Bedeutende Friedländer

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Version vom 26. April 2019, 20:46 Uhr von Windfluechtermv (Diskussion | Beiträge) (Bandelow, Erich (Albert Fritz) - Pädagoge, Organist, Kantor)

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Inhaltsverzeichnis

Bandelow, Erich (Albert Fritz) - Pädagoge, Organist, Kantor

geb. 25.12.1891 (Burg) Stargard, gest. 10.8.1978 Berlin

Schule in Stargard; 1906-1912 Ausbildung am Lehrerseminar Mirow; Lehrer in Carlow im Fürstentum Ratzeburg; musikalisch begabt; bildete sich im Orgelspiel bei Kirchenmusikdirektor Karl Lichtwark in der Marienkirche Lübeck weiter; 1914 Lehrer in Friedland, auch Organist an der Nikolaikirche, 1927-1945 an der Marienkirche Friedland; leitete während dieser Zeit die Kulturgemeinde, organisierte Theaterfahrten nach Neustrelitz, schuf den Theaterring, organisierte Konzerte und Dichterlesungen; 1945 Entlassung aus dem Schuldienst; Juli bis September 1945 im Internierungslager Fünfeichen; organisierte 1949 ein Kirchenmusik- und 1950 ein Bachfest; 1950 Kantor; bis 1950 privater Klavierlehrer und Hilfsarbeiter in einer Schlosserei; 1950-1957 wieder im Schuldienst in Friedland; Umzug nach Berlin; 1925 Mitglied des Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde; »Festbuch zur 43. Hauptversammlung des Mecklb.-Strl. Landeslehrervereins Friedland, 23. und 24. September 1924« (1924).

Bartke, Martin (auch: Bartcke) - Pädagoge

geb. ?.10.1559 Köslin (Pommern; Koszalin/Polen) gest. 7.6.1623 Greifswald

Privatunterricht; Schule in Stargard (Pommern), Stettin, Kolberg und Stralsund; 1583-1590 Theologieund Philosophiestudium in Rostock; 1598-1623 Rektor der Schule in Friedland; 1598 Archidiakon an der Nikolaikirche Greifswald; 1599 Magister an der Universität Greifswald; Bildnis in der Nikolaikirche Greifswald; »Kurtze und Einfaltige Erklerung der Wort Und ich sahe einen Engel fliegen mitten dürch den Himmel« (1618).

Baumann, David - Orgelbauer

geb. ? gest. nach 1746

Vater: David B., Orgelbauer Wirkte in der ersten Hälfte des 18. Jh. in der Mark Brandenburg und in Mecklenburg; ließ sich zunächst in Friedland nieder, später in Altkalen; 1713 Umbau der Orgel in Wusterhausen (Dosse); die wenigen erhaltenen Instrumente deuten auf ein hohes handwerkliches und künstlerisches Können hin, sind auf Grund baulicher Besonderheiten jedoch bisher keiner bestimmten Schule zuzuordnen; sicher belegt sind Orgelneubauten: 1725 Heiligengrabe, 1728 Kirch-Grubenhagen (nicht erhalten), 1739 Gnoien (Stadtkirche), 1742 Neukalen (Stadtkirche), 1743 Tessin (nicht erhalten) und 1746 Friedland (Marienkirche; gemeinsam mit Christian Gottlieb Richter, Demmin); Orgelreparaturen: 1716 Werben (Altmark), 1731 Schlosskirche Schwerin sowie 1731 und 1737 Dom Schwerin.

Berlin, Jacob (Ernst Friedrich) von - Gutsbesitzer, Bürgermeister

geb. 4.8.1741 Friedland gest. 5.3.1806 Liepen (Mecklenburg-Strelitz)

Vater: Johann Friedrich B., Senator Gutsbesitzer auf Tellow, Liepen, Groß Wüstenfelde und Schlakendorf; Bürgermeister in Friedland; Herzoglich mecklenburg-strelitzscher Hofrat; am 7. März 1803 in den erblichen Reichsadelsstand erhoben, machte aber anscheinend keinen Gebrauch davon; sein Sohn Georg Ludwig und sein Schwiegersohn Friedrich Uterhardt waren ebenfalls Bürgermeister in Friedland; ein Sohn war ein Studienkollege Johann Heinrich von Thünens und seine Tochter Helene wurde dessen Ehefrau; »Kurze Prüfung der Gedanken eines Ungenannten über die Kornausfuhr von Mecklenburg« (1792).

Berlin, (Carl) Ludwig (Friedrich) - Jurist

geb. 6.2.1800 Friedland gest. 10.12.1875 Friedland

Vater: Georg Ludwig B., Jurist, Bürgermeister 1818 Jurastudium in Jena; Mitglied der Urburschenschaft Jena und Teilnehmer an der letzten Ausschusssitzung; 1824 Syndikus und Stadtsekretär, 1850-1874 Bürgermeister in Friedland; Geheimer Hofrat.

Berlin, Rudolf (August Johann Ludwig Wilhelm) - Mediziner

geb. 2.5.1833 Friedland gest. 12.9.1897 Stachelberg (Kanton Glarus/Schweiz) begr. Rostock

Vater: August B., Mediziner Gymnasium in Friedland; 1853 Medizinstudium in Göttingen, Würzburg, Erlangen und Berlin (Augenheilkunde bei Albrecht von Gräfe); 1858 Promotion in Erlangen; Assistent an der Privat- Augenanstalt von Alexander Pagenstecher in Wiesbaden und an der Chirurgischen Universitätsklinik in Tübingen; 1861 Augenarzt in Stuttgart, gründete dort eine Augenklinik; 1870 Habilitation in Stuttgart; 1875 Professor der Vergleichenden Augenheilkunde an der Tierärztlichen Hochschule Stuttgart; 1889 ordentlicher Professor der Augenheilkunde in Rostock; 1895 Dekan der Medizinischen Fakultät; 1897 Wahl zum Rektor; auf seine Veranlassung wurde die Rostocker Universitätsklinik gebaut; Mitglied des Vereins für Rostocks Altertümer; Mitautor des »Handbuchs der gesamten Augenheilkunde« (1880); Herausgeber der »Zeitschrift für vergleichende Augenheilkunde« (1882 ff.); starb im Amt als Rektor während eines Kuraufenthaltes in der Schweiz; Grabmal im Lindenpark in Rostock; Ölporträt mit Rektorkette (Paul Moennich 1898) in der Gemäldesammlung der Universität.

Beyer, Karl (Hans Fritz August) - Pädagoge

geb. 22.10.1880 Schwerin gest. 13.5.1974 Frankfurt (Main)

Vater: Carl (August Friedrich Albert) B., Theologe, (niederdeutscher) Schriftsteller Gymnasium Fridericianum Doberan; 1900 Geschichts-, Germanistik- und Philosophiestudium in Tübingen; 1910 Promotion in Rostock; Hauslehrer in Vorpommern und Mecklenburg; Leutnant im Ersten Weltkrieg; 1919-1945 Lehrer für Deutsch, Geschichte und Physik am Gymnasium in Friedland; Studienrat; dreimonatige Haft im Internierungslager Fünfeichen bei Neubrandenburg; ging 1949 in die BRD; Mitglied einer Freimaurerloge; 1925 Mitglied des Mecklenburg- Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde; 1928 gemeinsam mit Hermann Wiechmann Gründer des Heimatmuseums in Friedland und Festredner bei der Eröffnung; »Aus dem Leben des Amtmanns Christian Rosenow (Familie Rosenow-Sternberg). Eine kulturhistorische Skizze aus der Geschichte des Amtes Doberan während der Jahre 1666-1687« (1908/09); »Mecklenburgs Lage im brandenburgischschwedischen Kriege während der Jahre 1675- 1677« (Diss., 1910); »Vorgeschichte der Umgegend Friedlands« in »Mecklenburg-Strelitzer Heimatblätter« (1930); »Rings um die Stadt in Vergangenheit und Gegenwart« in »Friedland in Mecklenburg« (1931).

Biese, Franz (Carl) - Philologe, Philosoph, Pädagoge

geb. 11.5.1803 Friedland gest. 19.4.1895 Putbus

Vater: Erdmann Johann Georg B., Stadtmusikus, Organist Gymnasium in Friedland; 1822 Philologie- und Philosophiestudium in Berlin und Halle; 1829-1936 Lehrer am Joachimthalschen Gymnasium Berlin; 1936 von Kaiser Friedrich Wilhelm III. zum Professor ernannt; 1836 Mitbegründer des Königlichen Pädagogiums Putbus; dort 1836-1878 Oberlehrer für alte Sprachen, deutsche Literatur und Philosophie; Aristoteles-Forscher; mit Alexander von Humboldt befreundet; 1859 Dr. h. c. der Universität Greifswald; 1878 Ruhestand; »Philosophie des Aristoteles« (2 Bde.; 1835, 1842); »Philosophische Propädeutik für Gymnasien und höhere Lehranstalten« (1845); »Handbuch der Geschichte der deutschen National-Literatur für Gymnasien und höhere Bildungsanstalten« (2 Bde.; 1846, 1848)

Binder, Georg Christoph Wilhelm - Jurist

geb. 18.3.1768 Friedland gest. 17.2.1846 Neubrandenburg

Vater: Christian Heinrich B., Kaufmann Gymnasium in Friedland; Jurastudium und 1791 Promotion in Göttingen; Advokat in Neubrandenburg; Großherzoglich mecklenburg-strelitzscher Hofrat; »De renunciatione privilegiorium« (Diss., 1791); »Neue Verfassung und einige ältere Urkunden der Vorderstadt Neubrandenburg« (1832).

Blanck, Karl (Pseud.: Bruno Tellheim) - Schriftsteller

geb. 12.2.1862 Friedland gest. 21.2.1895 Friedland

Vater: Kaufmann Gymnasium in Friedland; 1879-1882 Buchhändlerlehre in Clausthal im Harz; 1883-1888 Buchhändler in Leipzig und Dresden; zog sich ins Elternhaus nach Friedland zurück und widmete sich der Literatur; Gedichtsammlungen: »Tutti frutti« (1885), »Silhouetten« (1888) und »Gedichte« (1895).

Brunn, Adolph Friedrich - Veterinärmediziner

geb. 18.4.1788 Friedland gest. 30.10.1870 Friedland

Vater: Christian B., Schmied Huf- und Waffenschmiede-Altermann, Tierarzt und Hospitalprovisor in Friedland; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815, Mitglied der Strelitzer C-Husaren; Freund von Heinrich Riemann; führte 1848 in Friedland eine Reiterschwadron der Bürgerwehr an; stellte auf der örtlichen Gewerbeausstellung in Friedland 1858 einen verbesserten Erntewagen und einen Kartoffelpflanzer aus und erhielt einen Preis für seinen ausgestellten cochinchinesischen Hahn; »Über die Zucht der Pferde. Eine Anleitung zur Beförderung und Verbesserung der Pferdezucht bei Gemeinheits- Ackerwirthschaften, besonders in den Ackerbau treibenden Städten und in den von Bauern bewohnten Dörfern der Großherzogthümer Mecklenburg« (1824); »Praktische Hufbeschlagskunde, oder: Unterricht über die Behandlung und den Beschlag gesunder und fehlerhafter Hufe der Pferde, so wie auch über die an den Füßen vorkommenden Krankheiten und deren Heilung. Zum Selbstunterricht für Pferdebesitzer, Stadt- und Dorfschmiede« (1825); »Chronik des Bürger-Hospitals zu Friedland in Mecklenburg- Strelitz« (1868); literarische Gestalt als de Dokter Brunn in Fritz Reuters Läuschen »En lütt Verseihn«.

Clandrian, Daniel - Jurist, Bürgermeister

geb. 1549 Friedland gest. 1609 Güstrow

Vater: Laurentius C., Ratsherr 1574 Kirchenvisitations-Notar und Domkirchen- Provisor in Güstrow; 1591 Senator, 1592-1609 Bürgermeister in Güstrow.

Conrad, Christian (auch: Conradt) - Dichter, Kantor

geb. ? gest. 1638 Friedland

1628 Kantor an der Gelehrtenschule in Friedland; 1629 Konrektor; führte von 1632-1638 ein Tagebuch in Form lateinischer und deutscher Gedichte.

Feldt, Auguste - Pädagogin, Dichterin

geb. 18.3.1831 Berlin gest. ?

Vater: Königlicher Rechnungsrat Leitete 1859-1881 eine Privattöchterschule in Friedland; 1885 Vorsteherin eines Töchterpensionats in Feldberg und seit 1887 in Prenzlau; »Werte für junge Mädchen« (1876; Gedichte).

Funk, Adolf - Pädagoge

geb. 8.11.1811 Neubrandenburg gest. 22.4.1895 Friedland

Vater: Johann F., Jurist Gymnasium in Neubrandenburg; Philologiestudium in Berlin und Rostock; 1838 Probejahr an der Friedländer Gelehrtenschule; 1839 Sub- und 1858 Prorektor der Schule; 1882 Gymnasialprofessor; 1886 Pensionierung; Ehrenbürger von Friedland; »Wie sind die lateinischen Participia deutsch zu übersetzen?« (1848); »Rede bei der Feier des 50-jährigen Bestehens des Friedländischen Turnplatzes« (1866); »Auf Homer Bezügliches« (1871).

Gentzen, Johann Friedrich (Gustav) - Pädagoge, Redakteur, Bibliothekar

geb. 24.3.1796 Friedland gest. 16.4.1871 Neustrelitz

Vater: Zimmermann Gelehrtenschule Friedland; 1815 Theologiestudium in Berlin, Jena und Kiel; Mitglied der Jenaer Urburschenschaft; 1817 Vorsteher und Teilnehmer am Wartburgfest; Hauslehrer; Lehrer in Eutin; 1826 Kollaborator am Gymnasium Carolinum Neustrelitz; 1827-1833 Erster Lehrer an der Elementarschule, 1833 an der Realschule Neustrelitz; musste später sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen; enger Freund von Franz Boll (1805- 1875); Redakteur des »Großherzoglich-Mecklenburg- Strelitzschen offiziellen Anzeigers« (1840 ff.) und der »Neustrelitzer Zeitung« (1849 ff.); 1842-1869 Leiter der Großherzoglichen Bibliothek, des Münzkabinetts und der Altertümersammlung in Neustrelitz; 1842- 1853 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde; Nachlass im Landeshauptarchiv Schwerin; »Verzeichniß derjenigen Gegenstände, um welche das Georgium und das Großherzoglich numismatische Cabinet in dem Jahre von Michaelis 1842 bis dahin 1843 vermehrt worden sind, mit Angabe ihrer Fundörter und der gütigen Einsender« (1843); »Zweites Verzeichniß der Erwerbungen für die Sammlung heimathlicher Alterthümer und das Münzcabinet in dem Zeitraum von Michaelis 1843 bis zum Ende des Jahres 1844« (1844); »Die obotritischen Götzen« in »Wochenblatt für Mecklenburg-Strelitz« (1850).

Göden, Hans Adolph - Mediziner

geb. 14.5.1785 Friedland gest. 14.11.1826 Friedland

Vater: Hans Adolph G., Ratsherr Stadtschule Friedland; Medizinstudium in Göttingen und Berlin; 1806 Promotion; praktischer Arzt in Friedland, später in Dargun; 1812 Privatdozent in Berlin; 1813 Lazarettarzt in Gumbinnen; 1814- 1818 praktischer Arzt und Physikus in Bunzlau und Löwenberg in Schlesien; kam 1818 wieder nach Friedland; »Von der Arzneykraft der Phosphorsäure gegen den ansteckenden Typhus« (1815); »Von dem Wesen und den Heilmethoden des Scharlach-Fiebers« (1822); »Von dem Delirium Tremens« (1825).

Goeden, (Friedrich Carl) Ludwig - Mediziner

geb. 18.6.1784 Friedland gest. 15.3.1854 Friedland

Vater: Adolf Carl Ludwig G., Theologe 1805 Promotion in Jena; 1805-1854 praktischer Arzt in Friedland; Stadtphysikus.

Haberland, Georg - Gutsbesitzer

geb. 1783 Friedland gest. 21.6.1839 Matzdorf

Pferdehändler; erwarb 1834 das Rittergut Matzdorf; bekannt für seine Rohheit und Unsittlichkeit; behielt auch nach der offiziellen Aufhebung der Leibeigenschaft 1821 die mittelalterlichen Sitten bei; hatte seinem Inspektor Buschbeck den Lohn nicht gezahlt, dieser hieb daraufhin auf den Gutsbesitzer ein und wiegelte die Tagelöhner auf, welche ihren Herrn erschlugen; Buschbeck wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, der er sich aber entzog, indem er sich erhängte; literarische Gestalt in Helmut Sakowskis Trilogie »Die Schwäne von Klevenow« (1993), »Schwarze Hochzeit auf Klevenow« (1994) und »Das Erbe von Klevenow« (2000).

Heinrichs, Johann Carl (Conrad) - Theologe, Pädagoge

geb. 20.7.1793 Friedland gest. 19.4.1855 Friedland

Vater: Seilermeister Besuch der Gelehrtenschule Friedland; 1812 Studium in Berlin bei Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815, Mitglied des Lützowschen Freikorps; Vertrauter Friedrich Ludwig Jahns, der ihm auf seinem Krankenbett seine Wehrsprüche diktierte, 1814/15 Theologiestudium in Jena; Mitbegründer der Urburschenschaft; Freund von Heinrich Arminius Riemann; Abfassung der Konstitution der Burschenschaft war hauptsächlich sein Werk; 1815/16 Studium in Berlin; 1816/17 Hauslehrer bei Jacob Berlin in Friedland; 1817 Prorektor, 1818 Konrektor am Gymnasium Friedland; 1819 Pastor an der Nikolaikirche Friedland; 1839 Präpositus; Freundschaft mit Friedrich Ludwig Jahn; Eduard Dürre, ein Vertrauter Jahns und Förderer des Turnwesens in Friedland, war häufig sein Gast; Heinrich Arminius Riemann berichtete in der »Chronik der Stadt Friedland 1839 bis 1870« (2000) über seinen Tod.

Helwig, Andreas (auch: Helwigius, Helvig, Helwich, Helvicus) - Philologe, Pädagoge

geb. 1572 Friedland gest. 19.11.1643 Stralsund

Schulen in Friedland, Anklam und Stralsund; Studium in Rostock und Frankfurt (Oder); Konrektor in Salzwedel, Friedland und an der Stadtschule Greifswald; 1599 Promotion in Greifswald; 1601 als Rektor nach Demmin und 1608 nach Braunschweig berufen, aber die Universität Greifswald ließ ihn nicht gehen; 1614 von Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg als Professor der Poesie nach Rostock berufen; 1615-1643 Rektor des Gymnasiums Stralsund; beschäftigte sich mit der Chronologie; beherrschte die Poesie und Etymologie der hebräischen, griechischen und lateinischen Sprache; »Origines dictionum germanicarum« (1610); »Anti- Christus Romanus« (1612); »Epos eisodion. Carmen de homine Christiano« (1614).

Horn, Carl (Otto Albert) - Theologe, Pädagoge

geb. 12.6.1794 Neustrelitz gest. 8.4.1879 Neubrandenburg begr. Badresch

Vater: Adolf (Albert August) H., Jurist, Archivar Bruder: (Johann Heinrich) Friedrich H., Archivar Gymnasium in Neustrelitz; hielt als Primus am 16. Oktober 1811 die Dankesrede an Herzog Carl von Mecklenburg-Strelitz für die Verleihung des Namens Gymnasium Carolinum; 1812 Theologiestudium in Jena; gehörte der Landsmannschaft Vandalia an; schloss hier lebenslange Freundschaft mit Heinrich Arminius Riemann; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815, Mitglied des Lützowschen Freikorps; kehrte 1815 nach Jena zurück; proklamierte am 12. Juni 1815 auf dem Markt in Jena die Burschenschaft und war ihr Erster Sprecher; pflanzte im Januar 1816 zur Friedensfeier »als Denkmal der erkämpften deutschen Freiheit und der neu aufgeblühten Manneskraft« eine Eiche auf dem Brandplatz in Jena; nach dem Studium Hauslehrer; 1819-1826 Prorektor am Gymnasium in Friedland, 1825 Turnwart; Lehrer von Fritz Reuter; 1826-1874 Pastor in Badresch (Mecklenburg- Strelitz); 1869 Kirchenrat; seit 1874 im Ruhestand in Neubrandenburg; Festredner 1858 bei der 300-Jahrfeier der Universität Jena und 1865 bei der 50-Jahrfeier der Burschenschaft Jena; »Eine Ansprache an die Festgenossen auf dem Eichplatz zu Jena den 15. August 1865« (1865); »Rede zum Gedächtnis des Vize-Landmarschalls Ad. Fr. C. von Oertzen auf Rattey« (1867); Reliefbild am Burschenschaftsdenkmal in Jena.

Kerkow, Karl Friedrich (Pseud.: Alfredo, Hálasz Lörincz, Parvulus Mastix, Berndin Prinz, C. Spielmann) - Schriftsteller

geb. 17.12.1828 Friedland gest. 16.3.1909 Friedland

Vater: Johann Friedrich Carl K., Kaufmann, Ratsherr Schwester: (Wilhelmine Alwine) Elise Auguste Mews, Schriftstellerin Zog nach der Schulzeit und einem zweijährigen Medizinstudium als Kunstreiter mit einer Wanderschauspiel- und Zirkustruppe umher; kehrte auf das elterliche Landgut in Friedland zurück und begann seine literarische Tätigkeit; lebte seit den 1890er Jahren in Neustrelitz, ab 1900 in Stargard; »Ismael. Gauklerroman« (1862); »Alt-Mecklenburg und das Heute. Sozialpolitische Aphorismen« (1866); »Der Rothe Büchmann. Classische Citate mit sozialdemokratischen, christlich-sozialen und Centrummistischen. Nebst verschiedenen und vielen anderen Extempore’s« (1879; unter seinem Pseudonym Parvulus Mastix); »Schloß Brandt. Norddeutsche Edelhofgeschichte« (1862); unter seinem Pseudonym C. Spielmann erschienen die Kochbücher » Nach dem Diner. Junggesellen-Plaudereien« (1874) und »Gastronomisches Allerlei« (1876).

Köppler, Roland (Ernst Rudolph Carl) - Mediziner

geb. 25.12.1881 Friedland gest. ?.9.1945 Friedland

Vater: Medizinalrat Gymnasium in Friedland; Medizinstudium in Marburg, Rostock, Freiburg (Breisgau) und Kiel; 1907 Promotion in Rostock; bis 1908 Assistenzarzt am Freimaurerkrankenhaus Hamburg und am Wöchnerinnenheim in Stuttgart; praktischer Arzt in Friedland.

Kollhof, Eduard (auch: Kollhoff) - Pädagoge

geb. 1810 Friedland gest. ?

Vater: Theologe Gymnasium in Friedland; Philosophie- und Philologiestudium in Halle und München; 1828 Mitglied der Burschenschaft Alte Germania Halle und 1829 der Germania München; ab 1832 Lehrer am Bunsenschen Institut in Frankfurt (Main); Teilnahme am Frankfurter Wachensturm 1833; Flucht nach Lyon und steckbrieflich gesucht; weiterer Verbleib unbekannt.

Krüger, (Sophie Dorothea) Friederike(gen.: Auguste K.; verh.: Köhler) - Soldatin

geb. 4.10.1789 Friedland gest. 31.5.1848 Templin

Vater: Landarbeiter Erlernte das Lesen in der Klippschule in Friedland, das Schreiben später allein; vom 18. bis 22. Lebensjahr Dienstmädchen in Friedland; führte nach dem Tod ihrer Mutter die häusliche Wirtschaft; erlernte mit 23 Jahren in Anklam die Schneiderei, fertigte sich Männerkleider an, schnitt sich die Haare ab und meldete sich 1813 als Freiwilliger zur Armee; Teilnehmerin der Befreiungskriege 1813-1815; als August Lübeck im Kolbergschen Infanterie- Regiment Graf Gneisenau, deshalb später auch Auguste genannt; nahm als einfacher Soldat an den Schlachten von Großbeeren und Dennewitz teil; nach der Schlacht bei Möckern zum Unteroffizier befördert; Eisernes Kreuz, Kriegsgedenkmünze und Russischer St. Georg-Orden; nach Entlassung aus der Armee Jahresrente des Königs von Preußen (72 Taler) und des Großherzogs Carl von Mecklenburg-Strelitz (50 Taler); heiratete 1816 den Ulanenunteroffizier Carl Köhler (später Ober-Steuerkontrolleur in Lychen); als Heldenmädchen und mecklenburgische Freiheitskämpferin bekannt; Grab auf dem St.-Georg- Friedhof Templin.

Langbein, Gustav - Theologe, Pädagoge

geb. 16.4.1833 Friedland gest. ? Friedland

Vater: Wilhelm (Ernst Christian) L., Theologe, Pädagoge Bruder: Curt L., Theodor, Pädagoge 1842-1852 Bürgerschule und Gymnasium in Friedland; 1852-1855 Studium in Erlangen und Berlin; 1856 Hauslehrer in Damerow (Pommern); 1856 Hilfslehrer, 1862 Rektor der Bürgerschule und Höheren Töchterschule in Friedland; 1865 Rektor der Höheren Töchterschule in Neustrelitz; 1870 Pastor in Weitin; 1877 Konsistorialrat, 1886 Hofprediger und Superintendent, 1895 Oberhofprediger in Neustrelitz, 1904 pensioniert; zog nach Friedland zurück.

Leuschner, (Christian Ehregott) Carl - Theologe, Pädagoge

geb. 7.2.1787 Collmen (Sachsen) gest. 19.1.1862 Roga

Vater: Carl Gottlob L., Pädagoge Fürstenschule in Grimma; 1804-1808 Studium in Leipzig; 1808-1818 Lehrer, dann Prorektor an der Gelehrtenschule in Friedland; Begründer des Friedländer Turnens; auf seine Initiative wurde 1814 der Friedländer Turnplatz eingeweiht, dem er bis 1818 als Turnwart vorstand; 1818-1862 Pastor in Roga und Bassow; 1860 Kirchenrat; 1858 Ehrenbürger der Stadt Friedland; 1879 Errichtung eines Denkmals mit Inschrift auf dem Friedländer Turnplatz; legte über die Entwicklung des Turnens in Friedland ein Turnalbum an (im Museum Friedland aufbewahrt).

Masch, Andreas Gottlieb (d. J.) - Jurist

geb. 21.6.1752 Beseritz gest. 31.3.1832 Mirow

Vater: Andreas Gottlieb M. (d. Ä.), Theologe Bruder: Friedrich (Ludwig Christian) M., Theologe Pädagogium Halle; Jurastudium in Halle und Göttingen; 1775 Advokat und Prokurator in der Justizkanzlei Neustrelitz; Amtsverwalter beim Amtsgericht Mirow; Steuer- und Kontributionseinnehmer; 1821-1829 Justizbeamter; »Ein Wendisches Grabmal auf der Neubrandenburgischen Feldmark« (1780), »Jubelprediger im mecklenburg-strelitzer Land« (1792) und »Zur Geschichte der Stadt Friedland« (1792/93) in »Nützliche Beyträge zu den Neuen Strelitzschen Anzeigen«; »Nähere Nachricht von dem ehemaligen Küster Trump zu Ivenack« in »Freimüthiges Abendblatt« (1826).

Mayer, Achim - Theologe

geb. 13.10.1825 Schlagsdorf (Nordwestmecklenburg) gest. 28.10.1905 Friedland

Vater: Landwirt Lehrerbildung in Mirow; Theologiestudium in Berlin; Hauslehrer; 1870 Adjunkt des Kirchenrates Heinrich Arminius Riemann; 1873 Pastor an der Marienkirche Friedland; seine Schriften erschienen bei Brünslow in Neubrandenburg und bei Barnewitz in Neustrelitz; »Vandalia, die Royalisten oder die Brautpaare« (1850); »Luise, Königin von Preußen« (1857); »Geschichte des Großherzogtums Mecklenburg- Strelitz von seiner Entstehung bis zur Gegenwart. Nebst Chronik der Stadt Friedland von 1244-1890« (1890).

Mayer, Emilie (Luise Friderica) - Komponistin, Bildhauerin

geb. 14.5.1812 Friedland gest. 10.4.1883 Berlin

Vater: (Johann) August Friedrich M., Apotheker Wuchs als Halbwaise mit vier Geschwistern beim Vater in Friedland auf; 1840 Musikstudium bei Carl Loewe in Stettin; 1847 Studium in Berlin bei Adolph Bernhard Marx (Fuge und Kontrapunkt) und Wilhelm Wieprecht (Instrumentierung); lebte 1862-1875 in Stettin bei ihrem Bruder Alexander Friedrich Wilhelm (Apotheker); 1876-1883 in Berlin; stellvertretende Direktorin der Berliner Opernakademie; blieb unverheiratet; führte ein offenes Haus; ihre Werke wurden bereits zu Lebzeiten gedruckt, vielfach aufgeführt und in der Presse rezensiert; 1847 Lieder und Violinsonaten im Druck und Aufführung ihrer ersten beiden Sinfonien vom Stettiner Instrumentalverein; 1850 Aufführung der neuen Sinfonie, einer Konzertouvertüre und eines Chorwerkes im Konzertsaal des Königlichen Schauspielhauses Berlin; 1853 Aufführung der 6. Sinfonie in Anwesenheit König Friedrich Wilhelms IV.; komponierte 130 einstimmige Lieder, 65 vierstimmige Gesänge, sieben Sinfonien, zwölf Konzert-Ouvertüren, Klavier-Konzerte, Streichquartette, Violoncellokonzerte; Kompositionen für Klavier und Gesang; Vertonung von Goethes »Erlkönig« (1842 in e-Moll, 1870 für Singstimme mit Klavier); »Faust-Ouvertüre« (1880; in Stettin, Berlin, Karlsbad, Prag und Wien aufgeführt); Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft; auch bildhauerische Arbeiten (selbstgefertigte Vase im Grünen Gewölbe in Dresden); Goldene Medaille von Königin Elisabeth von Preußen für ihre bildhauerischen Arbeiten; Nachlass in der Staatsbibliothek Berlin; Grabstätte auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin.

Meincke, Minna (eigentl.: Johanna Elisabeth Wilhelmine M.; auch: Wilhelmine Richers)

geb. 13.9.1821 Klein Plasten gest. 15.5.1910 Friedland

Vater: Christian (Tobias) M., Gutspächter Jugendfreundin Heinrich Schliemanns; gemeinsame Schul- und Kinderjahre in Ankershagen; ihre Wege trennten sich und Schliemanns Brautwerbung kam um einige Wochen zu spät, da sie bereits mit dem Gutspächter Friedrich Richers verheiratet war; erst 24 Jahre später Briefwechsel, der bis zu Schliemanns Tod dauerte; er setzte ihr in seiner »Selbstbiographie« (1892) und in seinem Athena-Palast Iliou Melathron ein Denkmal, wo sie in der Deckenmalerei als 9-jähriges blondes Mädchen verewigt wurde; auch in seinem Testament bedachte Schliemann sie reichlich.

Neckel, Otto (Friedrich Emil) - Pädagoge

geb. 21.4.1859 Güstrow gest. 12.9.1929 Quezaltenango (Guatemala)

Vater: Friedrich (Johann) N., Kaufmann Schule in Güstrow; Studium der Klassischen Philologie in Leipzig; 1882 Promotion; 1881/82 Einjährig- Freiwilliger; 1882-1903 Oberlehrer am Gymnasium in Friedland; 1904/05 Lehrer an der Deutschen Schule in Guatemala-Stadt; 1905-1912 Gründer und Lehrer der Schule in Quezaltenango; 1915 Lehrer an einer Privatschule; 1901 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde; »Christian Conrad, ein Friedländer Dichter« (1897).

Rassow, Hermann - Kaufmann, Unternehmer, Reeder

geb. 4.11.1788 Friedland gest. 9.2.1861 Wolgast

Vater: Joachim Hermann R., Schuhmacher 1803 Kaufmannslehre bei Daniel Gustav Schmidt in Wolgast; gründete dort 1813 gemeinsam mit Kaufmann Schulz ein Kompanie- Materialwarengeschäft; führte die Handlung 1817 allein weiter; gründete im selben Jahr eine Tabakund Kautabakfabrik in Wolgast; als Achtmann im Kollegium der Stadt; 1834 Rendant der Wolgaster Sparkasse; erwarb gemeinsam mit dem Fabrikanten Friedrich Bartels ein Grundstück, das sie der Armenhausstiftung schenkten und auf dem das Armenhaus gebaut und 1833 eingeweiht wurde; selbst als Armenpfleger tätig; 1839 Mitbegründer der Wolgaster AG für Schiffbau und Schifffahrt; seit 1844 Mitglied des Wolgaster Vereins für Südseefischerei; zählte zu den wichtigsten Wolgaster Reedern; 1858 übernahm sein Sohn August das Handelhaus.

Reinhold, (Carl) Werner (auch: Carolus Guernherus; Pseud.: Hilarius Satyr) - Historiker, (niederdeutscher) Schriftsteller

geb. 23.11.1806 Woldegk gest. 21.5.1863 Landsberg (Warthe/Schlesien; Gorzów Wielkopolski/Polen)

Vater: Friedrich Ludwig R., Theologe, Pädagoge Bruder: (Ludwig) Albert R., Theologe, niederdeutscher Schriftsteller Gymnasien in Friedland und Neubrandenburg; Philosophie- und Theologiestudium in Greifswald und Rostock; Burschenschafter; 1830 Promotion in Greifswald; Privatlehrer, Chronist und Schriftsteller in Mecklenburg, Pommern, Brandenburg und Schlesien; Fritz Reuter spöttelte in »De Urgeschicht von Meckelnborg« (1874) ›De Poet Herr Dokter Werner Reinhold ut Woldegk … hei is Dokter un red’t natürlich för gewöhnlich hochdütsch‹; unter seinem Pseudonym erschienen 21 Schriften; »Adnotationes criticas in Terrentii Andriam, Eunuchum, Adelphos, et Heauton Timorumenon« (Diss., 1830); arbeitete seit 1838 an der Werkausgabe »Publii Terentii Afri Comoediae« (1842/43); »Die im Großherzoglich- Strelitzischen Georgio befindlichen Götzenbilder in Stein« (1831); »Kleines wissenschaftlichpraktisches Lehrbuch der deutschen Sprache« (1834); »Chronik der Stadt Rostock« (1836); »Chronik der Stadt Anklam« (3 Bde.; 1837/38); »Chronik der Städte Friedland, Neubrandenburg und Woldegk« (1838); »Die römische Kaisergeschichte, ein von den Geschichtschreibern aufgestelltes Zerrbild« (1839); »Ueber die Anwendung der Musik in den Comödien der Alten« (1839); »Chronik der Stadt Prenzlau« (2 Bde.; 1839/40); »Napoleon von der Schattenseite, oder der vergötterte Napoleon in seiner Schändlichkeit, Jämmerlichkeit und Renomisterei« (1842); »Chronik der Fabrikstadt Finsterwalde« (1844); »Chronik der Stadt Dahme und der Umgegend« (2 Bde.; 1845/46); »Chronik der Fabrikstadt Luckenwalde und der Umgegend« (2 Bde.; 1845/46); »Chronik der Stadt Soldin, von der ältesten bis auf die neueste Zeit« (1846); »Die Junitage in Neukalden oder unparteiische Darstellung des Vorfalles zu Neukalden« (1846; Beschreibung der Ereignisse im Juni 1845, als der Bürgermeister aus der Stadt gejagt wurde); »Urgeschichte der Stadt Woldegk in Mecklenburg-Strelitz und deren Umgegend« (1859); »Holtrevolutschon to Holteck. Eine humoristische Erzählung in plattdeutscher Mundart« (1861); »Chronik der Stadt Stolp« (1861); »Chronik der Städte Belgard, Polzin und Schivelbein und der zu beiden Kreisen gehörigen Dörfer« (1862).

Riemann, Heinrich Arminius (eigentl.: Heinrich Hermann R.) - Theologe, Pädagoge, Parlamentarier

geb. 5.12.1793 Ratzeburg gest. 26.1.1872 Friedland

Vater: Friedrich Justus Gottlob R., Theologe, Pädagoge Bruder: Karl R., Theologe Sein Vater war Rektor der Domschule Ratzeburg, ab 1801 Pastor in Schönberg; wuchs als jüngstes von fünf Kindern auf; 1808-1811 Domschule Ratzeburg und 1811/12 Gymnasium in Lübeck; 1812 Theologiestudium in Jena; lernte dort Carl Horn kennen, mit dem ihn lebenslange Freundschaft verband; gründete mit ihm die Landsmannschaft Vandalia; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813- 1815, Mitglied des Lützowschen Freikorps; für seine Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet; 1815 Offizier in einem westfälischen Regiment; 1815/16 Mitbegründer und einer der Hauptführer der Jenaer Urburschenschaft; 1817 Festredner auf dem Wartburgfest und Mitautor des revolutionären Programms »Grundsätze und Beschlüsse des achtzehnten Octobers«; 1818 Mitwirkung bei der Gründung der Allgemeinen deutschen Burschenschaft; 1818 Beendigung seines Studiums ohne Abschluss; 1818-1821 Hauslehrer in Boizenburg (Elbe), wo sein Bruder Karl Pastor war; immer wieder demagogischer Verfolgung ausgesetzt; 1819 Hausdurchsuchung und für vier Wochen von der mecklenburgischen Regierung verhaftet; kurze Zeit Hauslehrer beim Buchhändler Friedrich Perthes in Hamburg; 1821-1828 Lehrer am Gymnasium in Eutin und Begründer des dortigen Turnwesens; 1828-1834 Lehrer am Gymnasium in Friedland und 1829-1832 Turnwart; 1835-1872 Pastor an der Marienkirche Friedland; 1848/49 Mitglied der konstituierenden Abgeordnetenversammlung beider Mecklenburg; »Predigt, gehalten am 18. October 1863 in der Marienkirche zu Friedland« (1863; zum Gedenktag der Völkerschlacht bei Leipzig); 1871 zum 50-jährigen Dienstjubiläum Kirchenrat und Ehrenbürger von Friedland; wirkte als patriotischer Kämpfer für Freiheit und Einheit Deutschlands weit über die Grenzen von Mecklenburg-Strelitz hinaus; Herausgeber der Lebensbeschreibung des Heldenmädchens in den Befreiungskriegen »Der Unteroffizier im Regimente Colberg Sophia Dorothea Friederike Krüger aus Friedland in Mecklenburg- Strelitz« (1865); »Rechtfertigung eines verleumdeten Burschenschafters« (1865); die »Chronik der Stadt Friedland von 1839-1870« (2000) spiegelt auch sein Leben und Wirken wider; 1876 Riemann-Stein in Eutin; Bildnis auf dem Burschenschafts-Denkmal in Jena; 1930 Gedenktafel am Pastorenhaus in der Kaiserstraße in Friedland (zerstört, Tafel am Nachfolgebau); Gedenkstein vor der Marienkirche und Grabmal auf dem Alten Friedhof in Friedland.

Rothand, Max - Parteifunktionär

geb. 21.8.1887 Friedland gest. 7.12.1941 Neustrelitz

Arbeiter; Soldat im Ersten Weltkrieg; Mitbegründer der USPD in Friedland; leitete 1919/20 die Ortsgruppe der Partei bis zur Vereinigung mit der KPD; danach in der SPD; kandidierte bei den Wahlen zum Stadtparlament in Friedland; 1932/33 Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Strelitz (SPD); engagierte sich in der Arbeitersportbewegung und im Arbeiter-Theaterverein Vredeland; während der NSHerrschaft verfolgt, mehrfach verhaftet und schwer erkrankt; kam 1939 in die Heil- und Pflegestätte Domjüch in Neustrelitz, wo er umgebracht wurde; Rothand-Straße in Friedland; Gedenktafel an dem Denkmal der Unbeugsamen.

Rudolphi, Johann Gottlieb (Polycarp) - Theologe, Heimatforscher

geb. 24.7.1760 Friedland gest. 31.1.1838 Friedland

Vater: Polycarp Gottfried R., Theologe Gymnasium in Friedland; 1779 Theologiestudium in Göttingen; 1781 Hauslehrer in Neubrandenburg; übernahm 1786 nach dem Tod seines Vaters dessen Predigerstelle an der Marienkirche Friedland; 1836 50-jähriges Amtsjubiläum; 1835 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde; Forschungen zur Geschichte und Natur Mecklenburgs; besaß eine große Sammlung mecklenburgischer Naturalien und Antiquitäten; »Gemeinnützige Nachricht einer verbesserten Schulanstalt« (1801), »Einige kurze Nachrichten und Geschichtszusätze von der Stadt Friedland« (1803) und »Versuch zur Erklärung eines Namens von Städten und Dörfern unseres Vaterlandes« (1802) in »Patriotisches Archiv der Herzogthümer Mecklenburg«.

Salow, Wilhelm - Pädagoge

geb. ? Schwichtenberg gest. 1919 Friedland

1866-1874 Gymnasium in Friedland; 1874 Philologiestudium; 1883 Kandidat, 1887-1919 Gymnasialprofessor in Friedland; »Die Stellung der Parteien bei dem Tode Heinrichs V. 1125« (1886); »Lothar III. und das Wendenland« (1889); »Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz« (1892; 10. Aufl., 1905); »Die Neubesiedelung Mecklenburgs im zwölften und dreizehnten Jahrhundert« (1896); »Mecklenburgische Geschichte zum Gebrauche in höheren Schulen« (1899).

Sauer, (Carl Adolph) Ernst - Orgelbauer

geb. 5.2.1799 Karlsburg (Ostvorpommern) gest. 13.9.1873 Friedland

Vater: Ernst Michael S., Schmied Erlernte den Beruf eines Schmieds und kaufte 1820 die Schmiede in Schönbeck (bei Friedland); 1836 Ausbildung zum Orgelbauer in Ohrdruf bei Georg- Franz Ratzmann; 1837 Schmied und Orgelbauer; verkaufte 1838 die Schmiede in Schönbeck; zog nach Friedland und errichtete einen Orgelbaubetrieb; ließ seine beiden Söhne Ernst Wilhelm (1823-1842) und Wilhelm Karl Friedrich (1831-1916) als Orgelbauer ausbilden; Orgelbauten für Kirchen in der Friedländer Umgebung (Schönbeck, Warbende, Salow, Pasenow, Brohm, Burg Stargard, Schönhausen, Grünow, Golm, Bredenfelde); baute 1841 eine kleine Orgel für die Johanniskirche Neubrandenburg und 1854 zusammen mit seinem Sohn Wilhelm eine für die Marienkirche Friedland.

Sauer, Wilhelm - Orgelbauer

geb. 23.3.1831 Schönbeck gest. 9.4.1916 Frankfurt (Oder)

Vater: (Carl Adolph) Ernst S., Orgelbauer Gymnasium in Friedland; zwei Jahre Bauakademie in Berlin; Wanderschaft; nach dem Tod des älteren Bruders Johann Rückkehr nach Friedland und Lehrzeit in der Werkstatt des Vaters; ein Jahr in der Mecklenburg-Strelitzschen Armee; längere Bildungsreise nach Paris; 1855 Leiter der Filiale in Deutsch-Krone (Westpreußen); gründete 1857 eine Orgelbaufirma in Frankfurt (Oder); kaufte die Villa Park 13 (Paul-Feldner-Straße 13) und richtete moderne Werkstätten mit großem Orgelsaal ein; aus seiner Werkstatt gingen mehr als 1000 Orgeln verschiedener Größen hervor; baute gemeinsam mit seinem Vater 1854 die Orgel der Marienkirche Friedland; baute 1859 die Orgel (22 Register) für die evangelische Kirche in Tilsit, 1864 die Orgel (37 Register) für Bernau (bei Berlin) und 1868 die Orgel für die Nikolaikirche Frankfurt (Oder); 1882 Einweihung der Orgel (52 Register) in der Neuen Kirche in Berlin durch den Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV.; baute Orgeln für die Johanniskirche Magdeburg, die Petrikirche Leipzig (1885), die Thomaskirche Leipzig (1888) sowie den Dom (1904) und die Garnisonskirche Berlin (1909); 1910 Einweihung der Domorgel in Fürstenwalde; schenkte 1919 seinem Heimatort Schönbeck eine Orgel; 1884 Königlich preußischer Hoforgelbaumeister; 1904 Schwarzer Adlerorden; Grabstein im Kleistpark (früher Friedhof) in Frankfurt (Oder).

Schreckhas, (Christoph Johannes) Richard - Pädagoge, Parlamentarier

geb. 6.4.1878 Braunschweig gest. 28.4.1945 Friedland

Vater: Eduard S., Generalagent 1888-1897 Gymnasium Braunschweig; Philologiestudium in Göttingen, Berlin und Grenoble; 1903 Vorbereitungsdienst in Neubrandenburg; 1905 Promotion in Rostock; 1905 wissenschaftlicher Hilfslehrer in Rixdorf (bei Berlin); 1906 Oberlehrer; 1919 Studiendirektor, später Oberstudiendirektor am Lyzeum mit Reformrealgymnasium in Neubrandenburg; 1933 am Reformrealgymnasium in Friedland; 1931/32 Parlamentarischer Staatsrat für Mecklenburg-Strelitz; bei Einmarsch der Roten Armee Selbstmord; »Über Entstehungszeit und Verfasser des ›Titus Andronicus‹« (Diss., 1905); »Gedenkschrift zur 600-Jahrfeier der höheren Schule zu Friedland in Mecklenburg« (1937).

Schulz, Alfred - Pädagoge, Heimatforscher, (niederdeutscher) Schriftsteller

geb. 21.9.1927 Rostock gest. 9.4.2008 Friedland

Realgymnasium in Rostock; 1943-1945 Luftwaffenhelfer, Reserveoffizier und amerikanische Gefangenschaft; 1946 Lehrerbildungskurs, Neulehrer und Schulleiter in Klockow und Roga; Fernstudium zum Fachlehrer für Deutsch; 1954- 1986 Lehrer am Gymnasium in Friedland; 1992 Vorsitzender des Ortsvereins Friedland der Landsmannschaft Mecklenburg; 2007 Fritz-Reuter- Medaille; »Plattdütsch in’t Vredeländer Land. Wohrhaftige Geschichten und Beläwnisse, to’n Hoegen und Besinnen« (4 Bde.; 2002-2005); »Von der Untersekunda zur Flakbatterie. Ein Buch über unsere Oberschulzeit und den Dienst als Luftwaffenhelfer. Fakten, eigene Erlebnisse und Erinnerungen aus den Jahren 1937-1943/44 in und um Rostock« (2007); »Von der Untersekunda zur Flakbatterie 3.232. Ein Buch über unsere Oberschulzeit und den Dienst als Luftwaffenhelfer und die Zeit bis in die 1960er Jahre. Fakten, Erlebnisse, Erinnerungen von etwa 1928 bis 1965 in und um die Seestadt Rostock« (2007); Artikelserien »Aus der Geschichte Mecklenburgs« (1995) und »Aus der Geschichte Mecklenburg- Strelitz« (1996/97) in »Neue Friedländer Zeitung«.

Schwebs, Herbert - Verwaltungsbeamter

geb. 15.8.1890 Waren (Müritz) gest. 31.12.1972 Jena

1909-1966 in Friedland; 1909-1931 Beamtenlaufbahn vom Ratsprotokollisten zum Stadt-Oberinspektor; 1937 aus dem städtischen Verwaltungsdienst entlassen, war Intrigen ausgesetzt und wurde boykottiert; 1939/40 und 1943-1945 Dienststellenleiter in der Stralsunder Stadtverwaltung; vom 15. Mai bis September 1945 Bürgermeister in Friedland; 1966 Übersiedlung zu seiner Tochter nach Jena.

Spietz, Karl - Heimatforscher

geb. 11.2.1919 Friedland gest. 13.4.2003 Neubrandenburg

Vater: Rudolf S., Mühlenarbeiter 1933-1936 Ausbildung als Schuhmacher; 1936- 1945 Reichsarbeitsdienst und Deutsche Wehrmacht; 1946-1952 Schuhmacher in Friedland; 1952-1959 bei der Bundesbehörde der Deutschen Volkspolizei Neubrandenburg; 1959-1989 Angestellter beim Rat der Stadt Friedland; Leiter der Stadtbibliothek, Sachgebietsleiter Kultur/Volksbildung/Sport, Leiter Innerer Dienst, Sekretär des Rates, Leiter des Heimatmuseums; Leiter des Fotoklubs im Kulturbund, außerschulischer Arbeitsgemeinschaften der Heimatkunde, Ornithologie und Ur- und Frühgeschichte, des Klubs der Werktätigen und der niederdeutschen Arbeitsgruppe De Burrkäwers; ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger; Herausgeber von »Friedland in Alten Ansichten« (2 Bde.; 1991, 1993); »Die Straßennamen und Ortsbezeichnungen der Stadt Friedland im Wandel der Zeiten« in »Friedländer Heimatblätter« (1989); »Friedlands Stadtgebiete im Visir« (1994), »Die Friedländer Feldmark und ihre Flurnamen« (1994), »Aus der Geschichte des Männerturnvereins Friedland« (1995), »Fritz Reuter als Friedländer Gymnasiast« (1995) und »Christian Conrad ein Friedländer Dichter« (2001) in »Neue Friedländer Zeitung«.

Sternberg, Ludwig - Schauspieler, Rezitator

geb. 14.11.1857 Friedland gest. 23.2.1935 Neubrandenburg

Vater: Johann Ludwig Theodor S., Bäckermeister Half in der häuslichen Bäckerei; Schauspieler am Hoftheater Neustrelitz und am Schaffgottschen Theater Warmbrunn; danach in Lübeck, Elberfeld, Barmen und Hanau; 1892 Fritz-Reuter-Abende in Neubrandenburg und Friedland; trat bei einer Schriftstellertagung in Düsseldorf als Reuter- Rezitator auf und war damit so erfolgreich, dass er künftig nur noch als solcher arbeitete; trat auch in deutschsprachigen Vereinen im Ausland auf; Professorentitel des Freistaates Mecklenburg- Strelitz; »Wie ich Reuter-Rezitator wurde« in »Fritz Reuter. Heimatblatt för alle Meckelbörger« (1931); denkmalgeschütztes Grabmal auf dem Neuen Friedhof in Neubrandenburg.

Thünen, Edo Heinrich von - Gutsbesitzer, Landwirt, Jurist, Parlamentarier

geb. 16.6.1808 Friedland gest. 17.8.1873 Tellow begr. Belitz

Vater: Johann Heinrich von T., Agrarwissenschaftler, Landwirt, Gutsbesitzer Gymnasium in Friedland; 1827-1830 nationalökonomische Ausbildung bei seinem Vater; 1830-1834 Kameralistik- und Jurastudium in Berlin, Heidelberg und Rostock; 1834-1851 Auditor und Domanialbeamter der Ämter Dargun, Stavenhagen und Lübz; nach dem Tod seines Vaters 1851-1873 Bewirtschaftung des Gutes Tellow (nach seinem Tod übernahm Sohn Alexander es bis zum Verkauf 1896); 1848/49 Mitglied der Konstituierenden Versammlung beider Mecklenburg; 1850 Delegierter des Erfurter Unionsparlaments; 1867 Mitglied des Konstituierenden Reichstages, 1867- 1870 des Reichtages des Norddeutschen Bundes (Nationalliberale, Wahlkreis Mecklenburg-Schwerin); Gedenktafel an dem das Grab seines Vaters in Belitz umgebenden Gitter.

Uterhart, Carl (Friedrich Ludwig) - Mediziner

geb. 17.5.1793 Friedland gest. 6.5.1852 Parchim

Vater: Carl Friedrich U., Bürgermeister 1812 Medizinstudium in Berlin, 1814 in Jena; 1816 Promotion in Jena; Mitglied der Jenaer Stammburschenschaft; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815, Mitglied des Lützowschen Freikorps; 1818-1852 praktischer Arzt in Parchim; 1831 Medizinalrat; 1843 Kreis-, 1844 Stadtphysikus; »Beschreibung des Gesundbrunnens bei Parchim« (1824); Grabmal (Obelisk, gefertigt in der Maschinenfabrik Ernst Albans in Plau) auf dem Alten Friedhof in Parchim.

Viering, Paul (Wolfgang Ludwig) - Architekt, Denkmalpfleger, Naturschützer

geb. 29.1.1880 Friedland gest. 8.2.1966 Schwerin

Vater: Maximilian (Albert Conrad) V., Apotheker Gymnasium in Quedlinburg und Friedland; Architekturstudium an der TH Charlottenburg; Bauleitung beim Neubau des Stettiner Landeshauses; 1936-1945 Provinzialkonservator von Pommern; während seiner Amtszeit Ausbau des Schlosses Bütow, Ausmalung der Marienkirche Anklam und Restaurierung des Rathauses Grimmen; ließ eine Klassifizierung der Glocken Pommerns durchführen; nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Schmuggerow (Ostvorpommern); 1946-1948 Landeskonservator für Mecklenburg und Leiter das Amtes für Denkmalpflege in Schwerin; 1947 Einrichtung einer Leitenden Naturschutzstelle und Bestellung ehrenamtlicher Bezirkskonservatoren für Naturschutz; veranlasste die Unterschutzstellung des Landschaftsschutzgebietes Tollense-See und Lieps und des Landschaftsschutzgebietes Dambecker Seen; 1932 Mitglied des Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde; »Die Familie Runge aus Lobbe auf Rügen. Gerade Stammfolge« (2005; begonnen von Paul V., bearb. und hrsg. von Wolfgang Runge); »Was blieb? Bestandsaufnahme unserer Kunst- und Kulturstätten« in »Demokratische Erneuerung« (1947); »Berichte und Verzeichnisse über die Kunstzerstörungen in Deutschland. Mecklenburg-Vorpommern« in »Die Kunstpflege« (1948); »Denkmalpflege in Pommern 1936-1945« in »Baltische Studien« (1959); »Die Tore, Mauern und Wälle der Stadt Friedland« in »Mitteilungen … des Instituts für Denkmalpflege … Schwerin (1960); »Erinnerungen des Friedländer Paul Viering (1880- 1966)« in »Neue Friedländer Zeitung« (2007).

Wegner, Peter (Karl Bogislav) - Theologe, Pädagoge

geb. 2.4.1763 Sanzkow gest. 28.12.1836 Friedland

Vater: Martin W., Theologe Vom Vater unterrichtet, ab 1776 an der Schule in Anklam; 1778 Theologiestudium in Greifswald; Hauslehrer; 1786 Studium in Göttingen; Hauslehrer in Malchin und Mirow; 1796 Lehrer an der Gelehrtenschule in Friedland, 1797-1828 Rektor; führte Schulgesetze ein; 1815 Begründer des Turnplatzes in Friedland; 1817 Professor; 1818 Pastor in Roga; 1824 Promotion in Greifswald; »Schulreden« (1853).

Werner, Alfred - Philosoph

geb. 3.10.1893 Zoppot (Danzig; Gdánsk/Polen) gest. 18.11.1980 Berlin

Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Volkswirtschaft in Berlin, Jena und Greifswald; 1914 Promotion in Greifswald; bis 1932 Dozent für Philosophie an der Lessing-Hochschule in Berlin; danach Bürgermeister in Friedland; nach seiner Amtsenthebung durch das NS-Regime Versicherungsangestellter; nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter der Hauptämter Wissenschaft und Kunst beim Magistrat in Berlin; 1947-1960 Professor der Philosophie an der Hochschule für Bildende Künste und Gastprofessor an der Hochschule für Musik in Berlin; gründete 1951 die Berliner Gesellschaft zur Pflege christlicher Kultur; 1921-1933 und seit 1948 Herausgeber der »Philosophischen Reihe«; »Zur Begründung einer animistischen Ästhetik« (Diss., 1914); »Wissenschaftliche Prinzipien und künstlerische Elemente in der Philosophie« (1919); »Die Philosophie Friedrich Nietzsches« (1920); »Einführung in die Philosophie. In den Grundzügen dargestellt« (1920); »Rudolf Eucken und die Kultur der Gegenwart« (1927).

Wiechmann, Hermann - Pädagoge

geb. 21.5.1897 gest. ?

Teilnehmer am Ersten Weltkrieg; 1919- 1921 Lehrerausbildung in Anklam; 1929 Mittelschullehrerprüfung; 1930/31 Musiklehrer am Gymnasium und an der Bürgerschule in Friedland; 1931 Direktor der Schule in Wesenberg; 1928 Mitbegründer des Friedländer Heimatmuseums; Vorsitzender des Friedländer Heimatvereins; Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde; »Begründung der Forderung nach einer eigenen Sprachlehre auf plattdeutscher Grundlage« (1925); Mitautor an »Friedland in Mecklenburg« (1931); »Sagen aus Friedland und seiner Umgegend« und »Geschwüreneiche in Schwanbeck« in »Mecklenburg-Strelitzer Heimatblätter« (1930).

Witthöft, Gustav - Bahnbeamter

geb. 17.8.1870 Karby gest. 28.5.1950 Stralsund

Vater: Landwirt Verdient um die Projektierung und den Bau von in Pommern und Westpreußen gebauten Kleinbahnen; Erfahrungen beim Bau von Eisenbahnen in Südwestafrika; leitete bis zu acht Kleinbahnunternehmen; 1910 Leiter der Kleinbahnabteilung des Provinzialverbandes in Pommern; 1919-1933 Direktor (Generaldirektor) der Vereinigung vorpommerscher Kleinbahnen; 1922-1945 Direktor der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn; ab November 1945 wieder Bauund Betriebsleiter der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn, 1947-1949 Leiter der Direktion Friedland der Hauptverwaltung der Eisenbahnen des Landes Mecklenburg-Vorpommern.