Greifswald - Fortlaufende Ortschronik: Unterschied zwischen den Versionen

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HildeStockmann (Diskussion | Beiträge)
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==Medigreif==
;2026 27. Juni  Ostsezeitung von Alexander Loew
:;Hotel, Schule, Klinik: Medigreif-Chef will noch drei Groß-Projekte umsetzen
;Greifswald/Heringsdorf.
Fast zehn Hektar groß ist das Gelände der Medigreif GmbH in Greifswald. Herzstück der Anlage sind die Parkklinik, eine der fünf Reha-Einrichtungen des Unternehmens, die Seniorenresidenz und der Bildungscampus mit Berufsfachschule, Gymnasium und Internat. Etliche Arztpraxen sind auch Mieter am Standort.
Erbaut wurde das Areal an der Pappelallee vor dem Zweiten Weltkrieg als Lazarett der Luftwaffe. Und heute kennt sich hier niemand so gut aus wie Prof. Dr. Dietmar Enderlein (83). Er war schon der Chef, als am Standort zu DDR-Zeiten die militärmedizinische Sektion an der Universität Greifswald untergebracht war.
Enderlein kaufte die komplette Liegenschaft nach der Wende und schuf dort ein Gesundheitsimperium. Das Büro des Professors befindet sich in einem Außenflügel der Anlage. „Es sollte nur ein Provisorium während eines Umbaus sein. Aber letztlich war es praktisch, hierzubleiben“, sagt der Medigreif-Chef. Ein Gespräch über die Gesundheitsbranche und die nächsten Ziele des Unternehmens mit 600 Mitarbeitern beginnt.
''Herr Professor, der Gesundheitssektor steht unter Spardruck. Wie kommt die Medigreif-Gruppe damit zurecht?''
Prof. Dr. Dietmar Enderlein: Deutlich besser, als man vielleicht erwartet. Unsere Bilanzen sind hervorragend.
''Wie schaffen Sie das in der aktuellen Situation – trotz Sparmaßnahmen der Krankenkassen oder allgemein steigender Personal- und Betriebskosten?''
Indem wir gut wirtschaften. Wir haben keinen Sanierungsstau, sind im Gesundheits- und auch im Bildungssektor breit aufgestellt. In unseren Rehakliniken stellen wir modernste Technik bereit. Wir haben auch keine Probleme mit Fachkräften, weil wir sie selbst ausbilden.
''In Ihrer Berufsfachschule ...''
… die wir jetzt noch vergrößern. Es entsteht ein Erweiterungsbau für 4,5 Millionen Euro, der uns erlaubt, in der Nachwuchsentwicklung weiter zu wachsen. Wir können damit künftig zum Beispiel noch mehr Physio- und Ergotherapeuten ausbilden. Schon jetzt haben wir 1100 Schüler, die in mittleren medizinischen Berufen ausgebildet werden. Das ist ein großes Reservoir für uns, um Stellen zu besetzen.
''Auch in Spitzenpositionen konnten Sie in jüngerer Vergangenheit spektakuläre Neuzugänge verpflichten.''
Ja, wir sind sehr froh, dass wir zum Beispiel Dr. Stefan Rudolph (ehemaliger Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, d. Red.) gewinnen konnten, der sich um das Management unserer drei Rehakliniken in Heringsdorf auf Usedom kümmert. Mit Prof. Peter Hinz haben wir einen Spitzenchirurgen von der Uni-Medizin für unsere Greifswalder Klinik bekommen. Es ist mir sehr wichtig, an Schlüsselpositionen gute Leute zu haben, zumal ich nicht mehr ewig als Vorstandsvorsitzender arbeiten werde.
''Wie lange wollen Sie es machen?''
Bis ich 85 bin. Für diese zwei Jahre habe ich mir drei große Ziele vorgenommen.
''Welche?''
Neben dem Neubau für unsere Berufsschule in Greifswald ist das vor allem die Eröffnung unseres Ayurveda-Hotels in Bansin im Spätherbst, wo Gäste ihre Selbstheilungskräfte aktivieren werden. Ein drittes Vorhaben, das ich noch umsetzen möchte, ist der Aufbau einer Verbundbehandlung, für die wir Angebote aus zwei Kliniken zusammenführen.
''Worum geht es bei dem Projekt?''
Wir möchten eine Struktur aufbauen, in der wir uns um die Therapie von psychosomatischen Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen in Familien kümmern.
''Planen Sie dafür auch einen Neubau?''
Nein, wir möchten das innerhalb einer unserer drei Rehakliniken auf Usedom organisieren, indem wir dort eine neue Einheit, organisatorisch fast wie eine neue Klinik, schaffen. Psychosomatische Erkrankungen sind ein Problem unserer Zeit, da viele Menschen nicht mehr zur Ruhe kommen.
''Was ist mit Ihren Plänen geworden für einen großen Wohn- und Gesundheitspark in Heringsdorf, den die Gemeinde nach langem Anlauf ablehnte?''
Das ist für mich durch. Ich weiß bis heute nicht, warum sie sich dagegen entschieden haben. Heringsdorf und die ganze Insel hätten nur Vorteile gehabt, von dem Ärztehaus und den vielen Wohnungen, die entstanden wären. Noch läuft meine Schadensersatzklage vor dem Oberverwaltungsgericht über 1,2 Millionen Euro, da wir bereits viel investiert hatten. Das Gelände gehört immer noch uns. Vielleicht werden wir einen Teil davon zum Parkplatz machen – und dann weitersehen.
Sie sind als konsequent bekannt. Zum Beispiel gilt an jedem Medigreif-Standort Rauch- und Alkoholverbot. Wer das nicht beachtet, fliegt raus. Warum diese Regel?
Weil das für mich große Geißeln der Menschheit sind. Krankheiten, die damit in Zusammenhang stehen, kosten das Gesundheitssystem Milliarden. Rauchen wird aber nicht verboten, weil es dem Staat auch Milliarden an Steuereinnahmen bringt.
''Wenn Sie nun konkret das Ende Ihrer Berufslaufbahn benennen, wie denken Sie dann heute über die Anfänge?''
Sie waren kurios. Vor allem der Start für Medigreif nach der Wende. Da ich das Ende der DDR und der militärmedizinischen Sektion kommen sah, habe ich früh überlegt, was aus dem Standort werden könnte, und meine Privatisierungspläne entwickelt.
Ich bin dann in den Tagen nach der Deutschen Einheit persönlich zum damaligen Finanzminister Theo Waigel nach Bonn gefahren, um ein Kaufangebot für das Gelände zu machen. Der Bund wollte zunächst 30 Millionen D Mark – was für mich unmöglich war –, dann 15 Millionen D-Mark. Bei der dritten Schätzung von elf Millionen D-Mark habe ich mit pochendem Herzen zugegriffen, einen Kredit aufgenommen – und die Erfolgsgeschichte begann.


==Archiv der Nordkirche==
==Archiv der Nordkirche==

Version vom 27. Juni 2026, 10:32 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtHansestadt Greifswald
Zeitlicher Schwerpunkt
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2024
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Hansestadt Greifswald
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung

Die Geschichte der Stadt Greifswald (Chronologie)

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

... im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

1818 Einwohner Greifswald


Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

Die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Kloster Eldena

Aufnahmen 2001, 2007 und 2013

Marienkirche Greifswald

Tag des Denkmals 1998 - Turmbesteigung


St. Nikolai

Medigreif

2026 27. Juni Ostsezeitung von Alexander Loew
Hotel, Schule, Klinik
Medigreif-Chef will noch drei Groß-Projekte umsetzen
Greifswald/Heringsdorf.

Fast zehn Hektar groß ist das Gelände der Medigreif GmbH in Greifswald. Herzstück der Anlage sind die Parkklinik, eine der fünf Reha-Einrichtungen des Unternehmens, die Seniorenresidenz und der Bildungscampus mit Berufsfachschule, Gymnasium und Internat. Etliche Arztpraxen sind auch Mieter am Standort.

Erbaut wurde das Areal an der Pappelallee vor dem Zweiten Weltkrieg als Lazarett der Luftwaffe. Und heute kennt sich hier niemand so gut aus wie Prof. Dr. Dietmar Enderlein (83). Er war schon der Chef, als am Standort zu DDR-Zeiten die militärmedizinische Sektion an der Universität Greifswald untergebracht war.

Enderlein kaufte die komplette Liegenschaft nach der Wende und schuf dort ein Gesundheitsimperium. Das Büro des Professors befindet sich in einem Außenflügel der Anlage. „Es sollte nur ein Provisorium während eines Umbaus sein. Aber letztlich war es praktisch, hierzubleiben“, sagt der Medigreif-Chef. Ein Gespräch über die Gesundheitsbranche und die nächsten Ziele des Unternehmens mit 600 Mitarbeitern beginnt.

Herr Professor, der Gesundheitssektor steht unter Spardruck. Wie kommt die Medigreif-Gruppe damit zurecht?

Prof. Dr. Dietmar Enderlein: Deutlich besser, als man vielleicht erwartet. Unsere Bilanzen sind hervorragend.

Wie schaffen Sie das in der aktuellen Situation – trotz Sparmaßnahmen der Krankenkassen oder allgemein steigender Personal- und Betriebskosten?

Indem wir gut wirtschaften. Wir haben keinen Sanierungsstau, sind im Gesundheits- und auch im Bildungssektor breit aufgestellt. In unseren Rehakliniken stellen wir modernste Technik bereit. Wir haben auch keine Probleme mit Fachkräften, weil wir sie selbst ausbilden.

In Ihrer Berufsfachschule ...

… die wir jetzt noch vergrößern. Es entsteht ein Erweiterungsbau für 4,5 Millionen Euro, der uns erlaubt, in der Nachwuchsentwicklung weiter zu wachsen. Wir können damit künftig zum Beispiel noch mehr Physio- und Ergotherapeuten ausbilden. Schon jetzt haben wir 1100 Schüler, die in mittleren medizinischen Berufen ausgebildet werden. Das ist ein großes Reservoir für uns, um Stellen zu besetzen.

Auch in Spitzenpositionen konnten Sie in jüngerer Vergangenheit spektakuläre Neuzugänge verpflichten.

Ja, wir sind sehr froh, dass wir zum Beispiel Dr. Stefan Rudolph (ehemaliger Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, d. Red.) gewinnen konnten, der sich um das Management unserer drei Rehakliniken in Heringsdorf auf Usedom kümmert. Mit Prof. Peter Hinz haben wir einen Spitzenchirurgen von der Uni-Medizin für unsere Greifswalder Klinik bekommen. Es ist mir sehr wichtig, an Schlüsselpositionen gute Leute zu haben, zumal ich nicht mehr ewig als Vorstandsvorsitzender arbeiten werde.

Wie lange wollen Sie es machen?

Bis ich 85 bin. Für diese zwei Jahre habe ich mir drei große Ziele vorgenommen.

Welche?

Neben dem Neubau für unsere Berufsschule in Greifswald ist das vor allem die Eröffnung unseres Ayurveda-Hotels in Bansin im Spätherbst, wo Gäste ihre Selbstheilungskräfte aktivieren werden. Ein drittes Vorhaben, das ich noch umsetzen möchte, ist der Aufbau einer Verbundbehandlung, für die wir Angebote aus zwei Kliniken zusammenführen.

Worum geht es bei dem Projekt?

Wir möchten eine Struktur aufbauen, in der wir uns um die Therapie von psychosomatischen Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen in Familien kümmern.

Planen Sie dafür auch einen Neubau?

Nein, wir möchten das innerhalb einer unserer drei Rehakliniken auf Usedom organisieren, indem wir dort eine neue Einheit, organisatorisch fast wie eine neue Klinik, schaffen. Psychosomatische Erkrankungen sind ein Problem unserer Zeit, da viele Menschen nicht mehr zur Ruhe kommen.

Was ist mit Ihren Plänen geworden für einen großen Wohn- und Gesundheitspark in Heringsdorf, den die Gemeinde nach langem Anlauf ablehnte?

Das ist für mich durch. Ich weiß bis heute nicht, warum sie sich dagegen entschieden haben. Heringsdorf und die ganze Insel hätten nur Vorteile gehabt, von dem Ärztehaus und den vielen Wohnungen, die entstanden wären. Noch läuft meine Schadensersatzklage vor dem Oberverwaltungsgericht über 1,2 Millionen Euro, da wir bereits viel investiert hatten. Das Gelände gehört immer noch uns. Vielleicht werden wir einen Teil davon zum Parkplatz machen – und dann weitersehen.

Sie sind als konsequent bekannt. Zum Beispiel gilt an jedem Medigreif-Standort Rauch- und Alkoholverbot. Wer das nicht beachtet, fliegt raus. Warum diese Regel?

Weil das für mich große Geißeln der Menschheit sind. Krankheiten, die damit in Zusammenhang stehen, kosten das Gesundheitssystem Milliarden. Rauchen wird aber nicht verboten, weil es dem Staat auch Milliarden an Steuereinnahmen bringt.

Wenn Sie nun konkret das Ende Ihrer Berufslaufbahn benennen, wie denken Sie dann heute über die Anfänge?

Sie waren kurios. Vor allem der Start für Medigreif nach der Wende. Da ich das Ende der DDR und der militärmedizinischen Sektion kommen sah, habe ich früh überlegt, was aus dem Standort werden könnte, und meine Privatisierungspläne entwickelt.

Ich bin dann in den Tagen nach der Deutschen Einheit persönlich zum damaligen Finanzminister Theo Waigel nach Bonn gefahren, um ein Kaufangebot für das Gelände zu machen. Der Bund wollte zunächst 30 Millionen D Mark – was für mich unmöglich war –, dann 15 Millionen D-Mark. Bei der dritten Schätzung von elf Millionen D-Mark habe ich mit pochendem Herzen zugegriffen, einen Kredit aufgenommen – und die Erfolgsgeschichte begann.

Archiv der Nordkirche

Freitag, 6. Oktober 2023 Nordkirche eröffnet Archivstelle in Greifswald

Ab 10. Oktober 2023 kann das Archivgut der früheren Pommerschen Evangelischen Kirche in einer neu eingerichteten Außenstelle in Greifswald eingesehen werden.

Die Außenstelle im Haus Karl-Marx-Platz 16 werde grundsätzlich zweimal pro Monat jeweils dienstags von 10 bis 17 Uhr und mittwochs von 9 bis 17 Uhr geöffnet sein, teilte ein Sprecher der Nordkirche mit. Die genauen Termine stünden unter nordkirche.de.

Das Archiv der einstigen Pommerschen Kirche umfasst zum allergrößten Teil Unterlagen ab 1945. Insgesamt sind rund 6500 Akten verzeichnet, allein 5600 zum Konsistorium. Das gewünschte Archivmaterial wird online oder per Anfrage ausgewählt, anschließend online ein Lesetermin in der Außenstelle vereinbart. Die Akten können in der Außenstelle Greifswald nur in Papierform genutzt werden. Sie werden je nach Bestellung von Schwerin nach Greifswald verbracht.

Juden in Greifswald

2026 19. März Ostseezeitung
Greifswald.

Der älteste jüdische Friedhof Vorpommerns ist Gegenstand eines Buches, das am 24. März im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald vorgestellt wird.

In „Der Friedhof von Niederhof“, so sein Titel, sind erstmals die erhaltenen Grabsteine und ihre Inschriften erfasst, übersetzt und kommentiert. Ergänzt werden sie durch Biografien der bestatteten Personen. Eine Quellenedition von Dokumenten zur Geschichte des Friedhofs komplettiert den Band.

Vorangestellt wird eine historische Einordnung des jüdischen Friedhofs von Niederhof. Ab 1757 zog eine kleine Gruppe von Juden ins schwedisch-pommersche Stralsund. Das war der Ausgangspunkt für die späteren jüdischen Ansiedlungen in den schwedisch-pommerschen Städten. Der Friedhof wurde bis 1850 genutzt und überdauerte die Zeit des Nationalsozialismus. Er gehört zu den ältesten noch existierenden jüdischen Friedhöfen an der südlichen Ostseeküste.

Künstler in Greifswald

Caspar David Friedrich

Denkmal in Greifswald - eigene Fotos 2010

Freimaurer in Greifswald

2026 25.April Ostseezeitung von Florian Hoese
Im Tempel der Freimaurer - Rituale sind streng geheim

Der sagenumwobene Bund ist auch in Greifswald aktiv / An diesem Samstag (25.04.2026) können sich Besucher die Loge ansehen

Der abgedunkelte Raum ist in Weiß und Gold gehalten. Die Möbel sind mit einem edlen, dunkelblauen Stoff überzogen. An der Stirnseite steht der große Stuhl des „Meisters“. Die Bänke der „Brüder“ ragen ein Stück aus der Wand hervor. Ein bisschen wirkt es hier wie im Innern eines Klosters.

Tatsächlich handelt es sich um den Tempel der Greifswalder Freimaurer. Was viele nicht wissen: Der jahrhundertealte ethische Bund ist auch in der Hansestadt vertreten – mit 18 Mitgliedern. Die Loge, das „Heiligste“ der Freimaurer, ist in einem unscheinbaren Flachbau im Gewerbegebiet Gorzberg untergebracht, auch wenn der Greifswalder Bund mit historischem Bezug zur Klosterruine „Eldena“ heißt.

Normalerweise darf in den Tempel außer den Freimaurern niemand rein, betont der Chef der Greifswalder Loge, Bernd Gusko. Am Samstag (25. April) ist aber alles anders: Dann öffnen die Freimaurer ihre Türen, um neue Mitglieder zu gewinnen und in der Stadt bekannter zu werden.

Bernd Gusko kommt in der Loge eine besondere Rolle zu. „Seit drei Jahren bin ich hier der Meister“, verdeutlicht der 69-Jährige. „Ich bin damit der erste, der den Tempel betritt, doch was ich dort tue, weiß niemand.“ Die Rituale der Freimaurer sind das größte Geheimnis der weltweiten Organisation. Sie sind zwar kein Geheimbund, gelten aber als sagenumwobener „Bund mit Geheimnissen“, der weltweit agiert. Gegründet wurde die Organisation 1717 in England, um für humanitäre Werte einzutreten. Heute gelten sie als weltumspannende Organisation, die auf Werten wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz fußt.

Während in der Wiege der Gemeinschaft alles pompös und glamourös wirkt, wie der bekannte Tempel in London – die Freemasons’ Hall in der Great Queen Street – ist in Greifswald alles viel geerdeter. Neben dem Zeremonienzimmer gibt es noch einen Gemeinschaftsraum, wo die Mitglieder regelmäßig mit Gästen debattieren.

Zentrales Element der Freimaurer ist es, dass sie sich über gesellschaftliche Themen unterhalten. Das Gespräch soll dabei absolut frei ablaufen: „Jeder darf alles sagen“, erläutert der Meister. Allerdings müsse auch die Gegenrede der anderen ertragen werden. „Es ist unsere Aufgabe, unser Wissen stetig zu erweitern, um die Gespräche führen zu können“, erläutert Gusko.

Das grundsätzliche Freimaurer-Prinzip der Geheimhaltung wird auch in Greifswald hochgehalten. Es stammt aus der Vergangenheit, als sich der Bund vor Gegnern schützen musste. Welche Riten im Tempel vorgenommen werden, verrät Gusko beispielsweise nicht.

Die Männer in Greifswald verstehen sich als einen Zusammenschluss von Menschen mit der Liebe zum freien Denken. Ihnen ist wichtig, dass es in der Organisation flache Hierarchien gibt: „Wir sprechen uns mit Bruder und dem Vornamen an“, so der Meister.

Immer donnerstags findet im Besprechungsraum ein Austausch statt. In der Zeit von 19 bis etwa 21 Uhr treffen sich die „Brüder“ mit Interessierten, die einen Einblick in die Gemeinschaft bekommen wollen. „Hier können auch Frauen dabei sein, die bislang keine Mitglieder werden dürfen“, sagt Gusko.

Auch aktuelle politische Debatten werden geführt. So gebe es einen Bruder, der AfD wählt. Darüber werde diskutiert, das Mitglied wegen seiner politischen Haltung aber nicht anders behandelt.

Es sei auch diese Offenheit, die Gusko vor elf Jahren dazu animierte, dem Bund beizutreten. Doch wie wird man eigentlich zum Freimaurer? Der Meister selbst wurde von einem Geschäftspartner angeworben.

„Vor der offiziellen Aufnahme ist es üblich, dass die Ehefrau eines neuen Bruders befragt wird, ob ihr Mann Mitglied werden darf“, erklärt Gusko. Seine damalige Frau stimmte zu. „Ich habe das aber auch schon anders gehört“, meint er.

Trotz aller Tradition ist der Meister für Neuerungen offen. Er kann sich vorstellen, die Greifswalder Freimaurer auch für Frauen zu öffnen: „Ich werde mich mal bei der Großloge informieren.“ Gemischte Logen sind in Deutschland zwar selten, aber möglich.

„Natürlich müssten die Brüder dem zustimmen, aber mir gefällt die Idee“, sagt Gusko. Dafür gäbe es am Tag der offenen Tür eine Gelegenheit: „Wenn am Samstag Frauen kommen, die sich für eine Aufnahme interessieren, können wir gerne darüber sprechen.“

Bevor er Freimaurer wird, muss ein Kandidat etwa ein Dreivierteljahr zu den Donnerstagsrunden kommen und Bereitschaft zeigen, sich in der Gemeinschaft zu integrieren. Um vollständig aufgenommen zu werden, gibt es ein etwa 90-minütiges Aufnahmeritual: „Was da passiert, ist aber auch absolut geheim“, sagt der Großmeister.

Teleskop

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110 Jahre Papierhaus Hartmann

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Greifswald

Flurnamen auf der Greifswalder Feldmark

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