Chronik der Schule: Unterschied zwischen den Versionen

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:Der Schülerbus bringt ab jetzt auch die Kinder der 5. und 6. Klassen nach Bad Doberan, in den 4 Klassenräumen werden nun die Klassen 1 bis 4 unterrichtet. (Die Klassen 5 bis 8 fahren mit dem Schülerbus nach Bad Doberan.
 
:Der Schülerbus bringt ab jetzt auch die Kinder der 5. und 6. Klassen nach Bad Doberan, in den 4 Klassenräumen werden nun die Klassen 1 bis 4 unterrichtet. (Die Klassen 5 bis 8 fahren mit dem Schülerbus nach Bad Doberan.
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|1946 bis 1968 Lehrer Saß
 
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'''Ein Dorfschullehrer erinnert sich: Über 50 Schüler in einer Klasse Auch Retschower Lehrer holten ihr Gehalt aus Bad Doberan( KLAUS JASTER/ OZ, 5.12.1992)'''
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* Mit der Geschichte seines Heimatortes Retschow ist er bestens vertraut, der heute 67 Jahre alte Fritz Saß. Als 21jähriger Jüngling begann er 1946 seine Tätigkeit als Lehrer an der Dorfschule, was dazu führte, daß er sich mit der Entwicklung der Retschower Schule besonders befaßt. 1947 besuchten noch 170 Schüler in drei Klassen die Schule des Ortes. Unvorstellbar die Klassenstärken. In der 1. Klasse saßen 52, in der Klasse 2-4 56 und in der Klasse 5-8 62 Schüler in einem Klassenraum. Drei Lehrer unterrichteten vor 46 Jahren in der in einer Urkunde aus dem Jahre 1805 erstmalig erwähnten Schule. 1845 war die Schule bereits zweiklassig - 120 Mädchen und Jungen aus Retschow, Lüningshafen, Groß-Siemen sowie Einhusen bemühten sich damals, sich Wissen anzueignen. Orte wie Glashagen, Reinshagen oder Rederank hatten zu jener Zeit noch eine eigene Schule.
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* Der pensionierte Lehrer schildert, daß für das Bildungswesen ein aus dem Jahre 1755 stammender landesgrundgesetzlicher Erbvergleich bedeutsam war. Darin war eine Dreiteilung der Verwaltung im Mecklenburg jener Zeit festgelegt. Diese sah so aus: Es gab 1. die Domänen, z. B. die Domäne Retschow. Das war Großherzoglicher Besitz. Dieses Land konnte gepachtet werden. Ferner existierte auf der Grundlage erwähnten Erbvergleichs 2. die Ritterschaft, z. B. war Groß-Siemen ein Rittergut. Die Ritterschaft war also die Gesamtheit aller Rittergutsbesitzer. In solchen Dörfern konnte der Großherzog im Gegensatz zu den Domänen keinen Einfluß ausüben. Da der Großherzog auch die Interessen der Kirche vertrat, machte sich das in den Dominialschulen bemerkbar. Und 3. gab es damals die Landschaft, das war die Vertretung der größeren Städte. Die Landschaft setzte sich in der Regel aus den Bürgermeistern der Städte zusammen.
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* Je nachdem, wer in einem Dorf den Einfluß ausübte, versuchte seine Interessen über die Lehrer auch an die Schüler heranzutragen. Fritz Saß erzählle weiter, daß es vor 100 Jahren in Mecklenburg zwei Lehrerseminare gab. 1862 wurde das in Neukloster geschaffen, in dem Lehrer für die Dominialschulen ausgebildet wurden. Dauerte diese Ausbildung fünf Jahre, so brauchten Menschen, die am seit 1871 bestehenden Seminar Lübtheen zum Lehrer für Rittergutschulen ausgebildet wurden, nur vier Jahre die Schulbank drücken. 1877, so hat Saß es aus alten Dokumenten herausgefunden, kam der erste in Neukloster ausgebildete Lehrer an die Retschower Schule. Es war der Lehrer Klockmann, der 40 Jahre, also bis 1917, hier tätig war. Nicht immer hatten ausgebildete Pädagogen die Schüler in den Dorfschulen unterrichtet. So war Klockmanns Vorgänger ein Handwerker - der Tischler Hall.
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* Unser Retschower Gesprächspartner weiß auch dies zu berichten: Bis 1918 mußten sich die Lehrer ihr Gehalt vom Schulamt Bad Doberan holen. Die Lehrer gingen die Strecke meistens zu Fuß. Der Gehaltstag war für Schüler und Lehrer ein unterrichtsfreier Tag - auf diesen Tag freuten sich die Mädchen und Jungen in jeden Schulmonat. Im Jahre 1877 trug es sich zu, daß die Kinder aus Groß-Siemen einige Monate gar nicht zur Schule gingen, denn der damalige Rittergutsbesitzer wollte keinen Unkostenbeitrag an die Retschower Schule zahlen. Das Großherzogliche Amt Bad Doberan schlichtete im gleichen Jahr den Streitfall. Früher, so besagen es die vorliegenden Akten, hatte die Kirche großen Einfluß auf die Schule, in Retschow war es so, daß das Schulleiteramt und Küsteramt in einer Hand vereinigt waren, der Lehrer mußte Orgel spielen können. Das war in vielen Dörfern ähnlich so.
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*  Üblich war es, so schildert Saß, daß der Lehrer früher auch Schulland besaß - in Retschow waren es 6 Hektar. So besagt die Chronik, daß bereits erwähnter Lehrer Klockmann außerdem auch Landwirt war. Als Fritz Saß 1946 in Retschow als Lehrer anfing, bekam auch er noch Schulland.
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* 1890 registrierte man 106 Schüler. Davon waren 65 in der Klasse 4-8. 27 dieser 65 Schüler waren sogenannte dienende Kinder. Sie brauchten im Sommer nur an zwei Tagen die Schule besuchen, an den anderen Tagen waren sie freigestellt und mußten beim Pastor, Lehrer, bei Handwerkern oder Erbpächter arbeiten.
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* Aus der interessanten Geschichte Retschows, über die Fritz Saß uns viele Informationen gab, abschließend noch dies: 1910 wurde der Bau der Straße Retschow-Bad Doberan beschlossen, 1911 begonnen, und 1917 war sie fertig  Damals wurde auch die Eisenbahnbrücke gebaut. Bis dahin gab es einen beschrankten Bahnübergang, das Haus des einstigen Schrankenwärters steht noch.
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==Das Schulgebäude==
 
==Das Schulgebäude==
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==Die Schüler der Retschower Schule==
 
==Die Schüler der Retschower Schule==
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==Alfred Schmidt - der Autor der Retschower Schulchronik==
 
==Alfred Schmidt - der Autor der Retschower Schulchronik==
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siehe auch Artikel in der OZ vom 12.2.1999):
  
siehe auch Artikel in der OZ vom 12.2.1999) [[Datei:AlfredSchmidt 001.jpg:]]
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Aktuelle Version vom 8. März 2022, 12:57 Uhr

Die Dorfschule Retschow im Spiegel der Zeiten

Von der

Küsterschule
Grundschule
Vollgrundschule
Volksschule
Polytechnische Oberschule (bis Kl.8)
Teiloberschule
Grundschule

bis zur Schließung im Jahr 2006


  • 1647 Küsterschule
Der Küster konnte Lehrer werden, wenn er selbst einigermassen lesen, schreiben und rechnen konnte. Die Dorfkinder kamen zum Unterricht in sein Haus. Im Winter musste jedes Kind eine "Splitte" (Stange) Holz zum Heizen mitbringen. Eine Küsterschule in Retschow wurde erstmals 1647 urkundlich erwähnt in dem Visitationsprotokoll von 1653. Der damalige Küster war ein Schneider aus Rostock.
  • 1774 (1777)
Schule erstmals erwähnt (laut Staatsarchiv Schwerin)
  • 1805
Schule erstmals erwähnt (laut Fritz Saß)
  • 1816
Schule erstmals erwähnt (laut Dr. Baumgarten)
  • 1830
Bau des neuen Küsterhauses (I. Klassenraum), dazu wurde vom Hof Retschow eine Ackerfläche von 1.300 Quadratruten angekauft. Das entspricht einer Fläche von ca 2,8 ha (1 Quadratrute = 21,68 Quadratmeter)
  • 1845
Die Schule wird zweiklassig, es unterrichten ab jetzt 2 Lehrer. Seitdem war Retschow eines der wenigen Dörfer in Mecklenburg, in denen eine zweiklassige Landschule bestand. Die Schüler der Klase 1 bis 8 kamen aus Retschow, Fulgenkoppel, Einhusen, Groß Siemen und Lüningshagen.
  • 1878
Die Schule wird um eine "Industrieschule" erweitert. Mädchen hatten ab jetzt zusätzlich Unterricht in Handarbeiten bei der "Industrielehrerin" (Handarbeitslehrerin), der Ehefrau des Schulleiters. Sie lernten Nähen, Stopfen, Stricken, Spinnen, Weben und vieles andere mehr für den Bedarf des elterlichen Haushaltes.
  • 1881
Schutz der Wände des einzigen Klassenraumes mit Brettern, "weil sie von ansitzenden Schülern abgescheuert wurden". Dieser Klassenraum ist später "de Grot Schaul".
  • 1888
Schulhausanbau für einen zweiten Klassenraum ("de Lütt Schaul"), hier wurden die 6 bis 10 jährigen Schüler unterrichtet
  • 1893
Am 6.November wurde das Küsterhaus und die Scheune durch Feuer zerstört, die Brandursache ist nicht bekannt.
  • 1894
Unter Nutzung der gebliebenen Fundamente und Mauern wurde die Schule wieder aufgebaut. Die Scheune und das Schulhaus sind jetzt unter einem Dach verbunden worden. Die Jahreszahl 1894 steht über der Haustür des neuen Schulhauses, das von Schülern aus Retschow, Fulgenkoppel, Einhusen, Lüningshagen und Groß Siemen besucht wird. Für eine Lehrerwohnung wurde das Haus um ein Stockwerk erhöht.
  • 1920
Einrichtung eines Turnplatzes für die Schule
  • 1937
Schule wird nach 92 Jahren wieder einklassig.
  • 1942
Der Religionsunterricht wird verboten.
  • 1945
Von Mai bis November wird nicht unterrichtet, in beiden Klassenräumen sind Flüchtlinge untergbracht.
  • 1946
Der Schulbetrieb für die 8 Klassen in beiden Klassenräumen wird wieder aufgenommen.
  • 1947
170 Schülerinnen und Schüler besuchten die Schule in drei Klassen (Klasse1: 52, Klasse2-4: 56, Klasse 5-8: 62)
  • 1952
Ausbau der Schule zur mehrklassigen Schule mit einem 3. Klassenraum aus der Scheune. Schulland wurde an den Bürgermeister (an die Gemeinde) abgegeben.
  • 1959
ab diesem Jahr wohnt das Lehrerehepaar im Schulhaus.
  • 1960
Ein Schülerbus fährt die Schüler der 7. und 8. Klasse nach Bad Doberan.
  • 1961
Der 4.Klassenraum entsteht aus der ehemaligen Wohnung der Familie Saß.
  • 1967
Werkraum und Flur entstehen aus dem Rest der Scheune
  • 1975
Der Schülerbus bringt ab jetzt auch die Kinder der 5. und 6. Klassen nach Bad Doberan, in den 4 Klassenräumen werden nun die Klassen 1 bis 4 unterrichtet. (Die Klassen 5 bis 8 fahren mit dem Schülerbus nach Bad Doberan.
  • 2003
Die Schule erhält eine wertvolle Auszeichnung:
OZ-Artikel
  • 2006
Schließung der Schule

Die Schulleiter der Retschower Schule

ab 1830 Küster Mahn bis 1878 Küster Hall
1878 bis 1915 Küster Klockmann

Schulleiter Klockmann.jpg

1915 bis 1938 Küster Griem

Schulleiter Griem.jpg

1938 bis 1945 Lehrer Karow

Schulleiter Karow.jpg

1946 bis 1968 Lehrer Saß

Schulleiter Saß.jpg

Ein Dorfschullehrer erinnert sich: Über 50 Schüler in einer Klasse Auch Retschower Lehrer holten ihr Gehalt aus Bad Doberan( KLAUS JASTER/ OZ, 5.12.1992)

  • Mit der Geschichte seines Heimatortes Retschow ist er bestens vertraut, der heute 67 Jahre alte Fritz Saß. Als 21jähriger Jüngling begann er 1946 seine Tätigkeit als Lehrer an der Dorfschule, was dazu führte, daß er sich mit der Entwicklung der Retschower Schule besonders befaßt. 1947 besuchten noch 170 Schüler in drei Klassen die Schule des Ortes. Unvorstellbar die Klassenstärken. In der 1. Klasse saßen 52, in der Klasse 2-4 56 und in der Klasse 5-8 62 Schüler in einem Klassenraum. Drei Lehrer unterrichteten vor 46 Jahren in der in einer Urkunde aus dem Jahre 1805 erstmalig erwähnten Schule. 1845 war die Schule bereits zweiklassig - 120 Mädchen und Jungen aus Retschow, Lüningshafen, Groß-Siemen sowie Einhusen bemühten sich damals, sich Wissen anzueignen. Orte wie Glashagen, Reinshagen oder Rederank hatten zu jener Zeit noch eine eigene Schule.
  • Der pensionierte Lehrer schildert, daß für das Bildungswesen ein aus dem Jahre 1755 stammender landesgrundgesetzlicher Erbvergleich bedeutsam war. Darin war eine Dreiteilung der Verwaltung im Mecklenburg jener Zeit festgelegt. Diese sah so aus: Es gab 1. die Domänen, z. B. die Domäne Retschow. Das war Großherzoglicher Besitz. Dieses Land konnte gepachtet werden. Ferner existierte auf der Grundlage erwähnten Erbvergleichs 2. die Ritterschaft, z. B. war Groß-Siemen ein Rittergut. Die Ritterschaft war also die Gesamtheit aller Rittergutsbesitzer. In solchen Dörfern konnte der Großherzog im Gegensatz zu den Domänen keinen Einfluß ausüben. Da der Großherzog auch die Interessen der Kirche vertrat, machte sich das in den Dominialschulen bemerkbar. Und 3. gab es damals die Landschaft, das war die Vertretung der größeren Städte. Die Landschaft setzte sich in der Regel aus den Bürgermeistern der Städte zusammen.
  • Je nachdem, wer in einem Dorf den Einfluß ausübte, versuchte seine Interessen über die Lehrer auch an die Schüler heranzutragen. Fritz Saß erzählle weiter, daß es vor 100 Jahren in Mecklenburg zwei Lehrerseminare gab. 1862 wurde das in Neukloster geschaffen, in dem Lehrer für die Dominialschulen ausgebildet wurden. Dauerte diese Ausbildung fünf Jahre, so brauchten Menschen, die am seit 1871 bestehenden Seminar Lübtheen zum Lehrer für Rittergutschulen ausgebildet wurden, nur vier Jahre die Schulbank drücken. 1877, so hat Saß es aus alten Dokumenten herausgefunden, kam der erste in Neukloster ausgebildete Lehrer an die Retschower Schule. Es war der Lehrer Klockmann, der 40 Jahre, also bis 1917, hier tätig war. Nicht immer hatten ausgebildete Pädagogen die Schüler in den Dorfschulen unterrichtet. So war Klockmanns Vorgänger ein Handwerker - der Tischler Hall.
  • Unser Retschower Gesprächspartner weiß auch dies zu berichten: Bis 1918 mußten sich die Lehrer ihr Gehalt vom Schulamt Bad Doberan holen. Die Lehrer gingen die Strecke meistens zu Fuß. Der Gehaltstag war für Schüler und Lehrer ein unterrichtsfreier Tag - auf diesen Tag freuten sich die Mädchen und Jungen in jeden Schulmonat. Im Jahre 1877 trug es sich zu, daß die Kinder aus Groß-Siemen einige Monate gar nicht zur Schule gingen, denn der damalige Rittergutsbesitzer wollte keinen Unkostenbeitrag an die Retschower Schule zahlen. Das Großherzogliche Amt Bad Doberan schlichtete im gleichen Jahr den Streitfall. Früher, so besagen es die vorliegenden Akten, hatte die Kirche großen Einfluß auf die Schule, in Retschow war es so, daß das Schulleiteramt und Küsteramt in einer Hand vereinigt waren, der Lehrer mußte Orgel spielen können. Das war in vielen Dörfern ähnlich so.
  • Üblich war es, so schildert Saß, daß der Lehrer früher auch Schulland besaß - in Retschow waren es 6 Hektar. So besagt die Chronik, daß bereits erwähnter Lehrer Klockmann außerdem auch Landwirt war. Als Fritz Saß 1946 in Retschow als Lehrer anfing, bekam auch er noch Schulland.
  • 1890 registrierte man 106 Schüler. Davon waren 65 in der Klasse 4-8. 27 dieser 65 Schüler waren sogenannte dienende Kinder. Sie brauchten im Sommer nur an zwei Tagen die Schule besuchen, an den anderen Tagen waren sie freigestellt und mußten beim Pastor, Lehrer, bei Handwerkern oder Erbpächter arbeiten.
  • Aus der interessanten Geschichte Retschows, über die Fritz Saß uns viele Informationen gab, abschließend noch dies: 1910 wurde der Bau der Straße Retschow-Bad Doberan beschlossen, 1911 begonnen, und 1917 war sie fertig Damals wurde auch die Eisenbahnbrücke gebaut. Bis dahin gab es einen beschrankten Bahnübergang, das Haus des einstigen Schrankenwärters steht noch.
OZ-Artikel 1992



1968 bis 1973 Lehrer Haack

Schulleiter Haack.jpg

1973 bis 1990 Lehrer Schulz

Schulleiter Schulz.jpg

1990 bis 2006 Lehrerin Brügge

Schulleiter Brügge.jpg

Die Lehrer der Retschower Schule

Lehrer vor 1845

  • 1647 Valentin Moritz
Herr Pastor Türk schreibt: "In der ganzen Zeit von 1700 - 1898, vielleicht schon früher ist das Schulzenamt bei dem Erbpächter Heineke gewesen. 1653: Der Küster Valentin Moritz aus Rostock ist ein Schneider, er ist berufen vom Pastor und Vorsteher, ist allhier 6 Jahre, ist 30 Jahre alt, hält Schule, hat aber diesen Winter nur 3 Kinder gehabt, sie sind aber ermahnet worden, sie fleißiger zu schicken."
  • 1683 Hans Ranau
Bis zu diesem Jahr gehörte auch die Gemeinde Reinshagen und Püschow zum Schulverbund Retschow. Jetzt weigern sich die Bauern von Reinshagen, ihre Kinder wegen der Kälte und der Wölfe im Wald im Winter nach Retschow zur Schule zu schicken. Es sei unmöglich, wegen der Sperise und des Nachtlagers, weil die Kinder nicht nach Hause kommen könnten. Nun wird eine Schule in Reinshagen eingerichtet.
  • 1727 - 1755 Otto Moldt
  • 1755 - 1774 Nicol. Johann Moldt
  • 1774 - 1788 Chrph. Daniel Hochbrunn
  • 1788 - 1822 Herm. Matth. Chrn. Mahn
  • 1822 Joh. Heinr. Hall

Lehrer zwischen 1845 und 1945

Lehrer nach 1945

  • 1946 - 1975 Fritz Saß
  • 1946 - 1949 Löffler und Sigrid von der Groeben
  • 1946 - 1950 Ernst Schröder
  • 1949 - 1951 Anna Langecker
  • 1949 - 1952 Hildegard Stolze
  • 1951 - 1952 Friedrich Saß
  • 1951 - 1954 Bruno Schiewe
  • 1951 - 1957 Ursula Schönfeldt
  • 1952 - 1953 Röwer
  • 1953 - 1954 Jeschinski
  • 1954 - 1955 Heinz Bischoff
  • 1954 - 1956 Eva-Maria Rieck
  • 1955 - 1957 Heinitz
  • 1955 - 1957 Eichner
  • 1956 - 1958 Münstermann
  • 1957 - 1958 Kradisch
  • 1957 - 1958 Lewin
  • 1957 - 1959 Suckow
  • 1958 - 1959 Henning
  • 1958 - 1961 Anita Beigart
  • 1959 - 1997 Irmgard Schmidt
  • 1959 - 1975 Alfred Schmidt
  • 1959 - 1960 Wilhelm Lau
  • 1959 - 1962 Ursula Hoffmann
  • 1961 - 1963 Wally Watzke
  • 1962 - 1963 Erika Holtfreter
  • 1962 - 1963 Järkel
  • 1963 - 1964 Kniest
  • 1963 - 1967 Rosemarie Haasch
  • 1963 - 1973 Uwe Haack
  • 1963 - 1969 Doris Krause
  • 1964 - 1965 Ursula Jeschke
  • 1964 - 1967 Gudrun Müller
  • 1965 - 1966 Isolde Görne
  • 1966 - 1968 Vera Schubert
  • 1967 - 2000 Sabine Haack
  • 1968 - 1990 Claus Schulz
  • 1968 - 1970 Peter Buhr
  • 1968 - 1975 Renate Junginger / Grünberg
  • 1969 - 1970 Jan-Michael Teut
  • 1971 - 2006 Gisela Brügge
  • 1971 - 2000 Evelyne Schulz
  • 1971 - 1973 Renate Müller
  • 1972 - 1973 Waltraut Dimitrowa
  • 1973 - 1974 Hornei
  • 1997 - 2006 Hennrika Nehls
  • 2000 - 2006 Angelika Weidtland
  • 2000 - 2006 Monika Reisenleiter
  • 2000 - 2006 A. Zollner

Das Schulgebäude

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Die Schüler der Retschower Schule

Retschow164.jpg
Retschow168.jpg

Alfred Schmidt - der Autor der Retschower Schulchronik

Die Daten, Informationen und Bilder zu diesem Thema sind der Schulchronik von Alfred Schmidt entnommen. Alfred Schmidt war 40 Jahre als Grundschulpädagoge und Fachlehrer für Werken in der Retschower Schule tätig. Mit Interesse und grossem Engagement widmete er sich der Heimatforschung.

AlfredSchmidt 002.jpg

siehe auch Artikel in der OZ vom 12.2.1999):

AlfredSchmidt 001.jpg