Fortlaufende Chronik der Halbinsel Wustrow: Unterschied zwischen den Versionen

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(Drittes Reich (1933-1945))
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[[Datei:Wustrow 25ten Juli 1943 Angriff USAAF (2).jpg|thumb|200px|rechts| US-Airforce Aufklärung während des Bombardements vom 25.7.1943 auf die Halbinsel Wustrow (Quelle: Heidearchiv)]]
 
[[Datei:Wustrow 25ten Juli 1943 Angriff USAAF (2).jpg|thumb|200px|rechts| US-Airforce Aufklärung während des Bombardements vom 25.7.1943 auf die Halbinsel Wustrow (Quelle: Heidearchiv)]]
 
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:25.Juli, Bei einem gezielten Angriff der US-Arforce werden die millitärischen Einrichtungen im Ostteil der Halbinsel weitgehend zerstört
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==SBZ und DDR (1945-1990)==
 
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Version vom 26. Februar 2020, 13:45 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtWustrow Halbinsel
Zeitlicher Schwerpunktfortlaufend
Urheberrechte..
Erstellungszeitraumseit 2019
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Halbinsel Wustrow
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung


Die Geschichte der Halbinsel Wustrow

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Die Halbinsel im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1625,
10. Februar Eine verheerende Sturmflut richtet große Schäden auf der Halbinsel an.
15. Oktober Nur acht Monate später überzieht eine fast ebenso starke Flut Teile der Halbinsel

bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

1649
Auf der Halbinsel findet ein Hexenprozess statt


Pachtausschreibung der Holländerei auf der Halbinsel Wustrow am 17. Januar 1810
1808
Im August richtete man nach einer Küstenvisitation einen Posten auf dem sogenannten Kieler Ort ein und erbaute ihm eine feste Hütte. Es ist dies die Sandbank, die sich von der Wustrower Halbinsel aus in der Richtung auf Poel in die See erstreckt. Die Dörfer an dem Binnensee hielten nämlich große Boote zum Korntransporte. Es erschien nicht ausgeschlossen, daß sie dieselben in dunklen Nächten zum Schmuggel benutzen würden. (Jbb. 71)
1810
17.Januar Die Holländerei auf der Halbinsel wird neu zur Pacht ausgeschrieben.

bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

1872
Im November tritt eine verheerende Sturmflut auf. Die Landzunge zwischen Alt-Gaarz und Wustrow wurde durchbrochen. Wustrow bildete eine Insel und die Windmühle auf der Düne verschwand in den Fluten. Die Düne wurde späterhin vom Land wieder hergestellt.

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

US-Airforce Aufklärung während des Bombardements vom 25.7.1943 auf die Halbinsel Wustrow (Quelle: Heidearchiv)
1943
25.Juli, Bei einem gezielten Angriff der US-Airforce werden die millitärischen Einrichtungen im Ostteil der Halbinsel weitgehend zerstört

SBZ und DDR (1945-1990)

die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

z.B.

Geologie, Morphologie und Geologie der Halbinsel Wustrow

Herkunft und erste Erwähnung der Halbinsel Wustrow

1273

Gut Wustrow

Das Rittergut und die Ansiedlungsgesellschaft

Klein-Wustrow

Der Wustrowsche Wassertag am 10. Februar 1701

(Friedrich von Meyenn in "Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde", Band 59; 1894)
Im Taufregister des Kirchenbuches von Alt-Gaarz, Amts Bukow, heißt es:
"Anno 1701: den 10. Februar, als am Wustrowschen Waßertage, getaufft: Marten Raten des Hirten von Wustro Töchterlein Nahmens Sophia, den 11. Februar als am Freytage nach dem Wustrowschen Wassertage, getauft Gottfried Schnüfers Töchterlein Nahmens Ursel"
Die Bezeichnung des 10. Februars als "Wustrowscher Wassertag" ist auf die große Sturmfluth vom 10. Februar 1625 zurückzuführen, die für die Halbinsel Wustrow besonders verderblich gewesen sein muß, denn anders würde die Erinnerung an jenes Naturereigniß wohl kaum die nachfolgenden Schrecken des 30jährigen Krieges um ein halbes Jahrhundert überdauert haben.
Die Sturmfluth vom 10. Februar 1625 hat, wie wir aus gleichzeitigen Aufzeichnungen wissen, an den mecklenburgischen Küsten kaum minder verheerend gewirkt, als die vom 12./13.November 1872.
Nicht allgemein bekannt ist die nachfolgende Notiz:
"Anno 1625. Vom 10.auff den 11.Februarii die Nacht ist eine solche Ergießung oder Außlauffen des Strandes oder Meeres gewesen, die vorhin bey 2 oder dreyen Menschen Lebetzeiten auch woll nimmermehr magk gewesen sein, welches nicht allein alhie ...,besondern auch an den gantzen Seekanten und Orten, an den Stadtmauern und sonsten, an Menschen, Viehe, Holtzung und dergleichen großen Schaden getan."
"Anno 1625 den 15. Octob. ist abermalen eine große Wogenfluth gewesen, fast der vorigen im Februario gleich, doch aber - Gott Lob - nicht so großen Schaden gethan."

Der Luftwaffenübungsplatz und die Flakartillerieschule

Persönlichkeiten mit Beziehungen zur Halbinsel Wustrow

Magerfleisch, Andreas
Bodendenkmalpfleger geb. 29.1.1904 Beckerwitz gest. 14.1.1976 Rerik Vater: Bauer Schule in Wismar; Landwirtschaftsausbildung; verschiedene Tätigkeiten in der Landwirtschaft; Platzmeister auf der Halbinsel Wustrow; im Zweiten Weltkrieg Soldat in Dänemark; Postbote in Rerik; trug als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger viele Exponate für das Heimatmuseum zusammen; an 33 Notbergungseinsätzen beteiligt; barg in Wendelstorf 58 slawische Gruben und in Zweedorf 18 kaiserzeitliche und slawische Siedlungsstellen; verdient um die Sicherung des großen Findlings von Voßberg Blengos, auf dem er die ersten Radkreuze an der südlichen Ostsee entdeckte; 104 seiner Fundmeldungen im Jahrbuch »Bodendenkmalpflege in Mecklenburg« (1955 ff.).
Schröder, Ernst
Pädagoge, Heimatforscher geb. 17.7.1882 Kirch Mulsow gest. 23.10.1959 Rerik Vater: Landwirt Präparandum und 1902-1904 Lehrerseminar Neukloster; Anstellung in Kleinen; 1908-1946 Lehrer in Neu-Bernitt; zog 1949 nach Wustrow (bei Rerik), bald darauf nach Neu Gaarz, 1951 nach Rerik; Bodendenkmalpfleger; eröffnete 1953 die Heimatstube Rerik.
Stever, Theodor Ernst
Jurist, Gutsbesitzer geb. 11.3.1781 Rostock gest. 13.5.1838 Rostock Vater: (Johann Christian) Theodor S., Jurist, Bürgermeister Bruder: (Heinrich) August S., Gutsbesitzer, Landwirt Bruder: Heinrich Kurt S., Jurist, Dichter Gymnasium in Rostock; Jurastudium in Jena, 1801/02 in Göttingen und Rostock; 1904 Promotion in Rostock; Advokat und Prokurator bei der Justizkanzlei und dem Städtischen Obergericht Rostock; 1810 Syndikus des Hospitals Zum Heiligen Geist in Rostock; 1821 Verwalter auf ritterschaftlichen Gütern; kaufte 1820 die Güter Wustrow (bei Alt Gaarz) und Tüzen (bei Neukloster); »De litis denuntiatione« (Diss., 1804).
Stever, Theodor Ernst
Jurist, Parlamentarier, Gutsbesitzer geb. 3.9.1815 Rostock gest. 30.1.1857 auf Wustrow (Halbinsel) begr. Rerik Vater: Theodor Ernst S., Jurist, Gutsbesitzer Schule in Rostock; 1831 Jurastudium in Berlin, 1832 in Rostock; Mitbegründer des Korps Vandalia in Heidelberg; Großherzoglich mecklenburgschwerinscher Staatsrat; gehörte 1848 zur Minderheit der liberalen Gutsherren; 1848 Mitglied des Vorparlaments und Deputierter der Frankfurter Nationalversammlung; 1848/49 Finanzminister von Mecklenburg-Schwerin; seit 1835 Erbherr auf Wustrow; sein Vater hatte die Halbinsel 1820 für ihn gekauft; kam dort bei einem Jagdunfall ums Leben; Grabkapelle an der Kirche von Rerik.

Sagen, Geschichten und Legenden rund Alt-Gaarz/ Rerik und die Halbinsel Wustrow

Das Todtenduell in Alt-Gaarz.
Auf der Halbinsel Wustrow lebte vor 150 Jahren ein reicher Gutsbesitzer, Herr von der K..... Er war zugleich Patron der Kirche zu Alt-Gaarz und hatte das Recht, zu Wagen auf den Kirchhof zu fahren. Noch jetzt bezeichnen vier eiserne Ringe die Stelle, wo man die Pferde festband. Das Recht verdroß den Herrn von P....., damaligen Erbherrn auf Mechelsdorf. Einmal fuhr er zur Kirche, und Herr vonder K. war nicht da. Da befahl er seinem Kutscher, auf den Kirchhof zu lenken und an der Kirche anzuhalten. Herr von der K. erfuhr diesen Eingriff in sein Recht noch am selbigen Tage und setzte sich zu Pferde, von einem Diener begleitet, um Herrn von P. zum Duell zufordern. Herr von P. nahm eine Pistole, trat hinaus und schoß sie ab. Die Kugel traf Herrn von der K. und entseelt stürzte er vom Pferde. Der Mörder ließ den Leichnam nach Alt-Gaarz schleifen und dort auf die Dünen werfen, wo ihn die Leute von Wustrow fanden. Er wurde nach seinem Schlosse gebracht und wenige Tage darauf in der Familiengruft beigesetzt. Aber auch Herr von P. starb kurz darauf und wurde ebenfalls in der Alt-Gaarzer Kirche, nicht weit vom Altare, begraben. Seit der Zeit vernahm man immer Waffenruf und Schwerterklang in der Kirche, bei Tage wie bei Nacht. So wie aber Jemand hineintrat, war es still. Niemand wagte sich endlich mehr in die Kirche hinein und man sah sich genöthigt die beiden Leichen zu trennen, indem man den Herrn von P. nach Wismar überführte. Seitdem ist Ruhe in der Kirche zu Alt Gaarz. T. Pechel bei Niederh. 2, 114ff.
Der ewige Blüser in Wustrow.
1.
Einen sogenannten ewigen Blüser' gibt es auf Wustrow auch, und glaubwürdige Leute versichern noch heute, daß sie ihn mit eigenen Augen gesehen. Wenn nämlich die Zeit des Aalfanges ist, bedienen sich die Fischer bekanntlich an ruhigen, stillen Sommerabenden der sogenannten ›Blüsefeuer‹, um die Aale damit anzulocken. Nun aber geschieht es oft, daß sich kein einziger Fischer auf dem Wasser befindet, und man dennoch ganz deutlich ein Blüs'feuer erblickt, oft stundenlang. Die Wustrower sagen dann ›Dat is de ewige Blüser‹ und erzählen von einem Fischer, der vor langen Zeiten einmal am stillen Freitag mit Blüs'feuern auf den Aalfang ausgegangen sei. Zur Strafe dafür muß er als ›ewiger Blüser‹ auf dem See gehen. Fr. H. in Wustrow.
2.
Vor vielen Jahren lebte auf der Halbinsel Wustrow ein Schneider, ein roher, wüster Geselle, der seine Profession als Schneider aufgegeben und seinen Lebensunterhalt durch Fischen erwarb. An einem Gründonnerstag Abends fuhr er zum Blüsen aus und fing auch bis Mitternacht eine Menge Aale. Aber nach Mitternacht wurde das Salzhaff unruhig und stürmisch. Die Leute sahen vom Ufer statt des einen Kahnes zwei, auch in dem zweiten flammte das Blüsenzeichen und darin stand mit drohender Geberde ein Mann. Sein Boot näherte sich mehr und mehr dem des Schneiders, endlich versank Alles plötzlich in dunkle Nacht, am andern Morgen fand man das Fischerboot zerschellt am Strande, von dem Schneider hat man nie mehr etwas gehört. Seitdem sieht man in stürmischen Nächten die ewige Blüse fahren, ein kleines Boot und darin einen Mann stehend, gebückt, mit gefalteten Händen. Wenn ein Fischer sich dem Boote nahen will, so kann er es doch nicht erreichen. Einmal ist es einem Fischer gelungen, nahe heranzukommen, als plötzlich die Blüse sich gegen ihn kehrt und der Mann darin mit drohender Geberde auf den Fischer einlenkt und ihn verfolgt. Nur die Nähe des Strandes machte es ihm möglich, zu entkommen, denn dorthin kann die ewige Blüse nicht folgen. Seit der Zeit wagt Keiner mehr, sich ihr zu nahen.
C. Pechel bei Niederh. 2, 159 ff.
Unschuldig Hingerichtete.
Auf der Sanddüne zwischen Wustrow und Alt-Gaarz, da, wo jetzt die Windmühle steht, soll vor etwa zweihundert Jahren eine Frau, die des Hexens beschuldigt war, hingerichtet worden sein. Sie betheuerte vor ihrem Tode ihre Unschuld mit den Worten ›So gewiß ich unschuldig sterbe, so gewiß wird auf dieser Stelle ein Kirschbaum wachsen.‹ Und wirklich ist auf dem dürren Sande ein Kirschbaum empor gewachsen, der lange Jahre auf der Düne gestanden hat.
Fr. H. in Wustrow.
In Wustrow lebten einst 2 Ritter.
Einer von ihnen war der Patron der Kirche, er hatte als solcher besondere Vorrechte, durfte z.B. bei der Fahrt zum Gottesdienst seine Pferde an Ringen an der Kirche festmachen. Einst blieb er zu Hause, während der Andere zur Kirche fuhr; jetzt band dieser seine Pferde an den Ringen des Patrons an. Das betrachtete dieser als Beleidigung, forderte ihn zum Zweikampf heraus und besiegte ihn. Aber bald verstarb er selbst. Beide wurden in der Kirche zu Wustrow beigesetzt. Doch auch dort hielten sie keine Ruhe. Kamen Leute dort vorbei, so hörten diese stets Schwertergeklirr und Stöhnen; doch ging man dem Lärm nach in die Kirche, war alles still. Aber die Leute kamen trotzdem in Angst und begannen, von der Kirche fern zu bleiben. Da brachte man den Sarg des Besiegten nach Wismar, und seitdem herrschte Ruhe.

Flurnamen auf der Feldmark der Halbinsel