Koserow Chronik nach Jahreszahlen: Unterschied zwischen den Versionen

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==... im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==
 
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1347 - Ersterwähnung Pfarrer Albertus aus KUZEROWE ist Gast im Kloster Pudagla.
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==Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)==
 
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1618 - vor dem 30jährigem Krieg wohnten hier 16 Bauern und nach 1648 nur noch 5 Bauernfamilien.
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==bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)==
 
==bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)==
  
 
===Unter Schwedens Herrschaft (1648 - 1720)===
 
===Unter Schwedens Herrschaft (1648 - 1720)===
1693 - Schwendenmatrikel - Bestandsaufnahme und Vermessung des Ortes durch Andrea Jernström.
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'''1693''' - Schwendenmatrikel - Bestandsaufnahme und Vermessung des Ortes durch Andrea Jernström.
  
1720 - die Insel kommt in preußische Hand
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==bis zur Reichseinigung (bis 1871)==
 
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1818 - 1819 der sandige Streckelberg wird vom Förster Schrödter aufgeforstet.
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'''1818 - 1819''' der sandige Streckelberg wird vom Förster Schrödter aufgeforstet.
  
1820 - Salzhütten werden für das steuerfreie Salz an der Ostseeküste errichtet.
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Einwohner: 1693/ ca. 60, 1743/ 62, 1755/ 111, 1775/ 149, 1805/ 175, 1850/ 277
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'''Einwohner:''' '''1693'''= ca. 60, '''1743'''= 62, '''1755'''= 111, '''1775'''= 149, '''1805'''= 175, '''1850'''= 277
  
1851 - eine Badegenossenschaft wird gegründet
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1853 - die Seebadeanstalt wird eröffnet
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==Kaiserreich (1871-1918)==
 
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1895 - eine Mauer am Fuße des Streckelberges wird errichtet. Diese wird in den nächsten Jahren nach jeder Sturmflut verlängert und ausgebessert.
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'''1895''' - eine Mauer am Fuße des Streckelberges wird errichtet. Diese wird in den nächsten Jahren nach jeder Sturmflut verlängert und ausgebessert.
  
1904 - die Schreibweise wird von COSEROW in KOSEROW geändert.
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1908 - Freiwillige Feuerwehr wird gegründet
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1911''' - Bahnanschluss - Bahnhof gebaut
  
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==Weimarer Republik (1918-1933)==
 
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1920 - Seesteg wird gebaut, durch Eisgang während des Krieges zerstört.
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==Drittes Reich (1933-1945)==
 
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==SBZ und DDR (1945-1990)==
 
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1956 - Campingplatz entsteht
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1984 - Künstler Otto Niemeyer-Holstein ist in Lüttenort (Wohnplatz von Koserow) gestorben
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'''1984''' - Künstler Otto Niemeyer-Holstein ist in Lüttenort (Wohnplatz von Koserow) gestorben
  
 
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1993 - Seebrücke wird gebaut
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'''1993''' - Seebrücke wird gebaut
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'''1993''' - Staatlich anerkanntes Seebad - Gemeinde möchte den Namen Ostseebad
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'''1998''' - Fertigstellung der neuen Mauer am Fuße des Streckelberges
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'''2014 -2015''' Bau des Kreisverkehrs und  Straße parallel zur B111 zum Hotel Vineta Damerow
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'''2016''' - Karls Erdbeer- und Erlebnishof eingeweiht
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'''2019''' - neue Stahltreppe zum Strand errichtet.
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===Wal strandet 1363===
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'''Im Jahre 1363 oder 1365 strandete ein Wal an der schmalsten Stelle der Insel.'''
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In der Chronik der Insel Usedom von 1863 lesen wir bei Gadebusch:
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''„ Im Jahre 1363 strandete auf unserer Insel beim Ackerwerk '''Damerow''' neben den Trümmern des versunkenen Vineta ein mächtiger Walfisch, von dessen Speck 360 Tonnen zur Freude der Fischer gefüllt werden konnten. In dem darauf folgenden Unglücksjahr 1364 war in Pommern die Pest unter den Namen des schwarzen Todes allgemein verbreitet.“''
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In der Chronik der Insel Usedom von 1909 zitiert Robert Burkhardt den Chronisten des Mittelalters Kantzow: „ Im Jahre 1365 war ein großes Ungewitter in der See und es wurde sehr großes Wasser am Lande zu Pommern. Mit dem selben Wasser kam ein überaus großer Walfisch gegen Damerow an das Land zu Usedom, und als das Wasser wieder abging, blieb er auf dem trocknen Lande liegen und konnte nicht wegkommen. Darum kamen die Einwohner und töteten ihn und zerhieben ihn und wurde viele Last Fleisch von ihm gehauen. Davon stammen noch die großen Rippen, die man in Stralsund, in Wittenberg und anderen Städten hat.“
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Diese großen Knochen wurden stets nach solchen Strandungen von Walen „Wunder halber“ von den Herzögen verschickt.
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Oft dachten die Menschen in jener Zeit, dass solch besonderes Ereignis, wie z.B. auch Kometen Unglücksboten sind und Krieg und Seuchen ausbrechen werden.
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Der Forscher Dr. Arnold Japha vermerkte 1908 in seiner Zusammenstellung mehr als 200 solcher Zufälle der Strandungen an der Ostseeküste.
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In der Ahlbecker Chronik ist im Jahr 1894 solch ein Ereignis vermerkt. Von der Seebrücke aus sichtete man „ein großes Etwas“, man vermutet ein Wrack oder ein Ungeheuer. Elf Fischer fassten sich ein Herz und ruderten diesem Etwas entgegen. Nach eingehender Begutachtung war es ein Schnabelwal von 7 Meter Länge und ca. 72 Zentner Gewicht. Doch diese Fischer schlachteten ihn nicht, sondern brachten ihn per Boot nach Swinemünde und für 30 Pfennige konnte man ihn besichtigen. Dann verkauften die Fischer den Wal für 640 Mark an drei betuchte Herren, die damit eine Deutschlandreise antraten, aber in Leipzig war der penetrante Geruch nicht mehr auszuhalten und der Wal kam zum Abdecker. Im Stralsunder Meeresmuseum können die Gerippe solch großer Meeressäuger bestaunt werden. Auch in der Marienkirche in Greifswald, in der nördlichen Turmnische ist eine Zeichnung in natürlicher Größe angebracht. Der dargestellte Schwertwal strandet 1545 bei Eldena in der Dänischen Wieck. Im Juli 2005 fanden Segler einen 18 m langen Finnwal in der südlichen Ostsee. Allein das Herz hat einen Durchmesser von einem Meter.
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In der Ostsee lebt ständig als einzige Walart der Schweinswal. Diese Tiere werden bis zu zwei Meter lang und waren einst sehr verbreitet. Swinemünde soll seinen Namen durch die damals große Anzahl der Tiere erhalten haben. Seit 50 Jahren sind die Bestände in der Ostsee stark zurückgegangen, so dass der Schweinswal auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten steht.
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'''Der Walfisch von Damerow (1363)
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vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Scheele Künstler Hugo Scheele]'''
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[[Datei:Damerow Haus.jpg |thumb|386px|rechts| Försterei Damerow]]
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Wie waren einst die Fischer froh,
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Als an dem Strand von Damerow
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Ein großer Walfisch war gelandet,
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Als Weltmeerreisender gestrandet,
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Und wie ein umgekipptes Boot
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Im Sande ruhte mausetot-
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Dreihundertsechzig Tonnen Speck
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Gewann man so auf einem Fleck,
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Und Fässer bester Stiefelschmiere
  
1993 - Staatlich anerkanntes Seebad - Gemeinde möchte den Namen Ostseebad
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Erhielt man von dem Säugetiere.-
  
1998 - Fertigstellung der neuen Mauer am Fuße des Streckelberges
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Doch heut ist alles aufgebraucht,
  
2014 -2015 Bau des Kreisverkehrs und  Straße parallel zur B111 zum Hotel Vineta Damerow
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Besorgt Jan Maat sein Pfeifchen raucht,
  
2016 - Karls Erdbeer- und Erlebnishof eingeweiht
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Drum sei´s hier im Gebet erfleht,
  
2019 - neue Stahltreppe zum Strand errichtet.
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Daß mal ein Wal vor Anker geht.

Version vom 9. November 2019, 13:54 Uhr

... im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1347 - Ersterwähnung Pfarrer Albertus aus KUZEROWE ist Gast im Kloster Pudagla.

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1618 - vor dem 30jährigem Krieg wohnten hier 16 Bauern und nach 1648 nur noch 5 Bauernfamilien.

bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Unter Schwedens Herrschaft (1648 - 1720)

1693 - Schwendenmatrikel - Bestandsaufnahme und Vermessung des Ortes durch Andrea Jernström.

1720 - die Insel kommt in preußische Hand

bis zur Reichseinigung (bis 1871)

1818 - 1819 der sandige Streckelberg wird vom Förster Schrödter aufgeforstet.

1820 - Salzhütten werden für das steuerfreie Salz an der Ostseeküste errichtet.

Einwohner: 1693= ca. 60, 1743= 62, 1755= 111, 1775= 149, 1805= 175, 1850= 277

1851 - eine Badegenossenschaft wird gegründet

1853 - die Seebadeanstalt wird eröffnet

Kaiserreich (1871-1918)

1895 - eine Mauer am Fuße des Streckelberges wird errichtet. Diese wird in den nächsten Jahren nach jeder Sturmflut verlängert und ausgebessert.

1904 - die Schreibweise wird von COSEROW in KOSEROW geändert.

1908 - Freiwillige Feuerwehr wird gegründet 1911 - Bahnanschluss - Bahnhof gebaut

1912 - Badegäste im Ort: 3420

Weimarer Republik (1918-1933)

1920 - Seesteg wird gebaut, durch Eisgang während des Krieges zerstört.

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

1956 - Campingplatz entsteht

1984 - Künstler Otto Niemeyer-Holstein ist in Lüttenort (Wohnplatz von Koserow) gestorben

die heutige Zeit

1993 - Seebrücke wird gebaut

1993 - Staatlich anerkanntes Seebad - Gemeinde möchte den Namen Ostseebad

1998 - Fertigstellung der neuen Mauer am Fuße des Streckelberges

2014 -2015 Bau des Kreisverkehrs und Straße parallel zur B111 zum Hotel Vineta Damerow

2016 - Karls Erdbeer- und Erlebnishof eingeweiht

2019 - neue Stahltreppe zum Strand errichtet.

Einigen wichtige Themen sind eigene Artikel gewidmet:

Wal strandet 1363

Im Jahre 1363 oder 1365 strandete ein Wal an der schmalsten Stelle der Insel.

Wal in der Marienkirche Greifswald - Wandgemälde

In der Chronik der Insel Usedom von 1863 lesen wir bei Gadebusch: „ Im Jahre 1363 strandete auf unserer Insel beim Ackerwerk Damerow neben den Trümmern des versunkenen Vineta ein mächtiger Walfisch, von dessen Speck 360 Tonnen zur Freude der Fischer gefüllt werden konnten. In dem darauf folgenden Unglücksjahr 1364 war in Pommern die Pest unter den Namen des schwarzen Todes allgemein verbreitet.“ In der Chronik der Insel Usedom von 1909 zitiert Robert Burkhardt den Chronisten des Mittelalters Kantzow: „ Im Jahre 1365 war ein großes Ungewitter in der See und es wurde sehr großes Wasser am Lande zu Pommern. Mit dem selben Wasser kam ein überaus großer Walfisch gegen Damerow an das Land zu Usedom, und als das Wasser wieder abging, blieb er auf dem trocknen Lande liegen und konnte nicht wegkommen. Darum kamen die Einwohner und töteten ihn und zerhieben ihn und wurde viele Last Fleisch von ihm gehauen. Davon stammen noch die großen Rippen, die man in Stralsund, in Wittenberg und anderen Städten hat.“ Diese großen Knochen wurden stets nach solchen Strandungen von Walen „Wunder halber“ von den Herzögen verschickt. Oft dachten die Menschen in jener Zeit, dass solch besonderes Ereignis, wie z.B. auch Kometen Unglücksboten sind und Krieg und Seuchen ausbrechen werden.

Der Forscher Dr. Arnold Japha vermerkte 1908 in seiner Zusammenstellung mehr als 200 solcher Zufälle der Strandungen an der Ostseeküste. In der Ahlbecker Chronik ist im Jahr 1894 solch ein Ereignis vermerkt. Von der Seebrücke aus sichtete man „ein großes Etwas“, man vermutet ein Wrack oder ein Ungeheuer. Elf Fischer fassten sich ein Herz und ruderten diesem Etwas entgegen. Nach eingehender Begutachtung war es ein Schnabelwal von 7 Meter Länge und ca. 72 Zentner Gewicht. Doch diese Fischer schlachteten ihn nicht, sondern brachten ihn per Boot nach Swinemünde und für 30 Pfennige konnte man ihn besichtigen. Dann verkauften die Fischer den Wal für 640 Mark an drei betuchte Herren, die damit eine Deutschlandreise antraten, aber in Leipzig war der penetrante Geruch nicht mehr auszuhalten und der Wal kam zum Abdecker. Im Stralsunder Meeresmuseum können die Gerippe solch großer Meeressäuger bestaunt werden. Auch in der Marienkirche in Greifswald, in der nördlichen Turmnische ist eine Zeichnung in natürlicher Größe angebracht. Der dargestellte Schwertwal strandet 1545 bei Eldena in der Dänischen Wieck. Im Juli 2005 fanden Segler einen 18 m langen Finnwal in der südlichen Ostsee. Allein das Herz hat einen Durchmesser von einem Meter.

In der Ostsee lebt ständig als einzige Walart der Schweinswal. Diese Tiere werden bis zu zwei Meter lang und waren einst sehr verbreitet. Swinemünde soll seinen Namen durch die damals große Anzahl der Tiere erhalten haben. Seit 50 Jahren sind die Bestände in der Ostsee stark zurückgegangen, so dass der Schweinswal auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten steht.


Der Walfisch von Damerow (1363) vom Künstler Hugo Scheele

Försterei Damerow

Wie waren einst die Fischer froh,

Als an dem Strand von Damerow

Ein großer Walfisch war gelandet,

Als Weltmeerreisender gestrandet,

Und wie ein umgekipptes Boot

Im Sande ruhte mausetot-

Dreihundertsechzig Tonnen Speck

Gewann man so auf einem Fleck,

Und Fässer bester Stiefelschmiere

Erhielt man von dem Säugetiere.-

Doch heut ist alles aufgebraucht,

Besorgt Jan Maat sein Pfeifchen raucht,

Drum sei´s hier im Gebet erfleht,

Daß mal ein Wal vor Anker geht.