Aktuell fortlaufende Geschichte von Hirschburg: Unterschied zwischen den Versionen

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(Deutsches Reich (bis 1918))
(Das Forstrevier und der Forsthof)
 
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==Herkunft von Hirschburg==
 
==Herkunft von Hirschburg==
  
==Das Forstrevier und der Forsthof==
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==Historischer Abriß zur Waldlandschaft – Ribnitzer Forst, Hirschburg/Gelbensander Forst, Forst Alte Heide==
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===Die fürstlichen Waldungen und das Forstrevier Hirschburg===
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Betrachten wir die historische Entwicklung des östlichen Teils jener Waldlandschaft, die mit 12 000 ha Ausdehnung das größte geschlossene Forstgebiet an der gesamten deutschen Seeküste ist und für dessen Geschlossenheit die Geographen den Begriff „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ prägten, so umfasst sie angesichts schriftlicher Belege einen Zeitraum von mehr als 750 Jahren. Das Datum des ältesten erhaltenen Dokumentes berichtet von der größten Zäsur in der Geschichte dieser Landschaft, eben deren Teilung. Bis zum 25. März 1252 befand sich hier das gesamte in sich geschlossene Urwaldgebiet zwischen Rostock und der Recknitzmündung im Besitz der mecklenburgischen Landesherrschaft. Dann verkaufte Fürst Borwin der III. Die mehr als 6 000 ha umfassende Westhälfte an die Stadt Rostock. Die in ihren Grundzügen bis in unsere Tage anhaltende Teiliung in die westliche „Rostocker Heide“ und die östliche „fürstlich Ribnitzer Heide“ war vollzogen. Fortan machten diese beiden Waldhälften eine nutzungsgeprägt sehr unterschiedliche Entwicklung durch. In der Rostocker Heide dominierte der Holzerwerb, in der fürstlichen Heide prägte die höfische Repräsentationsjagd die weitere Entwickliung der Landschaft. Aus einer Urkunde, datiert vom 20.April 1262, ist zu entnehmen, dass die Jagd nicht mehr der allgemeinheit zustand, sondern das ihre Ausübung bereits allmählich als ein besonderes mit dem Eigentum an Grund und Boden verbundenes und aus diesem entspringendes Recht verstanden wurde. So stand nun die „Hohe Jagd“, also Hetz-, Pirsch- und Beitzjagd auf Edel-, Reh-, Schwarzwild, Auer-, Birk-, und Haselhuhn, Fasan, Trappe, Kranich und Adler ausschließlich dem Landesherrn zu. Alle übrigen jagdbaren, in der Heide vorkommenden Tierarten, die „Niedere Jagd“, also Hühnerfang mit dem Hühnerhund sowie Habichsbeize auf den Hasen, gestand man auch dem niedeeren Adel, städtisch Ribnitzer bzw. klösterlicher Beauftragter in Form von Privilegien zu. Einfachen Untertanen war nun das Vogelfangen mit Leimruten (Leimspillenausleger) gestattet.
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Wann der einst hier vorkommende letzte Auerochse erlegt worden ist, kann heute  nicht mehr festgestellt werden. Dass er, genauso  wie der Elch, einmal recht häufig anzutreffen war, belegen jedoch gelegentlich bei Erdarbeiten gemachte Funde. Auch Luchs, Bär, Wolf, Auer-, Birk- und Haselhuhn waren ehemals hier heimisch. Im Jahre 1272 finden sich erstmals urkundliche Nachweise, die einen größeren Waldbesitz der Stadt Ribnitz im Nordostteil des Waldareals belegen. Teile der Fürstlichen Heide gelangten ab 1328 durch Schenkung der Landesfürsten in den Besitz des Klarissenklosters zu Ribnitz. Dieser Streubesitz umfasste im 16. Jahrhundert Waldflächen bei Dierhagen, Müritz, Altheide/Neuhof, Petersdorf und Wilmshagen, laut der Klosterchronik von Lambert Slaggert: „Waldungen um rund 1 000 Schweine feist zu machen“. Eine Größenbestimmung, die uns zugleich von einer weiteren Art der Waldnutzung, der in Teilen bis Anfang des 19. Jahrhunderts anhaltenden Waldweide, berichtet. Wald und Schweinebestand des Klosters Ribnitz und seiner Höfe waren unzertrennbar mit einander verbunden, denn der Waldbestand spielte als Ernährungsfaktor in der Schweinehaltung die weitaus größte Rolle. Die klösterliche, wie auch die fürstliche Forstwirtschaft war zu Beginn des 16. Jahrhunderts vernachlässigt worden. Man betrieb die Forstwirtschaft nur als Plänterwirtschaft, d.h. man fällte die geeigneten Stämme regellos, ohne sich um den Ersatz durch Anpflanzung junger Bäume zu kümmern. Eine Ausnahme machten ab 1620 klösterliche Flächen in der Dierhäger Feldmark. Sie zu rein landwirtschaftlichen Zwecken zu benutzen schien unwirtschaftlich, deshalb hatte man junge Bäume angepflanzt, so dass hier im Gegensatz zu den Ausrodungen alter Waldungen der damals sicherlich seltene Fall eintrat, das früheres Ackerland zum Holzanbau benutzt wurde. Zum Problem wurde die Übernutzung der sogenannten „weichen Holzung“ (Büsche, Sträucher und niedrige Bäume). Aus ihr verschaffte sich das Kloster eine wesentliche Einnahmequelle. Es erlaubte den Bauern, sich ihren Bedarf Holz zu hauen, und erhob für mehrere Ladungen 20-30 Thaler. Die weiche Holzung wurde nicht allein als rohes Holz, sondern beereits im 16. Jahrhundert nachweislich zur Holzkohleherstellung genutzt. Das Kloster selbst betrieb keine Meiler, sondern es kaufte die benötigte Kohle von seinen Bauern. Durch den Erbvertrag von 1611 wurde auch der Übergang der Klosterwaldungen in den Besitz der Herzöge Adolph Friedrich und Johann Albrecht von Mecklenburg festgeschrieben. Dem folgte jedoch ein mehr als ein halbes Jahrhundert anhaltender Streit, bis schließlich 1669 der überwiegende Teil des Ribnitzer Klosterwaldes in fürstlichen Besitz über ging und nun Bestandteil der fürstlichen Heide wurde.
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Ab 1554 sind für die fürstliche Heide erste Jagdreglemente nachweisbar, so „Wider das Jagen zur verbotenen Zeit“ (1554), „Wider das Schießen und Jagen in der fürstlichen Heide“ (1557). Beginnend im Jahre 1599 finden sich Berichte über fürstliche Jagdablager in den fürstlichen und klösterlichen Waldungen (Reh- und Schweine-Ablager; aufwändig betriebene Treibjagd-Veranstaltungen verbundenmit umfangreichen Bauerndiensten). An die Stelle des Fürsten persönlich traten während der Ablager oft die Jäger des Landesherrn, da dieser nicht selbst in jedem Jahr  in allen Teilen seiner domanialen Besitzungen jagen konnte. Ein im Visitationsprotokoll 1649 erwähnter wüster Heidereiter-Sitz in Gelbensande (ein Jahr zuvor endete der 30-jährige Krieg), der zu jener Zeit wieder aufgebaut wurde, lässt den Schluß zu, dass hier bereits vor Ausbruch dieses Krieges ein fürstlicher Jagdaufseher seinen Sitz hatte. Gelbensande sollte in der Folge nicht nur Bedeutung als Sitz der landesherrlichen Jagdaufsicht, sondern auch als fürstliche Jagdresidenz in diesem ausgedehnten Areal erhalten. Vom 3. September 1687 ist uns aus der fürstlichen Heide ein Bericht überliefert, als „Ihre fürstliche DurchlauchtHerzog Gustav Adolph eine Jagd, welche er zu Ehren seines bei ihm zu Besuch weilenden Schwiegersohn, des Grafen von Stolberg und dessen Gemahlin abgehalten...“. Hier wird berichtet, dass das Treiben von Schwarzwild ebenso beliebt war, wie die lärmreiche Klapperjagd auf Füchse, Hasen und Schnepfen. Beim „Buschieren“, der Suchjagd auf Niederwild mit Vorsteh- und Stöberhund, dem übrigens der Begriff „auf den Busch klopfen“ entstammt, bei der im Gebüsch verborgene Tiere „herausgeklopft“ wurden, fanden die Durchlauchten ihr Jagdvergnügen. Die hochherrschaftlichen Weidmänner des rühen Barock bevorzugten dann jedoch mehr die körperlich weniger strapaziös eingestellte Jagd, auch umstelltes oder deutsches Jagen genannt. Darunter verstand man mittels Lappenketten umstelle Waldtrassen, in denen Treiber dem Jagdherrn das Wild zum Schusse zutrieben. Besondere Bedeutung erlangten die Ribnitz/Gelbensander Waldungen während der regierungszeit des Herzogs friedrich Wilhelm (1675-1713), der hier seiner Vorliebe, der Parforce-Jagd häufig nachging. Die Parforce-Jagd, auch französische Jagd oder „chassé á courre“ genannt, von par force = mit Gewalt; ohne jeglice Pardon , zielte in der Regel auf den edlen Hirsch, der von einer Meute speziell abgerichteter Hunde und den Treibern bis aufs Blut gehetzt wurde. Er veranlasste 1694 auch das „Edict wider das Jagen in der verbotenen Zeit, worin zugleich dessen Befehl, denen Hunden auf dem Lande die Schleif- oder Zwergknütteln von 5 viertel Ellen lang anzuhengen“ gefolgt vom „Jagd- und Forst-Edict“ 1697. Dazu gelang es dem Herzog durch den „Vergleich mit der Stadt Rostock wegen der Besetzung und cedirten Ober- und Niederjagden in der Rostocker Heyde“ am 28. März 1702, das Recht der Jagd in der Rostocker Heide auf Lebenszeit  zu erlangen. Somit stand ihm die Jagd in der Fürstlichen Waldung, wie auch der Ribnitzer und Rostocker Stadtwaldung zu. Das hatte schließlich zur Folge, das er zeitweise seine Hauptresidenz nach Rostock verlegte und am Heidereiter-Sitz Gelbensande ein kleines Jagdschloss errichten ließ. Auf sein Betreiben hin wurde 1702 eine Holzordnung erlassen, die inhaltliche Ansätze zu geregelter Forstwirtschaft (Erhaltung und Schonung der Waldungen, erste Durchforstungsregeln, Schlageinteilung von Niederwald) enthielt. Im Jahre 1715, zwei Jahre nach Friedrich Wilhelms Ableben, gereichte das diesem Landesfürsten seitens der Rostocker auf Lebenszeit eingeräumte Jagdrecht in den städtischen Waldungen zu einem handfesten Streit mit dessen jüngerem Bruder und Amtsnachfolger, Herzog Carl Leopold. In Folge dieser Streitigkeiten besetzten herzogliche Truppen die gesamte Waldlandschaft, auch wurde die Rostocker Bürgervertretung festgesetzt. Am 26. Mai erging der kaiserliche Bescheid, dass die „Transaktion“ des Herzogs „vor Null und nichtig erklähret“ wurde. So musste sich Carl Leopold, der kurz zzuvor gerade ein politisches Bündnis mit Zar Peeter dem Großen eingegangen war und dessen Nichte Katharina Iwanowna geheiratet hatte, den Gelbensander Jagdsitz zu einer barocken Jagdresidenz-Anlage erweitern. Die heute nicht mehr existierende Anlage ähnelte dem barocken Jagdschloß Friedrichsmoor fast zwillingshaft und wurde ebenso vom Baumeister Christian von dem Knesebeck erbaut. Sie wurde zu einem der besonders beliebten Aufenthaltsorte des Fürstenpaares. Die umgebenden fürstlichen Waldungen nutzte man als bevorzugten Aufenthaltsort der Präsentationsjagden. Als wohl berühmtester Jagdgast nahm daran Zar Peter wiedereholt teil. Ab etwa 1719, in der Zeit der de facto Entmachtung Herzog Carl Leopolds verekümmerte die höfische Repräsentationsjagd in den fürstlich Gelbensander Forsten für Jahrzehnte fast bis zur Bedeutungslosigkeit.
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Angesichts des in Mecklenburg, wie in ganz Europa raumgreifenden Gespenstes der Holznot, der überwiegende Teil der Waldungen war durch Übernutzung zu Strauchwüsten verkommen, waren die hiesigen fürstlichen Forsten weitgehend intakt. Die 1702 erlassene Forstordnung und eine Reihe, den Folgejahren entstammender, darauf aufbauender Edikte und forstlicher Verordnungen, zeigten hier ihre Wirkung. Zaghaft wurden erste Schritte zu geregelter  Forstwirtschaft praktisch umgesetzt. 1736 kam es zur Errichtung der fünf ersten Forstinspektionen in Mecklenburg. In der fürstlich Gelbensander Heide entstand so die Hirschburger Forstinspektion. Eine Einteilung der Waldungen in Reviere folgte bald darauf. Im August 1750 entstand die erste Teerschweelerei in den fürstlichen Waldungen in der Nähe Gelbensandes. Insgesamt existierten im 18./19. Jahrhundert viet Teerschweelereien  in der fürstlichen Heide. Erst drei Jahre nach Regierungsbeginn Herzog Christian Ludwigs II., also ab 1750 rückte dieses fürstliche Waldgebiet wieder in den Focus höfischen Jagdgeschehens. Ab 1755 wurde der Bestand an Hetzhunden und Pferden in der Gelbensander Jagdresidenz beachtlich erhöht. Parforce-Jagden erlebten eine Renaissance, forstliche Aspekte traten wiederhinter höfische Repräsentation zurück .
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Den nächsten zaghaften Versuch nachhaltige Waldwirtschaft in den Vordergrund zu stellen, dokumentiert die 1789 verabschiedete „Patent-Verordnung wegen Schonung des Eichen-Holzes, insonderheit wegen mißbräuchlicher Verschwendung junger Eichen-Hester ...“.
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Großherzog Friedrich Franz I. Lebte es, alljährlich im Herbst große Saujagden mit der Findermeute abzuhalten. In Gelbensande bestanden zu der Zeit speziell angelegte Zuchteinrichtungen für Hetz-, Leit- und Schweißhunde. Versuche der herzoglichen Forstinspektoren (Oberförster Ehlers, Dienstzeit von 1776-1789; Oberförster von Schildfeld 1789-1816; Oberförster Walter 1794-1806; Oberförster Böcler 1806-1816) unter diesen Rahmenbedingungen geregelte Forstwirtschaft zu realisieren, blieben damit weitgehend wirkungslos. Erst mit dem Dienstantritt
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Philipp von Stenglin´s, eines späterhin bedeutenden Forstmannes begann im Jahre 1816 die Ära einer wirklich tiefgreifenden geregelten Forstwirtschaft. Nur kurz zuvor hatte von Stenglin die Forstakademie Heinrich Cottas (einem der Wegbereiter der deutschen Forstwirtschaft) in Zillbach /Thüringen als einer der ersten Absolventen verlassen. Er führte in den fürstlichen Waldungen die erste wirkliche Forsteinrichtung durch, gliederte die Reviere in Abteilungen, ließ Ansaaten bzw. Pflanzungen eingattern, um so geschützt, um so geschützt vor Wildverbiß ansehnliche Forstbestände aufwachsen zu lassen. Er machte erste erfolgreiche Versuche, standortgemäß auf Plaggstreifen zur Frischerhaltung des Humus übersandete Kiefern-Streifensaaten anzulegen. Von Stenglin gelang es selbst unter den erschwerten Bedingungen eines fürstlichen Präsentationsjagdgebietes, eine Musterforst von landesweiter Bedeutung auf den Weg zu bringen. Welche Beachtung sein forstliches Wirken fand, belegen unter Anderem auch Studienaufenthalte von Land- und Forstwirten nationalen Ranges, wie der Cotta´s im September 1825 oder des berühmten Nationalökonomen Johann Heinrich von Thünen im Jahre 1831 an der Gelbensander Forstinspektion. Eine bemerkenswerte Initiative von Stenglin´s ist auch die Gründung des „Versorgungsvereins für Forstarbeiter zu Gelbensande“ sowie der „Allgemeinen Witwen- und Waisen-Kasse“ 1830 als zwei der ersten Sozialkassen in Mecklenburg. In der Regierungszeit des Großherzogs Friedrich Franz II. Ab 1842 war schließlich auch das Ende der aufwändigen Parforce-Jagden und Hauptjagden gekommen. Fortan prägten mehrheitlich Pirsch- und Ansitzjagd das Geschehen in der fürstlichen Heide. Nach Philipp von Stenglin´s Tode am 30.9.1844 setzten dessen Amtsnachfolger: Forstmeister von Bülow Dienstzeit 1844-1851; Forstmeister Schulz 1851-1874, nun dessen forstliches Vermächtnis mit Kontinuität fort. Mit Max Garthe, dem Enkel des in der Rostocker Heide berühmt gewordenen Forstmeisters Hermann Friedrich Becker, begann 1874 ein weiterer Forstmann von herausragender Bedeutung an der Gelbensander Forstinspektion seine Dienstzeit. Als hier unter seiner Leitung 1875 bis 1877  unmittelbar neben der barocken Jagdresidenz der Komplex einer neuen Forstinspektion gebaut wird, erhielt diese zugleich den Status der zentralen Ausbildungsstätte für den gehobenen Forstdienst in Mecklenburg.
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So hat ein großer Teil bedeutender mecklenburgischer Forstmänner in der Zeit bis 1944 hier eine ganz wesentliche forstberufliche Prägung erhalten.
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===Der Forsthof Hirschburg===
  
 
In einem Berichte  (concept) des Magisters Samuel Nicolaus Wagner, Pastor v. Ribbenitz, angeblich vom Jahre 1665, über die Verhältnisse der Stadtkirche zu Ribnitz (Original in den Akten der Superintendentur Doberan) heißt es von Hirschburg, dort habe früher „der alte Glöde „ gewohnt, jetzt wohne dort der H. Forstmeister, „der Knechte jung und Mägde helt, und ein „Schüzze“ (d.h. also ein Jäger).
 
In einem Berichte  (concept) des Magisters Samuel Nicolaus Wagner, Pastor v. Ribbenitz, angeblich vom Jahre 1665, über die Verhältnisse der Stadtkirche zu Ribnitz (Original in den Akten der Superintendentur Doberan) heißt es von Hirschburg, dort habe früher „der alte Glöde „ gewohnt, jetzt wohne dort der H. Forstmeister, „der Knechte jung und Mägde helt, und ein „Schüzze“ (d.h. also ein Jäger).
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Im November 1744 kommt unter Herzog Carl Leopold ein „Forstmeister Brand zu Hirschburg“ vor (Jb. XI S.114). Als dieser Brand 1752 nach dem Tode des Amtmanns Jörns, zugleich zu dessen Nachfolger beim Amte Ribnitz ernannt wurde, wurde letzteres auf Brands Antrag nach Hirschburg verlegt, wo es bis 1833 blieb. (Tott, Gesch. d. Stadt und des Klosters Ribnitz, 1853 S.6)
 
Im November 1744 kommt unter Herzog Carl Leopold ein „Forstmeister Brand zu Hirschburg“ vor (Jb. XI S.114). Als dieser Brand 1752 nach dem Tode des Amtmanns Jörns, zugleich zu dessen Nachfolger beim Amte Ribnitz ernannt wurde, wurde letzteres auf Brands Antrag nach Hirschburg verlegt, wo es bis 1833 blieb. (Tott, Gesch. d. Stadt und des Klosters Ribnitz, 1853 S.6)
 
  
 
==Das Amt Hirschburg==
 
==Das Amt Hirschburg==

Aktuelle Version vom 12. November 2019, 08:57 Uhr

Fortlaufende Ortschronik von Hirschburg (befindet sich gerade im Aufbau, schauen sie demnächst wieder mal herein.) Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Was der Boden über die Ur- und Frühgeschichte erzählt

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

1665 In Hirschburg habe "der alte Glöde gewohnt, jetzt wohne dort der H. Forstmeister, der Knechte jung und Mägde helt, und ein "Schüzze" sei"

1744 unter Herzog Carl Leopold findet ein "Forstmeister Brand zu Hirschburg" Erwähnung

1752 Forstmeister Brand wird nach dem Tode des Amtmanns Jörns dessen Amtsnachfolger und das Amt Ribnitz wird auf Brand´s Antrag nach Hirschburg verlegt (wo es bis 1833 bleibt).

1775 Grenzkonflikt zwischen der Stadt Ribnitz und dem herzoglichen Amt Hirschburg, nachdem der herzogliche Amtmann Klotz zu Pfingsten ohne Wissen der Stadt Grenzpfähle setzen ließ.

1787, 1. Juni bittet das Ribnitzer Amt der Grob- und Fein-Schmiede den Herzog, dem Hirschburger Schmied "die fernere Haltung des doppelten Feuers und die Fertigung aller Schiffs-Arbeit bei einer Strafe von 50 Talern auf jeden Contraventions-Fall ob periculum in mora bald gnädigst inhibiren zu lassen.

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Deutsches Reich (bis 1918)

1888/89 Der nördlich der Chaussee gelegene Teil der Rostock/Ribnitzer Heide, das Revier Hirschburg eingeschlossen, wird zu einem Groß-Gatter eingezäunt. Einziger Zugang in Zugang in die Waldungen von Hirschburg aus, ist eine große Doppel-Toranlage für den Landweg, gegenüber der Teerschweelerei Hirschburg. Unweit davon wird die Anlage an der Hirschburger Scheide durch einen Wildeinsprung ergänzt.

Deutsches Reich (bis 1945)

SBZ und DDR (bis 1990)

die heutige Zeit (ab 3.Oktober 1990)

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Herkunft von Hirschburg

Historischer Abriß zur Waldlandschaft – Ribnitzer Forst, Hirschburg/Gelbensander Forst, Forst Alte Heide

Die fürstlichen Waldungen und das Forstrevier Hirschburg

Betrachten wir die historische Entwicklung des östlichen Teils jener Waldlandschaft, die mit 12 000 ha Ausdehnung das größte geschlossene Forstgebiet an der gesamten deutschen Seeküste ist und für dessen Geschlossenheit die Geographen den Begriff „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ prägten, so umfasst sie angesichts schriftlicher Belege einen Zeitraum von mehr als 750 Jahren. Das Datum des ältesten erhaltenen Dokumentes berichtet von der größten Zäsur in der Geschichte dieser Landschaft, eben deren Teilung. Bis zum 25. März 1252 befand sich hier das gesamte in sich geschlossene Urwaldgebiet zwischen Rostock und der Recknitzmündung im Besitz der mecklenburgischen Landesherrschaft. Dann verkaufte Fürst Borwin der III. Die mehr als 6 000 ha umfassende Westhälfte an die Stadt Rostock. Die in ihren Grundzügen bis in unsere Tage anhaltende Teiliung in die westliche „Rostocker Heide“ und die östliche „fürstlich Ribnitzer Heide“ war vollzogen. Fortan machten diese beiden Waldhälften eine nutzungsgeprägt sehr unterschiedliche Entwicklung durch. In der Rostocker Heide dominierte der Holzerwerb, in der fürstlichen Heide prägte die höfische Repräsentationsjagd die weitere Entwickliung der Landschaft. Aus einer Urkunde, datiert vom 20.April 1262, ist zu entnehmen, dass die Jagd nicht mehr der allgemeinheit zustand, sondern das ihre Ausübung bereits allmählich als ein besonderes mit dem Eigentum an Grund und Boden verbundenes und aus diesem entspringendes Recht verstanden wurde. So stand nun die „Hohe Jagd“, also Hetz-, Pirsch- und Beitzjagd auf Edel-, Reh-, Schwarzwild, Auer-, Birk-, und Haselhuhn, Fasan, Trappe, Kranich und Adler ausschließlich dem Landesherrn zu. Alle übrigen jagdbaren, in der Heide vorkommenden Tierarten, die „Niedere Jagd“, also Hühnerfang mit dem Hühnerhund sowie Habichsbeize auf den Hasen, gestand man auch dem niedeeren Adel, städtisch Ribnitzer bzw. klösterlicher Beauftragter in Form von Privilegien zu. Einfachen Untertanen war nun das Vogelfangen mit Leimruten (Leimspillenausleger) gestattet.

Wann der einst hier vorkommende letzte Auerochse erlegt worden ist, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Dass er, genauso wie der Elch, einmal recht häufig anzutreffen war, belegen jedoch gelegentlich bei Erdarbeiten gemachte Funde. Auch Luchs, Bär, Wolf, Auer-, Birk- und Haselhuhn waren ehemals hier heimisch. Im Jahre 1272 finden sich erstmals urkundliche Nachweise, die einen größeren Waldbesitz der Stadt Ribnitz im Nordostteil des Waldareals belegen. Teile der Fürstlichen Heide gelangten ab 1328 durch Schenkung der Landesfürsten in den Besitz des Klarissenklosters zu Ribnitz. Dieser Streubesitz umfasste im 16. Jahrhundert Waldflächen bei Dierhagen, Müritz, Altheide/Neuhof, Petersdorf und Wilmshagen, laut der Klosterchronik von Lambert Slaggert: „Waldungen um rund 1 000 Schweine feist zu machen“. Eine Größenbestimmung, die uns zugleich von einer weiteren Art der Waldnutzung, der in Teilen bis Anfang des 19. Jahrhunderts anhaltenden Waldweide, berichtet. Wald und Schweinebestand des Klosters Ribnitz und seiner Höfe waren unzertrennbar mit einander verbunden, denn der Waldbestand spielte als Ernährungsfaktor in der Schweinehaltung die weitaus größte Rolle. Die klösterliche, wie auch die fürstliche Forstwirtschaft war zu Beginn des 16. Jahrhunderts vernachlässigt worden. Man betrieb die Forstwirtschaft nur als Plänterwirtschaft, d.h. man fällte die geeigneten Stämme regellos, ohne sich um den Ersatz durch Anpflanzung junger Bäume zu kümmern. Eine Ausnahme machten ab 1620 klösterliche Flächen in der Dierhäger Feldmark. Sie zu rein landwirtschaftlichen Zwecken zu benutzen schien unwirtschaftlich, deshalb hatte man junge Bäume angepflanzt, so dass hier im Gegensatz zu den Ausrodungen alter Waldungen der damals sicherlich seltene Fall eintrat, das früheres Ackerland zum Holzanbau benutzt wurde. Zum Problem wurde die Übernutzung der sogenannten „weichen Holzung“ (Büsche, Sträucher und niedrige Bäume). Aus ihr verschaffte sich das Kloster eine wesentliche Einnahmequelle. Es erlaubte den Bauern, sich ihren Bedarf Holz zu hauen, und erhob für mehrere Ladungen 20-30 Thaler. Die weiche Holzung wurde nicht allein als rohes Holz, sondern beereits im 16. Jahrhundert nachweislich zur Holzkohleherstellung genutzt. Das Kloster selbst betrieb keine Meiler, sondern es kaufte die benötigte Kohle von seinen Bauern. Durch den Erbvertrag von 1611 wurde auch der Übergang der Klosterwaldungen in den Besitz der Herzöge Adolph Friedrich und Johann Albrecht von Mecklenburg festgeschrieben. Dem folgte jedoch ein mehr als ein halbes Jahrhundert anhaltender Streit, bis schließlich 1669 der überwiegende Teil des Ribnitzer Klosterwaldes in fürstlichen Besitz über ging und nun Bestandteil der fürstlichen Heide wurde.

Ab 1554 sind für die fürstliche Heide erste Jagdreglemente nachweisbar, so „Wider das Jagen zur verbotenen Zeit“ (1554), „Wider das Schießen und Jagen in der fürstlichen Heide“ (1557). Beginnend im Jahre 1599 finden sich Berichte über fürstliche Jagdablager in den fürstlichen und klösterlichen Waldungen (Reh- und Schweine-Ablager; aufwändig betriebene Treibjagd-Veranstaltungen verbundenmit umfangreichen Bauerndiensten). An die Stelle des Fürsten persönlich traten während der Ablager oft die Jäger des Landesherrn, da dieser nicht selbst in jedem Jahr in allen Teilen seiner domanialen Besitzungen jagen konnte. Ein im Visitationsprotokoll 1649 erwähnter wüster Heidereiter-Sitz in Gelbensande (ein Jahr zuvor endete der 30-jährige Krieg), der zu jener Zeit wieder aufgebaut wurde, lässt den Schluß zu, dass hier bereits vor Ausbruch dieses Krieges ein fürstlicher Jagdaufseher seinen Sitz hatte. Gelbensande sollte in der Folge nicht nur Bedeutung als Sitz der landesherrlichen Jagdaufsicht, sondern auch als fürstliche Jagdresidenz in diesem ausgedehnten Areal erhalten. Vom 3. September 1687 ist uns aus der fürstlichen Heide ein Bericht überliefert, als „Ihre fürstliche DurchlauchtHerzog Gustav Adolph eine Jagd, welche er zu Ehren seines bei ihm zu Besuch weilenden Schwiegersohn, des Grafen von Stolberg und dessen Gemahlin abgehalten...“. Hier wird berichtet, dass das Treiben von Schwarzwild ebenso beliebt war, wie die lärmreiche Klapperjagd auf Füchse, Hasen und Schnepfen. Beim „Buschieren“, der Suchjagd auf Niederwild mit Vorsteh- und Stöberhund, dem übrigens der Begriff „auf den Busch klopfen“ entstammt, bei der im Gebüsch verborgene Tiere „herausgeklopft“ wurden, fanden die Durchlauchten ihr Jagdvergnügen. Die hochherrschaftlichen Weidmänner des rühen Barock bevorzugten dann jedoch mehr die körperlich weniger strapaziös eingestellte Jagd, auch umstelltes oder deutsches Jagen genannt. Darunter verstand man mittels Lappenketten umstelle Waldtrassen, in denen Treiber dem Jagdherrn das Wild zum Schusse zutrieben. Besondere Bedeutung erlangten die Ribnitz/Gelbensander Waldungen während der regierungszeit des Herzogs friedrich Wilhelm (1675-1713), der hier seiner Vorliebe, der Parforce-Jagd häufig nachging. Die Parforce-Jagd, auch französische Jagd oder „chassé á courre“ genannt, von par force = mit Gewalt; ohne jeglice Pardon , zielte in der Regel auf den edlen Hirsch, der von einer Meute speziell abgerichteter Hunde und den Treibern bis aufs Blut gehetzt wurde. Er veranlasste 1694 auch das „Edict wider das Jagen in der verbotenen Zeit, worin zugleich dessen Befehl, denen Hunden auf dem Lande die Schleif- oder Zwergknütteln von 5 viertel Ellen lang anzuhengen“ gefolgt vom „Jagd- und Forst-Edict“ 1697. Dazu gelang es dem Herzog durch den „Vergleich mit der Stadt Rostock wegen der Besetzung und cedirten Ober- und Niederjagden in der Rostocker Heyde“ am 28. März 1702, das Recht der Jagd in der Rostocker Heide auf Lebenszeit zu erlangen. Somit stand ihm die Jagd in der Fürstlichen Waldung, wie auch der Ribnitzer und Rostocker Stadtwaldung zu. Das hatte schließlich zur Folge, das er zeitweise seine Hauptresidenz nach Rostock verlegte und am Heidereiter-Sitz Gelbensande ein kleines Jagdschloss errichten ließ. Auf sein Betreiben hin wurde 1702 eine Holzordnung erlassen, die inhaltliche Ansätze zu geregelter Forstwirtschaft (Erhaltung und Schonung der Waldungen, erste Durchforstungsregeln, Schlageinteilung von Niederwald) enthielt. Im Jahre 1715, zwei Jahre nach Friedrich Wilhelms Ableben, gereichte das diesem Landesfürsten seitens der Rostocker auf Lebenszeit eingeräumte Jagdrecht in den städtischen Waldungen zu einem handfesten Streit mit dessen jüngerem Bruder und Amtsnachfolger, Herzog Carl Leopold. In Folge dieser Streitigkeiten besetzten herzogliche Truppen die gesamte Waldlandschaft, auch wurde die Rostocker Bürgervertretung festgesetzt. Am 26. Mai erging der kaiserliche Bescheid, dass die „Transaktion“ des Herzogs „vor Null und nichtig erklähret“ wurde. So musste sich Carl Leopold, der kurz zzuvor gerade ein politisches Bündnis mit Zar Peeter dem Großen eingegangen war und dessen Nichte Katharina Iwanowna geheiratet hatte, den Gelbensander Jagdsitz zu einer barocken Jagdresidenz-Anlage erweitern. Die heute nicht mehr existierende Anlage ähnelte dem barocken Jagdschloß Friedrichsmoor fast zwillingshaft und wurde ebenso vom Baumeister Christian von dem Knesebeck erbaut. Sie wurde zu einem der besonders beliebten Aufenthaltsorte des Fürstenpaares. Die umgebenden fürstlichen Waldungen nutzte man als bevorzugten Aufenthaltsort der Präsentationsjagden. Als wohl berühmtester Jagdgast nahm daran Zar Peter wiedereholt teil. Ab etwa 1719, in der Zeit der de facto Entmachtung Herzog Carl Leopolds verekümmerte die höfische Repräsentationsjagd in den fürstlich Gelbensander Forsten für Jahrzehnte fast bis zur Bedeutungslosigkeit.

Angesichts des in Mecklenburg, wie in ganz Europa raumgreifenden Gespenstes der Holznot, der überwiegende Teil der Waldungen war durch Übernutzung zu Strauchwüsten verkommen, waren die hiesigen fürstlichen Forsten weitgehend intakt. Die 1702 erlassene Forstordnung und eine Reihe, den Folgejahren entstammender, darauf aufbauender Edikte und forstlicher Verordnungen, zeigten hier ihre Wirkung. Zaghaft wurden erste Schritte zu geregelter Forstwirtschaft praktisch umgesetzt. 1736 kam es zur Errichtung der fünf ersten Forstinspektionen in Mecklenburg. In der fürstlich Gelbensander Heide entstand so die Hirschburger Forstinspektion. Eine Einteilung der Waldungen in Reviere folgte bald darauf. Im August 1750 entstand die erste Teerschweelerei in den fürstlichen Waldungen in der Nähe Gelbensandes. Insgesamt existierten im 18./19. Jahrhundert viet Teerschweelereien in der fürstlichen Heide. Erst drei Jahre nach Regierungsbeginn Herzog Christian Ludwigs II., also ab 1750 rückte dieses fürstliche Waldgebiet wieder in den Focus höfischen Jagdgeschehens. Ab 1755 wurde der Bestand an Hetzhunden und Pferden in der Gelbensander Jagdresidenz beachtlich erhöht. Parforce-Jagden erlebten eine Renaissance, forstliche Aspekte traten wiederhinter höfische Repräsentation zurück .

Den nächsten zaghaften Versuch nachhaltige Waldwirtschaft in den Vordergrund zu stellen, dokumentiert die 1789 verabschiedete „Patent-Verordnung wegen Schonung des Eichen-Holzes, insonderheit wegen mißbräuchlicher Verschwendung junger Eichen-Hester ...“. Großherzog Friedrich Franz I. Lebte es, alljährlich im Herbst große Saujagden mit der Findermeute abzuhalten. In Gelbensande bestanden zu der Zeit speziell angelegte Zuchteinrichtungen für Hetz-, Leit- und Schweißhunde. Versuche der herzoglichen Forstinspektoren (Oberförster Ehlers, Dienstzeit von 1776-1789; Oberförster von Schildfeld 1789-1816; Oberförster Walter 1794-1806; Oberförster Böcler 1806-1816) unter diesen Rahmenbedingungen geregelte Forstwirtschaft zu realisieren, blieben damit weitgehend wirkungslos. Erst mit dem Dienstantritt Philipp von Stenglin´s, eines späterhin bedeutenden Forstmannes begann im Jahre 1816 die Ära einer wirklich tiefgreifenden geregelten Forstwirtschaft. Nur kurz zuvor hatte von Stenglin die Forstakademie Heinrich Cottas (einem der Wegbereiter der deutschen Forstwirtschaft) in Zillbach /Thüringen als einer der ersten Absolventen verlassen. Er führte in den fürstlichen Waldungen die erste wirkliche Forsteinrichtung durch, gliederte die Reviere in Abteilungen, ließ Ansaaten bzw. Pflanzungen eingattern, um so geschützt, um so geschützt vor Wildverbiß ansehnliche Forstbestände aufwachsen zu lassen. Er machte erste erfolgreiche Versuche, standortgemäß auf Plaggstreifen zur Frischerhaltung des Humus übersandete Kiefern-Streifensaaten anzulegen. Von Stenglin gelang es selbst unter den erschwerten Bedingungen eines fürstlichen Präsentationsjagdgebietes, eine Musterforst von landesweiter Bedeutung auf den Weg zu bringen. Welche Beachtung sein forstliches Wirken fand, belegen unter Anderem auch Studienaufenthalte von Land- und Forstwirten nationalen Ranges, wie der Cotta´s im September 1825 oder des berühmten Nationalökonomen Johann Heinrich von Thünen im Jahre 1831 an der Gelbensander Forstinspektion. Eine bemerkenswerte Initiative von Stenglin´s ist auch die Gründung des „Versorgungsvereins für Forstarbeiter zu Gelbensande“ sowie der „Allgemeinen Witwen- und Waisen-Kasse“ 1830 als zwei der ersten Sozialkassen in Mecklenburg. In der Regierungszeit des Großherzogs Friedrich Franz II. Ab 1842 war schließlich auch das Ende der aufwändigen Parforce-Jagden und Hauptjagden gekommen. Fortan prägten mehrheitlich Pirsch- und Ansitzjagd das Geschehen in der fürstlichen Heide. Nach Philipp von Stenglin´s Tode am 30.9.1844 setzten dessen Amtsnachfolger: Forstmeister von Bülow Dienstzeit 1844-1851; Forstmeister Schulz 1851-1874, nun dessen forstliches Vermächtnis mit Kontinuität fort. Mit Max Garthe, dem Enkel des in der Rostocker Heide berühmt gewordenen Forstmeisters Hermann Friedrich Becker, begann 1874 ein weiterer Forstmann von herausragender Bedeutung an der Gelbensander Forstinspektion seine Dienstzeit. Als hier unter seiner Leitung 1875 bis 1877 unmittelbar neben der barocken Jagdresidenz der Komplex einer neuen Forstinspektion gebaut wird, erhielt diese zugleich den Status der zentralen Ausbildungsstätte für den gehobenen Forstdienst in Mecklenburg. So hat ein großer Teil bedeutender mecklenburgischer Forstmänner in der Zeit bis 1944 hier eine ganz wesentliche forstberufliche Prägung erhalten.

Der Forsthof Hirschburg

In einem Berichte (concept) des Magisters Samuel Nicolaus Wagner, Pastor v. Ribbenitz, angeblich vom Jahre 1665, über die Verhältnisse der Stadtkirche zu Ribnitz (Original in den Akten der Superintendentur Doberan) heißt es von Hirschburg, dort habe früher „der alte Glöde „ gewohnt, jetzt wohne dort der H. Forstmeister, „der Knechte jung und Mägde helt, und ein „Schüzze“ (d.h. also ein Jäger). Der Forstmeister Jürgen Christoffer Malchow (?) zu Hirschburg habe ferner Freudenberg und Hirschburg in Pacht und habe auch eine wüste Hufe von Klockenhagen inne. Der Forstmeister muß damals also eine ausgedehnte Landwirtschaft betrieben haben.

Im November 1744 kommt unter Herzog Carl Leopold ein „Forstmeister Brand zu Hirschburg“ vor (Jb. XI S.114). Als dieser Brand 1752 nach dem Tode des Amtmanns Jörns, zugleich zu dessen Nachfolger beim Amte Ribnitz ernannt wurde, wurde letzteres auf Brands Antrag nach Hirschburg verlegt, wo es bis 1833 blieb. (Tott, Gesch. d. Stadt und des Klosters Ribnitz, 1853 S.6)

Das Amt Hirschburg

Aus der alten „Burgvogtey zu Ribnitz“ entstand die spätere Vogtey nach deutschem Brauch als Schulz- und Verwaltungsbehörde, welche noch später den Namen „Amt“ erhielt , bis 1752 ihren Sitzt im Klosterküchenmeisterhofe hatte, dann aber nach dem Tode des Amtmanns Jörns, auf Antrag des zu Beamten ernannten Forstmeisters Brandt nach Hirschburg verlegt wurde, 1833 jedoch wieder nach Ribnitz kam. (Tott, Gesch. d. Stadt und des Klosters Ribnitz, 1853 S.6)

1810 war „de oll Amtshauptmann Klotz“ zu Hirschburg. Ludwig Dolberg berichtet, 1810 bei der Kontinentalsperre hätten die Franzosen den Dierhäger Schulzen „dod ängst, obschons he´n Kirl was, vor den süß de oll Amtshauptmann Klotz, der dunntomalen noch to Hitzborg wahnen deihr, Respect harr. Denn wenn em seggt würr, dor wier ein Schult, de will em spreken, un he frog, wecker dat den war; un se sehren em: de Deirhäger was dat, dunn sehr he: „Denn möt ick henn.“ (L. Dolberg 1885, S. 117)

In Hirschburg sollen zwei langgestreckte einstöckige Gebäude und der Rest einer Allee Überbleibsel des Amtes sein, das im Anfang des 19. Jahrhunderts in Hirschburg statt in Ribnitz war. (Friedrich Schlie 1914)

Das Amtsgericht

Die Schule

Die Schmiede

Am 1. Juni 1787 bittet das Ribnitzer Amt der Grob- und Fein-Schmiede den Herzog, dem Hirschburger Schmied „die fernere Haltung des doppelten Feuers und die Fertigung aller Schiffs-Arbeit bei einer Strafe von 50 Talern auf jeden Contraventions-Fall ob periculum in mora bald gnädigst inhibiren zu lassen. Die Hirschburger Schmiede hatte damals augenscheinlich noch nicht lange bestanden, war aber mit einem ziemlich umfangreichen Banngebiet verehen. Denn in der Beschwerde der Ribnitzer wird diesbezüglich erwähnt, daß der Hirschburger Landschmiede bei ihrer „vor eben nicht gar langer Zeit“ erfolgte Errichtung die Höfe Neuhof und Petersdorf und das ganze Fischland als Zwangsgäste beigelegt seien. (Ribnitzer Amtsakten: Landschmiede, Generalia Schlie 1914)

Die Köhlerei/ Teerschweelerei Hirschburg

Hochburg des Reitsports

Zeitzeugen berichten

Menschen in und um Hirschburg

Hier wird an Menschen erinnert die in Hirschburg geboren oder verstorben sind bzw. durch eine besondere Beziehung zum Ort ihre Spuren hinterlassen haben:

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Hirschburg

Todte beschwören.

Das fürstliche Amt, welches jetzt in Ribnitz ist, war früher in Hirschburg. Damals fungirte in Hirschburg ein Candidat, welcher die Kunst verstand, Geister zu citiren. Einmal wollte derselbe die zwölf Apostel citiren. Als er bereits drei herangelesen hatte, da sagte der dritte, welcher Petrus war ›Ich ruhe nun schon viele Jahrhunderte in der Erde; warum störst du meine Ruhe?‹ Da hielt der Candidat für diesmal mit dem Citiren inne. – Um diese Zeit starben einem Bauer in Dänschenburg zwei Töchter, worüber der Vater sich viel grämte und späterhin den Wunsch hegte, die Kinder noch einmal sehen zu können. Als er dies dem Candidaten mittheilte, machte derselbe um sich und den Bauer einen Kreis und fing an zu lesen. Da erschienen die beiden Töchter. Sie hatten sich beide an der Hand gefaßt und sahen so recht bös aus. Nachdem der Bauer sie genugsam beschaut, las der Candidat sie wieder weg. Der Bauer aber hat darauf geäußert, er verlange die Kinder in diesem Leben nie wieder zu sehen. Lehrer Schwartz nach Mittheilung der Weberfrau Thiel in Klockenhagen.


Die Wäscherin am Wallbach.

Zwischen Gelbensande und Hirschburg fließt durch den Gelbensander Forst ein Bach, dessen beide Ufer sich auf einer Strecke wallartig erheben, weshalb der Bach da ›Wallbach‹ heißt. Hier auf einer Brücke traf vor Jahren ein Mann aus Hirschburg eine Frau, welche wusch. Als er ihr ›guten Tag‹ sagte, antwortete sie ›Gibt es denn auf der Welt kein Helf-Gott mehr?‹ (Man pflegte früher häufig hier zu Lande die bei der Arbeit Beschäftigten mit ›Helf Gott!‹ zu begrüßen.) Dann fuhr sie fort ›Wenn eine von den Eichen, welche jetzt auf den Wäschenberg (genannter Berg liegt unweit des Baches im Forste) gepflanzt werden, groß ist und aus derselben eine Wiege gefertigt wird, dann kann das erste Kind, was in derselben gewiegt wird, mich erlösen, bis dahin aber muß ich hier noch waschen.‹ Bei diesen Worten verschwand sie.

Lehrer Schwartz nach Mittheilung seines Dienstmädchens, das die Geschichte von seiner Großmutter in Hirschburg gehört hat.

Jäger Gländ.

Im Gelbensander Forste zwischen Hirschburg und Klein Müritz lebte vor Zeiten ein Jäger Gländ, von dem es hieß, er stehe mit dem Teufel im Bunde. Er wurde deshalb Gländ (der Glühende) genannt, und besonders eine Eiche in dem Revier, das der Sack heißt, als die Stelle bezeichnet, wohin er das Wild durch Zauberkunst brachte und wo er es schoß. Diese Eiche wurde daher von den Leuten gemieden. Unter ihr fand man ihn einst todt, mit schwarzem Gesichte; er wurde unter der Eiche begraben. Nun geht die Sage, daß, wenn ein Jäger unter der Eiche auf dem Anstand stehe und dem Wilde auflaure, dasselbe sich bald blicken lasse, wenn aber der Jäger schießen wolle, lasse sich ein leiser Pfiff hören und das Wild verschwinde. Auch sagen Arbeiter, sie hätten Jäger Gländ unter der Eiche gehen sehen. Heute ist nur noch der untere Theil des Stammes übrig und heißt Glände- Sęt (Gländes Sitz); auch wird die in der Nähe befindliche Schneise Gländesęt-Schneese genannt. P. Grambow.

Flurnamen auf der Hirschburger Feldmark