Fortlaufende chronologische Ortschronik von Loitz

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Kenndaten der Ortschronik
OrtLoitz
Zeitlicher Schwerpunktfortlaufend
Urheberrechte..
Erstellungszeitraumseit 2019
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Stadt Loitz
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung

Die Geschichte von Loitz

Stadtansicht von Loitz in der Stralsunder Bilderhandschrift von 1615

Der Name Loitz ist älter als das Datum der Stadtrechtsverleihung. Nachrichten, nach denen an Stelle der späteren Stadt in dem Grenzsaum von slawischen Herrschaftsgebieten bereits 1102 und 1123 eine Siedlung zerstört worden sei, lassen sich keineswegs ausreichend belegen. Als erwiesen kann lediglich gelten, daß sich während des 12. und 13. Jahrhunderts in dem durch Burgen befestigten Land um Loitz heftige Machtkämpfe abspielten, an denen Dänen, Pommern und Mecklenburger beteiligt gewesen sind. Ein Lehnsmann des mecklenburgischen Herzogs Johann, nämlich Detlev von Gadebusch, bewidmete Loitz 1242 mit dem lübischen Stadtrecht. Damit waren die kriegerischen Aueinandersetzungen um das Gemeinwesen längst nicht abgeschlossen. Und die kleine Peenestadt blieb ein Streitobjekt unter den Feudalfürsten bis ins 14. Jahrhundert hinein. Die junge Stadt hatte mehrmals einen Wechsel der Landesherrschaft über sich ergehen zu lassen. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts gelangte sie in den Besitz der Pommernherzöge, kam 25 Jahre später zum Fürstentum Rügen, und dann - zu Beginn des 14. Jahrhunderts - meldeten schließlich König Erik Menved von Dänemark und Markgraf Waldemar von Brandenburg zur Ausweitung ihrer Territorien Besitz- und Herrschaftsansprüche an. Die Geschichte des Schlosses weist in den Anfang des 14. Jahrhunderts. Die erste Nachricht ist aus dem Jahre 1315 überliefert. Das Gebäude war auf dem Platz errichtet worden, auf dem sich zur Zeit der slawischen Besiedlung eine Burg befand. Herzog Ernst Ludwig von Pommern (gest. 1592) hat es nach 1570 im Stil der Renaissance umgestalten lassen und bestimte es als Leibgedinge für seine Frau Hedwig-Sophie. Ein Großfeuer im Jahre 1701 vernichtet die meisten Wohn- und Wirschaftsgebäude und auch die Reste des Schlosses.

Frühgeschichte von Loitz

Loitz im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1232, 31.10.
Das Land Loitz wird erstmals sicher erwähnt.
1242, 30.3.
Loitz erhält lübsches Stadtrecht.
1249 - 1275
Zwischen den Söhnen Detlevs von Gadebusch und dem Kloster Eldena entbrennt ein Streit um die Dörfer Pansow, Subzow und Griebenow. Sie werden schließlich dem Kloster zugeschlagen
1247, 21.3.
Werner und Heinrich von Loitz gewähren der Stadt Greifswald Zollfreiheit in Loitz
1276
Mit dem Tode von Werner von Loitz fällt das Land an das Fürstentum Rügen.
1292, 9.8.
Der Stadt Demmin wird Zollfreiheit in Loitz gewährt
1314, 9.12.
Nachdem der Markgraf Waldemar von Brandenburg zeitweise in den Besitz über das Land Loitz gelangt war, geht es an diesem Tag wieder in den Besitz der rügenschen Fürsten zurück.
1315, April
erste urkundliche Erwähnung des Loitzer Schlosses
1315, 7.12.
Herzog Wartislaw IV. das Zoll- und weitere Privilegien
1326/27
Die leidet besonders unter den durch das Fürstentum Rügen geführten Kriegen.

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1541
Loitz erhält das Privileg zu Michaelis einen Jahrmarkt abzuhalten.
1556/57
Umbau des Schlosses
1572
Beginn des Streites sich dann über Jahrhunderte hinziehenden Streites zwischen der Loitzer Kaufmannschaft und dem Rat der Hansestadt Anklam um das Recht auf der Peene Loitzer Handelsschiffe fahren zu lassen
1573
Die Stadt erhält das Privileg am St. Veitstag (15. Juni) einen Pferdemarkt abzuhalten.
1588
Die Stadt erhält das Privileg am Sankt Gallustag (16.Oktober) einen Viehmarkt abzuhalten.
1592
1593
Herzogswitwe Sophie Hedwig bezieht das Loitzer Schloss als Witwensitz (1631 in Loitz gestorben).
1610, ab
Finden eine Vielzahl von Hexenprozessen statt.
1616, 12.8.
Vertrag zwischen Rat und Bürgerschaft über die zukünftige Mitbestimmung der Loitzer Bürger.
1617
Vertrag zwischen der Hansestadt Demmin und der Stadt Loitz über die Nutzung von Flächen in Rustow
1631, 11. - 16.12.
König Gustav Adolf von Schweden hält sich in Loitz auf.
1637/38
Der schwedische General Banier läßt Loitz verwüsten.
1648
Loitz gehört mit Vorpommern nördlich der Peene bis 1815 zu Schweden infolge des 30jährigen Krieges.

bis zur napoleonischen Zeit (bis 1815)

1653
Anlage eines Kirchenmatrikels nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges.
Im selben Jahr brennt das Rathaus ab. In Folge mietet der Rat die Heiliggeist-Kapelle als Notlösung für 25 Taler jährlich.
1659, 28.9.
Während des schwedisch-polnischen Krieges erobert der brandenburgische Kurfürst Loitz und läßt ihre Befestigungen schleifen.
1696
Loitz erhält eine neue Stadtordnung
1674
Bei einem Stadtbrand werden 9 der 48 in der Stadt vorhandenen Häuser zerstört.
1678
Einführung von Distrikten in schwedisch-Pommern, so auch ein eigener Loitzer Distrikt.
1701, Oktober
Großer Stadtbrand
1712, ab
Im nordischen Krieg werden große Teile der Stadt zerstört
1725
In der Stadt gibt es ein Aufbegehren der Bürger
1728
Erteilung einer Jahrmarktskonzession jeweils am Sonntag nach Judica.
1729
Bau eines zweistöckigen Schulhauses
1785-1787
Neubau des Rathauses (das heute bestehende)
1800, 9.7.
Gustav IV. Adolf übernachtet als Gast im Rathaus.
ab 1800
Erweiterung der Stadt über die Stadtmauern hinaus nach Norden
1807,14.7.
Einquartierung von 4000 französischen Soldaten. Die Kirche wird Proviantmagazin.
1811,17.11.
Die französischen Truppen ziehen endgültig ab.
Die Kirche muß renoviert werden und wird daraufhin neu geweiht.
1815
Loitz wird preußisch.

bis zur Reichseinigung (bis 1871)

1818
Neue Kreisstadt ist Grimmen im Regierungsbezirk Stralsund, Loitz verliert den Landratssitz.
1830, 22.2.
Der Bauhof (Gelände der späteren Stärkefabrik), geht durch Kauf in den Besitz der Stadt über.
1832, März
Neubau des Kirchturms (Heutige Form).
1833
Gründung der Glashütte
1837
Die Leitung der Schule wird einem Rektor übertragen. Zuvor oblag die Schulleitung dem zweiten Geistlichan an der Kirche.
1845
Einweihung des Kampfriedhofes. Bis dahin fanden Bestattungen grundsätzlich auf dem St.Jürgen Friedhof bei der Lutherkirche statt.
1848, 24.3.
Bürgerproteste führen zunächst zu einer Neuwahl des Rates
1848, 16.8.
Ende der Unruhen in der Stadt nach Ablösung des neu gewählten Rates durch die Landesregierung.
1848
Gründung des Mühlenbaubetriebes Dittmer.
Bau der Chaussee Demmin - Grimmen (heute Bundesstraße 105), dafür Durchbruch der Stadtmauer
1850, März
Der Versuch, in Loitz das Stadtrecht durch die preußische Gemeindeordnung zu ersetzen scheitert durch die Rücknahme derselben seitens der Landesregierutng. Zwischenzeitlich war aber bereits ein Gemeinderat auf der Basis der Gemeindeordnung gewählt worden.
1858, 18.12.
Die Stadt gibt sich eine neue Verfassung
1866
In der Stadt sterben von Juli bis Oktober 162 Menschen an der Cholera
1868

Der Marienfriedhof wird angelegt.

1870/71
Bau der Friedhofskapelle

Kaiserreich (1871-1918)

1883,6.10.
Die erste Nummer der Loitzer Zeitung erscheint (existiert dann bis April 1945).
1887
Neubau der Peenebrücke
1887,2.8.
Einweihung der neuen Schule am Wall
1887, 13.8.
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
1888, 28.11.
Die Stärkefabrik nimm t mit zunächst 30 Beschäftigten die Produktion auf. Im ersten Jahr werden rund 100 000 Zentner Kartoffeln verarbeitet.
1890
Durch den Gemeindekirchenrat wird ein Kindergarten eingerichtet.
1891, 14.6.
Vorführung eines Grammophons in Brunners Hotel.
1892,18.4.
Die Bürgerversammlung sendet eine Petition an den Kaiser mit dem Anliegen das Stadtrecht abzuschaffen.
1894,13.2.
Der Loitzer Verschönerungsverein beschließt die Anlage eines Bürgerparkes im Sandfeld (heute Gülzow-Park).
1898, 1.10.
Der Bürgerverein initiiert die Gründung eines städtischen Sparvereins.
1899,19.9.
In der Stadt wird die erste Feernsprechstelle in Betrieb genomme. Ein Gespräch von 3 Minuten nach Stettin kostete 3 Mark. Der Tageslohn eines Arbeiters betrug in der Zeit etwa 1,70 Mark. Ein Jahr später gab es acht Anschlüsse.
1906
Eisenbahnanschluss an die Nordbahn

Weimarer Republik (1918-1933)

1920
Loitz erhält elektrischen Strom.
ab 1923
Aufsiedlung zahlreicher Güter durch Bürgermeister Dahlhoff.
1924
Ansiedlung des Dübelwerkes aus Breslau.
1927
Loitz erhält eine zentrale Wasserversorgung.
ab 1933
Bau der Stadtrandsiedlung „An der Voßbäk“

Drittes Reich (1933-1945)

1940
Errichtung eines Barackenlagers für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter (Barackenplatz, seit 1990 Kiewitt)
1945, 29.4.
Aufruf des Bürgermeisters Groch (NSDAP) zum Durchhalten, er flieht kurz darauf; Errichtung von Panzersperren an den Ortseingängen.

SBZ und DDR (1945-1990)

1945, 30.4.
Übergabe der Stadt an die sowjetische Armee. Keine Zerstörung der Stadt (Einsatz des Loitzer Superintendenten Carl Winter), Besetzung, Selbstmordwelle (in kleinerem Ausmaß als Demmin) und auch Vergewaltigungen und andere Verbrechen.
Quelle: Henning Rischer und Ulrike Rosenstädt, Wie ein Mann der Kirche den Angriff auf Loitz verhinderte, In: Nordkurier, 30.4.2020. Online: https://www.nordkurier.de/demmin/wie-ein-mann-der-kirche-den-angriff-auf-loitz-verhinderte-3039221604.html, Zugriff am 30.9.2021. 21:10 Uhr.
seit 1945
Verfall der Bausubstanz der Stadt Loitz (geschlossene Barocke Landstadt), nur teilweise Sanierungen um den Markplatz und einzelner Gebäude nach 1990, nach 2010 zunehmend Abriss
1948
Wiedereröffnung des Dübelwerkes.
ab 1952
Loitz gehört zum Kreis Demmin, Bezirk Neubrandenburg bis 1990, dann Landkreis Demmin, Mecklenburg-Vorpommern bis 1994, dann Landkreis Demmin, Mecklenburg-Vorpommern bis 2011.
1968
Bau der Freilichtbühne im Gülzow-Park
1973
Erste Eigenheimsiedlung im Stadtgebiet (August-Levin-Straße)
1974
Bau der zweiten Schule in der Goethestraße (1981 erweitert)
1975
Grüdung des Gemeindeverbands Loitz: Sassen, Trantow, Vorbein, Düvier, Görmin und der Stadt Loitz
1989, 25.10.
Erste Friedensgebete in Loitz

die heutige Zeit

1990

Erste freie Wahl der Stadtvertretung nach der Wiedervereinigung

ab 1991
Sanierung der Innenstadt und des Rathauses mit Mitteln der Städtebauförderung
ab 1992
Erschließung des Gewerbegebietes
1992
Eingemeindung Vorbein
1996
Bebauung des Postbergs
1998
Gründung des Verwaltungsamts Peenetal/Loitz gemeinsam mit dem umliegenden Gemeinden
Schließung der Stärkefabrik
2002
Bau der Mehrzweckhalle
2004
Eingemeindung der Gemeinde Wüstenfelde
2006
Hafensanierung und Bau der Marina Loitz
2011
Kreisgebietsreform, Loitz gehört zum Kreis Vorpommern-Greifswald.
2012
Eingemeindung der Gemeinde Düvier
Fertigstellung der neuen Peenebrücke
2016-23
Loitz beteiligt sich am bundesweiten Wettbewerb Zukunftsstadt und kommt als eine von 16 Städten in die dritte Phase mit Fördermitteln zur Umsetzung von Innovativen Ideen ("Dein Jahr in Loitz", Mehrgenerationenquartier, Bürgerbeteiligung, Kunstprojekte wie Tanzfloß, Reallabore für Ideen).


2024

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

in Bearbeitung

Herkunft und erste Erwähnung von Loitz

Die Stadt erhielt 1242 lübisches Recht.
Die Anlage weist die Form eines Ovals mit zwei Längs- und zwei Querstraßen auf.
Nach 1325 wurden die Stadtmauer und die vier Tore errichtet.

Das Loitzer Schloss

Das 1315 erstmals erwähnte Schloß erhielt im 16. Jahrhundet seine Renaissanceformen.
1654 wurde es teilweise abgebrochen und 1701 bei einem großen Stadtbrand zerstört.

Die Kirche und ihre Gemeinde in Loitz

Die ältesten Teile der Marienkirche entstammen dem 13. Jahrhundert, um 1600 wurde die Kirche erweitert und mit einem neuen Turm versehen.

Der Hafen

Die Loitzer Glashütte

Persönlickeiten in der Geschichte von Loitz

Amtsberg, Gerhard (Walter August Friedrich, Pseud. Peter Pommer) - Jurist, Redakteur
geb. 13.2.1904 Loitz, gest. 18.10.1964 Hamburg

Vater: August Karl Ludwig A., Pädagoge Jurastudium in Greifswald, Freiburg (Breisgau) und Berlin; 1929 Referendarexamen beim Oberlandesgericht Stettin und Promotion in Greifswald; Syndikus eines Berufsverbandes; 1932-1945 Chefredakteur der »Loitzer Zeitung«; zum Kriegsende noch Dienst in der Wehrmacht; danach sieben Jahre in Straflagern, 1945- 1948 Neubrandenburg, 1948-1950 Buchenwald, 1950-1952 Waldheim; bei Rückkehr nach Loitz war die »Loitzer Zeitung« bereits enteignet; 1955 Übersiedlung nach Hamburg; Leiter der Kulturabteilung der Pommerschen Landsmannschaft; Gründer und Redakteur der Zeitschrift »Unser Pommern« (1963/64); Redakteur des Jahrbuches der Pommerschen Landsmannschaft »Pommersches Heimatbuch« (1955-1964); »Die rechtliche Natur der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkoalitionen« (Diss., 1929).

Barkow, Christian Joachim Friedrich, Theologe, Pädagoge
geb. 24.6.1756 (Bad) Sülze, gest. 13.4.1836 Loitz (Demmin)

Zunächst Privatunterricht in Sülze und Rostock, dann Domschule Güstrow; 1776 Theologiestudium in Greifswald; 1778 Promotion in Greifswald; neun Jahre Erzieher bei den Söhnen des Generalleutnant von Pollett in Stralsund; 1785 Pfarrer des Kirchspiels Trent (Rügen); 1802-1836 Pfarrer in Loitz (Demmin), 1806 Präpositus der Loitzer Synode, 1817 Superintendent; richtete in seinem Haus eine Privatschule ein; 1810 Mitglied des Pommerschen Komitees, mit dem er nach Stockholm ging; 1811 von König Karl XIII. zum Konsistorialrat ernannt; 1817 Dr. h. c. der Universität Greifswald; Superintendent in Loitz; »De unitate Die« (Diss., 1778).

Barnim VIII. - Herzog von Pommern(-Wolgast)
geb. 1405/1407, gest. 19.12.1451 Stralsund, begr. Franzburg (Kloster Neuenkamp)

Vater: Wartislaw VIII., Herzog zu Pommern(-Wolgast) Ehefrau: Anna, Tochter von Heinrich, Graf von Wunstorf Erhielt mit seinem Bruder Swantibor II. bei der Teilung der Herrschaft Wolgast 1425 im Kloster Eldena das Land Loitz und Rügen und seine Cousins Wartislaw IX. und Barnim VII. das Land Wolgast; starb an der Pest.

Bartels, Friedrich -Parteifunktionär, Parlamentarier
geb. 28.3.1871 Loitz - gest. 11.11.1931 Berlin

Gelernter Maler; 1904-1913 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft; 1905/06 Gewerkschaftsangestellter für seinen Berufsverband; 1906-1913 SPDBezirksparteisekretär für Schleswig-Holstein; gehörte seit 1913 dem Vorstand der SPD in Berlin an; 1919- 1921 Mitglied der Verfassungsgebenden preußischen Landesversammlung; Abgeordneter (seit 1925 Präsident) des Preußischen Landtages.

Fredenhagen, Karl (Hermann Heinrich Philipp) - Physiker, Chemiker
geb. 11.5.1877 Loitz, gest. 4.4.1949 Greifswald

Vater: August F., Kaufmann, Senator 1896 Studium der Mathematik, Physik und Chemie in Hannover, Darmstadt, Leipzig und Göttingen; 1901 Promotion und Assistent in Göttingen; 1906 Habilitation in Leipzig; 1923-1945 Professor der Physikalischen Chemie in Greifswald; »Grundlagen für den Aufbau einer Theorie der Zweistoffsysteme« (1950; postum).

Gülzow, Erich - Philologe, Pädagoge, Heimatforscher
geb. 29.3.1888 Loitz, gest. 16.8.1954 Barth

Vater: Christian G., Pädagoge, Heimatforscher Gymnasium in Stralsund; Studium der Germanistik, Romanistik und Evangelischen Theologie in Freiburg (Breisgau), Grenoble und Greifswald; 1914 Prüfung für das höhere Lehramt; 1913 Promotion in Greifswald; 1919 Studienrat in Barth; seit 1941 Leiter des Museums und Stadtarchivs in Barth; Mitglied der Historischen Kommission von Pommern und der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde; »Zur Stilkunde der Krone Heinrichs von dem Türlin« (Diss., 1913); Herausgeber von Schriften und Briefen Ernst Moritz Arndts; betrieb pommersche Heimatforschung; veröffentlichte seine Forschungen zur pommerschen Mundart im »Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung« (1850-1853); Herausgeber der Schriftenreihen »Barther Heimatbücherei« (1820- 1827; »Barth vor 125 Jahren«, »Vom Barther Schulwesen in früheren Tagen«, »Barthische Stadtuntertanen«), »Das Arndt-Museum« (1826/27; »Ernst Moritz Arndts Briefe aus Schweden an einen Stralsunder Freund«, »Eine vorpommersche Gutspächterfrau. Briefe an Ernst Moritz Arndt von seiner Schwester Gottsgab«) und »Grimmener Heimatbücherei« (1935-1939; »Schrapels ut olle Tiden«, »Edmund Hofer und seine Heimat«, »Loitz«, »Loitzer«); »Ein rügenscher Heimatforscher und Heimatdichter: J. J. Grümbke« (1938); »Barth am Bodden in Geschichte und Gegenwart« (1939), »St. Marienkirche zu Barth« (1940); »Unserem Lehrer Gustav Ehrismann« (1943); »Fritz Reuter und Oswald Palleske« in »Mitteilungen aus dem Quickborn« (1943/44); »Pomuchelskopp in Reinkenhagen und Rosenheim in Stralsund« in »Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung« (1941); Nachlass im Landesarchiv Greifswald und in der Universitätsbibliothek Greifswald.

Hagenow, (Karl) Friedrich von - Agrarwissenschaftler, Archäologe, Geologe
geb. 19.1.1797 Langenfelde - gest. 18.10.1865 Greifswald

Vater: (Friedrich Christoph) Carl von H., Gutsbesitzer Bruder: (Paul) Gustav von H., Gutsbesitzer, Verwaltungsbeamter, Parlamentarier 1809 Studium der Angewandten Mathematik, Technologie und Landwirtschaft; Volontärzeit auf Gut Groß Schoritz; 1819 Ausgrabung mehrerer Großsteingräber bei Dumsevitz; gab 1823 die praktische Landwirtschaft auf und siedelte nach Loitz über; 1826 Mitbegründer der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde in Greifswald; fertigte 1829 eine topographisch genaue Rügenkarte mit eingezeichneten prähistorischen Denkmalen, Opfersteinen und Wüstungen an; 1830 Dr. h. c. der Universität Greifswald; Konstruktion von optischen und physikalischen Instrumenten; zog 1832 nach Greifswald und gründete dort das erste deutsche Kreideschlämmwerk; 1835-1838 Vorlesungen in der Landwirtschaftlichen Akademie Eldena; 1857 erste Anzeichen von Erblindung; sammelte alte Siegel und entwickelte 1851 ein Verfahren zur Wiederherstellung alter Siegel und Anfertigung neuer Stempel; Mitglied in- und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften; 1866 kaufte das Provinzialmuseum von Neuvorpommern und Rügen in Stralsund seine vorgeschichtliche Sammlung; »Beiträge zur Ornithologie Pommerns« (1820); »Beschreibung der zu Neustrelitz befindlichen Runensteine und slavische Gottheiten« (1826); »Karte von Neuvorpommern und Rügen« (1839; mit Eintragungen der Burgwälle); sein »Lehrbuch der Sigilloplastik« blieb ungedruckt.

Hagius, Gregorius (auch Hage, Hak, auch Gregor) - Theologe
geb. ? gest. 1626 Wolgast

Stammte vermutlich aus Pommern; lebte wohl zeitweilig in Franken; seit 1500 Hofprediger in Wolgast; verfasste im Zusammenhang mit einem Gastspiel englischer Komödianten in der Schlosskirche Loitz Briefe an den Herzog Philipp Julius und dessen Mutter Herzogin Sophie Hedwig, in denen er sich über Verweltlichung der Kirche beschwerte.

Hardrat, (Christian Martin) Wilhelm - Theologe, Pädagoge
geb. 20.1.1809 Loitz, gest. 12.4.1891 Stralsund

Vater: Jurist, Kreisjustizkommissar 1823-1827 Gymnasium in Greifswald; 1827-1829 Theologiestudium in Greifswald, 1829/30 in Berlin; 1827 Alte Greifswalder Burschenschaft; einer der ersten Vorsteher und Mitverfasser der älteren Konstitution der Greifswalder Burschenschaft; 1832 Hauslehrer in Anklam und 1833/34 in Lassan; 1832 erstes, 1834 zweites theologisches Examen in Stettin; 1834 in Greifswald und Stettin in Untersuchung (aber ohne Haft) wegen Mitgliedschaft in der Greifswalder Burschenschaft; seine Berufung zum Rektor der Loitzer Stadtschule wurde deshalb vom Kultusministerium nicht bestätigt; 1835 zu sechs Jahren Festungshaft verurteilt, 1836 zu einjähriger Haft begnadigt, die er 1836/37 in Demmin verbüßte; 1838/39 Hauslehrer in Sophienhof, danach in Sanzkow; 1842 Konrektor in Loitz; 1843 Pfarrer in Katzow; 1857 Pfarrer in Starkow; 1870 Pfarrer in Steinhagen; 1883 Ruhestand.

Knothe, Jakob (auch Knade) - Theologe
geb. ? Danzig (Gdánsk/Polen), gest. 1564 Loitz

1514 Studium in Frankfurt (Oder); 1516 Pfarrverweser in der Peter- und Paulkirche Danzig; erster Priester in Westpreußen, der nach der Reformation in den Ehestand trat und ein evangelisches Pfarrhaus gründete; deshalb 1526 beim Strafgericht des Königs Sigismund von Polen in Danzig Maciej Drzewicki, dem Bischof von Leslau, ausgeliefert, der ihn ins Gefängnis von Subkau bringen ließ; nach seinem Versprechen, auf seine Pfarrstelle zu verzichten und Danzig zu verlassen, freigelassen; reiste auf einen Edelsitz bei Thorn; wurde, als er seine Frau Anna (geb. Rastenberg) aus Danzig nachholen wollte, wiederum gefangen genommen; Beschlagnahme seiner Habe durch den Bischof; ging nach Freilassung mit seiner Frau nach Marienburg; 1528 Prediger in Soldau, 1531 in Mohrungen, 1532 in Neidenburg; dort entlassen, da er sich der dogmatischen Auffassung des Bischofs Seperatus nicht fügen wollte; begab sich nach Pommern und wurde Prediger in Anklam und Ueckermünde; 1543 Streitigkeiten mit anderen Geistlichen; ließ sich nochmals in der Universität Greifswald einschreiben, dort Promotion zum Magister; 1551 Pfarrer und Propst in Loitz, wo er auch in niederdeutscher Sprache gepredigt haben soll; bald darauf Superintendent; hatte neun Pfarrbezirke zu inspizieren; Mitglied der Kommission, die 1556 ein Gutachten über die Visitation und Ordnung der Kirche an die Greifswalder Synode abzugeben hatte.

Kuntze, (Friedrich Wilhelm) Otto - Philologe, Pädagoge, Schriftsteller
geb. 3.8.1841 Loitz, gest. 21.2.1931 Stralsund

Vater: Carl Friedrich Christian K., Theologe Wuchs in Steinhagen auf; Gymnasium in Stralsund; 1860 Theologiestudium in Greifswald, Heidelberg und Berlin; Aufenthalt in der Schweiz; 1871-1873 Hauslehrer von Houston Stewart Chamberlain in Montreux, mit dem ihn lebenslange Freundschaft verband; 1873-1875 Pastor der deutsch-evangelischen Gemeinde in San Remo; Philologiestudium in Greifswald mit Abschlussprüfung für das Lehramt 1879; bis 1883 Hilfslehrer am Realgymnasium in Stralsund, 1885- 1905 Lehrer am Städtischen Realgymnasium in Stettin; Gymnasialprofessor; »Beiträge zu einem englisch deutschen Wörterbuche, besonders aus den Dichtungen des Keats« (1890); »Ausgewählte englische Dichtungen in deutscher Übertragung« (1891); Sophokles’ »König Oidipus« (1904; Übers. ins Dt.) und »Antigone« (1905; Übers. ins Dt.); »Die Rache des Odysseus. Ein dramatisches Gedicht« (1907); »Achilles. Ein dramatisches Gedicht« (1908); »Aus Herz und Geist. Erinnerungsblätter. Gedichte« (1909).

Levin, August - deutscher Politiker (KPD), Spanienkämpfer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Bürgermeister von Loitz
geb. 25.05.1895 in Loitz, gest. 16.11.1967

Teilnahme am ersten Weltkrieg (Volksmarinedivision), Mitglied der USPD, ab 1920 Mitglieder der KPD, Gründer der KPD-Ortsgruppe in Loitz und deren Leiter 1922-33, Mitglied im Loitzer Stadtrat, Kreistag und Provinziallandtag der Provinz Pommern, 1930/1 politische Schulung in Moskau, Verhaftungen in der NS-Zeit, Flucht aus dem KZ Neusustrum in die Niederlande, 1936-8 Kämpfer in den Internationalen Brigaden in Spanien, Kriegszeit in den Niederlanden, nach 1945 Rückkehr nach Loitz und dort Bürgermeister (Ehrungen durch Namensgebung der Schule in Bandelin, des Kinder- und Jugendheims in Rustow und einer Straße in Loitz sowie durch ein Denkmal vor dem Loitzer Rathaus, auch Ehrenbürger von Rustow in der DDR-Zeit). Quelle: http://spanishsky.dk/grenzuberschreitenden-antifaschismus/, Zugriff am 30.9.2021, 21:00 Uhr.

Müller, Walter - Parlamentarier
geb. 25.8.1907 Loitz, gest. ?

Nach der Oberrealschule technische Ausbildung; 1927-1933 Höhere Technische Staatslehranstalt in Stettin; Bauleiter und Bauführer; 1945 Baudezernent bei der Stadtverwaltung Grabow; 1946 Stadtrat in Grabow und stellvertretender Bürgermeister; seit 1945 Ortsvorsitzender der CDU; 1946 Mitglied des Mecklenburgischen Landtages.

Picht, Gottlieb Eduard - Theologe
geb. 8.4.1806 Gingst, gest. 22.2.1873 Loitz

Vater: Adolph Wilhelm P., Theologe Bruder: Carl Ferdinand P., Mediziner 1812 bei seinem Onkel Kantor Johann Friedrich Dammas in Bergen (Rügen) unterrichtet; 1822- 1825 Gymnasium in Stralsund; 1825-1827 Studium in Greifswald; 1827-1829 in Berlin, wo er David Friedrich Strauss und Schleiermacher hörte; 1830 Lehrer an der Schule in Gingst; 1832 zweites theologisches Examen; 1830 Diakon in Gingst; 1838- 1846 Superintendent in Grimmen; setzte sich hier für den Ausbau der Kirche ein; 1846 Druck seiner Abschiedspredigt und weiterer Predigten; 1846-1873 Pfarrer in Loitz; 1865 Roter Adlerorden.

Pütter, Georg Joachim Martin - Theologe, Pädagoge
geb. 18.8.1767 Loitz - gest. 16.4.1835 Franzburg

Vater: Christoph P., Kaufmann Zunächst Privatunterricht, dann Gymnasium in Stralsund; 1786-1789 Theologie-, Physik- und Philologiestudium in Halle; kurze Zeit Lehrer am Pädagogium Halle; 1790 Studium in Greifswald; Hauslehrer in Tützpatz; 1793 Lehrer am Gymnasium in Stralsund; 1801-1823 Prediger in Zudar; dann Präpositus in Franzburg; Pastor und Superintendent in Franzburg; setzte sich für eine neue Gottesdienstordnung ein; schrieb Reden und kleinere Gedichte.

Schröder, Johannes - Ökonom
geb. 15.6.1905 Loitz, gest. 20.3.1982 Essen

Vater: Kaufmann, Mühlenbesitzer Oberrealschule in Stralsund; 1924/25 Nationalökonomie-, Geschichts- und Jurastudium in Freiburg (Breisgau), Wien und Berlin; 1929 Diplom- Volkswirt; 1936 Prokurist bei der Dresdener Bank; 1938 Direktionsassistent und 1940 Abteilungsleiter bei der Friedrich-Krupp-Firma in Essen; nach dem Krieg und der Inhaftierung Krupps Leiter der Werkfinanzen; 1954 Mitglied des Direktoriums und Leiter der Zentralabteilung Finanzen und Steuern; 1962 Ruhestand; »Die Entflechtung der Firma Krupp nach dem Zweiten Weltkrieg. Persönliche Erinnerungen« (1974).

Schult, Wilhelm - Parteifunktionär
geb. 14.3.1922 Loitz, gest. 15.4.1976 Rostock

Vater: Lokomotivführer Volks- und Mittelschule in Loitz; drei Semester Technikum Stralsund; 1937-1941 Fachschule und Lehre als Maschinenschlosser in Loitz; Arbeit als 1941/42 Flugzeugschlosser; 1942 Wehrmachtsangehöriger, 1944-1946 sowjetische Gefangenschaft; Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland und Antifa-Schule im Gefangenenlager; 1946 Sekretär der SED-Ortsgruppe in Loitz; 1947 Leiter der Kreisparteischule Demmin und 1949/50 Studium an der Parteihochschule Karl Marx; 1951/52 Leiter der Abteilung Agitation und Propaganda der SED-Landesleitung Mecklenburg; 1952-1958 Sekretär für Agitation und Propaganda bzw. Kultur und Erziehung der SED-Bezirksleitung Rostock; 1958- 1976 Direktor des Museums der Stadt Rostock.

Stralendorff, Johann Alexander - Pädagoge, Erfinder
geb. 4.4.1751 Loitz, gest. 4.1.1828 Stralsund

Vater: Stadtzimmerer Kam spätestens 1785 nach Stralsund; zunächst Lehrer im Waisenhaus; 1795 Waisenvater, später Inspektor des Waisenhauses; 1806 Ruhestand; Erfinder optischer Telegrafen; unterbreitete König Gustav IV. Adolf von Schweden einen »Plan zu einem allgemeinen Schreib- und Sprachmittel« (1795); konstruierte einen optischen Telegrafen in Stralsund (vermutlich 1790), den er bis 1798 sechsmal verbesserte; seine Erfindung (mit einem Gutachten der Universität Greifswald) wurde von der pommerschen Regierung befürwortet; erstattete 1798 einen Bericht an den König von Schweden, der seine Leistungen mit einer Silbermedaille würdigte, aber den Einsatz des Telegrafen in Schweden ablehnte.

Wackenroder, Ernst Heinrich - Theologe
geb. 29.11.1660 Poseritz - gest. 27.12.1735 Loitz (Demmin)

Vater: Henricus W., Theologe Privatunterricht durch den Vater und durch Hauslehrer; 1678 Gymnasium in Stralsund; 1680 Theologiestudium in Wittenberg und Greifswald; Hauslehrer in Gingst bei seinem Schwager dem Präpositus Johann von Essen, dann in Wismar und in Sachsen; 1686 Magister in Wittenberg; 1689-1715 Pastor in Trent; 1715-1735 Präpositus in Loitz; »Diatribe Seu Exercitatio Theologica expendens Execrabilem Spiritualem« (Diss., 1686); »Ex Philosophia morali, De Factis Heroum Extraordinariis« (1687); »Altes und Neues Rügen, Das ist, Kurtzgefaßte und umständliche Nachricht Von demjenigen, Was so wohl in Civilibus, als vornemlich in Ecclesiasticis Mit dem Fürstenthum Rügen Von Anfang an bis auf gegenwärtige Zeit sich zugetragen« (1730).

Wangemann, Otto - Musikwissenschaftler, Organist, Kantor
geb. 9.1.1848 Loitz (Demmin), gest. 25.2.1914 (Berlin-)Charlottenburg

Schule in Stettin und Kammin; Musikstudium in Stettin und am Königlichen Kirchenmusik-Institut Berlin; 1871-1878 Organist und Gesanglehrer am Gymnasium in Treptow (Pommern); 1878-1884 Organist und Kantor in Demmin, erteilte Gesangunterricht an den höheren Schulen und übernahm 1878 auch den Gesangverein für gemischten Chor; einer seiner Vorgänger war sein Großvater Johann Theodor W., der 1821-1849 als Kantor und Subrektor in Demmin wirkte; 1884 an der Nikolaikirche Spandau; 1886 Organist an der Luisenkirche und Vorspieler bei Kaiser Friedrich III. in der Schlosskapelle Berlin- Charlottenburg; Königlicher Professor; Ehrenmitglied des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt (Main) und der Akademie in London; Herausgeber der Zeitschriften »Der Organist« (1879 ff.) und »Die Tonkunst« (1884-1890); »Geschichte der Orgel und der Orgelbaukunst« (1879; 3. Aufl., 1887); »Geschichte des Oratoriums« (1882); komponierte Weihnachtsmusik für Soli, Chor und Orchester, Klavier- und Orgelstücke, Chöre und Lieder; »Fünf Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte« (1890).

Wegner, Eginhard - Geograph
geb. 8.7.1918 Anklam, gest. 20.1.2001 Greifswald
Vater: Otto W., Pädagoge
Seit 1920 in Stettin und 1925-1937 dort Gymnasium;
1938/39 Hochschule für Lehrerbildung in Kiel
1939-1946 Kriegsteilnehmer, Verwundung und

amerikanische Gefangenschaft

1947 Geographie-, Geschichts-, Germanistik- und Philosophiestudium in Greifswald
1959 Promotion in Greifswald
1948 Hilfskraft, 1953 Assistent, 1968 Oberassistent,
1971-1983 Dozent für ökonomische Geographie am Geographischen Institut der Universität Greifswald,
1976 stellvertretender Direktor für Forschung
»Das Land Loitz zwischen 1200 und 1700« (Diss., 1959)
mit Peter Krägenow »Regionalführer Mecklenburg, Vorpommern« (1991)
mit Rolf Meincke (oder Reinke?) »Mecklenburg-Vorpommern. Kleine Landeskunde« (1992)

seit 1992 Bearbeitung der »Schwedischen Landesaufnahme von Vorpommern 1692-1709. Karten. Texte. Ortsbeschreibungen«

verfasste für den »Historischen und geographischen Atlas von Mecklenburg und Vorpommern« (1995) den

Abschnitt »Historische Geographie Mecklenburg- Vorpommern«, »Wandlungen im ländlichen Siedlungs- und Wirtschaftsbild des 17. Jahrhunderts im Amt Loitz und ihre Ursachen« (1962), »Loitz. Ein Beitragzur Geographie der Stadt Loitz« (1967) und »Dreißig Jahre Entwicklung sozialistischer Landwirtschaft im Kreis Greifswald. Ein historisch-geographischer Abriß« (1979) in »Greifswald-Stralsunder Jahrbuch«

»Zur Topographie von Bergen. Ein Versuch zur Erklärung der Entwicklung des Stadtplanes« (1963)

und »Göhren auf Rügen um 1700. Eine historischgeographische Skizze« (1978) in »Wissenschaftliche Zeitschrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald«

»Das Geographische Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald« (1963) und »100 Jahre geographische Lehre und Forschung an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald« (1981) in »Geographische Berichte«; »Geographische und historische Beiträge zur Landeskunde Pommerns.

Eginhard Wegner zum 80. Geburtstag« (1998 hrsg. von Ivo Asmus); »Historische Geographie und Kulturlandschaftsforschung. Beiträge zum Gedenkkolloquium für Dr. Eginhard Wegner am 4. Mai 2001 in Greifswald« (2002; hrsg. von Reinhard Zölitz-Möller)

Nachlass im Landesarchiv Greifswald.
Winter, Karl August Ludwig auch Carl Winter - evangelischer Theologe, Superintendent
geb 17.12.1882 Petershagen bei Minden; gest. 18.02.1967 Gütersloh
Studium der Theologie in Berlin, Promotion,
Assistent bei Adolf von Harnack,
Pastor in Wanne-Eickel,
Leiter des Predigerseminars Soest ab 1924, konservativer Lutheraner,
den Deutschen Christen zugehörig und deren flammender Vertreter (mit antisemitischen und rassenideologischen Positionen, Gegner der Bekennenden Kirche, der Unterstützung von SA, HJ, BDM etc sicher),
1936-57 Superintendent in Loitz in einer Gemeinde die wohl der Bekennenden Kirche nahe stand,
trug bei, dass die Stadt Loitz der Roten Armee ohne Zerstörung übergeben wurde.
Tochter Annemarie Winter war eine der ersten weiblichen Pastoren,
Sohn Friedrich Winter mit Leitungsfunktionen in der Kirche (u.a. Propst),
Enkel Johannes Winter war Bürgermeister von Loitz 1991-2010.
Zachariae, Ferdinand Gustav Rudolph - Jurist, Parlamentarier
geb. 16.5.1808 Bützow, gest. 24.5.1874 Stettin (Pommern; Szczecin/Polen)
Vater: Rats- und Gerichtssekretär
1823-1827 Gymnasium in Lübeck
1827-1829 Jurastudium in Greifswald, 1829 in Rostock
1830 Promotion in Rostock
1827 Mitglied der Burschenschaft Arminia Greifswald und 1829 der Arminia Rostock
1831 Advokat und Notar beim Oberappellationsgericht Greifswald
1833 Stadtrichter sowie provisorisch angestellter Bürgermeister in Loitz
1835 wegen Teilnahme an geheimen politischen Verbindungen amtsenthoben und verurteilt
durfte nicht wieder in Loitz eingesetzt werden und erhielt keine Zulassung als Rechtsanwalt im Gerichtsbezirk Greifswald
eröffnete 1838 in Stettin in Rechtsanwaltbüro und Notariat
1856 Justizrat
1848/49 Abgeordneter für den Wahlkreis Grimmen zur Preußischen verfassungsgebenden Versammlung
»Über die richtige Berechnungsart des Interisirii nach Grundsätzen des Rechts« (1831).
Ziehm, Albert - Pädagoge, Schriftsteller
geb. 16.5.1843 Schmagerow, gest. 5.6.1914 Demmin
1863-1865 Lehrerseminar Pölitz (bei Laage)
Lehrer in Gützkow und Anklam
1870 Lehrer und Kantor in Loitz
Ruhestand in Anklam und Demmin
»Pommersche Geschichte in poetischer Form« (1891).

Opfer von Krieg und Gewalt aus Loitz und Umgebung

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Im Gülzowpark scheint es einen Ehrenhain für die Soldaten des 1. Weltkriegs aus nationalsozialistischer Zeit zu geben. Die Tafeln mit Orten berühmter Schlachten wurden in den 1950er Jahren von den Findlingen, die entlang des Weges zum Kriegerdenkmal aufgestellt sind, entfernt. Den Eingang zum Park markieren zwei Findlinge mit den eingemeißelten Jahreszahlen 1914 und 1918. Im Park sind weitere Kriegsdenkmäler aufgestellt worden: für die Gefallenen im deutsch-französischen Krieg und im zweiten Weltkrieg, auch für sowjetische Soldaten.

Zweiter Weltkrieg

"In Loitz befand sich von etwa 1940 an ein größeres Barackenlager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Die Baracken sind noch vorhanden, sie werden als Wohnungen genutzt. Es gibt kein Erinnerungs zeichen an die ungezählten Menschen verschiedener Nationen, die hier kaserniert waren. Der Platz hieß bis 1990 Barackenplatz, er wird heute Kiewitt genannt.

Auf dem Sankt-Marien-Friedhof von Loitz wurden etwa 100 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, auch Kinder, beigesetzt. Sie starben an Typhus oder anderen Krankheiten, an Arbeitsunfällen und Selbstmord. Es soll auch tödliche Mi§handlungen gegeben haben. Etwa 40 Gräber von Polen, Franzosen, Russen, Litauern und Italienern waren mit Steinen oder Holzkreuzen gekennzeichnet, einzelne trugen Inschriften. Aus den Friedhofsunterlagen geht hervor, daß sie zwischen 1942 und 1945 beigesetzt wurden. Unter ihnen waren auch einige nur wenige Wochen alte Kinder von polnischen und russischen Frauen. In den 50er Jahren hat es 13 Überführungen von Italienern und Franzosen in ihre Heimatländer gegeben. Obwohl diese Grabanlage auf dem Feld 10 des Friedhofs in der DDR als Gedenkstätte bezeichnet wurde, verwitterten die Grabsteine und Kreuze. 1990 ließ die Friedhofsverwaltung die verwahrlosten Reste beseitigen. Die Grabanlage ist heute eine Rasenfläche mit Koniferenbepflanzung. Einen Gedenkstein gibt es nicht. Es ist geplant, einen Stein durch die Kriegsgräberfürsorge errichten zu lassen."

Zitat: Regina Scheer. Demmin, Mecklenburg-Vorpommern In: Bundeszentrale für Politische Bildung (Hg.) Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band II, Bonn: BpB, 2008, S 427.


Es befindet sich ein Gedenkstein für die Opfer des Faschismus auf einem Platz vor dem Schützenhaus.

Ein Denkmal für den in der NS-Zeit verfolgten KPD-Politiker August Levin, Spanienkämpfer, Widerstandskämpfer während des zweiten Weltkriegs im Exil in den Niederlanden und späteren Bürgermeister befand sich während der DDR-Zeit vor dem Rathaus.

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Loitz

214. Der Chimmeke in Loitz.

Auf den Schlössern in Pommern gab es in früheren Zeiten viele Poltergeister, die das Volk Chimmeke nannte. Man mußte sie sich zu Freunden halten, dann thaten sie Niemandem etwas zu Leide. Sonst konnten sie aber sehr böse werden. - Ein solcher Chimmeke war auch auf dem alten Schlosse zu Loitz. Er war schon lange Jahre da gewesen, und man mußte ihm jeden Abend einen irdenen Topf mit süßer Milch vorsetzen. Die aß er über Nacht auf, und also that er keinen Schaden. Wie aber zu einer Zeit, gegen das Jahr 1370, die Mecklenburger das Schloß inne hatten, so war darin ein übermüthiger Küchenjunge, der nahm dem Chimmeke einstmals die Milch weg und trank sie selbst aus, dem Geiste spöttische Worte gebend. Das verdroß diesen sehr, und wie am anderen Morgen früh, bevor noch der Koch aufgestanden, der Küchenjunge in die Küche kam, und das Feuer anmachte, da ergriff der Chimmeke den Buben, zerhauete ihn in Stücke, und steckte diese in den großen Grapen, der mit heißem Wasser auf dem Feuer stand. Danach kam der Koch in die Küche und wollte Fleisch holen, dasselbe in den Grapen zum Kochen zu werfen. Da lachte aber der Chimmeke und sagte zu dem Koche, das Fleisch sey schon gar, er solle nur anrichten und es aufsetzen. Der Koch sah in den Grapen, und fand darin die gekochten Hände und Füße, und erkannte, daß sie des Buben waren. Darüber erschrak er sehr. Der Geist ist von der Zeit an aus dem Schlosse weggezogen und hat sich nicht wieder sehen lassen. - Der Grapen, worin der Küchenjunge also gekocht worden, ist nachher noch viele Jahre auf dem Schlosse gezeigt; wo er jetzt ist, weiß man nicht.

Kantzow, Pomerania, I. S. 333. Micrälius, Altes Pommerl. I. S. 268.

Die Volkssagen von Pommern und Rügen, J. D. H. Temme, Berlin 1840, Nr. 214

Flurnamen auf der Loitzer Feldmark