Bennin: Unterschied zwischen den Versionen

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(3. Die nachreformatorische Zeit bis 1648)
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In der Tabelle wird deutlich, dass einige Namen wie Rump, Wich, Christ, Greve und Hennings seit 1453/1496 bis 1598 durchgängig vorhanden waren. Andere wie Lutkens, Nieland und Arends kommen wenig später hinzu, bleiben aber, während wieder andere nur vorübergenhend vorhanden sind.
 
In der Tabelle wird deutlich, dass einige Namen wie Rump, Wich, Christ, Greve und Hennings seit 1453/1496 bis 1598 durchgängig vorhanden waren. Andere wie Lutkens, Nieland und Arends kommen wenig später hinzu, bleiben aber, während wieder andere nur vorübergenhend vorhanden sind.
 
Teilweise erscheinen sie später wieder, wie Schröder, Klockmann, Kruse und Beneke.
 
Teilweise erscheinen sie später wieder, wie Schröder, Klockmann, Kruse und Beneke.
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vor 1600
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[[Datei:Engel.Ramm.jpg|thumb|Grundriss des von Engel in Ramm bei Lübtheen ausgegrabenen Vorläufers des Hallenhauses, nach Baumgarten, Archiv Greve]]
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Nach Baumgarten ist das in den 1950er Jahren abgebrochene alte niederdeutsche Hallenhaus der Hufe 10 mit dem sogenannten „Boizenburger Gefüge“ noch vor 1600 erbaut worden. Es wies zwar an seinem Torgiebel die Jahreszahl 1709 auf. Das von Baumgarten erkannte Gefüge deutet jedoch auf ein etwa 120 Jahre älteres Baujahr hin. Im ausgehenden 16. Jahrhundert entwickelte sich erst die spätere Form des niederdeutschen Hallenhauses, das lange Zeit als Niedersachsenhaus oder Altsächsisches Haus bezeichnet wurde. Im Bereich der Nordseeküste in Butjadingen und auch an Dorfwüstungen in Mecklenburg (Ramm bei Lübtheen, Hungerstorf bei Grevesnühlen) weisen sie noch sehr einfache hallenartige Hausgrundrisse auf. Mit dem Boizenburger Gefüge sind u.a. die Häuser der Hufen 13 (1632, jetzt von Walsleben) und 14 (ehemals Hinzmann) in Groß Bengerstorf errichtet worden.
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Grundriss des von Engel ausgegrabenen Rammer Hauses nach Baumgarten:
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[[Datei:Bennin Hufe 10.Baumgarten.jpg|thumb|420px|Hallenhaus der Hufe 10 in Bennin , nach Baumgarten, Archiv Greve]]
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Bennin, Hallenhaus der Hufe 10 (letzter Besitzer Struckmann)
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[[Datei:Bennin Hufe 10 Text nach Baumgarten.jpg|thumb|420px|]]
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        Fach als Butze genutzt. Abgesehen von diesen Wohnnischen besaß                                  das Haus Bennin – bereits seit seiner Errichtung – als weiteren                               
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          eine Stube, allerdings nicht die dort zuletzt angetroffene. Nach                                        Ausweis des alten Rähmendes muß das Kammerfach zunächst                                              beträchtlich schmaler gewesen sein.Dieser Stube zur Seite ist - 
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          wie in jüngerer Zeit – eine Kammer anzunehmen.  …                                                                                               
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Vermutlich aus dieser Zeit stammt auch das noch bewohnte Hallenhaus der Hufe 14
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(ehemals Garber, jetzt Nikolaus/Pettera).
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Bennin, Hufe 14
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1604 tritt die Pest wieder in Mecklenburg auf  (nach Klaus Finck)
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1618  bis 1648 überzieht der Dreißigjährige Krieg das Deutsche Reich, auch Mecklenburg und führt zu großen Verlusten an Menschenleben und Schäden in Dörfern und Städten.
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1620 anlässlich einer Kirchenvisitation beklagt sich der Granziner Pfarrer Jonas Angelus den schlechten Besuch der Gottesdienste in Bennin. Die Kapelle und der Glockenturm seien in schlechtem baulichen Zustand. Die Benniner beherrschten den Katechismus nur sehr mäßig. Die Kapelle verfüge nicht über eigene Einnahmen aus Abgaben. Reparaturen wären nur durch Sammlung von Geldern und Materialien bei den Gemeindegliedern möglich. Als Kirchenjuraten nennt er Thies Benecke und Hans Arens. Der Gottesdienst finde nur alle 3 Monate statt. (nach Klaus Finck)
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1640 Tabelle nach der Amtsbeschreibung für das Amt Boizenburg
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Dorf Hüfner
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1618 Kossaten
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1618 Kiffner
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1618 Hüfner
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1640 Kossaten
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1640 Kiffner
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1640 Zerstörte
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Gebäude
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Bickhusen   7   1   3   3   -   -   8
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Nostorf   7   2   4   6   -   -   5
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Zweedorf 13   4   4   7   -   -   9
 +
Lüttenmark   9   1   1   5 -   1   7
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Granzin, dom.      ritterschaftlich      6
 +
  5   4 
 +
18  - 
 +
-   3
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  -   1
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  -   -
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  - ca. 6
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ca.23
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Greven   9   3   1   6   3   -   6
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Tessin 11   1   1   4   -   -   2
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Gr.Bengerstorf 11   2   - 11   -   -   1
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Kl.Bengerstorf   9   3   2   8   2    -   4
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Bretzin   9   -   -   4   -   -   5
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Bandekow   9   -   -   4   -   - 26
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Gülze 21   6   - 14   -   -   9
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Besitz 18   4   -   8   1   -   8
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Gothmann   - 16   -   -   9   -   1
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Die Tabelle stellt zur Verdeutlichung der Kriegsschäden die Stellenbesetzung in den Dörfern des Amtes für die Jahre 1618 und 1640 dar. Da Bennin seinerzeit nicht zum Amt Boizenburg gehörte, ist das Dorf nicht genannt. Die Verhältnisse dürften aber übertragbar sein. Eine Kirchenvisitation im Jahre 1641 sagt aus, dass in Bennin 4 Hufen, eine Kossatenstelle und eine Büdnerstelle wüst lägen. Eine im Jahre 1635 vom Stift Ratzeburg nach Bennin gesandte Kommission fand ein von seinen Bewohnern verlassenes Dorf vor.
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1648 In Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen, der den Dreißigjährigen Krieg beendet. Ein Ergebnis dieser Friedensverhandlungen war es, dass das Stift Ratzeburg, das frühere Bistum, aufgelöst wurde und das Stiftsland als Fürstentum Ratzeburg dem Herzogtum Mecklenburg als Entschädigung für die dem Königreich Schweden zugesprochenen Landesteile und Rechte (Stadt Wismar, Ämter Poel und Neukloster und Nutzung des Warnemünder Zolls) zugesprochen wurde. Dadurch wurde Bennin Bestandteil des Domaniums (herzoglicher Besitz), blieb aber im Fürstentum Ratzeburg, speziell im Amt Schlagsdorf.

Version vom 29. Juni 2020, 11:19 Uhr

Geschichte des Dorfes Bennin

bearbeitet von Dieter Greve Schwerin

Geographische Lage

  • Nord: 53 grad 27'
  • Ost: 10 grad 53'

Kurzbeschreibung nach Quade

Bennin, Poststation, Dorf an der Schaale, 2 Meilen nordöstlich von Boizenburg, mit einer zur Pfarre von Granzin gehörigen Kapelle, Schule, 11 Erbpächtern (?), 10 Büdnern (?) (1 Krug, 1 Schmied, 1 Müller), 7 Häuslern, 1 Stationsjäger, 256 (357) Einw.

 Bennin gehörte sonst zum Fürstenthum Ratzeburg, wurde aber 1820 gegen die Landesherrschaft bei der Krappmühle bei Neubrandenburg sowie gegen die diesseitigen so lange zum Amte Rehna gehörenden Antheile von Griben und Lübseerhagen von Mecklenburg-Strelitz an Mecklenburg-Schwerin vertauscht. Das Dorf war früher eins der bekannten Tafelgüter des Bischofs von Ratzeburg; aus diesem Grunde gehörte es vormals zu Mecklenburg-Strelitz. Die (St. Dionysius) Kapelle, welche der Bischof Johannes von Parkentin 1503 bauen ließ, enthält unter den Glasmalereien noch einige Wappen von bekannten Domherren und einen bemerkenswerthen Altaraufsatz, der nach seiner eigenthümlichen Gothik in die Zeit von 1400 weisen dürfte.

Hinweis: Quade hat im vorstehenden Text einige Ungenauigkeiten:

  • Die Zahl der Erbpächter war 21, davon 11 Hufen und 10 Cossaten,
  • Die Zahl der Büdner war 5.
  • Der Stationsjäger und der Müller gehörten zu den Häuslern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die vor- und frühgeschichtliche Entwicklung
  2. Das Mittelalter bis zum Jahre 1500. Bennin als Tafelgut des Bischofs von Ratzeburg
  3. Die nachreformatorische Zeit bis 1650. Bennin als Bestandteil des Fürstentums Ratzeburg
  4. Entwicklung des Dorfes im 17. und 18. Jahrhundert
  5. Das 19. Jahrhundert
  • 5.1. Bennin wechselt vom Fürstentum Ratzeburg in Mecklenburg-Strelitz in das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin
  • 5.2. Feldmarkssregulierungen und Vererbpachtung

1. Die vor- und frühgeschichtliche Entwicklung

Der Name des Dorfes Bennin wird von den Slawisten Mühlner und Eichler von dem Personennamen Ben einer Kurzform von Benjamin abgeleitet. Dagegen wollen Kühnel und Trautmann ihn auf altslawisch ben- für töten beziehen.

  • 235000 - 125000 v.u.Z. Saaleeiszeit. In deren letztem, dem Warthe-Stadium, entstehen die Grundmoränenplatten nordwestlich Boizenburg (Siedlung bis Rensdorf), sowie um Badekow-Granzin und um Vellahn-Wittenburg)
  • 115000 - 8000 v.u.Z. Weichseleiszeit. In deren Frankfurter Stadium entsteht die südliche Endmoräne zwischen dem Schaalsee, dem Dümmer See und dem Schweriner See. Das abfließende Schmelzwasser hinterlässt die Sandergebiete der Griesen Gegend, aber auch entlang des Schaalelaufes, des Boizelaufes, um Kogel bis Valluhn und um Schwanheide.
  • 10000 – 8000 v.u.Z. Arktische Jäger und Sammler des Spätpaläolihikums (Altsteinzeit)
  • 6000 - 3000 v.u.Z. Jäger, Fischer und Sammler des Mesolithikums (mittlere Steinzeit)
  • 3000 - 1800 v.u.Z. Ackerbauer und Viehzüchter des Neolithikums (Jungsteinzeit)
  • 1800 - 600 v.u.Z. Bronzezeitliche Besiedlung
  • 600 v.u.Z - 600 u.Z. Eisenzeitliche Besiedlung
  • um 0 Langobarden siedeln in den Ämtern Boizenburg und Wittenburg, im Amt Boizenburg nachgewiesen durch Grabungen bei Wiebendorf 1973/74, im alten Amt Wittenburg u. a. bei Körchow und Hagenow.
  • 6. Jhdt. Slawische Stämme besiedeln das durch die germanischen Stämme verlassene Land zwischen Oder und Elbe. Das ehemalige langobardische Land besiedeln die Polaben (Elbanwohner), ein Stamm der Stammesgruppe der Abodriten (Obotriten), die zwischen der Kieler Förde und der Warnow ansässig waren. Die Polaben siedeln von der Elbe bis an die Trave. Deren Zentrum und Heiligtum befindet sich bei Ratzeburg.

2. Das Mittelalter bis 1500. Bennin als Tafelgut des Bischofs von Ratzeburg

  • 1142 Gründung der Grafschaft Ratzeburg im ehemaligen Polabenland. Mit der Grafschaft wird Heinrich von Badewide belehnt. Zu der Grafschaft Ratzeburg gehören die Länder
  • 1154 Errichtung des Bistums Ratzeburg durch Heinrich den Löwen. Er setzt Evermod von Cambrai, den Probst des Prämonstratenserstifts Magdeburg als Bischof in Ratzeburg ein. Zu dem Bistum Ratzeburg gehören die polabischen Länder (Burgbezirke) Ratzeburg, Sadelbande (Lauenburg), Gadebusch, Schwerin (1160 getauscht mit dem Land Breesen um Klütz und Dassow), Wittenburg, Boizenburg, Jabel, Darzing (Amt Neuhaus), Waninke (Wehningen-Dömitz).10
  • 1158 Lüneburg: Heinrich der Löwe stattet das Bistum Ratzeburg aus. Dabei ist auch das Dorf Bennin genannt - „in Boyceneburg benin“, das als Tafelgut an den Bischof übergeht.
 Diese Urkunde, die wahrscheinlich in verunechteter Form vorliegt, stellt die erste Erwähnung des Dorfes Bennin und des Landes Boizenburg dar. In diesem Jahr hat es zumindest bereits die Burg Boizenburg gegeben, die dem Burgbezirk/Land den Namen gegeben hat.
  • 1171 Heinrich der Löwe befreit einige Dörfer im Bistum Ratzeburg, u. a. Bennin „in Boyceneburg benin“), von der Heerfolge, dem Markding und dem Burgwerk.
  • 1180/81 Heinrich der Löwe gibt das Land Boizenburg an den Grafen Gunzelin von Schwerin. Die tatsächliche Übernahme kann jedoch erst 1227 erfolgen.
  • 1194 Isfried, Bischof von Ratzeburg, bestimmt durch Schiedsrichter die ratzeburgischen Stiftsgüter, für den Bischof und das Dom-Capitel (Regestentext).
 Dabei werden als Stiftsgüter im Land Wittenburg u.a. 
 genannt: 
 In parrochia Zarnethin (Zarrentin): Cultsin (Kölzin) der 
 halbe Zehnte, Vilun (Valluhn) der halbe Zehnte, Scalisce 
 (Schaliß) der halbe Zehnte.
 In parrochia Vilen (Vellahn): In eben diesem Dorf der 
 dritte Teil, Bansin (Banzin) der dritte Teil, Domerace 
 (Dammereez) der dritte Teil, Bralistorp (Brahlstorf) der 
 dritte Teil, Paniz (wüst) der dritte Teil, Bolbruche  
 (Bollbrügge, wüst) der dritte Teil. 
 In parrochia Camin: in eben diesem Dorf der dritte Teil.
 Offenbar sind nur Stiftsgüter innerhalb der Grafschaft 
 Ratzeburg betroffen, zu der die Länder Boizenburg und 
 Sadelbande (Lauenburg) noch nicht gehört haben.
  • 1203 Die Grafschaft Ratzeburg wird aufgelöst. Das Land Ratzeburg fällt an Holstein unter Albrecht von Orlamünde, einem dänischen Vasallen, das Land Gadebusch an Mecklenburg unter Heinrich Burwy von Mecklenburg-Ilow und das Land Wittenburg an die Grafschaft Schwerin unter Gunzelin II. Diesem bestätigt Waldemar auch den Besitz des Landes Boizenburg.
  • 1214 Der deutsche König Friedrich II. (ab 1220 Kaiser) und der Papst erkennen die dänische Oberlehnsherrschaft zwischen Elbe und Ostsee an. Nachdem Waldemar die Grafen von Schwerin erneut besiegt hat, müssen auch diese die dänische Oberhoheit anerkennen. Während Heinrich, Graf von Schwerin, auf Pilgerfahrt ist, besetzt Waldemar 1221 die Burg Schwerin.
  • 1227 Waldemar hat sich mit Otto dem Kinde von Braunschweig-Lüneburg verbündet. Seine Gegner erklären den Askanier Herzog Albert von Sachsen zum Oberlehnsherrn von Noralbingien. Dieser gibt die Länder Schwerin, Wittenburg und Boizenburg an den Grafen Heinrich zum Lehen. Damit gehört das Land Boizenburg jetzt auch de facto zur Grafschaft Schwerin. Waldemar wird in der Schlacht bei Bornhöved von Albert von Sachsen den mecklenburgischen Fürsten, dem Grafen von Schwerin, dem Erzbischof von Bremen und der Stadt Lübeck endgültig besiegt. Er verzichtet auf die Lehnshoheit im Norden des Reiches. Graf Heinrich nimmt Otto von Brauschweig-Lüneburg gefangen und bringt ihn in den Turm, während er Albrecht von Orlamünde unter der Bedingung freilässt, dass er die askanische Oberhoheit über Nordalbingien anerkennt. Mit dem Verschwinden des Orlamünders geht auch die Grafschaft Ratzeburg endgültig unter.
  • 1230 Im Ratzeburger Zehntlehenregister verleiht der Bischof von Ratzeburg den Zehnten in seinem Bistumssprengel. Darin ist der das Land Boizenburg betreffende Teil sehr schlecht erhalten. Wittenburg wird bereits als civitas erwähnt. Zu Boizenburg ist keine nähere Aussage erkennbar. Die Übersetzung des Boizenburg betreffenden Abschnittes lautet:

Im Lande Boizenburg ist der Graf von Schwerin solcherart vom Bischof belehnt. Im Lande Boizenburg hält Gunzelin, Graf von Schwerin, zwei Teile des Zehnten als Lehen des Bischofs von Ratzeburg, der dritte Teil ist frei für den Bischof.

Dort sind bischöfliche Einkünfte:

  • Im Dorfe Granzin (Grancin) … sind für den Bischof die Zehnten abgelöst … XXIIII, XX,
  • Nieklitz (Niclesse) XII, Klimprow (Calinterowe) IIII, Niendorf (Niendorpe) …, Bahlendorf (Balendorpe) …, Karrentin (Carpentin) VII.
  • In der Curie Bengerstorf (Bunserstorpe) VI, Dersenow (Darsenowe) V, … , Zahrensdorf (Tsarnekestorp) XII,

Blücher (Bluggere) IIII, Lüttenmark (Lvttekemarc) IIII, Leisterförde (Leisteruorde) IIII.

  • Das ganze Dorf Bennin (Benin) ist frei gemacht für den Bischof in Feldern und Wäldern, Weiden und Wiesen, welche Herzog Heinrich dem Bischof von allen Diensten befreit gewährt hat. … old… im Lehen vom Bischof haben frei.

Hildegund hat III. In Granzin Wilhelm II, (N)ebande (Neibein) derselbe V, Tessin Reimbold …, (G)amnetin Theoderich Man II, Gallin Gerard II.

Das Dorf (N)ebande (Neibein) hat zwischen Granzin und Bennin gelegen. Auf der Benniner Feldmark befindet sich östlich des Waldes der Acker mit dem Flurnamen Neibein. Die Sage berichtet von einer untergegangenen Stadt Neibein.

  • 1245 "Gunzelin, Graf von Schwerin, überlässt dem Bischofe von Ratzeburg alle seine Rechte in Bosow (Boissow, D.G.), Benin und Dodow“ (Regestentext MUB 566):

Aus der Urkunde:

   „ … für unsere und auch der Eltern Sünden die Dörfer Bosow (Boissow), Benin (Bennin) und Dadow (Dodow), in unserem Gebiet gelegen, von aller unserer Gerichtsbarkeit, welche wir dort haben und haben werden, frei machen, für Frieden sorgen ist der Wille in der Zukunft, soweit in der Vergangenheit zwischen uns und dem Herrn meinem Bischof und besagter Kirche öfter zu beobachtende Gelegenheit zu entstehender Zwietracht. Ja wahrhaftig unsere Gerichtsbarkeit in den festgesetzten Dörfern schuldig oder gewöhnlich ausüben, bei fernerer Gewalt ausgedehnter Ungewohnheit/Unbekanntheit und Unschuld, worüber gegen unsere beargwöhnten Ursprünge von ihren Gewalttätigkeiten/Übeltaten mein Herr und die Kirche ohne unser öfter vorgenanntes Entgegenstellen. Deshalb  alle Vorzeichen oder Streitigkeiten über Material (Holz) freiwillig/gern beruhigen, genannten Dörfern ruhig unser Entgegenkommen Befreiung vom Brückenwerk und Burgwerk oder was anders und alle Bitten oder jede Art von Besteuerung oder die Gerichtsbarkeitdes Lantthincs und des Etthincs; Gerichtsbarkeit auch des Halses und der Hand und irgeneine Gerichtsbarkeit in genannten Dörfern, die bis dahin reserviert waren, gründlich verzichten.“
  • nach 1300 verursachen Missernten Hungersnöte in Mecklenburg
  • 1371 Die Gebrüder von Züle auf Camin und Gudow verkaufen das Dorf Klemperow an das Kloster Zarremtin, um das Recht der Aufnahme zweier Töchter des Vollrath von Züle in das Kloster zu erreichen. Das Dorf Klemperow dürfte sich auf dem Klimprower Berg nahe der Grenze zu Nieklitz befunden haben. Auf der Nieklitzer Feldmark befindet sich zudem an der Kleinen Schaale nahe dem Holzkrug auch ein Klempower Moor, das sich auf das Dorf Klemperow beziehen wird.
  • 1412 In Boizenburg kommt es zu einer Zusammenkunft der Herzogin Agnes, sowie der Herzöge Albrecht und Johann mit Vertretern der Hansestadt Lüneburg, die sich von der Abhängigkeit von Lübeck freimachen will. Lüneburg erhält ein Privileg für den Bau eines Kanals von Boizenburg nach Wismar über die Schaale. Die Mecklenburger wahren sich die Oberhoheit auf der Wasserstraße, versprechen aber die Lüneburger im Falle eines Krieges mit dem Lüneburger Fürsten zu beschützen. Dafür dürfen die Lüneburger keine befestigten Stapel- und Hudeplätze einrichten. Für jede Last Salz ist in Boizenburg ein Zoll von 4 Schilling lübisch zu entrichten, während auf der Rückfahrt das Handelsgut der Lüneburger zollfrei ist.
  Dieses Privileg für die Hansestadt Lüneburg berührt auch das Dorf Bennin als Schaaleanlieger. Auf dem Gebiet der heutigen Benniner Ortsteile Tüschow und Schildfeld entstehen Stauanlagen, die der Zuführung von Wasser für die Schleusung der talwärts fahrenden Boote sichern sollen. Das Privileg führt zu wechselseitigen Klagen der Magistrate von Boizenburg und Lüneburg, da die Städte sich durch Handlungen der jeweils anderen Stadt in ihren Rechten beeinträchtigt fühlten. Der Kanal wird etwa 1564 fertiggestellt. In der Zeit des Kanalbetriebs werden Anwohner zum Treideln angestellt. 

Erst 1855 verzichtet Lüneburg vollständig auf seine Rechte an der Schaalfahrt, auf die Erhebung des Schaalzolls in Kölzin und Blücher und tritt die Zollgehöfte an die großherzogliche Kammer ab und wird gleichzeitig von allen Instandhaltungspflichten entbunden. Im Jahre 1874 regelt ein Regulativ die Instandhaltung der Schaale durch die Anlieger zwischen der Schildemündung und der Mündung in die Sude.

  • 1448 Ersterwähnung von Schild(feld). Werner von Marsow, der häufig als Zeuge in Urkunden auftritt, und sein Sohn Werner auf Zahrensdorf verkaufen an Gerd Bassewitz ihre „erflyken houen und dat gantze gut, dat dat Schylt ghenomet ys, belegen tusken twen wateren, also der Doberschen [Schilde] unde der Schalen … dat horet to deme Schylde, an deme Kerspel to Grantzyn belegen, myt allem akkere buwet unde ungebuwet.“ 1538 zahlen die Benniner Landbede für die Nutzung der wüsten Felder Schilt und Tuskow (Tüschow).
  • 1453 Bennin ist im Landbederegister des Landes Boizenburg mit seiner Landbede und mit den Namen der Hufenbesitzer aufgeführt. Es zahlen
 *Gereke Wichen,
 *Cristen,
 *Holsten,
 *Linouwe,
 *Greve,
 *Hinrik Wichen,
 *Hans Henninges,	
 *Hans Berchmann,
 *Rump und 
 *Moller			je 1 M, 
 *Beneke Tamme			12 Schillinge,
 *Lutke Greben, Henneke Boddeker und Beke Drinkgerne	 
  zahlen nichts.

Die Zahlung der Landbede war eine „öffentlich-rechtliche“ Abgabe an den Landesherrn, die auch von den Bauern der geistlichen Territorien zu zahlen war.

  • 1462 Im Landbederegister findet sich der Eintrag „Bennyn in deme olden register 10 M

noch eimal „Bennyn van 14 hoven unde molen hebben nicht geven“ Nun wird erstmalig eine Mühle in Bennin genannt, 1453 bereits „Moller“.

  • 1468 „Bennyn 12 M“
  • 1473 Im Landbederegister wird „Hinrik Rumpt, burmester“ genannt. Die späteren Schulzen wurden zu dieser Zeit noch Burmester, hochdeutsch Bauermeister, genannt.
  • 1496 Das Kaiserbederegister nennt für Bennin die Namen der zahlungspflichtigen mit der Zahl der zugehörigen Personen:
    *Gercke Rump		4 Personen
    *Bertoldt Schroder	        3 P.
    *Hinrick Claver		2 P.
    *Pawel Christ		3 P.
    *Heyne Crabbe		2 P.
    *Hans Holsten		2 P.
    *Henrick Henniges	        6 P.
    *Jurgen Greven		3 P.
    *Heinrich Wychen   	       4 P.
    *Henecke Wichen	        3 P.
    *Hinrick Lutke		3 P.
    *Titke Pingh		3 P.

für die 4 fl. (Gulden) und 8 ß (Schillinge) zu zahlen sind.

Die Personenzahl beinhaltet nur die Erwachsenen, so dass die Zahl der Einwohner des Dorfes größer gewesen sein dürfte als die genannte 38 Personen. Kinder, Gesinde, und nicht Steuer zahlende Einwohner sind nicht genannt.

1503 Der Ratzeburger Bischof Johannes von Parkentin lässt die dem heiligen Dyonysos geweihte Benniner Kapelle als Filiale von Granzin erbauen.

Die Kapelle in Bennin 1998, Archiv Greve
Die Geschichte der Kapelle in Bennin aus Schlie Kunstdenkmäler ...
































3. Die nachreformatorische Zeit bis 1648

  • 1538 Doppelte Landbede zahlen:

Tho Bennyn:

Hinrich Rump 2 Mark Achim Kroger 2 M. Hans Wyche 2 M. Wylke Wyche 2 M. Arendt Arendes 2 M. Pawell Wyche 2 M. Hans Nielandt 2 M. Pawell Christh 2 M. Tytke Greve 2 M. Hinrich Hengevos modo Peter Heninges 1 M. Thies Scroder 1 M. Clawes Lutkens 1 M. Tytke Holste 8 ß Hinrich Christ 8 ß Gerike Stopell 8 ß Hans Boddiker 8 ß de Bur samptlich vor twe wuste velthmarke, de Schilt und Tuskow genannt 8 Mark. 2 Mark zahlen die Vollhüfner, 1 Mark die Halbhüfner und 8 Schillinge (1/2 Mark) die Viertelhüfner.

  • 1543 Im Amtsregister wird erstmalig die Schildmühle genannt, die anstelle der Zahrensdorfer Mühle zur Amtsmühle wurde. Vermutlich wurde die Zahrensdorfer Mühle im Zuge des Ausbaus der Schaalfahrt aufgegeben.
  • 1553 Boizenburger Amtsregister 1 oßen van Grantzin und

Bennyn Offenbar haben die Granziner und die Benniner gemeinsam einen Ochsen gegeben.

  • 1554 Im Boizenburger Amtsregister zahlen die Benniner an Ablager-Geld und Pachthaver
   * Hinrich  Wichen	18 ß (Schillinge), 8 Scheffel
   * (Pavel Wichen)	18 ß,		
   * Achim Kroger	12 ß, 8 Schfl.,
   * (Achim Koster)	 6 ß,
   * Marquart Nigelant	18 ß, 8 Schfl.    		 
   * Achim Greive    18 ß, 8 Schfl.
   * (Titteke Greve)	      8 Schfl.
   * Claves Klockman   18 ß, 8 Schfl.
   * Idel Arens	18 ß, 8 Schfl.
   * Pavel Christ	18 ß, 8 Schfl.
   * Peter Hengevos    12 ß, 4 Schfl.
   * Thies Bene(Beneke) 6 ß, 4 Schfl.
   * (Thies Bentin)       3 ß,					  
   * Hans Bolte         4 ½ ß,					  
   * Claves Iske	 4 ½ ß,				   
   * Gerke Sthopel      4 ½ ß,
   * Hinrich Christ     4 ½ ß,					  
   * (Henneke Lutekens)	      4 Schfl.

Die eingeklammerten Namen bezeichnen offenbar die Nachkommen des vorhergehend genannten Bauern. Für das Ablager (Quartiernahme des Landesherrn bei Jagden und Reisen) wurde von allen bäuerlichen Untertanen eine Abgabe in Geld oder Naturalien erhoben unabhängig davon, wo das Ablager stattfand.

In den Registern ist die Kontinuität der Familien interessant.

  • 1555 Amt Boizenburg, Ablager

Es zahlen Hinrich Wichen, Hinrich Wichen, Achim Kroger, Markus Nigelanth, Titteke Grove, Hans Klockman, Idel Arenth und Pavel Kruße jeweils 3 Schillinge und 2 Scheffel Hafer, Thes Beneke (Ties Bentin), Peter Hengevos und Henneke Luttekens jeweils 1 Schilling 6 Pfennige und 1 Scheffel Hafer, weiterhin Hans Bolthe, Claves Jeske, Gerke Sthoppel und Hinrich Christh jeweils 9 Pfennige und außer H Crist) 2 fat Hafer

  • 1560 Doppelte Landbede zahlen in Bennin:

Henrich Rump, Achim Kroiger, Hans Wiche, Claus Klockemann, Arend Arendß, Henrich Wiche, Claus Nigelanth, Paul Christh, Titke Greve jeweils 2 Mark für eine Vollhufe Peter Henningß, Merten Schroder, Claus Lutkens jeweils 1 Mark für eine Halbhufe Lutke Holste, Gereke Stoppel, Hans Boddicker, Henrich Christh jeweils 8 Schillinge für eine Viertelhufe, geben di Benyner samptlich von den wusten feldern Schilde und Tuskow 8 Mark.

  • 1565 Laut dem Amtsregister liefern die Benniner für das Ablager Hafer an das Amt.

Hinrich Wichen, Paull Wichen, Achim Kruiger, Claus Nigelant, Achim Grieve, Claus Klockeman, Arendt Arends, Paull Christ jeweils 8 Scheffel Peter Hennings, Merten Beneke, Henneke Lutke jeweils 4 Scheffel „Ablagergeldt vor 10 ½ huifen 9 fl 4 ß 6 & (Gulden, Schillinge, Pfennige), giftschape 2 (zu gebende Schafe), die pauren semptlichen von einer wusten feldtmarck 6 fl.“

  • 1565 Eine verheerende Pestepidemie entvölkert mehrere Dörfer an der unteren Schaale. Inwieweit Bennin betroffen war, geht aus der Quelle nicht hervor.
  • 1569 das Register der doppelten Landbede nennt wiederum die Namen der Abgaben zahlenden Bauern in Bennin:

Heinrich Wiche, Achim Kruiger, Hanß Wiche, Willeke Wiche, Arendt Arendes, Hanß Nigelandt, Pawel Wiche, Titke Grieve zahlen jeweils 2 Mark Paul Christ zahlt 3 M „von einer huiffen und vom kroege Peter Hennings, Tike Schroder, Claus Luidtkens, zahle jeweils 1 M für eine Halbhufe Titke Holste, Gereke Stapel, Hanß Boedicker, Henrich Christ zahlen jeweils 8 Schillinge für eine Viertelhufe. die pauren semtlichen vom felde Tüskow und zum Schilde 7 M 12 ß

  • 1570 doppelte Landbede

Die Namen weichen nur geringfügig ab. Es zahlen Heirich Wiche, Achim Kruger, Hanß Wiche, Wilke Wiche, Arendt Arendes, Hanß Neiglandt, Pawel Krist und Chim Greve jeweils 2 Mark, Pawel Wiche „von einer huefen und krueg“ 3 Mark, Peter Hennings, Ties Schroder und Claus Ludtkens jeweils 1 Mark, sowie Tidtke Holste, Gerke Stapel, Hans Bodecher und Heinrich Krist je 8 Schillinge.

  • 1570 Herzog Christoph von Mecklenburg unterbindet als Administrator des Stiftes Ratzeburg – das Bistum ist im Jahre 1554 aufgelöst und in ein evangelisches Stift umgewandelt worden – vorübergehend den Verkehr auf dem Schaalekanal durch einen übergelegten Baum, weil er im Bereich des Dorfes Bennin durch seinen Herrschaftsbereich verläuft.
  • 1573 Landbederegister

Es zahlen Hinrich Hannemann, Chim Kruger, Chim Rump, Willike Wiche, Hinrich Arendeß, Hinrich Wiche, Hanß Nielandt, Paul Christ und Achim Greve jeweils 1 Mark, Cim Rump zusätzlich 8 Schillinge „vom kruge“, Peter Henniges, Merten Kruße und Clauß Lutkens 8 Schillinge, sowie Clauß Jiseke, Chim Stapel, Hanß Bolthe und Hanß Krist je 4 Schilling, zusätzlich „die pauren semtlichen vom felde Tußkow und Schilde 3 M 14 ß.

  • 1577 Amtsregister

Es liefern Hinrich Wiche, Paul Wiche, Achim Kruger, Claus Nielandt, Achim Greve, Clauß Klockman, Arendt Arendes und Paul Christ je 8 Scheffel, sowie Valentin Henniges, Merten Kruße und Hehnneke Lutkens je 4 Scheffel Hafer. „Ablagergeldt für 10 ½ huefen 9 fl 4 ß 6 & (Gulden, Schillinge, Pfennige), giftochse siehe Grantzin giftscheffe 2. Die paurn semptlichen von einer wusten feldtmarke 6 fl.“

  • 1579 Kirchenhebung

Im Kirchspiel Granzin geben die „hufener ½ Scheffel rogken und der kotener 1 fass“. Aus Bennin erhält der Pfarrer 7 Scheffel Roggen. „vom hofe tußkow hat er nichts zu heben, sondern Jochim Czule gibt ihm nach seinem guten willen. Da soll ehzeits ein dorff gelegen sein, den meisten acker davon haben die Beninschen zur pacht. „ Die Bodener geben dem Küster“ jeder halben Schffl. rogken und einen halben schffl. habern“

  • 1584 Doppelte Landbede

Es zahlen Chim Hannemann, Chim Kroger, Chim Rumpf, Clauß Wiche, Heinrich Arents, Heinrich Wiche,, Clauß Nielandt,Pawel Christ und Chim Greve jeweils 1 Gulden und 8 Schillinge, dazu Chim Rumpf „vom kroge“ 16 Schillinge, die Halbhüfner Harmen Wich, Clauß Schmit und Clauß Luetkenß je 8 ß, letzterer „idem vom schmideambt“ 8 ß, der koster vom schneiderambt 4 ß, Chim Schroder vom hagkwerke 4 ß. (Hackamt Bozenburg ist das Amt der Kaufleute, somit hat Chim Schroder offenbar als Kaufmann gehandelt). Chim Greßmann wird als „muller aufm Schilde“ genannt

  • 1587 in einer von Daniel Freese im Auftrage des Lüneburger Rates gezeichneten bildhaften Karte ist das Dorf Bennin mit einigen Häusern dargestellt, auch die Brücke über die Schaale bei Bennin, die Schildmühle, die Walckmühle beim Karrentin, das Gut Tüschow mit einem Herrenhaus und die Schäferei Vietow (Fincow) sind zu sehen, ebenso auch Holzstapel an der Schaale oberhalb der Schildemündung.


  • 1590 Kirchenhebung

„Bennin, gibt iglicher ½ Schffl. Rogken“ Chim Rump, schultze, Ties Beneke, Chim Havemann, Jochim Wyche, Achim Kruger, Peter Hennings, Claws Nielandt, Tidtke Greve, Hans Wyche, Hinrich Arens, Claws Ludtkens, Claws Christ, Kossaten Hans Bolte, Jochim Gißeke, Jochim Schloppel, Hinrich Christ, Bodener Peter Luberts 2 ß, Jochim Bullups 2 ß, Hinrich Klockeman, Jochim Klockman, Jochim Hagemann, Gereke Rump,



  • 1598 Kirchenhebung

Hinrich Rump, Matthias Beneke, Achim Hamman, Achim Wiche, Achim Kroger, Peter Hennings, Claus Nielandt, Titke Greve, Hans Wiche, Hans Arends, Claus Luetke, Achim Christ“ je ½ Schffl. rogken

die Koeter 1 vatt: Hans Bolte, Chim Jyßeke, Chim Stoppel, Hinrich Christ,


„bödener geben 2 ß vor den rogken“: Peter Lubbert, Jochim Arneke, Hinrich Suelstorp, Gerke Rump, Claus Christ, Jurgen Gruttmaker auf Tuskow“

anderes Verzeichnis des Küsters die hovesteden: Chim Rump, der schultze, Ties Beneke, Chim Hannemann, Chim Wiche, Chim Kroger, Peter Henninges, Clawes Nielandt, Tiecke Greve, Hans Wiche, Hans Arndes, Clawes Luitken, Clawes Krist, je „½ Schffl. rogken“ und „½ Schffl. habern“

die katesteden: Peter Lubberdt, Chim Jisseke, Chim Stoppell, Hinrick Krist, Gercke Rump, je 1 Schillling


Bei diesem Register ist auffällig, dass nun wie erstmalig 1590 Chim Rump als Schultze genannt wird. Die Namen der beiden Verzeichnisse weichen teilweise voneinander ab, da sie zum Einen vom Pfarrer und zum Anderen vom Küster verfasst sind. Insbesondere fällt auf das Peter Lubbert und Gerke Rump einmal als Köter und dann als Bodener (Büdner) genannt werden. Einige Namen werden erstmals genannt, wie Arneke, Suelstorp und Gruttmaker, dieser in Tüschow.

In der Tabelle wird deutlich, dass einige Namen wie Rump, Wich, Christ, Greve und Hennings seit 1453/1496 bis 1598 durchgängig vorhanden waren. Andere wie Lutkens, Nieland und Arends kommen wenig später hinzu, bleiben aber, während wieder andere nur vorübergenhend vorhanden sind. Teilweise erscheinen sie später wieder, wie Schröder, Klockmann, Kruse und Beneke.

vor 1600

Grundriss des von Engel in Ramm bei Lübtheen ausgegrabenen Vorläufers des Hallenhauses, nach Baumgarten, Archiv Greve

Nach Baumgarten ist das in den 1950er Jahren abgebrochene alte niederdeutsche Hallenhaus der Hufe 10 mit dem sogenannten „Boizenburger Gefüge“ noch vor 1600 erbaut worden. Es wies zwar an seinem Torgiebel die Jahreszahl 1709 auf. Das von Baumgarten erkannte Gefüge deutet jedoch auf ein etwa 120 Jahre älteres Baujahr hin. Im ausgehenden 16. Jahrhundert entwickelte sich erst die spätere Form des niederdeutschen Hallenhauses, das lange Zeit als Niedersachsenhaus oder Altsächsisches Haus bezeichnet wurde. Im Bereich der Nordseeküste in Butjadingen und auch an Dorfwüstungen in Mecklenburg (Ramm bei Lübtheen, Hungerstorf bei Grevesnühlen) weisen sie noch sehr einfache hallenartige Hausgrundrisse auf. Mit dem Boizenburger Gefüge sind u.a. die Häuser der Hufen 13 (1632, jetzt von Walsleben) und 14 (ehemals Hinzmann) in Groß Bengerstorf errichtet worden.


Grundriss des von Engel ausgegrabenen Rammer Hauses nach Baumgarten:

Hallenhaus der Hufe 10 in Bennin , nach Baumgarten, Archiv Greve

Bennin, Hallenhaus der Hufe 10 (letzter Besitzer Struckmann)


Bennin Hufe 10 Text nach Baumgarten.jpg
        Fach als Butze genutzt. Abgesehen von diesen Wohnnischen besaß                                   das Haus Bennin – bereits seit seiner Errichtung – als weiteren                                
         eine Stube, allerdings nicht die dort zuletzt angetroffene. Nach                                         Ausweis des alten Rähmendes muß das Kammerfach zunächst                                               beträchtlich schmaler gewesen sein.Dieser Stube zur Seite ist -  
         wie in jüngerer Zeit – eine Kammer anzunehmen.  …                                                                                                 

Vermutlich aus dieser Zeit stammt auch das noch bewohnte Hallenhaus der Hufe 14 (ehemals Garber, jetzt Nikolaus/Pettera).


Bennin, Hufe 14

1604 tritt die Pest wieder in Mecklenburg auf (nach Klaus Finck)

1618 bis 1648 überzieht der Dreißigjährige Krieg das Deutsche Reich, auch Mecklenburg und führt zu großen Verlusten an Menschenleben und Schäden in Dörfern und Städten.

1620 anlässlich einer Kirchenvisitation beklagt sich der Granziner Pfarrer Jonas Angelus den schlechten Besuch der Gottesdienste in Bennin. Die Kapelle und der Glockenturm seien in schlechtem baulichen Zustand. Die Benniner beherrschten den Katechismus nur sehr mäßig. Die Kapelle verfüge nicht über eigene Einnahmen aus Abgaben. Reparaturen wären nur durch Sammlung von Geldern und Materialien bei den Gemeindegliedern möglich. Als Kirchenjuraten nennt er Thies Benecke und Hans Arens. Der Gottesdienst finde nur alle 3 Monate statt. (nach Klaus Finck)

1640 Tabelle nach der Amtsbeschreibung für das Amt Boizenburg

Dorf Hüfner 1618 Kossaten 1618 Kiffner 1618 Hüfner 1640 Kossaten 1640 Kiffner 1640 Zerstörte Gebäude Bickhusen 7 1 3 3 - - 8 Nostorf 7 2 4 6 - - 5 Zweedorf 13 4 4 7 - - 9 Lüttenmark 9 1 1 5 - 1 7 Granzin, dom. ritterschaftlich 6

 5 	  4  

18 -

-	  3
 - 	  1 
 - 	  -
 - 	ca. 6

ca.23 Greven 9 3 1 6 3 - 6 Tessin 11 1 1 4 - - 2 Gr.Bengerstorf 11 2 - 11 - - 1 Kl.Bengerstorf 9 3 2 8 2 - 4 Bretzin 9 - - 4 - - 5 Bandekow 9 - - 4 - - 26 Gülze 21 6 - 14 - - 9 Besitz 18 4 - 8 1 - 8 Gothmann - 16 - - 9 - 1

Die Tabelle stellt zur Verdeutlichung der Kriegsschäden die Stellenbesetzung in den Dörfern des Amtes für die Jahre 1618 und 1640 dar. Da Bennin seinerzeit nicht zum Amt Boizenburg gehörte, ist das Dorf nicht genannt. Die Verhältnisse dürften aber übertragbar sein. Eine Kirchenvisitation im Jahre 1641 sagt aus, dass in Bennin 4 Hufen, eine Kossatenstelle und eine Büdnerstelle wüst lägen. Eine im Jahre 1635 vom Stift Ratzeburg nach Bennin gesandte Kommission fand ein von seinen Bewohnern verlassenes Dorf vor.

1648 In Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen, der den Dreißigjährigen Krieg beendet. Ein Ergebnis dieser Friedensverhandlungen war es, dass das Stift Ratzeburg, das frühere Bistum, aufgelöst wurde und das Stiftsland als Fürstentum Ratzeburg dem Herzogtum Mecklenburg als Entschädigung für die dem Königreich Schweden zugesprochenen Landesteile und Rechte (Stadt Wismar, Ämter Poel und Neukloster und Nutzung des Warnemünder Zolls) zugesprochen wurde. Dadurch wurde Bennin Bestandteil des Domaniums (herzoglicher Besitz), blieb aber im Fürstentum Ratzeburg, speziell im Amt Schlagsdorf.