Klockenhäger Chronologie und Geschichte(n) - aktuell fortlaufend: Unterschied zwischen den Versionen

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(Ein typisches Hagendorf)
(Baumgarten, Karl (Max Hermann Klaus) - Pädagoge, Kantor, Heimatforscher)
 
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geb. 5.2.1910 Wismar
 
geb. 5.2.1910 Wismar

Aktuelle Version vom 25. Juni 2020, 07:23 Uhr

Abkürzungen beim Quellenverweis:

KFC = Krausesche Fundchronik im Archiv der Hansestadt Rostock MUB = Mecklenburgisches Urkundenbuch KDK = Karl Krambeer "Dorfbuch von Klockenhagen" SKC = Lambert Slaggert, Ribnitzer Klosterchronik


Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel:

Inhaltsverzeichnis

Klockenhagen taucht in der Geschichte auf

1320,14.März erste Erwähnung von Schmachthagen (MUB VI 4174,später in Klockenhagen aufgegangen)

1332 Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Klockenhagen (MUB)

Klockenhagen im späten Mittelalter (um 1300 bis 1517)

1339 Der Ritter von Züle verkauft Klockenhagen und Schmachthagen an das Ribnitzer Kloster.


Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

älteste Dorfansicht als Skizze im Klosterinventar 1620 des Ribnitzer Klosters

Abb. rechts: älteste Dorfansicht als Skizze im Klosterinventar 1620 des Ribnitzer Klosters

1526 Aufruhr der Klockenhäger Klosterbauern während der Erntefron (SKC)

1599 Das Ribnitzer Kloster wird in ein Damenstift verwandelt.

1620 Im Klosterinventar von 1620 werden 17 Bauern und 5 Kossaten (Kleinbauern) aufgeführt

1648/49 Am Ende des Dreißigjährigen Krieges leben nur noch 10 Menschen in Klockenhagen

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

1654 Die mecklenburgischen Bauern werden leibeigene Untertanen

1669 Klockenhagen wird mit anderen Klosterdörfern an den mecklenburgischen Herzog verkauft und dem Domanium angegliedert

1760 bis 1833 Das Domanialamt wird von Ribnitz nach Hirschburg verlegt.

Das alte Amtshaus (heute Künstlerhof Schlüter/Buch) ist noch vorhanden.

1779 In Klockenhagen sind 23 Büdner angesiedelt worden.

1795 Die Dienstpflicht von sieben Klockenhäger Bauern auf der Domäne Neuhof wird aufgehoben.

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

1820 Die Leibeigenschaft wird in Mecklenburg aufgehoben.

1824 Die Feldmark des Dorfes Klockenhagen wird separiert. Die Büdner erhalten eine gemeinsame Kuhweide an der Altheider Grenze.

1826 Die Zahl der Büdnereien ist auf 41 gestiegen.

1833 In Klockenhagen wird ein neues Schulhaus gebaut.

1844 An der Hirschburger Grenze werden 8 Büdnerstellen für Seefahrer angelegt. Dieser Ortsteil erhält den Namen Neu-Klockenhagen. Um 1850 wohnen 3 Schiffer (Kapitäne) und 34 Seeleute in Klockenhagen.

1851 Die Schiffer Rehberg und Pieplow schlagen vor, in Klockenhagen eine Vorbereitungsschule für junge Seeleute zu gründen.

1852 bis 1872 Die Bauern werden vererbpachtet. Als „Erbpächter“ wurden sie zu Eigentümern ihrer Gehöfte. Auch die Büdner erhalten ihr Land in Erbpacht.

1854 Die Kuhweide wird in Parzellen für die 46 Büdner aufgeteilt.

Deutsches Reich bis 1918

1875 Das Hufe II (Rehberg) wird aufgeteilt und in 3 Büdnereien, Gemeindeland sowie 10 Grundstücke für Häuslereien verwandelt. Bis 1895 entstehen an der Straße nach Hirschburg 10 Häuslereien, die sogenannte „Häuslerreihe“.

1876 Die Dorfvertretung beschließt, für die Schule einen Globus und eine Karte von Palästina anzuschaffen.

1891 Der Steuermann Jenß richtet eine Bäckerei ein.

1905 Die Kunststraße (Chaussee) von Ribnitz nach Müritz, die durch Klockenhagen führt, wird fertiggestellt.

1908 Die Genossenschafts-Molkerei wird gegründet.

1908 Mehrere Bauern schaffen sich gemeinsam eine große Dreschmaschine an, die von einer Dampfmaschine angetrieben wird.

1912 Masseneinbruchsserie der sogenannten "Radfahrerbande" in Klockenhagen.

Deutsches Reich bis 1945

1922 -Das Dorf Klockenhagen erhält elektrischen Strom.

- Die Scheune des Büdners Randow brennt ab.

1931 Ein großer Teil der Klockenhäger Feldmark wird melioriert.

1933 12 Bauernhöfe und 2 große Büdnereien werden während der Zeit des „Dritten Reiches“ zum „Erbhof“ erklärt.

1943 Im alten Schulgebäude wird ein Erntekindergarten eingerichtet.

1945 In den landwirtschaftlichen Betrieben unseres Dorfes waren von den 326 Familienmitgliedern nur 60 Männer im arbeitsfähigen Alter.

SBZ und DDR bis 1990

1950 Die „Bäuerliche-Handels-Genossenschaft“ BHG löst die Raiffeisen-Genossenschaft ab.

1950 bis 1971 In Klockenhagen wird alljährlich das traditionelle Tonnenabschlagen veranstaltet.

1953 Die „Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft“ LPG „Treue“ wird gegründet. In den folgenden Jahren entstehen weitere kleine LPG.

1960 Unter scharfem Druck treten die letzten „Einzelbauern“ in die LPG ein.

Oder: Das Dorf wird vollgenosenschaftlich.

1962 – 1972 Mehrere kleine LPG schließen sich der LPG „Treue“ an: 1962 LPG „Blühende Heide“, 1965 LPG „Thomas Müntzer“, 1966 LPG „Morgenrot“, 1970 LPG „Wallbach“, 1972 LPG „Eickboom“.

1968 In der ehemaligen Molkerei wird eine Konsumverkaufsstelle eingerichtet.

1970 Das Gehöft von Heinrich Peters wird Denkmalhof. Der Denkmalhof wird in den folgenden Jahren zum Freilichtmuseum erweitert.

1974 Die Gemeinden Klockenhagen und Hirschburg werden zusammengelegt. Zur Gemeinde gehören auch Altheide, Neuheide und Klein-Müritz.

1975 Die LPG „Treue“ Klockenhagen wird vom Volkseigenen Gut (VEG) Zingst übernommen.

1975 Die „Bäderstraße“, die neue Verbindungsstraße zwischen Altheide und Körkwitz-Hof, wird eröffnet.

1977 Das VEG Klockenhagen wird ein selbstständiger Betrieb.

1977 Das VEG baut eine Kälberaufzuchtanlage.

1977 Die Schule wird geschlossen. Die Schüler fahren mit dem Schulbus nach Ribnitz.

1978 Das VEG errichtet an der Bäderstraße eine Gaststätte.

1981 Das Tonnenabschlagen wird wieder eingeführt und findet seitdem alljährlich statt.

1982 Klockenhagen begeht die 650-Jahr-Feier mit einer Festwoche.

1983 In dem ehemaligen Schulgebäude wird ein Kindergarten eingerichtet.

1984 Altheide und Klockenhagen werden an die zentrale Trinkwasseranlage angeschlossen.

1987 In der alten Molkerei werden elf Wohnungen ausgebaut.


Die heutige Zeit

1990 Baubeginn der Kreisfeuerwehrzentrale.

1992 Das VEG wird privatisiert. Es entsteht die Hartmann und Partner Agrargesellschaft mbH, die vor allem Rindermast betreibt. Die Firma Wieben übernimmt die Bauabteilung des VEG. Aus dem Werkstattbereich des VEG entsteht die Firma UniTeK GbR.

1992 Klockenhagen wird an das Gasnetz angeschlossen.

1993 Klockenhagen, Hischburg, Altheide, Neuheide und Klein-Müritz werden Ortsteile der Stadt Ribnitz-Damgarten. Ein Ortsbeirat wird gebildet.

1994 Im Herbst besuchen die ersten Gäste die Ferienanlage „Pferde Ferien Hirschburg“.

1997 Der Radweg Ribnitz – Klockenhagen wird eröffnet. Im Jahre 2001 wird der Radweg Ribnitz – Altheide angelegt. 2002 folgt der Radweg von Klockenhagen nach Körkwitz-Hof.

1997 Im neuen Wohngebiet Katenfeld werden die ersten Eigenheime errichtet.

In den folgenden Jahren entwickelt sich unser Dorf zu einem beliebten Standort für Eigenheime. In den beiden Wohngebieten Katenfeld und Achterberg sind in den vergangenen Jahren insgesamt ...... Eigenheime.


2004 Der Reitweg von Hirschburg nach Neuheide über den Wallbach wird eröffnet.

2007 Im Jubiläumsjahr 2007 präsentiert sich unser Dorf als wichtiger Wirtschaftsstandort.

Der größte Betrieb ist die Agrargesellschaft Hartmann & Partner, die sich auf Rinder- und Schweinemast spezialisiert hat. Auf einer Nutzfläche von rund 2500 ha, die sich von Graal-Müritz bis Dierhagen erstreckt, wird das Futter für 3000 Rinder und 3000 Schweine produziert. Daneben sind insgesamt 70 kleine und mittelständische Gewerbebetriebe vor allem der Bereiche Bauwirtschaft, Dienstleistungen und Urlauberbetreuung hier ansässig.

Unser Dorf liegt nahe der Ostseeküste zwischen der Rostocker Heide und der reizvollen Boddenlandschaft. In unserm Ort sind wichtige touristische Einrichtung entstanden:

Das Freilichtmuseum mit seinen 20 kulturhistorisch wertvollen ländlichen Bauten

Das Privatmuseum „Natur-Schatzkammer und Paradiesgarten“ des Tierpräparators R. Krasselt in Neuheide mit einer eindrucksvollen naturkundlichen Sammlung

Das Informationszentrum „Wald und Moor“ der Stadtforst in Neuheide Klockenhagen präsentiert sich im Jubiläumsjahr 2007 als ein aufblühendes Dorf, in dem sich Historisches mit Modernem und Neuem verbunden hat.

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Herkunft von Klockenhagen

Ein typisches Hagendorf

Was ist ein Hagendorf ?

Gründung der Hagendörfer im 13. und 14. Jahrhundert. (Hans Erichson/ Wilfried Steinmüller)


Verteilung von Hagendörfern auf dem Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern (Quelle: Archiv Hans Erichson)

Bei der deutschen Ostkolonisation des 13. Jahrhunderts spielte neben der Gründung der Städte auch die Anlage neuer Dörfer eine wichtige Rolle. Die eroberten Gebiete der Obotriten und Lutizen waren nur dünn besiedelt. Etwa 80 % des Gebietes waren unkultivierte Urwälder, in denen die Siedlungsinseln der slawischen Bevölkerung eingebettet waren. Die Wenden, wie die Slawen auch genannt wurden, siedelten vorwiegend auf leichten Böden und in der Nähe von Gewässern. Wasserwege waren auch fast ausschließlich die Verkehrskommunikationswege der Wenden. Weite Teile des Landes waren vor 700 bis 800 Jahren noch mit undurchdringlichen Wäldern bedeckt. Die deutschen Siedler übernahmen in der Regel nicht die wendischen Siedlungen, der größte Teil der deutschen Dörfer entstand „aus frischer Wurzel“ durch Waldrodung. Diese deutschen Rodungsdörfer sind oft an den Endungen „-hagen“ zu erkennen und werden deshalb auch als Hagendörfer bezeichnet. Solche Hagendörfer finden wir vor allem im Gebiet der fruchtbaren Grundmoränen nördlich der mecklenburgischen Hauptendmoräne. Gehäuft treten Hagendörfer im Klützer Winkel, im „Hägerort“ zwischen Doberan und Rostock, am Südrand der Rostocker Heide zwischen Rostock und Ribnitz sowie zwischen Damgarten, Barth und Greifswald auf. Man schätzt die Hagendörfer im heutigen Land Mecklenburg-Vorpommern auf 400. In der Urkunde aus dem Jahre 1233 (MUB 421), in der die Rede von dem Zehnten in Ribnitz und im Kirchspiel Ribnitz ist, wird auch der Zehnt von 16 Hufen „in den Hagen, als Blankenhagen, Volkershagen und Wulfardeshagen“ genannt. Diese Urkunde stellt uns mitten hinein in die Zeit der Kolonisation unserer engeren Heimat. In den eroberten Gebieten gehörte der Grund und Boden dem Landesherrn. Er belehnte damit seine Vasallen, die Ritter, die dafür dem Landesfürsten Kriegsdienste zu leisten hatten. Auch die Kirche und die Klöster sowie die Städte erhielten Grundbesitz vom Fürsten. Die Felder, Wälder, Wiesen und Moore gehörten also immer einem Grundherrn: dem Fürsten, einem Adligen, der Kirche oder einer Stadt. Die Grundherrn konnten aber nur Abgaben und andere Einkünfte erzielen, indem sie auf ihrem Land Bauern ansiedelten. Bei der Gründung eines Dorfes stellte also der Grundherr das Land zur Verfügung und beauftragte meistens einen erfahrenen „Lokator“ - wir würden heute Siedlungsunternehmer sagen - mit dem Siedlungswerk. Der Lokator warb in Niedersachsen, Westfalen oder Friesland Auswanderungswillige, meist junge Bauernsöhne und -töchter, die in ihrer alten Heimat keinen Hof erhalten konnten, auch Kätner, landlose Knechte und andere Leute und führte sie mit ihren Familien in die neue Heimat. Auffallend viele angeworbene Neusiedler kamen aus dem Gebiet des Weserberglandes. Der Lokator stammte oft aus dem Bauernstand, war manchmal auch adliger Herkunft. Er erhielt in dem neuen Dorf das Schulzenamt und meist zwei Hufen. Nachdem die Flurgrenzen des neuen Dorfes abgesteckt waren, schlugen die Siedler zuerst eine Schneise in den Wald, die neue Dorfstraße, welche meist entlang eines Baches verlief. An der Dorfstraße wurde jedem Siedler ein etwa 100 bis 150 m breiter Waldstreifen zugeteilt, der auf beiden Seiten der Straße und rechtwinklig zu ihr bis an die Gemarkungsgrenze reichte. Jeder Bauer errichtete auf seiner Hufe das Gehöft. Dann begann die unsäglich schwere Arbeit der Waldrodung. Allmählich drängte man den Wald Schritt für Schritt bis an die Dorfgrenze zurück. Eine solche Hagenhufe besaß also keine einzelnen Gewannstücke, sondern war ein oft über 1500 m langer Streifen, der von einer Gemarkungsgrenze bis zur anderen reichte. In solchen Waldhufen- oder Hagendörfern lagen die Gehöfte in regelmäßigen Abständen aneinandergereiht entlang der Dorfstraße. Solche onicht selten über mehrere Kilometer langen Hagendörfer aus dem 13. Jahrhundert können wir verschiedentlich im Bild der heutigen Dörfer erkennen.

Struktur eines Hagendorfes aus frischer Wurzel Quelle: Heidearchiv


Beispiele dafür sind Klockenhagen, Bartenshagen oder Steffenshagen. Viele Hagendörfer wurden besonders im 17. und 18. Jahrhundert ganz oder teilweise in Gutsdörfer verwandelt, so daß der bäuerliche Charakter verlorenging. Die leibeigenen Bauern wurden „gelegt“ und ihr Acker dem Gutshof zugeschlagen. In anderen Dörfern wurden im vorigen Jahrhundert durch die Flurbereinigung die Feldmarken neu eingeteilt, so daß die ursprünglichen Hagenhufen verändert wurden. Eine Flurkarte des Hagendorfes Klockenhagen aus dem Jahre 1888 zeigt noch sehr deutlich die Hagenhufen.

Klockenhagen 1822


Ein typisches Merkmal der Hagendörfer sind die Ortsnamen, die in der Regel aus einem Personennamen (oft wohl der Name des Lokators) und der Endung -hagen bestehen. Dafür finden wir in unserer Umgebung zahlreiche Beispiele: Völkshagen, Wulfshagen, Bartelshagen und auch Klockenhagen. Bei Klockenhagen dürfte der Lokator Klok (hochdeutsch Kluge) geheißen haben. Aus „Klokhaghen“ und „Clochagen“ entstand dann Klockenhagen. Die hier in den Hagendörfern angesiedelten Bauern hatten günstigere Besitzrechte als die in ihrer alten Heimat. Zwar gehörte der Grund und Boden immer einem Grundherren, dem Fürsten, einem Adligen, der Kirche oder einer Stadt, aber die Bauern konnten den Hof vererben, ja sogar verkaufen. Der größere Teil saß zu Erbzinsrecht auf ihren Höfen, nur ein geringer Teil saß auf Zeitpacht. Die Bauern hatten ihrem Grundherren bestimmte Abgaben zu entrichten und Dienste zu leisten. Diese Dienste waren aber im Mittelalter nicht so drückend, weil die Eigenwirtschaften der Ritter noch nicht so umfangreich waren. Im 16. und 17. Jahrhundert verschlechterte sich die rechtliche Lage der Bauern, so daß sie dann zu Leibeigenen herabgedrückt wurden.


Die Hagendörfer treten gehäuft im Hägerort zwischen Kühlung und Breitling. rund um die Rostocker Heide und zwischen Damgarten und Greifswald auf.

Ein besonders großer Teil der deutschen Siedler fand im 13. und 14. Jahrhundert seinen Weg aus der Weser-Bergland-Region hierher. Sagenforscher wollen sogar herausgefunden haben, das der "Rattenfänger von Hameln" im historischen Kern der Sage ein Lokator (Werber) gewesen sei, der junge Siedlungswillige anwarb um sie in unser Gebiet zu "locken", sich hier neue Höfe und Existenzen zu Schaffen. Das näher zu untersuchen wäre sicher ein reizvolles Forschungsthema.

Die Gründung des Dorfes Klockenhagen Hans Erichson 1982

Im Jahre 1332 wird das Dort Klockenhagen zum ersten Male in einer Urkunde erwähnt. Deshalb wird Klockenhagen im Jahre 1982 sein 650jähriges Jubiläum begehen. In einer Festwoche vom 11.- 16. Mai werden verschiedene Vorträge und Festprogramme stattfinden. In der obengenannten Urkunde vom 30. November 1332 verkauft Hermann von Züle seine zu Schmachthagen und Klockenhagen gelegene Windmühle mit Haus und Hof und Acker an den Müller Henning. Das Dorf Schmachthagen, das später untergegangen ist, tritt schon einige Jahre früher in einer Urkunde vom 14. März 1320 auf. Von besonderer Bedeutung , ist aber der Verkauf des Dorfes Klockenhagen an das einige Jahre zuvor gegründete Kloster in Ribnitz. Aus einer Urkunde vom 20. Januar 1339 erfahren wir, dass Hermann von Züle Klokhagen und Smachthagen an die Schwestern der Heiligen Clara verkauft hat. In einer weiteren Urkunde erklären sich Detlev, Johann Heineke und Volrat von Züle damit einverstanden, dass Ihr Bruder Hermann „het verkoft deme Kloster Sunte Claren tu Ribbeniz den Smachthagen und Clochagen mit alle deme, dat he dor hadde an akkere, an holte, an wischen, an weyde, an torve (Torf), an watere, an coppele“. Während andere Dörfer in unserer Umgebung wie Blankenhagen, Völkshagen und Wulfshagen schon im Jahre im Jahre 1233 urkundlich genannt werden, hören wir von Klockenhagen erst verhältnismäßig spät etwas. Das Dort ist ohne Zweifel älter als die erste urkundliche Erwähnung und mag schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts also 80 oder sogar 100 Jahre früher gegründet worden sein. Klockenhagen ist ein Rodungsdorf, das im Zuge der deutschen Ostexpansion im 13. Jahrhundert hier im ehemals slawischen Siedlungsgebiet angelegt wurde. Diese Rodungsdörfer, die vielfach die Endung -hagen tragen, wurden in früheren Waldgebieten planmäßig von deutschen Bauern angelegt Der Grundherr beauftragte in der Regel einen Lokator (Siedlungsunternehmer) damit, Bauernsöhne aus Westfalen oder Niedersachsen, die dort keinen Hof erhalten konnten, anzuwerben und herzuführen. Bei der Anlage eines neuen Dorfes wurde zuerst eine Schneise, die geplante Dorfstraße, in den Urwald geschlagen. Dann erhielt jeder Siedler an der Dorfstraße seine Hufenbreite abgesteckt Nun begann jeder mit der schweren Arbeit des Rodens des Urwaldes. Aber dieser Waldboden war sehr fruchtbar! So drängte jeder Bauer den Wald bis zur Gemeindegrenze zurück, daß jede Hufe als langgestreckter Streifen quer zur Straße verlief und beiderseits bis zur Gemeindegrenze reichte. So entstanden diese meist langgestreckten Hagendörfer, in denen entlang der Dorfstraße die einzelnen Bauerngehöfte lagen. Für diese langen Reihendörfer ist Klockenhagen noch heute ein gutes Beispiel. Ein weiteres Kennzeichen eines solchen Rodungsdorfes aus dem 13. Jahrhundert ist vielfach der Ortsname, der sich meist aus einem Personennamen und der Endung -hagen zusammensetzt. Oft wird es wohl der Name des Lokators gewesen sein, den das Dorf erhielt. Beispiele dafür sind Bartelshagen, Diedrichshagen, Steffenshagen und viele andere. Auch bei Klockenhagen wird dies zutreffen. In alten Urkunden wird der Ortsname Klokhaghen, Clochagen oder Clokhagen geschrieben. Darin steckt sicher der Personenname Klok, hochdeutsch Kluge. Aus Klokhagen, das sich ja nicht gut spricht, wurde später Klockenhagen.

Die Höfe

Vom Schulzenhof zum Freilichtmuseum - Geschichte eines Hagendorfs zum erleben

Wie Heinrich Peters durch Dr. Karl Baumgarten zum "Museumsbauern" wurde

Text
Heinrich Peters (1891 - 1976) Der „Museumsbauer“ von Klockenhagen von Karl Baumgarten, 1977
Gern und oft erinnere ich mich an die vielen gemeinsamen Stunden mit Heinrich Peters. 1958 war es, genau gesagt am 2.Mai jenes Jahres, als ich ihm zum ersten Mal begegnete. Eigentlich hatte ich an diesem Tag auf das Fischland wollen, war mir doch berichtet worden, in Wustrow befände sich noch eine alte Scheune mit spätmittelalterlicher Inschrift; davon wollte ich mich persönlich überzeugt haben. Als ich jedoch in Ribnitz den Zug verließ, war der fischland-Bus gerade fort. Um nicht umsonst gefahren zu sein, entschloß ich mich, wenigstens das nahegelegene Klockenhagen aufzusuchen, von dem ich bereits aus der Literatur wußte. Beim Gang durch dieses Dorf fiel mir sofort ein besonders sauberes und eindrucksvolles Gehöft ins Auge, was mir Wert erschien, genauer angesehen zu werden. Der Bauer selbst war nicht zu Hause. Seine Frau zögerte zwar zunächst, als ich ihr meine Bitte vortrug, willigte aber schließlich ein. Nachdem ich so unten im Haus alles angesehen und gemessen hatte, kletterte ich in den Dachoden. Da aber hörte ich einen Wagen vorfahren, die Bäuerin über die Diele eilen und ihrem Mann von mir berichten. Und dann hörte ich auch den Bauern ärgerlich lospoltern „Smiet den Kierl ut´n Hus. Dei föllt mi vun´n Boehn!“
So stieg ich hinunter, ihn zu begrüßen und ihm mein Vorhaben zu erklären. Und wer mich immer noch etwas unwirsch musterte, war niemand anders als Heinrich Peters.
Wie es aber an diesem Tag weiterging? Nun, etwa eine halbe Stunde späterstand oder auch lag er zusammen mit mir unter dem Dach seines Hauses und half mir messen und prüfen. Von diesem Tage an datierte eine fast zwanzigjährige Freundschaft, die bis zu seinem Tode währte.
In den folgrenden Jahren habe ich ihn daraufhin immer wieder aufgesucht, häufig ein- oder zweimal im Monat. Wir saßen dann zumeist auf einer Bank am rückwärtigen Giebel seines Hauses – ich fragend, er antwortend. Hatte ich doch schon bald sein erstaunliches Wissen um Leben und Arbeit im alten Bauerndorf erkannt, wie es von ihm teils aus eigenem Erleben gewonnen, teils aus Erzählungen seines Vaters oder anderer bejahrter Einwohner des Dorfes bewahrt worden war. Dabei bediente er sich gern unserer heimischen Mundart. Er sprach ein vorzügliches Platt, wobei mich immer wieder seine Kenntnis recht altertümlicher Ausdrücke erstaunte, die ich eigentlich längst vergessen glaubte. Ich denke hierbei unter anderem an ein Wort wie „Keulsporen“ für die Dachhölzer des Giebelwalms, eine Bezeichnung, wie sie mir vor allem in Beschreibungen des Ribnitzer Klosterinventars von 1620 entgegengetreten war, so beispielsweise für ein Gehöft aus Klockenhagen: „Sein Haus ist von 7 gebinden mit zwei kihlenden“.
Überhaupt war Heinrich Peters vielseitig historisch interessiert. Das galt als erstes hinsichtlich der Geschichte seines eigenen Hofes. So wußte er, daß seine Familie nicht ursprünglich dorther stammte. Erst sein Vater, ein Büdnersohn aus dem nahen Blankenhagen, hatte 1887 in diesen Hof hineingeheiratet. Wie sehr er sich aber trotzdem – oder gerade deswegen – diesem Hof und seinen vorherigen Besitzern verbunden fühlte, zeigte er, wenn er sich selbst oft im Scherz als „Heinrich VIII.“ bezeichnete, wohl wissend, daß in der Tat seit 1762 alle Hofinhaber immer nur diesen Vornamen getragen haben. Gleiches Interesse aber galt bei ihm der historischen Entwicklung seines Dorfes. :Und so war es eigentlich nicht verwunderlich, daß er, als er im Jahre 1930 zum Bürgermeister von Klockenhagen gewählt worden war, sich auch um eine Veröffentlichung der Geschichte dieses seines Dorfes bemühte. Dabei gelang es ihm, als Autor den Ribnitzer Karl Krambeer zu gewinnen, ehemals Rektor der dortigen Stadtschule, der 1938 eine Geschichte der Stadt Ribnitz vorgelegt hatte. Und so erschien 1942 als eine der wenigen Publikationen über ein mecklenburgisches Dorf unter dem Titel „Dorfbuch von Klockenhagen“. Ein 98 Seiten umfassender Abriß der Geschichte dieses Ortes, der auch heute noch für uns wegen der darin enthaltenen Fakten Quellenwert besitzt.
Besonderer Stolz verband Heinrich Peters mit seinem Bauernhaus, einem niederdeutschen Hallenhaus ostmecklenburgischer Prägung, das um 1700 errichtet und trotz seines beachtlichen Alters auffällig wenig verändert worden war. Dabei hatte diese Beziehung zu seinem Haus zweifellos auch gewisse romantische Züge. So erzählte er mir einmal von einer früheren Absicht, die Diele seines Hauses sowohl an den Seiten, als auch unter den Balken zu täfeln, um daraus eine „feierliche Halle“ zu schaffen. Leider habe der Ausbruch des Krieges dieses Vorhaen verhindert. Als ich ihm darsaufhin erklärte, ich hielte es für ein Glück, daß dies unterblieben sei, verstand er mich zunächst offensichtlich nicht. Erst später lernte er dann sein Haus so schätzen, wie es die Jahrhunderte überdauer hatte, in seiner besonderen Eigenart und seinere historischen Aussage.
Er war daher nunmehr auch besonders angetahn, wenn ich ihn mit Wissenschaftlern aus den verschiedenen europäischen Ländern besuchte, um ihnen gerade sein noch weitgehend in alter Form bewahrtes Haus zu zeigen und zu erklären. Eigentlich immer schloß sich sodann eine kleine Bewirtung der Gäste in seiner niedrigen Stube an, wobei er nie versäumte, allen ein Glas seines selbst angesetzten Reisweins anzubieten.
Neben anderem habe ich bei solchen Führungen stets auf eine besondere Eigenart des Petersschen Hauses, auf eine ursprünglich zur Diele hin offene Wohnnische, eine „Lucht“, und auf deren Bedeutung für das spätmittelalterlichen Wohnen im mecklenburgischen Bauernhaus verwiesen. Heinrich Peters selbst aber, wie immer kritisch, vermochte ich von dieser interessanten Besonderheit seines Hauses erst nach einger Zeit zu überzeugen, als ich ihm von einer Aufzeichnung des bekannten mecklenburgischen Volkskundlers Richard Wossidlo erzählte, dem ein alter Bauer einmal erklärt hatte: „Lucht, dat wier frie, wir innen uppe Däl. Door stünn´n Disch, door eten wi“. Überrascht war ich dann, als Heinrich Peters mir daraufhin eines Tages mitteilte, er wolle diese Lucht wieder öffnen, die seit etwa dem Ende des 18. Jahrhunderts in seinem Haus zu zwei Kammern geschlossen worden war. Ich versuchte ihn davon abzuhalten mit dem Hinweis, daß der ehemals starke Luchtriegel bei dem Einbau der Kammern derart geschwächt worden sei, daß er, falls die Kammerwände wieder entfernt würden, die auf ihm ruhende Last des Balkens und Sparrens wohl nicht mehr trät und damit das ganze Haus gefährdet sei.
Heinrich Peters aber ließ sich dadurch keineswegs beeindrucken. Immerhin damals schon 70jährig, ging er mit einem ihm bekannten 80jährigen Zimmermann aus Klockenhagen daran, einen überlangen, schweren Baumstamm in den Dachraum hinaufzuschaffen und mit ihm den Riegel so zu sichern, daß die Lucht tatsächlich wieder geöffnet werden konnte. Und so ist seit dieser Zeit – soweit mir bekannt – das Peterssche Haus das letzt unserer Heimat mit offener Wohnnische, wie sie einmal in dieser Form für den Norden und den Osten Mecklenburgs typisch war.
Je älter Heinrich Peters wurde, um so mehr wuchs seine Sorge um das Schicksal seines Hauses nach seinem Tod. Da seine Ehe kinderlos geblieben war, fürchtete er, daß es von einem nachfolgenden Besitzer stark verändert oder gar unbewohnt verfallen und schließlich abgerissen werden könnte. Wiederholt teilte er mir diese Gedanken mit, so daß ich ihm den Vorschlag machte, seinen gesamten Hof schon zu seinen Lebzeiten der Stadt Ribnitz zu übereignen mit der Auflage, diesen zu einem Museum auszubauen. Nach einigem Zögern willigte er ein, und so konnte schließlich der 13. Juni 1970 während der damaligen Arbeiterfestspiele im Bezirk Rostock in einer kleinen, folkloristisch umrahmten Feierstunde das Petersscha Anwesen als „Denkmalhof“ seiner neuen Bestimmung übergeben werden. Von jetzt an konnte sich Heinrich Peters über Langeweile nicht mehr beklagen! Von Jahr zu Jahr wuchs die Zahl interssierter Besucher, die er, der auch weiterhin sein altes Haus bewohnte, durch die Anlage seines Hofes führte. Sicherlich wird sich noch mancher von jenen, die ihm damals zuhörten, seiner stets sachkundigen, aber auch gleichermaßen recht humorvollen Erläuterungen erinnern. Und war Heinrich Peters damit zum „Museumsbauern“ von Klockenhagen geworden.
1973 beschloß der Rat des Bezirkes Rostock, den Denkmalhof in Klockenhagen zu einem, größeren regionalen Freilichtmuseum zu erweitern. Und wieder finden wir Heinrich Peters – soweit es ihm damals gesundheitlich möglich war – engagiert an diesem neuen Vorhaben. So wurde von ihm als erstes der alte sod, der Brunnendes Hofes, der schon lange abgedeckt worden war, wieder geöffnet, wie früher mit einer hölzernen Einfriedung versehen und neben dem Brunnenschacht ein kräftiger Gabelpfosten mit langer Schwangrute errichtet. Damit hatter das Bild des Hofes nun wesentlich en Aussage gewonnen. Aber auch beim Wiederaufbau des aus Sievershagen übertragenen Backhauses erlebten wir ihn wiederum aktiv tätig. Teile der Ausstattung, wie ere sie noch aus seiner Jugend kannte, wurden von ihm gefertigt, darunter das von der Decke herabhängende, durch abgebrochene Flaschenhälse gegen Mäuse gesicherte Brotbrett oder die Feuerpatsche zum löschen der noch im Backofen vorhandenen Funken. Vor allem aber wurde von ihm in tagelanger mühevoller Arbeit mit dem schweren „Dälendriewer“, einem alten hammerartigen Gerät, die Backkammer in herkömmlicher Weise mit einem lehmbeschlagenen Fußboden versehen. Daneben war er eifrig bemüht, durch Sammlungen unter seinen Bekannten und Verwandten den bereits vorhandenen Fundus an Objekten, insbesondere an Arbeitsgeräten, zu erweitern. Ich sehe ihn noch immer, wie er, bereits von seiner schweren Krankheit gekennzeichnet, sich an das rückwärtige Tor seines Hofes lehnte und hinausschaute auf das Museumsgelände, auf dem an dem Wiederaufbau des aus Stäbelow bei Rostock stammenden „Tweipott-Katen“ gearbeitet wurde. Und selbst, als ich ihn später im Krankenhaus aufsuchte, ließ er sich immer wieder von dem Fortgang der Arbeiten berichten. Bis zu seinem Tod im November 1976 ließ ihn so der Gedanke an „sein“ Museum nicht los.

Zeittafel zur Entwicklung des Freilichtmuseums Klockenhagen (Hans Erichson, fortgesetzt von Wilfried Steinmüller)

1958
vermißt der Bauernhausforscher Dr. Karl Baumgarten das Gehöft von Heinrich Peters
1965
stellt Heinrich Peters die Lucht in seinem Bauernhaus wieder her
1965
stellt Heinrich Peters den alten Sod (Ziehbrunnen) wieder her.
1969
übergab der Bauer Heinrich Peters seinen Hof an die Stadt Ribnitz‑Damgarten
1970
Am 13.6.1970 wurde das Gehöft (Bauernhaus, Scheune, Ziehbrunnen) als Denkmalhof eingeweiht und dem Heimatmuseum Ribnitz-Damgarten als Außenstelle angegliedert. Erster Museumsdirektor ist Hans Erichson.
1970
wurde ein Museumsbeirat gebildet.
1970
wird im Bauernhaus Peters eine von Dr. Baumgarten gestaltete Dokumentation eingerichtet
Bericht über das Gerichtsverfahren gegen den Brandstifter des Völkshäger Katens in der Ostseezeitung am 29.06.1972
1970
besuchten 3000 Gäste den Denkmalhof
1971
übertrug eine Freizeitbrigade einen Katen aus Völkshagen auf den Denkmalhof
25.April Durch Brandstiftung wurde der Katen Völkshagen stark beschädigt. "Nach dem Besuch einer Schulklasse aus Damgarten war das Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr legte eine Wasserversorgung ab Dorfteich und verhinderte ein Ausbreiten des Feuers. Die Baubrigade, die in dem Gebäude noch Material gelagert hatte, half bei den Löscharbeiten. Teile des Hauses konnten noch geretttet werden." (Auszug aus der Klockenhäger Feuerwehrchronik)
1972
wurde ein Backhaus aus Sievershagen nach Klockenhagen umgesetzt.
1973
beschloß der Rat des Bezirkes, den Denkmalhof zu einem ethnographischen Freilichtmuseum zu erweitern.
1973
schied der Museumsleiter Hans Erichson aus dem Schuldienst aus
1974
wurde die Veranstaltungsreihe „Fierabend up’e Däl“ begonnen.
1975
wurde die Restaurierungsbrigade (3 Zimmerleute, 1 Maurer) gebildet.
1975
arbeitete Dr. Baumgarten eine „Aufbaukonzeption“ und einen Lageplan für das geplante Freilichtmuseum aus.
1976
wurde ein Katen („Tweipott“) aus Stäbelow an das Freilichtmuseum übertragen,. Eröffnung 1978
1976
starb Heinrich Peters. Seine Wohnstube bleibt im Original erhalten.
1976
wurde die Bockmühle von Groß-Ernsthof bei Wolgast nach Klockenhagen geholt
1977
wurde das Werkstattgebäude errichtet.
1977
wurde das Bauernhaus Strassen, Kreis Ludwigslust, nach Klockenhagen umgesetzt.
1978
wurde eine Trafo‑Station für das Freilichtmuseum gebaut..
1979
wurde das Grundstück Lösch gekauft und die Scheune als Verwaltungsgebäude ausgebaut.
1979
wurde die Torscheune (Kopie einer Torscheune aus Biestow) als Eingangsgebäude errichtet: Kasse, Aufenthaltsraum, Toiletten.

Eröffnung zum 10. Gründungstag des Museums am 13.6.1980

1979
Kläranlage und Außenbeleuchtung gebaut.
1980
Spritzenhaus aus Völkshagen umgesetzt
1981/82
Umsetzung des Bauernhauses aus Lütten-Klein und Wiederaufbau des Fachwerkgerüstes
1982
Festwoche anläßlich der 650-Jahr-Feier des Dorfes Klockenhagen
1982
Abbruch der 400 Jahre alten Scheune in Groß Bengersdorf
1982/83
Wiederaufbau der Mühle Groß Ernsthof
1.1.1983
Das Freilichtmuseum wird eine selbständige Einrichtung
1987
Abbau Hof X in Selmsdorf
1992/93
Aufbau Haus Selmsdorf in Klockenhagen
1993
Das Museumsdorf hat 62 200 Besucher
1993-95
Wiederaufbau der Dargelützer Kirche im Museums-Areal (Grundsteinlegung am 3.5.1993)
1995
Nachbau des aus Zislow stammenden Glockenstuhls
1997
Die historische Schuhmacherwerkstatt wird eingerichtet
2000, 7.8.
Erste Trauung in der Kirche Dargelütz (Angelika und Knut Thielk)
2001
Einrichtung des Dorfladens im ehemaligen Rövershäger Spritzenhaus
2002, 1.April
Der Betrieb des Freilichtmuseums wird an den „Museumsverein Klockenhagen“ e.V. übergeben. Die gesamte Immobilie bleibt im städtischen Besitz
2005
Wiederaufbau der Stellmacherei Kuhlrade
2009
Nachbau des historischen Winkelhofes der Mecklenburgischen Siedlungsgesellschaft in Raden von 1920 (heute Museumsverwaltung)
2009, 12.6.
Dr. Hartmuth Schmied tritt die Nachfolge von Heiner Morgenroth als Museumsdirektor an.
2011, 1.8.
Fried Krüger wird Direktor des Museums
2011/12
Wiederaufbau der Göpelscheune
2014, 12.5.
Weihe des Ehrenmals für die Opfer des zweiten Weltkrieges in der Museumskirche

Klockenhäger Bauern rasselten mit der Sense (1526)

Der Ribnitzer Klosterchronist Lambert Slaggert gibt uns für das Jahr 1526 Kunde von einem in die Zeit der beginnenden Reformation fallenden Aufruhr der Klockenhäger Bauern. Die Äbtissin Dorothea hatte den Bauern durch ihren Gardian ausrichten lassen, das diese bei gutem Wetter auf dem Klostercamp Roggen zu mähen hätten. Als es am frühen Morgen des kommenden Tages stark regnete, erschien ein Bauer als Abgesandter auf dem Klosterhof und trug dem Reitknecht der Äbtissin, Hans Schymmelmann, auf, seiner Herrin zu bestellen, daß wegen des Regens an diesem Tage nicht gearbeitet werden würde. Daher wurde auch in der Klosterkirche , wie sonst üblich, kein Essen für sie gekocht. Da der Regen aber gegen zehn Uhr morgens aufhörte, fanden sich die Klockenhäger doch noch auf dem Klostercamp ein und fingen flott an zu mähen. Als sie gegen Mittag aber weder Speise noch Trank erhielten ergrimmten sie sehr und zogen mit ihren Sensen auf den Klosterhof. Sie beabsichtigten den Gardian Joachim Meyger und den Schaffer Joachim Düvel umzubringen. Der Gardian arbeitete gerade mit dem Beichtvater in dem neuen Badehause der Nonnen. Die Bauern suchten den Gardian hier auf und stellten ihn zur Rede. Er antwortete, daß er nicht angenommen hätte, daß sie bei dem Regen noch zum mähen kommen würden, zumal sie doch hätten absagen lassen. Die Bauern begaben sich nun wieder auf den Hof, berieten unter sich und riefen: „Diese Sensen sollen noch an diesem Tage den Gardian und den Schaffer durchbohren!“ Darauf gingen die hungrigen Bauern in den Speisesaal, wo Heinrich Hennynges und der jünger Bolte gegen den inzwischen zur Beschwichtigung der Aufrührer herbeigerufenen Gardian als Wortführer auftraten und äußerten: „Sie müßten zu Hofe gehen, schwere Arbeit verrichten und dennoch können sie weder Essen noch Trinken erhalten. Sie könnten auch noch nicht vergessen, daß man ihnen vor Zeiten ihre Kühe genommen habe. Sie wollten ihm das wohl heimzahlen.“ Dabei fuchtelte Bolte ganz aufgeregt mit seiner Sense in der Luft herum und nahm eine drohende Haltung an. Darauf griff der Gardian zum in Reichweite stehenden Speer, um sich zu verteidigen. Die aufs äußerste erregten Klockenhäger sammelten sich inzwischen auf dem Klosterhof und rasselten mit den Sensen. Inzwischen war auch der Äbtissin von der Gefahr Mitteilung gemacht worden. Prinzessin Dorothea erschien mit ihrer Vikarin Konstantia und einigen Nonnen in der großen Tür und trat den aufrührerischen Bauern entgegen. Sie redete sofort hart an und drohte, daß die harte Hand des mecklenburgischen Landesfürsten den Aufruhr schwer bestrafen würde. Diese bestimmte Rede veranlaßte die Bauern, daas Kloster zu verlassen. Nur der junge Peters wagte es noch, mit seiner Sense vor die Äbtissin hinzutreten. Doch als er sah, daß alle anderen weggingen, folgte auch er bald. Die Äbtissin ließ nun alle Bauern zurückrufen und im Speisesaal kräftiges Essen reichen. Als Sühne für den Aufruhr mußten die Klosterbauern im Folgejahr in ihrem Dorf einen verfallenen Hof gemeinsam wieder aufbauen und beim Gardian Abbitte tun.

Das Rätsel um das untergegangene Dorf Schmachthagen

Klockenhagen - Seefahrt und die geplante Seefahrtsschule

Neu-Klockenhagen

Zeitzeugen berichten

Hans Erichson im Gespräch mit Paul Jenß, Neu-Klockenhagen (1974)

Übertragen von einer Tonbandaufnahme (9. 11. 1974)


Frage: Stammen Sie aus Klockenhagen? Ich bin 1907 in Neu-Klockenhagen geboren. Mein Vater und auch mein Großvater wohnten hier auch schon. Mein Großvater hat dieses Haus gekauft. Ich bin hier in Klockenhagen zur Schule gegangen. Danach habe ich Zimmermann und Bautischler in Ribnitz gelernt. Nach meiner Lehre bin ich hauptsächlich als Zimmermann tätig gewesen. Nur in den 50-er Jahren habe ich die Büdnerei bewirtschaftet, allerdings neben dem Handwerk. Wir waren drei Brüder. Ein Bruder war Reisender für landwirtschaftliche Maschinen, er hat Maschinenbauer gelernt. Der andere war Maurer. Ich habe zwei Kinder, eine Tochter ist Verkäuferin und eine Tochter hat Friseuse gelernt und wohnt in Solingen. Die Kinder, die neulich hier zu Besuch waren, sind unsere Enkel. Die Tochter wohnt in Ahrenshagen. Ihr Mann ist Schmied. Ich habe in den letzten Jahren in der PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks) Graal‑Müritz gearbeitet. Ich habe die PGH damals mitgegründet, und jetzt bin ich Rentner und arbeite so noch ein bißchen nebenbei. Frage: Ich möchte etwas über die Büdnerei wissen. Die Büdnerei ist 1844 eingerichtet worden, als die 8 Büdnereien in Neu-Klockenhagen entstanden. Der erste Besitzer war Seefahrer und hieß Kleist. In dem Büdnerbrief stand, dass dieses Haus nur an einen Seefahrer verkauft werden darf. Mein Großvater war Koch auf einem Segelschiff. Er hat die Büdnerei von Kleist gekauft. Großvater ist zur See gefahren, meine Großmutter hat die Wirtschaft versehen. Ein Pferd war nicht vorhanden, sie besaßen wohl 1‑2 Kühe. Im Sommer fuhr mein Großvater zur See, im Winter lag das Segelschiff in Rostock, die Matrosen waren zu Hause. Mein Großvater starb, als ich 7 Jahre alt war. Mein Vater war Maurer. Er hielt sich kein Pferd. Der Bauer Korff hat den Acker bestellt, nachher hat Heinrich Düwel den Acker gemacht. Dafür musste die Frau dann im Sommer beim Bauern helfen. Für einen Tag Arbeit mit dem Pferd mußte sie drei Tage mit der Hand arbeiten. Zu dieser Büdnerei gehören 900 Ruten Ackerland, also fast 2 ha. Der Acker liegt unmittelbar hinter dem Haus. Hinter dem Bach liegen noch zwei Wiesen. Von diesem Land allein konnte eine Familie nicht existieren. Die Büdnersfrau besorgte hauptsächlich die Wirtschaft, der Mann mußte auf Lohnarbeit gehen. In unserer Reihe wohnen meist Handwerker, früher Seeleute. Früher besaßen wir 1‑2 Kühe. Vor dem 1. Weltkrieg wurde selbst gebuttert. Ich weiß es noch, daß die Milch in Schalen gegossen, abgesahnt und gebuttert wurde. Nachher entstand die Molkerei in Klockenhagen, dann brachte die Mutter die Milch zur Molkerei. Zwei Schafe hielten wir auch. Wir haben in der Regel zwei Schweine geschlachtet und zwei oder drei Schweine verkauft. Nach dem 1. Weltkrieg kauften sich manche Büdner ein Pferd. Mein Vater kaufte sich Ende der 30er Jahre ein Pferd und hat dann selbst geackert. Er hat sich von Korff Land zugepachtet, etwa 600 - 700 Ruten, für eine Rute mußte er etwa 20 ‑ 30 Pfennig Pacht zahlen. Als wir mehr Land bewirtschafteten, hielten wir etwa drei Kühe und einige Schweine mehr. Das Korn wurde nicht verkauft, sondern als Viehfutter verwendet. Der Bäcker erhielt Brotkorn, dafür konnten wir dann Brot vom Bäcker holen. Zuerst haben wir auch noch selbst gebacken, große Roggenbrote, auch Feinbrot, zu Weihnachten auch Stollen und Pfeffernüsse. Frage: Welche Geräte und Maschinen besaßen Sie? Einen Pflug, keinen Haken, sondern einen Schwingpflug für ein Pferd, einen Kultivator, Eggen, Holzeggen mit eisernen Zinken und Saateggen. Eine Loppmaschine besaßen wir nicht, das Korn wurde mit der Sense gemäht. In alter Zeit wurde das Korn auf die Diele gefahren. Die Diele habe ich später als Wohnung ausgebaut. Das Korn wurde zu Boden gebracht und im Winter mit dem Flegel gedroschen. Im Winter hatten die Bauleute ja meistens keine Arbeit. Das Vieh stand in dem Stallgebäude auf dem Hof. Ganz früher ist in diesem Haus noch ein Kuhstall gewesen. Im Winter hatten die Maurer keine Arbeit, dann haben sie gedroschen und ihre Arbeit gemacht. Eine Schrotmühle besaßen wir später noch. Einen Göpel zum Antrieb eines Stiftendreschers haben wir früher auch besessen. Als wir mehr Acker hatten, wurde das Korn mit einem Breitdrescher ausgedroschen. Später haben wir das Korn in Mieten gesetzt und mit einer großen Dreschmaschine ausgedroschen. Ewald Bugk hat damals bei uns gedroschen. Manchmal kam auch der Dreschkasten des Forstmeisters aus Gelbensande. Die Dreschstunde kostete etwa 6 bis 8 Mark. Frage. Welche Fruchtarten wurden angebaut? Roggen, Weizen, Gerste, Hafer. Oft haben wir schönen Weizen gehabt, denn dort in der Grund ist Lehmboden. 50 Ruten mit Weizen wurden angebaut, sonst hauptsächlich aber Roggen und Hafer. Kartoffeln: etwa 100 Ruten. Einen Kartoffelroder besaßen wir nicht. Wir haben früher mit dem Spaten Kartoffeln gepflanzt und auch aus dem "Bülten" gesammelt. Als ich dann nachher wirtschaftete, haben wir uns einen Schleuderroder geholt und damit gerodet. Mein Nachbar und ich spannten dann unsere beiden Pferde zusammen, dann ging es los. Häckselschneider und Rübenschneider besaßen wir auch. Elektrischen Strom bekamen wir 1928/30. Nach Winterkorn kam Sommerkorn, danach Kartoffeln. Klee wurde in den Roggen mit eingesät. Der Klee wurde, wenn er gut war, abgemäht, sonst wurden die Kühe darauf getüdert. Eine Koppel hatten wir nicht. Ein Pferd hat in den 30er Jahren einmal 500 Mark gekostet. Die Kühe kosteten 200 ‑ 400 Mark. Einen Wagen besaßen wir, aber einen Stuhlwagen hatten wir nicht. Vor dem Krieg bewirtschafteten wir etwa 1500 Ruten einschließlich Pachtacker. Von der Gemeinde pachteten wir noch zwei Stücken von je 50 Ruten. Das Gemeindeland wurde meistbietend verpachtet. Die Schulzenwiesen wurden im Krug verpachtet. Wer am meisten bot, bekam sie. So haben sich die Büdner oft ihre Wiesen gegenseitig hochgetrieben. Die Wiesen waren knapp in Klockenhagen, deshalb war das so. Wir haben oft auch im großen Bruch (die Ribnitzer Stadtwiesen) Wiesen gepachtet. Im "Tannenheim " wurden diese Wiesen verpachtet. Wenn es ein guter Kavel war, war die Pacht etwas höher. Früher gab es keine Gemeinschaftsarbeit. Auch Mähmaschinen oder Dreschkästen wurden nicht gemeinschaftlich gekauft. Es gab früher einen Spruch: Kumpanei ist Lumperei. Frage. Wieviel Dünger kauften Sie? Wir kauften den Dünger bei der Raiffeisen‑Genossenschaft in Klockenhagen. Unser Acker war gut, deshalb brauchten wir nicht so viel Dünger zu kaufen. Die Wiesen wurden gedüngt. Der Roggen erhielt Kopfdünger. Frage: Wie wurden die Kartoffeln verwertet? Hauptsächlich für das Vieh, Kartoffeln und Korn haben wir nicht verkauft. Frage. Welchen Ertrag erzielten Sie? Wieviel Geld konnte ein Büdner erwirtschaften? Diese kleinen Wirtschaften in Neu-Klockenhagen verkauften nur zwei bis drei Schweine, dazu kam das Milchgeld. Viel Geld brachte solche Büdnerei nicht ein. Es war auch so gedacht, dass der Mann auf Lohnarbeit geht und die Wirtschaft nur nebenbei führt. 60 bis 65 Zentner Roggen, dazu noch Gerste und Hafer, wohl 80 Zentner Korn ernteten wir im Jahr. Das Eiergeld behielt die Frau gleich. Die meisten Einnahmen stammen aus der Viehwirtschaft. Als dann nach dem Krieg die "freien Spitzen" kamen, verkaufte ich ein Schwein für 1200 Mark. Frage: Wie war es nach 1945? Im Krieg war ich Soldat, dann noch in Gefangenschaft bis 1949. Die Frau hat die Wirtschaft kurze Zeit allein geschafft. Bauer Schmidt hat den Acker bestellt. Als ich zurückkam, waren meine Eltern gestorben. Ich habe noch zwei Brüder, einer wohnt in Stralsund, der andere in Rostock. Ich habe sie ausbezahlt. So eine Büdnerei kostete etwa 8000 Mark (Gebäude und Land). In dieser Büdnerei war bloß Kanon drin, keine Hypotheken. Ich habe an jeden Bruder 1500 Mark ausbezahlt. So wurden die Geschwister abgefunden. Zuerst hat Bauer Schmidt den Acker bestellt. Nachher konnte ich in Graal ein schönes Pferd kriegen, das habe ich gekauft. Ich hatte es nur bis zum Eintritt in die LPG. Ich kaufte Ackergeschirr. Ich arbeitete trotzdem als Zimmermann, den Acker habe ich nach Feierabend und am Wochenende bestellt. Zuerst arbeitete ich in Ribnitz, nachher in Graal. Immer mit dem Rad nach Ribnitz oder Graal. Zuerst hatte ich Vollgummibereifung, von einer Verwandten aus Berlin bekam ich Reifen und Schläuche. Die Landwirtschaft mit dem Pferd habe ich etwa drei Jahre betrieben, dann trat ich 1960 in die LPG ein, vielmehr war meine Frau Mitglied. Als wir in die LPG eintraten, leisteten wir folgenden Inventarbeitrag: 1 Kuh, 1 Stärke, kein Schwein, kein Gerät. Das haben wir nachher verkauft Wir hielten zuerst noch eine Kuh, aber ein individuelles Feld bewirtschafteten wir nicht. Jetzt haben wir noch Hühner. Frau Jenß kommt hinzu. Frage: Ich komme nochmals auf die Einkommensverhältnisse zurück. Wenn man Glück hatte, ging es. Viele "freie Spitzen" konnten wir auch nicht liefern. Viel Geld haben wir nicht gehabt, bloß Arbeit. Nur durch zusätzliche Arbeit konnte ein kleiner Büdner, der Handwerker war, mit seiner Wirtschaft bestehen. Einen großen Teil der Arbeit mußte die Frau leisten. Die Büdnersfrau mußte sehr sehr viel arbeiten. Das ist wirklich wahr. Als wir noch kein Pferd hatten, mußten wir beim Bauern abarbeiten gehen. Wenn der Bauer uns brauchte, mußten wir helfen. Das haute nicht hin mit dem Bauern. Wenn ich Feierabend hatte, dann war er schon hier, dann hatte er schon wieder etwas zum Reparieren gebracht, oft mußte ich abends noch hin und etwas machen. Da dachte ich, dies geht so nicht weiter, den ganzen Tag arbeiten und abends dann noch für den Bauern. Ich hatte ja in der eigenen Wirtschaft zu tun. Wenn man jünger ist, geht das noch. Die Wiesen waren alle so abgelegen. Oft hatten wir Wiesen bei Graal-Müritz, das war zu weit. Wenn man eine Kuh hat, muß man Heu haben. Das Gras wurde mit der Sense gemäht. Der Bauer hat das Heu dann herangeholt. Dann kam er mit vier Pferden und zwei Wagen, es konnte gar nicht genug aufgeladen werden, manches ging noch unterwegs verloren. Das war egal. Er wollte ja seine Arbeit, nicht meine fertig haben. Ich mußte nun alles für den Bauern machen, dann war ein Wagen kaputt, dann mußte ich Wagenflächen bauen, Rungen, Schemel und alles andere. Und abgerechnet wurde auch nicht viel. Er sagte: "Ich mach deine, und du machst meine Arbeit." Der Bauer hatte so seinen Vorteil. Um nicht von dem Bauern abhängig zu sein, kaufte ich dann ein Pferd. Frage: Wie war die Lage, wenn in einer Kleinbauernfamilie ein Krankheitsfall eintrat? Früher waren wir nicht versichert. Jetzt bin ich und auch meine Frau versichert. Die Handwerker haben ja "geklebt". Viele waren aber früher nicht in der Krankenkasse, sie mußten dann alles allein bezahlen Auch der Arzt mußte bezahlt werden. In der LPG war meine Frau auch versichert. Bei der LPG arbeitete sie dann, wenn sie Zeit hatte. Eine bestimmte Zahl von Arbeitseinheiten musste sie leisten. Wir gehörten zur LPG Hirschburg Typ III, Schuldt war Vorsitzender. Frage: Wie war der Tagesablauf? Wir mussten früh aufstehen. Wir machten alles fertig, Pferd füttern und putzen, meine Frau musste melken. Schon 6.15 Uhr fuhr ich mit dem Fahrrad los, um 7.00 Uhr begann die Arbeit. Meist mußten wir vor 5.00 Uhr aufstehen. Die Arbeit dauerte bis abends im Dunkeln, zuerst im Betrieb, dann in der eigenen Wirtschaft. Am Wochenende wurde auch gearbeitet. Im Winter war nicht so viel zu tun. Als ich in Graal anfing, habe ich gleich abgemacht, dass ich während der Ernte Urlaub nehmen kann. Wenn ich dringend was zu tun hatte, blieb ich ein paar Tage zu Hause. Die Frau musste auch früh aufstehen. Sie musste melken. Zuletzt hat sie die Milch selbst mit einem kleinen Wagen zur Molkerei gebracht. Die Frau besorgte dann alles. Zur Erntezeit nahm ich Urlaub, mit der Roggenernte verbrachte ich meinen Urlaub. Ich habe gemäht, die Frau hat gebunden, manchmal hatten wir auch Hilfe. Dann wurde aufgehockt. Als der Bauer die Wirtschaft machte, haben sie das Korn mit ausgedroschen. Die kleinen Kinder mußten mit auf das Feld genommen werden, die Frau musste sie mit beaufsichtigen bei der Arbeit. Einen Kindergarten gab es nicht. Wir hatten keine Drillmaschine, das Korn wurde mit der Hand gesät und dann eingeeggt. Frage: Wer hatte die größere Arbeitslast, der Mann oder die Frau? Ich war zur Arbeit, da hatte meine Frau die ganze Verantwortung. Sie musste sich um das Vieh kümmern. Meine Frau ist eine Bauerntochter. Als wir heirateten, bekam sie eine gute Aussteuer. Frage: Wie wohnten Sie? Zuerst wohnten wir mit den Alten zusammen. Wir hatten ein Zimmer und eine Kammer. Die Eltern wohnten hinten. Bald nach unserer Heirat habe ich die Wohnung umgebaut. Ich war Zimmermann, mein Vater war Maurer. So haben wir die Arbeit selbst gemacht. Wir wollten ursprünglich am Giebel anbauen. Wir haben die Diele als Wohnraum ausgebaut. Dieses Haus ist aus Billenhagen gekommen, es war eine Försterei, wurde dort abgerissen, hier wieder aufgebaut. Es ist das erste Haus von den acht Häusern in Neu Klockenhagen. Die Küche hatten wir mit den Eltern gemeinsam. Möbel haben wir gleich gekauft. Unsere Möbel hat meine Frau mitgekriegt als Aussteuer. Die meisten Möbel, die heute hier stehen, stammen noch aus dieser Zeit. Einzelne Teile sind neu. Die Wasch- und Futterküche war im Stall. Auf dem Hof war eine Pumpe. Früher war ein Herd mit Ringen in der Küche. Den Herd habe ich herausgerissen. Jetzt haben wir Propangas. Außerdem haben wir noch eine Grude. Meistens haben wir in der hinteren Stube gegessen. Wir haben jetzt die Wohnstube, eine Schlafstube, eine hintere Stube, eine Kammer, dort geht die Treppe hoch, einen Keller haben wir nicht. Die Kartoffeln werden in eine Bucht geschüttet. Frage: Essen? Ordentlich gegessen haben wir immer. Gehungert haben wir nicht, und geizig mit dem Essen waren wir auch nicht. Wir haben jährlich zwei große Schweine geschlachtet. Wir machten ordentlich viele Mettwürste. Einen Räucherboden besitzen wir selbst. Schlachter Lösch hat die Schweine geschlachtet. Vor Weihnachten wurde geschlachtet. Frage: Welche Mahlzeiten? 1. Kaffee, 2. Frühstück, 3. Mittag, 4. Kaffee, 5. Abendbrot. Am Sonntag gab es etwas Besonderes. Wir haben gut gegessen, meine Frau konnte auch gut kochen. Zum Frühstück haben wir früher Speck und Brot gegessen, aber jetzt mögen wir das nicht mehr, lieber Mettwurst und Leberwurst. Früher wurde meist Malzkaffee getrunken, Kaffee wurde selbst geröstet, mit Zichorie. Wein wurde früher auch bereitet, am Stall wuchs früher Wein. Auch Johannisbeerwein wurde angesetzt. Für die Kinder gab es Milch und Saftwasser. Zuerst wurde noch selbst Brot gebacken. Unterm Herd war früher ein Backofen. Auch Backbirnen wurden gebacken. Dann kauften wir das Brot beim Bäcker. (Frau Jenß kam wieder herein). Mittags gab es immer Fleisch vom Schlachten, abends waren Bratkartoffeln üblich. Die Eltern aßen abends Milchsuppe (Klütersuppe). Am Sonntag Geflügel, Rindfleisch von der Stadt. Frau Jenß: Unsere Männer brachten jeden Monat Geld ins Haus. Unsere Alten haben oft gesagt: „Wir Handwerker sind besser dran als die Büdner. Die Männer bringen immer bares Geld nach Hause.“ Frau Meier hat einmal zu mir gesagt: „Wenn wir Büdnersfrauen einen neuen Rock kaufen wollen, müssen wir erst beim Bauern Kartoffeln kratzen.“ Die meiste Arbeit in der Wirtschaft mußte die Frau erledigen. Wenn die Büdnersfrau nicht auf dem Posten war, florierte die Wirtschaft nicht. Herr Jenß: Die Landgesellen (sie arbeiteten ja meistens in der Stadt) waren bei den Kollegen schlecht angesehen. Er verdiente dort in der Stadt sein Geld und zu Hause hatte er noch eine Wirtschaft. Die Gesellen waren oft auf uns nicht gut zu sprechen. Es war wohl ein bißchen Neid mit dabei. Der Meister nahm die Landgesellen lieber als die Stadtgesellen. Frage: Kleidung? Als Zimmermann trugen wir Manchesterzeug, Hose und Weste mit weißen Knöpfen. Gewöhnlich trug ich dieses Arbeitszeug auch bei der Landarbeit. Beim Dungfahren wurde natürlich altes Zeug angezogen. Beim Dungstreuen trugen wir meist abgetragene Schuhe, keine Holzpantoffeln Die Kinder erhielten neue Kleidung, nicht das Abgelegte. Manches Kleidungsstück wurde selbst geschneidert. Frage: Freizeit und Feste? Geburtstage wurden früher auch schon gefeiert, aber nicht so groß. Taufe. Konfirmation. Hochzeit. Kaffeekränzchen? Nein. Wenn die jungen Leute ausgehen wollten, versorgten die Alten das Vieh. Wir gingen zum Tanzen nach Klockenhagen. Wir haben in unserer Jugend immer was unternommen. Früher gingen wir an den Festtagen in die Kirche.

Dieses Gespräch wurde mit dem Tonbandgerät aufgenommen und dann möglichst wörtlich übertragen. Solche Gespräche dienten der Materialsammlung für meine Diplomarbeit über die Büdner in Klockenhagen. Hans Erichson

Hans Erichson im Gespräch mit C. Pieplow (5.11.1974)

Übertragung von einer Tonbandaufnahme

Carl Pieplow, Büdner in Klockenhagen Ich wurde am 16.9.1901 geboren. Ich stamme vom Pieplowschen Hof Nr. VI. Wir waren sieben Kinder, vier Mädchen und drei Jungen. Eine Schwester heiratete nach Rostock, eine Schwester heiratete den Bauern Heinrich Peters, eine den Bauern Hans Korff und eine nahm den Bauern Wiencke zum Mann. Ich arbeitete bis zu meiner Hochzeit auf dem väterlichen Hof. Mein Bruder Paul, der Älteste, erhielt den Hof. Die Schwestern erhielten alle eine standesgemäße Aussteuer. Als ich 1935 heiratete, bekam ich eine Abfindung vom Hoferben, wovon ich eine Büdnerei in Klockenhagen kaufte. Auch mein Bruder Heinrich erhielt eine Abfindung und kaufte sich eine Büdnerei. Ich habe am 12.4.1935 geheiratet, im Februar 1935 kaufte ich die Büdnerei von einem Harder. Wir haben drei Kinder: 1937, 1940 und 1945 geboren. Als die Kinder klein waren, hatten wir eine alte Frau aus dem Dorf, Oma Waack, die unsere Kinder betreute, wenn meine Frau auf dem Felde mitarbeiten mußte. Die Pieplows sitzen schon lange auf dem Hof. Meine Mutter stammt vom Korffschen Hof, die Großmutter war eine geborene Hintz vom Gehöft IX. Die Klockenhäger Bauern waren alle miteinander verwandt. Ich bin hier zur Schule gegangen bis zur 8. Klasse. Meine Lehrer waren Karnatz, Fretwurst, Brandt, Burmeister und Zörn, danach kam Howe. Eine landwirtschaft-liche Schule habe ich nicht besucht. Nach der Schule blieb ich auf dem Hof. Ich bin Knecht gewesen bei meinem Vater. Ich mußte zuerst die Kühe füttern. Als mein Bruder Soldat wurde, war ich Pferdeknecht, es gab einen „Lüttknecht“ und einen „Grotknecht“. Eine landwirtschaftliche Schule zu besuchen, war damals nicht üblich. Die älteren Brüder haben abends beim Lehrer noch die Fortbildungs-schule besucht. Willi Jürß und Hans Papenhagen besuchten die Landwirtschafts-schule in Gnoien. Frage: Wie wurde die Hochzeit gefeiert? Ich habe meine Frau hier in Klockenhagen kennengelernt, sie stammt aus Rostock und war hier in Stellung. Wir sind nach Rostock gefahren und haben uns dort verlobt, groß gefeiert haben wir nicht. Die Hochzeit haben wir hier bei Peters gefeiert. Es war eine mittelmäßige Hochzeit, wie sie einem Büdner zukommt. Am Polterabend waren wir unter uns. 2 Einspännerwagen mit Scherben mußte ich am anderen Morgen wegfahren. Vormittags fuhren wir mit dem Taxi zum Standesamt und gingen dann in die Kirche. Die Trauung fand in der Stadtkirche in Ribnitz statt. Meine Frau trug ein weißes Hochzeitskleid, so wie es heute auch üblich ist, ich trug einen Slippenrock und einen Zylinder. Wir ließen uns fotografieren. Gegen 14 Uhr begann die Tafel. Zuerst gab es eine Rindfleischbrühe, dann einen Gang mit Fisch, dann Schweinebraten, als dritten Gang Rinderbraten, also drei Gänge, so war es Mode bei den Bauern, und wir haben es auch so gemacht. Die Kosten für die Hochzeit trugen wir Eheleute selbst. Mein Vater war nicht mehr Bauer. Meine Frau hatte keine Eltern mehr. Sie hat Geld geerbt. Ich hatte eine Abfindung in Höhe von 7000 Mark von meinem Bruder erhalten. Davon kauften wir die Büdnerei. Wir hatten also einen guten Start in die Ehe und für die Wirtschaft. Die Bauerntöchter erhielten eine Aussteuer, die Söhne eine Abfindung. Der Hoferbe bekam einen größeren Anteil vom Erbe, sonst konnte der Hof nicht existieren. Frage: Wieviel Land gehörte zu Ihrer Büdnerei? Pachtung, Viehbestand u. a. Zu meiner Wirtschaft gehörten etwa 10 Morgen (2,7 ha) eigenes Land, davon 3 Morgen auf dem Katenfeld und 7 Morgen auf der Kuhweide (1 Morgen = ca. 0,25 ha). Ich habe 10 Morgen von Heinrich Peters und noch 3 Morgen von der Gemeinde zugepachtet, so daß ich insgesamt 2460 Ruten = 5,7 ha Land bewirschaftete. Die Ackerflächen wurden früher oft in Ruten (Quadratruten) angegeben. (120 Ruten = 1 Morgen = 0,25 ha) Gebäude: Wohnhaus, Scheune und Schweinestall. Die Landwirtschaft war mein Haupterwerb, andere Nebenarbeiten habe ich nicht gemacht. Viehbestand: 1 Pferd, 3 Milchkühe, 1 Sterke oder ein Kalb, 6 – 8 Schweine. 2 Schweine wurden geschlachtet. Die Büdner hatten wenig Wiesenland, wir mußten hier im Dorf oder auf den Ribnitzer Stadtwiesen (zwischen Dierhagen und Wustrow) pachten. Meine Büdnerei hat 1935 für die Gebäude und das Land, für 4 Kühe, 9 Schweine, aber ohne Pferd, 9000 Mark gekostet. Das war damals ein durchaus normaler Preis. Eine Bauernstelle hatte damals den Wert von etwa 80000 Mark. Wann die Büdnerei angelegt worden ist, weiß ich nicht. Auf dieser Stelle wechselten die Besitzer sehr häufig. Vor dem 1. Weltkrieg wohnte hier ein Lindenberg, ein Seefahrer, dann ein Meier. Von 1917 bis 1922 waren 5 Eigentümer, dann kam Harder, der 12 Jahre die Büdnerei besaß, von ihm habe ich sie gekauft. Als ich sie kaufte, waren im Haus noch Hypotheken eingetragen, es war üblich, sie vom Vorgänger zu übernehmen. Die Höhe der Steuern weiß ich nicht genau. Die Pacht war keineswegs niedrig. Für eine Rute zahlte ich bei Peters 20 Pf., bei der Gemeinde 25 – 30 Pf., für einen Morgen also 30 –40 M. Das Land nahe beim Dorf wurde beim Pachten oft hoch hinaufgetrieben. Beim Wiesenpachten galt auch das Meistgebot. Die besten Freunde überboten sich manchmal beim Pachten. Nach dem Bieten tranken sie zur Versöhnung gemeinsam einen Schnaps. Die Büdner hatten nicht genug eigenes Land. Es gab halbe Büdnereien, die etwa 10 Morgen besaßen, die ganzen Büdnereien hatte 20 Morgen Land. Das Land auf der Kuhweide war leichter Boden, der Acker auf dem Katenfeld war besser. Einige Büdner haben sich auch Land dazu gekauft. Damit eine Stelle existieren konnte, mußte man Land hinzupachten, sonst konnte man sich kein Pferd halten. Die meisten Büdner hatten ein Pferd, mehrere besaßen auch zwei. Die Büdner, die wenig Land hatten und sich kein Pferd halten konnten, ließen ihren Acker von Pferdehaltern bestellen, dafür mußten sie bei diesen das abarbeiten, meist drei Tage Handarbeit für einen Gespanntag. Die Ackerwertzahlen waren in Klockenhagen recht niedrig, durchschnittlich 22, bei der früheren Kuhweide noch schlechter. Die Ackerstücke auf der Kuhweide lagen etwa 3 km vom Dorf, das war sehr ungünstig. Man schaffte an einem halben Tag nur zwei Fuhren Mist oder nur zwei Fuder Getreide. Ackergeräte: mecklenburgische Haken, einspänniger Schwingpflug, hölzerne Eggen mit eisernen Zinken, Saateggen, Grasmäher mit Ablage für ein Pferd sowie eine Häckselmaschine und ein Stiftendrescher. Ich säte mit der Hand oder lieh mir eine Drillmaschine von meinem Bruder. Die Ernte mußte die Büdnerfamilie aus eigener Kraft bewältigen. Beim Einfahren und Mietensetzen halfen sich die Büdner gegenseitig. Mit der Sense habe ich kaum noch gemäht, ich benutzte eine Mähmaschine mit Ableger, die ich gleich zu Beginn meiner Tätigkeit als Büdner anschaffte. Aber aufbinden mußten wir das Getreide mit der Hand. Das Korn wurde vor dem Krieg bei Topp auf dem Feld in Mieten gesetzt und mit der Dreschmaschine ausgedroschen. Zuerst wurde die Dreschmaschine mit dem Lokomobil, dann mit einem Bulldog und schließlich mit dem E-Motor angetrieben. Ich habe dann die Scheune von Heinrich Peters gepachtet und dort das Getreide eingefahren, dann kam Buuk mit seiner Dreschmaschine und hat es ausgedroschen. Mit dem Dreschflegel wurde in meiner Zeit nicht mehr gedroschen. In der Erntezeit gab es gutes Essen: Schweinebraten und Kartoffeln sowie Nachspeise. Auf dem Feld war beim Mähen immer genügend zu trinken da, Saft und Wasser u. ä. Auch beim Dreschen kam kräftiges und gutes Essen auf den Tisch. Abends gab es Bier und eine Zigarre. Ich habe etwa 800 bis 1000 Ruten Roggen angebaut, 700 bis 800 Ruten blieben als Dreesch liegen, 200 Ruten Hafer und Gemenge, 60 Ruten mit Runkeln, 200 Ruten mit Wruken. Von einem Morgen erntete man 12 Zentner Roggen, etwa das 10. Korn. Ein guter Mäher schaffte 200 Ruten am Tag, der Roggen wurde meistens „rangehauen“, so daß die abgemähten Halme schräg gegen das noch stehende Kornfeld lagen. Das abgemähte Korn wurde von der Frau aufgebunden. Zu einem Mäher gehören zwei Frauen, die konnten beim Aufbinden einem Mäher folgen. Wenn meine Frau allein war, habe ich beim Aufbinden mitgeholfen. Danach wurde das Getreide zu Hocken (20 Garben) aufgestellt, damit es trocknete. Zum Einfahren hatten wir einen Erntewagen mit Leitern. Der Mann stakte mit einer etwas längeren Forke die Garben auf den Wagen, die Frau packte die Garben kunstvoll zu einem hohen Fuder. Mit einem langen Binder oder mit dem „Wäsboom“ wurde das Fuder gesichert. Dann wurde das Korn in die Scheune gebracht oder zu einer hohen Miete gesetzt. Auch das Mietenpacken war eine Kunst. Im Herbst kam dann Bugk mit seinem Dreschkasten zum Dreschen. Das gedroschene Korn wurde auf dem Kornboden gelagert. Nur ein kleiner Teil wurde verkauft, das meiste Getreide wurde durch den Viehmagen veredelt. Die Schweine wurden mit Roggenschrot gefüttert. Hafer diente als Pferdefutter, für die Hühner bauten wir etwas Weizen an, auf der Kuhweide wuchs kein Weizen. Gerste habe ich nicht angebaut, nur etwas Gemenge (Hafer und Gerste). Ich kaufte im Herbst 2 Zentner Saatkorn, das wurde ausgesät und davon wurde im folgenden Jahr wiederum das Saatkorn genommen. Auch bei den Bauern wurde es so gemacht. Frage: Gab es noch alte Erntebräuche? Früher wurde ein „Wolf“ gebunden, eine Garbe mit zwei Beinen. Der Wolf wurde auf die Hocke gesetzt.

Gespräch mit Carl Pieplow am 30.12.1976

Frage: Erzählen Sie mir bitte vom Arbeitsjahr des Büdners Im Winter fuhren wir Mist. Zum Acker auf der 3 km entfernten Kuhweide konnte meine Frau nicht jedesmal mitkommen. Wo 3 oder 4 Personen in der Büdnerfamilie waren, konnte die Frau den Mist gleich ausstreuen. Meine Frau ging dann an einem Nachmittag aufs Feld und streute den Mist auseinander. Wenn der Boden aufgetaut war, wurde der Mist untergehakt oder untergepflügt. In den ersten Jahren habe ich den Mist meistens untergehakt (also mit dem mecklenburgischen Haken untergeackert), es war besser, wenn er untergehakt wurde, er konnte ruhig ein bißchen rausgucken. Im Winter wurde Holz besorgt. Auf der Holzauktion im Forstamt besorgten wir uns das Brennholz. Wir hatten uns vorher das Holz angeschaut. Ich kaufte meistens Buchen-Kluft oder Buchen-Ausschuß. Oft kriegten wir das betreffende Holz auch nicht, es wurde ja meistbietend versteigert. Buchen-Kluft konnte man besser aufladen und sägen. 1 Meter (Raummeter) kostete 4 –5 M. Das Holz ließ ich mir von Tegtmeier sägen. Es gab damals kaum Büdner, die eine eigene Kreissäge besaßen. Briketts haben wir damals nicht soviel wie heute gekauft Im Frühjahr wurde der Mist untergehakt, der Saatacker vorbereitet. Der Kartoffel- und Runkelacker mußte noch einmal gewendet werden. Zum Pflügen hatte ich für mein Pferd einen Schwingpflug, der hatte keinen Vorwagen. Die Tiefe der Furche richtete sich nach dem Pferd. Die Büdner, die zwei Pferde besaßen konnten etwas schneller und tiefer pflügen. Ich schaffte an einem Tag 120 Ruten, höchstens 150 Ruten. Wenn der Acker auf der Kuhweide lag, wurde viel Zeit vertrödelt. Nachher wurde der Acker geeggt. Ich benutzte dazu eine sogenannte Schottsche Egge (mit hölzernem Rahmen und Eisenzinken) An den Rahmen wurde ein Schwengel angehakt, an dem die Wacht für zwei Pferde oder der Schwengel für ein Pferd angehakt wurde. Zuerst habe ich das Korn noch mit der Hand gesät. Den Hafer habe ich gedrillt, ich holte mir eine Drillmaschine von meinem Bruder. Ich habe auch manchmal mit Kröger zusammengespannt. In den 30er Jahren kauften sich einige Büdner eine Drillmaschine: Meyer, Beckmann, Randow, Jantzen. Mit der Drillmaschine sparte man Saatkorn. Außerdem kam es tiefer in die Erde, was besonders bei Hafer wichtig war. Man hat den Hafer auch mit dem Schälpflug tiefer in die Erde gebracht. Roggen konnte man mit der Hand säen und eineggen. Wenn der Roggen tiefer einkommt, ist es besser, weil sonst die Krähen das Korn aufpicken und großen Schaden anrichten, wenn sie in Scharen kommen. Wenn der Acker lose war, wurde gewalzt und dann geeggt. Wenn der Acker vom Walzen glatt war, mußte noch einmal geeggt werden , weil sonst die Sonne zu viel Feuchtigkeit wegnahm. Nach dem Sommergetreide kamen die Kartoffeln in die Erde. Der Kartoffelacker hatte im Winter Stalldung erhalten. Der Acker wurde noch einmal tief gepflügt. Die meisten Büdner haben die Kartoffeln vor dem Krieg eingehakt, d. h. in jede zweite Hakfurche wurden die Saatkartoffeln gelegt und dann zugehakt. Der Kartoffelacker wurde mehrmals geeggt und nachher mit einer kleinen Hacke gehackt. Später habe ich die Kartoffeln mit dem Igel gehackt. Es war aber besser, die Kartoffeln mit der Hand zu hacken. Schließlich wurden die Kartoffeln behäufelt. Wenn der Runkelacker fertiggemacht war, wurde er noch dreimal geeggt, doppelter Strich und über Kreuz noch einmal. Dann wurde er gewalzt. Mit dem Markeur wurde ein Quadratnetz gezogen, der Abstand der Runkel betrug 40 cm. Dann legte die Frau den Runkelsamen mit der Hand in die Erde. Wenn die Pflanzen aufgelaufen waren, wurden sie gehackt und nachher mit der Hand verzogen, die beste Pflanze blieb stehen. Das Runkelverziehen war eine sehr mühselige und beschwerliche Arbeit, ich habe meiner Frau dabei geholfen oder Oma Waack mitgehabt. Ich habe meistens nur 60 Ruten mit Runkeln gesät. Vor dem Verziehen wurden sie zweimal und danach noch dreimal gehackt. Nach der letzten Hacke wurde Dünger gestreut. Dann waren in acht bis 14 Tagen die Runkeln zugeblättert. Die Wruken wurden um den 20. April im Garten ausgesät, damit sie im Juni groß genug waren zum Verpflanzen. Der Wrukenacker wurde mehrmals bearbeitet, meistens brachten wir noch Stalldung auf den Wrukenacker, der Dunghaufen mußte ja leer. Der Stalldung wurde untergehakt oder untergepflügt. Die Wrukenpflanzen wurden in die Furche gesetzt. Das Wrukenpflanzen war auch so eine Plage. Manche Leute konnten das Pflanzen so schnell, die drückten bloß einmal an und die Wruken wuchsen an. Wenn regnerisches Wetter war, wurden Wruken gepflanzt. Die Wruken mußten noch zweimal gehackt werden. Das war meistens die Arbeit der Frau. Ich habe meiner Frau immer geholfen. Wenn in der Familie kleine Kinder waren, hatte die Frau es besonders schwer, die Feldarbeit zu erledigen. Die Heumahd fiel oft mit den Wruken zusammen. Das stieß sich oft. Der alte Dreesch wurde zuerst gemäht, weil das Gras sonst zu hart wurde. Danach kam der andere Dreesch dran, der erst ein Jahr alt war, danach die zweischnittigen Wiesen. Wenn es sehr warm war, gingen wir schon gegen 3 oder 4 Uhr zum Wiesenmähen, wir mähten bis 9 Uhr, nachmittags gegen 16 Uhr gingen wir nochmals hin. Wir haben das Heu manchmal schon am 24. Juni eingefahren. Die einschnittigen Wiesen wurden etwas später gemäht. In manchen Jahren habe ich in der Ribnitzer Kuhweide im Recknitztal hinter dem Bahndamm Wiesen gepachtet. Ich fuhr nach 1935, nachdem ich die Büdnerei gekauft hatte, mit meinem Bruder Heinrich, der einen Grasmäher besaß, zur Wiese und mähte sie mit der Maschine ab. Wir haben beide zusammengespannt und waren abends mit dem „Kawel“ fertig. Das Gras stand nicht so dicht, es brauchte nicht auseinandergestreut werden. Die Frau harkte das Heu zusammen und setzte es in Haufen. Es schadet dem Heu nicht, wenn es mal einen kleinen Regenschauer abbekam. Wir sagten, das sei „das Salz am Heu“. Wenn das Heu gut war, wurde es eingefahren, die Frau mußte laden, der Mann stakte das Heu auf den Wagen. Ende Juli begann dann die Roggenernte. Ich hatte 1000 bis 1200 Ruten Roggen. Ich habe nicht mehr mit der Sense gemäht. Ich spannte mit meinem Bruder zusammen, wir mähten den Roggen mit dem Grasmäher, der eine Ablage hatte. Später habe ich eine eigene Maschine gekauft. Mit der Sense habe ich nur einen seitlichen Streifen am Roggenfeld abgemäht, damit die Mähmaschine dort entlang fahren konnte. Wenn wir mit dem Grasmäher den Roggen mähten, mußte das Korn sogleich aufgebunden und die Garben bei Seite gelegt werden, damit man wieder am Feld entlang mähen konnte. Eine Loppmaschine warf die Loppen bei Seite, die Loppen behinderten die nächste Fahrt nicht. Mein Schwager Heinrich Peters fuhr oftmals die Mähmaschine, dann haben meine Frau und ich gebunden. Danach wurden die Garben gleich zu Hocken (20 Garben) aufgestellt. Der Roggen mußte etwa acht Tage in der Hocke stehen. Weil es so weit zur Kuhweide war, habe ich mit meinem Bruder zusammen eingefahren. Wir beiden Männer haben zuerst die vier Erntewagen vollgeladen. Dann holte jeder zwei Wagen nach Hause und beim Abladen halfen die Frauen. Die Kornmieten habe ich selbst gepackt. Ein Mann stakte ab, die beiden Frauen waren auf der Miete, und ich packte die Miete. Die Mieten wurden oben mit losem Stroh abgedeckt. Wenn das Korn dann 6 Wochen in der Miete oder in der Scheune „durchschwitzte“, war es gut zum Drusch. In den ersten Jahren habe ich das Korn in die Miete gebracht und dann mit einem großen Dreschkasten ausgedroschen. August Tegtmeier war Lohndrescher, dabei hat er mehr verdient als in der Landwirtschaft. Eine Dreschstunde kostete 4 –5 Mark. In einem Tag waren wir mit dem Drusch fertig. Das „Kaff“ haben wir gleich ins Trockene gebracht, das wurde zusammen mit den Runkeln oder Wruken an die Kühe verfüttert. Früher wurde mit dem Stiftendrescher gedroschen. Ich habe auch noch einen übernommen, hier war aber kein Göpel, so daß ich ihn nicht benutzt habe. Ich habe bei den Eltern noch mit dem Dreschflegel gedroschen, aber nur das Stroh zum Häckselschneiden. Nach dem 2. Weltkrieg habe ich bei Heinrich Peters auf der Scheunendiele mit dem Göpel gedroschen, dort stand aber kein Stiftendrescher, sondern ein Breitdrescher mit „Floegel“ (Schlagleisten). Die Stoppel wurden gleich umgeschält. Manche Büdner säten noch Spörgel als Zwischenfrucht. Das fraßen die Kühe gern. Es war zusätzliches Futter, denn die Grünflächen waren knapp in unserm Dorf. Vor dem Frost mußte der Spörgel weg sein. Kartoffelernte. Wir haben die Kartoffeln aus dem Bülten, nicht aus der Hakfurche gesammelt. Als ich jünger war, habe ich bei meinem Vater noch aus der Hakfurche gesammelt. Dabei wurde jede zweite Reihe mit dem Haken aufgehakt und die Kartoffeln mit einem kleinen Kratzer aufgenommen, das ging leichter. Ich habe mir oft mehrere Frauen zur Hilfe geholt, dann sammelten wir in einer langen Reihe, ein Mann schüttete die Körbe auf den Wagen oder auf den Haufen. Ich lieh mir noch ein Pferd von Heinich Peters, er hat die Wagen nach Hause gefahren. Die Mieten hatte ich auf dem Schulacker aufgestellt, den ich gepachtet hatte. Das Kartoffelkraut nahmen wir mit nach Hause, damit haben wir bei Frost die Kartoffel- und Wrukenmieten zugedeckt. Die Eßkartoffeln und ein Teil der Futterkartoffeln kamen in den Keller, der größte Teil wurde eingemietet. Ich habe meistens zwei Morgen mit Kartoffeln angebaut, 200 Zentner waren eine gute Ernte. Wir haben damals nicht so viel Dünger gestreut wie heute. Der Kartoffelacker wurde geeggt und abgesammelt und dann gepflügt, die Frau sammelte in der Furche nach, so sparsam waren wir. Der Ribnitzer Herbstmarkt war am 23 Oktober. Zu dieser Zeit mußte die Kartoffelernte fertig sein. Manchmal hatten wir den Winterrogen zum Herbstmarkt schon in die Erde. Runkeln und Wruken. Die Runkeln wurden zuerst herausgenommen, weil sie vor Frost geschützt werden müssen. Sie wurden herausgezogen und in einer doppelten Reihe hingelegt, das Kraut wurde mit einem Hackmesser abgeschlagen. Die Runkel wurden nach Möglichkeit gleich abgefahren oder mit Kraut zugedeckt. Das Kraut wurde verfüttert, die Runkeln sofort eingemietet. Dann nahmen wir die Wruken heraus. Von November bis März habe ich die Kühe mit Wruken gefüttert, erst dann kamen die Runkeln dran. Wenn wir es schafften, wurde der Wruken- und Rübenacker noch gepflügt. Fruchtfolge. Bei uns war eine sechsteilige Fruchtfolge üblich, manche Bauern hatten auch sieben Schläge. Brüdigam und Eduard Wiencke hatten sieben Schläge, Pieplow und Wiencke hatten sechs. 1. Roggen, 2. danach Hafer, das war der „fette Schlag“, 3. Hackfrucht: Runkeln, Wruken, Kartoffeln, die Hackfrüchte, vor allem die Kartoffeln bekamen Dung. 4. Sommergetreide, Gerste, Hafer, aber ohne Stalldung. 5. In das Sommergetreide wurde Klee gesät. 6. Dreesch (Klee). Auf dem Kleeschlag (5. Jahr der Fruchtfolge) wurden schon im Sommer die Kühe getüdert. Hinter dem Rämel hatte ich nach dem Hafer sehr schönen Klee. Ich habe auch Korn an die Raiffeisengenossenschaft verkauft. Die Feldfrüchte wurden nicht alle über den Viehmagen veredelt. Mehr Vieh bringt mehr Arbeit mit sich, ich hatte auch nicht viel Stallplatz. Im allgemeinen haben die Büdner wenig Korn verkauft, sondern es in die Viehwirtschaft gesteckt. Es gehörten auch mehr Kartoffeln dazu. Wenn man nicht so viele Kartoffeln hatte, mußte man den Viehbestand danach einrichten. Mein Nachbar Jantzen hatte zwei Pferde und mehr Kühe als ich. Dort waren zuerst noch die Alten da, nachher hatte er einen großen Sohn. Sie hatten mehr Arbeitskräfte und konnten so mehr Land bearbeiten, sie hatten auch mehr Vieh. Jantzen hatte auch einen Mähbinder und andere Maschinen. Die Arbeit der Frau Wenn bloß der Mann und die Frau auf der Wirtschaft waren, dann hatten beide eine schwere Last. Ich will gern anerkennen, daß die Büdnersfrau besonders lange arbeiten mußte. Wenn der Mann nicht auch „Frauenarbeit“ übernahm, dann stand die Frau das nicht durch. Die Frau konnte oft die Arbeit allein nicht schaffen, ich mußte auch fremde Hilfe annehmen, obgleich es Geld kostete, und Geld war knapp auf einer Büdnerei. Ich habe bei der Kartoffelernte oft Hilfe holen müssen: Magda Meyer, Meta Falck, Erna Bugk. Wenn diese Frauen ihre Kartoffeln raus hatten, haben sie uns geholfen. Wenn ich dann 8 –10 Frauen auf dem Feld hatte, dann schaffte es. 12 Frauen konnten an einem Tag einen Morgen Kartoffeln herausnehmen. Mittag habe ich dann aufs Feld gefahren, es gab Eintopf aus der Milchkanne. Nachmittags gab es Kaffee und Kuchen. In der Ernte gab es immer gutes Essen. Der Mann hat vor allem mit dem Pferd gearbeitet. Die Büdnersfrau versorgte das Vieh, sie mußte die Kühe melken, die Schweinekartoffeln kochen, den ganzen Haushalt erledigen, das Essen zubereiten, die Wäsche waschen, die Kinder betreuen, den Garten pflegen, die Kartoffeln und Runkeln hacken, in der Ernte mithelfen und vieles andere mehr. Wenn Vater oder Mutter noch mit im Haus lebten, übernahmen diese viele kleine Arbeiten im Haus und in der Wirtschaft, das war eine sehr große Hilfe für die Frau. Als unsere Kinder noch klein waren, haben wir sie oft zu meiner Schwester, Frau Peters, die keine Kinder hatte, gebracht. Die hat die Kinder meines Bruders auch großgemacht. Oma Waack hat auch oft unsere Kinder betreut. Die Büdnersfrauen haben es wirklich nicht leicht gehabt. Tageslauf Zwischen 4.30 und 5.00 Uhr mußten wir aufstehen. Die Frau hat gemolken, ich habe das Vieh gefüttert und die Kühe ausgemistet. Ich habe mich immer so gehalten, daß ich rechtzeitig in der Molkerei war, sonst mußte man dort lange stehen. Zum Kaffee gab es Schmalzbrot, Malzkaffee, meistens gekauften, selbst gebrannt haben wir nicht. Wenn wir dann gegen 7.00 oder 7.30 Uhr mit dem Frühstück fertig waren, ging es zu Felde. Das Frühstück nahm ich mit aufs Feld, mit Käse oder Wurst belegte Stullen oder Speck und Brot. Die Pferde bekamen ein Stück trockenes Brot ab. Wir haben das Brot nicht mehr selbst gebacken. Wir lieferten Roggen zu Müller Bamberg in Ribnitz, dort wurde es angeschrieben, dann konnten wir das Brot vom Klockenhäger Bäcker holen. Zum Mittag zog ich wieder mit dem Pferd nach Hause, das Pferd mußte ja zu fressen bekommen. Die Frau war schon eine halbe Stunde früher vom Feld nach Hause gegangen und setzte die Kartoffeln aufs Feuer. In der Mittagspause, die von 12.00 bis 13.30 Uhr dauerte, wurden das Pferd gefüttert und Mittag gegessen. Zum Mittag gab es Kartoffeln, Soße und Speck oder Schinken, wenn Zeit genug gewesen war, auch Gemüse. Danach wurde vielleicht noch fünf Minuten lang am Tisch „gedrust“, und dann ging es wieder aufs Feld. Zum Kaffee um 16.00 Uhr gab es Malzkaffee und Butterbrote, aber ohne Belag. Abends wurde bis 18.15. oder 18.30 Uhr gearbeitet, so daß man gegen 19.00 Uhr auf dem Hof war. Dann wurde das Vieh versorgt und die Kühe gemolken. Bevor das Vieh nicht versorgt war, gab es kein Abendbrot. Es gab meistens Bratkartoffeln und Milchsuppe. Die Frau hatten nach dem Abendessen noch viele kleine Arbeiten zu erledigen und die Vorbereitungen für den nächsten Tag zu treffen. Es wurde meistens 22.00 Uhr bis sie erschöpft ins Bett fiel. Auch am Sonntag und an Feiertagen hatten wir auch mit dem Vieh zu tun. Urlaub, wie es heute in der Landwirtschaft möglich ist, kannten wir überhaupt nicht. Wir hatten auch kaum Zeit, am Sonntag zur Kirche zu gehen. Hochzeiten Im allgemeinen wurde „im Stand“ geheiratet. Kinder von Büdnern heirateten wieder in Büdnereien ein. Hugo Meiers Frau war eine Büdnerstochter, Wilhelm Randows Frau ebenfalls. Es kam selten vor, daß ein Bauernsohn eine Büdnerstochter heiratete, ich weiß nur einen Fall: mein Bruder Paul, der Hoferbe, nahm sich die Tochter von Büdner Lösch zur Frau. Es bestanden ziemlich scharfe Standesschranken zwischen Bauern und Büdnern. Lage der Büdner Oft haben Arbeiter eine Büdnerei gekauft: Kadzban, Felgenhauer, Randow, Rydin u. a. Das war oft ein sehr schwerer Anfang. Der alte Randow war vorher Knecht in einem Dorf bei Rostock gewesen, seine Frau diente auch dort. Sie haben dann die Büdnerei gekauft, in den ersten Jahren haben sie es sehr schwer gehabt. 1908 hat Randow das Wohnhaus gebaut, 1922 ist die Scheune abgebrannt und in der Inflationszeit wieder aufgebaut worden. Nach dem 1. Weltkrieg hat der junge Randow beim Bauern in der Ernte geholfen, um Geld zu verdienen. Auch Emil Beckmann hat bei uns auf dem Hof meines Vaters gearbeitet. Der alte Randow hat die Wirtschaft noch nicht abgeben wollen, der Sohn führte die Wirtschaft und gab dem Vater Rechenschaft ab. Das war aber nicht nur bei ihm so, das war allgemein so. Ein altes Sprichwort sagt: „Tu dich nicht eher aus, als daß du dich schlafen legst.“ Der junge Büdner mußte den Eltern ein Altenteil geben. Ganz früher paßte das Amt auf, daß die Alten ihr Altenteil bekamen. Es war oft kein einfaches Zusammenleben zwischen den Alten und den Jungen. Die Alten hielten die Wirtschaft so lange wie irgend möglich fest.. Die Jungen bekamen kein Geld. Wenn der Sohn nicht dort bleiben wollte, mußte er gehen und sein Erbteil verlangen, oder er blieb so lange dort, bis er die Büdnerei bekam. Dann wurde ihm das nachher auf sein Erbe angerechnet. Bei den Büdnern war es üblich, daß die Geschwister eine Abfindung bekamen, oder es wurden Hypotheken eingeschrieben. Wenn der Büdner nichts hatte, konnte er aber nichts geben. Wenn die Büdnerei in der Familie bleiben sollte, konnte er den Geschwistern nicht viel geben, denn die Eltern sollten ja auch noch ernährt werden. Der Gehöftserbe mußte einen großen Anteil bekommen, sonst ging die Wirtschaft nicht. Anders konnte es nichts werden.

Das Gespräch wurde mit dem Tongerät aufgenommen und möglichst wortgetreu übertragen. Hans Erichson

Gespräch mit Frau Randow, Klockenhagen (25.11.1975)

Frage: Wie lebten und wohnten die Kleinbauern? Ich bin 1901 geboren. Meine Eltern hatten den Krug in Altheide. In der Kriegszeit mussten meine Geschwister und ich oft mithelfen in der Gastwirtschaft, weil Mutter oft krank war. Als ich 1915 konfirmiert wurde, kam mein Vater auf Urlaub. Das war unsere größte Freude. Geschenke haben wir kaum erhalten. Die Verwandten sind nicht eingeladen worden, wir konnten nicht auftischen. Im Saal waren während des 1. Weltkrieges etwa 20 russische Kriegsgefangene untergebracht, die wir auch versorgen mussten. Wir konnten schon gut russisch sprechen. Nach dem Krieg verkaufte Vater den Krug. Das Geld, etwa 10.000 Mark, wurde in der Inflation entwertet, so dass davon nichts übrig blieb. Mein Vater hat nachher in der Forst gearbeitet. Wir waren sechs Kinder. Wir hatten drei Kühe und ein Pferd. Ich bin nach meiner Schulentlassung bei Bastian in Klockenhagen in Stellung gewesen. Dort waren zwei Dienstmädchen, ein Kuhjunge, ein Lüttknecht, ein Grotknecht. Außerdem half die Tochter des Bauern in der Wirtschaft mit. Ich musste die Schweine füttern. Wenn Ferkel verkauft wurden, erhielt ich pro Ferkel 25 Pfennig (Schwanzgeld). Ich erhielt als Dienstmädchen 80 Taler im Jahr. Davon habe ich nichts abgehoben. Als ich heiratete, hatte 1000 Mark auf meinem Sparbuch. Die Knechte bekamen auch etwa soviel Lohn, der Kuhjunge 40 Mark.. Von den Bauern bekamen wir in meiner Dienstzeit kein Leinenzeug mehr. Vorher bekamen die Mädchen nur 30 Taler, soundsoviele Ellen Leinen und ein Fell von einem Schaf. Das haben sie sich dann gesponnen. In meiner Zeit war das nicht mehr. Ich kann auch noch spinnen. Meine Eltern und Schwiegereltern haben um 1880 noch Leinenzeug erhalten. Wir konnten damals im Krieg und nach dem Krieg wenig Kleidung kaufen, weil es Bezugsscheine für Kleidung gab. Die Menschen auf dem Lande waren früher sehr sparsam. Mein Schwiegervater war bei einem Bauern in Wilsen bei Rostock als Knecht, meine Schwiegermutter war dort als Mädchen. Meine Schwiegereltern hatten jeder 1.500 Mark, also zusammen 3000 Mark gespart. Dafür kauften sie um 1890 diese Büdnerei in Klockenhagen. Damals war es noch ein Strohdachkaten. Sie bauten vor dem 1. Weltkrieg das neue Wohnhaus, nutzten das alte Haus als Wirtschaftsgebäude. Es ist Anfang der 20er Jahre abgebrannt. In der Inflation bauten wir die massive Scheune. Das war eine schwere Zeit. Freitags mussten wir den Arbeitsleuten das Geld ausbezahlen, am Montag konnten sie sich schon kein Brot mehr dafür kaufen. Als wir 1921 geheiratet haben, waren wir also vier Arbeitskräfte auf der Büdnerei. Zu unserer Wirtschaft gehörten 5 ha eigenes Land. Wir kauften noch Land auf dem Ribnitzer Stadtfelde zu. Mein Mann ging nebenbei noch arbeiten bei den Bauern, wenn unsere Arbeit fertig war. Er war Heizer bei dem Dampfkessel, der den großen Dreschkasten der Bauern antrieb. Hier in Klockenhagen, in Körkwitz und Petersdorf hat er gedroschen. Ich bin damals auch in der Kartoffelernte bei den Bauern arbeiten gegangen. Drei Wochen bei uns, nachher zu den Bauern oder Büdnern, die mehr Acker hatten als wir. In einem Herbst habe ich mir ein Rad verdient. 68 Mark hat das Rad damals gekostet. Als die Schwiegereltern älter wurden, gingen wir aber nicht mehr arbeiten. Wir machten einer Frau den Acker mit fertig, dafür half diese uns dann wieder. Im Herbst wurde abgerechnet. Als wir heirateten, teilten wir mit den Schwiegereltern das Haus. Wir hatten drei Stuben. Dieses Zimmer war das gemeinsame Wohnzimmer. Unser Schlafzimmer war dort drüben. Die Schwiegereltern schliefen hier nebenan. Als Aussteuer bekam ich eine Schlafstube mit. Zur Aussteuer gehörten noch zwei vollständige Betten, 6 x Bettwäsche. Damals gab es Leinen und Nesselzeug als Aussteuer. Den Schreibschrank habe ich mitgebracht. Ich hatte drei Kinder. Das älteste Kind ist mit einem Jahr gestorben. Die Tochter ist 1925, die zweite Tochter 1927 geboren. Die Schwiegermutter hat dann für die Kinder aufgepasst. Sie ist 1935 gestorben, Schwiegervater 1941. Die kleinen Kinder kamen oft mit auf das Feld. Ich hatte die beiden Töchter manchmal beide auf dem Rad, eine vorn, eine hinten auf dem Gepäckträger. Kindergarten gab es nicht. Meine Tochter wohnt bei mir. Mein Schwiegersohn, Herr Fritz, ist Einsatzleiter beim VEG. Die andere hat Johann Möller geheiratet. Essen: Wir schlachteten meistens zwei Schweine. Wir haben auch Fleisch in Dosen gemacht. Eier, Fisch, viel Fisch wurde gegessen. Aus Körkwitz und Graal kamen Fischer. Für eine Mark bekamen wir viele Fische. Sie wurden sauer eingelegt. Wir haben viel arbeiten müssen. Zuerst haben wir haben unser Korn mit dem Stiftendrescher, der vom Göpel angetrieben wurde, ausgedroschen. Wir waren sehr sparsam. Wir haben hier drinnen im Haus wenig angeschafft, aber in der Scheune stehen viele Maschinen. Dreschsatz, Schrotmühle usw. haben wir angeschafft. Mein Schwiegervater hatte das Wort solange es eben noch ging. Er konnte nicht mehr viel, er hatte Magenkrebs. Mein Mann hat dann etwa seit 1935 die Wirtschaft geführt, aber der Vater musste gefragt werden. Er hatte die Kasse. Mein Mann hat die Einnahmen und Ausgaben genau angeschrieben. Dann holte Frau Randow ein Buch, das Anschreibebuch ihres Mannes. Sie hat es mir mitgegeben. Das Anschreibebuch wurde zu einer wahren Fundgrube. Frage: Geselligkeit in Klockenhagen früher? Die Jugend traf sich einmal in der Woche bei Mike Witt, genannt „Zur hölzernen Klinke“. Musik machte ein Knecht, Martin Herzberg, mit der Ziehharmonika. Die Zusammenkünfte waren vor allem am Sonntag, wir hatten ja wenig Freizeit. Getanzt wurde in der Stube von Mike (Marie) Witt, die Stube hatte noch eine Lehmdiele. Einige haben auch Karten gespielt. Als es nachher zu klein wurde, sind wir zu Ferdinand Witt, dem Onkel von Mike Witt gegangen. Dort haben wir im Krug (der heutigen Konsumgaststätte) getanzt. Damals war der Saal noch nicht vorhanden. Tanz war von 20.00 bis 23.00 Uhr. Zum Schluss war eine Polonaise, dabei wurde gesammelt für den Musiker und den Gastwirt, die jungen Mädchen waren frei, die jungen Herrn mussten ein bißchen Geld geben. Der Musiker konnte gut spielen - Walzer, Polka, Rheinländer, Kegel, schwedische Quadrille u.a. Heinrich Peters und Karl Pieplow waren auch manchmal dort. Heinrich Peters kam mit seiner Braut. Auch die Bauernsöhne kamen zu dem Vergnügen. Auch aus Hirschburg kamen einige. Damals bestanden mehrere Vereine, der Turnverein, der Kriegerverein, der Kegelklub. Der Lehrer Fretwurst leitete den Turnverein. Mein Mann konnte gut turnen. Die Kegelbahn war an der Gaststätte entlang der Straße. Vom Kriegerverein und vom Turnverein wurden Theaterstücke eingeübt. Auch Maskenbälle gab es. Fretwurst leitete die Theateraufführungen. Frau Fretwurst lebt ja noch hier. Hier beim Tanzen habe ich meinen Mann kennengelernt. 1921 haben wir geheiratet.

Das Gespräch wurde auf Tonband aufgenommen und möglichst wortgetreu übertragen. Hans Erichson.

Gespräch mit Herrn und Frau Korff, Klockenhagen (15.03.1977)

Herr Korff: Ich bin 87 Jahre alt, am 13.02.1890 geboren, meine Frau ist 9 Jahre jünger. Sie ist 1899 geboren. Ich habe erst mit 36 Jahren geheiratet. Wir sind aber sechs Jahre zusammen gegangen, so schnell wie heute ging damals das Heiraten nicht. Im Haus mußte Platz sein, auch von zu Hause konnte ich nicht eher fort. Im letzten Jahr haben wir Goldene Hochzeit gehabt. Früher haben wir meistens erst mit 30 Jahren geheiratet. Die Büdner waren erst Soldat, dann erst haben sie geheiratet. Sie suchten sich dann ein tüchtiges Mädchen aus, das mehrere Jahre auf einer Stelle gewesen war. Dann hatten sie den nötigen Verstand. Heute laufen sie so schnell auseinander. Der Bauer mußte sich eine tüchtige Frau nehmen, meistens eine Bauerntochter. Meine Schwägerin (Frau Alma Pieplow, geb. Lösch) stammt aus einer Klockenhäger Büdnerei. Das war aber selten. Da kam dann kein Geld mit herein. Die Frau, die aus einer Bauernstelle stammte, kannte die Arbeit. Sie sollte mit dem Mann, den Leuten und mit der Wirtschaft umgehen können. In einer Bauernwirtschaft hatte die Frau ebenso viel zu tun wie der Mann. Der Besen und die Frau gehören ins Haus. Frau Korff: „Ich musste morgens 14 Kühe melken. Die Kühe blieben draußen, ich fuhr mit dem Rad hin zum Melken.“ Die Büdner nahmen sich meistens eine Büdnertochter zur Frau. Die Arbeit der Büdnerfrau war vielseitiger: sie mussten sowohl im Haus als auch auf dem Felde tätig sein. Eine Bauerntochter hätte wohl niemals einen Büdner genommen. Frau Korff: „Frau Jenß in Neu-Klockenhagen war eine Bauerntochter. Dort waren viele Mädchen, da sollte auch erst einmal einer kommen. Jenß war auch Handwerker, das war ein bißchen anders. Die Frau besorgte die Wirtschaft, der Mann brachte das Geld nach Hause.“ Ich habe für viele Büdner in Neu Klockenhagen den Acker bestellt. Die anderen Bauern wollten das nicht gern übernehmen. Für einen Tag mit dem Gespann mussten die Büdner 3 Tage in meiner Wirtschaft helfen, die Büdnerfrau musste 4 Tage arbeiten. Sie kriegten hier auch Essen und Trinken, aber kein Mittag. Nachher hatten wir auch schon Mähbinder, dann brauchten wir nicht so viele Leute in der Ernte. Beim Mietensetzen gehörten meistens 6 Männer dazu. 32 Fuder kamen in eine Miete. Aus einer solchen Miete kamen 350 Zentner Korn. Nachher kamen die Mähbinder auf. Eine solche Maschine kostete 1.000 Mark. Mit 4 Mann haben wir die ganze Ernte bewältigt. Wenn der Roggen gemäht war, kam der Hafer. Danach wurde eingefahren. Wenn wir den Hafer gemäht hatten, machten wir am nächsten Tag die Erntewagen zurecht. Dann kamen die Neu-Klockenhäger Büdner und fragten, wann wird eingefahren. Oft fuhren wir das Korn der Büdner zuerst ein, danach unser. Bei 3 bis 4 Büdnern habe ich dann das Korn an einem Tag eingefahren. Büdner Jenß hat immer meine Mieten gesetzt. Die Mieten haben wir auf dem Feld gesetzt. Zum Frühstück breiteten wir ein Laken aus, Butter, Wurst, Sauerfleisch, Eier u.a. konnte sich jeder nehmen. Mittags gingen wir nach Hause. Nachmittags gab es Kuchen und Bohnenkaffee. In der Erntezeit gab es immer gutes Essen, das war beinahe ein Hochzeitsessen. Wir kauften 3 Pfund Kaffee bei Kaisers Kaffee in Ribnitz, die Mittelsorte. Beim Bäcker ließen wir „Platenkuchen“ backen. Ich hatte 37 ha Land. Im Winter haben wir die Wirtschaft mit vier Mann gemacht: Bauer, Bauersfrau, mein Bruder Hugo und der Lüttknecht. Im Haushalt haben Frauen aus dem Dorf mitgeholfen. Meine Schwiegermutter konnte nichts mehr. Nachher haben wir auch ein Mädchen gehabt. Im Winter hatten wir ja nicht so viel zu tun. Das Geld, was wir einsparten, war bar verdient. Wir haben auch selbst gemolken. Vor dem Krieg konnten wir im Sommer genug Hilfe bekommen. Die Frauen halfen im Haushalt, bei der Wäsche. In den 30er Jahren hatten wir 4 Arbeitspferde sowie 2 bis 3 Fohlen. Kühe: bei 20, davon 14 Milchkühe. In einem Jahr hatten wir Pech, eine Kuh brach sich das Bein, eine kam beim Bullen zunichte. Schweine: 20 bis 30, 2 Zuchtsauen. Geschlachtet: ein Schwein zum Mietendreschen, ein Schwein zu Weihnachten, ein Schwein im Januar, ein Schwein im Frühjahr; Frau Beckmann konnte gut kochen. Sie war lange Jahre in Müritz in Stellung. Wir haben Mettwurst, Leberwurst, Lungwurst, Preßkopf und Blutwurst gemacht. Die Mettwurst: 1 Schulter, Mettfleisch, Filet kam in die Mettwurst; Leberwurst: Stäk (von: stäken, stechen, der Hals, wo das Schwein gestochen wurde?), Leber, nur Pfeffer und Salz; Lungenwurst: blutiges Fleisch, Lunge, Nelken und Pfeffer; Blut- und Grützwurst: Rosinen und Zucker, an die Grützwurst nur Salz und Pfeffer; Wurstmachen und Wurststopfen, das war schon eine besondere Kunst. Meine Mutter und die Mutter meiner Frau waren auf Gutshöfen als Mamsel gewesen. Sie hatten ein bestimmtes Rezept. Über unsere Wurst ging nichts rüber. Schwarzsauer: Snuten, Poten, Ohren, Schwanz u.a. schön gar gekocht, aus der Brühe heraus genommen, gesalzen, mit Mehl, Klößen. Swartsupp mit Pflaumen und Backbirnen mochte mein Mann. Im Oktober war in Ribnitz Herbstmarkt. Dann brachten wir die Backbirnen auch dorthin. Schwarzsauer gab es abends zu den Bratkartoffeln, aber auch mittags. Dann aßen wir erst das Fleisch vorweg und dann die Schwarzsauersuppe hinterher. Mein Vater füllte sich einige Kartoffeln in die Schwarzsauersuppe. Schwarzsauer wurde ganz verschieden gemacht. Das Fleisch wurde in einem großen Fass eingepökelt. Bei einem großen Schwein brauchten wir 40 Pfund Salz. Mein Vater sagte, ich will kein schlechtes Fleisch essen. Manche kamen mit 20 Pfund aus. Das Fleisch musste etwa 6 Wochen in der Lake liegen. Wir ließen unser Fleisch bei Mike Witt räuchern. Das war das beste Fleisch. Mike Witt hängte die Wurst vorn hin, das Fleisch hing beim Herd. Auf dem Räucherboden wurde das Fleisch leicht „hitzig“. Wir haben nie hitziges Fleisch gehabt. Die Dierhäger Bauern hatten draußen eine Räucherkammer.

Morgens sind wir im Sommer um 4.00 Uhr aufgestanden, dann wurde gemolken. Danach gab es Frühstück: Brot, Schmalz u. Butter. Milchsuppe gab es in meiner Zeit nicht mehr, früher gab es morgens auch Milchsuppe. Das war mehr Arbeit für die Frau. Frühstück gab es dann um 9 oder ½ 10 Uhr, Speck und Brot aus der Kiepe. Zum Frühstück gab es beim Mähen einen Liter „Koem“. Ich trank aber keinen. Meistens mähten wir mit 4 Mähern. Meinen Koem tranken die anderen mit aus. Wenn da nun aber 2 Nichttrinker dabei waren, bekamen die anderen beiden manchmal ein bißchen viel. Da hatten wir auch manchmal einige dabei, die so ein bißchen „nehrig“ (sparsam) waren. Zu Hause tranken sie keinen Koem, der musste ja bezahlt werden, aber beim Mähen nahmen sie ihn mit. „O, Hanning Biehrens (ein Häusler, der vorher als Knecht bei uns war), du hast ja den ganzen Tag gemäht, gib mir die Sense man her“, sagte mein Vater und nahm ihm auf dem Nachhauseweg die Sense ab, damit nichts passierte. Beim Transformatorenhaus, also kurz vorm Hof erhielt Behrens dann seine Sense wieder, damit die Einwohner nichts merkten. Mittag wurde zu Hause gegessen. Die Mäher bekamen kein Mittagessen beim Bauern, sie aßen zu Hause. Zum Mittag gab es Kartoffeln, Gemüse, (wenn wir es geschafft haben), Fleisch (Schinken oder Speck), Milchsuppe und Eingemachtes, Salat, Gurkensalat, Kohl, „Klüttersuppe“. Nach dem ersten Weltkrieg haben wir einen Zentner Reis für 16 Mark gekauft. Ein Zentner Salz kostete 9 Mark. Grütze und Graupen haben wir uns gemacht. Range aus Ribnitz hat uns Haferflocken geliefert. Zum Kaufmann gingen wir kaum. Auch vom Schlachter holten wir kaum etwas. Im Winter wurde ein Kalb geschlachtet. Das Obst wurde eingeweckt. Ich habe hundert Gläser eingeweckt. Pflaumenmus haben wir nicht gekocht, wir waren nicht sehr für Marmelade. Mein Vater mochte auch keine Marmelade. Er sagte immer: „Dat is bloß so´n Brotfräten.“ Vor dem 1. Weltkrieg haben wir noch selbst Brot gebacken. In meiner Zeit (also nach 1925) haben wir nicht mehr selbst gebacken. Wir hatten in der Ecke unseres Gehöftes einen Backofen. Darin konnte man Brot aus 2 Zentner Mehl backen. Meine Mutter wurde einmal krank. Wir hatten damals ein 17 Jahre altes Mädchen, die übernahm das Backen. Der Knecht Fieting Brüdigam half dabei. Das Brot ist dem 17-jährigen Mädchen prima geraten. Da hat das Mädchen sich aber in „dei Bost schmäten“. Da hieß es im ganzen Dorf, ein 17-jähriges Mädchen kann schon Brot backen. Wir haben meistens feines Mehl vom Müller Jennerjahn geholt, der schüttete das Mehl zweimal in die Mühle. Es gab auch Weizenbrot. Das Weizenmehl lieferte uns Bamberg. Er hatte zwei Windmühlen. Einmal hatten wir kein gutes Mehl gehabt, da war der ganze Ofen voll von „schliepigem“ Brot. Und meine Mutter schalt. Bamberg kaufte nur einwandfreies Korn und lieferte auch erstklassiges Mehl. Er sagte: „Ich gebe dir Weizenmehl mit, dann kannst du einwandfreies Brot backen. Es war in diesem Jahr ein nasser Sommer, deshalb ist das Roggenmehl nicht gut. Nimm Weizenmehl, dann kannst du gutes Feinbrot backen. Vom Bäcker Ahrens nimm gleich Gäst (Hefe) mit, sonst kommst du in Klockenhagen an und hast keine Hefe. Heute Abend setzt du das Mehl an den warmen Ofen, das muß durchwärmen.“ Am anderen Morgen wurde es sehr gutes Feinbrot, das so hoch aufging. Der Backofen wurde mit Tannenholz geheizt, dazu nahmen wir das minderwertige Holz. Manche haben den Backofen auch mit Busch und Sträuchern geheizt. Wir haben mit „Stöckerholt“ geheizt. Dann wurde der Ofen immer ganz rot, der Ofen wurde noch mit einem nassen Lappen ausgewischt. Mit Müller Bamberg habe ich nachher immer gehandelt. Bernitt, sein Prokurist, führte das Geschäft am Bahnhof. Ich habe hauptsächlich Korn angebaut und verkauft. Kartoffeln haben wir nur für den Eigenbedarf angebaut. Als ich heiratete, waren die Kartoffeln ersoffen. Wir hatten kaum Eßkartoffeln. Amtshauptmann Ihlefeld in Ribnitz war sehr für die Drainage. Horstmann kaufte damals die Bauernstelle für 62.000 Mark und Brüdigam gab 70.000 Mark. Horstmann hatte nur 20.000 Mark dazu, was musste der an Zinsen bezahlen. Die beiden brachten das mit dem Amt in Gang, dass wir Drainage kriegten. Ich wollte zuerst nicht mitmachen. Ich dachte, wenn das morgen nicht passt, dann verkaufen die beiden ihre Bauernstelle wieder, ich wollte aber hier bleiben. An einem Morgen kam Ihlefeld und sagte: „Du musst jedes Jahr 100 Mark für das Grabenräumen bezahlen. Dazu kommt noch das „Haken“ der Wasserfurchen. Nun wollen wir einmal die Hufe ansehen. Sie können gut drainieren. Ich stehe dafür ein, dass sich der Ertrag dadurch verbessert.“ Für meine Hufe sollte ich 9.000 Mark für Drainage bezahlen, also jährlich 600 Mark Zinsen und Rückzahlung. Ich dachte, so viel kostet eine Kuh. Nach dem 1. Weltkrieg waren die Pferde nicht teuer. Aber vor dem 1. Weltkrieg kostete ein gutes Pferd 1.400 – 1.600 Mark. Mein Vater hatte ein erstklassige Pferde, dafür erhielt er 1.600 Mark. Unsere Dränage wurde in den Bach geleitet, sie hatte genug Gefälle. Die Saugröhren waren 6 cm, die Abnehmer waren 8 – 9 cm, der Hauptabnehmer war noch größer. Seit dieser Zeit haben wir dann keinen Wasseracker mehr gehabt. Dabei haben wir Geld gewonnen. Wir kannten es nur ohne Drainage. Aber ich würde keinem empfehlen, eine Bauernstelle zu kaufen, wo keine Drainage ist. Meine Schwester hatte einen Bauern bei Güstrow, 40 ha mit gutem Lehmboden. Im ganzen Acker war kein einziger Graben, alles drainiert. Als die Drainage war, haben wir gute Ernten erzielt: vier Roggenmieten, eine Hafermiete und dann noch die Scheune voll Korn. Ich habe das aber nicht erzählt. Wir brauchten auch nur die Hälfte an Dünger säen. Aber gutes Saatkorn war erforderlich. Ich säte immer Hochzucht. 80 Pfund auf einen Morgen, sonst ging ein Pfund auf eine Rute.

Das Gespräch wurde mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet und danach möglichst wortgetreu übertragen. Hans Erichson.

Menschen in und um Klockenhagen

Hier wird an Menschen erinnert die in Klockenhagen geboren bzw. verstorben sind bzw. durch eine besondere Beziehung zum Ort ihre Spuren hinterlassen haben:


Baumgarten, Karl (Max Hermann Klaus) - Pädagoge, Kantor, Heimatforscher, Museumsgründer

geb. 5.2.1910 Wismar gest. 16.10.1989 Rostock

Vater: Adolf Joachim Ludwig B., Lokomotivführer 1916-1919 Bürgerschule, 1919-1921 Gymnasium in Waren (Lateinlehrer: Richard Wossidlo); 1921-1928 Große Stadtschule Rostock; 1928-1930 Studium am Pädagogischen Institut Rostock; 1930-1933 Lehrer der Dorfschule Poppendorf und 1933-1945 der Dorfschule Federow (Kreis Waren); dort auch Kantor; 1943 zum Wehrdienst eingezogen; kehrte 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück nach Rostock; nach verschiedenen Anstellungen seit 1950 wieder Lehrer, zunächst in Kröpelin, 1951 an der St.-Georg-Schule in Rostock; gründete hier ein Orchester und wurde Schuldirektor; seit der Studienzeit mit der mecklenburgischen Volkskunde beschäftigt, insbesondere mit der Erforschung der Volksarchitektur; Haus- und Siedlungsforscher; setzte sich für die Bewahrung der typischen ländlichen Gebäude ein; 1957 Berufung an die Akademie der Wissenschaften Berlin; 1959-1975 Leiter der Wossidlo-Forschungsstelle als Außenstelle des Instituts für deutsche Volkskunde der Akademie der Wissenschaften in Rostock; unterstützte den Aufbau der Freilichtmuseen Klockenhagen, Schwerin- Mueß und Alt Schwerin; 1960 Promotion in Berlin; 1982 Leibniz-Medaille; 1983 Kulturpreis des Bezirkes Rostock; »Probleme mecklenburgischer Niedersachsenhausforschung« (1955); »Das Land der schwarzen Bauern« (1956); »Mecklenburgisches Zimmermannshandwerk, die Scheune« (Diss., 1960); »Zimmermannswerk in Mecklenburg« (1961); gemeinsam mit Ulrich Bentzien »Hof und Wirtschaft der Ribnitzer Bauern« (1963); »Das mecklenburgische Bauernhaus« (1965); »Hallenhäuser in Mecklenburg« (1970); »Das deutsche Bauernhaus« (1980); »Kleine mecklenburgische Bauernhausfibel« (1982); »Landschaft und Bauernhaus in Mecklenburg« (1987); »Der Maltzangraben« (1941) und »Mecklenburgisches Schicksal – ein Dorf wird gelegt« (1942) in »Mecklenburgische Monatshefte«; »Probleme mecklenburgischer Niedersachsenhausforschung« (1955), »Rügens ›Zuckerhüte‹« (1959) und »Die Tischordnung im alten mecklenburgischen Bauernhaus« (1965) in »Deutsches Jahrbuch für Volkskunde«; Nachlass in der Fachhochschule Neubrandenburg. Das im Wesentlichen von ihm aufgebaute Bauernhausarchiv ist Bestandteil des Wossidlo-Archives der Universität Rostock.

Haase, Gustav - Pädagoge

geb. 8.7.1853 Bargeshagen, gest. ?

1855-1857 Lehrerseminar Ludwigslust; Lehrer in Klockenhagen und bis 1907 in Güstrow; mit Ludwig Kreutzer »Heimaths- und Vaterlandskunde für die Hand mecklenburgischer Schüler« (1879; 3. Aufl., 1893); »Einfaches Material für Aufsatzübungen in Volksschulen« (1889); »Leichtfaßliche Geschichte des deutschen Vaterlandes für Bürger- und Volksschüler« (1889).

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Klockenhagen

Weißes Kalb

Mein Vater, so erzählt der dreiundsiebzigjährige Arbeiter Fretwurst in Klockenhagen, fährt einmal von Dändorf nach Rostock. Als er in der Gelbensander Forst bei der Barkheidenschneese ist, scheint es vor seinen Augen, als wenn vor ihm in dem Weg ein Wasserteich ist. Die Pferde stehen mit einemmale bumsstill, schnarchen und sind trotz alles Antreibens nicht von der Stelle zu bringen. Er muß da wohl an eine Stunde halten. Darauf verschwindet der Teich und ein großes, weißes Kalb geht aus dem Weg ins Holz. Jetzt stürmen die Pferde mit rasender Schnelligkeit vorwärts und sind erst in der Nähe des Schwarzen Pfostes zum Stehen zu bringen. Lehrer Schwartz.

Die Frau als Hase

In Klockenhagen hat früher eine Frau gelebt, welche sich in einen Hasen hat verstellen können. Einmal sagt diese zu ihren Kindern ›Kommt mal der Jäger hier, dann sprecht zu ihm, ihr wolltet ihm einen Hasen zum Schießen zeigen, wenn er euch ein Geschenk gebe. Geht der Jäger hierauf ein, dann will ich mich in einen Hasen verstellen, so daß er nach mir schießen kann. Er wird aber nicht mich, sondern sich selbst treffen und erschießen.‹ Die Kinder thaten so. Der Jäger aber hatte einen weißen Hund bei sich. Da riefen die Kinder, welche für ihre Mutter fürchteten, in ihrer Einfalt ›Mudder, de Witte (d.i. der weiße Hund) kricht di!‹ Als dies der Jäger, der auch mehr als gewöhnlich verstand, hörte, vermerkte er Unrath und steckte eine andere Ladung ein, womit er denn den Hasen erschoß. Lehrer Schwartz nach Mittheilung der Erbpächtersfrau Alm.

Das Todtenhemd

In Klockenhagen ist mal ein Mädchen gestorben, welches nach dem Tode immer wieder gekommen ist. Man hat deshalb den Prediger kommen lassen, um den Geist zu befragen. Da hat der Geist gesagt, er könne nicht ruhen, weil ihm das Todtenhemd nicht angezogen wäre, welches er hätte anhaben wollen. Sie sollten das Hemd Abends auf den Thorpfost vor dem Hof legen, damit er es sich in der Nacht holen könne. Am andern Morgen ist das hingelegte Hemd fort gewesen; und der Geist hat sich nicht wieder sehen lassen. Arbeitsmann Fretwurst.

Todte beschwören

Das fürstliche Amt, welches jetzt in Ribnitz ist, war früher in Hirschburg. Damals fungirte in Hirschburg ein Candidat, welcher die Kunst verstand, Geister zu citiren. Einmal wollte derselbe die zwölf Apostel citiren. Als er bereits drei herangelesen hatte, da sagte der dritte, welcher Petrus war ›Ich ruhe nun schon viele Jahrhunderte in der Erde; warum störst du meine Ruhe?‹ Da hielt der Candidat für diesmal mit dem Citiren inne. – Um diese Zeit starben einem Bauer in Dänschenburg zwei Töchter, worüber der Vater sich viel grämte und späterhin den Wunsch hegte, die Kinder noch einmal sehen zu können. Als er dies dem Candidaten mittheilte, machte derselbe um sich und den Bauer einen Kreis und fing an zu lesen. Da erschienen die beiden Töchter. Sie hatten sich beide an der Hand gefaßt und sahen so recht bös aus. Nachdem der Bauer sie genugsam beschaut, las der Candidat sie wieder weg. Der Bauer aber hat darauf geäußert, er verlange die Kinder in diesem Leben nie wieder zu sehen. Lehrer Schwartz nach Mittheilung der Weberfrau Thiel in Klockenhagen.

Volksglauben in Klockenhagen

Der untere Theil eines Weizenkorns, welches in der Aehre steckt, zeigt einen Abdruck, der Aehnlichkeit mit einem Gesichte haben soll. Man sagt ›Der Weizen ist das edelste Korn, welches uns der liebe Gott gegeben hat; darum findet sich auf jedem Weizenkorn das Gesicht Christi‹. Lehrer Schwartz nach Mittheilung des Arbeitsmanns Fretwurst.

Die Zaunrübe – plattdeutsch ›hilg Räuw‹ – wird im Volke sehr geschätzt. Man sagt ›Ein Wenig von der Wurzel dieser Pflanze dem Vieh eingegeben, schützt dasselbe vor Hexen.‹ Lehrer Schwartz nach Mittheilung des Arbeitsmanns Fretwurst.

Der Volksmund sagt: Von der Taube Noahs, welche er aus der Arche hat ausfliegen lassen und die nicht wieder zu ihm gekommen ist, stammen die wilden Tauben ab. Lehrer Schwartz.

Zahnschmerzen zu stillen. Ich grüß dich lieber, neuer Mond! Ik klag di, de Tähnweihdag, dei plagt mi † † †. Lehrer Schwartz.

Wenn eine junge Mannsperson (Frauensperson) wissen will, was für eine Frau (einen Mann) sie bekommen wird: dann muß dieselbe in der Neujahrsnacht auf einem Besenstiel nach dem Schweinstall reiten und mit dem Stiel an die Thür klopfen. Antwortet hierauf eine alte Sau mit ihrer Stimme, dann bekommt er (sie) eine Witwe (einen Witwer); antwortet ein Ferkel, dann bekommt er (sie) eine junge Frau (einen jungen Mann). Lehrer Schwartz nach Mittheilung des 70jährigen Erbpächters Alm in Klockenhagen.

Flurnamen auf der Klockenhäger Feldmark