Fragen bei der Geschichtsaufarbeitung des Ortes pp: Unterschied zwischen den Versionen

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„Wirklich tot ist wer aus der Erinnerung der Nachkommenden verschwunden ist.“
 
  
 
Blick ins Lexikon:
 
Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist in den evangelischen Kirchen in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Er kann – aufgrund der fixen Lage des vierten Adventssonntages vor dem 25. Dezember – nur auf Termine vom 20. bis zum 26. November fallen. Traditionell Gräberbesuchstag
 
 
Blick in die Geschichte
 
König Friedrich Wilhelm III. Von Preußen bestimmte durch Kabinettsorder vom 24. April und Verordnung vom 25. November 1816 für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten jeweils am letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem letzten Sonntag vor dem 1. Advent, zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“. Folgende Gründe kommen dafür in Frage: das Gedenken an die vielen Gefallenen der Befreiungskriege von 1813 bis 1815, die Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise, auch das Fehlen eines Totengedenkens im evangelischen Kirchenjahr und förderlich war sicher im Zeitalter der Romantik die Welle der Empfindsamkeit, die das Gedenken an die Verstorbenen verstärkt in Mode brachte. Die anderen evangelischen Landeskirchen übernahmen diese Bestimmung.
 
 
Während am drittletzten Sonntag im November im Kirchenkalender das Thema „Tod“, „Kriegstod“ im Mittelpunkt steht, hat der vorletzte Sonntag die Thematik „Jüngstes Gericht“ und der letzte „Ewiges Leben“.  Dem entsprechend ist auch die Erinnerungskultur eine  andere. Frage dabei was bleibt unter uns von den von uns Gegangenen? Eben Erinnerung.
 
 
Seit alter Tradition wird im Monat November und in den evangelischen Kirchen besonders am letzten Sonntag im Kirchenjahr des Todes und der Verstorbenen gedacht. Hierbei steht das Gedenken an die bereits Verschiedenen sowie die Erwartung des Jüngsten Tages im Mittelpunkt. Zum festen Brauchtum am Totensonntag gehört dementsprechend auch der Besuch des Friedhofs, um die Gräber der Angehörigen zu schmücken und zu pflegen. In den meisten evangelischen Kirchen finden zudem Gottesdienste statt. Hierbei werden zum Klang der Glocke die Namen der Verstorbenen aus der Gemeinde verlesen und in die Fürbitte miteingeschlossen. Das Verklingen der Gebetsglocke soll an die eigene Vergänglichkeit erinnern.
 
 
Der Totensonntag ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als sogenannten stillen Tag, für den besondere Einschränkungen gelten;[4] dazu gehören beispielsweise Verbote von Musikaufführungen in Gaststätten, zum Teil begrenzt auf bestimmte Stunden des Totensonntags. 
 
 
Nimmt das Totengedenken angesichts der kleiner werdenden Kirchgemeinden ab?
 
 
Mit den Grabsteinen und der Erinnerung scheint auch die Trauer aus dem öffentlichen Leben zu verschwinden.
 
 
Ich hatte vorhin von den Veränderungen in der Trauerkultur des 20. Jahrhunderts gesprochen, von einer zunehmend funktionalen Routine, von einem Abschieben der Trauer “hinter die Kulissen”, wie es der Kultursoziologe und –historiker Norbert Elias in seinem Buch “Über die Einsamkeit der Sterbenden” nannte. Noch Mitte der achtziger Jahre konnte der Soziologe Gerhard Schmied in seinem Buch über “Sterben und Trauern in der modernen Gesellschaft” feststellen, daß der Friedhof der “legitime öffentliche Ort der Trauer” und das wichtigste “memento mori” („Sei dir der Sterblichkeit bewußt“) ist. Diese Erkenntnis ist heute überholt. Die weiten Rasenflächen der  anonymen Urnenhaine bilden keine Orte individueller Trauer und Erinnerung mehr. Die monumentalen Grabdenkmäler des 19. Jahrhunderts drohen inzwischen zu verfallen. Die Musealisierung des Friedhofs hat begonnen.
 
Und die Anonymisierung folgt mit dem „aufräumen“ auf dem Fuße.
 
Auch ein einfacher Stein auf einer Rasen- oder Efeu-Fläche ist ein Anstoß zur Erinnerung.
 
 
 
Blick in mein persönliches Leben
 
Ich möchte an dieser Stelle Erinnerungs-Erlebnisse aus meinem persönlichen Leben beispielhaft einflechten.
 
 
1. Kurt – der im Osten gefallene Onkel – der Unvergessen Nachwirkende
 
 
2. Wilhelm Riebe- der in WK I gefallen nur noch auf dem Kriegsdenkmal präsent ist und über den nichts mehr bekannt ist
 
 
3. Norbert und Rudi – Väterliche Freunde die mir im Leben auf den Weg halfen
 
 
4. Die Witwen, oft der im Krieg gebliebenen um an diesem Tag das Jahres-Großreinemachen der Familiengrabanlagen durchzuführen, was mit Sicherheit auch mit der Erinnerung an die Dahingegangenen verbunden war.
 
 
 
Blick in die Zukunft
 
„Wirklich tot ist wer aus der Erinnerung der Nachkommenden verschwunden ist.“
 
Aufgeräumte oft Gedenksteinlose Friedhöfe
 
Wenn Friedhöfe sterben, verlieren nicht nur die Toten ihre Heimstatt. Mit den Gräbern verschwinden Orte der Erinnerung. Über manchem Friedhof liegt in unseren Tagen die Ruhe des Vergessens.
 
So steht die Frage im Raum wächst diese Friedhofsruhe des Vergessens auch in immer mehr Köpfen?
 
 
 
 
 
 
Dann Verweis auf die Tafeln WK II hier in der Kirche
 
Welche Lebensgeschichten und Schiksale verbergen sich hinter den Namen darauf?
 

Aktuelle Version vom 18. November 2019, 08:08 Uhr