einziges Gebäude dieses Hofes nur noch die Scheune.
  • Heute ist die ehemalige Hoffläche vollständig mit Eigenheimen bebaut.


Hof 9

  • Achim BULLE ? wurde vor 1553 geboren. Achim arbeitete 1557/1603 in Stülow als Baumann.
  • Chim BULLE ? (Achim ) wurde vor 1579 geboren. Chim arbeitete 1604/1624 in Stülow als Koßate.
  • Chim BULL "Jochim Bulle" (Chim , Achim ) wurde 1618 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Er starb im Oktober 1700 in Stülow. Er wurde am 3. Oktober 1700 in Steffenshagen (82 Jahre) bestattet. Chim arbeitete 1641/1681 in Stülow als Baumann.
  • Chim heiratete Trin SCHWARCK "Trine Evers (bei der Kontribution 1656)" vor 1646 (1). Trin wurde vor 1624 geboren. Sie starb im März 1677 in Stülow. Sie wurde am 14. März 1677 in Steffenshagen bestattet. Hans BULLE war der Sohn von Chim und Trin.
  • Chim wurde vor 1625 geboren. Er starb im Mai 1691 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin. Er wurde am 13. Mai 1691 in Steffenshagen bestattet. Chim arbeitete 1660/1691 in Stülow als Baumann.
  • Jochim arbeitete in Stülow als Weber.
  • 14.10.1681 Chim Bulle in Stülow übergibt seine Stätte dem Sohn Hanß Bulle, Kinder: Anna, Liese, Trine, Grete, Engel, Jochim *18.11.1684 Chim Bulle, Altentheiler in Stülow, hatte seine Baustätte 40 Jahre bewohnt und dann dem Sohn Hanß abgetreten. Chim heiratete Cathrina MÖLLER am 18. Februar 1680 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin (2). Cathrina starb im Mai 1695 in Stülow. Sie wurde am 7. Mai 1695 in Steffenshagen bestattet
  • Der Vater von diesem Jochim Bulle war wahrscheinlich Chim Bulle, Kossat in Stülow ab 1604 (damals zuerst in der Universitätsrechnung), genannt bei der Kontribution 1625. Dessen Vater wiederum war Achim Bulle, Baumann und Kossat in Stülow, genannt in den Universitätsrechnungen 1557 und 1585 bis 1603. Daneben gab es ab 1592 einen Kossaten Chim Bulle in Reddelich.

Quelle: Dr. Christian Rothe

  • Hans BULLE (Chim BULL , Chim , Achim ) wurde 1646 in Stülow geboren. Er starb im Mai 1731 in Stülow. Er wurde am 23. Mai 1731 in Steffenshagen (nach gehaltener Leichenpredigt) bestattet. Hans arbeitete 1681/1717 in Stülow als Baumann. Hans heiratete Abel MÖLLER am 4. November 1681 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin (1). Abel starb im Juni 1686 in Stülow. Sie wurde am 16. Juni 1686 in Steffenshagen bestattet. Sie hatten die folgenden Kinder: Jochim Bulle
  • Hans heiratete Maria UTESCH Tochter von Hans UTESCH und Thrien VICK am 18. November 1686 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin (2). Maria wurde im April 1663 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 21. April 1663 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb im Juli 1743 in Stülow. Sie wurde am 18. Juli 1743 in Steffenshagen (nach erhaltener Leichenpredigt) bestattet.
  • Sohn Hans BULL wurde im August 1687 in Stülow geboren. Er erhielt am 28. August 1687 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb nach 1753. Er heiratete Maria STARCK am 19. November 1717. (Weitere Eheschließungen: Gret Trempe)
  • Maria STARCK wurde im November 1694 in Stülow geboren. Sie erhielt am 18. November 1694 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb im Oktober 1751 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin. Sie wurde am 8. Oktober 1751 in Steffenshagen (nach gehaltener Leichenpredigt) bestattet. Sie heiratete Hans BULL am 19. November 1717 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • JOACHIM Hinrich BULL [Eltern] wurde im Oktober 1718 in Stülow geboren. Er erhielt am 17. Oktober 1718 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb vor 1792. JOACHIM arbeitete 1751 in Stülow als Knecht beim Vater. Er arbeitete 1753 in Stülow als Hauswirth. Er starb vor 1792. Er heiratete MARIA Margretha MATTHEIFS am 27. Oktober 1752 in Steffenshagen. MARIA Margretha MATTHEIFS [Eltern] "Mari" wurde im Dezember 1728 in Brodhagen, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 19. Dezember 1728 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb nach 1792. Sie heiratete JOACHIM Hinrich BULL am 27. Oktober 1752 in Steffenshagen.
  • Sohn Hans HINRICH BULL wurde im Dezember 1753 in Stülow geboren. Er erhielt am 5. Dezember 1753 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 25. Februar 1837 in Stülow. Die Todesursache war "Altersschwäche". Er wurde am 1. März 1837 in Steffenshagen bestattet. Er heiratete ANNA Elisabeth STARCK am 23. Oktober 1778 in Steffenshagen. ANNA Elisabeth STARCK wurde im August 1758 in Stülow geboren. Sie erhielt am 28. August 1758 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb am 17. März 1832 in Stülow. Die Todesursache war "Asthma". Sie wurde am 20. März 1832 in Steffenshagen bestattet. Sie heiratete Hans HINRICH BULL am 23. Oktober 1778 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Sohn JOHANN Joachim Heinrich BULL wurde am 15. September 1784 in Stülow geboren. Er erhielt am 15. September 1784 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 31. Januar 1875 in Stülow. Die Todesursache war "Altersschwäche". Er wurde am 4. Februar 1875 in Steffenshagen bestattet. Er heiratete ANNA Catharina Margaretha FRAHM am 9. November 1810 in Steffenshagen. ANNA Catharina Margaretha FRAHM wurde am 6. Dezember 1787 in Nieder Steffenshagen geboren. Sie erhielt am 8. Dezember 1787 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb vor 1875. Sie heiratete JOHANN Joachim Heinrich BULL am 9. November 1810 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin.
  • Sohn Johann HEINRICH Christian BULL wurde am 29. April 1814 in Stülow geboren. Er erhielt am 1. Mai 1814 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 15. Mai 1888 in Stülow. Er wurde im Mai 1888 in Steffenshagen bestattet. Er heiratete CATHARINA Maria STEUSLOFF am 24. November 1854 in Steffenshagen. CATHARINA Maria STEUSLOFF wurde am 23. April 1822 in Ivendorf, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 23. April 1822 in Parkentin die Kleinkindtaufe. Sie starb am 11. April 1890 in Stülow. Sie wurde im April 1890 in Steffenshagen bestattet. Sie heiratete Johann HEINRICH Christian BULL am 24. November 1854 in Steffenshagen.
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen
  • Erbpachtvrtrag mit Heinrich Bull vom 19. Februar 1872: 27 ha, 90 a, 89 m²
  • Sohn JOHANN Carl Heinrich BULL wurde am 17. Februar 1862 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Er erhielt am 26. Februar1862 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 29/30. April 1939 in Stülow. Die Todesursache war "Herzschlag". Er wurde am 3. Mai 1939 in Steffenshagen bestattet. JOHANN leistete 1883 in Schwerin den Wehrdienst als Grenadier. Er arbeitete 1887 in Stülow als Katenmann und Gehöftserbe. Er arbeitete 1891/1912 in Stülow als Erbpächter. Er wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 9) in einer Volkszählung erfasst.Er arbeitete in Stülow als Bürgermeister (12 Jahre). Er arbeitete 1939 in Stülow als Bauer. (5Tage vor seinem Tod am 25. April 1939 starb sein Sohn Bruno ebenfalls an Herzschlag)
  • JOHANN heiratete MARIE Henriette Auguste STARCK Tochter von JOHANN Heinrich Christian STARCK und LOUISA Friederica Anna Christina BORGWEDEL am 22. April 1887 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin (1). MARIE wurde am 14. Juni 1861 in Stülow geboren. Sie erhielt am 21. Juni 1861 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Sie starb am 4. August 1887 in Stülow. Sie wurde am 7. August 1887 in Steffenshagen bestattet. MARIE wurde 1867 in Stülow, DA Doberan in einer Volkszählung erfasst. Sie wurde am 23. April 1876 in Steffenshagen konfirmiert.
  • JOHANN heiratete Frieda Maria Caroline GRIESE Tochter von Heinrich Christoph Friedrich GRIESE und Sophia Maria Caroline WESTENDORF am 22. November 1889 in Steffenshagen(2). Frieda wurde am 1. März 1868 in Dorf Glashagen, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie starb am 21. Oktober 1894 in Stülow. Sie wurde am 24. Oktober 1894 in Steffenshagen bestattet. Frieda wohnte 1889 in Dorf Glashagen. Sie hatten die folgenden Kinder:
  • EMMI Henriette Erna Lisbeth BULL
  • MARIA Johanna Elise BULL wurde am 13. Juni 1892 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren 1. Sie erhielt am 17. Juli 1892 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. MARIA wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 9) in einer Volkszählung erfasst.
  • JOHANN heiratete ANNA Catharina Caroline VON IVEN Tochter von Mstr. Theodor FRIEDRICH Bernhard VON IVEN und Wilhelmine Marie Sophie KREMPIEN am 6. Juli 1897 in Doberan, Mecklenburg-Schwerin (3). ANNA wurde am 6. Juli 1875 in Doberan, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 25. Juli 1875 in Doberan die Kleinkindtaufe. Sie starb am 29. Oktober 1924. Sie wurde 1924 in Steffenshagen bestattet. ANNA wohnte 1897 in Doberan. Sie wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 9) in einer Volkszählung erfasst.
  • EMMI Henriette Erna Lisbeth BULL (wurde am 11. Februar 1891 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Sie erhielt am 1. März 1891 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. EMMI wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 9) in einer Volkszählung erfasst. EMMI heiratete Carl Friedrich Wilhelm MAX GARTENSCHLAEGER(Bahnmeister aus Waren)
  • BRUNO Max Heinrich BULL wurde am 19. Dezember 1899 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Er erhielt am 21. Januar 1900 in Steffenshagen die Kleinkindtaufe. Er starb am 25. April 1939 in Stülow, Mecklenburg. Die Todesursache war "Herzschlag". Er wurde am 28. April 1939 in Bad Doberan bestattet. BRUNO wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (Erbpachtgehöft Nr. 9) in einer Volkszählung erfasst. Er wurde am 5. April 1914 in Steffenshagen konfirmiert. Er arbeitete 1933 in Stülow als Landwirt.
  • Olga Bull , geb. Losehand,1925 aus Brühl Bruno B. geheiratet (wurde 1945 verhaftet, weil sie Jagdgewehre ihres Mannes in den Dorfteich warf/1954 nach Amnestie weißhaarig entlassen )
  • Hans Joachim Bull 1925 - 2006 / wurde mit 19 Jahren eingezogen, Verwundung mit Beinamputation, hat nach Übersiedlung 1953 nach Hamburg (Bauern wurde bei Nichterfüllung des Solls mit Enteignung gedroht) im Versorgungsamt als Spediteur bis zur Rente gearbeitet/ Ehefrau war die Kinderärztin Frau Dr. Bull aus Bad Doberan, die in der DDR blieb/ Tochter ist die Augenärztin Frau Dr. Marlis Rohmann aus Bad Doberan/ Sohn Andreas wohnt neben Elbrechts im Stülower Weg.
  • Bruno Horst Bull (eigentlich Bruno Adolf Horst Hermann Bull) geboren 17. März 1933 in Stülow, Mecklenburg ist ein deutscher Schriftsteller, Dichter und Kinder- und Jugendbuchautor. Bruno Horst Bull wurde als Sohn des Landwirts Bruno Max Heinrich Bull und seiner Frau Olga Elisabeth Johanna Losehand in Stülow in Mecklenburg geboren. Er kam 1956 in die Bundesrepublik Deutschland und studierte Germanistik und Kunstgeschichte, später auch Theater- und Zeitungswissenschaften in Freiburg im Breisgau und in München. Als Autor veröffentlichte er Märchen, Kindergedichte und Lyrik in fünf Anthologien sowie in Kalendern, Zeitschriften und Tageszeitungen. Kindergedichte von Bruno Horst Bull finden sich in vielen Kinderzeitschriften und im Kinderfunk. Seit 1964 veröffentlichte Bull, auch als Herausgeber, mehr als 70 Kinderbücher, darunter mehrere Sammelbände. Viele seiner Werke richten sich nicht nur an Kinder, sondern auch an Eltern, Lehrer, Pädagogen und andere Erwachsene( [https://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Horst_Bull).
  • 1917 Schreiben des Finanzministeriums zur Abtrennung von 3149 m² für den Straßenbau und Zuerkennung von1900 m² von unbrauchbarem Land und 10 m² Gemeindeland. Nachtrag des Finanzministeriums vom 8. januar 1919: 27 ha, 78 a 50 m²
  • 1936 Baugenehmigung zum Bau einer Autogarage für B. Bull/Bauerngut 9, 1938 zum Bau eines Hühnerstalles und 1939 zum Umbau einer Speisekammer
  • Während des 2. Weltkrieges wurde der Hof von Karl Westendorf mitbewirtschaftet.
  • Bulls waren gute Pferdezüchter und nahmen auch an den Bauernrennen auf der Doberaner Rennbahn teil.
  • 1958 wird die ehemals bewirtschaftete Fläche mit 22,59 ha angegeben
  • Der zum Hof gehörende Katen befand sich am Ortsausgang rechts Richtung Glashagen. Hier wohnte zuletzt Familie Erichson.
  • Heute existieren noch das Wohnhaus und der ehemalige Schweinestall mit Speicher. Alles wurde 2009/10 komplett von Familie Kirchhoff saniert. Somit ist im Dorfkern von Stülow ein sehr ansehnliches Grundstück entstanden(Foto).
  • Der Acker ist an einen Landwirt Möller aus Bad Bramstedt verpachtet.


Hof 10

  • Erbpachtvertrag mit Joachim Westendorff vom 24. März 1881 über 30 ha, 42 a, 77 m²
  • Nach dem Tod von Joachim Westendorff am 4. Juli 1897 wurde der Hof an den Sohn Franz Westendorff übergeben
  • Franz Westendorffgehörte auch Hof 2. Der dazugehörige Katen stand auf den Grundmauern der Häuslerei 5.
  • Auf der Dorfversammlung vom 1. Mai 1907 wurde unter Anwesenheit des Amtshauptmanns von Plessen bekanntgegeben, dass die Hofstelle in 6 Büdnereien und 5 Häuslereien aufgeteilt werden soll.
  • Als er Margarete Behrens heiraten wollte, brauchte er Geld. Daraufhin wurde die Bauernstelle in 6 Büdnereien aufgeteilt (um 1908)
  • Zeitungsanzeige vom 10. Mai 1908: Verkauf von 2 Büdnereien und Häuslereien Aus der von mir parzellierten Hufe Nr. X zu Stülow sind noch 2 Büdnereien sowie einige Häuslereien unter günstigen Verkaufsbedingungen abzugeben, Fr. Westendorff

(Quelle: „Krausesche Fundchronik“ – Stadtarchiv Rostock)

Badenmühle

  • Siehe Übersicht zur regionalen Einordnung: http://www.emecklenburg.de/Mecklenburg/l31.php?ot=Badenm%C3%BChle&amt=DA%20Doberan
  • Südlich von Doberan liegt eine Wassermühle, die heute als Hotel und Ferienwohnung dient. Der zur Mühle gehörende Mühlenteich wird durch den Quellbach gespeist. Dieser nimmt im berühmten Glashäger Quellental seinen Anfang und vereint sich bei Stülow mit dem nördlicher gelegenem Stülower Bach und fließt schließlich durch die Doberaner Klosteranlagen, wo er sich mit dem Bollhagener Fließ und dem Althöfer Bach vereint. Im Sommer 1859 war es auch der Quellbach, der in Folge eines Wolkenbruches einem Gebirgsbach gleich anschwoll und Verheerungen in Doberan anrichtete.
  • Der Name Badenmühle soll vom Mühlenteich und dessen Zufluss abstammen, der bei Wassermühlen Bade genannt wurde.
  • Lt. Barnewitz 1925(Siehe oben): ... in Hohenfelde die sogenannte „Bademühle“ (Ihr Inhaber wird der Bademüller genannt, dies ist damals direkt der Familienname). Zu dieser gehören zwei Hufen, Ihr Inhaber ist Meier und zahlt für die Mühle zwei Drömt Roggen und zwei Drömt Gerste Pacht. Auch die letzteren 2 Mühlen müssen von den Inhabern erhalten werden.
  • Bereits 1312 als die Rostocker die Dörfer um Doberan überfielen, hieß die Mühle Bodenmole. Der damalige Müller Heinrich (Henricus) verlor bei diesem Überfall Mühlengeräte im Wert von zwei Mark.

(Quelle: Familienforschung Masch, https://www.wilsen.de/tag/bademoller , und weiter unter Link Henricius – MUB3520 – Schäden unter Glashagen)

  • Lt. Auflistung der Besitztümer des Klosters Doberan nach der Säkularisierung 1552 war die Mühle (Hohenfelde) gehörte die Mühle den Mönchen.
  • Nach 1693 hieß der Müller Daniel Bademöller, als dieser 1703 verstarb, heiratete Hans Tide, Sohn des Müllers Jacob Tiede zu Doberan, dessen Witwe. Hans Tiedes Sohn Jacob übernahm die Mühle 1737 und führte sie bis zu seinem Tod 1750. Nachfolger wurde Adolph Siemß. Bereits 1765 wurde Johann Christian Tiede, Enkel des Lindenkrügers Christian Tiede zu Doberan, Müllermeister. 1790 heiratete der Müller Johann Friedrich Haase seine Tochter Maria Magdalena Tiede. Ungefähr 1805 übernahm der Hamburger Erbmüller Schröder die Badenmühle bis mindestens 1820.
  • 1874 wurde Christian Westendorf Erbmüller der Badenmühle, nach dessen Tod 1901 übernahm sein Bruder Wilhelm das Geschäft.Geboren wurde Christian am 8.November 1841 in Hohenfelde, Parkentin, Mecklenburg-Schwerin und am 14.November 1841 in Parkentin, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist Christian am 3.Oktober 1901 in Badenmühle, Mecklenburg-Schwerin und am 6.Oktober 1901 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden. Christian starb an “Magenleiden”.In Badenmühle arbeitete Christian als Erbmüller.
  • Wilhelm Christoph Jahann Westendorf Ist auch als Wilhelm Johann Christian bekannt. Geboren wurde Wilhelm am 7.Juli 1853 in Hohenfelde, Parkentin, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 17.Juli 1853 in Parkentin, Mecklenburg-Schwerin.In Glashagen arbeitete er nach 1875 als Büdner, in Mandelshagen nach 1891 als Erbpächter, in Hohenfelde nach 1900 als Landmann und Gehöftspächter, in Badenmühle nach 1905 als Erbmüller und nach 1919 arbeitete er in Rostock.
  • 1704 Tide, Hans, 26, Müller; - Engel Posseels, 31 E.; Kinder: Hinrich 10, Daniel 3, Junge Hans Specht? Knechte: Jacob Pentzin und Frens Dassow, Mägde: Maria Fahrenheids 20 und Gret Mundes 28
  • 1751 Mühlenmeister Adolph Christoph Siehmsen, E, K: Hans Hinr. Reinick, Kuhhirt Simon Reinik, D: Anna Hellern im Katen: Hans Waack, E Joch. Aahrens, E (Quelle: Beichtkinderverzeichnisse Kreisarchiv Bad Doberan)
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen zur Badenmühle:
  • Bei F.L. Röper (Geschichte und Anekdoten von Dobberan in Mecklenburg – Dobberan 1808) ist folgendes zu lesen: „ Die Bademühle, eine gute viertel Meile von Dobberan, wo man eben das, was auf der Altenhöver Mühle zu haben ist, bekommen, und auch im Freien seinen Tee trinken kann. Die größte Annehmlichkeit dieser Partie besteht aber in dem Wege, welcher dahin führet, zumal wenn man den Fußsteig durchs Holz geht.“
  • 1884 und 1904 ist für die Badenmühle eine Kalkbrennerei angegeben.
  • 1909 Karte (Mohr) Ziegelei eingezeichnet
  • Richard Westendorf wurde 1900 in Stülow, DA Doberan (bei Onkel Christian Westendorf, Erbmühlengehöft Badenmühle) in einer Volkszählung erfasst.
  • 1900 großes Stall- und Scheunengebäude von Ch. Westendorf errichtet
  • lt. W. Schulmeister(Häuslerei 5) wurde vor 1933 Korn gemahlen und es gab eine Bäckerei mit Verkauf und zum Backen von eigenem Teig.Bei einem Besuch der Bäckerei hinterließ er auf einem Plattenkuchen seinen Fußabdruck)
  • Lt. Herbert Steinke (war mit seiner Familie als Flüchtling aus Ostpreußen im März 1945 zur Badenmühle gekommen) wurde 1945 bis zur Strombelieferung im August Roggen gemahlen und Brot gebacken (Bäcker aus Stülow – Flüchtling)
  • von Wilhelm und Berta Ross, geb. Trost aus Hohenfelde 1931 übernommen
  • 1944 Genehmigung zum Neubau einer Toilette für Wilhelm Roß/Badenmühle(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • 1953 wurde die Familie Hagedorn aus Wittenbeck von ihrem Hof vertrieben und auf die Badenmühle umgesiedelt(Siehe unter Vertreibung)
  • Von Erich Ross, Helga Ross (gest.?), Verkauf nach Rückübertragung an Dr. Neumann(Ferienpension/Konzerte)
  • 2013 Detlef Elgeti und Frau betreiben die Badenmühle als Pension und auch die Flächen im Zusammenhang mit der GbR in Ziesendorf sowie etwas Mutterkuhhaltung und Pferdezucht
  • 2014 wurde sämtliches Grünland umgebrochen und neu angesät. Das Grünland soll überwiegend zur Silageproduktion für die GbR Ziesendorf genutzt werden. Es entsteht ein Reitplatz. Detlef Elgeti ist ein erfahrener Vielseitigkeitsreiter.
  • 2014, 22. Oktober Gespräch mit dem Ehepaar Neumann: Dr. Neumann ließ den Stauteich(Bade) ausbaggern, was er dann bereute und erneut auffüllen ließ, damit das Wasser wieder wunschgemäß abfließen konnte. Dabei gelangte er zu der Erkenntnis, dass der Teich etwa 1m/100 Jahre mit dem angeschwemmten Sand erhöht wurde.
  • Siehe auch unter:

Büdnereien

Büdnereien:

1753 (14.März) «Patent zur Neuansiedlung von Büdnereien». Das Ansiedlungsedikt des Herzogs Christian Ludwig von Mecklenburg regelte die Einrichtung von Büdnereien im Domanium, um die Menschen an Haus und Scholle zu binden und der Auswanderung entgegenzuwirken. Büdner war ein kleiner Bauer, der in den Anfängen nur eine „Bude“, etwas Gartenland und Weiderecht besaß. Im 19. Jahrhundert konnte er seine Wirtschaftsfläche bedeutend erweitern. Im Büdnerbrief waren die Rechte und Pflichten geregelt. Büdner wurden meist Handwerker, die Landwirtschaft anfangs im Nebenerwerb betrieben.

Um 1908 sind die sechs Büdnereien in Stülow durch Aufteilung der Bauernstelle 10 (Franz Westendorff) entstanden(2,5-5,6 ha LF je Stelle). Später erhielt jeder Büdner ca. 3 ha im Zuge der Bodenreform vom Hof Glashagen hinzu.




Büdnerei Nr. 1

  • Johann und Wilhelmine Thielke 1907 aus Reddelich zugezogen (Stellmacher, half viel auf dem Hof 6)
  • Karl und Anna Zöllick sowie Willy und Ilse Zöllick, geb. Marx 1936 aus Jürgenshagen (Foto von Karl) Büdnerei übernommen
  • 1908: 2,9 ha/1954: 7,74 ha LN (wurden 1961 nach dem tödlichen Motorradunfall von Willy Z. der LPG übertragen)
  • 1939 Genehmigung Anbau Schweinestall für K. Zöllick/Büdnerei 1, 1947 zum Neubau einer Scheune (Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • Willy Z. arbeitete 1954 bis 1958 in der Büdnerei, danach beim Rat der Stadt Bad Doberan.
  • Willy Z. war viele Jahre im Gemeinderat von Stülow, u. a. als SV Bürgermeister aktiv.
  • 1962 Umzug von Ilse Z. mit den Kindern Wilfried und Marita nach Bad Doberan
  • Heute wohnen hier die Familien Horst und Carsten Fietze (Stellmacherei).


Büdnerei Nr. 2

  • Johann Reinke (Großvater von Erika Westendorf, geb. Frese) aus Glashagen 1908 Büdnerei aufgebaut
  • Berta Frese, geb. Reinke (1886 geb.) 1916 aus Schwerin zugezogen
  • Paul Trost und Frau Erna, geb. Jürß aus Bartenshagen 1936 Büdnerei übernommen (22.000 Mark), Sohn Joachim 1922 geb. ist im 2. Weltkrieg gefallen. Paul Trost, geb. 15.02. 1899 starb am 21.Februar 1978 als er bei Schneetreiben von der Silberhochzeitsfeier von Fritz Trost aus Bartenshagen auf dem Heimweg war. Bis zum Stülower Krug wurden Paul und ErnaTrost mit dem Auto gebracht. Da aber der Büdnerweg mit dem Auto nicht mehr passierbar war, gingen sie zu Fuß weiter. Er wurde mit Bargeld und Papieren in den Sarg gelegt, worauf der Sarg zusammen mit Probst Ehlers nochmal geöffnet wurde.
  • 1908 3,6 ha, 1954 7,50 ha LN
  • Neben dem Wohnhaus besteht noch ein teilweise verfallenes Wirtschaftsgebäude.
  • Heute wohnt hier die Familie Lothar Gründling.
  • Grabstelle von Paul und Erna Trost ist in Parkentin
  • Erlebnisse aus eigenem Erleben(Peter Becker) bei Arbeiten auf der Büdnerei(Kartoffel sammeln, Eggen, Rüben verladen, „ümmer eben Peiter“, wenn beim Kutschieren die Pferde zu schnell waren)


Büdnerei Nr. 3

  • Lt. Erika W. haben die Brüder Carl und Jochen Reinke aus Glashagen die Büdnerei aufgebaut und später an Hennings verkauft.
  • Martin(1884 in Glashagen geb.) und Pauline(1882 in Hohenfelde geb.) 1908 Büdnerei im Rohbau übernommen, Sohn Hans 1908 geb., Willi Hennings (1915 – 1971) und Frau Anneliese(2010 gest.)/ Kinder: Ludwig(1940 geb.), Angret und Christina(12.11.1947 geb.)/ weitere Kinder Hans (Erna Dedow aus Clausdorf geheiratet, Kinder Karl-Heinz und Christel- veh. Krause) und Emmi (Siehe Hochzeitsbild. Heinrich Hennings, 1868 in Stülow geboren, hatte mit Ehefrau Anna aus Glashagen die Büdnerei 11 in Glashagen, später im EMB als Altenteiler auf der Büdnerei 12 aufgeführt, 1896 gest. /Auguste Hennings, 1879 geb. Arbeiterin auf der Büdnerei 11) (verwandt? Frau Krause konnte es nicht beantworten, auch nicht, ob Hennings ursprünglich aus Stülow stammen)
  • Hennings waren die bedeutendsten Pferdezüchter in Stülow (regelm. Teilnahme von Martin und den Söhnen Willi und Hans an Bauernrennen, Martin besaß eine Reitlizenz, Willi diente bei der Kavallerie)
  • Martin und Willi Hennings waren reine Landwirte.
  • Von Woborschils (Adolf,…, Renate, Peter - bis dahin im Quellental gewohnt) 1954 übernommen
  • 1908 3,7 ha,1954: 8,57 ha LN

Büdnerei Nr. 4

  • Otto Heinrich Krohn, Geboren wurde Otto am 18.Oktober 1882 in Kröpelin, Mecklenburg-Schwerin und dort auch am 3.November 1882 getauft. Nach 1920 arbeitete er in Stülow als Büdner.
  • Wilhelmine Maria Elisabeth Harms/Wilhelmine wurde am 21.Januar 1888 in Neu Hohenfelde, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 12.Februar 1888 in Althof, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Otto und Wilhelmine haben am 29.April 1910 in Althof, Mecklenburg-Schwerin geheiratet. Kinder:
  • Hans Hermann Franz Friedrich Krohn, geboren wurde Hans am 1.März 1910 in Neu Hohenfelde, Mecklenburg-Schwerin und am 27.März 1910 in Althof, Mecklenburg-Schwerin getauft. Verstorben ist er am 25.September 1918 in Neu Hohenfelde, Mecklenburg-Schwerin und am 28.September 1918 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin bestattet worden.
  • Gertrud Carla Liesbeth KrohnGeboren wurde Gertrud am 20.März 1911 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 16.April 1911 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Else Maria Krohn, geboren wurde Else am 18.September 1915 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und am 17.Oktober 1915 in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.
  • Von Otto Krohn aus Glashagen und Wilhelmine Krohn aus Hohenfelde 1910 von … übernommen
  • Am 06.01.1924 wurde Otto Krohn zum Dorfschulzen gewählt
  • Gertrud K. aus Stülow 1911 geb.
  • Else Krohn aus Stülow 1915geb.
  • Paul, Else, Ingrid und Helga Schippmann 1949 aus Doberan gekommen
  • 1908 3,7 ha, 1954 8,51 ha LN
  • Otto Krohn war 1960 3 Tage eingesperrt, weil er sich weigerte, der LPG beizutreten
  • Lt. Ingrid Helmanzik, geb. Schippmann wollten die Büdner nicht in die LPG, auch nicht in eine LPG Typ I, weil sie u. a. nicht mit den Bauern Tremp und Ross zusammenarbeiten wollten.
  • Heute wohnt hier Familie Kopsch
  • Das Komplexgebäude (Wohngebäude und Viehhaus) ist noch sehr gut erhalten

Büdnerei Nr. 5

  • Der Häusler und Zimmermann Heinrich Junge aus Rethwisch wird im Grundbuch am 12.Juli 1909 als Eigentümer der Büdnerei Nr. 5 ausgewiesen(Siehe Urkunde)
  • Paul Jürß aus Brunshaupten 1911 Büdnerei von Carl Drewing gekauft(Siehe Urkunden)
  • Ernst Jürß 1912 geb.
  • Paul Ludwig (Hanning?) Jürß 1920 geb., Elfriede Jürß 1922geb.
  • 1908 3,7 ha, 1954 6,30 ha LN
  • Auf der Ratssitzung der Stadt Bad Doberan vom 22.06.1962 wird die Übergabe der Büdnerei von dem Rentner Paul Jürß auf den Genossenschaftsbauern Hans Ludwig Jürß bestätigt.
  • heute bewohnt von Familie Denk


Büdnerei Nr. 6

  • Wilhelm Johann Heinrich Schlapmann, ist auch als Hermann Carl Friedrich Wilhelm Schlapmann bekannt. Geboren wurde Wilhelm am 20.März 1876 in Upost, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 13.April 1876 in Levin, Mecklenburg-Schwerin. In Reinshagen arbeitete er 1900 als Stellmachergeselle und in Stülow arbeitete er nach 1919 als Büdner (Büdnerei Nr.6).
  • Frieda Henrike Christine Winter, geboren wurde Frieda am 12.August 1886 in Hanstorf, Mecklenburg-Schwerin und dort auch am 5.September 1886 getauft. Verstorben ist Frieda in Stülow, Mecklenburg-Schwerin am 31.Dezember 1958.
  • Wilhelm und Frieda haben am 29.April 1905 in Althof, Mecklenburg-Schwerin geheiratet. Kinder:
  • Ewald Wilhelm Gustav Schlapmann, geboren wurde Ewald am 7.März 1907 in Hohenfelde, Parkentin, Mecklenburg-Schwerin und am 31.März 1907 in Althof, Mecklenburg-Schwerin getauft. 1921 wurde er in Steffenshagen, Mecklenburg-Schwerin konfirmiert. Nach 1937 arbeitete er in Stülow als Landwirt.
  • Gertrud Emmi Helene Johanna Luise Schmedemann, geboren wurde Gertrud am 3.August 1909 in Rostock, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 24.August 1909 in Rostock St.Marien, Mecklenburg-Schwerin. Kinder: Lisa Schlapmann, geboren wurde Lisa am 1.Februar 1937 in Stülow, Mecklenburg-Schwerin und getauft am 3.Februar 1937 in Rostock Heiligen Geist, Mecklenburg-Schwerin. Verstorben ist sie am 8.Februar 1937 in Rostock, Mecklenburg-Schwerin und bestattet worden am 15.Februar 1937 in Rostock Heiligen Geist, Mecklenburg-Schwerin. Als Todesursache wurde „Lebensschwäche“ angegeben.

Wilhelm, Frieda und Ewald(Sohn) Schlapmann aus Hohenfelde 1908 übernommen (Stellmacherei und Landwirtschaft)

  • Gertrud Schlapmann, geb. Schmedemann aus Reddelich 1935 eingeheiratet
  • Töchter Reni (später Frau von Bäcker Hübsch) und Ingrid (Frau von Eckardt Elbrecht)
  • Ewald Schl. war gelernter Elektriker (Arbeitserleichterung durch motorisierte Maschinen wie Rübenschneider, Häckselmaschine, Kartoffelrummel)
  • Vor Eintritt in die LPG wurde seitens des Rates der Stadt massiver Druck ausgeübt, auch die Kinder in der Schule wurden einbezogen. Nach indirekter Androhung der Verhaftung über einen unbekannten Mittelsmann beugten sich Schlapmanns dem Druck.

Häuslereien

Durch Siedlungsbewegungen im Domanium entstanden Häuslereien, mit dem Ziel, der drohenden Landflucht von Handwerkern, Tagelöhnern und Einliegern vorzubeugen(Kammerzirkular vom 18. mai 1846). So konnten genannte seßhaft werden, indem durch die Flächenbewirtschaftung von 2000 m² die Ernährungsgrundlage der Familie verbessert wurde. Zu den Häuslereien gehörte ein eigenes Haus mit Land für einen Garten und zur Kleintierhaltung. Es bildete sich die soziale Schicht der Häusler heraus. Ihre Erwerbsquelle war die Tätigkeit als Landarbeiter bei den Bauern, als Arbeiter in der Forst oder beim Gleis- und Straßenbau sowie auch als Handwerker.


Häuslerei 1

  • 1882 W. Meister(Hof 3)begründet die 1. Häuslerei in Stülow
  • Juni1885 Zimmermann Friedrich Wendelborn zu Doberan
  • Oktober 1885 Büdner Christoph Bull aus Reddelich
  • 1893 Arbeitsmann Jochen Hoppe zu Stülow. 600 M Hypothek 1909, lt. Grundsteuerliste 1949 und 1950 Sophie Hoppe als Häuslereibesitzerin aufgeführt
  • Familie Schuldt seit 1948(von Griese aus Reddelich-Brusow übernommen)
  • Ehepaar Weber Frau Weber hat in den 1960-er Jahren Milch ausgegeben und war Kindergärtnerin(Siehe Kindergarten)
  • Familie Rex um 1980 Eigentümer
  • Von 1953 - 1960 arbeitete Hans Schuldt auf der Ziegelei(Siehe unter Hof 3).
  • Später in der LPG war er Traktorist, u. a. auch Kranfahrer, später mit Frau Elisabeth im Kälberstall in Stülow.
  • 1979 bekamen beide von der LPG eine Auszeichnungsreise in die Sowjetunion geschenkt.



Häuslerei 2

1891 gab es eine Dachpappenfabrik(Quelle: Raabe, Mecklenburgische Vaterlandskunde) – deshalb wurde das Haus im Volksmund auch Pappkaten genannt.

  • Hinrich und Sohn Ernst Lembke 1908 eingezogen (Maurer)
  • Willi L. 1911 geb. (Zimmermann)
  • Waldemar Lembke- Gärtner bis ca. 1953/ aktiv in der Volkssolidarität
  • am Haus wird als Baujahr 1922 angegeben, bezieht sich vermutlich nur auf den Anbau

Häuslerei 3

  • 17.05.1909 erste Grundbucheintragung auf Heinrich Vick/1914 auf Joachim Wulff (Joachim Wulff – 1863 geb./Emma Wulf, geb. Sass – 1875 geb. – beide 1914 aus Lichtenhagen zugezogen, wahrscheinlich Haus vorher gebaut
  • ursprünglich 2-Familienhaus mit Gildemeister)/Westendorff
  • Karl Westendorff zog nach der Rückkehr aus dem Westen und dem Verkauf der Hofstelle Nr. 2 mit Frau Gertrud und Sohn Peter hier ein. Er arbeitete bis zur Rente als Krankenfahrer beim DRK.
  • 1954-58 Baugenehmigung zum Ausbau zweier Dachzimmer für Gertrud Westendorff/Häuslerei 3(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • Heute wohnt hier Klaus Pape.

Häuslerei 4

  • 17.05.1909 erste Grundbucheintragung auf Johann Seehase
  • 1914 auf Heinrich Selk in Neubukow
  • August 1918 auf Hans Stuhr zu Schlemmin
  • November 1918 Heinrich Vullert(Heinrich und Anna Vullert, geb. Vogler – 1878 – beide 1915 aus Rostock zugezogen wahrscheinlich nach Bau des Hauses)
  • 1938 Belastung mit 1000 DM für Betty Westendorf
  • 1945 (nach dem Krieg) abgebrannt (Witwe Vullert soll das Haus selbst angesteckt haben)
  • 195-47 Baugenehmigung zur Wiederherstellung des durch Brandschaden beschädigten Gebäudes für Anna Vullert/Häuslrei Nr. 4(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • 1950 von Familie Becker nach Wiederaufbau bezogen(26.01.1950 angemeldet/Peter Becker erst ab dem 03.04.1950 in Stülow)
  • Seit 1992 wohnen hier Anja und Thomas Richardt. Anja ist die Tochter von Edeltraut und Peter Becker, die auf dem Häuslereigrundstück 1993 ein Eigenheim gebaut haben.
  • Erinnerungen von Peter Becker, Jahrgang 1947 an die Kinder- und Jugendzeit in Stülow:
  • Aufgewachsen bin ich in Stülow(seit 1950), Häuslerei Nr. 4, als Sohn von Elfriede und Wilhelm Becker zusammen mit den drei Geschwistern Gerd-Willi, Elke und Hiltrud.
  • Häuslereien in den Dörfern waren ca. 2000m² große Grundstücke, die meist von Handwerkern mit ihren Familien bewirtschaftet wurden. Es gab einen großen Garten und eine kleine Tierhaltung mit zumeist Ziegen, Schweinen und Geflügel. Zudem wurden weitere Ackerflächen(ca. 150 Quadratruten=500m²) von der Gemeinde hinzu gepachtet. Die Flächen waren erforderlich, um das Futter für die Viehhaltung zu gewinnen. Häusler bewirtschafteten auch Chausseegräben zur Futtergewinnung. Das hatte auch den Effekt, dass die Gräben gepflegt waren und somit auch der Abfluss von Niederschlagswasser gewährleistet war.
  • Nahrungsmittel selbst zu erzeugen, war absolut notwendig, um unsere Familie zu ernähren. Das Einkommen meines Vaters als Maurer hätte bei weitem nicht ausgereicht.
  • Willi Becker beim Ausmisten(um 1960):
Bild 7 Häusl.jpg
  • Hausschlachtungen:
  • Jedes Jahr im Winter wurden ein bis zwei selbst gemästete Schweine geschlachtet. Das war immer ein besonderes Erlebnis. Auf der einen Seite gab es größtenteils leckere Fleisch- und Wurstwaren, es war aber auch mit viel Arbeit verbunden, alles zu verarbeiten. Unangenehme Erinnerungen sind die fettverschmierten Türdrücker u. a. Gegenstände und die schlechten Gerüche, als die Därme gereinigt wurden. Nicht hinschauen konnte ich, wenn Blutwurst hergestellt wurde oder wenn meine Mutter die rohe Wurstmasse abgeschmeckt hat, auch die „Schnuten und Poten“ im Schwarzsauer waren nicht nach meinem Geschmack.
  • Meine Mutter, aufgewachsen auf einem Bauernhof in Hastorf, war eine ausgesprochene Spezialistin in Sachen Kochen Backen und Fleisch verarbeiten. Als junges Mädchen war sie in „Stellung“ auf dem Gut in Ziesendorf. In einem dicken Kochbuch wurden jede Menge Rezepte notiert. Legendär war ihr Gulasch, den es oft bei festlichen Anlässen gab.
  • Meine Mutter(r.) zus. mit der Nachbarin Trude Westendorff/ Da diese in Stülow geboren und aufgewachsen ist, die Poststelle inne hatte und auch sonst sehr freundlich und aufgeschlossen war, kann sie auch als „Stülower Original“ bezeichnet werden(Siehe auch unter Chronik Höfe 5 und 2 sowie Häuslerei 3).:
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  • Fleisch- und Wurstwaren:
    • Eisbein und versch. Fleischstücke(gepökelt)
    • Filet(eingeweckt)
    • Schinken und Speck(geräuchert)
    • Leberwurst(im Darm, frisch u. geräuchert/eingeweckt)
    • Mettwurst(im Darm, geräuchert/eingeweckt)
    • Bratwurst(im Darm, geräuchert)
    • Presskopf(im Darm, geräuchert/eingeweckt)
    • Blut- und Grützwurst
    • Apfelgrieben
    • Schwarzsauer
  • Mir schmeckten am besten die verschiedenen Braten, die Leber- und Bratwürste sowie die Apfelgrieben. Besonders die Bratwürste, lange Kringel im Darm, waren sehr lecker. Sie wurden mit Salzkartoffeln und einer speziellen Soße, die mit braunen Pfeffernüssen hergestellt wurde, gegessen. Apfelgrieben waren beliebt als Belag für das Pausenbrot.
  • Vormittags kam Schlachter Fabel aus Bad Doberan. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Moment der Tötung des Schweines. Der Schlachter betäubte das Tier mit einem Bolzenschussgerät und stach mit einem Messer in den Hals. Oma war dann sofort zur Stelle, um das Blut zu rühren und ein Gerinnen zu verhindern. Das geschlachtete und ausgenommene Schwein wurde dann auf eine Leiter zum Auskühlen aufgehängt. Meist wurden in Stülow noch weitere Schweine geschlachtet Am späten Nachmittag kam dann der Schlachter noch einmal zum „Zuhauen“. Unsere Sorge war immer, dass er noch nicht zu viele Schnäpse getrunken hatte(Jahre später kam es zum Unfall mit dem Fahrrad nach Bad Doberan mit Todesfolge) Meine Mutter und Oma waren die maßgebenden Akteure bei der Fleischverarbeitung. Wir übrigen waren die Assistenten, die Fleisch durch den Wolf drehen mussten, Wurst stopfen und dgl. Abends gab es vom Schwein Brägen zusammen mit Gehacktem und Schmalzäpfel, die Erwachsenen aßen auch Wellfleisch.
  • Mitarbeit in der Landwirtschaft:
  • Landwirtschaftliche Tätigkeiten waren unmittelbarer Bestandteil meiner Jugendzeit. Das lag vielleicht in meinen Genen, denn ich wurde ja als Sohn einer Bauerstochter auf dem Hof in Hastorf geboren.
  • In der eigenen Hauswirtschaft musste die Gartenarbeit erledigt werden, das Vieh war zu versorgen und die Feldarbeit musste bewältigt werden.
  • Eine Herausforderung für meinen Vater war die Feldarbeit auf den gepachteten Flächen. Pferdegespanne mussten von den Bauern, nach 1960 von der LPG ausgeliehen werden, um die Arbeiten erledigen zu können. Er war dann ziemlich angespannt, weil er mit der Maurerkelle besser umgehen konnte als mit Pflug und Egge. Auch war es oftmals eine ziemliche Bettelei, um ein Gespann zu bekommen oder auch einen Termin zum Dreschen zu erhalten. Ich war aber so gut ich konnte seine rechte Hand. Schon seit frühester Kindheit habe ich mich für bäuerliche Tätigkeiten interessiert. Besonders die Arbeit mit Pferden war faszinierend. Wenn ich die Leine halten durfte oder reiten konnte, war ich selig. Das war schon auf dem Hof in Hastorf so und später dann auch in Stülow. Nach der Schule und der Erledigung von Hausaufgaben zog es mich zu den Gespannführern der LPG. Die hatten nichts dagegen. Ich war ja auch eine gern angenommene Hilfe.
  • Auf den eigenen Pachtflächen wurden Roggen als Futter für die Schweine, Hafergemenge als Hühnerfutter und Kartoffel für die Schweine und als Esskartoffel angebaut. Zur Erntezeit zog die ganze Familie aufs Feld. Mein Vater mähte das Getreide. Der Roggen wurde so gemäht, dass die Menge pro Garbe per Hand von der noch zu mähenden Fläche abgenommen werden musste, um sie dann zum Binden abzulegen. Nach dem Binden der Garben wurden diese zu Hocken aufgestellt. Der Hafer wurde so gemäht, dass die Menge für eine Garbe während des Mähprozesses abgelegt wurde. In schlechter Erinnerung sind die oft reichlich vorhandenen Disteln geblieben. Trotz allem hat die Arbeit auch Spaß gemacht. Man war als Familie bei gemeinsamer Arbeit in der Natur, hat gepicknickt und war stolz, wenn die Arbeit geschafft war. Zur Erntezeit waren im Dorf viele Erntehelfer von Nöten. Die Häusler waren auch verpflichtet, als Gegenleistung für die Inanspruchnahme von Gespannen und Technik den Bauern zu helfen. Mein Vater half beim Einfahren und dem Drusch des Getreides. Ich war auch mittendrin. Gerne hatte ich die Zügel in der Hand, um den Leiterwagen von Hocke zu Hocke zu fahren, wenn die Getreidegarben direkt zum Drusch oder zur Zwischenlagerung in die Scheunen gefahren wurden. Auch gab es kunstvoll gepackte Kornmieten auf dem Druschplatz. Oft habe ich auch zugeschaut, wenn mit dem Mähbinder mit vier Pferden davor das Getreide gemäht wurde.
  • Zur Kartoffelernte im Herbst waren wir Kinder als Sammler heiß umworben. So konnten wir auswählen, zu welchem Bauern oder Büdner wir zuerst gingen. Wichtigstes Kriterium war das Essensangebot. Wer zum Mittagessen z.B. leckeren Hähnchenbraten auf den Tisch brachte, hatte gute Karten. Wir Kinder konnten durch das Kartoffelsammeln unser Taschengeld aufbessern. Ich kann von mir behaupten, dass ich sehr ehrgeizig war. Besonders als von Stundenlohn (1Mark/Std.) auf Leistungslohn (..Pf./Kiepe) umgestellt wurde, konnte ich vergleichsweise viel Geld verdienen. Ich wurde einmal sogar mi etwa 10 Jahren in einem Zeitungsartikel als bester Kartoffelsammler geehrt.
  • Waren die Erntearbeiten beendet, gab es im Herbst ein Erntefest. Ein Jungbulle wurde geschlachtet, um Bockwurst herzustellen. Gefeiert wurde im Stülower Krug. Paul Schulmeister machte Tanzmusik auf der Treckfidel. Wir Kinder saßen auf einer Holzbank im Saal.
  • Der Anbau von Zucker- und Runkelrüben war eine aufwändige, mit viel Handarbeit verbundene Arbeit. Im Frühjahr mussten die in Reihe gesäten Rüben gehackt und vereinzelt werden. Da waren mehrere Arbeitsgänge von Nöten:
  1. Hacken zwischen den Reihen zur Unkrautbekämpfung
  2. „Verhauen“ , Rübenpflanzen weghacken, so dass in etwa 30cm Abstand ca. fünf übrigblieben
  3. „Verziehen“, per Hand, so dass alle 30cm nur die kräftigste Pflanze übrigblieb(Kinderarbeit)
  4. „Rundhacke“, wenn die Pflanzen soweit entwickelt waren, dass sie mit den Blättern die Ackerfläche fast bedeckten, wurde die Fläche abschließend gehackt bzw. sichtbares Unkraut wurde gejätet.
  • Wenn alles erledigt war und der Bauer keine Beanstandungen hatte, wurde das vereinbarte Geld ausgezahlt.
  • Bei der Ernte der Zuckerrüben im Herbst waren wir erneut auf dem Acker. Vater und Mutter zogen die Rüben mittels eines Rübenhebers aus der Erde und legten sie in Reihen ab. Ich war beeindruckt, wie meine Eltern zügig und rhythmisch diese anstrengende Arbeit bewältigten. Dann wurde mit einem Spaten das Blattwerk in einem Stück abgestochen. Mit der Forke wurde es dann zur Futtergewinnung auf kleine Haufen geworfen. Wir Kinder hatten die Aufgabe, die Rüben in drei bis vier Meter Abständen auf Haufen zu werfen.
  • Bei der Aufteilung der Chausseegräben kamen wir wohl zu spät, denn unser Abschnitt lag in etwa drei km Entfernung im Bereich des Retschower Waldes. Es war so natürlich sehr aufwändig, wenn zum Mähen, Heu bereiten und zum Heimtransport mit dem Handwagen die Entfernung zurückzulegen war. Süße Walderdbeeren haben etwas entschädigt. Wenn es in aller Frühe zum Gras mähen ging, waren zuvor die Sensen für meinen Vater, meinem Bruder und mich gut geschärft(gedengelt) worden. Für alle war es schwierig, durch die Hanglage der Gräben das Gras zu mähen. Das erforderte schon einiges Geschick und war sehr anstrengend.
  • Im Retschower Wald haben wir für den Winter Holz gesammelt. Erlaubt war nur „Knüppelholz“ von Windbruch. Ich erinnere mich, dass schon mal etwas dickere Stämme dran glauben mussten, allerdings mit „Schiß“ vor dem Förster. Auch haben wir etliche Säcke voller Fichtenzapfen gesammelt. Zum Heizen des Waschkessels wurden auch kleine Bündel mit Sträuchern gefertigt.
  • Gartenarbeit war immer ein Thema, denn der Garten war riesig. Es gab Obstbäume und Sträucher. Angebaut wurde Gemüse aber auch Futter für die Tiere. Wir Kinder haben oft mitgeholfen. Stachelbeeren und Johannisbeeren waren zu pflücken. Auch bei den Bestell- und Pflegearbeiten waren wir dabei. Das geerntete Obst und Gemüse musste verarbeitet werden. Es wurde eingeweckt, Marmelade und Saft bereitet.


  • Speisenauswahl:
  • Bei uns zu Hause gab es meist einfache aber schmackhafte Kost, darunter etliche typisch Mecklenburger Gerichte zu essen:
    • „Himmel und Erde“
    • Birnen und Klöße
    • Eintöpfe
    • Rippenbraten
    • Klöße
    • Spargelsuppe
    • Schwarzsauer
    • Kartoffelpuffer
    • „Klaarbotter“
    • Obstsuppen
    • Wassersuppe
    • Geflügelgerichte
    • Milchsuppen
    • Muskartoffel mit Buttermilch
    • Buttermilchkaltschale
    • Dicke Milch
    • Götterspeise
    • Sauerampfer
    • Dicke Bohnen
    • Eisbein
    • Klopfschinken
    • Senfei
    • Rote Grütze
    • Erbsen und Wurzeln
  • Dorfleben
  • Es war aber auch immer Zeit zum Spielen mit den Nachbarskindern:
    • Versteckspielen im Dunkeln
    • Straßenspiele wie „Herr Fischer, Herr Fischer wie tief ist das Wasser?“ oder „Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?“
    • Ballspiele(Fußball, Völkerball, Federball)
    • Höhlen bauen
    • In Scheunen toben
    • Schlittschuh laufen
    • Schlitten fahren
  • Wenn wir abends nicht pünktlich nach Hause kamen, pfiff mein Vater auf vier Fingern, worauf wir sofort losrannten. Die Spielkameraden haben uns dann gerne verspottet.


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Häuslerei 5

  • auf dem Fundament des Katens von Hof10 1910 neu aufgebaut – von wem?)
  • 1910 als ein Komplex mit gleicher Flucht und äußerer Gestaltung als Anbau am Wohngebäude auf Felsenfundamenten erbaut

Häuslerei Nr. 5 /Flur 1, Flurst. 69/2 /Liegensch.-B-Nr. 521/ Grundbuchblatt 16 1208,- m²

  • (Paul Schulmeister 1921 mit Ehefrau Emma, geb. Struck aus Neu-Hohenfelde zugezogen, seit 1922 im Grundbuch eingetragen – gemeinsam mit der Ehefrau erworben /Haese 1924/Scheibner 1981)
  • 1928 Elektroanschluss
  • Einheitswertbescheid von 1935: 1130,- RM, dar. 920,- RM für den Grundstücksteil
  • 1949 Kraftstromanschluss (Tenne)
  • 1976 Wasseranschluss
  • Im Haus wohnten bis etwa 1970 noch Julius Haese und Frau Ida.
  • Frau Schulmeister, Frau Haese und Frau Reimer (ehem. Schule) waren Schwestern,
  • Schulmeisters hatten 3 Söhne (Hans – 1921-97, Willy, Paul – 1923-36)
  • Paul Sch. war Maurer (durch Neubau Wohnhaus Bull zur Maurerlehre 1906-1909 animiert), Dorfpolizist, Fußballschiedsrichter, Musikant, Eieraufkäufer, Konsumgehilfe, Mann für alle Fälle. (weitere Informationen unter Familien)
  • Seit 1981 wohnt hier die Familie von Lothar Scheibner und Frau Heike(Tochter von Horst und Christel Fietze/Siehe unter Familien)


Häuslerei 6

Das jetzige Haus Nr.10 war das Wohnhaus des Hofes 10 und wurde nach der Aufgabe der Hofstelle Nr. 10 1908 und den danach beginnenden Betrieb einer Gastwirtschaft zur Häuslerei Nr. 6 erklärt(siehe unter Gastwirtschaft).

Häuslerei 7

  • Ursprünglich Katen zu Hof 6, später als Häuslerei deklariert
  • Hier wohnten u. a. die Familien Brandt, Rosenkranz, Krause, Kalischke, Klein
  • Auf dem Dachboden waren Büroräume der Gemeinde und LPG.
  • Heute(2017) wohnen hier die Familien von Andreas Obermüller und Dieter Gerullis

Häuslerei 8

  • Hugo (1878 – 1935) und Agnes (1881 – 1938) von Tschirky und Bögendorf (Hühnerbaron)
  • Kaufantrag von Bauland vom Gemeinderat 1927 angenommen für 12 M/Rute, zusammen mit Haacke, Haus ca. 1929/30 gebaut(1936 Baugenehmigung für Barin von Tschirschky-Bögendorff zur Vergrößerung des Wohnraums - Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan), übersiedelten Mitte der 30-iger nach Schlesien (Majoratserbe)
  • Danach lebten hier verschiedene Familien, u. a. auch Flüchtlinge,1947 bis ca. 1950 haben Hans und Erika Westendorff hier gewohnt(Karl und Klaus wurden hier geboren).
  • Familie Hess kam zum Ende des 2. Weltkrieges mit einem Pferdewagen aus Ostpreußen (haben all die bekannten Schrecken erlebt), gingen zunächst nach Rothenmoor, wo sie auf Bodenreformland siedelten, später wechselten sie im Tausch mit Familie Riemer von der Ziegelei nach Stülow, der Vater von Frau Müller betrieb einen Pferdehandel, so konnten sie das Haus von Tschirky … 1950 kaufen (Müllers wohnen seit 1955 auch hier), in der Häuslerei wurden Geflügel, Schweine und Ziegen gehalten, mit einem Pferd betrieb Herr Hess einen Fuhrbetrieb



Häuslerei 9

  • 1937 gebaut von Büdner und Maurer Reinke(Büdnerei 2)
  • 1938-39 Genehmigung zum Neubau einer Garage für J. Reinke/Häuslerei Nr. 9(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)

Häuslerei 10

Frese/Westendorff/ 1931 Ackerverkauf neben Haacke für 10 M/Rute an Büdner Reinke mit der Maßgabe, dass keine Mietswohnungen gebaut werden/1937 fertig gestellt (außer Reinkes/Emmi Harms und Westendorffs wohnten hier auch Lorchs, Prof. Gierke, Tiedzaks, Petzels u. a.)

  • 1936 Baugenehmigung zum Neubau eines Wohnhauses für Berta Frese/Häuslerei 10(Quelle : Kreisarchiv Bad Doberan)
  • Erika Westendorff war Lehrerin an der Pestalozzi-Schule in Bad Doberan.
  • Sie schrieb um 2000 mehrere Beiträge für die Doberaner Jahrbücher.
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Häuslerei 11

Haus Hedwig (Hedwig war Willi Oldenburgs erste Frau)/ Maurer Willi Oldenburg, Großvater von Inge Behrend/Wallraff/Credo (Baujahr1938/39)

  • 1936 Baugenehmigung zum Anbau eines Windfangs für Hedwig Oldenburg7Häuslerei 11(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)



Häuslerei 12

  • lt. Karte letztes Grundstück Richtung Westen (hinter 8 und einem Gemeindegrundstück)
  • Der Vater der Fuhrunternehmerin Tiedtke hatte dieses Grundstück gekauft.
  • Zur Bebauung kam es wegen des 2. Weltkrieges nicht.
  • Das Grundstück wurde durch das Fuhrunternehmen Tiedtke/Dahlmann lange Jahre genutzt.


Häuslerei 13

  • 1938 Baugenehmigung zum Neubau eines Wohnhauses für Willy Lembke/Nr. 13(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • von Willy Lembke 1938 gebaut(hatte vorher in der Häuslerei 9 gewohnt
  • Robert Bringmann – Amtshauptmann – lt. E. West. 1932 Landrat in Wismar/war SPD-Mitglied, hatte Verbindungen zu Willy Brandt, war in der Nazizeit inhaftiert(Siehe Zeitungsartikel) Luftschutzwart
  • Emil Effland (keine Nachkommen mehr dort)
  • Elfriede Märtin, geb. Tremp
  • Eigentümerin Angelika Bathke, geb. Tremp

Häuslerei 14

  • Es ist nicht bekannt, ob es früher Bewerber für dieses Grundstück gegeben hat.
  • Eine Bebauung ist erst nach 1990 durch Familie Michael Zeug erfolgt.

Weiter hier zuzurechnen:

Reichsheimstätte (Wohnungsbauprogramm während der NS-Zeit)

  • (1. Haus am Kellerswald)Haacke/Zeug( Reichsheimstatt 1/ Franz Haacke , 31.10.1895 geb. und Luisa Haacke, geb. Pingel – 19.11.1896 geb. – beide1928 aus Rostock zugezogen, nach Fertigstellung des Baus, und 1932 nach Doberan verzogen und Küsterstelle nach Arbeitslosigkeit angenommen, 1938 wieder zurückgezogen) Schon um 1925 wurde Franz Haacke Ziegler auf dem Hof 3(hatte den Beruf bei seinem Onkel in Elmschenhagen/Kiel gelernt). Die Ziegel für den Bau des Hauses hat er selbst gebrannt, die Maurer schimpften, weil die Ziegel sehr rau waren
  • Fotos: Hausansichten und Kaufvertrag des Grundstücks von der Gemeinde Stülow:


Bahnwärterhaus

  • Bahnwärterhaus Baujahr um 1901 nach Bauzeichnung von 1899 im Zusammenhang mit dem Bau der Bahnstrecke 1883(lt. Heißel war Bahnstrecke bereits1863/64 eröffnet worden, war zunächst Privatbahn, eher sie 1890 von der Generaldirektion der Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Bahn übernommen wurde).
  • Das Haus entstand zur Betreibung einer Schranke(lt. Schröders Töchter waren Bestandteile der Schranke auch nach dem Brückenbau noch lange vorhanden).
  • Hier wohnte seit 1940 der Schrankenwärter Rudolph Schröder mit seiner Familie(Frau Hedwig, Sohn Hans, Töchter Ingrid und Karin).

Familien

Die Familien Fietze und Hanisch wohnten vor der Vertreibung 1945 gemeinsam in einem Haus(Schnitterkaten) in Straßburg/Deutsch Nettkow an der Oder.

  • Horst Fietze erinnert sich noch gut an die Geburt von Hans-Dieter Hanisch und daran, dass ihm gesagt wurde, Frau Hanisch hätte so geschrien, weil der Storch sie ins Bein gebissen hätte.
  • Fietzes haben Schlimmes nach der Vertreibung durchgemacht. Nachdem sie den Durchzug der Sowjets heil überstanden hatten, wurden sie von den Polen ausgewiesen und zogen mit dem Handwagen planlos durch die Dörfer. Der Urgroßvater wurde erschossen, die Urgroßmutter musste blind zurückgelassen werden. Der Großvater wurde mit gebrochenem Bein auf dem Handwagen transportiert.
  • Verwandtschaftliche Verhältnisse:
    • Max Fietze(30.05.1900 – 18.12.1958); Marta Fietze(16.10.1908 – 24.07.1996)Fietzes kamen im Dezember 1945 nach Stülow. Zuvor lebten sie in Notunterkünften in Bad Doberan(Goetheschule, Kurhaus, herzogl. Villa/Quarantäne). Sie wohnten zunächst auf dem Dachboden auf dem Hof 5(Böges), dann sehr beengt mit den Großeltern im Katen vom Hof Böge.Fietze arbeiteten auf dem Hof.
    • Horst Fietze(1938 geb.) ist z. Z.(2017) der am längsten in Stülow lebende Einwohner.
    • Frieda König(30.10.1903-2.2.1988) und Max Fietze waren Geschwister, daher Kinder von Max und Frieda Cousins und Cousine.
    • Königs kamen 1945 zuerst in Stülow zur Büdnerei Jürß. Wolfgang wurde zuvor auf der Flucht geboren. Die Schwestern Leonie und Christa waren älter. Der Vater war während oder nach dem Krieg ums Leben gekommen. Später wohnten Königs im „Pappkaten“(Häuslerei 2)
    • Erwin Tyzak(18.02.1928-18.06.2013) heiratete Leonie König (früh gest.), lebte zuletzt mit Elli Holm, geb. Fietze zus.
    • Erwin Tyzaks Sohn ist Arno T./Walter T. war der Sohn von Bruno T. (Bruder von Erwin)
  • Familie Fietze wohnt heute in der ehem. Büdnerei 1. Vater Horst, Sohn Carsten und Enkelsohn David betreiben an diesem Standort eine Stellmacherei und Tischlerei.
OZ vom 29./30. Dez. 2018


Familie Günter Obermüller

Günter Obermüller, Sohn von Konrad Obermüller(Ziegelei) hat 19... Liesel Gransow? geheiratet. Liesel... hat auf dem Hof 2 als Magd gearbeitet. Familie Obermüller wohnte später auf dem Hof 7(Fotos). Günter O. war Traktorist in der LPG. Obermüllers haben vier Söhne(Hartmut, Christian, ...., Harald)

Familie Paul Schulmeister

P. Schulmeister, ein Stülower Orginal mit Treckfidel


Lt. Familienforschung Masch(Quelle):

  • August Heinrich Martin Adolf Schulmeister, August wurde in Doberan am 6.Juni 1864 geboren und dort am 16.Juni 1864 getauft. Er wurde 1879 in Doberan konfirmiert. Er ist nach 1920 verstorben. Er arbeitete 1900 in Bartenshagen als Arbeiter, 1911 in Hohenfelde als Arbeiter und 1920 in Rostock als Gastwirt. August gründete eine weitere Familie mit Anna Marie Sophie Grimnitz.
  • Wilhelmine Sophia Joachime Masch, geboren wurde Wilhelmine am 19.April 1864 in Ivendorf und getauft am 5.Mai 1864 in Parkentin, Mecklenburg-Schwerin. 1878 wurde Wilhelmine in Hanstorf konfirmiert. Verstorben ist Wilhelmine am 8.Juli 1899 in Sülze und bestattet worden am 11.Juli 1899 in Parkentin.
  • August und Wilhelmine haben am 6.April 1888 in Hanstorf geheiratet.

Kinder:

  • Emma Christine Caroline Schulmeister, geboren wurde Emma am 24.Juli 1888 in Ivendorf und am 12.August 1888 in Hanstorf getauft. Verstorben ist sie 1970.
  • Paul Johann Heinrich Schulmeister, geboren wurde Paul am 21.Mai 1890 in Allershagen und am 8.Juni 1890 in Parkentin getauft.

Er war Maurer.

  • Emma Christina Carolina Struck, geboren wurde Emma am 3.Dezember 1892 in Rabenhorst, Mecklenburg-Schwerin und am 18.Dezember 1892 in Rethwisch, Mecklenburg-Schwerin getauft. In Althof, Mecklenburg-Schwerin wurde sie am 24.März 1907 konfirmiert. 1920 arbeitete sie in Rabenhorst als Stütze.
  • Paul und Emma haben am 16.April 1920 in Althof, Mecklenburg-Schwerin geheiratet(Kinder u.a. unter Häuslerei 5.)
  • Mit elf wurde Paul Sch. Schäferjunge, der leicht lernte und deshalb in vielen Schulstunden Futter für des Lehrers Vieh bereitete und deshalb von der Schule im Sommer beurlaubt wurde, um von morgens um sechs bis zum Sonnenuntergang Schafe zu hüten. Er schlief zusammen mit dem Kuhjungen auf einer Pritsche im Pferdestall, ritt auf dem Schafbock, der den Bauern nicht an sich rankommen ließ und kaufte sich von seinem ersten Schäferjungenjahreslohn eine alte Treckfidel und suchte sich Ton für Ton zu: Nun danket alle Gott(Siehe Zeitungsartikel von Peter Schneider in der OZ vom 16/17. März 1974)
  • um 1905 Interesse am Maurerberuf als er beim Bau des Wohnhauses auf Hof 9 (Bull) in Stülow zusah und fasziniert war; Bauer Bull bot Paul Sch. 5 Mark, wenn er auf dem Dachfirst des neu gebauten Wohnhauses entlangläuft. …schnell verdientes Geld
  • 1906-1909 Maurerlehre, Gesellenprüfung beim Bauunternehmer Albrecht in Doberan
  • Hat in den Folgejahren viel bei Restaurierungsarbeiten am Münster mitgearbeitet
  • 1914 Schütze im Jägerregiment
  • 1916 Vorsitzender der Gemeindevertretung Hohenfelde(?)
  • 1920 Hochzeit mit Emma Struck
  • 1921 mit Frau Emma(1892-1970) von Hohenfelde nach Stülow gezogen; ältester Sohn Hans geboren (t 1997)
  • 1922 2. Sohn Willy geboren
  • 1923 3. Sohn Paul geboren (t 1936)
  • 24.01.1940 Bauunternehmer Paul Schulmeister wird zum Gemeinderat ernannt (bis 1942). –lt. Protokoll der Gemeinderatssitzung-
  • 1945 P. Schulmeister wandelt seinen ehemals selbst eingeritzten Spruch auf einem Balken der Scheune Bull ab: Gott schütze uns vor Sturm und Wind …und vor Arbeitern, die langsam sind
  • 02.11.1946 neue Gemeindevertretung (SV Schriftführer: Schulmeister)
  • 22.04.1947 Festlegung von Gehältern (Gemeindebote Schulmeister 100 RM/Monat)
  • 17.01.1951 Reparaturauftrag für Schulscheune an Bauunternehmer Schulmeister
  • 10.07.1953 P. Schulmeister wird zum Vors. der Gemeindevertretung gewählt
  • 06.04.1956 Umbau des Gemeindehauses nach den Vorschlägen von Paul Schulmeister beschlossen( Maurerarbeiten Schulmeister)
  • 17.05.1956 Der Rat der Gemeinde Stülow beschließt den Anschluss der Gemeinde an Bad Doberan( unterschrieben von Schulmeister als Vorsitzenden der Gemeindevertretung und Westendorf als Bürgermeister)
  • Paul Schulmeister veranstaltet mit Stülower Jungs (Regensteins, Crulls) heimlich auf seinem Boden Luftgewehrschießen mit selbst hergestellter Munition.
  • Schulmeisters hatten in den 1950-iger Jahren eine Seidenraupenzucht
  • Paul Schulmeister hat in Stülow bis ins hohe Alter kleinere Maurerarbeiten ausgeführt, auch am Tempel des Quellentales hat er Erhaltungsarbeiten vorgenommen(Siehe auch Artikel in der OZ zum Kindergarten).
  • Er wurde beansprucht für Reparaturen aller Art. So kürzte er für einen Nachbarn die Schlafzimmerbetten, die in der falschen Länge geliefert worden waren. Allerdings war er ein wenig zu schnell, denn die Konsumverkaufsstelle entschuldigte sich später für die falsche Auslieferung.
  • Paul Schulmeister war auch Ortseiererfasser(1960-iger Jahre) und hat Strom abgelesen auch den Konsumverkäuferinnen hat er unter die Arme gegriffen.
  • Unentbehrlich war Paul Schulmeister als Treckfidelmusikant. Er spielte bei Familienfeiern und allen möglichen sonstigen Anlässen(Siehe Bilder). Zeitzeugen wissen zu berichten, dass es vorkam, dass er im Stülower Krug auf Wunsch der Gäste musizieren musste, obwohl „vornehmere“ Musik zur Verfügung stand.
  • Den Unmut der Skatspieler zog sich Paul Schulmeister zu, als er einst beim Preisskat im Stülower Krug mit 4 Buben auf der Hand passte.
  • Noch auf dem Sterbebett(1981) hat er mit den Krankenschwestern gescherzt.
  • Hans Schulmeister(1921-1997) war Schriftsteller(Quelle Homepage BS-Verlag, Rostock):
    • Er begann als Soldat des 2. Weltkrieges mit literarischer Arbeit. Neben der beruflichen Arbeit leitete er den Zirkel schreibender Arbeiter des VEB Schiffselektronik in Rostock. Seine eigene literarische Arbeit stellte er für diese Gemeinschaft oft zurück. Hans Schulmeister erhielt den "Preis für künstlerisches Volkschaffen" und war Mitglied im "Bund Niederdeutscher Autoren e. V."
    • Autor von:
  1. ... und allen Wintern sei verziehen ... / Schulmeister, Hans. - Rostock : Verl. BS, 2005
  2. Tage zwischen gestern und morgen/ Schulmeister, Hans. - [Rostock] : Verl. BS, 2005
  3. Spuren/ Schulmeister, Hans. - Kückenshagen : Scheunen-Verl., c 1999

Hans beschrieb eine wahre Begebenheit aus seinem Elternhaus: "Die Kuh im Keller"

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Infrastruktur

Strom, Wasser, Gas

  • Stromversorgung Am 11.März 1913 findet eine Dorfversammlung zur Elektrifizierung statt. Die Erbpächter 1-7 geben den Bedarf an Kraft- und Lichtstrom in kw an (Siehe Protokollkopie) 1928 wird die Häuslerei 5 ans Netz angeschlossen.
  • Zentrale Wasserversorgung seit 1976
  • Abwassersystem, 1990/91 im Zusammenhang mit der Erschließung des Weidengrundes zentrales Abwassersystem mit Klärteich entstanden, 2008 Druckleitung bis in die Büdnerreihe 1 im Zusammenhang mit der Erschließung des Baugrundstückes gegenüber entstanden, 2011 aufgrund schlechter Abwasserwerte Verlegung der Abwasserleitung nach Bad Doberan (Krankenhaus)
  • Erdgasversorgung (seit 1994)

Straßenbau

  • Zum Chausseebau Doberan - Retschow sind dem Landeshauptarchiv Schwerin, Az. 5.12-3/1 23 371 Stülow betreffend folgende Informationen entnommen worden:
    • Im Schreiben vom 5.7.1909 wird durch das Großh. Amt Doberan der Chausseebau begründet: Danach habe die gewählte Streckenführung gegenüber der Route über Hohenfelde nach Retschow mehrere Vorteile, zumal die Gemeinde Hohenfelde dagegen sei. Es könne die Anbindung von Stülow sowie Hof- und Dorf Glashagen erfolgen. Außerdem sei dies durch den starken Ziegeleiverkehr erforderlich.
    • Gründung eines Wegeverbandes, bestehend aus dem Amt Doberan(zuständig für die Domäne Retschow), die Großh. Haushalts-Forst-Inspektion Rostock Doberan sowie die Gemeinden Stülow, Glashagen und Retschow
    • Die Gemeinde Stülow wollte 1,5 km für den Bau und die Unterhaltung übernehmen, wobei der Erbpächter Meister(Nr. 3)für 0,5 km der Gemeinde Entschädigung zahlen sollte, durch den Tod des Erbpächters dies aber nicht durchgesetzt wurde.Erbhofbesitzer Baller vom Hof Glashagen übernahm zusätzlich zu den 0,75 km weitere 0,25, die restlichen 0,25 km übernahm die Gemeinde Stülow(insgesamt1,25).Da das Amt den Vorschlag zur anteiligen Erhöhung der Steuern für die Ziegelei als Ausgleich ablehnte, wurde schließlich der Differenzbetrag von der Großherz. Kasse übernommen.
    • Es wird die Notwendigkeit einer schienenfreien Kreuzung der Bahn betont(20.000 M).
    • neben der Landeshilfe aufzubringende Kosten: gesamt: 42.000 M, dav. Stülow 7.500 M
    • Kosten der Brücke nur durch Großherzogl. Generaleisenbahndirektion zu tragen
    • In versch. Schreiben wird auf das Problem des Brückenbaus eingegangen, auch eine Untertunnelung wurde in Betracht gezogen.
    • Satzung vom 12. März 1912 für den Wegeverband der Chaussee Doberan-Retschow
      • Ausführung und Projektierung durch Landbaumeister Voss
      • Aufbringung der Baukosten: "Die über die Landeshülfe hinaus erforderlich werdenden Kosten mit Ausnahme der auf 18.000+11.342 M veranschlagten Kosten für die Herstellung der schienenfreien Kreuzung bei der Ziegelei Stülow werden von den Beteiligten nach folgendem Verhältnis aufgebracht: die Großh. Haushaltsverwaltung für Hof Retschow und Forst 2298 Teile,die Stadt Doberan , 1278 Teile, Stülow 1021 Teile, Hof Glashagen 1021 Teile, Dorf Glashagen 511 Teile, Dorf Retschow 1021 Teile
      • Kosten für den Brückenbau: 18.000 M; für die Umleitung der Chaussee von 125,7 m 11.342 M(Summe:29.342 M); Kostendeckung: Eisenbahnmittel, Mittel des Großh. Haushalts, der Stadt Doberan und Hof Glashagen; 250 M /km jährliche Unterhaltungskosten(Anteil Stülow 1041 Teile); Grund und Boden ist von den Beteiligten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
    • Jeweils im Frühjahr und Herbst werden amtliche Straßenbesichtigungen vorgenommen und protokolliert.
    • Es liegen vor der Abnahmebericht vom 18.Dezember 1914 und der endgültige Abnahmebericht der Großh. Verwaltungskommission vom 17. Dezember 1915(die Erledigung der Restarbeiten lt. Protokoll vom 18. Dezember 1914 bestätigt)
    • Schreiben Baurat Voss vom 21.10.1916 zur Besichtigung der Nebenchaussee Doberan-Retschow; Feststellungen:
  1. Die Chaussee wird im allgemeinen ordnungsmäßig unterhalten.
  2. Die Reinigung der unbesteinten Teile des Planums ist fortzusetzen. Die höheren Böschungen zwischen Doberan und Retschow sind teilweise stark durch Vieh zertreten und müssen bei passender Witterung wieder eingeebnet werden.
  • 1910 verpflichten sich die Erbpächter Nr.2 Westendorf, Nr. 9 Bull, Nr. 1 Bull, Nr. 8 Saß und Nr. 4 Stuhr der Gemeinde unentgeltlich Land für den Straßenbau zur Verfügung zu stellen
  • Im Rostocker Anzeiger 2899 vom September 1910: Eisenbahnbrücke Chaussee Doberan Retschow Doberan vom 27.September 1910
  • In der Rats- und Bürgerausschusssitzung trug der Magistrat ein Schreiben des großherzoglichen Amtes vor. Aus diesem ergibt sich, dass das Großherzogliche Ministerium sich wegen Überführung der Chaussee Doberan – Retschow über den Körper der Bahn Doberan-Wismar bei Stülow dahin entschieden hat, dass die Brückenanlage selbst von der General-Eisenbahndirektion zu errichten ist. Zu den Mehrkosten der Umleitung der Chaussee ist der größere Teil gleichfalls von der Generaldirektion zu tragen, während von den Interessenten etwa 2000 Mark neben den anteilmäßigen Unterhaltungskosten aufzubringen sind. Nachdem die Verwaltungsbehörde des Großherzoglichen Haushalts als auch die Gutsverwaltung Hof Glashagen ihr Einverständnis zur Tragung der Kosten von 750 bzw. 500 Mark erteilt haben, beschloss man einstimmig von Seiten der Stadt gleichfalls die geforderten 750 Mark beizutragen und die weiteren etwa entstehenden Kosten anteilmäßig zu übernehmen
  • 1912 ist der Straßenbau von Doberan nach Retschow Thema in den Gemeinderatssitzungen
  • Verlauf der Straße von Doberan nach Stülow vor dem Brückenbau 1920 unterhalb des Berges über das jetzige Gelände des Pappkatens mitten durch das Ziegeleigebiet
Straße von Doberan nach Stülow um 1920


  • 1995/96 wurden in Stülow im Rahmen des staatlichen Dorferneuerungsprogramms umfangreiche Straßen- und Wegebaumaßnahmen durchgeführt. So wurden 2km Büdnerreihe für 250.000 EURO mit einer Schwarzdecke(1km)und Betonspurbahnen(1km)versehen.Auch die Dorfstraße wurde erneuert. Für 150.000 EURO wurden 700m Straße mit Bürgersteig gebaut. Dabei handelt es sich um 500m Schwarzdecke und 200m Pflaster.
  • 2018 wurde der Landweg zwischen Stülow und Reddelich als Schotterweg ausgebaut. Die Mittel wurden anteilmäßig von den Gemeinden Retschow und Reddelich übernommen(ohne Fördermittel). Der Weg auf Stülower Seite ist 417 m lang und wurde mit 18.000 EURO von der Gemeinde Retschow finanziert. Die Brücke am Stülower Bach kann mit vierrädrigen Fahrzeugen nicht passiert werden(Ausnahme PKW Trabant). Er dient als Fuß-, Rad-, und Reitweg.
  • Am 26. November wurde die neue Brücke zwischen Bad Doberan und Stülow für den Verkehr freigegeben.
  • An der Vorgängerbrücke von 1925 waren 2011 durch die Hauptprüfung erhebliche Schäden festgestellt worden.
  • 2,4 Millionen EURO hat der Ersatzneubau gekostet. 48 % trägt die Deutsche Bahn, das Land fördert den Bau mit 50 %.
  • 30,5 m beträgt die gesamte Stützweite der Brücke. Zwischen den Geländern ist sie zehn Meter breit, der östliche Geh- und Radweg ist drei Meter breit, die Fahrbahn 6,50 Meter.
  • 55 Alleebäume wurden als Ausgleich für den Eingriff in die Landschaft entlang der Kreisstrasse 22 zwischen Teschow und Kossow neu gepflanzt.






Schule

  • 1792 Unterricht in Stülow(Anfang?)
  • Auszüge aus dem Geburtenregister der Kirche Steffenshagen:
    • Schulmeister Johann Lange aus Brodhagen
    • Lehrer: Name Normann Vorname: Joh. Friedr. Geboren: 27.5.1759 Geburtsort: Neuendorf Gestorben: 20.12.1831 Beruf: Schulm. Wann: -1792 Wo: Neuendorf Kirchspiel Neuburg b/Wismar Beruf Schulm. Wann: 1792 - 1831 Wo: Stülow Kirchspiel Steffenshagen b/Doberan Ehefrauen: Name: Stiern Vorname: Luise Geboren: 1757 Geburtsort: Clausdorf, Ksp. Alt Bukow
  • 1820 Schulmeister in Stülow im Zusammenhang mit der Zuordnung zur Backhausmühle in Doberan erwähnt(wahrsch. Schulmeister Normann)
  • In der Volkszählung 1819 erfasst:

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  • 1829 Schulmeister Hans Körner
  • 1849 Lehrer Meyer zu Stülow am 21. Dezember verstorben, Assistent Steinmann
  • 1850 Lehrer Havemann aus Wendisch Priborn
  • 1878 Lehrer Kuhlmann und Holst
  • Quellen: Landeshauptarchiv Schwerin;Hans Holm, Meckl. Schulen und Schulmeister des 17. und 18.Jahrhunderts
  • Lehrer Holst im Gemeinderat(1887)
  • Einklassige Landschule mit nur ca. 20 Kinder
  • Vater und Onkel von Frau Vikene sowie Großvater Johann Reinke und Tante von Erika Westendorf (Emmi Reinke – geb. 1897) und Betty Westendorf (Schwester von Karl) gingen hier zur Schule. Vater von Frau Vikene(Friedrich Westendorff) hat vom Lehrer eine so kräftige Ohrfeige bekommen, dass er hingefallen ist, nur weil er nicht ordentlich hochdeutsch reden konnte.
  • 23.01.1920 Lehrer Jacobs verzichtet auf Entschädigung für abgegebene Flächen für zurückliegende Jahre solange er Lehrer ist; Lehrer J. berichtet, dass die Schule durch den Straßenbau Doberan-Retschow kaum Fläche verloren habe und somit sich die Nutzung der Schulstelle kaum verschlechtert habe, was dem Ministerium mitgeteilt werden sollte. Sohn von Lehrer J., Werner J. 1920 und 1922 in der Uni Rostock als Student der Naturwissenschaften erfasst.
  • 10.10.1921 Bedingungen für die Aufgabe der Schule sollen beim Ministerium erfragt werden, bevor Beschlüsse gefasst werden
  • 21.01.1922 Einschulung nach Doberan soll ins Auge gefasst werden, zu festen Bedingungen, was wird mit der Schulstelle? ist Wiederaufnahme des Schulbetriebes ausgeschlossen? ¼ des Lehrergehaltes zu zahlen wird nicht eingesehen, weil Doberan dies auch nicht zahle (Lehrer Landesangestellte?)

(Frage: gab es in der Schule schon elektrisches Licht (wie 1922 in Hohenfelde)

  • 21.01. 1922 Beschluss des Gemeinderates zur Einschulung der Kinder in Bad Doberan (ab wann unklar, wahrscheinlich ab Januar 1923)
  • 23.11.1923 Verkauf der Schulbänke beschlossen
  • 06.10.1924 300 M Jahresmiete für die Schule/ Instandsetzungsarbeiten richten sich nach dem Reichsmietergesetz/die rechte Seite des Hauses dient Wohnzwecken/für die linke Seite (Stall) müssen die Gemeindeinteressen gewahrt werden
  • Am 28.07.1925 beschließt die Gemeinde Einholung der schriftlichen Kündigung des Lehrers Jakobs und Werbung für die Vermietung der Schule in der Presse.
  • 1927 Beschluss der Gemeindevertretung, dass Schule an das Amt Rostock für 360 Mark Miete pro Jahr vermietet wird
  • 1927 Lehrer Jacobs (Antrag an die Gemeindevertretung auf Kostenerstattung für Reparaturen am Schulhaus)
  • 1938 Genehmigung zur Neudeckung des Daches für die Gemeinde/früheres Schulhaus, 1941 für den Einbau von Garagen(Quelle: Kreisarchiv Bad Doberan)
  • Siehe Schreiben zum Rechtsträgerwechsel des Schulgrundstücks von der Gebäudewirtschaft Bad Doberan an die LPG „Quellental“ Glashagen (1960)
  • Schulscheune (Foto) wurde um 2000 von Henry Warnke abgerissen.
  • Im ehemaligen Schulhaus wohnen heute die Familie Warnke (Henry W. ist Enkel von Emil W.(war in der LPG Kutscher), seine Frau Simone ist eine geb. Prompe, die Eltern waren Melker in der LPG)




Gaststätte

  • Im Geburtenregister der Kirche Steffenshagen ist für 1801 ein Krüger Harms aufgeführt:


  • Nachdem 1908 der Hof 10 aufgegeben wurde(Siehe unter Höfe), wurde in dem Wohngebäude eine Gaststätte eingerichtet. Nachfolgend sind die Gastwirte aufgeführt:
  1. Dethloff
  2. Wittenburg(1924)
  3. Voß(1929)
  4. Klenz(1932)
  5. Larsen(1933)Erlaubnis zum Betrieb der Gast- und Schankwirtschaft für Georg Larsen/Häuslerei 6(Quelle: Kreisarchiv Bad Dob.)
  6. Münkner(1959)
  7. Walther(1971)
  8. Brink
  9. Jentsch
  10. Flamingobar(nach 1990 bis 2017)
  • In den 1990-er Jahren kam es im Zusammenhang mit dem hier angesiedelten Rotlichtmilieu zu einigen Zwischenfällen(Todesschuss, fliehende Prostituierte)
  • 2017 wurde das Grundstück verkauft, das Gebäude 2018 abgerissen. Eine Neubebauung von zwei Eigenheimen ist vorgesehen.

Beitrag zur Chronik von Stülow

Dr. Werner Münkner

1. Zur Geschichte des „Stülower Krugs“ in der Zeit von 1959-1971

Der „Stülower Krug“ wurde von meinen Eltern, Gustav und Hildegard Münkner, mitte 1959 von Frau Larsen gekauft. Unsere Familie, selbst 1946 Flüchtlinge aus Niederschlesien, bewirtschaftete bis dahin eine Gaststätte („Neue Heimat“) zusammen mit einer Neubauernstelle von 8,5 ha Größe nach der zunächst politischen Parole des freien Bauern auf eigener Scholle in Poppendorf bei Rostock. Sie verließen mit meiner Schwester und mir nach massivem staatlichem Druck unfreiwillig Poppendorf, um einer Zwangskollektivierung zu entgehen. Der „Stülower Krug“ wurde für 25000.- Mark der DDR von Frau Larsen gekauft. Zum Wohnhaus mit Gaststätte gehörten: ein Mehrzweckgebäude (Stallung, Waschküche, Toilette) und 1 ha Pachtland von der Gemeinde (sog. Schulacker). Im Gasthausgebäude war gleichzeitig der Dorfkonsum in einem Zimmer von ca. 16 m2 im Erdgeschoss untergebracht. In dieser Räumlichkeit spielten sich Warenauslage und -lagerung der Lebensmittel/Haushaltwaren, der Verkauf sowie der Informationsaustausch jedweder Dorfneuigkeiten ab. So konnte man damals mit einer gewissen Rechtfertigung sagen, dass der „Stülower Krug“ den gesellschaftlichen Mittelpunkt der Gemeinden Stülow/Glashagen darstellte. Wir wohnten mit Frau Larsen und ihrer Schwester noch bis 1961 unter insbesondere für uns sehr beengten Wohnverhältnissen zusammen. Beide Damen zogen dann in ein Altersheim nach Sternberg, wo sie später auch verstorben sind. Die damals etwa siebzigjährige Frau Larsen war eine sehr gepflegte, gut aussehende Dame. Sie legte Wert auf gute Umgangsformen und entsprechende gesellschaftliche Kontakte. Dementsprechend war auch ihr Bekanntenkreis. Von dieser Warte aus betrachtet passte sie eigentlich wenig in das dörfliche Milieu und hatte bei ihren ländlichen Gästen keinen hohen Beliebtheitsgrad. Von Insidern (älteren Stammgästen aus Bad Doberan) wurde uns später berichtet, dass in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für erlesene, gut betuchte Stammgäste auch ein gewisser „Liebesservice“ durch die Gaststätte vermittelt worden sei. Insofern knüpft der heutige Geschäftscharakter des ehemaligen „Stülower Krugs“ wahrscheinlich an eine gewisse hauseigene Tradition an. Wehmut und Trauer stellen sich bei mir ein, wenn ich mir den baulichen Zustand der Gebäude des ehemaligen „Stülower Krugs“ heute betrachte. Hier scheint die Vorwendezeit stehen geblieben zu sein: graue, unansehnliche Fassaden, vergilbte Farbanstriche - ein insgesamt ungepflegtes Äußeres. In diesem „Outfit“ stellt das Anwesen wahrlich keine Werbung für den Ort dar, ganz im Gegensatz zu der beeindruckenden und beispielhaften Entwicklung der übrigen Gemeinde nach 1990. Meine Eltern stellten alsbald fest, dass die wirtschaftliche Existenz für unsere Familie unter den vorhandenen Umständen nicht gegeben war. Aus diesem Grund bewirtschafteten wir nach der Übernahme der Gaststätte die ersten 4 Jahre das Pachtland, fütterten jährlich vier Schweine, die an den Staat für ca. 1000.-M/Stck. verkauft wurden, und hielten eine Milchkuh. Die Kuh wurde von Frühjahr bis Herbst in „Weidepension“ der LPG gegeben. Mit der Besserung der Geschäftslage, vor allem durch eine starke Zunahme der Gästezahl aus dem ehemaligen Stahl- und Moorbad in Bad Doberan sowie der Durchführung von Familien- und kleinen Betriebsfeiern etc., wurden die Viehhaltung und das Pachtland aufgegeben. Der in jeder Woche durch meine Mutter mehrfach selbstgebackene Kuchen und der oft gelobte gute Kaffee - das lag sicher an der hervorragenden Wasserqualität, die Gaststätte hatte einen eigenen Brunnen - trugen zu einer ansehnlichen Gästeschar aus der Kureinrichtung auch an den Wochentagen bei. Die Lage des „Stülower Krugs“ hatte für die Kurgäste weitere Anreize: ein angenehmer, nicht zu anstrengender Wanderweg mit stillen Plätzchen in ländlicher Idylle und Chancen zur Vertiefung der Kontaktmöglichkeiten in einer gewissen Abgeschiedenheit Stülows, die von sich anbahnenden Liebschaften (sog. Kurschatten) geschätzt wurden. Viele der Kurpatienten kamen aus Berlin. Diese waren oft über gesellschaftliche Ereignisse und natürlich auch Tratsch und Klatsch aus der Hauptstadt und höheren Kreisen weit besser informiert als wir aus der Provinz. Aus diesem Grund waren Gespräche mit ihnen für die anderen Gäste und uns meistens von großem Interesse, denn die Menschen sind nun einmal neugierig, und eine Bild-Zeitung gab es damals noch nicht. Zwei Jahre nach dem Tod meines Vaters verkaufte meine Mutter die Gaststätte 1971 an das Ehepaar Walther aus Warnemünde. Die neuen Eigentümer hatten zunächst hochgesteckte Ziele und wollten die Gaststätte zu einem Speiselokal mit gehobenem Niveau (höhere Preise mit veränderter Gästestruktur) umfunktionieren. Ihr Vorhaben scheiterte, und sie verkauften nach einigen Jahren. Danach kamen weitere Eigentümer, die nur ein kurzes Intermezzo gaben. Bis zur Wende wurde die Gaststätte m. W. durch das Ehepaar Jentsch aus Bad Doberan geführt.


2. Anekdoten über Unikate aus der Stülower Ära 1959 – 1971

2.1. Reichsbahnangestellter Rudolf Schröder, genannt Charly

Charly Sch. bewohnte mit seiner Ehefrau und den beiden Töchtern Inge und Karin das ehemalige Schrankenwärterhäuschen an der Bahnstrecke Bad Doberan/Wismar zwischen der Stülower Ziegelei und der Straße Bad Doberan/Stülow. Der Schrankenbetrieb war eingestellt worden, da der ehemalige Feldweg als Abkürzung zwischen Straße und Ziegelei nur noch als illegaler Fußweg existierte. Charly selbst war als Schrankenwärter im Schichtdienst (12 Std.-Rhythmus) in Bad Doberan an der Straße nach Hohenfelde (heute Autobahnzubringer) tätig. Er war als ein ausgesprochen zuverlässiger, gutmütiger und stets hilfsbereiter Mensch in der Gemeinde bekannt, den die Dorfgemeinschaft sehr schätzte. Ich habe ihn nicht einmal böse oder launisch erlebt. Seine Hilfe war bei vielen sehr willkommen, auch bei unserer Familie.



2.2. Vater Konrad und Sohn Günter Obermüller, die Herrscher über Hunderte von Schweinen in der LPG

Konrad und Günter O. waren für den Schweinebestand der LPG verantwortlich. Während der Vater hauptamtlich im Schweinestall tätig war, arbeitete Günter dann auch als Traktorist der LPG. Der Schweinestall befand sich auf dem Gelände der Ziegelei. Es war ein lang gestreckter Neubau, in dessen Obergeschoß über den Stallungen Stroh und Heu bevorratet wurde. Nach m. E. waren mehrere hundert Mastschweine und Zuchtsauen dort untergebracht. Zu den Schweinen gesellte sich auf Grund der regelmäßigen Futterbereitstellung ein Mehrfaches an Ratten. Eine Bekämpfung der Ratten war problematisch und nicht von langem Erfolg gekrönt. Konrad O. führte mir einmal an einem Winterabend diese Rattenplage vor. Nach der Fütterung der Schweine wurde das elektrische Licht für ca. 15 min gelöscht und danach wieder eingeschaltet. Die Tröge der Schweine waren von den Gängen her voll mit Ratten besetzt, und diese verschwanden schlagartig wie auf einer Kette aufgereiht über die Stützbalken in das Obergeschoß. Dort warteten sie so lange, bis das Licht wieder gelöscht wurde. Aus diesem Verhalten der Ratten leitete Wolfgang Crull (s. auch u. Pkt. 2.6.) ein sehr effektives „Experiment“ in Anlehnung an die Wirkungsweise des elektrischen Stuhls ein. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen legte er teilweise die Strom führenden Adern eines Elektrokabels von der Isolierung frei, installierte an die bloß liegenden Kabelenden ein Blech, das dann an einem der Stützbalken befestigt wurde und verband das Kabel mit dem Lichtschalter. Bei Einschalten der elektrischen Beleuchtung war der Erfolg durchschlagend und nicht aus tierschutzrechtlicher Sicht zu beanstanden, da die beim Überwinden des Bleches von 220 V getroffenen Ratten sofort getötet wurden. Starke sicherheitstechnische Bedenken verhinderten jedoch eine praktische Umsetzung. Vater und Sohn O. waren im Dorf als fleißige und rechtschaffene Menschen bekannt. Sie gehörten zu unseren Stammgästen. Nach längeren „Sitzungen“ in der Gaststätte hatten beide kleine Probleme mit ihrem Fortbewegungsapparat. Mein Vater versuchte dann, jüngere Gäste zu animieren, sie auf dem Nachhauseweg zu begleiten. Das ging auch über eine gewisse Zeit ganz gut, bis es zu einem kleinen Zwischenfall kam. Der Gast Heinz Berkowitz begleitete Günter bis vor die Haustür und machte sich durch Klopfen bemerkbar. Plötzlich öffnete sich die Tür, und die sicher für Günter bestimmten Schrubberhiebe trafen ihn. Dieser lustige Ausgang des „Geleitschutzes“ sorgte bei den Gästen für ausgelassene Heiterkeit. Fand sich wieder einmal ein Begleiter, so verließ dieser in respektablem Abstand vor der Haustür seine Begleitung.


2.3. „Studienrat“ Ludwig Schönfeldt, genannt Luden

Ludwig Sch. war z. Z. unserer Gaststättenkontakte Oberschullehrer für Deutsch und Geschichte an der Oberschule in Lübz (?). Er war ein hoch intelligenter, sehr ruhiger und kontaktfreudiger Mensch. Wir betitelten ihn aus Spaß als Studienrat, ein Titel, den es zur damaligen Zeit in der DDR nicht gab. Luden akzeptierte die Anrede und quittierte alles stets mit einem Lächeln. Für mich war er die Verkörperung der alten gymnasialen Lehrergeneration und erinnerte mich an gewisse Passagen aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“. Da Luden noch Single war, fuhr er sehr oft an den Wochenenden zu seiner Mutter und den Geschwistern nach Glashagen. Zu dieser Zeit war an den Sonnabenden noch Unterricht. Durch die Bahnfahrt und den Fußweg von Bad Doberan traf Luden meistens nicht vor Sonnabendnachmittags in Stülow ein, wo er regelmäßig im „Stülower Krug“ „Station“ machte. Er war ein ausgesprochener Biertrinker. Zehn Glas Bier a 0,25 l waren für ihn im Verlauf des Nachmittags/Abends keine Hürde. Dazu rauchte er Zigaretten, die er besonders stilvoll zwischen dem Zeige- und Mittelfinger hielt. Diese Rauchpose war für uns immer wieder Anlass zum Schmunzeln und Necken. Auch hier kann ich mich an meinen Vater erinnern, der Luden zu fortgeschrittener Stunde wiederholt bat, doch nun nach Hause zu gehen. Insbesondere seine Mutter würde doch auf ihn warten. In der Regel begab er sich nach einem letzten Bier dann auch auf den Heimweg. Da er bereits am Sonntagnachmittag die Rückreise zum Dienst antreten musste, war seine Zeit im Elternhaus nur kurz bemessen.


2.4. Melker Otto Klein der LPG Stülow

Otto K. gehörte zum Melkerteam, das den Rinderbestand der LPG betreute. Er war für die Milchkuhherde der LPG Stülow verantwortlich. Das war ein verantwortungsvoller und körperlich sehr anstrengender Job. Elektrische Melkanlagen gab es kaum, und auch im Winter musste früh aufgestanden werden, um die Milch rechtzeitig für den Transport in die Molkerei bereitzustellen. Wenn ich während des Studiums meine Eltern besuchte, schlief ich meistens in einem kleinen Zimmer neben der Gaststube. Ich wurde dann hin und wieder in der Frühe durch ein Klopfen am Fenster geweckt. Otto K. verlangte sein „Morgengedeck“: einen doppelten Korn und meistens dazu ein Glas Bier – der Preis des Gedeckes: mit Bier 1,50 M, ohne Bier 1.- M. Im Preis enthalten waren dann noch einige Pfennige Trinkgeld. Otto K. hatte stets passendes Geld. Einen Gästeservice dieser Art sah mein Vater als Selbstverständlichkeit an. Zu einer sehr lustigen Begebenheit kam es beim Kauf einer neuen Schlafzimmereinrichtung durch das Ehepaar K. Die Bestellung wurde im Konsummöbelhaus in der Mollistraße in Bad Doberan getätigt. Nach angemessener Wartezeit erhielt das Ehepaar Bescheid zur Abholung des Schlafzimmers, da eine Auslieferung durch das Möbelhaus kurzfristig nicht erfolgen konnte. Da Otto K. ein gummibereifter Kastenwagen mit einem Pferd als „Dienstwagen“ für die Betreuung der Kühe zur Verfügung stand, konnte er in Eigeninitiative das Transportproblem lösen. Bei der Aufstellung des Schlafzimmers ergaben sich jedoch nicht vorhersehbare Schwierigkeiten. Insbesondere die Seitenteile der Betten machten Probleme und ließen sich nicht einsetzen. Der „Mann für alle Fälle“ Paul Schulmeister wurde geholt. Er stellte schnell fest, dass die Seitenteile der Betten zu zwei unterschiedlichen Schlafzimmern gehörten und forderte Otto K. auf, im Möbelgeschäft zu reklamieren. Da es zu damaliger Zeit in Stülow m. W. nur zwei Telefonanschlüsse gab (einer bei Gertrud Westendorf in der Poststelle, einer für den Dorfkonsum/Gaststätte), kam er zu uns. Er erklärte dem Verkaufspersonal, dass bei den Seitenteilen der Betten eine Verwechslung vorliegen müsse. Sie seien von unterschiedlicher Länge. Daraufhin erwiderte das Verkaufspersonal in barscher Tonlage, solche Verwechslungen seien bei ihnen auszuschließen, und er solle die Betten nur richtig zusammen bauen. Paul Sch. kürzte umgehend fachmännisch die zwei längeren Seitenteile ein, wechselte die Beschläge, und siehe da, die Betten waren aufgebaut. Etwa zwei Stunden später klingelte bei uns das Telefon, und das Möbelhaus bat meinen Vater, Herrn K. an den Apparat zu holen. Das Möbelhaus entschuldigte sich kleinlaut bei ihm und bat, die zwei zu langen Seitenteile umzutauschen. Es läge doch eine Verwechslung vor. Otto K. erklärte, dass die Betten montiert seien, und sich das Problem so für ihn erledigt habe. Über die lustige „Bettengeschichte“ der K.s wurde noch lange im Dorf geschmunzelt.


2.5. Paul Schulmeister – das Multitalent von Stülow

Mein Vater hatte handwerklich kein Talent. Es war deshalb für unsere Familie ein Segen, dass es Paul Sch. gab. Ein weiterer Glücksfall war, dass Schulmeisters in unserer unmittelbaren Nachbarschaft wohnten. Oft genügte ein Hilferuf über den Gartenzaun Wenn sich bei uns irgendwo Probleme einstellten, sagte meine Mutter nur, dann holt doch mal den Paul. Das galt aber im Prinzip für das ganze Dorf. Wenn man irgendwo nicht weiter kam, blieb meistens nur der Ruf nach Paul. Bei uns erstreckte sich seine Hilfe z. B. auf die Reparatur von Türen und Fenstern, Türschlössern, die Elektrik, Brunnenpumpe und –motor. Handwerker gab es m. W. weder in Stülow noch in Glashagen und schnell aus Bad Doberan Hilfe zu bekommen, war ein schier unlösbares Problem. Fanden in der Gaststätte Feierlichkeiten statt, und es erklang der Wunsch nach Musik, um das Tanzbein zu schwingen, blieb so manches Mal nur der Gang zu Paul Sch. Er kam dann mit seiner Ziehharmonika (Treckfidel), und es gab live Musik. Obwohl sein musikalisches Repertoire begrenzt war und sich in Titeln wie z. B. „Waldeslust“, „Wo de Ostseewellen trecken an den Strand“, „Kornblumenblau“ u. a. erschöpfte, die mindestens von der Aktualität her eine Generation zurücklagen, war die Stimmung stets ausgelassen. Wenn Paul Sch. dann und wann mal von dem ursprünglichem Takt der Oldies abwich, wurde ihm das großzügig verziehen.


2.6. Wolfgang Crull, genannt Felix, und die Geschichte einer spektakulären Flucht aus der ehemaligen DDR nach dem Mauerbau

Die Familie C. bewohnte eine alte, baufällige Scheune mit Wohn- und Stalltrakt in Stülow am Feldweg, der nach Reddelich führte. Das längst marode Gebäude wurde kurz nach der Wende abgerissen. Heute befindet sich m. E. dort das Wohngebiet „Am Weidengrund“. Familie C. wurde zu Beginn des Jahres 1953 von Bastorf nach Stülow zwangsumgesiedelt. Diese willkürliche Zwangsumsiedlung durch DDR-Behörden wurde vornehmlich an alt eingesessenen Bauernfamilien vorgenommen. Es betraf damals Abertausende von landwirtschaftlichen Betrieben. Diese so genannten Säuberungsaktionen hatten das Ziel, die Menschen aus ihrer über Generationen angestammten Heimat zu vertreiben, ihren vermeintlichen Einfluss zu brechen, und sie in einer neuen, für sie fremden Umgebung zu isolieren. Für das Verlassen ihrer Höfe verblieben den Menschen oft nur wenige Stunden. Der größte Teil ihres Hab und Gutes musste entschädigungslos zurück gelassen werden. Die Folge dieser Willkürmaßname war eine Massenflucht Abertausender gut ausgebildeter Fachkräfte in die Bundesrepublik und verwaiste Höfe und Felder. Familie C. hatte drei Söhne. Der mittlere Wolfgang, im Dorf nur Felix in Anlehnung an eine der großen Romanfiguren Thomas Manns genannt, studierte nach dem Besuch der „Goethe-Oberschule“ in Bad Doberan ab 1960 an der Humboldt-Universität zu Berlin. In Berlin lernte er 1961 drei Menschen kennen, darunter eine junge Frau, die das gemeinsame Ziel vereinte, die DDR zu verlassen, d. h. die Mauer zu überwinden. Dazu entwickelten sie einen spektakulären, aber natürlich auch äußerst riskanten Fluchtplan im Frühjahr 1962. Nach dem Mauerbau am 13.08.1961 war die DDR verpflichtet worden, einen separaten Grenzübergang, den so genannten Checkpoint Charlie, für die Alliierten (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich) und Ausländer einzurichten. Grundlage dafür war der Viermächtestatus von Berlin. Die vier zur Flucht Entschlossenen hatten über Monate den Checkpoint Charlie beobachtet. Dabei hatten sie festgestellt, dass sowjetische Militärpatrouillen mit Angehörigen der Roten Armee von Berlin-Ost nach Berlin-West ungehindert ohne Grenzkontrolle die Mauer passierten. Für diese Fahrten wurde oft der sowjetische PKW-Typ „Pobjeda“ eingesetzt. Die zur Flucht Entschlossenen beschafften sich zunächst Uniformstoff, um sich entsprechende sowjetische Uniformteile selbst zu schneidern. Dann wurden ein sowjetischer PKW vom Typ „Pobjeda“ nach einer Zeitungsannonce in einer Berliner Zeitung angekauft und sowjetische PKW-Kennzeichen (aus Kartonpappe!) fingiert. Alles musste natürlich unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit erfolgen. Am 30.04.1962 war dann der entscheidende Tag. Der „Pobjeda“ mit den entsprechend ausstaffierten „sowjetischen Militärangehörigen“ bewegte sich über die Friedrichstraße auf den Checkpoint Charlie zu. Da eine Mitnahme weiblicher Personen in sowjetischen Militärfahrzeugen nicht beobachtet worden war, wurde die junge Frau unter dem Armaturenbrett vor dem Beifahrersitz versteckt. Das Fluchtfahrzeug wurde von Wolfgang C. chauffiert. Seine sowjetischen Uniformteile bestanden aus einem Mantel und einer Schirmmütze. Ansonsten trug er zivile Kleidung. Ähnlich „rudimentär“ waren die anderen PKW-Insassen gekleidet. Bei dem geringsten Verdachtsmoment und einer Grenzkontrolle wäre die Flucht bei dieser Staffage gescheitert. An der Mauer salutierten die „Grenzorgane“ der DDR, und der „Pobjeda“ mit seinen Insassen erreichte wohl behalten und unerkannt den westlichen Teil Berlins. Nach der geglückten Flucht hat der Staatssicherheitsdienst fieberhaft rotiert, um eventuelle Fluchthelfer und Details der Flucht zu ermitteln. Dazu fanden auch entsprechende Untersuchungen bei strenger Geheimhaltung in Stülow statt. Als eine der spektakulärsten Fluchten aus der DDR nach dem Mauerbau wird diese Flucht im Mauermuseum am Checkpoint Charlie gezeigt. Die Flucht war wahrlich ein echtes Husarenstück. Es darf aber nicht vergessen werden, dass ein Scheitern mit unabsehbaren Folgen für die Flüchtlinge und ihre Helfer verbunden gewesen wäre. Die Klassenjustiz der DDR kannte bei so genannten Grenzverletzungen kein Pardon. Fluchtversuche aus der DDR wurden generell mit drakonischen Strafen geahndet, insbesondere bei dieser Art von Flucht.

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Konsum

  • Seit 1959 bis 1990 gab es den Dorfkonsum. Der Laden war im Gebäude der Gaststätte.
  • Verkäuferinnen: Frau Wittowski (Krause) bis 1964, dann Frau Reimer, zuletzt Frau Wiesner
  • Paul Schulmeister hat viel geholfen.


Kindergarten

  • 1964 wurde auf Initiative des Rates der Stadt Bad Doberan in der LPG „Quellental“ Stülow-Glashagen ein Kindergarten/-Krippe eingerichtet. Dies war zunächst nur ein Saisonkindergarten, der nur für Kinder von LPG-Mitgliedern für die Erntezeit vorbehalten war.
  • Zu Anfang war der Kindergarten in Glashagen Ausbau eingerichtet(lt. SV-Ausweis der Leiterin Frau Ingrid Junge aus Bad Doberan vom 7.9.-30.10 1964). Die Betreuung der Kinder mußte unter schwierigen Bedingungen gemeistert werden. Danach erfolgte der Umzug nach Stülow in die Büdnerei Nr. 1(vormals Zöllicks).In Frau Junges SV-Ausaweis ist ein Einsatz vom 13.-15.12. 1964 vermwerkt. Zu dieser Zeit kam auch Frau Kreiter als Köchin dazu.
  • Im September 1965 wurde der neue Kindergarten mit Krippe im Katen vom Hof 4 seiner Bestimmung übergeben.
P. Schulmeister Ehrung für Bau am Kindergarten


  • Am 12. April 1966 wurde der neue Kindergarten in Betrieb genommen. Frau Christel Fietze wurde Kindergartenleiterin. Helma Kraschina als zweite Kindergärtnerin und Betty Uhlenbrook wurden eingestellt.
  • Insgesamt kamen ca. 20 Kinder aus Glashagen und Stülow.
  • Eigens für den Kindertransport aus Glashagen wurde ein Spezialanhänger angefertigt. Herr Bajerke hat mit dem Traktor viele Jahre die Kinder und auch das Essen aus der LPG-Küche nach Stülow gefahren.
  • 1968 übernahm Frau Herta Weber die Leitung des Kindergartens.


Feuerwehr

  • Feuerordnung für das Amt Doberan (Gründung einer Brandgilde im Jahre 1681), Beiträge: Hüfner (Landbesitzende Dorfbewohner) 16 Schilling, ½ Hüfner 12 Schilling, Cossaten(landlose Dorfbewohner) 8 Schilling/Einteilung des Amtsbereiches in den Rostocker und den Kröpeliner Distrikt (Stülow)
  • Lt. Protokoll der Gemeindevertretung vom 23.10.1872 wird der Gemeindevorsteher beauftragt, dafür zu sorgen, dass Brunnen und Wege zum Feuerlöschen ausreichend beleuchtet sind und Haken zum Aufhängen von Laternen angebracht werden. Bei Feuer werden Erbpächter, Lehrer und Hausbesitzer verpflichtet, eine hell brennende Laterne aufzuhängen. Besonders das Gehöft Nr. 3 und die Badenmühle müssen allein für ausreichende Beleuchtung sorgen. Der Nachtwächter sollte das kontrollieren.
  • 1874 gehörten 4 Spritzen zur Doberaner Feuerwehr
  • In der Domanialverordnung von 1876 wurde die Durchführung von Feuerschauen in den Dörfern vorgeschrieben, bei denen die Einhaltung der Bestimmungen zum vorbeugenden Brandschutz kontrolliert wurde. Für Stülow führten die Schulzen von Dorf Glashagen Borgwardt und später Jürges diese Schauen durch.
  • 1881 Gründung des Reddelicher Spritzenverbandes, dem sich die Gemeinden Brodhagen, Glashagen und Stülow – Badenmühle sowie Ober Steffenshagen anschlossen. Bau des Spritzenhauses und Anschaffung einer pferdebespannten Handruckspritze.
  • 20.06.1881 Zustimmung der Dorfversammlung von Stülow zum Bau eines Spritzenhauses in Reddelich


  • Das Jahr 1924 war wieder bedeutungsvoll. Es wird berichtet, dass in diesem Jahr ein Löschverband mit der Stadt und auswärtigen Gemeinden gegründet wurde. Dadurch wurde die Anschaffung einer Motorspritze möglich. Sie traf am 25. August 1925 ein. Der Löschverband wurde bald wieder aufgehoben, die Stadt übernahm die Spritze allein, es wurden aber der Wehr vom Amt Rostock 40 Ortschaften zum Schutze zugeteilt(aus Chronik Doberaner Feuerwehr).
  • Beitritt des Löschverbandes Stülow mit Motorspritze und Kleinspritzen der Feuerwehr von Bad Doberan (11.12.1925).
  • 1928 Auflistung der Orte, die zum Feuerlöschbezirk Doberan gehören (Stülow und Badenmühle unter Nr. 43)
  • Garagen Schulscheune 1941 gebaut
  • Der Gemeinderat beschließt am 07.02.41 die Anschaffung einer Motorspritze (Type Zw.II)
  • Lt. H.Schuldt hatte Stülow kein eigenes Spritzenhaus. Feuerwehr um die 50-iger Jahre nur kurze Zeit und kaum einsatzfähig, weil schlechte Technik und freiwillige Feuerwehrleute meist außerhalb arbeiteten
  • Freiwillige Feuerwehr ab 4. August 1964/Beschluss - Nr. IV/15 – 59/64/Kommandostelle OT Stülow/Glashagen FFW/Die Mitglieder waren Einwohner aus Stülow und Glashagen:
  1. Horst Kraschina Kdo. Leiter
  2. Gerhard Nippert
  3. Werner Voß
  4. Paul Peters
  5. Fritz Block
  6. Ernst Prompe
  7. Hans Schuldt
  8. Helmut Steinke
  9. Günter Obermüller
  10. Peter Westendorff
  11. Gerhard Schnitzer
  12. Karl-Heinz Lohmann
  13. Horst Knappe
  14. Lothar Gidke
  15. Hans-Dieter Hanisch
  • Der Feuerwehrwagen stand bei Kraschinas auf der Scheunendiele, dazu war ein Traktor der LPG(Utos), den Horst Kraschina fuhr, auf dem Hof stationiert.
  • Um 1967 brannte verursacht durch Blitzschlag der Kälberstall der LPG (ehem. Hof Stark) ab. Der Blitz war in das Transformatorhaus eingeschlagen. Darauf wurden kleine Blitze wie Kugelbomben auf das Strohdach des Kälberstalles geschleudert, sodass sich das Feuer sehr schnell ausbreitete. Viele Kälber konnten nicht gerettet werden.
  • Horst Kraschina erinnert sich, dass beim Löscheinsatz sehr hektisch agiert wurde. Einige Feuerwehrleute standen bis zum Bauch in der Jauche.
  • Ebenfalls Ende der 1960-er Jahre wurde das Scheunendach, bestehend aus Wellasbestplatten(auch von diesem Hof) durch starken Sturm abgedeckt. Die Feuerwehr konnte nur noch Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Die Scheune wurde später komplett abgerissen.
  • Spektakuläre Einsätze gab es sonst nicht mehr. Es waren meist Routineeinsätze im Winter, bei Sturm oder bei kleineren Böschungsbränden. Die Stülower Feuerwehr half aber auch in den Nachbardörfern aus.
  • Unter Leitung von Horst Kraschina und später Hans-Dieter Hanisch wurden regelmäßig Feuerwehrübungen durchgeführt. Anschließend traf man sich im Stülower Krug.
  • Mit dem Weggang von H.-D. Hanisch von der LPG zum Kraftverkehr Doberan(19..) wurde die Kommandostelle OT Stülow/Glashagen aufgelöst.


Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von Stülow/Glashagen um 1970



Poststelle

  • Um 1960 wurde in der Häuslerei 3 die Poststelle mit Telefonanschluss eingerichtet.
  • Gertrud Westendorff(Siehe Höfe 2 und 5) war die "Zeitungsfrau"
  • Peter Becker erinnert sich, dass sie stets gut gelaunt mit einem "die Post" Zeitungen, Briefe und Pakete verteilte. Da sie auch gerne einen Schwatz machte, konnte die Runde schon dauern.

Ortseiererfassungsstelle

  • Um 1960 wurde in der Häuslerei 5(Schulmeister) eine Ortseiererfassungsstelle eingerichtet. Dies waren Einrichtungen des VEAB(Ver... ) Die Hühnerhalter des Dorfes brachten die nicht selbst benötigten Eier in die Erfassungsstelle. Neben der Bezahlung wurde auch noch Futtergetreide ausgegeben.
  • Nach 1970 übernahmen Beckers von der Häuslerei 4 diese Aufgabe.

Gemeindeverwaltung

Bürgermeister:

  • 1700 Schulze Joch. Alward(Hof 5)
  • 1872 - 1897 J. Westendorf (Schöffen Ch. Allwardt und F.Haase)
  • 1903/1907 Heinrich Westendorf (Hof 6)
  • 1913 Heinrich Westendorf(Schöffen Stuhr, Starck)
  • 1924-1936 Johann Bull
  • 1936-1944 Johann Tremp
  • 1945-49 Richard Kuhlmann(1877 geb., 1937 aus Doberan zugezogen – Büdnerei 3)
  • 1949-52 Hans Westendorff
  • 1953 im Juli Fritz Rosenkranz
  • 1953/54 Fritz Joppeck (von Kreisleitung eingesetzt)/ aus Rethwisch
  • 1955-1956 H. Westendorf(geb. 21.11.1930/Hans-Joachim/Jochen Westendorf aus Glashagen?)


Gemeinderatssitzungen

Auszüge aus Protokollen von ausgewählten Gemeinderatssitzungen:

  • 05.10.1872 Schulze: J. Westendorf, Ch. Allwardt, J. Bull, F. Haase, Johann Schulmeister


  • 18.02.1879 Betrieb der Dampfziegelei soll bei der Höhe der Abgaben des Hofes 3 an die Gemeinde berücksichtigt werden
  • 20.06.1881 Zustimmung zum Bau eines Spritzenhauses
  • 16.02.1882 Festlegung der Gemeindesteuer: jeder Erbpächter 10,80 M; Nr. 3(Ziegelei) 18,00 M; Badenmühle 9,00 M; Lehrer 1,80 M; jeder Einlieger und Altenteiler 0,30 M
  • 04.03.1885 Schulze J. Westendorf/1. Schöffe C. Allwardt/2. Sch. J. Starck/J.Bull/J. Stuhr Als Erbpächter genannt: Nr. 1 Bull, Nr. 4 Stuhr,Nr. 6 Haase,Nr. 8 Saß,Nr. 9 Bull,Badenmühle Erbmüller Westendorf
  • 28.01.1887 Schulze Westendorf (Schöffen Allwardt und Starck; Bull H1+9, Stuhr, Haase, Saß, Lehrer Holst)
  • 1891 (Westendorf, Stuhr, Starck)


  • 1911 Hinweis auf Elektrizität
  • 28.03.1911 Beschluss, dass der Besitzer der Häuslerei 6 Dethloff den 3. Teil eines Erbpächters für die Häuslerei und Gastwirtschaft zu zahlen hat
  • 1913 Schulze H. Westendorf (J. Stuhr, H. Starck, W. Bul
  • 31.01.1917 Erbmüller Westendorf von der Badenmühle im Gemeinderat
  • 23.01.1920 Schulze H. Westendorf (W. Bull, Allwardt, Lehrer Jakobs, Hofbesitzer J. und W. Bull); Lehrer Jacobs verzichtet auf Entschädigung für abgegebene Flächen für zurückliegende Jahre solange er Lehrer ist; Lehrer J. berichtet, dass die Schule durch den Straßenbau Doberan-Retschow kaum Fläche verloren habe und somit sich die Nutzung der Schulstelle kaum verschlechtert habe, was dem Ministerium mitgeteilt werden sollte
  • 10.10.1921 Bedingungen für die Aufgabe der Schule sollen beim Ministerium erfragt werden, bevor Beschlüsse gefasst werden
  • 21.01.1922 Einschulung nach Doberan soll ins Auge gefasst werden, zu festen Bedingungen, was wird mit der Schulstelle? ist Wiederaufnahme des Schulbetriebes ausgeschlossen? ¼ des Lehrergehaltes zu zahlen wird nicht eingesehen, weil Doberan dies auch nicht zahle (Lehrer Landesangestellt
  • 19.06.1923 3 Zentner Roggen Pacht für die Jagd (pro Fläche?), Jagdpächter lehnen den Vorschlag der Jagdaufsichtsbehörde ab
  • 03.08.1923 Beschl. Pro Kind 1000 M Lehrmittel auszugeben (Inflation?)
  • 23.11.1923 Schulverband mit Doberan zum 01.01. 1924(Beschluss war bereits am 21.01.1922 gefasst worden) ; Verkauf der Schulbänke ; Verpachtung des Dorfteiches für einen Zentner Roggen; Pacht an Büdner für 2 M/Rute
  • 1924 (J. Bull/am 28.01. zum Schulzen gewählt, W. Bull, H. Stuhr, Krohn, Fey, Milbradt)
  • 06.10.1924 300 M Jahresmiete für die Schule/ Instandsetzungsarbeiten richten sich nach dem Reichsmietergesetz/die rechte Seite des Hauses dient Wohnzwecken/für die linke Seite (Stall) müssen die Gemeindeinteressen gewahrt werden
  • 15.11.1924 Für die Wasserbenutzung vom Schulbrunnen sollen rückwirkend zum 1. 11. 1923 jährlich Schulmeister 3 M, sowie Erichson und Haese 1M zahlen
  • 16.01. 1925 Haese soll fürs Grabenräumen 15 J pro Meter erhalten
  • 28.07.1925 Gemeinde beschließt Einholung der schriftlichen Kündigung des Lehrers Jakobs und Werbung für die Vermietung der Schule in der Presse
  • 11.12.1925 Verzicht auf Vorkaufsrecht Ziegelei wegen Geldmangels; Beitritt des Löschverbandes mit Motorspritze und Kleinspritzen der Feuerwehr von Bad Doberan
  • 09.02.1926 Hypothekenschein über 600 M für die Häuslerei 1
  • 26.04.1926 einst. Beschluss, die Jagd der Gemeinde für Herrn Franz Westendorf und Ziegeleibesitzer List für 65 J/ha den Zuschlag zu erteilen
  • 09.09.1927 Kaufanträge auf Baugrundstücke von Haacke und vonTschirky und Bögendorf wurden mit 4 gegen 3 Stimmen für 12 M/Rute angenommen
  • 30.04.1928 Haushaltsplan Ausgaben und Einnahmen je 2066,50 M
  • 06.10.1928 Rechnungsprüfung für Krohn und Schlapmann (per 30.Nov. Einnahmen 1.537,70 M/Ausgaben 1.215,88 M/Beträge stimmen mit den Rechnungen überein ); Termin für die Zahlung von 1215 M von Haacke an Stuhr ist verstrichen, Restsumme von 896,00 M soll bis zum 1. April 1929 bei 7% Zinsen bezahlt werden
  • 17.01.1929 Acker von Frau Wittenburg geht an Herrn Voss über, weil er sein Lokal der Gemeinde zur Verfügung stellt
  • 08.03.1929 Beschluss, dass sämtliche männlichen Personen zwischen 18-60 Schnee schaufeln müssen, wer verhindert ist, muss für Ersatz sorgen
  • 09.08.1929 Schulze wird beauftragt, den Vater eines unehelich geb. Kindes ausfindig zu machen, falls es einen gibt.
  • 19.10.1929 Der Maurer und Häuslereibesitzer Heinrich Lembke ist bei der öffentlichen Verpachtung zugelassen
  • 11.09.1931 Acker neben Haacker am Kellerswald für 10 M/Rute an Büdner Reinke (Mietswohnungen dürfen nicht gebaut werden)
  • 11.12.1931 Gasthaus Voss
  • 28.04.1933 (Bürgermeister Johann Bull, Otto Krohn, Johann Tremp, Heinrich Vullert, H. Stuhr, K. Westendorf, Schlapmann)
  • 15.09.1933 Es wurde der Pachtpreis von 6 M/100 Ruten Acker Gemeindeland für die Verpachtung an Lembke festgelegt.
  • 17.10.1933 Es wurde beschlossen, dass der Gastwirt Larsen eine Biersteuer von 100 M jährlich an die Gemeinde zu zahlen hat. Dabei wurde berücksichtigt, dass der Gemeinderat seine Sitzungen unentgeltlich im Saal der Gaststätte durchführen darf (Larsens waren in diesem Jahr aus Berlin zugezogen).
  • 06.04.1934 Für das Haushaltsjahr 1933/34 wurden die Zahlen vorgelegt:
    • Einnahmen: 1.815,24 RM
    • Ausgaben: 1.111,45 RM
    • + 703,79 RM
  • April 1936 Es soll eine Telefonzelle in der Gastwirtschaft eingerichtet werden
  • 13. 07. 1936 Johann Bull erhält als Verdienst für 12,5 Jahre Bürgermeistertätigkeit den Ehrentitel „Dorfältester“
  • 21.08.1936 Wahl eines neuen Gemeinderates : Bürgermeister: Johann Tremp,1.Beigeordneter: Otto Krohn, 2.Beigeordneter: Friedrich Westendorf, Martin Hennings, Heinrich Vullert, Karl Westendorf
  • 18.08.1937 Martin Hennings als Beigeordneter vereidigt
  • 21.02. 1938 Bruno Bull wird zum Gemeinderat vereidigt
  • 08.06.1938 Antrag der Stadt Bad Doberan auf Eingliederung der Gemeinde wird u. a. mit der Begründung abgelehnt, dass der Doberaner Bürgermeister unrichtige Angaben gemacht habe.
  • 23.06.1939 Einführung der Gemeinderäte Paul Ladrick und Markus Böge
  • 24.01.1940 M. Böge wird zum Beigeordneten ernannt, Bauunternehmer Paul Schulmeister wird als Gemeinderat ernannt (bis 1942).
  • 07.02.1941 Beschluss zur Anschaffung einer Motorspritze für die Feuerwehr
  • 30.10.1944 letzte Sitzung bis Kriegsende
  • 02.11.1946 neue Gemeindevertretung
    • Bürgermeister: Richard Kuhlmann
    • 1. Stellvertreter: Kühlewind
    • 2. Stellvertreter: Krohn
    • Schriftführerin: Paula Lembcke
    • SV Schriftführer: Schulmeister
    • Vorsitzender: Haese
    • SV Vorsitzender: Rippa, Zöllick, Maaß
  • 22.04.1947 Festlegung von Gehältern: Bürgermeister Kuhlmann 124 RM/Monat, Gemeindesekretär Ch. Westendorf 60 RM/Monat, Gemeindebote Schulmeister 100 RM/Monat
  • 08.03.1948 Lehrer Effland (Schriftführer) soll mit der Witwe Vullert Verhandlungen zur Finanzierung des Baus führen(sie hatte ihr Haus im Wahn selbst angesteckt). Beschluss für die Ausrichtung eines Frühlingsfestes
  • 17.02.1949 H. Westendorf wird erneut zum Bürgermeister gewählt.
  • 11.03.1949 Antrag der SED-Ortsgruppe auf Wiedereinrichtung der Schule wird mit der Begründung fehlender finanzieller Mittel abgelehnt.
  • April 1949 Bewerber aus Hastorf auf Kauf des Hauses Vullert wird abgelehnt, weil es einheimische Bewerber gibt. Zur Abdeckung der Schulden soll die Grundsteuer um 20% erhöht werden (Hebesatz von 220%); die Hundesteuer soll um 100% steigen (1.Hund 9 DM)
  • 12.04.1949 Gemeinde will Genehmigung für den Verkauf des Brandbaus Vullert nicht erteilen. Die Grundsteuer wird um weitere 20% erhöht.
  • 10.06.1949 Die Getränkesteuer wird auf 15% festgesetzt.
  • 20.07.1949 Becker wird die Zuzugsgenehmigung erteilt, weil er den Wohnraum selbst schafft(Ruine Vullert). Eine Brandkommission wird gebildet (Zöllick, Schulmeister, Frieseke von der Feuerwehr Doberan, Bezirksschornsteinfeger)
  • 07.10.1949 H. West. legt aus beruflichen Gründen das Amt des Bürgermeisters nieder. Am 15.10. widerruft er und erhält Urlaub bis zum 30.Oktober.
  • 11.01.1950 Kreisumlage verschlingt 43% der Einnahmen. Trotzdem wurde ein kleiner Überschuss erwirtschaftet, so dass Gebäude – und Wegeausbesserungen durchgeführt werden können. Auf dem Gebiet des Gesundheitswesens wurden Pocken-, Typhus-, und Diphtherieschutzimpfungen durchgeführt. Anbauplan für 1949 wurde erfüllt. Einige Bauern erzielen schon Friedenserträge.
  • 28.02.1950 Antrag Becker auf 50 Ruten Acker wird bis zum Herbst zurückgestellt.
  • 28.03.1950 Bürgermeister H. Westendorf wird für 240 DM monatlich hauptamtlich eingestellt. Becker erhält von Vullert 50 Ruten Acker.
  • 17.12.1950 Die Bauern Karl Westendorf, Annemarie Westendorf, Albrecht Garbe, Marcus Böge und Wilhelm Roß haben das Schweinesoll erfüllt, so dass Anträge auf Schlachtgenehmigungen von der Gemeinde an die Kreisverwaltung gestellt werden können. Außerdem sollen Anträge auf Schlachtung eines Rindes für Kühlewind, H. Maaß und J. Bull gestellt werden.
  • 20.12.1950 H. Westendorf erneut zum Bürgermeister gewählt, 1. Rat und Stellvertreter Willi Zöllick, 2. Rat Willi Völker Haupt- und Finanzausschuss: Karl Zöllick, Fritz Rosenkranz, Karl Westendorf Gesundheits-, Sozial- und Wohnungsausschuss: Heinz Brandt, H. Schuldt, Erika Westendorf, Frau Haake mit beratender Stimme
  • 17.01.1951 Reparaturauftrag für Schulscheune an Bauunternehmer Schulmeister
  • 23.02. 1951 Zusammenlegung mit der Gemeinde Glashagen unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass Glashagen Stülow angeschlossen wird und der Hauptsitz in Stülow bleibt.
  • 20.03.1951 Schulkinder sollen dem Bürgermeister Ergebnisse zur Frühjahrsbestellung melden.
  • 15.04.1951 Briefwechsel mit der Gemeinde Lentförden in Holstein beschlossen
  • 19.05.1951 Antrag an den Gemeinderat, H. Schuldt auszuschließen, weil er oft unentschuldigt fehlt. Mängel an der Spritze (keine Gummibereifung, trotz Überholung durch die VP fehlt die Kühlwasserleitung, so dass die Spritze nicht funktionsfähig ist.
  • 15.06.1951 Aussprache mit Familie Maaß wegen schlechter Wirtschaftsweise
  • 09.07.1951 Im Schulgebäude soll ein Kulturraum für die FDJ geschaffen(lt. H.Sch. nicht erfolgt) werden, auch ein Sportplatz ist geplant
  • 14.08.1951 Beschluss zur Einrichtung einer Volksbücherei(200 DM stehen für den Kauf von Büchern zur Verfügung)
  • 20.11.1951 W. Zöllick wird Gemeindesekretär
  • 25.01.1952 Der Beschluss der Landesbodenkommission zur Enteignung der Hofstelle 8 wird aufs schärfste abgelehnt.
  • 28.03.1952 BM H.Westend. kündigt sei Amt, SV W. Zöllick führt die Amtsgeschäfte weiter. Kreisleitung wird gebeten, einen BM zu stellen. Der Vors. der Gemeindevertr. Brandt legt sein Amt nieder.
  • 04.04.1952 Brandt wird erneut zum Vorsteher gewählt. Beschluss über dewastierte Betriebe lt. GBl. 38 v. 27.03.1952 (Höfe 8u. 9 sollen eingereicht werden) – Sprechzeiten der Gemeinde tägl. außer Sa. Von 15 – 17 Uhr
  • 08.09.1952 Festlegungen zu Druscharbeiten: Böges Maschine soll bei Bull dreschen, Kühlewind bei A. Westendorf (verantw. W. Zöllick)/für die Wirtschaft Maaß ist W. Völker verantwortlich.
  • 03.10.1952 Hans Schuldt wird Schrottverantwortlicher
  • 18.10.1952 Gemeinde beschließt die Probleme bei der Ablieferung der Bauern Maaß, Bull, Karl und Annemarie Westendorf und Roß zulösen
  • 01.11.1952 Beschluss zur Anlage eines Volleyball- und Basketballplatzes auf dem Acker von Becker, erhält dafür 100 Ruten andere Fläche/Differenzierungskommission(vermutl. für die Vergabe von Pachtflächen zuständig) für 1953 gewählt:: Fritz Rosenkranz, Willi Völker, Willy Zöllick, Ewald Schlapmann, Willi Hennings
  • 20.11.1952 Bevölkerung wird verpflichtet, aktiv bei der Rübenernte mitzuhelfen. Gemeindevertretung verpflichtet sich, mit gutem Beispiel voran zu gehen.
  • 14.03.1953 W. Zöllick legt sein Amt als SV BM ab 01.04.53 nieder.
  • 15.04.1953 Wohnausschuss gewählt: Heinz Fietze, Ursula Witt, Heino Uhlenbrook, Waldemar Lembke
  • 08.06.1953 Zum Bürgermeister wird von der Kreisleitung Fritz Joppeck (SED) eingesetzt/ 1. Gemeinderat und SV Fritz Rosenkranz(SED)/2. Gemeinderat W. Zöllick (CDU)Gemeindevertreter: Paul Schulmeister (SED), Erika und Hans Westendorf (SED), Fr. Teske (SED), Ursel Rippa, Ewald Schlapmann (CDU), Karl Zöllick, Hans Schuldt (parteilos), Waldemar Lembke (CDU)/ Beschluss, dass jeder arbeitsfähige Einwohner einen Morgen Rüben hacken soll.
  • 10.07.1953 P. Schulmeister wird zum Vors. Der Gemeindevertretung gewählt.
  • 19.11.1953 Pachtvertrag Karl Westendorf/Kurt Regenstein wird zugestimmt
  • 29.12.1953 Festsetzung der Hundesteuer: Landwirtschaftsbetr. 1. H. 14 DM, jeder weitere 20 DM; alle and. EW 1. H. 20 DM, jeder weitere 30 DM
  • 19.03.1954 Hof 6 soll von dem ÖLB übernommen werden (Übernahmekommission: Bull vom Kreis, Wegner, Rosenkranz, Schuldt)
  • 21.05.1954 Gehaltserhöhung für den Leiter des ÖLB wird abgelehnt. Fürs Rübenhacken sollen erst die eigenen Reserven genutzt werden, ehe Fremdkräfte von den Schulen und des Kreises angefordert werden.
  • 20.09.1954 Dem Kaufvertrag Gertrud Westendorf/Emma Wulf für den Kauf der Häuslerei 3 wird zugestimmt.
  • 11.12.1954 Katen Bull soll nach Umsiedlung von Frau Erichson abgerissen werden (Ruine stand nach meiner Erinnerung noch lange Zeit/hier befand sich zeitweise auch ein Jugendclubraum)/ Alle männlichen Einwohner zwischen 16 – 60 werden zum Schneeschaufeln verpflichtet.
  • 11.01.1955 Urlaubsvertretung ÖLB Koll. Adam
  • 27.01.1955 Koll. Zöllick als SV übernimmt Amtsgeschäfte bis Einführung eines neuen Bürgermeisters
  • 09.02.1955 Einführung von H. Westendorf (geb. am 21.11.1930) – vermute, dass Hans Joachim Westendorf gemeint ist
  • 16.03.1955 Koll. Oldenburg soll den Bau eines Kulturhauses vorantreiben (Abbruch und Fundament noch 1955/Katen Erichson/ aber nicht realisiert) Stand der Ablieferung vorbildlich (Ausnahme Roß, weil kranker Rinderbestand/Kreistierarzt soll Untersuchung veranlassen
  • 07.04.1955 der bisher kommissarisch eingesetzte Bürgermeister wird einstimmig bestätigt
  • 15.07.1955 Jeder Einwohner soll dazu angehalten werden, 20 Aufbaustunden für den Katenabriss zu leisten. Karl Zöllick verpflichtet sich zu 30 Std.; auf Antrag von Karl Westendorf soll eine Straßenbeleuchtung geschaffen werden.
  • 06.04.1956 Stülow erhält die Wanderfahne des Kreises, trotz Nichterfüllung des Solls durch die Betriebe Ross, Regenstein und LPG, Vertreter der LPG ist trotz schriftlicher Einladung nicht zur Stellungnahme erschienen.; Umbau des Gemeindehauses nach den Vorschlägen von Paul Schulmeister beschlossen( Maurerarbeiten Schulmeister, Zimmererarbeiten Dzimbritzki aus Doberan, übrige Arbeiten werden von Willi Oldenburg in Auftrag gegeben
  • 16.05.1956 Eingemeindung von Stülow zur Stadt Doberan wird einstimmig angenommen
  • 08.06.1956 LPG-Vors. Voß erläutert den Perspektivplan der LPG.
  • 08.08.1956 Koll. Voß kritisiert MTS wegen defekter Technik, auch fehlen zur Ernte 6-7 Ak; Beschluss zum Getreidedrusch: Tremp soll bei Regenstein, Zöllick und Kleinbetriebe bei der LPG dreschen.
  • 07.11.1956 Bürgermeister: Hans J. Westendorf
    • Ratsmitglieder: Willy Zöllick und Willi Oldenburg
    • VdgB-Vors.: Karl Zöllick
    • Gemeindevertretervors.: Paul Schulmeister
    • LPG-Vorsitzender: Werner Voß
  • 09.11.1956 gelobt wird die vorbildliche Erfüllung der Betriebe Tremp und Zöllick, LPG dagegen hat große Probleme (Voß macht erneut MTS verantwortlich; Vorschlag, 2-3 LPG –Mitglieder in die Gemeindevertretung einzubeziehen; Karl Zöllick erhält Aufbaunadel in Bronze für geleistete Aufbaustunden
  • 27.11.1956 Aufteilung des Prämienfonds von 113,87 DM (Westendorf 30,-/Irmgard Krause 35,-/Luise Krause 20,-/Zöllick 28,87); Becker bekommt 50 Rt. Al am Büdnerweg von Witt
  • 05.12.1956 Becker erhält 100 Rt. Al an der Chaussee von Rosenkranz


Ende der Gemeinde Stülow


Vom 01.01.1957 – 17.01.1973 gehörte Stülow zur Stadt Bad Doberan (Beschluss der Stadt Bad Doberan vom 24.05.1956, dass sich die Gemeinde Stülow(315 Einwohner) und die Gemeinde Stadt Bad Doberan zur Gemeinde Stadt Bad Doberan zusammenschließen. Der Beschluss tritt am 01. 01.1957 in Kraft.


Flurnamen

  • Die Stülower Flurnamen wurden von C. Jacobs(Lehrer?)um 1910 und Günter Gartenschläger(Siehe Hof 9)1930 gesammelt(Quelle: Wossidloinstitut der Universität Rostock):


Anekdoten und Begebenheiten

  • Bull(e) heiratet Starck(e)(Siehe Höfe 7 und 8)
  • 09.08.1929 Schulze wird beauftragt, den Vater eines unehelich geb. Kindes ausfindig zu machen, falls es einen gibt.
  • Nach dem Krieg wurden in Tremps Koppeln ca. 100 Pferde für den Abtransport in die Sowjetunion zusammengezogen. Die Stülower Jungs aßen Schwein am Spieß mit den Rotarmisten. Es wird aber auch von Vergewaltigungen und Diebstählen berichtet. Ilse Zöllick versteckte sich eine Nacht im nassen Klee, eine Flüchtlingsfrau, die bei Zöllicks wohnte, hatte weniger Glück.
  • Ende der 40-iger Jahre fanden Stülower Jungs (Horst Fietze, 3 Brandtjungen u. a.) beim Baden im Dorfteich eine Maschinenpistole, womit sie stolz durchs Dorf marschiert sind. Als Vater Richard Brandt von der Arbeit nach Hause kam und dies sah, wurde er wütend, nahm die MP und schoss in die Luft. Dann warf er sie zurück in den Teich.
  • Hans Schuldt ersteigerte um 1950 vom ehemaligen Besitz des Großherzogs ein geräumiges Bett, in dem 3 Personen Platz hatten. Das Bett hatte vergoldete Kugeln zum Abschrauben, worin man kleine Kostbarkeiten aufbewahren konnte. Die Mädchen von Schuldts haben in diesem Bett geschlafen aber wahrscheinlich anders als die Familie des Großherzogs auf einem Strohsack.
  • Lt. Hans Schuldt fand Heino Uhlenbrook, nachdem die Familie in das Haus von Annemarie Westendorff gezogen war, im Kachelofen 500. Mark, die er der Besitzerin zurückgab. Dafür wurde er noch lange aufgezogen, u. a. auch von seiner Frau Betty.
  • Mitte der 50-iger Jahre gab es ein reges sportlich kulturelles Dorfleben: so war Jahrmarkt in Tremps Koppel, eine Fußballmannschaft gab es für kurze Zeit auch(Brandts 3 Söhne, H. Fietze, M. Kalischke, Seklarek, H. Schuldt, D. Witt, Lehrlinge von Tremps u. a.), es wurde auch gegen andere Dörfer gespielt.
  • In einem Schreiben des Rates des Kreises(Mitte 50-iger) wurden die Gemeindevertretungen darauf hingewiesen, dass mit einer verstärkten Übersiedlung von jungen Leuten aus dem Westen gerechnet wird und die Gemeinden sich darauf einrichten sollten. Interessanterweise gab es Partnergemeinden im Westen. So wurde vom Gemeinderat am 15.04.51 ein Briefwechsel mit der Gemeinde Lentföhrden/ SHS beschlossen. Ob überhaupt ein Briefwechsel zustande kam, ist nicht belegt.
  • Paul Schulmeister veranstaltet mit Stülower Jungs (Regensteins, Crulls) heimlich auf seinem Boden Luftgewehrschießen mit selbst hergestellter Munition.
  • Regensteins Jungs stahlen während des Transports nach Doberan Kohlköpfe von Karl Westendorfs Kastenwagen. Als der Bauer das merkte, gab es welche mit einer extra langen Peitsche.
  • Niko Regenstein hatte eine ertragreiche Einnahmequelle erschlossen. Er nutzte aus, dass die LPG-Mitglieder ihren Dreschkasten nicht richtig reinigten. Er fegte sämtliche Dreschabfälle zusammen, brachte sie in großen Säcken heimlich nach Hause und reinigte sie. Auf diese Weise brachte er es zu mehreren Zentnern Getreide, dass er als Futter für seine Tauben nutzte bzw. an andere Taubenzüchter verkaufte. Hilfreich in der Schulzeit war die Versorgung von Lehrern mit bratfertigen Tauben.
  • Als Eckard Elbrecht Ingrid Schlapmann am 8.Mai 1967 geheiratet hat, kam es während der kirchlichen Trauung zu kuriosen Verwechslungen: Probst Ehlers fragte das Brautpaar, ob Ingrid Schippmann(Nachbarstochter) Lutz Elbrecht (Vater von Eckard) heiraten wolle. Beide waren so überrumpelt, dass sie trotzdem das Ja-Wort gaben. Es hatte keine Folgen.
  • Die Mutter von Franz Helmut Haacke und Ingrid Zeug überredete den verantwortlichen Monteur beim Bau der Wasserleitung in Doberan bis unmittelbar an die Grenze zum Stülower Territorium (Haackes Gartenzaun)im Jahr 19…? doch die Leitung etwas weiter bis zu Haackes zu verlegen und zudem am Weg einen Hydranten zu installieren. Als Bürgermeister Johann Tremp dies erfuhr, regte er sich sehr auf, er wurde ja nicht gefragt. Da Frau Haacke offensichtlich gute Überredungskünste besaß, konnte sie den Bürgermeister überzeugen, dass ein Hydrant in Kriegszeiten von Vorteil sein könnte.
  • Stülower Kinder sammelten während der Herbstferien bei den Bauern, Büdnern und in der LPG Kartoffeln. Vorzugsweise ging man zu den Bauern, bei denen es das beste Essen gab. Peter Becker wurde Mitte der fünfziger Jahre als bester Sammler in der OZ erwähnt.
  • Anekdoten von Paul Schulmeister (Siehe Zeitungsartikel)
  • Bibelstunde bei Beckers mit Probst Ehlers aus Bad Doberan
  • Vor dem Krieg war die Hitlereiche vertrocknet. Darauf pflanzte der damalige Gemeindediener Heinrich Vullert bei Nacht und Nebel eine neue.
  • Paul Adam und … Bandelow hatten unter Alkoholeinfluss um 1950 einen Kinderwagen mit Kind hinter einen Pferdewagen gespannt und kamen dann ohne das Kind auf den Hof an. Das Kind kam nicht zu Schaden.
  • Lt. Horst Fietze holten die Stülower Hausfrauen, wenn sie Erbsen kochen wollten, das Wasser vom Brunnen des Hofes 4(Stuhr)
  • Dieter Schröder(LPG-Vorsitzender) war immer für Streiche zu haben. So kam er Anfang der 1980-iger Jahre mit der Retschower Reitertruppe zum Geburtstag von Horst Kraschina geritten. Sie soffen den ganzen Tag, die Pferde verwüsteten den Hof.
  • Lt. Hans Schuldt ist die Familie von Heino und Betty Uhlenbrook seit 1936(aus Bartenshagen zugezogen) in Stülow 7mal umgezogen. So wohnten Uhlenbrooks in der Häuslerei7, auf den Höfen 6,7und 8, in den Katen der Höfe 4 und 9 sowie auf der Badenmühle.
  • Lt. mündlicher Überlieferung hat in Stülow eine Überlebende der Titanic gelebt. Der Name ist leider nicht bekannt( Vermutung: Elisabeth Müller)
  • Als Werner Voß um 1960 vorübergehend im Westen war, sagte Alfred Jentsch unter dem Gelächter der Mitglieder auf einer LPG- Vollversammlung, den hätte man rübergeschickt, um dort die ersten LPG zu gründen.
  • Eigene Erfahrungen mit Sitten und Gebräuchen: Hausschlachtungen/Kartoffelsammeln/Erntezeit/Landwirtschaft als Zuerwerb