Mestlin - Fortlaufende Ortschronik

Aus Ortschroniken
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Kenndaten der Ortschronik
OrtMestlin
Zeitlicher Schwerpunktxxxx-xxxx; fortlaufend
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2026
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Gemeinde Mestlin
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung


Die Geschichte von Mestlin (Chronologie)

Mestlin im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Um 1250 wird die erste Mestliner Kirche erbaut, der Chor ist davon noch heute erhalten. Im "Lisch" wird dazu 1856 geschrieben:

Kulturhistorisches Nachschlagewerk

Jahrbücher des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde, Friedrich Lisch, Schwerin 1856: Die Kirche zu Mestlin bei Dobbertin besteht aus Chor, Schiff und Thurm. Der Chor hat eine quadratische Grundform, mit grader Altarwand, und ist von Feldsteinen (Granitquadern) erbauet; der Sockel und die Ecken sind regelmäßig behauen. Die schmalen Fensteröffnungen haben schräge eingehende glatte Laibungen; ob sie rund oder im Übergangsstyle leise gespitzt gewölbt sind, läßt sich nicht mehr genau erkennen, da in den Fensterwölbungen wohl schon oft restauriert ist. Der Giebel hat Rundbogennischen. Der Chor stammt also sicher aus der Zeit, in welcher unsere meisten Kirchen gebauet sind, ungefähr aus dem J. 1230. Das Schiff ist ein hohes, schönes Gebäude im Spitzbogenstyle, von sehr großen Ziegel, und hat dreitheilige Spitzbogenfenster. In der Mitte des Schiffes stehen zwei schlanke Pfeiler, welche schöne Spitzbogengewölbe tragen. Dadurch wird die Kirche in zwei Schiffe getheilt. Die Pfeiler, welche Sockel haben, sind achteckig und so gestellt, daß 4 Ecken unter den Gewölbescheidungen stehen und mit Diensten bekleidet sind; es laufen also nach den 4 Weltgegenden 4 Dienste an den Pfeilern hinauf. Die in jüngern Zeiten in schwarz, grau und weiß bemalten Gewölberippen haben einen eigentühmlichen, sonst noch nicht beobachteten Schmuck, indem sie mit zahlreichen Scheiben oder Rippenschilden besetzt sind. Diese Scheiben, von 10" Durchmesser und ungefähr 1" Dicke, sind von gebranntem hellgelben Thon und mit verschiedenen Reliefs, wie Sternen, Kreuzen, Rosetten u. s. w., verziert, welche immer mit verschiedenen Farben bemalt sind. Die Südpforte ist von 6 Wulsten eingefaßt und von abwechselnd schwarzen, grünen und rothen Ziegeln aufgeführt. Das Schiff wird ungefähr aus der Mitte des 14. Jh. stammen oder um diese Zeit auf seine jetzige Weise eingerichtet sein. Die Pforte im Thurme ist ebenfalls aus hellgrün glasurten und rothen Ziegeln aufgebauet.

Etwa von 1230 bis 1256 wird auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Parchim der Landesausbau durch Fürst Pribislaw von Parchim (herrschte von 1229 - 1256, nach seiner Vertreibung war Nicolaus von Werle der lokale Herrscher) vorangetrieben. Er wurde unterstützt durch eine Reihe von Adligen. Ihre Namen werden auf Urkunden jener Zeit erwähnt.

Am 9. Oktober 1312 wird Mestlin erstmalig urkundlich erwähnt. Der Ortsname lautet in jener Zeit Mustelin / Mostelin. Er ist slawischer Herkunft: das Wort "Brücke" heißt "most" (poln., tschech., russ., bulg.). Die altpolabische Form (die Polaben waren ein Teilstamm der Obotriten) war vermutlich "Mostelin". Die Zwischensilbe "el" ist schlecht zu deuten, eventuell weist sie auf einen Personennamen hin. Im MUB steht:

1312 Octbr. 9. Mestlin

Erich, König von Dänemark, schliesst mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg einen Vertrag über die Theilung der Summe, welche von Rostock für den Abbruch des Warnemünder Thurms zu erwarten ist. Aar 1312. S. Dionysii Dag, til Mustelin bleff fothandlet imellen Konning Erich oc Margreff Woldemor, at huad som de begge kunde bekomme aff de Rostocker, formedelst Forhandling, for at det Taarn for Verneminde bygd, igien maate affbrydis, oc aldrig siden byggis ved nogen, det skal de lige skiffte: vi skal lade Margreuffuen strax vide, huad os biudis, hand maa hafue otte Vgers frist at beraade sig der om, oc see til om hand kand faa meer end Kongen biudis, Margreffven skal giore os det samme igien, om hannem biusdis nogenslig Fordrag.

[= Im J. 1312, am St.-Dionysius-Tag, ward zu Mustelin verhandelt zwischen dem König Erich und dem Markgrafen Waldemar, dass das, was sie beide durch Verhandlung von den Rostockern dafür bekommen könnten, dass der vor Warnemünde erbauete Thurm wieder abgebrochen werde und nie durch jemand wieder aufgebauet werden dürfe, gleichmässig zwischen ihnen vertheilt werden solle. Wir sollen den Markgrafen sogleich wissen lassen, was uns geboten wird; er mag acht Wochen Frist haben, sich darüber zu berathen und zu sehen, ob er mehr bekommen könne, als dem König geboten wird. Der Markgraf soll dasselbe auch uns thun, wenn ihm ein solcher Vertrag angeboten wird.]

8. Juli 1317 wird Mestlin das zweite Mal urkundlich erwähnt (MUB):

1317 Juli 8. Mestlin

Johann j. j. Fürst von Werle(-Goldberg), bestätigt die Stadt Goldberg auf Grundlage des derselben vom Fürsten Pribislaw von Parchim 1248 verliehenen Stadtbriefes. Nos [P.] dominus in P(er)archem - -. Nos igitur Johannes dei gratia domicellus de Werle notum esse volumus omnibus, tam presentibus quam futuris, quibus hoc scriptum manifestum fuerit sive promulgatum, quod de inclaritate animi nostri maturoque consilio nostrorum fidelium vasallorum in hiis scriptis ratificamus omnem donationis proprietatem civitatis nostre Goltberch, sicut ipsa est a nostris progenitoribus fundata et constructa modis omnibus, [cu]m aquis, aquarumdecursibus, piscationibus, pratis, pascuis, lignis, silvis, nemoribus et paludi[bu]s, rubis, rubetis et sespitibus, usuagiis, ferrifodi[ni]s, cultis et non cultis, viis et inviis aliisque omnibus proventibus, modo quocunque poterint evenire, a nobis et nostris sequacibus in perpetuum omnia et queque premissa sine molestia possidenda et perfruenda pacifice et quiete. Ne vero quis nostrorum successorum super premissa hesitando dubitet, presentum paginam nostro cum sigillo fecimus roborari. Testes sunt: Tesmar[us], Reymar[us] de Mallin, Johannes de Havelberch, milites, [et] alii quam plures fide digni. Datum et actum Mostelin, anno domini M.CCC.XVII., feria sexta post octauas apostolorum Petri et Pauli, nostra in presentia.

1350 ist Heinrich Präemule Pfarrer von Mestlin / Ruest

Am 27. Febr. 1352 wird Dankqward v. Gutzstevel in Mestlin erwähnt, die Urkunde (in Latein) enthält eine Reihe weiterer Namen (darunter 18 Mestliner Bauern). Auch Ruest wird hier das erste mal urkundlich erwähnt (MUB):

1352 Febr. 27. Goldberg

Dankqward v. Gutzstevel und sein Sohn Johann verbessern eine Vicarei zu Mestlin, verpflichten dagegen den Inhaber zu Almosen und zu Messen auf dem Hofe daselbst. In nomine domini, amen. Vniuersis ac singulis, ad quorum noticam presencia peruenerint, Dancquardus de Guzsteuel, armiger, et filius suus Johannes, morantes in villa Mustelyn, Zwerinensis diocesis, salutem in omnium saluatore. ... Hinrici Arnoldi ... Hinrici Hartwici ... Hartwici ... Ludekini Bolten ... Hinrici Hoppener ... Wernekini Dobbin ... Gherardi Robben ... Hennekini Ghildemester ... Hennekini Colwalck ... Hermanni Bernardi ... Hinrici Scampman ... Dancquardi Caluen ... Hermanni Langhemowe ... Hinrici Pramitten ... Hennekini Burlehosen ... Tyderici Blockes ... Bolrauen ... Tyderici Blockes ... Ludekini Croghers ... Johannis Demen ... Hermanni Jacoby ... Henrici Hoppener ... Lutteke Kauele ... Johannes Sternebergh ... Bernardus ... Johannes de Damme ... Wylhelmus de Bomgarde ... Heyno Kule ... Hermannus de Haghenowe ... Ywanus de Belowe ...

1354 erhält Dankward von Gustävel Mestlin als Kirchenlehen (MUB Urkunde, in Altdeutsch):

1354 Jan. 6. Parchim

Nicolaus, Fürst von Werle, belehnt Dankqward Gutzstevel mit den Dörfern und Höfen Mestlin nebst dem Neuenhofe, Rüst und Hohen-Augzin, mit Eigenthum und allen Freiheiten und Gerechtigkeiten. Vy her Nycolawes, van der gnade godes en here tu Werle, vnde vse rechten eruen don wytlyck al den ieghen, de dessen breef seen, lezen vnde horen, vnde begheren openbare tu werdende, dat wy myd rade vser radgheuen vnde vulbord vnde myd wetenegheyd vser eruen hebben leghen vnde lathen vseme leuen ghetruwen Dancquarde van Guzsteuele vnde zynen rechten eruen, dese ieghenwardych synt vnde tukomende, also hyr na screuen steyd, dat dorp tu Mostelyn vnde dan hof an deme dorpe vnde den Nygenhof, de dar lycht vppe der suluen veldmarke, vnde dat dorp tu Hoghen Eutzyn, myd aller bede, myd manbede, myd wynterbede vnde ...

1381 wird Mestlin in einem weiteren Dokument erwähnt (MUB):

1381. Decbr. 4.

Henning von Hagenow verschreibt seinem Schwager Heinrich von Gloveke als Mitgift seiner Schwester einen Hof, 2 Hufen und einen Katen zu "Gloveke". Ich Henning van Haghenowe bekenne vnde bethughe openbar vor allen luden, ... Hinric van Gloueke ... Henneke Dorman ... Dambeke ... Johan Wylz van Mostelin ... Hinrich Gusteuel ... Ludeke Weltzin ...

1389 ist Rektor Johann Wytz Pfarrer von Mestlin / Ruest

1391 / 1392 beschweren sich Mestliner und Ruester über Räuber:

1391-1392

Aufzeichnungen über Räuber und die von ihnen in der Wismarschen Gegend verübten Unthaten. ... [J]tem Henneke Gusteuel to Mostelyn de was mede in der reyze. Jtem Hinric Ernst to Belowe de krech Domelowen perde eyn van Mustine. Item Henneke Dolghe to Rust de kofte Domelowen perde ...

1446 werden in den Hebungen des Marien - Magdalenen - Kalands in der St. Marienkirche zu Parchim Einwohner von Mestlin und Ruest aufgefürt. Mestlin: Michel Warneman, Hermeke Rugenwoldt, Hermen Trost, Henneke Dolghe, Dankwart Gustevel, Raedke, Mowe und Ruest: Curd Bogher.

1448 - 1461 erwirbt das 1220 gegründete Kloster Dobbertin Mestlin (von sieben verschiedenen Nachfahren Gustävels).

1496 Mestlin ist das größte Dorf im Gebiet des Klosteramtes Dobbertin, es hat 132 erwachsene Einwohner, dazu kommen noch etwa 79 Kinder. Seine Bewohner zahlen 8 Mark und 4 Schilling an Steuern. Auf den nächsten "Plätzen" liegen Dobbertin (5 Mark 4 ß) und Ruest (4 Mark minus 1 ß)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

Die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Herkunft und erste Erwähnung von Mestlin

Die Burg/ das Schloss/ das Gutshaus/ die Bauernhöfe

Die Mühlen

Die Schule

Die Schmieden

Krüge und Gaststätten

Bedeutende Persönlichkeiten aus Mestlin

Opfer von Krieg und Gewalt aus Mestlin

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

To de Mestliner Geschicht up platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)

Mecklenburg-Vorpommern ist wohl das einzige Bundesland, das bereits in seiner Verfassung der plattdeutschen Sprache einen besonderen Schutz und besondere Pflege angedeihen läst. Daß es sogar offizielle Amtssprache ist, kann man nicht nur in der plattdeutschen Version der * Verfassung von Mecklenburg-Vorpommen nachlesen, sondern in einer Vielzahl von Orten und Regionen hören und lesen. Plattdeutsches aus den Regionen sollte auch im volkskundlichen Kapitel der Orte festgehalten und bewahrt werden.

Anregung
Im Richard Wossidlo-Archiv kann fast jeder mecklenburgische Ortschronist etwas zur niederdeutschen Volkskunde seines Ortes finden.

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Mestlin

Flurnamen auf der Mestliner Feldmark

Chronistenkontakt