Karbow - Fortlaufende Ortschronik
| Kenndaten der Ortschronik | |
|---|---|
| Ort | Karbow (Gemeinde Gehlsbach) |
| Zeitlicher Schwerpunkt | |
| Urheberrechte | |
| Erstellungszeitraum | ab 2026 fortlaufend |
| Publikationsdatum | |
| Inhaltliche Kategorisierung | Geschichte des Ortes Karbow mit Hof Karbow, Sandkrug und Hermannsthal |
| Status (Ampelsystem) | in fortlaufender Bearbeitung |
Die Geschichte von Karbow (Chronologie)
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.
Herkunft und erste Erwähnung von Karbow
... im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)
Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)
Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)
Bis zur Reichseinigung (bis 1871)
Kaiserreich (1871-1918)
Weimarer Republik (1918-1933)
Drittes Reich (1933-1945)
SBZ und DDR (1945-1990)
Die heutige Zeit
Die Einwohnerschaft von Karbow
Die Häuser
Lindenstraße
Poststraße
Lübzer Chaussee
Schulstraße
Am Hof
Hermannsthal
Wichtige Institutionen
Die Kirche
Beschreibung der Kirche
Allgemeines
Die Dorfkirche in Karbow ist eine der Kirchen der Kirchengemeinde Gnevsdorf-Karbow mit Pfarrsitz in Gnevsdorf (Propstei Parchim des Kirchenkreises Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland). Zusammen mit der den Kirchhof umgebenden Trockenmauer steht sie unter Denkmalschutz.
Die Karbower Kirche ist ein aus Feldsteinen errichtetes Gotteshaus mit Fachwerkelementen, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert, mit spitzbogigen Fenstern, einem Satteldach und einer flachen Holz- und Balkendecke. Im Osten hat der einschiffige Feldsteinbau einen halbrunden Giebel im unteren Bereich, der durch zwei Pfeiler aus Holz gestützt wird, sowie einen Teil aus Fachwerk im oberen Bereich. Im Westen befindet sich der Kirchturm. Der untere Teil ist in Fachwerkbauweise errichtet, das Obergeschoss mit Brettern verkleidet. Das den Turm schützende Pyramidendach wird von einer vierseitigen Fachwerklaterne bekrönt. Eine Metallkugel mit einer Wetterfahne aus dem Jahre 2009 und einem Kreuz bilden den Abschluss. Auf dem östlichen Ende des Daches ist ebenfalls eine Metallkugel zu finden. Im Süden befindet wird ein als Eingang genutzter Fachwerkanbau mit Satteldach.
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Ansicht von Süden 2014
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Ansicht von Nordwesten 2014
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Eingang von Süden 2014
Das Kirchdorf Karbow (nach Friedrich Schlie)
(Auszug aus: Friedrich Schlie, Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin, Band 4: Die Amtsgerichtsbezirke Schwaan, Sternberg, Güstrow, Krakow, Goldberg, Parchim, Lübz und Plau, Schwerin 1901, S. 569-570)
Geschichte des Dorfes
Wie Kreien und Wilsen, so liegt auch das Bauerndorf Karbow sammt dem gleichnamigen Hofe in der Lübzer Ture und gehört gleich jenen vom XIII. Jahrhundert bis zur Säkularisierung im XVI. Jahrhundert dem Kloster Stepenitz. Einen Pfarrer Dietrich giebt es dort im Jahre 1920 und einen mit Namen Hinricus Wulff im Jahre 1373. Dann klafft aber eine Lücke von fast zweihundert Jahren. 1563 wird Jakobus Unverfert (Fürchtenicht, Imperterritus) berufen. Er wirkt noch im Jahre 1609, als die erste Kirchenvisitation von mecklenburgischer Seite in Karbow statt hat. Ihm folgt Michael Croschius. Diesem der an der alten Kanzel zu Darss im Jahre 1625 genannte Pastor Michael Slepkow und darauf von 1630 an Christoph Gypharius. Nachher wirken in Karbow Detlev Preen von 1653 an, Christian Fanter von 1661 an, Joachim Dabelow (Vater des D. in Burow) von 1698 an, Joachim Gammelin von 1725 an, Gotth. Friedr. Wolf von 1755 an (zuerst als Adjunkt des 1767 gestorbenen alten Gammelin), Ernst Joh. Darjes von 1782 an und Karl Ludw. Musculus von 1799 bis 1808. Ueber ihn und seine Nachfolger im XIX. Jahrhundert s.Walter a.a.O.
Darss ist nachweislich um 1609 Filial-Kirchdorf von Kreien, ohne Zweifel aber schon in früherer Zeit damit verbunden.
Kirche
Die alte einschiffige Feldsteinkirche ist im Jahre 1604 abgebrannt. Auf das stehen gebliebene Gemauer ist eine flache Balken- und Brettterdecke gelegt und dann das Dach aufgesetzt. Im Westen ein Thurm, der unten als Fachwerkbau und oben als Holzbau mit Bretterbekleidung behandelt ist. Aus seinem Kreuzdach erhebt sich ein kleines vierseitiges Thürmchen, das ebenfalls mit einem Kreuzdach versehen ist. In seiner Wetterfahne die Jahreszahl 1749(?). Auf dem Ostgiebel eine Stange mit einer Kugel und einem Hahn, in dem die Jahreszahl 1736 steht.
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Ansicht von Süden 1928
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Ansicht von Südwesten 1940er Jahre
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Ansicht von Süden 1978
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Ansicht von Süden 1980er Jahre
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Ansicht von Süden 1986
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Blick über den Friedhof von Südwesten 1988
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Ansicht von Osten 1988
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Westportal 1988
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Ansicht von Nordosten 1988
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Ansicht von Süden Frühjahr 1996
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Ansicht von Süden 2014
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Aus der Ferne 2014
Triptychon
Auf dem Altar ein Triptychon mit Schnitzwerk vom Ende des XV. Jahrhunderts. In der Mitte die hl. Maria mit dem Christuskinde, daneben links der hl. Nikolaus, rechts die hl. Katharina. Ueber der Bekrönung ein Triumph-Kreuz mit Johannes und Maria (wohl von jeher an dieser Stelle).
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Blick in das Kircheninnere 1918
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Blick in das Kircheninnere nach Osten von der Empore 1988
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Altar mit Kreuzigungsgruppe 1988
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Triptychon 2015
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Triptychon - Figur links: der heilige Nikolaus 2015
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Triptychon - Figur Mitte: die heilige Maria mit dem Jesuskind 2015
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Triptychon - Figur rechts: die heilige Katharina 2015
Kanzel
Die Kanzel ist ein Werk der Renaissance vom Jahre 1598. In der Kanzel, Füllungen als Schnitzwerk der vier Evangelisten.
Taufbehälter, Epitaph
Hölzerner Taufbehälter aus dem XVII. Jahrhundert.
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Taufbecken (im Vordergrund der Opferstock) 2015
Epitaph des Pastors Christian Fanter. Holzarbeit, im Felde der Krucifixus im Relief, darunter Leidtragende (gemalt), jedoch ist die Malerei fast ganz vergangen. Inschrift: CHRISTIANUS FANTERUS, STERNBERGENSIS, PASTOR ECCLESIAE HUJUS CARBOVIENSIS ET DARSSENSIS AETAT: XLIX Minist XXIV ANNO MDCLXXXV.
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Epitaph 2015
Leuchter
In der Kirche ein Wandarmleuchter von Messing aus dem XVII. Jahrhundert.
Glasmalerei
Im nördlichen Fenster des Chors zwei kleine gemalte Scheiben. In der einen die Inschrift HANS ALBRECHT. In der zweiten die Prudentia mit der Unterschrift ANNA ELISABETH HILLJENDORF.
Glocken
Im Thurm zwei Glocken. Die grössere (Dm 0,99 m) hat vorne im Felde die Inschrift: UNTER DER REGIERVUNG DES D . F . V . H . H . CAROLI LEOPOLDI H . Z . M . HAT MIT VORWISSEN DER H . H . BARNEVITZISCHEN ERBEN ALS PFANDEINH . DES A . L . DIESE GLOCKE VON DENEN KIRCHENMITTELN ZV CARBOW ANGESCHAFFET . D . JOACHIM GAMMELIEN P . JVRATI C LNET (für LENT) P . SCHMIDT. Oben ringsumlaufend: LAVRENTIVS STRAHLBORN ME FVDIT LUBECAE ANNO 1741. – Die zweite Glocke (Dm 0,65 m) ist laut Inschrift im Jahre 1863 von P. M. Hausbrand, Hofglockengiesser in Wismar, zur Zeit des Pastors A. P. V. F. KÖPPEN zu Karbow und Darss und der Juraten SCHRODER und JACOBS zu Karbow umgegossen worden (ihre Vorgängerin war 1685 von Vites Siebenbaum gegossen worden und trug den Namen des Christian von Bülow als Pfandinhabers des Amtes Lübz, dazu den des Pastors Christian Fanter, Inventar 1811).
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Große Glocke der Kirche Karbow 2015
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Große Glocke der Kirche Karbow 2015
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Große Glocke der Kirche Karbow 2015
Kleinkunstwerke
Kleinkunstwerke. 1 – 3. Kelche, Patene, Oblatenschachtel von Siler. Neu, ohne Inschrift und Zeichen. – 4. Grosser Zimmkelch, ohne Inschrift, mit der Marke des englischen Zinns und mit dem Zeichen G. G. – 5. Zinnerner Krankenkelch von J. M. 1792, mit der Marke des englischen Zinns und dem Stempel I C H. – 6. Silberne Weinkanne, geschenkt von ALBERT BADE und MARY BADE GEB. GESLIEN ZU SCHLEMMIN 1892. Ohne Werkzeichen. – 7. Taufbecken, achteckig, von Messing. Inschrift: JOSVA SEEHVSEN; BÜRGER IN LÜBECK, VEREHRET DIESES TAVFF BECKEN ZU GOTTES EHREN IN DER KIRCHEN ZU KARBOW : ANNO 1689. Treibarbeit. Auf dem Rande unter Fruchtstücken ein Stiefel. Gewiss war der Stifter ein in der guten Stadt Lübeck emporgekommener Schuster.
Wiedereinweihung der Kirche in Karbow 16.04.1989
(Auszug aus der Kirchenzeitung vom 16.04.1989)
"Wie ein Sinnbild für den altslawischen Ortsnamen "Karbow - Hügelort" steht die Kirche mitten im Dorf auf einem Hügel, höher als alle Häuser, umgeben von den Gräbern wie in einem Garten.
Weithin sichtbar der Fachwerkgiebel und der Turm. Vier Jahre haben sich Handwerker und Kirchenmaler, allen voran Tischlermeister Werner Beese um Turm und Dach, Mauerwerk und Fenster, Bänke, Kanzel und Altar bemüht. Sie hatten es nötig! Nach dem Brand 1594 waren sie angefertigt und 1685 neu bemalt worden. In diesen Farben erstrahlt nun alles wieder. Der Altar ist besser zugänglich geworden, denn die "Stühle" des Predigers und der Pfarrwitwe - mancher sagt wohl "Bucht" - sind beiseite gerückt worden. Der kleine Marienaltar steht in sinnvoller Beziehung zur Taufe an der Nordseite. Doch das Zentrum ist die Triumphkreuzgruppe hinter dem Altar. Jeder kann dem Christus am Kreuz ins Auge schauen: Erschreckend dieser gequälte Ausdruck nicht nur im Gesicht, sondern am ganzen Körper.
Ein Zeitgenosse des Mathias Grünewald muss diesen "Schmerzensmann" geschnitzt haben. So zeigt sich die Kirche in Karbow seit der Wiedervereinigung am 01.04.1989 und hoffentlich auch in Zukunft.
Aber das bleibt alles nur Kunstwerk und kühler Raum, wenn ihn nicht Menschen mit Wärme und Leben erfüllen.
Daran fehlte es diesmal nicht. Mancher musste sich mit einem Stehplatz begnügen. Die Orgel, sie wartet noch auf ihre Kur, wetteiferte mit dem Posaunenchor und dem Chorgesang in der blumengeschmückten Kirche. Kurzum: ein festlicher Gottesdienst!
Der ehemalige Pastor Axel Walter, heute Landessuperintendent in Güstrow, hielt die Predigt über den Monatsspruch: "Der Name Gottes sei gepriesen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Denn er hat die Weisheit und die Macht." (Daniel 2,20). Er forderte die Gemeinde und alle Gäste auf, es nicht bei der Renovierung des Innenraumes zu belassen, sondern unser Zusammenleben im Dorf und in unserem Lande miteinzubeziehen: der Lobpreis umfasse die ganze Schöpfung.
Zuvor hatte Pastor Lutz Jastram zusammen mit einem Gast aus der Partnergemeinde Eschenau bei Erlangen und Kirchenältesten die Einweihung vorgenommen. Ganz "ordnungswidrig" lag jedoch während des Gottesdienstes eine Geschenkpackung auf dem Altar, und daran hing sogar "‘ne lütte Buddel Schluck". "Nur heute!", wie Pastor Jastram versicherte, und nur als Zeichen des Dankes an Werner Beese, ohne dessen Eifer und Zupacken dieser Tag wohl kaum in Sicht geraten wäre.
Ohne solche Menschen bewegt sich nichts. Das war schon früher so. Nach der offiziellen Einweihung, nach Kaffee und Kuchen, gingen alle noch einmal zur Kirche. Dort hatte der Glockenchor aus Dabel Position bezogen und zelebrierte mit einer Vielzahl von Glocken eine ungewöhnliche Musik, bei der selbst die Stundenglocke schwieg und lauschte."
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Kirche Karbow – Reparatur des Daches 1985
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Reparatur des Fachwerks am Kirchturm 1987
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Arbeiten am Holzständerwerk des Kirchturmes 1987
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Ansicht von Südwesten 1987
Pastoren




1320 Pastor Dietrich
1373 Hinricus Wulff
1563 oder 1573-1609(?) Jacobus Fürchtenicht (Unverfert Imperterritus)
1613-1629 Michael Slepkow (auch Helcow)
1630-1637 Christoph Gypharius Neuenkirch (Neofanius)
1637-1659 wahrscheinlich Vakanz
1653-1659 Detlov Pree (-1659)
1661-1697 Christian Fanter (1636-1697)
1698-1724 Joachim Dab(e)low (-1724)
1725 oder 1726-1755 Joachim Gammeli(e)n (1690-1755)
1755-1781 Gotthard Friedrich Wolff (1722-1781)
1782-1798 Ernst Johann Daries (auch Darjes, um 1740-1798)
1799-1803 Karl Ludwig Musculus (1760-1808)
1804-1836 Daniel Gerhard Engel Zander (1767-1836)
1837-1861 Heinrich Ludwig August Scheel (1792-1861)
1862-1889 August Theodor Ferdinand Köppen (1820-1890)
1889-1900 Johannes Friedrich Christoph Barmwoldt (1852-1934)
1900-1912 Albert Christian Hans Johann Hermann Diedrich Rollenhagen (1859-1934)
1912-1913 Carl Friedrich Franz Thielke (1859-1916)
1913-1925 Martin Johann Franz Schaeffer (1877-1948)
1926-1928 Wilhelm Seemann (geb. 1902)
1928-1933 Dr. Christian Karl Friedrich August Greiß (1870-1933)
1935-1938 Fritz Martin Karl Cleve (1903-1975)
1938-1946 Heinz Egon Werner Riege (1908-1969)
1946-1949 Friedrich Hermann Adolf Schoof (1891-1949)
1950-1959 Arnold Laukasiele (1909-1968)
1959-1971 Axel Walter (1932-2013)
1972-1978 Vakanz
1978-1991 Lutz Jastram
1992-1995 Reinhard Wanckel (1926-1999)
1996-2013 Gerhard Winkelmann
2013-2016 Verena Häggberg
2016- Frauke Wagner
2023-2025 Rita Wegner
Kirchliche Notizen
(Aus dem Kirchenbuch Karbow)
1. Die Orgel in der Karbower Kirche ist 1855 erbaut, besonders durch Bemühung des Förster Conrad und Küster Lange und geweiht, von Pastor Schmidt, den 7 October 1855. Orgelbauer Bernhard, Berlin
2. Pastor Köppen ist den 28 September 1862 eingeführt, durch Superintendent Polstorf, Güstrow.
3. Am 15 September 1863 ist der neue Kirchhof eingeweiht.
4. Die kl. Glocke in der Kirche ist 1863 neu gegossen in Wismar.
5. Das Pfarrhaus ist, angefangen zu bau 1868 und 1869 fertig geworden, das Wirtschaftsgebäude ist 2 Jahre später aus dem alten Wohnhause gemacht.
6. Der Windfang in der Schule ist 1879 angebracht.
7. Die neue Küsterscheune ist 1877 erbaut.
8. Die Schule in Schlemmin ist Michaelis 1884 eingerichtet, einstweilen nur internistische Schule.
9. Zum Lutherjubiläum (10 Nov 1883) ist durch Sammlung eine Altardecke und Altargeräth angeschafft und durch Herrn Kandidat Lange alle Figuren angestrichen.
10. Am 25 September 1887 ist die neue Kirche in Darz eingeweiht, 3 Jahre hat der Bau gedauert.
11. Am 19 p. Trin. 1887 ist Küster Schröder eingeführt.
12. Pastor Köppen ist zum 31. Oktober 1889 emeritiert und sein Nachfolger, der bisherige Schuldirigent J. Barmwoldt aus Teterow am 13. October 1889 durch Superintendent Walter aus Parchim unter Assistenz des Präpositus Fischer aus Vietlübbe und Pastor Held aus Kreien praesentiert und introdiciert worden. Seine Antrittspredigt hat er am 20 p. Trin d. 3. November gehalten.
13. Im Sommer 1890 ist das Küsterhaus durchgebaut und mit einem Steindach, statt des bisherigen Strohdaches, versehen worden.
14. Am 23. Decbr. 1890 ist der Pastor emer. Köppen in Rostock gestorben und am 27. Decbr. hier in Karbow neben seiner Frau beerdigt worden auf dem neuen Friedhofe.
15. Die Kirche hat am 4. P. Trin. 1891 ein Paar neue Altarleuchter geschenkt erhalten von Herrn Fr. Jesse zu Hof Karbow auf Veranlassung der Neupachtung des Hofes Karbow.
16. Die Volkszählung am 1. Decbr. 1890 hat für die hiesige Gemeinde ergeben: Karbow 203, Hof Karbow 88, Sandkrug 24, Schlemmin 98 Seelen, in Summe 413 Seelen.
17. Am 22. p. Trin. D. 25. Oct. 1891 hat die Einführung des neuen Küsters und Lehrers Engel in Darß stattgefunden, der bisherige Küster Kapong ist nach Neu-Caliß bei Dömitz versetzt.
18. Adventsbericht 1891: Getauft Karbow: 9 Knaben 4 Mädchen, davon unehelich 2 Knaben: Darß: 2 Knaben 1 Mädchen; Konfirmiert: K: 6 Kn 11 Mdch, D: 1 Kn 1 Md; Getraut K: 1 Paar fremde Gemeinde, D: 1 Paar; begraben K: 7, D: 1; Communiciert: K: 207 Personen gegen 183 im Jahre 1890 und 165 im Jahre 1889; D: 97 gegen 108 u. 109.
19. Am Palmsonntag 1892 hat der bisherige Pächter Bode in Schlemmin der Kirche eine neue Abendmahlskanne geschenkt.
20. Am 12. Febr, 1894 herrschte ein gewaltiger Orkan, der in Hof Karbow eine Scheune umstieß, auch an den Dächern der Pfarrgebäude mancherlei Schäden verursachte.
21. Seelenzahl der Gemeinde am 2. Decbr. 1895: Karbow: 202 Darß: 63 Sandkrug: 20 Wahlstorf: 114 Hof Karbow: 87 Quaßlin: 27 Schlemmin: 105 204 414 Kommunikanten: Karbow: 178, Darß: 102
22. Im Sommer 1896 ist an dem Südende des Wirtschaftsgebäudes der Pfarre ein Scheunenanbau angefügt aus Steinfachwerk mit Pappdach.
23. Am 21. Sonnt. P. Trin. d. 7. Nov. 1897 fand die Weihe der neuen Orgel in Darß statt. Sie ist durch den Orgelbauer Runge in Schwerin und kostet 1250 M, wozu der Schwerinsche Legat 800 M beiträgt, die Gemeinde freiwillig 200 M, Frau Possehl – Dammerow 20 M und patronus das Uebrige.
24. Im Frühjahr 1898 erhielt die Kirche in Karbow einen neuen Fußboden, bei dieser Arbeit fanden die Maurer hinter dem Altar unter einem Mauerstein 15 große Silbermünzen mit Prägung aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Diesen Fund hat das Münzkabinett des Großhzgl. Museums in Schwerin für 120 M angekauft, wovon die Finder die eine Hälfte, die Kirche die andere erhalten haben.
25. Im Herbst 1896 ist der Küster Engel von Darß nach Jürgenshagen versetzt, sein Nachfolger Prösch ist von Marnitz dahin berufen.
26. Nachdem im Jahre 1896 und gleichfalls 1897 mehrere Gebäude in Darß durch Feuer vernichtet wurden, gingen am 2. Decbr. 1898 abends 6 Uhr in der Scheune des Erbpächters Böhl (dem Kirchhofe zunächst wohnend) Feuer auf, das bei dem herrschenden Süd-Südweststurm sich sehr schnell der mit Stroh gedeckten Küsterei mitteilte, die dann auch vollständig niederbrannte, so daß Küster Prösch gar nichts retten konnte; nur seine Sau mit Ferkeln ist schließlich noch den Flammen entrissen. Mit verbrannt ist auch das Taufbecker der Darßer Kirche und der Gehrock des Pastors. – War das Feuer angelegt, ist auch diesmal unermittelt geblieben. – Die Schule ist während des Wiederaufbaues der Küsterei bei Erbpächter Böhl untergebracht, während der Lehrer Wohnung gefunden bei Erbpächter-Wittwe Schulz (Gehöft No. 2), deren Wirtschaftsgebäude im Jahre 1897 niederbrannten.
27. Im Frühling 1898 sind auf dem neuen Kirchhofe in Karbow längs der Dorfstraße die alten Fichten weggenommen und an ihrer Stelle junge gepflanzt worden, nachdem im Jahre vorher auch eine neue Drahtbefriedigung hergestellt war.
1899
28. Beim Abräumen der Brandstätte des Küstergehöftes in Darß (Hof No. 26) hat sich das Taufbecken, arg beschädigt, wieder gefunden; doch ist es nun mehr wieder repariert worden in der Werkstatt von H. in Berlin Alte Jacobstr. 5, versilbert und innen vergoldet, zum Preise von 25 M, und am 1. Ostertag 99 wieder in Gebrauch genommen.
1899
29. Am 1. Ostertag d. 2. Apr. 1899 hat die Weihe des im Westen, Süden und Osten der Darßer Kirche belegenen Stückes des Kirchhofes gelegentlich Beerdigung der Büdnerwitwe Berlin geb. Blume stattgefunden, das zwischen der Mauer und dem zur Kirche führenden Steige begrenzte Stück ist für Kaufgräber bestimmt, worüber ein eigenes Statut vorliegt.
30. Am 9. April 1899 ist dem Küster und Lehrer Schröder in Karbow in Anerkennung seiner durch viele Jahre der Kirche und Schule treu geleisteten Dienste von S.H. dem Herzog-Regenten Johann Albrecht der Titel eines Kantors verliehen worden.
31. Am 12. Apr. 99 starb im 85. Lebensjahre hierorts der pens. Küsterschullehrer Lange, der von Mich. 1841 bis dahin 1887 die hiesige Küster- und Schulstelle verwaltete, die letzten 3 Jahre mit Hülfe von Assistenten; er gehörte der Seminarklasse 36/36 an. Am 16. Apr. fand unter allseitiger Beteiligung des Dorfes die Beerdigung statt.
32. Am 20. Juni wurde in allen Schulen des Landes das 350jährige Gedächtnis der gesetzl. Einführung der Reformation in Mecklbg gefeiert, die Kirche gedachte derselben im Gottesdienst der 3. P. Trin. am 18. Juni.
33. In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli entstand in der Küche des hies. Küsterhauses ein Feuer, das jedoch bald wieder gelöscht werden konnte. Der Gebäudeschaden ist auf 80 M abgeschätzt worden.
1899
34. Am 26. Octob. hat die Weihe des neuen Schulgebäudes in Darß stattgefunden, bei welcher Gelegenheit auch das neugeschenkte Bild Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs der Schule übergeben ist.
1900
35. Am 15. p. Trin. d. 23. Sept. ist Pastor Barmwoldt in Boizenburg gewählt und als Pastor daselbst eingeführt worden, seine Antrittspredigt hat er am 7. Octob. und seine Abschiedspredigt hier am 21. Octob, gehalten.
Karbow d. 24. Oct. 1900 Joh. Barmwoldt
36. Am 18. p. Trin. d.14. October 1900 wurde Pastor Rollenhagen ordiniert und in sein Amt gewiesen durch Constistorialrat Walter – Parchim. Assistierende Geistliche waren Pastor Barmwoldt und Präpositus Fischer – Vietlübbe. Am 20. p. Trin. den 28. Okt. hielt P. Rollenhagen seine Antrittspredigt in Karbow und Darz. Rollenhagen
37. Im Frühjahr 1901 ist die Kirche zu Karbow mit einem Anstrich an der Decke und den Wänden versehen worden. Bis dahin war alles weiß getüncht. R.
38. Geschichte des Dorfes Karbow aus Jahr 1845 (nach dem Bericht des Augenzeugen Büdner Fritz Jarchow)
Nicht vorhanden waren derzeit die jetzt Lübbiysche, Hinzpetersche, Seemannsche, ……, Gundlachsche Häuslerei, Die Häuslerei von Pehrson und die von Dannenberg standen bereits. Die Häuslerei von Tischler Döscher war auch schon vorhanden. Dieses Haus war von einer Försterwitwe aus dem Sandkrug gebaut. Die Besitzer dieser Stelle ……… sehr viel, bis vor nunmehr ungef. 25 Jahren Tischler Döscher sie kaufte. Die Chaussee ist erst 1895 fertig gestellt. Die Gastwirtschaft von Camin ist nach der Vollendung der Chaussee erbaut. Auf früher Nielandtschem Gartenland, die Häuslerei von Nielandt befand sich schon damals im Besitz dieser alt Karbowschen Familie. Die Büdnerei von Lenth und die von Müller Seemann gab es damals schon. Die Lenths sind ebenfalls eine alt Karbowsche Familie. Die Häuslerei von Schultz und der neue Friedhof fehlten derzeit. Die Schmidtsche Bauernstelle gehörte damals schon dieser Familie. Das gegenüberliegende Haus, in welchem jetzt Müller Peters und Arbeiter Rabe wohnen, war das Schäfer Haus. Die Bauern hielten sich gemeinsam einen Schäfer, der auch zugleich die Kühe und die Schweine hüten mußten. Die Ferdinand Jarchowsche Büdnerei wurde damals errichtet und zwar zum Teil auf von der Pfarre genommenen Grund und Boden. Die Büdnerei, welche jetzt der Schulze Runge bewohnt, war eine Bauernstelle. Der letzte Besitzer namens Schröder verkaufte dieselbe an Lehmkuhl, in dessen Besitz sie heute seine 2. Erbpachtstelle bildet. Das Bauernhaus wurde wie alle anderen alten Bauernhäuser abgebrochen und an dessen Stelle das jetzige Schulzenhaus gebaut. Die Stellmacher Seemannsche Büdnerei war Ochsenhirtenhaus. Damals hielten sich die Bauern nur 2 Pferde und daneben 4 und mehr Jungochsen. Der Hirte hatte die jungen Stiere und auch die Ochsen, soweit diese nicht in der Wirtschaft gebraucht wurden, zu hüten. Wo der Pfarrgarten an die Straße stößt und zwar in der Richtung nach der Kirche zu, stand das Pfarrwitwenhaus. Wo im Pfarrgarten die Wege in der Mitte sich kreuzen, stand eine …, deren Brunnenschacht noch vorhanden ist. Wo das Pfarrhaus jetzt steht, befand sich eine kleine Scheune. Der Pfarracker war teils Acker, teils Witwengarten. Auf dem Platz des jetzigen Viehhauses, nur weiter von der Straße ab und mehr auf dem Pfarrhof hinaus, stand ein Bauernhaus mit Stallungen in der Richtung nach der alten Scheune zu. Die Fenster dieses Hauses gingen nach den Kirchhof hinaus. Bei der Separation in den 50ger Jahren wurde das Bauerhaus abgebrochen und als „ausgebautes“ am Fuße des Fuchsberges wieder aufgerichtet: jetzige Hardersche Stelle. Wo jetzt das Wirtschaftshaus steht, stand damals das Pfarrhaus. …. War es länger als das jetzige Wirtschaftshaus. Es reichte noch bis zur Mitte der neuen Scheune. Das Wirtschaftshaus von heute ist noch ein Rest vom damaligen Pfarrhaus. Der Pfarrgarten befand sich nach dem heutigen Acker hinaus in der vollen Breite des Pfarrhauses bis zur Höhe von der Eiche, die an der Grenze vom Hof-, Seemannschen und Pfarr-Gebiet steht. Die neue Scheune fehlte. Zur Pfarre gehörte die alte Scheune, die heute noch steht. Der Zugang zur Pfarre befand sich zwischen der alten Scheune und dem Stall der gegenüberliegenden Bauernstelle. Südwärts von der jetzt neuen Scheune, gleich hinter der Steinmauer stand wieder ein Bauernhaus auf jetzt Seemannschen Acker. Dies war diejenige Bauernstelle, welche nach der Separation bei den Fuchstannen hin ausgebaut wurde: jetzige Wulf’sche Stelle. Das Gebiet, wo sich jetzt die Post befindet, wurde Brink, auf welchem die Schulkinder spielten. Das Schulhaus befand sich schon derzeit dort, wo es jetzt ist. Auf der neben dem Schulhaus gelegenen zur Pfarre gehörenden Bauernstelle hat um 1800 und früher der Hof Karbow gestanden. Fundamente davon sind noch im Acker vorhanden. Die Hofkaten standen auf dem hinter dem Schulgehöft liegenden Acker, sich dem Berg hinanziehend. Die jetzt Caminsche Scheune neben der Post war nicht vorhanden. Hier war ein Garten, der zur Pfarre noch gehörte. Er wurde abgestanden an eine Frau Busch und zugleich über den Kauf ein ….kontrakt aufgesetzt, nach welchem der jedeweilige Inhaber dieser 30 (Quadrat-)Ruten 1 Thaler Courant und außerdem 1 1/6 Scheffel Roggen in Geld jährlich an die Pfarre zu zahlen hat. Der jetzige Inhaber Camin weigerte sich zu zahlen, aber OK-R erhob Klage. Ehe es zur gerichtlichen Entscheidung kam, gab Camin bei und unterschrieb einen ihm vom OKR vorgelegten …., nach welchem die Zahlung für alle Zeiten wieder festgelegt ist. Die Caminsche Büdnerei, in welcher Schneider Persky und Maurer Brockmann wohnen, stand derzeit schon und wurde von einem Tischler bewohnt. Die Zobelsche Büdnerei war Schulzenhaus. Die Jarchow’sche Bauernstelle war die alten Lenth’s Stelle. Auf dem jetzt Büdner Fritz Jarchow’schen Gebiet standen 2 Bauernhäuser dicht neben einander. Beide wurden bei der Separation abgebrochen und ausgebaut: jetzige Lehmkuhlsche 1. Stelle und jetzige Wintersche, soeben an Martens verkaufte Stelle auf dem Hillberg. Die Frahmsche Büdnerei war Katen. Die Dannenberg’sche Erbpachtstelle war im Besitz eines Bauern Jakobs. R.
39. Kommunikanten 1901: Karbow: 161 Darz: 115
40. 1901 in Karbow: getauft 15 Kinder, 10 Knaben und 5 Mädchen konfirmiert 3 Kinder, 2 Knaben und 1 Mädchen getraut 2 Paare begraben 6 Personen, 2 Erwachsene und 4 Kinder 1901 in Darz: getauft 5 Kinder, 3 Knaben und 2 Mädchen konfirm. 8 Kinder, 5 Knaben und 3 Mädchen getraut 1 Paar begraben 7 Personen, 2 Erwachsene und 5 Kinder R.
41. Seelenzahl der Gemeinde am 1. Dezember 1900: 1895 1895 Dorf Karbow 195 202 Darz 57 63 Hof Karbow 97 87 Wahlstorf 121 114 Sandkrug 23 20 Quaßlin 31 27 Schlemmin 110 105 425 414 204 204
Gesamtzahl 634 Seelen (1895: 618)
Gesamt - Einwohner Zahl davon gehören zur Landeskirche: Paroch. Karbow über 14 Jahre alt unter 14 Jahre alt zu-sam-men Erwachsene Kinder 1. Dez. 1900 männl. weibl. männl. weibl. zu-sam-men 451 183 634 229 195 98 82 604
R.
1902
42. Kommunikanten 1902: Karbow 160, Darz 114 (65 %) Abendmahlsberechtigt ca. 400 1902 in Karbow getauft 10 Kinder, 6 Knaben, 4 Mädchen konfirmiert 7 Kinder, 4 Knaben, 3 Mädchen getraut 2 Paare begraben 4 Erwachsene und 2 Kinder = 6 Personen
1902 in Darz getauft 7 Kinder, 5 Knaben, 2 Mädchen konfirmiert 4 Knaben getraut 1 Paar begraben keiner R.
1903
43. Kommunikanten 1903: Karbow 136, Darz 112 (Abendmahlsberechtigt ca. 400) 1903 in Karbow getauft 9 Kinder, 4 Knaben, 5 Mädchen konfirmiert 9 Kinder, 5 Knaben, 4 Mädchen getraut 4 Paare begraben 5 Personen 2 Erwachsene, 3 Kinder
1903 in Darz getauft 5 Kinder, 4 Knaben, 1 Mädchen konfirmiert 5 Kinder, 3 Knaben, 2 Mädchen getraut ------ begraben 3 Personen, 1 Mann, 2 Kinder R.
44. Im Frühjahr 1904 ist der Altarvorsatz in der Karbower Kirche erneuert in Bezug auf den Fußboden und die Kniebretter, auch sämtliches Gestühl im Altarraum neu gestrichen. Ebenso ist der Schalldeckel mit neuem Anstrich versehen worden und die Widmungsangabe an demselben wieder angebracht: „Diesen Deckel haben die beiden Brüder J. Christopher und Johann Schaufka gegeben Anno 1689.“ R.
Fortsetzung in der Chronik von Karbow Darz
Das Kriegerdenkmal für die im Weltkrieg 1914-18 Gefallen ist hier in Karbow am 29. Oktober 1922 enthüllt worden. MS.
Die neue schwarze Altarbekleidung in der Karbower Kirche ist am 18. Oktober 1925 eingeweiht worden. MS.
Die Schule
Krüge und Gaststätten
Gastwirtschaft
Krüge
Erbkrug- und Schmiedegehöft im Sandkrug
Bereits im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde Mecklenburg von Fracht- und Poststraßen durchzogen. Bedeutsame Strecken für den Transport von Waren und Post führten - ausgehend von den Hafenstädten Rostock, Wismar, Lübeck und Hamburg - in West-Ost-Richtung bis nach Stettin, Danzig und weiter nach Königsberg, in Nord-Süd-Richtung u.a. nach Berlin, Breslau und Wien. An diesen Verkehrswegen wurden in bestimmten Etappen Krüge errichtet. Sie dienten zum Wechseln der Pferde und oft auch als Erholungs- und Übernachtungsmöglichkeit für Kutscher, Reisende und Zugtiere. Die häufig in der Nähe befindliche Schmiede wurde für Reparaturen an Kutschen und Gespanne genutzt, Pferde konnten neu beschlagen werden.
Das Erbkrug- und Schmiedegehöft Sandkrug liegt am ehemaligen "Postcourse", der von Lübeck über Wittstock nach Berlin führte. Es ist eins von insgesamt nur drei Häusern an diesem Wohnplatz, der zum Dorf Karbow gehört. An ihm vorbei führen der Landweg von Lübz kommend über Benzin nach Retzow weiter ins Preußische sowie der Weg von Plau am See kommend über Schlemmin nach Karbow und ebenfalls weiter in Richtung Brandenburg.
Eine genaue Datierung, wann dieser Krug errichtet wurde, konnte bisher nicht entdeckt werden. Einen ersten Hinweis zu einem "Sandkrüger" findet sich im Karbower Kirchenbuch. Dort ist der Tod des Krügers vom Sandkrug Baltzer Friedrich Ordt am 26. Januar 1732 dokumentiert. 1733 wird "Anna Catharina Grimmen, die Krügersche vom Sandkrüger" als Taufpatin genannt.
Der Herzoglich Mecklenburg-Schwerinsche Staatskalender führt ab 1800 neben dem Forsthof bzw. der Försterei im Sandkrug auch einen Krug auf. Im Karbower Kirchenbuch ist jedoch erst wieder nach fast einhundert Jahren mit dem Eintrag der Geburt eines Sohnes des Erbzinskrügers und Schmiedes zum Sandkruge, Christian Niclas Friedrich Rinck, am 24. Januar 1830 ein schriftlicher, namentlicher Anhaltspunkt zum Erbkrug- und Schmiedegehöft im abgelegenen Sandkrug zu finden.
Durch die Sichtung der im Landeshauptarchiv Schwerin erhalten gebliebenen Unterlagen und der Auswertung der Karbower Kirchenbücher können für die Zeit zwischen etwa 1730 und dem Ende der 1930-er Jahre folgende Besitzer des Erbkrug- und Schmiedegehöftes Sandkrug im Einzelnen benannt werden.




- 1732 Baltzer Friedrich Ordt
- 1733 n.n. Grimm
- 1830 Christian Niclas Friedrich Rinck, Schmiedemeister aus Dobbertin
- 1853 Johann Heinrich Friedrich Ehlers aus Penzlin
- 1857 Joachim Daniel Christian Möller, Schmiedemeister aus Darß
- 1860 Johann Friedrich Ludwig Meyer, Schmiedemeister aus Groß Görnow
- 1862 Johann Lüneburg, Schmiedemeister aus Benz
- 1874 Marie Pietsch, geb. Lüneburg, Tochter des vorherigen Besitzers
- 1883 Johann Ludwig Friedrich Ploog, Schmiedemeister aus Bolz
- 1885 Johann August Bernhard Ploog, Sohn des vorherigen Besitzers
- 1892 Wilhelm Johann Ludwig Schallge, Schmiedemeister aus Boldebuck
- 1904 Heinrich Schallge, Schafmeister aus Wulkenzin
- 10/1908 Wilhelmine Pfützner, geb. von Bläsing, Frau des Bauunternehmers Pfützner zu Marnitz
- 11/1908 Georg Stahl, Büdner aus Hirschburg
- 1914 Wilhelm Helmcke aus Neu Brenz
- 1917 Fritz Selck, Rentier aus Schwaan
- 1918 Friedrich Schwarz, Landwirt aus Schwaan
- 03/1919 Paul Heinrich Rudolf Jürß, Landwirt aus Gehlsdorf
- 11/1919 Heinrich Grabow, Landwirt aus Schwaan
- 1929 Heinrich Graf, Landwirt aus Vluyn, Kreis Moers, bzw. dessen Frau
- 05/1938 Theodor Möllmann, Landwirt
Waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jeweils Schmiedemeister, wie 1883 der aus Bolz bei Sternberg stammende Johann Ploog und - ihm folgend - 1885 dessen Sohn Bernhard Ploog, die Inhaber, erwarben und bewirtschafteten nach 1900 vor allem Büdner und Landwirte das Gehöft. Die meisten von ihnen stammten aus Mecklenburg, lediglich mit Heinrich Graf kaufte ein Preuße und Landwirt aus Vluyn, Kreis Moers, 1929 das Schmiedegehöft.
Die abgebildete Ansichtskarte zeigt das Erbkrug- und Schmiedegehöft im Sandkrug um 1900 mit seinem Besitzer Wilhelm Johann Ludwig Schallge.
Dieser wurde am 13. August 1852 in Dewitz bei Neubrandenburg als Sohn eines Schafmeisters geboren. 1878 führte ihn das Kirchenbuch in Goldberg als Taufpate und Schmiedegeselle. Mit Dorothea Elisabeth Caroline Müller aus Goldberg heiratete er am 28. März 1884 in Goldberg die Schwägerin seiner Schwester und die Tochter seines - vermutlichen - Lehrmeisters. In dieser Zeit arbeitete er als Schmied auf dem Gut der Familie von Schaumburg-Lippe in Boldebuck bei Güstrow. Hier wurden auch seine beiden Söhne Wilhelm Heinrich Johann (1885) und Otto Friedrich August (1887) geboren. Im Jahre 1892 kaufte er das Erbkrug- und Schmiedegehöft Sandkrug vom Schmiedemeister Bernhard Ploog. Der Kaufpreis betrug gemäß Verkaufs- und Kaufkontrakt "... mit Saaten und Ackerbestellung und lebendem und todten Inventar ... 24.000 Mark und zwar das Gehöft für 17.000 M, das Inventar für
7.000 M ..."
Das Leben auf dem Hof war mühselig und beschwerlich. Neben dem Betrieb des Kruges und der Schmiede forderte die zum Gehöft gehörende Landwirtschaft Kraft und Zeit. In der Volkszählungsliste von 1900 sind neben der Familie des Schmiedemeisters Schallge mit seiner Ehefrau und den beiden Söhnen ein Schmiedegeselle, zwei Knechte und ein Dienstmädchen angegeben.
Wahrscheinlich waren die Mühsal und die Anstrengungen trotz Unterstützung für die Ehefrau Dorothea Schallge zuviel. Sie ging im Frühjahr 1899 in den Freitod, sie wurde nur 46 Jahre alt. Pastor Johannes Barmwoldt aus Karbow notierte dazu im Kirchenbuch: "machte ihrem Leben durch Ertränken ein Ende, ob im Zustande ungetrübter Zurechnungsfähigkeit, ist nicht erwiesen". Im Herbst des Jahres 1900 heiratete Wilhelm Schallge die Holländertochter Anna Dorothea Karoline Düker aus Wahrsow bei Schönberg, im Oktober 1901 wurde der Sohn Erich Johann Heinrich geboren.
Am 22. März 1904 berichtet das Großherzoglich Mecklenburgische Amt Lübz nach Schwerin: "Das Erbkrug- und Schmiedegehöft zu Sandkrug ist durch mäßige Wirtschaft und Ueberschuldung des bisherigen Besitzers Wilhelm Schallge in Zwangsversteigerung geraten." Der Hof wird von seinem Bruder Heinrich Schallge, Schafmeister aus Wulkenzin, gekauft.
Die Bewirtschaftung des Erbkrug- und Schmiedegehöftes im Sandkrug bei Karbow scheint ein schwieriges Unterfangen gewesen zu sein. Innerhalb von einem knappen Jahrhundert wechselten die Eigentümer häufig. War zu Beginn des betrachteten Zeitraumes meist der Tod des Schmiedemeisters Anlass für einen Inhaberwechsel, wie z.B. bei Johann Friedrich Ludwig Ploog 1885, so lassen sich besonders ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wirtschaftliche Schwierigkeiten nachweisen. Neben Wilhelm Johann Ludwig Schallge um die Jahrhundertwende hatte beispielsweise auch der Landwirt Heinrich Graf aus Vluyn, Kreis Moers, der das Erbkrug- und Schmiedegehöft 1929 erwarb, mit finanziellen Problemen zu kämpfen.
Als Ursache kann u.a. der Bau von Chausseen ("Kunststraßen"), in diesem Fall die Straße von Lübz nach Ganzlin 1895-1897, gesehen werden, durch den der entlegene "Sandkrug" an Bedeutung und Einnahmen verlor. Weiterhin sind auf den zum Krug gehörenden Ländereien aufgrund der geologischen Gegebenheiten nur geringe landwirtschaftliche Erträge zu erzielen.
Anna Dorothea Schallge verstirbt 1906 im Alter von 36 Jahren in Güstrow. Das Kirchenbuch der Parchimer St. Georgenkirche führt Wilhelm Schallge am 25. Oktober 1912 als Vater des Bräutigams, seines Sohnes Wilhelm Heinrich Johann Schallge, und als Schmied im Dorf Karbow auf.
Ab Mitte der 1940-er Jahre werden in den Häusern im Sandkrug, neben dem Krug gibt ist hier noch eine Försterei und ein Forstsekretärshaus, Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht. Heute wird das Erbkrug- und Schmiedegehöft im Sandkrug bei Karbow in dritter Generation von einer jungen Familie bewohnt.
Der Text wurde bereits im Heimatheft „Stier und Greif“ I/2022 veröffentlicht.
Quellen:
1. Kirchenbücher der Kirchspiele Karbow, Goldberg, Parum, Güstrow und Parchim St. Georgen-Kirche
2. Herzoglich Mecklenburg-Schwerinsche Staatskalender
3. Landeshauptarchiv Schwerin (LHA S), 5.12-4/2 Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Nr. 9830, Erbkrug- und Schmiedegehöft Sandkrug
4. Volkszählungslisten 1900 Dorf Karbow mit Sandkrug
5. Adressbuch und Fernsprechverzeichnis des Kreises Demmin und der dazugehörigen Umgebung im Kreise Grimmen und Mecklenburg 1935
6. Die Bauern- und Waldarbeiterdörfer im Naturpark und seinem Umfeld; Aus Kultur und Wissenschaft Heft 7/2012, Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie und des Fördervereins Naturpark Nossentiner/ Schwinzer Heide e.V., 2012
Die Mühlen
Die Schmieden
Erbkrug- und Schmiedegehöft im Sandkrug
siehe Punkt 2.4.2.
Bedeutende Persönlichkeiten aus Karbow
Opfer von Krieg und Gewalt aus Karbow
Napoleonische Zeit
Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.
Befreiungskriege
Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71
Erster Weltkrieg
Zweiter Weltkrieg
Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)
To de Xyz-er Geschicht up platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)
Mecklenburg-Vorpommern ist wohl das einzige Bundesland, das bereits in seiner Verfassung der plattdeutschen Sprache einen besonderen Schutz und besondere Pflege angedeihen läst. Daß es sogar offizielle Amtssprache ist, kann man nicht nur in der plattdeutschen Version der * Verfassung von Mecklenburg-Vorpommen nachlesen, sondern in einer Vielzahl von Orten und Regionen hören und lesen. Plattdeutsches aus den Regionen sollte auch im volkskundlichen Kapitel der Orte festgehalten und bewahrt werden.
- Anregung
- Im Richard Wossidlo-Archiv kann fast jeder mecklenburgische Ortschronist etwas zur niederdeutschen Volkskunde seines Ortes finden.