Fortlaufende Chronik des Klosters und der Stadt Doberan: Unterschied zwischen den Versionen

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* [[Hier finden Menschen ihren Platz die in Doberan geboren, gestorben oder durch Ereignisse in besonderer Beziehung zum Ort stehen.]]
* [[Hier finden Menschen ihren Platz die in Doberan geboren, gestorben oder durch Ereignisse in besonderer Beziehung zum Ort stehen.]]
Personen, insbesondere Mitglieder der ehemals regierenden Fürstenfamilie, die ihre letzte Ruhestätte im Münster gefunden haben wurden hier nicht aufgenommen. Ihnen ist ein eigenes Kapitel beim Doberaner Münster gewidmet.
===Ackermann, Hermann (August Traugott) - Pädagoge===
geb. 3.2.1851 Ludwigslust - gest. 1937 Bad Doberan
Vater: Franz (Ludwig Friedrich) A., Pädagoge
Große Stadtschule Rostock; 1869 Studium in
München, Leipzig, Berlin und Rostock; 1876
Promotion in Rostock; 1877 Staatsprüfung in Rostock;
1876/77 Lehrer an der Realschule in Bützow; 1877-
1919 Lehrer (1906 Gymnasialprofessor) für Latein,
Griechisch, Geschichte, Geographie und Deutsch
an der Großen Stadtschule Rostock; Ruhestand in
Bad Doberan; »Untersuchungen zur Geschichte
der Barciden« (Diss., 1876); »Über die räumlichen
Schranken der tribunizischen Gewalt« (1892).
===Adolf Friedrich - Herzog zu Mecklenburg(-Schwerin)===
geb. 10.10.1873 Schwerin - gest. 5.8.1969 Eutin begr. Ratzeburg (Domfriedhof)
Vater: Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg(-
Schwerin) (3. Ehe)
Ehefrau: 1.) (Victoria) Feodora, Tochter von Heinrich XXVII.,
Fürst Reuß
Ehefrau: 2.) Elisabeth, Tochter von Botho, Graf von Stolberg-
Roßla
Vitzthumsches Gymnasium Dresden, 1894
Abitur; Reise von Kairo durch den Orient nach
Konstantinopel; 1895 Premierleutnant beim Militär in
Berlin; 1896-1898 als Herrenreiter bekannt geworden,
gewann 1898 das Armeejagdrennen in Berlin-
Hoppegarten; am 24. April 1917 Heirat auf Schloss
Osterstein in Gera; Wohnsitz im Großherzoglichen
Palais am Blücherplatz in Rostock; seine erste Frau
starb am 18. Dezember 1918, einen Tag nach der
Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Woizlawa Feodora;
nach dem Tod seines Halbbruders Johann Albrecht
(1920) am 15. Oktober 1924 Heirat mit dessen Witwe
in Ludwigslust; lebten in Bad Doberan (Villa Feodora),
seit 1945 in Eutin; Afrikareisender, Kolonialpolitiker;
leitete Forschungsexpeditionen nach Ostafrika
(1907) und zum Tschadseegebiet (1910/11); 1912-
1914 Gouverneur der deutschen Kolonie Togo; nach
dem Ersten Weltkrieg Vizepräsident der Deutschen
Kolonialgesellschaft für Südwestafrika (sein Bruder
Johann Albrecht war 1895-1920 Präsident); 1934,
1937, 1952 und 1956 Afrikareisen; 1960 Ehrengast
bei der Unabhängigkeitsfeier von Togo; Präsident des
Bad Doberaner Rennvereins; 1928-1934 Präsident
und 1948 Ehrenpräsident des Deutschen Automobil-
Clubs; 1926-1956 Mitglied, ab 1956 Ehrenmitglied
des Internationalen Olympischen Komitees; 1949-
1951 Präsident, ab 1951 Ehrenmitglied des Nationalen
Olympischen Komitees; beteiligt an der Ausrichtung
der Olympischen Spiele in Amsterdam (1928), Los
Angeles (1932), Garmisch-Partenkirchen (1936) und
Berlin (1936); seit 1903 Mitglied, 1956 Ehrenritter
des Johanniterordens; 1909 und 1919 Dr. h. c. der
Universität Rostock; Ehrenbürger von Bad Doberan;
1953 zum 80. Geburtstag Verdienstkreuz des
Verdienstordens der BRD; »Meine Reise in Deutsch-
Ostafrika« (1906); »Ins innerste Afrika« (1909; 1910
Übers. ins Engl.); »Vom Kongo zum Niger und Nil« (2
Bde.; 1912; 1913 Übers. ins Engl.) »Durch Ruanda
zum Kiwu-See« (1924); »Giraffen- und Büffeljagd in
Nord-Kamerun« (1926) und »Die Rennen zu Doberan«
(1929) in »Mecklenburgische Monatshefte«.
===Algenstaedt, Wilhelm  Pädagoge===
geb. 30.8.1855 Wattmannshagen - gest. 14.11.1899 (Bad) Doberan
Vater: Heinrich A., Theologe
Schwester: Luise (Auguste Johanna Marie) A., Diakonisse,
Schriftstellerin
1870-1875 Domschule in Güstrow; Mathematik- und
Naturwissenschaftsstudium in Leipzig, Erlangen und
Rostock; 1881/82 Probejahr am Realgymnasium in
Schwerin; 1882 Staatsexamen in Rostock; 1882-1884
Lehrer am Pädagogium in Ballenstedt; 1884-1899
Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften am
Gymnasium in Doberan; »Beiträge zur Determination
der Elemente des Dreiecks« (1894).
===André, Johanna - Sängerin===
geb. 30.6.1859 (Bad) Doberan - gest. 23.6.1926 Braunschweig
Vater: Opernsänger
1879 am Hoftheater Braunschweig, wo sie während
ihrer gesamten Karriere blieb; vor allem als Wagner-
Sopranistin bekannt; sang 1882 bei den Bayreuther
Festspielen im »Parsifal«; ihre Glanzrollen in Wagner-
Opern waren Senta in »Der Fliegende Holländer«,
Isolde in »Tristan« und Brünhilde in »Der Ring des
Nibelungen«; trat auch als Konzertsängerin auf.
===Apperley, Charles James (Pseud.: Nimrod) - Sportler, Journalist, Schriftsteller===
geb. 1777 Plâsgronow (Wrexham/Denbighshire/England) - gest. 19.5.1843 London (England)
Erster Unterricht durch seinen Vater; Rugby-Schule;
1804 Wohnsitz auf Bilton Hall (Warwickshire);
widmete sich der Landwirtschaft und der Jagd; 1821
in Hampshire; Sportsmann und Autorität für Jagd
und Pferde; in England Mitglied des Kingscote Club
und der Gentlemen-Jockey; lebte zehn Jahre in
Frankreich; besuchte mit Vater und Sohn Tattersall
im Sommer 1828 Mecklenburg und das Friedrich-
Wilhelms-Gestüt bei Neustadt (Dosse); die Reise
führte von Hamburg über Zierow, Doberan, Wardow,
Prebberede, Gievitz, Basedow, Neubrandenburg
und Neustadt nach Berlin; besichtigte in Zierow
das Gestüt des Barons Wilhelm von Biel, mit einem
Abstecher zu dessen jüngeren Bruder Gottlieb von
Biel in Weitendorf, nahm an Pferderennen in Doberan
und Neubrandenburg teil und erlebte eine Saujagd
beim Grafen Friedrich von Hahn in Basedow; sein
Tagebuch ist eine der frühesten Darstellungen über
Rennsport und Vollblutzucht; notierte auch seine
Beobachtungen über Land und Leute, Sitten und
Gebräuche; Beschreibung dieser Reise im 3. Band
der »Zeitung für Pferdeliebhaber« des Majors von
Wachenhusen; Reisebericht im englischen »Sporting
Magazine« (1829); »Aus alten Zeiten. Nimrods
Tagebuch« (1909; Übers. ins Dt.); Abhandlungen
unter seinem Pseudonym in Zeitschriften; »Remarks
on the Condition of Hunters« in »Sporting Magazine«
(1822-1828; 1833 dt. Übers. in »Hippologische
Blätter«; 1837 als Buch erschienen); »Nimrods
Hunting Tour« (1835); »Das Rennpferd. Seine
Erziehung und Vorbereitung für die Rennbahn«
(1838); »The Horse and the Hound« (1842); »The life
of a Sportsman« (1842); seine Schrift »Das Pferd«
wurde Bestandteil der »Encyclopaedia Britannica«.
Arnswaldt, Hans Jürgen von
Forstwirt
geb. 16.5.1897 Schwerin
gest. 2.12.1988 Nordhorn
Vater: Georg (Michael Hubert Martin) von A., Forstwirt,
Naturschützer
Gymnasium in Doberan; 1915 Notabitur;
Kriegsdienst; praktische Forstlehre; Forststudium
in Eberswalde; 1922 Referendar- und 1924
Assessorexamen; verwaltete 1924-1934 das
Forstamt Altheide (bei Ribnitz); nach der
Pensionierung des Vaters 1934-1945 Verwaltung
des Forstamts Schlemmin (bei Bützow), 1945-
1949 des oldenburgischen Forstamtes Lensahn
(Holstein), 1949-1962 des Sachsenwaldes im
Fürstlich-Bismarckschen Forstamt Friedrichsruh;
1962 Ruhestand in Rastede (Oldenburg);
»Der Sachsenwald. Die Forstwirtschaft in
der Vergangenheit und Gegenwart« (1951);
»Wertkontrolle in Laubwäldern. Festschrift zur
Verleihung des Karl-Abetz-Preises am 17. Mai 1974«
(1974).
Arresto, Christlieb Georg Heinrich
(gen.: Burchardi)
Schauspieler, Dichter
geb. 14.3.1768 Schwerin
gest. 22.7.1817 (Bad) Doberan
Vater: Karl Rudolf A., Kanzlist
Lateinschule in Halle; 1786 Jurastudium in
Rostock; machte dort Schulden und kehrte 1788
nach Hause zurück; kam zum Grenadier-Regiment
nach Holland; desertierte und tauchte 1794
unter dem Namen Burchardi als Schauspieler am
Stuttgarter Hoftheater auf; schloss sich 1798 der
Großmannschen Gesellschaft in Hannover an;
Gastspiele in Hamburg und Leipzig; 1801-1804 in
Schwerin; 1804 Direktor des deutschen Theaters
in Petersburg; 1910/11 Direktor einer wandernden
Schauspielergesellschaft, die in Libau und Mitau
spielte; 1813 Auftritt mit der Breedeschen Truppe in
Güstrow; übernahm die Stelle des Schauspieldirektors
von Doberan; spielte abwechselnd in Rostock,
Güstrow, Schwerin und Doberan; Herzoglich
mecklenburgischer Hofschauspieler; gilt als Verfasser
der mecklenburgischen Hymne »Gott segne Friedrich
Franz«; »Die Zeiten. Prolog zur Feier des 10. Augusts
in Doberan« (1815); Theaterstücke: »Vergehen
und Größe« (1796), »Frohe Laune« (1800), »Der
Indienfahrer« (1803), »Die Soldaten« (1804) und
»Der feindliche Sohn« (1805).
Backhaus, Alexander
Agrarwissenschaftler
geb. 28.7.1865 (Bad) Doberan
gest. 15.6.1927 Rostock
Vater: Ökonom
1891 Professor für Landwirtschaft in Göttingen;
1896 Direktor am Landwirtschaftlichen Institut
der Universität Königsberg; 1904 Leiter der
Städtischen Rieselgüter Berlin; 1906 Direktor der
Landwirtschaftlichen Hochschule Montevideo; 1913
Professor in Königsberg; ab 1919 Besitzer und Leiter
des Lehr- und Versuchsgutes Bollhagen; Mitbegründer
der neuzeitlichen angewandten Betriebslehre; fand
ein Verfahren zur Herstellung künstlicher Muttermilch;
»Nordamerikanische Schweinezucht« (1894);
»Agrarreform. Ein Mittel zur Linderung deutscher
Not« (1919).
Bang, Ludwig (Friederich Carl)
Maler
geb. 24.1.1857 (Bad) Doberan
gest. 1930 Bad Doberan
Gymnasium in Lübeck; Studium in München; malte
in München, Luzern und Nürnberg Wandbilder; lebte
bis zum Ersten Weltkrieg in den USA und malte dort
Wand- und Historienbilder; 1914 Rückkehr nach
Doberan; hier entstanden Landschaftsbilder und
Bildnisse mit Motiven aus der heimatlichen Sagenwelt
wie »Die Legende vom Heiligen Damm«, »Die
Legende von Doberan« und »Der alte Lindenhof von
Doberan«; »Der einzige Trost« (Staatliches Museum
Schwerin).
Becker, Johann Hermann
Mediziner
geb. 5.6.1770 Schwerin
gest. 7.1.1848 Parchim
Vater: Hermann Ludwig B., Mediziner
1793 Promotion in Rostock; 1794-1797 praktischer
Arzt in Altona; seit 1797 praktischer Arzt in Parchim;
1810 Hofrat; 1815 Großherzoglicher Leibarzt; 1826
Geheimer Medizinalrat; seit 1833 auch Zweiter
Badearzt in Doberan; seit 1837 Erster Badearzt;
1843 Ehrenbürgerrecht Parchims; »Versuch einer
allgemeinen und besonderen Nahrungsmittelkunde«
(4 Bde.; 1810-1818); »Anweisung zu einem
zweckmäßigen Verhalten vor und bei dem Ausbruch
der Cholerakrankheit« (1831); »Der Magen in einem
gesunden und kranken Zustand betrachtet« (1836);
»Doberan im Sommer 1837« (1838); »Über die
kohlensauren Gasbäder in Doberan« in »Freimüthiges
Abendblatt« (1841).
Behm, Johannes
Theologe
geb. 6.6.1883 (Bad) Doberan
gest. 13.10.1948 Berlin
Vater: Heinrich B., Theologe
1908 Repetent; 1911 Privatdozent für Neues
Testament in Erlangen; seit 1913 Privatdozent in
Breslau; 1916 außerordentlicher, 1920 ordentlicher
Professor in Königsberg; 1923 in Göttingen;
1935 Berlin; nach dem Zweiten Weltkrieg freier
theologischer Forscher und Schriftsteller in Berlin;
veröffentlichte »Die Offenbarung des Johannes (Das
Neue Testament Deutsch)« (1935).
Behr, Johann Heinrich Carl von
Gutsbesitzer
geb. 30.3.1802 (Bad) Doberan
gest. 21.3.1864 Hindenberg
Vater: Forstwirt
Erwarb 1827 die Güter Hindenberg und Veelböken;
1839 ritterschaftlicher Deputierter des Amtes
Gadebusch; Direktor des Kreditvereins; 1845 Provisor
des Klosters Dobbertin; 1855 Vizelandmarschall.
Berno
Bischof
geb. ?
gest. 14.1.1191 Schwerin
Sächsischer Abstammung; Mönch im
Zisterzienserkloster Amelungsborn; verließ das
Kloster 1154, um im Bistum Mecklenburg als
Missionar tätig zu sein; nach 1155, vermutlich 1158,
dritter Bischof von Mecklenburg; Investitur durch
Sachsenherzog Heinrich den Löwen; 1160 Verlegung
des Bischofssitzes von der Mikilenburg nach Schwerin
und damit erster Bischof von Schwerin; stand unter
dem Schutz des Sachsenherzogs, der dem besiegten
Wendenfürsten Pribislaw den größten Teil seines
Landes zurückgegeben und damit einen Verbündeten
gewonnen hatte; soll 1160 auf Anordnung Heinrich
des Löwen Massentaufen in der Döpe (kleiner See bei
Hohenviecheln) durchgeführt haben; mit Heinrich dem
Löwen im Juli 1163 in Lübeck bei der Weihe des Doms
anwesend; taufte den Fürsten Pribislaw vermutlich
1164; besuchte 1170 im Gefolge von Heinrich dem
Löwen den Reichstag in Frankfurt (Main), wo er von
Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) eine Urkunde erhielt,
die ihn als Bischof von Schwerin bestätigte; 1171
Weihe des Schweriner Doms als erste Bischofskirche;
1171 Gründung des ersten Zisterzienserklosters
Doberan, 1172 des Zisterzienserklosters Dargun.
Beyer, Albrecht (Otto Heinrich)
Theologe
geb. 23.10.1902 Perlin
gest. 3.2.1972 Bad Doberan
Vater: Albrecht (Johann Nikolaus) B., Theologe
1921-1925 Theologiestudium in Rostock, Erlangen
und Zürich; 1931 Promotion und 1932 Habilitation in
Rostock; 1932-1939 Privatdozent für Systematische
Theologie; 1934 Pastor in Warnemünde; 1940-
1945 Marinepfarrer in Warnemünde und Norwegen;
1945-1947 französische Gefangenschaft; 1948-1968
Pastor in Warnemünde; 1948 Dozent, 1951 Professor
mit Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät der
Universität Rostock; »Offenbarung und Geschichte.
Zur Auseinandersetzung mit der Theologie von Paul
Althaus« (Diss., 1932).
Biel, Gottlieb (Wilhelm Ludwig Friedrich) von
Gutsbesitzer, Landwirt
geb. 15.8.1792 Braunschweig
gest. 11.5.1831 Zierow
Vater: Christian Andreas von B., Jurist, Gutsbesitzer
Bruder: Wilhelm (Julius August Heinrich) von B., Gutsbesitzer,
Landwirt
Kam gemeinsam mit seinem Bruder in den Besitz
der väterlichen Güter, übernahm Weitendorf und
Neu-Jassenitz; hielt sich zunächst noch in England
auf; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815,
Adjutant des Generals von Dörnberg in Königlich
hannoverschen Diensten, dann Hauptmann
in Herzoglich braunschweigischen Diensten;
bewirtschaftete danach seine Güter (Parkanlagen
und Neubauten); betrieb gemeinsam mit seinem
Bruder die Zucht englischer Vollblutpferde;
Anerkennung mit der Veredlung der Pferdezucht
auch im Ausland; rief 1822 die Pferde-Wettrennen
in Doberan ins Leben; jährliche Rennen in Güstrow,
Basedow und Neubrandenburg folgten; Mitglied
des Mecklenburgischen Patriotischen Vereins und
später Distriktsdirektor; »Einiges über edle Pferde«
(1830); Aufsätze über Pferdezucht im »Freimüthigen
Abendblatt«, den »Annalen des mecklenburgischen
patriotischen Vereins« und anderen Zeitschriften; an
weiteren anonym erschienenen Schriften beteiligt:
»Gesetze für Mecklenburgs Pferderennen« (1823),
»Mecklenburgische Pferderennen 1823« (1827)
und »Verzeichnis der in Mecklenburg befindlichen
Vollblutpferde« (3 Bde.; 1827-1830); der englische
Hippologe Charles James Apperley besuchte 1828
Zierow und Weitendorf und beschrieb die Pferdezucht
der Brüder Biel und das Doberaner Pferderennen
in seinen Erinnerungen »Aus alten Zeiten (Nimrods
Tagebuch)« (1910).
Biel, Wilhelm (Julius August Heinrich) von
(Freiherr)
Gutsbesitzer, Landwirt
geb. 18.2.1789 Braunschweig
gest. 16.5.1876 Zierow
Vater: Christian Andreas von B., Jurist, Gutsbesitzer
Bruder: Gottlieb (Wilhelm Ludwig Friedrich) von B.,
Gutsbesitzer, Landwirt
Trat 1806 in das Braunschweigische Dragoner-
Regiment ein; wechselte 1813 als Premierleutnant
in das Mecklenburg-Schwerinsche Freiwillige Jäger-
Regiment zu Pferde; blieb hier als Adjutant des
Kommandeurs Graf von Moltke; dann Ordonnanz-
Offizier beim Erbprinzen Friedrich Ludwig von
Mecklenburg-Schwerin; widmete sich nach seinem
Austritt der Bewirtschaftung seiner 1805 ererbten
Güter (u. a. Zierow, Eggersdorf und Landsdorf);
ließ 1819-1824 das Herrenhaus von Zierow
umbauen; 1865 in den Freiherrenstand erhoben;
führte gemeinsam mit seinem Bruder, mit Buchard
Hartwig Graf Plessen auf Ivenack und Friedrich
Wilhelm Adolph Graf Hahn auf Basedow die englische
Vollblutpferdezucht ein und begründete damit eine
berühmte Zucht von Rennpferden; eng mit dem
ersten Pferderennen 1822 in Doberan verbunden;
besondere Beziehung zu England und nacheinander
mit zwei Engländerinnen verheiratet; 1828 in
Zierow Gastgeber von Charles James Apperley, der
über ihn in »Aus alten Zeiten (Nimrods Tagebuch)«
(1910) berichtete; 1845 Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde;
Herausgeber des mecklenburgischen Gestütbuches
»Verzeichnis der in Mecklenburg befindlichen
Vollblutpferde« (3 Bde.; 1827-1830).
Blücher, Ulrich Vicco (Gustav Carl) von
Jurist, Genealoge
geb. 4.11.1853 Rostock
gest. 25.1.1936 Bad Doberan
Vater: Wilhelm von B., Jurist
Ab 1864 auf dem väterlichen Gut Gohren
(Hinterpommern); Gymnasium in Köslin;
Naturwissenschaftsstudium in München und
Göttingen, dann Jurastudium in Göttingen und
Berlin; 1879 Referendar in Celle; seit 1880 im
mecklenburgischen Staatsdienst; 1883 zweite
juristische Prüfung in Rostock; 1884 Großherzoglicher
Domanialverwalter im Amt Schwerin, 1890 im Amt
Doberan, 1895-1898 im Amt Wittenburg; 1891
Amtmann; 1898 Kammerrat und Vortragender
Rat im Großherzoglichen Finanzministerium; 1905
Geheimer Kammerrat; 1914 Geheimer Staatsrat und
Vorstand des Finanzministeriums Schwerin; Mitglied
des Bundesrates; Hausorden der Wendischen Krone
(Großkomtur); 1890 Mitbegründer des Blücherschen
Familienverbandes und Schriftführer; »Neueste
Geschichte der Familie von Blücher von 1870 bis
1914. Festschrift zur Siebenhundertjahrfeier der
Familie Blücher« (1914; Neuausgabe 2005).
Brandenstein, Jürgen von
(Freiherr)
Forstwirt
geb. 21.8.1894 (Bad) Doberan
gest. 27.11.1967 Celle
Vater: Werner von B., Forstwirt
1901-1913 Schulbesuch in Doberan; 1913/14
Forstlehre; 1914 Studium der Forstwissenschaften
in München; 1914-1918 Kriegsteilnehmer; 1919
Fortsetzung des Forststudiums in Eberswalde, 1920
in Berlin; 1920-1923 Referendarzeit; 1924/25
Forstassessor, 1925-1933 Forstmeister im Forstamt
Wabel; 1933-1937 Forstmeister im Forstamt Jasnitz;
1937/38 Forstmeister im Forstamt Lüttenhagen;
1938-1945 Forstmeister der Fürstlich Sayn-
Wittgenstein-Hohensteinschen Besitzungen; 1950-
1952 Mitarbeiter im Forsteinrichtungsstab Koblenz.
Brandt, (Christoph Gottfried Hermann) Willy
Philologe, Pädagoge
geb. 13.2.1885 Ilfeld
gest. 4.11.1975 Bayreuth-Laineck
Abitur in Ilfeld; 1903 Studium der Geschichte und
Klassischen Philologie in Göttingen, Straßburg
und Halle; Promotion und Staatsprüfung in Halle;
Ausbildung in Hannover und Hannoversch Münden;
Hilfslehrer in Aurich; 1910-1913 Oberlehrer für
Latein, Griechisch und Geschichte an der Großen
Stadtschule Rostock; danach Lektor an der
Universität Rostock; 1924-1937 Oberstudiendirektor
am Gymnasium in Güstrow; unter seinem Direktorat
375-Jahr-Feier der 1553 gegründeten Domschule;
1937 an das kleinere Doberaner Gymnasium versetzt;
1945 an der kampflosen Übergabe Bad Doberans
beteiligt; zog später nach Bayreuth; »Die Staatliche
Domschule zu Güstrow 1903-1928« (1928).
Bruhn, Robert
Mediziner
geb. 6.10.1862 Herzberg
gest. 21.8.1915 (Bad) Doberan
Vater: Carl Heinrich Friedrich B., Gutsinspektor
1890 Approbation in Rostock; 1891 Promotion in
Leipzig; Volontärarzt an der Martinschen Frauenklinik
in Berlin; 1892-1915 praktischer Arzt in Doberan und
Besitzer des Stahlbades in Doberan; 1914 Sanitätsrat.
Brunnengräber, Christian (Johannes
Rudolph)
Apotheker
geb. 19.5.1832 Schwerin
gest. 19.2.1893 Rostock
Vater: Seifenfabrikant
Schule in Schwerin; bis 1843 Apothekerlehre
bei Meyerhof in Berlin; Studium in Berlin; 1857
Staatsexamen in Rostock; 1858 Silbermedaille
für die Herstellung von Benzin im Laboratorium
der Schweriner Gasfabrik; erwarb 1859 die Neue
Apotheke (Universitäts-Apotheke, jetzt Ratsapotheke)
in Rostock; eröffnete eine Mineralbrunnenanstalt
im Großherzoglichen Palaisgarten Doberan;
1863 Promotion in Rostock; erweiterte seine
Apotheke um eine Drogen-Großhandlung
und eine Fabrik pharmazeutischer Präparate;
seit 1869 Vorstandsmitglied des Deutschen
Apotheker-Vereins; 1879-1891 Vorsitzender des
Norddeutschen Apotheker-Vereins, 1875 Reformplan
für die Apotheken-Konzessionierung; leitete die
Pharmakopöekommission für die 2. Ausgabe des
»Deutschen Arznei Buchs«; auf seine Anregung
hin erschien ab 1886 die »Apotheker-Zeitung« als
amtliches Organ; nach seinem Tod 1896 Einrichtung
der Christian Brunnengräber-Stiftung; Mitglied des
Vereins für Rostocks Altertümer; »Die künstlichen
Mineralwässer« (Diss., 1859); »Bericht über den
Stand der Apothekengewerbefrage« (1876).
1830).
Bülow, Friedrich (Hans Magnus Leopold) von
Jurist, Bürgermeister
geb. 31.10.1835 Toddin
gest. 5.9.1922 Bad Doberan
Vater: Gottlieb von B., Forstwirt
Gymnasien in Rostock und Schwerin; 1855
Jurastudium in Heidelberg, Göttingen und Rostock;
1860 erste, 1863 zweite juristische Prüfung in
Rostock; 1860 Auditor in der Großherzoglichen
Justizkanzlei Güstrow; 1863 Assessor; 1866
Amtsmitarbeiter im Großherzoglichen Amt Schwerin;
1866 3. Mitglied im Gericht Ludwigslust; 1868-1874
Bürgermeister und Stadtrichter in Stavenhagen; trat
mit Fritz Reuter in Verbindung, dessen Vater sein
Amtsvorgänger war; 1875 Amtmann im Amt Doberan;
1879 Domänenrat; 1882 regierender Beamter in
Doberan; 1886 Amthauptmann; 1886 Wirklicher
Erster Beamter; 1893 anlässlich des 100-jährigen
Bestehens des Seebades Heiligendamm Hausorden
der Wendischen Krone (Ritter); 1896 Drost; 1897
Gedächtnismedaille Friedrich Franz III.; 1879,
anlässlich der Wiederherstellung des Doberaner
Münsters Hausorden der Wendischen Krone (Komtur);
machte sich besonders um die Förderung der
Seebäder Brunshaupten und Arendsee verdient;
der Verbindungsweg zwischen beiden Badeorten
wurde Bülow-Weg genannt; 1905 Landdrost;
anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums
Oberlanddrost; nahm 1911 seinen Abschied;
»Kindergottesdienst, kirchlicher Knaben-Chor und
kirchlicher Gesangverein« (1914); »Liturgie und
Knaben-Chöre der heimischen Landeskirche im Licht
des Weltkrieges« (1915); »Kirchliche Zustände im
Heimatlande und der Weltkrieg« (1915); »Ein Laien-
Urteil über kirchliche Zustände im Heimatlande«
(1916); »Obere Geistlichkeit und Gemeinde
unserer evangelisch-lutherischen Landeskirche.
Hilferuf im Namen Vieler« (1917); »Zur heimischen
Verfassungsfrage« (1917); »Kirchenregiment und
Landtag« (1918).
Campenhausen, (Martha Friederike) Sophie
von
(verh.: von Plessen)
Hofdame
geb. 3.10.1776 (14.10.1776) Orellen (Livland; Ungurmuiža/
Lettland)
gest. 22.9.1837 (Bad) Doberan
Vater: Balthasar von C., Russischer Wirklicher Geheimer Rat
Ehemann: Leopold (Engelke Hartwig) von Plessen, Diplomat,
Minister
1802 Heirat in Ludwigslust; Hofdame der
Erbprinzessin Helene Paulowna (1. Frau des
Schweriner Erbgroßherzogs Friedrich Ludwig);
Oberhofmeisterin der Erbgroßherzogin Alexandrine
von Mecklenburg-Schwerin; Dame des St.-Alexander-
Newsky-Ordens; Bericht über das Leben am Hofe in
»Aus dem Tagebuch einer Hofdame 1799-1800. Ein
Kulturbild« (1892).
Crull, Richard
Parteifunktionär, Bürgermeister
geb. 27.2.1900 Mönchhagen
gest. 26.4.1991
Vater: Johann C., Postbeamter
1920 Kommunalpolitiker in Doberan; 1923-1932
Leiter der Stadtsparkasse Bad Doberan; Mitglied
der NSDAP; Gauamtsleiter für Kommunalpolitik
im Gau Mecklenburg-Lübeck; 1933 Stadtrat in
Schwerin und Vorsitzender der Landesdienststelle
des Mecklenburgischen Gemeindetags; Mai 1942
(zunächst kommissarisch) Oberbürgermeister in
Schwerin, nach der deutschen Kapitulation noch bis
12. Mai 1945 im Amt; danach von der englischen
Besatzungsmacht entlassen und inhaftiert; nach
1945 im Flüchtlingslager Wentorf bei Hamburg
tätig; Ruhestand in Tosterglope (bei Ventschau);
Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde; »Die Berufung und Tätigkeit
der Beauftragten der NSDAP, der Bürgermeister
…« (1935); Herausgeber der Festschrift zum
40. Geburtstag des Gauleiters Friedrich Hildebrandt
»Mecklenburg. Werden und Sein eines Gaues«
(1938).
Döbereiner, (Daniel) Friedrich Marquard
Theodor
Mediziner
geb. 31.3.1806 Bayreuth
gest. 15.3.1877 (Bad) Doberan
Vater: Johann Wolfgang D., Chemiker
Sein Vater war der Erfinder einer nach ihm benannten
Zündmaschine; 1830 Promotion in Würzburg; 1831
Stabsarzt im Kriegslazarett Warschau; 1832/33
Quarantänearzt zur See während der Cholera auf der
Insel Walfisch (bei Wismar); 1833-1836 praktischer
Arzt in Wismar; 1836-1877 in Doberan; auch
Domanialamtsarzt und Arzt am Stahlbad Doberan;
1863 Sanitätsrat.
Dolberg, Ludwig
Theologe, Heimatforscher
geb. 4.4.1833 Schwerin
gest. 10.2.1900 Ribnitz(-Damgarten)
Vater: Adolf Friedrich D., Steuerrat
Gymnasium Fridericianum Schwerin; 1853
Theologiestudium in Rostock; Lehrer an der
Kadettenschule Schwerin; Pastor des Klosters
Ribnitz; 1866-1875 Pastor in Rövershagen; 1856
Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde, seit 1858 Bibliothekar des
Vereins; widmete sich nach seinem Ausscheiden aus
kirchlichen Diensten 1875 ganz der Heimatkunde;
Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen, Märchen und
Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde., 1879/80);
»Eine Küstenwanderung von der Warnow bis Wustrow
durch die Rostocker Heide« (1885); »Die St. Marien-
Kirche der ehemaligen Cistercienser-Abtei Doberan
i. M. und ihre Kunstarbeiten« (1893); Aufsätze zur
Geschichte mecklenburgischer Orte und Klöster;
»Zur Gründungs- und Baugeschichte der ehemaligen
Cistercienser-Abtei Doberan in Mecklenburg« (1889),
»Die der Cistercienser-Abtei Doberan bis zum Jahre
1365 urkundlich gemachten Schenkungen und
deren Ausnutzung durch die Mönche« (1891) und
»Die Verehrungsstätte des Heiligen Blutes in der
Cistercienser-Abtei Doberan« (1891) in »Studien und
Mitteilungen aus dem Benedictiner- und Cistercienser-
Orden«.
Eddelin, Peter
Theologe
geb. 30.9.1599 Rostock
gest. 17.7.1676 Rostock
1625-1675 Pastor in Doberan; »Kurzer wahrhaftiger
Bericht, wie es in Mecklenburg im Dreißigjährigen
Kriege … hergegangen« (1649).
Elbrecht, Ludwig
Architekt
geb. 8.3.1907 Wreschen (Posen; Września/Polen)
gest. 9.7.1984 Bad Doberan
Vater: Maurer
Kam als Kind mit seinen Eltern nach Doberan; Schule
in (Bad) Doberan; Lehre an der Baugewerkschule
in Eckernförde; 1934 Baumeisterprüfung; machte
den Betrieb seines Vaters zum Architektenbüro und
Bauunternehmen, das er bis 1974 führte; Bau von
Wohn-, Landwirtschafts- und Gewerbegebäuden;
errichtete die Ehm-Welk-Gedenkstätte in Bad
Doberan; 1948-1950 Oberbauleiter im Auftrag der
Landesbauverwaltung beim Ausbau von Heiligendamm
zur Kur- und Erholungsstätte; errichtete das HOKaufhaus
in Bad Doberan; denkmalpflegerische
Leistungen in Bad Doberan: 1954 Rathausfassade,
1976-1984 Rekonstruktion des Rathauses, 1974-1976
weißer Pavillon; Rekonstruktion des klassizistischen
Saals im Kurhaus Heiligendamm; ehrenamtlicher
Beauftragter für Denkmalpflege im Kreis Bad
Doberan.
Elisabeth
Herzogin zu Mecklenburg(-Schwerin)
geb. 23.6.1885 Roßla
gest. 16.10.1969 Eutin
begr. Ratzeburg (Domfriedhof)
Vater: Botho, Graf von Stolberg-Roßla
Ehemann: 1.) Johann Albrecht, Herzog zu Mecklenburg
(-Schwerin) (2. Ehe)
Ehemann: 2.) Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg(-Schwerin)
(2. Ehe)
Heirat am 15. Dezember 1909 in Braunschweig als
zweite Frau Johann Albrechts (1907-1913 Regent von
Braunschweig-Lüneburg); lebte ab 1913 in Schloss
Wiligrad; unternahm mit ihrem Mann 1909 eine Reise
nach Ostasien, Rückkehr nach Deutschland mit der
Transsibirischen Eisenbahn; 1920 Witwe; zweite
Heirat am 15. Oktober 1924 in Ludwigslust als zweite
Frau des Afrikareisenden und Kolonialpolitikers Adolf
Friedrich (jüngerer Halbbruder Johann Albrechts);
Hochzeitsreise nach Asien; nach dem Zweiten
Weltkrieg Reise nach Togo; lebte bis 1945 in ihrer
Bad Doberaner Villa Feodora, dann in Eutin; seit 1917
Vorsitzende des Frauenvereins des Roten Kreuzes für
Deutsche in Übersee.
Flint, Fritz
Parteifunktionär, Bürgermeister
geb. 11.3.1917 (Bad) Doberan
gest. 7.6.1999
Volksschule und Gymnasium in Doberan; 1933-
1936 kaufmännische Ausbildung in Rostock;
1937/38 Einkäufer und Korrespondent in einer
Werkzeugmaschinengroßhandlung in Braunschweig;
1938-1945 Kriegsdienst und englische
Gefangenschaft; 1946 Mitglied der CDU; 1946-
1949 Buchhalter in einer Weberei in Bad Doberan;
1946-1951 Stadtverordneter in Bad Doberan und
Kreistagsabgeordneter Rostock-Land; 1949-1951
Stadtrat in Bad Doberan; 1951-1953 Bürgermeister
von Grabow; 1953-1957 Stadtverordneter und
Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Schwerin;
1956 Fernstudium an der Akademie für Staats- und
Rechtswissenschaften Potsdam-Babelsberg, Diplom-
Staatswissenschaftler; 1957/58 Vorsitzender des
CDU-Bezirksverbandes Cottbus, dann Vorsitzender
des CDU-Bezirksverbandes Groß-Berlin; Mitglied des
Präsidiums des Hauptvorstandes der CDU; 1958-1963
Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Groß-
Berlin und Abgeordneter Berlins in der Volkskammer;
1960-1977 Stellvertreter des Staatssekretärs für
Kirchenfragen. »Die Grabower Flurnamen« und
»Fritz Reuter und Grabow« in »Die bunte Stadt
an der Elde. 1252-1952. 700 Jahre Grabow i.
Meckl.« (1952); »Aus der Zeit innerparteilicher
Auseinandersetzungen« in »Erlebnisse und
Erfahrungen christlicher Demokraten aus drei
Jahrzehnten« (1975).
Framm, Carl Friedrich
Apotheker
geb. 14.6.1807 (Bad) Doberan
gest. 19.5.1875 Wismar
Vater: Johann Joachim F., Apotheker
1822 Apothekerlehre in der nach dem Tod des
Vaters von der Mutter geführten Apotheke in
Doberan; 1834/35 Studium in Jena, 1836 Studium
und Prüfung in Rostock; kaufte die Beutelsche
Apotheke in Grevesmühlen; 1845 Konzession für die
Neue Apotheke (heute Hirsch-Apotheke) in Wismar
Am Markt 29; produzierte auch Selterswässer
und Limonaden; 1859 Hofapotheker; übergab
die Apotheke 1866 an seine beiden Söhne Carl
(1838-1919) und Friedrich (1838-1917); sein
Bruder Heinrich (1803-1886) war Hofapotheker
und sein Bruder Wilhelm (1805-1959) Kaufmann
und Hoflieferant in Doberan; »Ein Mecklenburger
Apothekerleben im 19. Jahrhundert. Romanbiografie«
(2007; von Edith Framm).
Friedrich Franz I.
Großherzog von Mecklenburg(-Schwerin)
geb. 10.12.1756 Schwerin
gest. 1.2.1837 Ludwigslust
begr. (Bad) Doberan (Münster)
Vater: Ludwig, Erbprinz zu Mecklenburg(-Schwerin)
Ehefrau: Luise, Tochter von Johann August, Prinz von Sachsen-
Gotha-Roda
Vom Kammerherrn Theodor von Usedom erzogen,
der ihn zur weiteren wissenschaftlichen Ausbildung
auch nach Lausanne und Genf begleitete; kehrte 1771
im Alter von 15 Jahren nach Ludwigslust zurück;
Heirat am 31. Mai 1775 auf Schloss Friedenstein in
Gotha; trat nach dem Tod seines Onkels Friedrich
(dem Frommen) am 24. April 1785 die Regentschaft
an, denn sein Vater Herzog Ludwig war bereits 1778
gestorben; nahm seine Residenz wie sein Vorgänger
in Ludwigslust; bei Regierungsantritt galten in
Mecklenburg-Schwerin die Landständische Verfassung
von 1523, der Hamburger Vergleich von 1701 sowie
der von seinem Großvater Christian Ludwig II. mit
den Ständen abgeschlossene Landesgrundgesetzliche
Erbvergleich von 1755, in dem die wirkliche
Macht der Ritterschaft gegeben und eine absolute
Herrschaft des Regenten in Mecklenburg verboten
wurde; verfügte 1789 die Aufhebung der von Herzog
Friedrich gegründeten Universität in Bützow und
erteilte der Universität Rostock wieder alle Rechte
und Privilegien; im Gegenzug erkannte die Stadt
Rostock die Landeshoheit an, womit die langjährigen
Streitigkeiten um die Freiheiten der Seestadt Rostock
und die Rechte des Herzogs beigelegt wurden;
1793 Gründer des ersten deutschen Seebades
Doberan, wo er selbst häufig weilte; Friedrich-
Franz-Gedenkstein (Granitblock mit Inschrift am
Heiligen Damm) zur Feier des 50-jährigen Jubiläums
des Seebades 1843; führte Verhandlungen mit
Schweden und erwarb im Vertrag von Malmö 1803
die nach dem Dreißigjährigen Krieg an Schweden
abgetretene Stadt und Herrschaft Wismar nebst den
Ämtern Poel und Neukloster als Pfandbesitz; in seine
Regierungszeit fielen die Napoleonischen Kriege
1805-1915; 1808-1813 Mitglied des Rheinbunds;
empfing durch den Wiener Kongress 1815 gemeinsam
mit Karl II. (Regent von Mecklenburg-Strelitz) die
Großherzogliche Würde; führte den Titel Großherzog
von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin
und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande
Rostock und Stargard Herr; der Großherzog, dessen
Thronfolger und deren Ehefrauen waren als Königliche
Hoheit zu titulieren, die nachgeborenen Herzöge
und Herzoginnen als Hoheit; führte das Land wieder
aus den Kriegsverwüstungen heraus; ließ die erste
Chaussee Hamburg – Berlin bauen und machte
die Elde schiffbar; vollzog 1820 die Aufhebung der
Leibeigenschaft in Mecklenburg; verbesserte 1823 mit
einem Landschulgesetz die Lage der Landschullehrer
im Domanium; seine Regierungszeit dauerte 52
Jahre; General der Königlich preußischen Armee;
Angehöriger des Johanniter-Ordens; Kolossal-
Statue zwischen Kaskade und Schloss Ludwigslust
(Albert Wolff); Büste im Staatlichen Museum
Schwerin (Rudolf Kaplunger); geschliffener Granit-
Sarkophag aus einem Findling im Doberaner Münster;
Nachfolger: Paul Friedrich (Enkel).
Gebhart, Theodor
Verwaltungsbeamter
geb. 11.10.1844 (Bad) Doberan
gest. 8.1.1903 Grevesmühlen
1875-1903 Ratsherr und Kammeringenieur in
Grevesmühlen; schlug bereits 1875 den Bau einer
Wasserleitung vor, außerdem wurde der Wallgraben
südlich und westlich der Stadt eingeebnet und eine
Allee angelegt; nach ihm sind die Gebhartstraße und
der Gebhartweg benannt.
Graff, Wilhelm Paul
(Pseud.: Wilhelm Paul)
Schriftsteller, Dramatiker, Übersetzer
geb. 10.3.1845 (Bad) Doberan
gest. 23.8.1904 Schwerin
Vater: Beamter
Kaufmannslehre; Studium in Rostock; Dramaturg
am Stadttheater Rostock; 1870-1874 in Berlin, dann
wieder in Rostock als Lektor und Hauslehrer; seit
1875 in Güstrow und Schwerin; zeitweilig Hilfsarbeiter
in der Großherzoglichen Regierungsbibliothek
Schwerin; 1890 Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde;
übersetzte als Erster Tolstois »Anna Karenina«
(3 Bde.; 1885; Übers. aus dem Russ.); Autor
von Dramen und Liederarien; »Michael Kohlhaas«
(1871); »Odysseus. Szenen für Chor, Solostimmen
und Orchester« (1872; Musik: Max Bruch); »Ein
Götter-Märchen« (1876); »Der Student. Drama«
(1881); »Um die Krone« (1884 am Schweriner
Hoftheater uraufgeführt); »Penelope ein Gewand
wirkend. Konzertarie« (1895; Musik: Bruch); »Die
zweite Ehe des Herzogs Karl Leopold« in »Jahrbücher
des Vereins für mecklenburgische Geschichte und
Altertumskunde« (1895).
Gronau, Heinrich (Eduard Adolf)
Mediziner
geb. 19.1.1881 Neubukow
gest. 27.7.1975 Bad Doberan
Vater: (Georg Jakob) Leopold G., Mediziner
Abitur in Schwerin; 1902 Medizinstudium in
Würzburg, Heidelberg, Göttingen, München
und Rostock; 1907 Promotion in Rostock; 1908
Approbation in Berlin; 1907/08 Praktikant in
Hildesheim und an der Frauenklinik Berlin; 1908-1910
Assistenzarzt am Stadtkrankenhaus Wismar und in
Magdeburg; 1910 ärztliche Praxis in Neubukow; 1914-
1918 Soldat im Ersten Weltkrieg; Ende der 1920er
Jahre zusätzlich Betreuung der Mecklenburgischen
Volksheilstätte für Alkoholkranke und -gefährdete
in Nieder-Steffenshagen; insbesondere der Diätetik
und Getreideernährungsfragen verpflichtet;
1949 Sonderbeauftragter für Ernährung bei
der Landesregierung; 1956-1965 Facharzt für
physikalisch-diätetische Therapie und ärztlicher
Leiter des Sanatoriums Moorbad Bad Doberan;
1961 Ehrenbürger von Neubukow; »Beitrag zur
Frage der wirtschaftlichen Folgen nicht im Betriebe
entstandener körperlicher Schädigungen« (Diss.,
1908).
Hahn, Friedrich (Wilhelm Adolf) von
(Reichsgraf)
Gutsbesitzer
geb. 18.5.1804 Grabowhöfe
gest. 7.7.1859 Berlin
Vater: Ferdinand von H., Gutsbesitzer
Ehefrau: Ida von Hahn-Hahn, Schriftstellerin
Erbte 1805 durch den frühen Tod seines Vaters vom
Großvater, dem Astronom Friedrich von H., den Besitz
seiner Familie; ab 1818 als Nachfolger des Großvaters
Erblandmarschall der Herrschaft Stargard, ließ sich
von Vizelandmarschällen im Amt vertreten; 1826
vorzeitig für volljährig erklärt; 1826 erste Heirat mit
seiner Cousine Ida (1829 geschieden); 1828 war
der Reisende Charles James Apperley sein Gast;
Pferdezüchter und Herrenreiter; 1828, 1833, 1838,
1847 und 1852 Sieger der Friedrich Franz-Rennen
in Doberan; erster Inhaber des 1846 gestifteten
Hahnschen Familienfideikommiss Basedow-
Pleetz; veranlasste in Basedow umfangreiche
Baumaßnahmen, wie den Bau des Marstalls
(1835), die Erweiterung der Schlossanlage (1837-
1839), die Instandsetzung der Kirche, den Bau des
Westturms der Kirche (1853) und den Anbau einer
Familiengruft nach Plänen Friedrich August Stülers;
1843 gemeinsam mit seiner zweiten Frau Agnes
Stifter zweier Glocken im Turm der Kirche und von
Kleinkunstwerken (Kanne, Leuchter); ließ das Umfeld
der Schlossanlage durch Peter Joseph Lenné zu
einem englischen Landschaftspark umgestalten; 1841
Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde; »Feier des Geburtstages der
regierenden Frau Gräfin, wie sie am 29. und 30. Mai
1842 in der Begüterung vor sich ging« (Satire Fritz
Reuters über Agnes) in »Mecklenburg. Ein Jahrbuch
für alle Stände« (1846); zusammen mit seiner
Frau literarische Gestalten in Helmut Sakowskis
Romantrilogie »Die Schwäne von Klevenow« (1993),
»Schwarze Hochzeit auf Klevenow« (1994) und »Die
Erben von Klevenow« (2000).
Hassell, Ulrich von
Soldat, Journalist, Schriftsteller
geb. 11.11.1848 Celle
gest. 11.3.1926 Bad Doberan
Vater: Jurist
Schule in Celle und Hildesheim; trat 1863 in das
hannoversche Kadettenkorps ein; nahm 1866 am
Krieg gegen Preußen teil; 1867 im preußischen
Heer; 1871-1874 Fortbildung an der Kriegsakademie
Berlin; 1874-1876 militärischer Topograph in
Schlesien, Pommern und Westpreußen; lehrte
1877-1882 an der Kriegsschule in Anklam; 1878
Hauptmann; 1882-1888 Kompaniechef in Frankfurt
(Oder); 1888-1896 in der Eisenbahnabteilung des
Großen Generalstabs in Berlin und Frankfurt (Main)
tätig; Ehrenpräsident des Christlichen Vereins
Junger Männer; Mitherausgeber und Redakteur der
»Leipziger Allgemeinen Konservativen Monatsschrift«
(1896 ff.) und der »Monatsschrift für Stadt und
Land« (1899 ff.); Redakteur der »Zeitfragen des
Christlichen Volkslebens« (1876-1909) und der
»Rundschau. Illustrierte Zeitschrift für Jugend- und
Jungmännermission. Organ der Nationalvereinigung
der Evangelischen Jünglingsbündnisse Deutschlands«
(1910-1924); schrieb für die »Kreuz-Zeitung«
und das illustrierte Familienblatt »Daheim«; lebte
später in Doberan; zog sich 1918 ins Privatleben
zurück; Militärschriften und Soldatenliteratur;
»Das Kolonialwesen im 19. Jahrhundert« (1900);
»Brauchen wir eine Kolonial-Reform?« (1906);
»Erinnerungen aus meinem Leben 1848-1918«
(1919); »Alfred von Tirpitz« (1920).
Havemann, Ferdinand
Musiker
geb. 28.4.1845 Goldberg
gest. 11.4.1929 Schwerin
Hilfsmusiker (Waldhornist, Bratschist,
Schlagzeuger) der Großherzoglichen Hofkapelle;
Hoboistenkorpsführer des Großherzoglichen
Grenadier-Regiments Nr. 89; Teilnehmer der Feldzüge
1870/71; Leiter des Männergesangvereins Schwerin;
leitete viele Jahre die Badekonzerte in Doberan;
1917 anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums
Hofmusikus; komponierte den Marsch »Hoch
Deutschland, die herrliche Siegesbraut« (1895).
Havemann, Klaus
Agrarwissenschaftler, Heimatforscher
geb. 21.1.1935 Warnemünde (Rostock)
gest. 30.10.2007 Bad Doberan
Landwirtschaftslehre; bis 1955 Fachschule für
Landwirtschaft in Bad Doberan; bis 1964 Studium der
Agrarwissenschaften in Rostock; 1969 Promotion in
Rostock; bis 1992 Forschungs- und Lehraufgaben zur
landwirtschaftlichen Betriebslehre und Agrarökonomie
in Rostock; Kreisvorsitzender der Gesellschaft
für Denkmalpflege im Kulturbund; Neugründung
und bis 1996 Vorsitzender des Kreisverbandes
Bad Doberan des Kulturbundes; »Die Anwendung
mathematisch-statistischer Methoden bei der kurzund
mittelfristigen Vorausberechnung des staatlichen
Aufkommens an Milch« (Diss., 1968); »Bad
Doberan – Heiligendamm« (1993); »Unterhaltsame
Chronik der Stadt Bad Doberan nebst einiger
Städte und Orte der Region« (1993); »Ernst Voß.
Ein Leben in Mecklenburg« (1995); Redakteur des
»Doberaner Jahrbuchs« (1995-1997); Aufsätze über
Persönlichkeiten, Denkmale und historische Ereignisse
in Mecklenburg im »Norddeutschen Leuchtturm«
(1978-1990) und in der »Ostsee-Zeitung« (2000-
2006).
Henning-Hennings, Willi (Friedrich)
Pädagoge, Bildhauer
geb. 8.9.1888 in Ostfriesland
gest. 25.12.1974 Bad Doberan
Vater: Architekt
Studium in München, Karlsruhe, Rom und Paris;
wirkte in Dresden, Neubrandenburg und Worpswede;
enger Freund von Hermann Löns; lebte seit
1926 in Bad Doberan; 1927-1945 Kunsterzieher
am Gymnasium Bad Doberan; arbeitete an
großen Baudenkmalen mit (Dom in Meißen,
Völkerschlachtdenkmal in Leipzig); Plastiken auf
öffentlichen Plätzen im In- und Ausland; schuf den
Dörchläuchting-Brunnen Neubrandenburg und die
bronzene Frauenfigur vor der Frauenklinik in Rostock;
porträtierte viele berühmte Persönlichkeiten; 1939
in der Ausstellung im Landesmuseum Schwerin
(»Rückenakt«, »Worpsweder Brücke«, »Fischerhäuser
in den Dünen«); nach dem Zweiten Weltkrieg vor
allem sakrale Kunst (Restaurierung von Altären).
Heyck, Eduard (Karl Heinrich Berthold)
Historiker
geb. 30.5.1862 (Bad) Doberan
gest. 11.7.1941 Ermatingen (Schweiz)
Vater: Eduard H., Landwirt
Große Stadtschule Rostock; 1880 Studium der
Geschichte, Philologie und Kunstgeschichte in
Leipzig, Jena und Heidelberg; 1885 Promotion in
Heidelberg; Privatdozent in Freiburg (Breisgau);
1892-1896 außerordentlicher Professor in
Heidelberg; 1896-1898 Archivleiter an der Fürstlich-
Fürstenbergischen Bibliothek in Donaueschingen;
1898-1909 freischaffender Gelehrter in München
und Berlin; 1909 Umzug nach Ermatingen; 1899-
1900 Vorsitzender, dann Vorstandsmitglied der
Gesellschaft der Bibliophilen; Herausgeber des
»Allgemeinen Deutschen Kommersbuches« (1893-
1941, auch »Lahrer Kommersbuch« genannt);
»Briefe einer Heidelberger Burschenschaft 1914-
1918« (1919); »Fortunatus. Blätter für das
Studententum« (1920-1934); Herausgeber und Autor
von »Velhagen & Clasings Monatsheften« (1891 ff.)
und der Reihe »Monographien zur Weltgeschichte«
(1897-1909); »Die Allgemeine Zeitung 1798-
1898« (1898); »Deutsche Geschichte« (3 Bde.;
1905/06); »Johanna von Bismarck. Ein Lebensbild
in Briefen« (1915); »Das Deutschland von morgen.
Kriegs- und Friedenspolitik« (1917); »Parlament
oder Volksvertretung?« (1918); »Das Ende der
Flittermonde des Hei-ho« (1927); »Gaja. Sinne und
Sitten der Naiven in 4 Jahrtausenden« (1928).
Hillmann, Max (Carl Franz Heinrich)
Theologe, Pädagoge
geb. 1.3.1868 Rostock
gest. 4.2.1938 Bad Doberan
Vater: August Friedrich Carl Johann H., Jurist
Gymnasium in Rostock; 1886 Studium in Rostock und
Leipzig; 1891 Privatlehrer in Neukloster; 1892 Lehrer
an der Mädchenbürgerschule Wismar; 1898 Pastor in
Eickelberg, 1910 in Warnkenhagen, 1924 in Gägelow;
seine niederdeutschen Dichtungen »Knäp un Fohrten«
erschienen unter dem Titel »Mangkaakt Äten« in
der »Ostsee-Zeitung« (1896); »Umzug« (1929),
»Frühlingsnacht« (1930) und »Der Naturforscher«
(1932) in »Mecklenburgische Monatshefte«.
Höflich, Lucie
(eigentl.: von Holvede)
Schauspielerin, Theaterdirektorin
geb. 20.2.1883 Hannover
gest. 9.10.1956 Berlin
Stiefvater: Georg H., Schauspieler, Regisseur
Gab 1899 ihr Debüt; Engagements in Bromberg und
am Raimundtheater in Wien; 1903-1932 Engagement
am Deutschen Theater Berlin; dazwischen auch im
Theater am Kurfürstendamm und im Staatstheater;
mit dem Schauspieler Emil Jannings verheiratet;
1932/33 in Hamburg; 1933/34 Direktorin der
Staatlichen Schauspielschule Berlin; Eröffnung
eines eigenen Schauspielstudios; Gastspielverträge
mit der Volksbühne Berlin und dem Schillertheater
bis 1940; weigerte sich, während des Zweiten
Weltkrieges aufzutreten und zog sich nach Bad
Doberan zurück; Intendant Werner Bernhardy
engagierte sie für das Schweriner Staatstheater;
inszenierte als Gast George Bernhard Shaws »Frau
Warrens Gewerbe«; 1946-1950 Schauspieldirektorin
in Schwerin; erfolgreiche Inszenierungen von
Leonid Rachmanows »Stürmischer Lebensabend«,
Goethes »Iphigenie auf Tauris«, Shakespeares »Ein
Sommernachtstraum« und Lessings »Nathan der
Weise»; holte berühmte Gäste wie Paul Wegener
als Nathan und Eduard von Winterstein als
Klosterbruder in Lessings »Nathan der Weise« nach
Schwerin; 1946-1950 Gründerin und Leiterin einer
Schauspielschule in Schwerin; danach Auftritte am
Hebbel-Theater, am Schiller- und Schlossparktheater
in Berlin (West); 1937 Staatsschauspielerin; 1946
Ehrenmitglied des Deutschen Theaters Berlin; erhielt
1947 in Schwerin den Professorentitel und 1953 das
Bundesverdienstkreuz.
Jeppe, Carl Friedrich Wilhelm
Kaufmann
geb. 11.9.1792 (Bad) Doberan
gest. 9.8.1852 Bad Eilsen
Vater: Forstwirt
Erste Bildung durch Hauslehrer; dann in einer
Pensionsanstalt; 1807-1812 Kaufmannslehre in
Lübeck; Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-
1815; Reisen für verschiedene Geschäftshäuser;
1818 Kaufmann (Samenhandlung) in Rostock; zu
Studienzwecken in England und bezog von dort
Maschinen, Geräte, Samen und Düngemittel;
1830 Mitgründer und Geschäftsführer des
Wollmagazins in Rostock; führte Wollprobenkarten
und die Klassifizierung verschiedener Sorten
ein; Ökonomierat; Kapazität auf dem Gebiet
der Wollerzeugung; korrespondierte mit
führenden Landwirtschaftsexperten; Mitglied
des Mecklenburgischen Patriotischen Vereins;
Mitglied der Sektion Schafzucht der Versammlung
deutscher Land- und Forstwirte und der Russischen
Landwirtschaftlichen Gesellschaft; beschäftigte sich
mit Ökonomie-Sämereien und gab dazu mehrere
Werke heraus; »Herbarium Vivum von funfzig
der vorzüglichsten, sowie einiger schädlichen
Futterkräuter und Gräser nebst deren reifen Saamen.
Mit Bemerkungen über Kennzeichen, Boden, Aussaat
und Benutzung der Nützlichen sowie Vertilgung der
Schädlichen« (2 Bde.; 1826); »Bericht-Erstattung
über die sechste Versammlung deutscher Land- und
Forstwirthe in Stuttgart an den Mecklenburgischen
Patriotischen Verein« (1843); »Terminologie der
Schafzucht und Wollkunde oder die Kenntniß der
Wolle aller Länder und ihrer Eigenschaften« (1847);
»Bericht über die Ausstellung der Wollvließe,
Wollproben ec. während der zehnten Versammlung
deutscher Land- und Forstwirthe in Gratz 1846«
(1847); »Die Cultur der Weiden sowie deren
Futterkräuter und Gräser. Dem Mecklenburgischen
Patriotischen Verein bei seiner fünfzigjährigen
Stiftungsfeier gewidmet« (1848); »Verzeichniss
landwirthschaftlicher Maschinen und Geräthe im
Depot bei C. F. W. Jeppe in Rostock und auf Lager in
der landwirthschaftlichen Maschinen-Bauanstalt und
Eisengießerei am Bahnhof Bützow« (2 Bde.; 1856,
1860).
Jesse, Richard
Pädagoge
geb. 7.2.1870 (Bad) Doberan
gest. 5.6.1903 Waren (Müritz)
Bis 1890 Gymnasium in Doberan; Studium der
Mathematik und Naturwissenschaften in Leipzig
und Rostock; Oberlehrerexamen; 1895-1897
Vorbereitungs- und Probejahr in Neubrandenburg,
1897/98 wissenschaftlicher Hilfslehrer am
Katharineum in Lübeck; 1898-1903 Oberlehrer für
Mathematik und Physik am Städtischen Gymnasium
und Verwaltung des Maltzanschen Museums in
Waren; »Kurzes Verzeichnis der Säugetiere, Vögel,
Nester und Eier (Voraus geht eine kurze Geschichte
d. Maltzaneums)« (1901); »Das von Maltzansche
naturhistorische Museum für Mecklenburg in
Waren« in »Archiv des Vereins der Freunde der
Naturgeschichte« (1902); »Die Fische Mecklenburgs«
in »Jahresbericht des Städtischen Gymnasiums zu
Waren« (1903).
Jürß, (Martin Heinrich) Julius
Maler
geb. 19.9.1850 (Bad) Doberan
gest. 1918 Berlin
Historien- und Genremaler in München und später
in Berlin; Buchillustrator und Vorzeichner für
Holzschnitte; malte den Chor der Lutherkirche
Breslau mit drei Fresken aus; 1883 Glasmalereien für
das rumänische Königsschloss Pelesch; 1886-1908
mehrfach auf den Berliner Akademieausstellungen
und der Großen Kunstausstellung vertreten, 1883,
1888, 1889 und 1896 auch im Münchner Glaspalast;
»Entwurf für den Freskenzyklus des Schweriner
Gymnasiums« (1889).
Kade, Otto
Musiker, Organist, Dirigent, Komponist, Musikpädagoge,
Musikwissenschaftler
geb. 6.5.1819 Dresden
gest. 19.7.1900 (Bad) Doberan
Kreuzschule Dresden; Studium der Harmonielehre
und des Kontrapunktes bei Julius Otto, Moritz
Hauptmann und Johann Gottlob Schneider in
Dresden; Klavier- und Orgelstudien mit einem
Stipendium des Königs Friedrich August; bereiste
Italien und forschte dort in den Musikarchiven;
gründete in Dresden den Cäcilienverein für
gemischten Chor zur Aufführung älterer Tonwerke;
1853 Organist an der Waisenhauskirche Dresden;
1860 Großherzoglicher Musikdirektor und Leiter
des Schlosschores in Schwerin; erteilte ab 1866
Gesangunterricht am Schweriner Gymnasium;
Katalogisierung der Musikalien der Hofkapelle und
des Fürstenhauses und damit gleichzeitig Aufbau
der Schweriner Musikalienbibliothek; 1874 Goldene
Medaille für Kunst und Wissenschaft; 1884 Dr. h. c.
der Universität Leipzig; 1886 Professor; 1869
Mitbegründer und Autor zahlreicher Aufsätze der
»Monatshefte für Musikgeschichte«; »Cantionale
für die evangelisch-lutherischen Kirchen des
Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin« (4 Bde.;
1868-1887); »Vierstimmiges Choralbuch für Kirche,
Schule und Haus zu dem auf Grossherzoglichen
Befehl 1867 erschienenen Melodieenbuche zu
dem Mecklenburgischen Kirchengesangbuche«
(1869); »Der neuaufgefundene Luther-Codex vom
Jahre 1530« (1871); »25-jährige Wirksamkeit
des Großherzoglichen Schlosschores zu Schwerin«
(1880); Herausgeber von August Wilhelm Ambros’
»Geschichte der Musik« (5 Bde.; 1880-1882);
»Die Musikalien-Sammlung des Großherzoglichen
Mecklenburg-Schwerinschen Fürstenhauses in
den letzten zwei Jahrhunderten« (2 Bde.; 1893);
Nachtrag »Der musikalische Nachlaß der Erbgroßtante
Auguste« (1899).
Kalff, Peter
Ordensbruder
geb. 1440
gest. ?
Hofmeister und einziger Geistlicher der Besitzung
des Zisterzienserklosters Doberan in Redentin;
vermutlich Verfasser des 1464 auf Hof Redentin bei
Wismar vollendeten »Redentiner Osterspiels« (einzige
Handschrift in der Badischen Landesbibliothek
Karlsruhe); »Comoedia de Christi passione et
resurrectione« (1464; 1900 Faksimile der lat.
Handschrift); »Dat öllste Mäkelbörger Osterspill, dat
schräben is in dat Johr 1464 von Peter Kalff. Ut dei
olle Sassensprak in uns’ hütiges Mäkelbörger Platt
öwerdragen von Gustav Struck« (1920).
Kasch, Albert
Bildhauer
geb. 15.2.1866 (Bad) Doberan
gest. ?
Vater: Fritz K., Tischler
Tischlermeister in Doberan; Holzbildhauer und
Bildschnitzer; seit 1882 Zusammenarbeit mit
Gotthilf Ludwig Möckel bei dessen Sakralbauten
in Althof und Doberan; Bildschnitzereien in der
Stadtkirche Sternberg, der Johanniskirche Tessin,
der Trinitatiskirche Hainichen und der Lutherkirche
Danzig-Langfuhr (1899); Retabel mit Darstellungen
alttestamentlicher Personen und einer großen
Christusfigur in der Klosterkirche Doberan.
Keyser, Abraham
(auch: Kayser, Keiser)
Jurist, Diplomat
geb. 26.3.1603 Soest
gest. 30.9.1652 (Bad) Doberan
begr. Ratzeburg (Dom)
Vater: Rüdiger, K., Altermann
Schule in Soest, Bremen, Hannover und Hildesheim;
1622-1625 Jurastudium in Helmstedt; 1628
Legationssekretär in Quedlinburg; Hofmeister
eines braunschweigischen Edelmannes auf dessen
Bildungsreise, 1633 in Rostock, danach in Frankreich
und England, 1637 an der Universität Leiden; 1638
Anwalt in Hamburg; 1639 Archivar im Dienst Herzog
Adolf Friedrichs I. von Mecklenburg; 1641/42
Hofmeister und Reisebegleiter des Erbprinzen
Christian (1658-1692 regierender Herzog Christian
Louis); 1643 im Auftrag des Herzogs Aufenthalt
in Frankreich und Promotion in Orléans; 1644
Mecklenburg-Schweriner Geheimer Rat; Vertreter
Mecklenburgs bei den Friedensverhandlungen in
Osnabrück und Unterzeichner des Westfälischen
Friedens 1649; in den letzten Jahren Verhandlungen
in den Streitigkeiten des Fürstentums Ratzeburg mit
dem Domkapitel; starb auf einer Geschäftsreise in
Doberan.
Klingenberg, Wilhelm
Pädagoge
geb. 12.8.1819 Niex
gest. 20.12.1896 (Bad) Doberan
Vater: Holländer (Milchbauer)
Von dem Küster und Lehrer Schultz in dem
benachbarten Dorf Sülsdorf unterrichtet; erlernte das
Schneiderhandwerk in Rostock; besuchte das mit der
Friedrich-Franz-Schule verbundene Präparandum zur
Vorbereitung auf den Lehrerberuf; bereits nach einem
Jahr Lehrer in dieser Schule; 1841 Lehrerseminar in
Ludwigslust; nach Absolvierung eines zweijährigen
Kurses Lehrer in einer neu eingerichteten Schule in
Glashagen (bei Doberan); 1846 Lehrer in Hohenfelde;
1862 Küster in Altkalen; 1893 50-jähriges
Amtsjubiläum, 1894 Pensionierung und Übersiedlung
nach Doberan.
Klose, (Theodor Gotthard Eduard Hermann)
Olaf
Bibliothekar
geb. 13.1.1903 (Bad) Doberan
gest. 22.3.1987 Preetz (Schleswig-Holstein)
begr. Heikendorf
Vater: Wilhelm K., Theologe
1914 Gymnasium in Hermannsburg bei Celle,
1918 am Andreanum Hildesheim; 1822 Studium
der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte
in Göttingen, Tübingen, Oslo und Leipzig; 1927
Promotion in Leipzig; 1928 Staatsexamen in
Kiel; seit 1927 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter,
1930 Bibliothekar an der Universitätsbibliothek
Kiel, dann in der Preußischen Staatsbibliothek
Berlin; 1923 Fachprüfung; Assessor an der
Universitätsbibliothek Magdeburg; 1933-1935
Lektorentätigkeit an der Universität Kopenhagen;
danach Austauschbibliothekar in Oslo; 1935 wieder
in der Universitätsbibliothek Kiel, verantwortlich
für das Sammelgebiet skandinavische Literatur;
1949 Direktor der Schleswig-Holsteinischen
Landesbibliothek Kiel; 1969 Ruhestand;
Bundesverdienstkreuz, Dannebrogorden, Isländischer
Falkenorden, Universitätsmedaille der Universität
Kiel und Schleswig-Holstein-Medaille; Professor;
Herausgeber des »Schleswig-Holsteinischen
Biographischen Lexikons«, (1970 ff); Mitarbeit am
Jahrbuch »Nordelbingen« (1923 ff.); Schriftführer
der Gesellschaft für schleswig-holsteinische
Geschichte; Herausgeber der Buchreihe »Quellen und
Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins«
und der »Geschichte Schleswig-Holsteins« (8 Bde.;
1954-1969); »Die Herzogtümer im Gesamtstaat
1721-1830« (Bd. 6, 1960); gemeinsam mit Richard
Sedlmeyer »Alt-Kiel und die Kieler Landschaft«
(1956); gemeinsam mit Lilli Martius »Ortsansichten
und Stadtpläne der Herzogtümer Schleswig, Holstein
und Lauenburg« (1962).
Koch, Friedrich (Johann Eduard Karl)
Baumeister, Geologe
geb. 28.9.1817 (Bad) Sülze
gest. 2.11.1894 Schwerin
Vater: August (Christian Ludwig) K., Jurist, Bürgermeister
Bruder: Franz (Wilhelm Julius) K., Heimatforscher
1843 Baukondukteur, 1858 Baumeister
in Doberan, 1859 in Dargun; 1863-1893
Landbaumeister in Güstrow; seit 1865 Angehöriger
der Prüfungskommission für Kandidaten des
Baufaches; Kirchenrestaurationen in Teterow,
Malchin und Güstrow; 1885 Oberlandbaumeister,
1893 Großherzoglicher Baurat; 1868 Hausorden
der Wendischen Krone (Verdienstkreuz in Gold);
geologische Arbeiten für das »Archiv des Vereins
der Freunde der Naturgeschichte«; 1883-
1890 Sekretär des Vereins; Verwaltung der
Vereinsbibliothek in seinem Güstrower Haus;
bewirkte, dass die Bibliothek 1885 in die Rostocker
Universitätsbibliothek aufgenommen wurde;
entdeckte die Grünsandvorkommnisse von Karenz
und Brunshaupten; veranlasste Tiefenbohrungen
nach Kalisalzlagern bei Lübtheen; veröffentlichte
Untersuchungen zu den Fossilien des Sternberger
Gesteins; »Entwicklungsgeschichte der Baukunst«
(1893); »Zur Geschichte der Salzfabrikation in
Mecklenburg« (1853), »Die Saline zu Sülz in
technischer und statistischer Hinsicht« (1853), »Das
Soolbad zu Sülz« (1854) und »Das südwestliche
Mecklenburg« (1855) in »Archiv für Landeskunde«;
»Der Geheime Amtsrat A. L. Koch. Nekrolog« in
»Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte
in Mecklenburg« (1866); »Zur Baugeschichte des
Doms zu Güstrow« (1891), Charles Philippe Dieussart
und Leonhardt Christoph Sturm, zwei alte Baumeister
des 17. u. 18. Jahrhunderts in Meklenburg«
(1891) und »Zur Baugeschichte des Schlosses
Rossewitz« (1893) in »Jahrbücher des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde«.
Kollmorgen, Louis
Pädagoge
geb. 20.2.1854 Schwerin
gest. 26.4.1916 (Bad) Doberan
1869-1872 Ausbildung am Präparandum Neukloster;
1874-1876 Absolvierung des Seminarkurses; 1876
Lehrer an der Bürgerknabenschule Schwerin;
1877 Lehrer an der Wilhelmsschule Deezbüll
(Nordfriesland); 1878 an der Bürgerschule Teterow;
seit 1888 am Gymnasium Friderico Francisceum
Doberan; vermachte der Schule seine wertvolle
Bibliothek von 500 Bänden und ein Kapital von 10 000
Mark, dessen Zinsen als Stipendium vergeben werden
sollten; Mitglied des Heimatbundes Mecklenburg.
Kootz, Friedrich-Wilhelm
Forstwirt
geb. 27.12.1898 Weitin (Neubrandenburg)
gest. 13.6.1975 Kühlungsborn
Vater: Hermann K., Theologe
1910-1917 Gymnasium in Neubrandenburg; 1918
Kriegsdienst und Verwundung; 1919 Studium
an der Forstlichen Hochschule Eberswalde und
der Universität Rostock; 1923 zweite forstliche
Prüfung; Forstreferendar; 1926 Staatsprüfung und
Forstassessor; vier Jahre in der Forsteinrichtung
und der Landesforstverwaltung Neustrelitz; 1931
Verwaltung des Forstamtes Rowa, 1932 Forstmeister;
1945 Internierung; 1946 Leiter der Abteilung
Waldbau im Landesforstamt Schwerin; 1952 Leiter
der Außenstelle Bad Doberan des Instituts für
Forstwissenschaften Berlin; 1931 Mitglied des
Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte
und Heimatkunde; Mitautor von »Forstliche
Samenplantagen« (1954).
Kortüm, August (Karl Friedrich Ludwig)
Mediziner
geb. 13.10.1810 Penzlin
gest. 25.6.1884 (Bad) Doberan
Vater: Theodor K., Mediziner
Medizinstudium; 1831 Promotion in Würzburg;
1832 praktischer Arzt in Waren, 1846 Medizinalrat;
seit 1848 in Rostock, 1849 Privatdozent an der
Universität; zugleich Großherzoglicher Badearzt in
Doberan; 1853 Übersiedlung nach Doberan; 1881
Obermedizinalrat; »Das Doberaner Seebad der
heilige Damm, seine Curmittel und ihre Verwendung«
(1856); »Fliegende Blätter vom Heiligen Damm«
(1864/65); »Das Seebad und die Seebadekur«
(1865).
Kriemann, Albert
Seemann, Modellbauer
geb. 1872 (Bad) Doberan
gest. 1945 (Wustrow (Nordvorpommern)
Seefahrtsschule Wustrow; Steuermanns- und
Kapitänspatent; infolge eines Unfalls berufsunfähig;
Modellschiffsschnitzer, stellte Schiffstypen und
Seezeichen dar; besaß in seinem privaten Museum
etwa 150 Modelle, die 1945 ins Schifffahrtsmuseum
Leningrad kamen; einige Modelle kehrten im Zuge
der Rückführung der Dresdener Kunstschätze zurück;
entwarf ein Wappen für Wustrow.
Kugler, (Franz) Xaver
Redakteur, Parteifunktionär
geb. 1.12.1922 Augsburg
gest. 30.6.2005 Bad Doberan
Vater: Drucker
Bis 1951 (stellvertretender) Chefredakteur der
»Märkischen Union« in Potsdam; 1951-1953
Redakteur der Ostberliner Zeitung »Nachtexpreß«;
1953-1988 Chefredakteur der CDU-Zeitung für die
Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg »Der
Demokrat« in Rostock; dienstältester Chefredakteur
einer DDR-Zeitung; Mitglied des Bezirksvorstandes
Rostock der CDU; lebte in Nienhagen (bei Rostock);
auf See bestattet.
Lange, Wolfgang
Jurist, Widerstandskämpfer
geb. 11.4.1898 (Bad) Doberan
gest. 17.7.1984 Frankfurt (Main)
1914-1918 Kriegsdienst und schwere Verwundung;
1919-1922 Jurastudium in Jena, Bonn und Rostock;
1927 Assessorexamen in Rostock und Rechtsanwalt in
Wismar; ab 1924 Mitglied der SPD und Syndikus des
Rates; Boykott seiner Anwalts- und Notariatspraxis
und Minderung seines Einkommens; 1933 Bildung
einer Widerstandsgruppe; 1934 Verbindungsmann
der Robinson-Strassmann-Gruppe; entwickelte
einen Verfassungsentwurf für das Vierte Reich;
1934 Mitglied im NS-Rechtswahrerbund (NSRB);
1940 wegen hartnäckiger Verweigerung der
Beitragszahlung aus dem NSRB ausgeschlossen;
1943 zur Luftwaffe eingezogen; 1945 als einziger
Rechtsanwalt in Wismar bestätigt; Mitte 1945
Übersiedlung nach Frankfurt (Main); Staatsanwalt,
dann Richter am Amtsgericht Frankfurt; nach seiner
Pensionierung wieder Rechtsanwalt; rechtshistorische
Forschung über Wismar; 1932 Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
Lenz, Friedrich
Unternehmer, Baumeister
geb. 9.11.1846 Pflugrade (Pommern; Redlo/Polen)
gest. 19.8.1930 Meseritzer Mühle (Belgard/Hinterpommern)
Vater: Bauer
1866 Abitur; erlernte das Bauhandwerk;
ingenieurtechnische Ausbildung; 1875 eigenes
Tiefbauunternehmen; unter seiner Leitung wurde
die 122 km lange Eisenbahnstrecke von Altdamm
nach Kolberg erbaut und 1883 vollendet; 1862-
1887 Tätigkeit in Mecklenburg; baute 230 km
Eisenbahnspuren, u. a. die Strecken Güstrow–Plau–
Meyenburg, Wismar–Rostock und Gnoien–Teterow;
berühmt wurde seine Kleinbahnstrecke von Doberan
nach Heiligendamm, die Schmalspurbahn Molli;
1890 Geheimer Kommerzienrat; gründete 1892
gemeinsam mit dem Geschäftsinhaber der Berliner
Handelsgesellschaft Carl Fürstenberg die Lenz & Co
GmbH, zunächst mit Sitz in Stettin, dann in Berlin;
baute in der Folgezeit etwa 100 Bahnlinien; seit
1904 am Bau von Eisenbahnlinien in den deutschen
Kolonien in Afrika beteiligt; Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
Lindner-Welk, Agathe
(geb.: Lindner; verw.: Hofmeister)
Journalistin, Schriftstellerin
geb. 27.4.1892 Berlin
gest. 8.11.1974 Bad Doberan
Vater: Otto Lindner, Brauereidirektor
Ehemann: Ehm Welk, Journalist, Schriftsteller
Ihr Vater starb bereits 1902 und das gewünschte
Studium war aus finanziellen Gründen nicht möglich;
1908 Handelsschule der Kaufmannschaft in Berlin;
Korrespondentin bei der Carl Lindström AG in Berlin;
lernte in Berlin Ehm Welk, einen Freund ihres Mannes
Otto Hofmeister († 1922), kennen und heiratete
ihn 1924; Fremdsprachensekretärin bei der Fritz
Karlson Sakali GmbH, später bei der Printator GmbH
in Berlin; gab 1926 ihre Arbeit auf und widmete sich
der Malerei und Fotografie; schrieb erste Gedichte;
rettete ihren Mann 1933 unter Einsatz ihres Lebens
vor dem Ertrinken in der Ostsee (beide verarbeiteten
das Ereignis literarisch: Ehm 1952 in »Mein Land, das
ferne leuchtet« und Agathe 1962 in »Juliane Wied«);
1935 Übersiedlung nach Lübbenau, 1940 nach
Neuenkirchen, 1945 nach Ueckermünde, 1946 nach
Schwerin; beide erwarben 1949 in Bad Doberan ein
Haus, in dem sie seit 1950 lebten; unterstützte die
schriftstellerische Laufbahn ihres Mannes; kümmerte
sich nach seinem Tod (1966) um die Ordnung
seines Nachlasses und den Aufbau des Ehm-Welk-
Literaturmuseums in Angermünde; seit 1950 Mitglied
des Deutschen Schriftstellerverbandes; »Madonna
an der Treppe« (1935); »Die Stimme irgendwo. Der
Roman eines suchenden Herzens« (1937); »Veronika
und ihr Sohn« (1945); »Juliane Wied« (1962); gab
1959 »Geliebtes Leben«, einen Band mit Gedanken
und Lebensweisheiten Ehm Welks, heraus.
Löwigt, Adolf
Parlamentarier
geb. 26.11.1871 (Bad) Doberan
gest. 18.9.1941 Lübeck
Schlosserlehre; 1919-1933 Angestellter des
Metallarbeiterverbandes in Lübeck; 1919/20
Vorsitzender des Arbeiterrates in Lübeck; 1919-1933
Mitglied des Lübecker Landtages.
Lorenz, Adolf Friedrich
Architekt
geb. 2.5.1884 Rostock
gest. 13.6.1962 Schwerin
Vater: Carl L., Kaufmann, Fabrikant
1901 Abitur in Rostock; Mathematikstudium
in Rostock, Dresden und Braunschweig; 1908
Hochbaustudium in München; Bauführer und
Baumeister in Güstrow, Lübz und Ludwigslust; ab
1924 Oberbau- und Regierungsrat in Schwerin;
1937-1946 Ministerialrat im Rechnungshof
Potsdam; nach dem Zweiten Weltkrieg Beauftragter
der Mecklenburgischen Landeskirche; setzte
sich für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen
in Rostock, Wismar und Neubrandenburg ein;
1946-1953 Bezirkskonservator und Gutachter für
denkmalpflegerische Maßnahmen beim Stadtbauamt
Rostock; Wiederaufbaupläne für die Rostocker
Innenstadt; 1954 Lehrauftrag für das Fach Theorie
der Denkmalpflege und der Museumskunde an der
Universität Rostock und Mitarbeiter im Institut für
Kunstgeschichte; begann mit mecklenburgischer
Burgenforschung; Fachschriftsteller für Kirchenbauten
und Landschlösser über die Baugeschichte des
Zisterzienserklosters Bad Doberan, des Güstrower
und des Schweriner Doms, der Marienkirche
Rostock und der Georgenkirche Wismar; über 50
Veröffentlichungen; »Die Marienkirche in Rostock«
(1954); »Der Dom zu Schwerin« (1954); »Der
Dom zu Güstrow« (1955); »Die St. Georgenkirche
zu Wismar« (1955); »Das Zisterzienserkloster
Doberan« (1955); »Doberan, ein Denkmal
norddeutscher Backsteingotik« (1958); Nachlass im
Landeshauptarchiv Schwerin (2416 Baupläne von
Schlössern, Klöstern, Kirchen, Baudenkmälern und
Häusern, außerdem 198 Zeichnungen, 44 Fotos und
48 Akten); weitere Nachlassteile im Landeskirchlichen
Archiv und im Landesamt für Denkmalpflege
Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin.
Ludewig, Fritz
Mediziner
geb. 11.5.1857 Letschin
gest. 15.11.1917 Hamburg
Vater: Auktionskommissar
1883 Approbation und Promotion in Rostock; 1884-
1887 Arzt in Doberan; 1887 Assistenzarzt an der
Ohrenklinik Halle; 1890 Oberarzt in Hamburg; 1892
Sanitätsrat; 1887 Ritter des schwedischen Wasa-
Ordens; »Zur Frage der Thränendrüsentumoren«
(Diss., 1883).
Lüth, Carl
Pädagoge
geb. 29.4.1855 Brüel
gest. 8.4.1931 Schwerin
Bis 1872 Gymnasium in Schwerin; Philologiestudium
in Göttingen, Leipzig und Rostock; 1877 in Promotion
in Rostock; Hauslehrer bei den Grafen Bothmer;
1879 Lehrer am Großherzoglichen Progymnasium
in Doberan; 1880 am Gymnasium in Parchim;
1900 in Güstrow, 1903 Gymnasialprofessor;
1908-1924 Direktor des Gymnasiums Friderico-
Francisceum (Bad) Doberan; Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
Malchow, Friedrich
Pädagoge
geb. 28.12.1857 Schwerin
gest. 21.10.1920 Güstrow
Gymnasium in Parchim; Studium der Klassischen
Philologie und Geschichte in Rostock und Berlin; 1880
Promotion in Rostock; 1883/84 Proband in Doberan;
bis 1886 Hauslehrer; bis 1888 am Realgymnasium
in Havelberg; Hilfslehrer in Doberan; 1889 am
Realgymnasium in Schwerin; 1890 in Ludwigslust;
1895-1920 Gymnasialprofessor an der Domschule
Güstrow; »Geschichte des Klosters Doberan von
1300-1350« (Diss., 1880).
Maltzahn, Adolf (Rudolf Carl Felix) von
(Freiherr; Graf von Plessen)
Gutsbesitzer, Landwirt, Parlamentarier
geb. 28.9.1835 Ivenack
gest. 18.9.1909 Ivenack
Vater: Gustav Theodor Helmuth Dietrich von M.
Blochmannsches Erziehungs-Institut Dresden; 1854
Studium der Kameralistik in Bonn (Corps Borussia)
und Berlin; Majoratsherr auf Ivenack; übernahm 1862
das Erbe in Ivenack; gründete ein Gestüt; ließ den
Landschaftsgarten gestalten, 1867 den Glockenturm
der Ivenacker Kirche bauen, 1869 den Altar
restaurieren und eine Heizung einbauen; Stifter der
Orgel; erwarb 1871 das Gut Kummerow (mit Marxfeld
und Axelshof); Förderer des Pferdesports; 1868-1909
Vorsitzender des Doberaner Rennvereins; 1862-1909
Hauptdirektor des Mecklenburgischen Patriotischen
Vereins; 1876 Mitgründer der »Mecklenburgischen
Nachrichten« und bis 1909 Verlagsmitglied; rief zum
40-jährigen Amtsjubiläum 1902 die Adolf-Plessen-
Ivenack-Stiftung ins Leben; 1867-1907 Deputierter
aller Fideikommissbesitzer Mecklenburgs bei der
Großherzoglichen Regierung; 1865 Johanniter-
Ehrenritter, 1872 Rechtsritter, 1888 Kommendator
des Johanniterordens für beide Mecklenburg;
leitete im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
die Verwundetenbetreuung des Ordens; 1867-1870
Mitglied des Reichstages des Norddeutschen Bundes,
1878-1881 des Deutschen Reichstages (Konservative,
Wahlkreis Malchin-Waren); 1887 Hausorden der
Wendischen Krone (Großkomtur); 1893 Preußischer
Kronenorden (bei der Einweihung des Denkmals
für den Großherzog Friedrich Franz II. von
Mecklenburg-Schwerin, bei welcher er die Festrede
hielt); 1894 Roter Adlerorden und Ehrenbürger
von Stavenhagen; 1897 Gedächtnismedaille auf
Friedrich Franz III.; 1898 Erinnerungsmedaille zum
100-jährigen Geburtstag Kaiser Wilhelms I.; 1900
Prädikat Exzellenz; 1901 Erblandmarschall von Alt-
Vorpommern; 1907 Großkreuz mit der Krone des
mecklenburgischen Hausordens der Wendischen
Krone.
Maltzan, (Otto) Julius von
(Freiherr zu Wartenberg und Penzlin)
Verwaltungsbeamter, Publizist
geb. 4.8.1812 Brustorf
gest. 24.9.1896 (Bad) Doberan
Vater: (Nikolaus) Friedrich (Rudolf) von M., Gutsbesitzer,
Schriftsteller
Bruder: Albrecht (Friedrich Ludwig Otto) von M., Gutsbesitzer,
Landwirt
Bruder: (Johann) Bernhard von M., Jurist
Bruder: Friedrich (Carl Ernst Helmuth) von M., Gutsbesitzer,
Soldat
Bruder: Hermann (Friedrich Joachim) von M., Gutsbesitzer,
Zoologe, Schriftsteller
Klosterhauptmann in Dobbertin; Teilnehmer
der Landtagsverhandlungen; Anhänger der
landständischen Verfassung (trat in Wort und Schrift
für deren Beibehaltung ein); »Die ständische Basis«
(1874); »Feudale Repliken« (1878); »Einige gute
mecklenburgische Männer« (1882; 34 gesammelte
Lebensbilder adliger Mecklenburger); »Zur
Erinnerung an den Vizelandmarschall von Dewitz
auf Cölpin« (1889); »Erinnerungen und Gedanken
eines Doberaner Badegastes« (1893); »Alte
Landtagserinnerungen« (1896).
Maltzahn, Carl (Hans Friedrich) von
Gutsbesitzer
geb. 17.11.1797 Ivenack
gest. 21.10.1868 Pinnow (Demmin)
begr. Kirch Grubenhagen
Vater: Albrecht Joachim von M., Gutsbesitzer, Landwirt
Ehefrau: Caroline von M.
Teilnehmer der Befreiungskriege 1813-1815
als Sekondeleutnant; Königlich preußischer
Oberstallmeister auf Sommersdorf, Leuschentin
und Vollrathsruhe; Modernisierung des
landwirtschaftlichen Betriebes auf seinen Gütern,
verbesserte die Viehzucht und schaffte holländische
Rinder und Merinoschafe an; unternahm als
Pferdezüchter und Rennstallbesitzer viele Reisen;
reiste jedes Jahr für die Höfe in Schwerin und
Neustrelitz und für die preußischen Prinzen nach
England; errang selbst viele Siege bei großen
Rennen; an der Errichtung der Rennplätze Doberan,
Güstrow und Neubrandenburg beteiligt; nahm 1819
als Herrenreiter am ersten Gelände-Hindernis-
Rennen in Deutschland teil; begegnete 1828 dem
englischen Rennreiter Charles James Apperley;
versteigerte sein Gestüt und reiste 1845 in die USA
und 1846 nach England, um 60 Halbblutstuten für
den Stolper Rennverein zu kaufen; 1847 Direktor
des Großherzoglichen Landgestüts Redefin und des
Großherzoglichen Privatgestüts Raben Steinfeld; 1840
im Direktorium des Berliner Vereins für Pferdezucht
und Dressur; 1865 Oberlandesstallmeister und
Vortragender Rat im Landwirtschaftsministerium
Berlin; Hausorden der Wendischen Krone
(Großkomturkreuz); 1841 wegen einer Beziehung
zur Hofdame Auguste von Dewitz (später von
Bernstorff) Scheidung von seiner Frau Caroline; der
Tod der gemeinsamen Tochter führte die Eheleute
1851 wieder zusammen, aber seine Frau nahm sich
1855 das Leben; das Schicksal der Ehe ist Thema in
Theodor Fontanes Roman »Unwiederbringlich«, in
dem er als literarische Gestalt Graf Holk erscheint;
starb an einem Schlaganfall, den er beim Begräbnis
seines Bruders Rudolf erlitt.
Marschalk, Nikolaus
(auch: Marschalk de Grohenburg; gen.: Marschalk Thurius)
Humanist, Buchdrucker, Chronist
geb. ? Roßla
gest. 12.7.1525 Rostock
begr. (Bad) Doberan (Münster)
Studium in Loewen (Bakkalaureus Artium), 1491-
1496 in Erfurt (Bakkalaureus Iuris Utriusque); 1496
erster Griechischlehrer an der Universität Erfurt;
1500 Stadtschreiber in Erfurt; frühe Arbeiten sind
das deutsche Griechischlehrbuch »Orthographia«
(1501) und »Grammatica exegetica« (1501); richtete
sich 1501 in Erfurt eine eigene Druckerei ein; zu
den Erfurter Drucken gehören der erste Notendruck
»Laus Musarum« (1501), die erste in Deutschland
gedruckte Sammlung lateinischer Inschriften
»Epitaphia quaedam mire vetustatis« (1502), die
Einführung in die griechische und lateinische Dichtung
sowie das mit Holzschnitten reich geschmückte
»Enchiridon poetarum clarissimorum« (1502; mit
Bildnis des Autors); 1502 Dozent für Griechisch an
der neu gegründeten Universität Wittenberg; 1504
Promotion; als Orator (diplomatischer Gesandter) im
Dienst der sächsischen Herzöge; 1505 Herzoglicher
Rat in Schwerin; verfasste im Auftrag des Herzogs
Heinrich V. (dem Friedfertigen) von Mecklenburg-
Schwerin eine Genealogie des mecklenburgischen
Herzogshauses und die Mecklenburgische Reimchronik
(mit Widmung) »Chronicon der Mecklenburgischen
Regenten Reim-Weise« (1512/13; Handschrift auf
Pergamentpapier mit 45 teils goldpattierten Bildern;
Autorenbildnis als Schlussminiatur; befindet sich
in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin); 1510 in Rostock immatrikuliert als
Dominus et Magister iuris utriusque doctor honoratus
per universitatem; 1510-1525 außerordentlicher
Professor in Rostock (theologische, philologische,
anatomische, juristische und naturwissenschaftliche
Vorlesungen); führte in Rostock das Griechisch- und
Hebräischstudium ein; gründete 1514 in Rostock
eine eigene Druckerei, für die er den Buchdrucker
Günther Winter aus Erfurt holte; druckte vor allem
seine eigenen Schriften, für das Universitätsstudium
bestimmte Werke und einige Gelegenheitsschriften
(etwa 25 Drucke); »De omnibus corporis humani
membris interioribus, anatomia« (1514; Anatomie
des Mundinus Paduanus); »Institutionum reipublice
militaris ac civilis libri novem« (1515; politischer
und militärischer Ratgeber) und »Historia aquatilium
latine ac grece cim figuris« (3 Bde.; 1517-1520;
naturgeschichtliche Studie über Meeresbewohner),
beide mit Abbildungen; »Annalium Herulorum ac
Vandalorum« (7 Bde.; 1521); »Mons Stellarum. Res
a iudaeis perfidissimis gesta, in monte Stellarum«
(1522); »Ein Ausztzog der Meckelburgischen
Chronicken« (1522; erste gedruckte
mecklenburgische Chronik in deutscher Sprache).
Mau, Gustav
Grafiker
geb. 1791 Wismar
gest. 1.1.1864
Vater: David Christoph M., Kaufmann
Gründete 1820 eine lithographische Anstalt (hatte
bis 1819 seine Lithographien noch in Berlin drucken
lassen); druckte Städte- und Landschaftsansichten
von Doberan, Schwerin, Wismar und Rostock nach
den Steinzeichnungen von Heinrich Hintze; bis
1825 als Lithograph nachweisbar, danach sind keine
Arbeiten aus seiner Werkstatt mehr bekannt; »Das
Seebad bei Doberan« (1822; Blick auf Heiligendamm
von der Ostsee her).
Maybaum, Heinz
(eigentl.: Heinrich Johannes Friedrich August M.)
Historiker, Pädagoge
geb. 19.2.1896 (Bad) Doberan
gest. 25.2.1955 Flensburg
Vater: Johannes M., Philologe, Pädagoge
Gymnasium in Schwerin; 1914 Geschichts- und
Germanistikstudium in Tübingen; 1914-1920
Kriegsdienst und französische Gefangenschaft;
1920-1923 Fortsetzung des Studiums in Rostock;
1924 Promotion in Rostock; 1924 Staatsexamen und
1926 Lehramtsprüfung für das höhere Schulwesen
in Rostock; 1924-1926 Studienreferendar,
1926 Studienassessor, 1927 Studienrat an der
Großen Stadtschule Rostock; 1927 Kustos am
Münzkabinett des Museums für Hamburgische
Geschichte; 1934 Habilitation und Privatdozent
für Mittelalterliche und Neuere Geschichte in
Hamburg; 1935 außerordentlicher, 1938-1945
ordentlicher Professor der Mittleren und Neueren
Geschichte in Rostock, 1936-1939 Dekan der
Philosophischen Fakultät; 1941-1945 Mitglied des
Senats der Universität Rostock; ab 1945 in Flensburg,
1950 Leiter des Flensburger Schulvereins und
Deutschlehrer an einer Berufsschule; 1938 Mitglied
des Vereins für mecklenburgische Geschichte und
Altertumskunde; »Die Entstehung der Gutsherrschaft
im nordwestlichen Mecklenburg (Amt Gadebusch
und Amt Grevesmühlen)« (Diss., 1926); »Das Erste
Reich und wir. Vortrag zum Tag der Wissenschaft
in der Universität Rostock« (1939); Mitarbeiter
an »Grundzüge der Geschichte«: Band 5 »Vom
Beginn des mittelalterlichen Kaiserreiches bis zum
Ende des absolutistischen Zeitalters« (1951) und
Band 6 »Von der Urgeschichte bis zum Werden
der abendländischen Völkergemeinschaft« (1960);
»Die Münzpfennige, eine mittelalterliche Abgabe«
in »Festgabe des Vereins der Münzfreunde in
Hamburg« (1930); »Die Mecklenburger und ihre
Nachbarn« in »Mitteilungen aus dem Quickborn«
(1930); »Kirchgründung und Kirchenpatronat in
der Kirchenprovinz Hamburg-Bremen während
des Mittelalters« in »Zeitschrift der Savigny-
Stiftung für Rechtsgeschichte« (Habil., 1936);
»Beiträge zur Geschichte der germanisch-deutschen
Landwirtschaft« in »Zeitschrift für Volkskunde«
(1936); »Mecklenburgs Bauern und der 1. Mai«
in »Monatshefte für Mecklenburg« (1937);
»Die territoriale Entwicklung Mecklenburgs« in
»Mecklenburg. Ein Land im Wandel der Zeit« (1938);
»Wiederbesiedlung im Mittelalter« in »Mecklenburg.
Werden und Sein eines Gaues« (1938).
Mendelssohn Bartholdy, Felix
Musiker, Komponist
geb. 3.2.1809 Hamburg
gest. 4.11.1847 Leipzig
begr. Berlin (Dreifaltigkeits-Friedhof)
Vater: Abraham Mendelssohn, Bankier
Sein Großvater war der Philosoph Moses
Mendelssohn; die jüdische Familie zog 1811 nach
Berlin, konvertierte 1822 zum Christentum und
fügte ihrem Namen Bartholdy bei; zusammen
mit Schwester Fanny Musikunterricht bei Carl
Friedrich Zelter und Karl Wilhelm Ludwig Heyse;
am 24. Oktober 1818 erster öffentlicher Auftritt als
Pianist; 1819 Mitglied in der Sing-Akademie Berlin,
1820 erste Kompositionen (Lieder, Klaviersonaten,
Orgelstücke); schuf 1821 fünf Streichersinfonien,
vierstimmige Motetten, die Singspiele
»Soldatenliebschaft«, »Die beiden Pädagogen« und
Teile von »Die wandernden Komödianten«; besuchte
mit Zelter 1821 Goethe in Weimar und lernte in
Berlin Carl Maria von Weber kennen; schrieb 1822
die Oper »Die beiden Neffen oder der Onkel aus
Boston« und ein Klavierkonzert; komponierte 1824
seine erste Sinfonie c-Moll und das Klavierquartett
h-Moll; in dieser Zeit begann seine lebenslange
Freundschaft mit Ignaz Moscheles; traf 1825 bei
einer Reise mit seinem Vater nach Paris Gioacchino
Rossini, Giacomo Meyerbeer und Luigi Cherubini;
vollendete die Oper »Die Hochzeit des Camacho«;
komponierte mit 17 Jahren (1826) die berühmte
Sommernachtstraum-Ouvertüre, die er erstmals
1827 in Stettin dirigierte; gründete einen Chor zum
Studium der Chorwerke Johann Sebastian Bachs und
leitete die erste Aufführung der »Matthäuspassion«
nach Bachs Tod in der Sing-Akademie Berlin;
bereicherte auch das Musikleben in Mecklenburg;
1924 mit seinem Vater Aufenthalt in Doberan
(Unterkunft im Logierhaus am Kamp); komponierte
hier die Ouvertüre in C-Dur, instrumentierte das
Notturno daraus für die Doberaner Bläsergruppe und
dirigierte es im Salonhaus; 1840 Festdirigent des
II. Norddeutschen Musikfestes in Schwerin, für das
nach seinen Anweisungen (an Chordirektor Julius
Stocks) im Dom eine terrassenförmig ansteigende
Tribüne für den Chor (340 Mitglieder) und davor der
Platz für das Orchester (150 Mitglieder) aufgebaut
wurde: dirigierte im Schweriner Dom sein Oratorium
»Paulus« (8. Juli) und Haydns »Schöpfung« (10. Juli),
spielte beim weltlichen Konzert im Schauspielhaus
(9. Juli) im Orchester mit (Bratsche) und war Solist
seines Klavierkonzertes D-Dur; 1842 Preußischer
Generalmusikdirektor; gründete 1843 in Leipzig
ein Konservatorium, die erste Musikhochschule
Deutschlands; 1843 Ehrenbürger von Leipzig;
Konzertreisen nach England, leitete bei der letzten
Reise 1847 sein Oratorium »Elias« in Exeter Hall,
Manchester und Birmingham; zog sich nach dem
Tod seiner Schwester Fanny (14. Mai 1847) zurück,
erlitt einen Schlaganfall und starb kurz darauf;
das Mendelssohn-Haus in Leipzig ist heute ein
Museum; Statue (von Hermann Heinrich Howaldt)
vor dem Konzerthaus in Leipzig (1936 entfernt);
Skulptur im Berliner Mendelssohn Bartholdy-Park;
1878 Felix-Mendelssohn-Stiftung und in Nachfolge
Felix-Mendelssohn-Preis der Stiftung Preußischer
Kulturbesitz in Berlin.
Michaels, Alex
Buchdrucker, Verleger
geb. 15.11.1876 Dersenow
gest. 23.2.1968 Kröpelin
Lehre in der Buchdruckerei Carl Ruhr in Bützow;
danach in Rostock bei Karl Boldt in der Druckerei
des »Rostocker Anzeigers«, leitete dort die jährliche
Ausgabe des »Rostocker Adressbuches«; übernahm
1909 den Verlag der Zeitung »Ostseebote« in Kröpelin
von dem nach Marlow übersiedelten Hermann Horn;
als nach dem Ersten Weltkrieg das »Wochenblatt für
Stadt und Land« in Bad Doberan einging, übernahm
der »Ostseebote« dessen Aufgabe; in Bad Doberan
wurde ein Betriebsteil mit moderner Schnellpresse
errichtet; 1945 galt diese Druckerei als größte
und modernste in Mecklenburg; 1945 zeitweise
Bürgermeister in Kröpelin; betrieb seine Kröpeliner
Druckerei bis ins hohe Alter weiter.
Möckel, (Gotthilf) Ludwig
Architekt
geb. 22.7.1838 Zwickau
gest. 26.10.1915 (Bad) Doberan
Vater: Gotthilf Heinrich M., Kupferschmied
1844-1852 Bürgerschule in Zwickau; 1852/53
Königliche Gewerbeschule in Chemnitz; 1853-1856
Maurerlehre und Ausbildung an der Königlichen
Baugewerkeschule in Chemnitz; 1856-1858
Maurergeselle; 1858-1860 im Ingenieurbüro der
Obererzgebirgischen Staatsbahn in Chemnitz und
im Architekturbüro Edwin Opplers in Hannover;
1861/62 Studium am Polytechnikum Hannover;
1867-1875 Gewerksmeister und freier Architekt in
Zwickau, 1875-1885 in Dresden; 1873-1878 Neubau
der Johanneskirche Dresden; übernahm 1877
die Restaurierung des Beinhauses der Doberaner
Klosterkirche; seit 1885 Wohnsitz in Doberan;
ließ sich 1887/88 eine neugotische Villa errichten
(seit 1983 Stadtmuseum Möckel-Haus); seit 1884
Leiter des mecklenburgischen Kirchenbauwesens;
1897 Großherzoglich mecklenburg-schwerinscher
Geheimer Baurat; 1900 Geheimer Hofbaurat; baute
Villen, Wohn- und Geschäftshäuser, städtische und
Staatsgebäude, Schulen, Dorf- und Stadtkirchen in
neugotischem Stil (meist mit roter Backsteinblende);
1885 Großherzogliches Jagdschloss Gelbensande;
1887-1889 Großherzogliches Gymnasium Doberan;
Schloss Melkof (bei Vellahn; 1888); 1888-1893
Ständehaus Rostock; 1897 Schloss Groß Lüsewitz;
1904 Kapelle in Heiligendamm; 1908 Kirche in
Müritz; 1909 Katholische Christuskirche Rostock
(1971 gesprengt); 1873 Mitglied des Sächsischen
Ingenieur- und Architektenvereins in Leipzig, 1875
des Architekten- und Ingenieurvereins Hannover;
1885 Mitglied des Vereins für mecklenburgische
Geschichte und Altertumskunde, 1891 des Vereins
für Naturgeschichte Mecklenburgs; Mitglied des
Heimatbundes Mecklenburg; Ehrenbürger von
Doberan; 1878 Ritterkreuz des Königlich sächsischen
Albrechtsordens; 1881 Ehrenmitglied der Akademie
der Bildenden Künste Dresden; 1887 Ritterkreuz des
Großherzoglich Mecklenburgischen Greifenordens;
1893 Großherzoglich mecklenburgische Große
Goldene Medaille der Wissenschaften und Künste mit
Band; 1901 Roter Adlerorden; 1915 Hausorden der
Wendischen Krone (Komtur).
Mohr, Rolf
Mediziner, Numismatiker
geb. 29.8.1911
gest. 5.3.1994 Bad Doberan
Vater: Pädagoge
Nach Studium, Approbation und beruflichem
Aufenthalt in Sachsen Zahnarzt in Bad Doberan;
betätigte sich in seiner Feizeit als Münzsammler und
legte umfangreiche regionalkundliche Kollektaneen
an; 1966 und 1968 an den Internationalen
Münzausstellungen in Rostock beteiligt; betreute
über 20 Jahre die Münz- und Medaillensammlung
des Kulturhistorischen Museums Rostock und
übereignete dem Museum seine Sammlung der
regionalen Münzen des Mittelalters und der
Frühneuzeit; Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises
Mecklenburgische Münzgeschichte; »Beitrag zum
Beginn der Wittenprägung der norddeutschen
Hansestädte« in »Numismatische Beiträge« (1972);
Ȇber den Namen Mecklenburg und den Stierkopf
auf den mecklenburgischen Siegeln, Wappen und
Münzen« in »15 Jahre Fachgruppe Numismatik im
Kulturbund der Deutschen Demokratischen Republik,
Bad Doberan« (1979); »Die Gegenstempelung
der Doppelschillinge der Städte Rostock und
Wismar während der Kipperzeit« in »Beiträge zur
mecklenburgischen Münz- und Medaillenkunde«
(1987); »Fürst Blücher auf Medaillen, Plaketten und
Marken« in »Gebhard Leberecht von Blücher und
seine Zeit« (1992).
Mühlbach, Ilse
Niederdeutsche Schriftstellerin
geb. 24.9.1923 Bad Doberan
gest. 23.11.2009 Bad Doberan
Seit 1978 mit Herbert M. verheiratet; leitete Zirkel
Schreibender Arbeiter und Plattdeutschzirkel für
Schüler; Schrieb bereits seit den 50er Jahren als
Volkskorrespondentin für die Ostseezeitung; seit 1991
sind über 950 Artikel erschienen; schrieb Gedichte,
Lieder und Geschichten in niederdeutscher Sprache;
2009 Bundesverdienstkreuz; Veröffentlichungen in
der Zeitschrift »Kikut«; »Aus dem Reichtum eines
Lebens. Ilse Mühlbach’s Lesebuch. Mit platt- und
hochdeutschen Gedichten, Geschichten und Liedern«
(2010).
Oertzen, Dietrich von
Soldat, Landwirt, Redakteur, Publizist
geb. 25.7.1849 Leppin (Lindethal)
gest. 14.10.1934 Bad Doberan
Vater: Jasper (Joachim Bernhard Wilhelm) von O., Gutsbesitzer,
Parlamentarier, Minister
1863-1868 Gymnasium in Lüneburg und
Wernigerode; 1869 Kriegsschule in Erfurt; Offizier
im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71; später
landwirtschaftliche Ausbildung in Mecklenburg;
bewirtschaftete 1874-1877 ein Gut in der Lüneburger
Heide; 1877/78 Mitarbeiter der konservativen »Neuen
Reichszeitung« in Dresden; 1878-1881 Chefredakteur
der »Norddeutschen Reichspost« in Hamburg; 1882-
1896 Mitherausgeber der »Allgemeinen Conservativen
Monatsschrift für das christliche Deutschland« in
Berlin; 1887-1896 Chefredakteur der konservativen
»Mecklenburger Nachrichten« in Schwerin; 1890/91
Herausgeber der Zeitung »Das Volk« in Berlin;
1904 Vorsitzender der sozialen Geschäftsstelle für
das evangelische Deutschland in Berlin; seit 1906
Herausgeber des »Wochenblatts der Johanniter-
Ordens-Balley Brandenburg«; zog sich 1911 auf
seinen Alterssitz nach Doberan zurück; »Was treiben
die Freimaurer?« (1882); »Die Jünglingsvereine
in Deutschland« (1886); »Landeskirchentum und
soziale Frage« (1897); »Von Wichern bis Posadowsky.
Zur Geschichte der Sozialreform und die christliche
Arbeiterbewegung« (2 Bde.; 1908); »Ist eine
berufsständische Verfassung in Mecklenburg praktisch
durchführbar?« (1913); Novellen: »Sinkende Welten«
(1887) und »Sidonie« (1903); Biographien: »Jasper
von Oertzen. Ein Arbeiter im Reiche Gottes« (1904)
und »Adolf Stoecker. Lebensbild und Zeitgeschichte«
(1910); »Erinnerungen aus meinem Leben« (1914);
»Erinnerungen eines Zeitungsschreibers« in
»Monatsschrift für Stadt und Land« (1905).
Oertzen, Etta von
(eigentl.: Henriette von O.)
Schriftstellerin, Sozialarbeiterin
geb. 16.6.1889 Schwerin
gest. 11.7.1973 Wiesbaden
Vater: Dietrich von O., Jurist
Schule in Berlin und Freiburg (Breisgau),
Berufsausbildung als Fürsorgerin; christliche
Frauenschule in Berlin unter der Leitung von Bertha
Gräfin von der Schulenburg; Sozialarbeiterin;
Gründerin und 15 Jahre Leiterin eines Heimes für
vernachlässigte Kinder in Bad Doberan; Studium an
der Hochschule für Politik in Berlin; studierte nach
dem Examen in England Fürsorgeeinrichtungen
und schrieb darüber in deutschen und englischen
Zeitschriften; nach dem Zweiten Weltkrieg wieder
in Bad Doberan wohnhaft und schriftstellerisch
tätig; 1971 Umzug nach Wiesbaden, wo sie in einem
Blindenheim starb; Erzählungen zu sozialen Themen:
»Die Trümmerfrau« (1944), »Im feurigen Ofen«
(1956), »Die weißen Vögel von La Rochelle« (1959),
»Kampf mit den Engeln!« (1961) und »Und wollten
das Richtige tun« (1968).
Ohse, Hans Werner
Theologe
geb. 17.1.1898 Crivitz
gest. 3.7.1991 Bad Doberan
Vater: Karl O., Jurist
Wuchs in Dargun auf; Schulen in Demmin, Greifswald
und Wismar; Germanistik- und Theologiestudium in
Tübingen und Greifswald; zwei Jahre Pastor in der
Stadtmission in Rostock, dann in Boizenburg (Elbe);
kam in Konflikt mit den NS-Machthabern; 1934
wurde ihm mit fünf weiteren Pastoren in Schwerin der
Prozess gemacht; nach einer Amnestie strafversetzt
nach Federow (bei Waren); wechselte 1937 nach
Virchow (Pommern), wohin ihn der Mitangeklagte
Gottfried Holtz geholt hatte; kam nach 1945 nach
Schaumburg-Lippe, kehrte aber nach zwei Jahren
nach Mecklenburg zurück; Pastor an der Heilig-Geist-
Kirche Rostock, in Dömitz und in Gadebusch; an
der Ausbildung von Katecheten beteiligt; Autor der
»Mecklenburgischen Kirchenzeitung« (1946 ff.).
Pentz, Adolf (Gottlieb Friedrich)
Theologe
geb. 26.8.1844 Malchow (Müritz)
gest. 1.1.1923 Bad Doberan
Vater: Adolph (Friedrich Ludwig) P., Mediziner
Große Stadtschule Rostock; Theologiestudium in
Rostock, Göttingen und Erlangen; 1866 Examen
in Rostock; 1866-1868 Hauslehrer bei Familie
von Barner auf Trebbow; 1868 Seminarlehrer in
Neukloster; 1879 Pastor in Jabel (bei Malchow);
1894 Superintendent in Doberan; 1881 Mitglied,
1894 Vorsitzender der Prüfungskommission für
das theologische Examen; 1900 Pensionierung aus
gesundheitlichen Gründen; Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde;
»Geschichte Mecklenburgs« (1871); »Erzählungen
aus der mecklenburgischen Geschichte« (1880);
»Geschichte des Kirchspiels Jabel« (1888).
Plessen, Leopold (Engelke Hartwig) von
Diplomat, Minister
geb. 21.1.1769 Raden
gest. 25.4.1837 Schwerin
begr. (Bad) Doberan
Vater: Christoph Leopold Hartwig von P., Soldat
Ehefrau: Sophie von Campenhausen, Hofdame
Von Hauslehrern unterrichtet; 1785-1787 Studium
der Kameralistik und des Staatsrechts in Rostock,
1787-1790 in Göttingen; 1790 in preußischbrandenburgischen
Diensten in der Kriegs- und
Domänenkammer Berlin; 1793 Kammerauditor
in Schwerin; 1796 Kammerherr; erbte 1796 Gut
Vogelsang, verpachtete es und verkaufte es kurz vor
seinem Tod; bis 1798 Reise nach England, Frankreich
und Österreich; 1802 Herzoglicher Gesandter beim
Reichstag in Regensburg; 1803 Gesandter am
Kaiserlichen Hof in Wien wegen Unterhandlungen zur
Erlangung der Churwürde in Mecklenburg-Schwerin;
1805 Geheimer Rat; 1807 Wirklicher Geheimer Rat
und Dritter Minister, 1808 Zweiter Minister; 1814
mecklenburgischer Gesandter auf dem Wiener
Kongress, wo er die Großherzogswürde für beide
mecklenburgischen Herzöge (Friedrich Franz I. von
Mecklenburg-Schwerin und Karl von Mecklenburg-
Strelitz) erwarb; nahm entscheidenden Einfluss
auf die »Deutsche Bundes-Acte, unterzeichnet
zu Wien am 8. Juni 1815« (1816); 1815-1832
Bevollmächtigter beider Mecklenburg bei der
Bundesversammlung in Frankfurt (Main) und
1819/20 bei der Wiener Konferenz; wesentliche
Mitwirkung an der »Schluß-Acte der über Ausbildung
und Befestigung des Deutschen Bundes zu Wien
gehaltenen Ministerial-Conferencen …« (1820); schlug
1823 den Posten der Präsidial-Gesandtschaft am
Bundestag und ebenso die Stelle des preußischen
Bundestagsgesandten aus; 1833 Gesandter für beide
Mecklenburg bei der Ministerialkonferenz in Wien;
1836/37 Erster Minister von Mecklenburg-Schwerin;
1836 Geheimer Rats- und Regierungspräsident
sowie Präsident der Schuldentilgungskommission;
Mitglied der Königlichen Gesellschaft für nordische
Altertumskunde Kopenhagen; Ehrenmitglied des
Vereins für mecklenburgische Geschichte und
Altertumskunde; 1806 Dannebrogorden (Großkreuz);
1819 Dr. h. c. der Universität Rostock; 1819
Ehrenmitglied des Mecklenburgischen Patriotischen
Vereins; 1820 Roter Adlerorden; Leopoldsorden
(Großkreuz); »Grundzüge zur Verbesserung des
Kreditwesens, insonderheit auf ritterschaftlichen
Gütern in Mecklenburg« (1804); »Über die Circulation
des Papiergeldes« (1805); »Über die reelle Grundlage
eines nothwendigen Papiergeldes …« (1805); »Über
das natürliche Verhältniß und die Beschränkungen
des Handels zwischen verschiedenen Staaten in
Beziehung auf die gegenwärtigen Zeitvorfälle«
(1806); »Grundzüge zu einem künftigen teutschen
Gesammtwesen, und einer National-Einheit« (1815).
Quistorp, Johann (d. Ä.)
Theologe
geb. 18.8.1584 Rostock
gest. 2.5.1648 (Bad) Doberan
begr. Rostock (Marienkirche)
Vater: Joachim Q., Weißgerber
Große Stadtschule Rostock unter dem Rektorat
von Nathan Chytraeus und Paul Tarnow, dann drei
Jahre Graues Kloster Berlin; Philosophiestudium in
Frankfurt (Oder), 1604-1610 Theologiestudium in
Rostock; erteilte während dieser Zeit Privatunterricht;
1613 Promotion zum Magister und Dozent an der
Philosophischen Fakultät der Universität Rostock;
1614 außerordentlicher, 1615 ordentlicher Professor
der Theologie in Rostock, elfmal Rektor; viermal
Dekan der Theologischen Fakultät; 1634 auch
Quästor der Akademie; begleitete 1614/15 den
Lübecker Bürgermeister Nicolaus Ritter auf seiner
Reise über Leipzig, Wittenberg, Jena, Marburg,
Heidelberg, Köln und Basel durch Holland, Brabant
und Flandern; 1616 Promotion in Rostock; 1616
Archidiakon, 1645 Pastor an der Marienkirche und
Stadtsuperintendent; Seelsorger von Hugo Grotius,
als dieser 1645 auf einer Reise in Rostock erkrankte
und starb (berichtete Elias Taddel in Amsterdam die
genauen Umstände von Grotius’ Tod); maßgeblich an
der Gründung der Prediger-Witwenkasse beteiligt;
veranlasste 1639, dass die Universität Maßregeln
gegen den Pennalismus ergriff; starb in Doberan,
wohin ihn Herzog Adolf Friedrich zur Beratung
gerufen hatte; einer der berühmtesten Theologen
seiner Zeit; »De resurrectione mortuorum« (Diss.,
1614); »Quaestio de fidei ac salutis fundamento«
(Diss., 1616); »Oratio in qua schoristae academiarum
pestes delineatur« (1621); »Predigten von der
Pestilenz« (1629); verfasste Kommentare zu den
Briefen des Apostels Paulus; »Johannis Quistorpii
Doctoris & Theologicæ Facultatis in Universitate
Rostochiensi Senioris …« (1637); »De sacra
scriptura« (1648); sein Wappen ist im Fenster der
Kirche Rostocker Wulfshagen abgebildet; Grabplatte
im Eingangsbereich der Marienkirche Rostock und
zwei Porträts im Chorumgang und im Nordschiff
der Marienkirche; sein Porträt befindet sich in Ernst
Joachim von Westphalens, »Monumenta Inedita
Rerum Germanicarum Praecipue Cimbricarum, Et
Megapolensium« (1743).
Rasche, Heinrich
Orgelbauer
geb. 29.4.1794 Hamburg
gest. 25.2.1876 (Bad) Doberan
Vater: Johann Ernst Christian R., Stadtdiener
Vermutlich Orgelbauerlehre in der Werkstatt von
Joachim Wilhelm Geycke in Hamburg; kam 1833,
als Geycke seine Werkstatt verkaufte, als fertiger
Orgelbauer nach Mecklenburg; hatte 1828 eine Orgel
aus Hamburg nach Bentwisch umgesetzt; stellte
1832 seinen Orgelneubau in der reformierten Kirche
Altona auf und brachte die Vorgängerorgel (Arp-
Schnitger-Orgel, 1686/87) mit nach Mecklenburg
(1833 in Blankenhagen aufgestellt, 1851 umgebaut);
von dem Uhrmacher und Organisten an der
Nikolaikirche Rostock Jochim Heinrich Fromm nach
Rostock geholt; 1834 Bürgerrecht in Rostock, 1838
Privilegierter Landes-Orgelbauer; 1843 Konkurs;
1846 Umzug und Werkstatt in Doberan; 1836-
1867 Orgelsachverständiger für alte Orgeln und
Orgelpfleger; ab 1875 arbeitsunfähig, krank und
hilfsbedürftig; Orgelneubauten: 1839 Levin, 1839/40
Ribnitz, 1843 Kirch Rosin, 1843/44 Brunshaupten,
1846-1852 Bentwisch, 1860 Kessin; zahlreiche
Reparaturen, Umbauten und Gutachten.
Raspe, Hans
Jurist, Bürgermeister
geb. 13.8.1877 (Bad) Doberan
gest. ?
Vater: Heinrich (Johann Friedrich) R., Jurist
1919-1929 Bürgermeister in Wismar; »Zur Erinnerung
an den Alten« (1887; Gedenkschrift für Gustav Karl
Heinrich R.); »Entwicklung der Kommunalfinanzen
in den Mecklenburg-Schwerinschen Städten nach
der Währungsfestigung« (1930); »Kurze Darstellung
des in Mecklenburg geltenden Wasserrechts«
in »Zeitschrift für Rechtspflege« (1905);
»Mecklenburgische Musikfeste« in »Rostocker
Anzeiger« (1931).
Reuter, August (Friedrich Heinrich)
Theologe, Pädagoge
geb. 20.1.1810 Dömitz
gest. 4.11.1888 (Bad) Doberan)
Vater: (Peter Paschen) Friedrich R., Theologe, Pädagoge
Bruder: Ernst (Carl Adolf) R., Apotheker
Bruder: (Johann) Carl (Jakob) R., Theologe
Pflegesohn seines Onkels Georg Johann (Jakob
Friedrich) R. und zusammen mit dessen Sohn Fritz
erzogen; besuchte mit ihm das Gymnasium in
Friedland; 1830 Theologie- und Philosophiestudium in
Rostock; 1835-1846 Lehrer an der Töchterschule in
Schwerin; 1846-1849 Rektor in Goldberg; 1849-1884
Pastor in Tessin; Briefwechsel mit Fritz R.
Reuter, Carl
Pädagoge
geb. 7.11.1885 Wichmannsdorf
gest. 9.7.1956 Frankfurt (Main)
Gymnasium in Schwerin; Philologie- und
Geschichtsstudium in Berlin und Göttingen; 1911/12
Vorbereitungszeit am Gymnasium in Schwerin;
1912/13 wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Großen
Stadtschule Wismar; 1913 Oberlehrer am Gymnasium
in Schwerin; 1924-1932 Studiendirektor am Friderico-
Francisceum Bad Doberan; 1931 Oberstudiendirektor;
1932 Direktor des Realgymnasiums Güstrow;
erreichte dort 1934 die Namensgebung John-
Brinckman-Schule; ab 1937 zugleich Direktor
der Domschule; 1945 entlassen; Arbeit in einem
Schädlingsbekämpfungswerk; 1950 Meisterprüfung;
bis 1956 Betriebsleiter; Übersiedlung nach Frankfurt
(Main); »Das Gymnasium Friderico-Francisceum zu
Bad Doberan 1879-1929« (1929).
Rilla, Paul
Journalist, Theaterwissenschaftler, Philologe
geb. 26.12.1896 Neunkirchen (Schlesien; Czernichów/Polen)
gest. 5.11.1954 Rostock
Seit 1933 Leiter des Feuilletons einer
Breslauer Zeitung und Herausgeber für den
Propyläenverlag; Publikationsverbot durch die
Reichsschrifttumskammer; dann als Lektor tätig;
1945 Leiter der Kulturredaktion der »Berliner
Zeitung«, schrieb Theaterkritiken und gab die
»Dramaturgischen Blätter« heraus; erhielt 1950
als erster Kritiker den Nationalpreis der DDR; lebte
1952-1954 in Bad Doberan, wo eine Straße nach ihm
benannt ist; schrieb literaturgeschichtliche Beiträge;
»Literatur, Kritik und Polemik« (1950); »Goethe in
der Literaturgeschichte« (1950); »Die Erzählerin Anna
Seghers« (1950); Herausgeber einer zehnbändigen
Lessing-Ausgabe (1954-1958).
Ringeling, Brigitte
Kunsthandwerkerin
geb. 1.9.1921 Rostock
gest. 11.2.1994 Bad Doberan
Vater: (Wilhelm Johannes) Gerhard R., Pädagoge, Schriftsteller
Wuchs in Bad Doberan auf; 1940-1942 Studium an
der Mode- und Textilschule Berlin und 1942-1944 der
Akademie für angewandte Kunst, Abteilung Keramik
in Stuttgart; 1944/45 Geschirrdreherin in Kröpelin;
1946 in verschiedenen Töpferwerkstätten in Schwerin,
Stralsund, Greifswald und Kröpelin tätig; 1951 Aufbau
einer eigenen Werkstatt als Scheibenkünstlerin und
keramische Malerin in Doberan; 1954 Meisterprüfung;
Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR;
stellte bei den Ostseewochen und in der Bunten
Stube Ahrenshoop aus; erste eigene Ausstellung im
Grassi-Museum Leipzig; Ausstellung in der Galerie
Muth in Berlin; Pflanzen- und Tiermotive auf Krügen,
Schalen und Vasen; holte sich Anregungen aus der
mecklenburgischen Volkskunde (Volkstanzpaare,
Bauerngruppen); fertigte 1974 ein Schachspiel aus
Kleinplastiken.
Ringeling, (Wilhelm Johannes) Gerhard
(Pseud.: Johannes Gerhard)
Pädagoge, Schriftsteller
geb. 19.6.1887 Schönberg
gest. 31.12.1951 Bad Doberan
Vater: Wilhelm R., Pädagoge
Gymnasium in Schönberg; 1907 Studium der
Geschichte, Germanistik, Anglistik und Philosophie in
Marburg, Berlin und Rostock; 1911 Staatsexamen;
1913-1915 Lehrer an der Realschule Schwerin; 1915
Promotion in Rostock; 1915 Gymnasialdirektor und
Studienrat in Doberan; Mitglied des Heimatbundes
Mecklenburg; »Pragmatismus in Edward Gibbons
Geschichte vom Verfall und Untergang des römischen
Reiches« (1915); Bad Doberan ist Handlungsort der
Novellen »Anna Margarita. Badegeschichten aus
Urgroßmutters Zeit« (1929), »Magister Rosarum«
(1948) und »Der Schatz der Dufour« (1953); sein
Urgroßvater (der Warnemünder Lotsenkommandeur
Johann Gerdes) ist die Hauptgestalt in der Erzählung
»Der güldene Schein« (1940); »Mecklenburgisches
Heimatbuch« (1928); »Seefahrend Volk. Vier
Erzählungen vom alten Fischland« (1935); »Die
schöne Gesine« (1936); »Fischländer Volk.
Geschichte und Schicksal einer mecklenburgischen
Küstenlandschaft« (1938); »Die schlimme Brigitt«
(1941); »Von mecklenburgischer Park- und
Gartenkunst« (1926), »Land Ratzeburg« (1930), »Ein
Dichter und sein Verleger« (1931), »Mecklenburger
Leute« (1932) und »Vom niederdeutschen Humor«
(1933) in »Mecklenburgische Monatshefte«.
Röper, Friedrich Ludwig
Theologe
geb. 30.6.1768 Neese
gest. 1.7.1830 (Bad) Doberan
Vater: Johann Peter R., Theologe
Bruder: Johann Carl R., Landwirt
Stadtschule in Rostock; Theologiestudium in Leipzig;
Privatgelehrter in Erfurt; 1793 Pastor-Kollaborator am
Schweriner Dom; 1797 Pfarradjunkt seines Vaters in
Doberan; bis 1830 Pastor in Doberan; »Exegetisches
Handbuch des Neuen Testaments« (1788);
»Blumenlese an den Weisen des Alterthums« (2 Bde.;
1796); »Geschichte und Anekdoten von Doberan in
Mecklenburg« (1797); »Versuche zur Beförderung
wahrer Lebensweisheit« (1800); »Neue Fibel für
den ersten Unterricht in Volksschulen« (1815);
schrieb zwei Lehrbücher der Naturwissenschaften
für Volksschulen und Bürgerschulen; Aufsätze im
»Freimüthigen Abendblatt«.
Roeper, Gottlieb (Friedrich Joachim Peter)
(auch: Theophilus R.)
Philologe, Pädagoge, Schriftsteller
geb. 9.11.1812 Lenzen (Elbe)
gest. 19.8.1886 Danzig (Gdánsk/Polen)
Theologie- und Philosophiestudium in Berlin; 1838
Examen für das höhere Schulfach in Berlin; 1840
Gymnasiallehrer in Danzig; 1844 Promotion; Lehrer
und Professor am Gymnasium in Danzig; »Ueber
einige Schriftsteller mit Namen Hekataeos« (2 Bde.;
1877/78); »Freundschaft und Ideal. Gedichte«
(1887).
Röper, Johannes (August Christian)
Botaniker, Bibliothekar
geb. 25.4.1801 (Bad) Doberan
gest. 17.3.1885 Rostock
Vater: Friedrich Ludwig R., Theologe
Gymnasium in Lübeck; 1817 Medizin- und
Naturwissenschaftsstudium in Rostock, 1819 in Berlin
und 1822 in Göttingen; 1823 Promotion in Göttingen;
1824-1826 Reisen in Deutschland, Frankreich, Italien
und der Schweiz; 1826 außerordentlicher, 1829-
1836 ordentlicher Professor der Medizin in Basel;
1836 ordentlicher Professor der Naturgeschichte und
Botanik in Rostock; Aufseher des Naturhistorischen
Museums; 1838-1885 Administrator der Professoren-
Witwenkasse; 1846-1880 Erster Bibliothekar
der Universitätsbibliothek, 1880 Aufgabe des
Amtes wegen Krankheit; 1842/43-1843/44 und
1862/63-1863/64 Rektor; zwischen 1845 und
1870 dreizehnmal Dekan der Philosophischen
Fakultät; erwarb sich Verdienste um den Ausbau der
Pflanzenmorphologie; 1836 Dr. h. c. der Universitäten
Basel (1836) und Tübingen (1873); »Enumeratio
Euphorbiarum quae in Germania et Pannonia
gignuntur« (1824); »De organis plantarum« (1828);
»De floribus et affinitatibus Balsaminearum« (1830);
»Verzeichnis der Gräser Mecklenburgs« (1840); »Zur
Flora Mecklenburgs« (2 Bde.; 1843/44); »Vorgefasste
botanische Meinungen« (1860); »Botanische Thesen«
(1872); »Der Taumel-Lolch ›Lolium temulentum
Linn.‹ in Bezug auf Ektopie, gewöhnliche Atrophie und
außergewöhnliche, normanstrebende Hypertrophie«
(1873); Aufsätze in der »Botanischen Zeitung«
(1840-1860).
Sachse, (Johann David) Wilhelm
Mediziner
geb. 16.11.1772 Uelzen
gest. 12.4.1860 Schwerin
Vater: Wundarzt
Medizinstudium und 1793 Promotion in Göttingen;
praktischer Arzt in Uelzen; 1795 Arzt in Parchim;
1797 Hofmedikus; 1802-1820 Arzt in Schwerin; 1806
Wirklicher Hofmedikus; 1819 Medizinalrat; 1820-
1837 Großherzoglicher Leibarzt in Ludwigslust; 1822
Geheimer Medizinalrat; 1837-1860 in Schwerin;
verdient um die Einführung der Kuhpockenimpfung,
um die Verschönerung des Seebades Heiligendamm
und um die Medizinalordnung von 1830;
»Beobachtungen und Bemerkungen über die
Kuhpocken« (1802); »Das Wissenswürdigste über
die häutige Bräune« (2 Bde.; 1810, 1812); »Über die
Wirkung und den Gebrauch der Bäder, besonders der
Seebäder zu Doberan« (1835); »Vertheidigung der
Ostsee-Bäder gegen die Verunglimpfungen mehrerer
Ärzte« (1837); »Einige geschichtliche Bemerkungen
zu der Feier des fünfzigjährigen Bestehens des
Doberaner Seebades« (1843); »Verzeichnis von
Bildnissen von Ärzten und Naturforschern seit der
ältesten bis auf unsere Zeiten mit Biographien«
(1847); Ȇber die neueingerichtete Milch- und
Molkenanstalt in Verbindung mit Seebädern nach dem
inneren Gebrauch des Meerwassers am Strande zu
Doberan« (1848).
Scheven, Carl (Friedrich Johannes)
Theologe
geb. 3.7.1826 Borgfeld
gest. 3.4.1890 (Bad) Doberan
Vater: Friedrich (August) S., Theologe
Gymnasium in Friedland; 1845-1849
Theologiestudium in Halle und Rostock; 1852
Seminarlehrer in Ludwigslust; 1854 Pastor in
Malchow (Kloster); 1863 Präpositus des Malchower
Zirkels; 1868-1890 Superintendent in Doberan;
1875 Konsistorialassessor; 1876 Vorsitzender der
Theologischen Prüfungskommission; 1883 Dr. h. c.
der Universität Rostock; 1888 Konsistorialrat; 1882
Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde; »Evangelien-Predigten für die
Sonn- und Festtage des Kirchenjahres« (1891).
Scheven, Carl
Pädagoge
geb. 24.10.1862 (Bad) Doberan
gest. 27.5.1897 (Bad) Doberan
Vater: Carl (Friedrich Johannes) S., Theologe
Bruder: Wilhelm (Friedrich August Franz) S., Theologe,
Pädagoge, Verwaltungsbeamter
Schwester: Marie S., Stiftsdame
1875-1882 Gymnasium in Rostock; 1882-1886
Theologie- und Philologiestudium in Leipzig und
Rostock; 1889/90 Probekandidat in Parchim; 1890/91
Prinzenerzieher des Erbgroßherzogs Friedrich
Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin; 1891-1896
Oberlehrer am Friedrich-Franz-Gymnasium Parchim.
Scheven, Karl (August Wilhelm Friedrich
Martin)
Mediziner
geb. 28.9.1888 Rühn
gest. 17.10.1955 Bad Doberan
Vater: Wilhelm (Friedrich August Franz) S., Theologe, Pädagoge,
Verwaltungsbeamter
Bruder: Friedrich (Karl Johannes Martin) S., Theologe,
Pädagoge, Heimatforscher
1909 Abitur in Schwerin; Medizinstudium in
Heidelberg, Rostock und München; 1917 Promotion
in Rostock; 1914-1918 Kriegsteilnehmer; bis 1920
Assistenzarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik
Rostock; 1920-1924 Arzt in Büchen (Lauenburg);
1924 Kreis-Medizinalrat in Waren; 1931 Kreisarzt
in Güstrow, 1935 Kreisarzt von Rostock-Land,
1945-1955 praktischer Arzt in Bad Doberan;
»Untersuchungen über den Saponincharakter
der Cholsäure« (Diss., 1917); »Zur Dauerheilung
des operierten und prophylaktisch bestrahlten
Mammacarcinoms« (1920); »Ein Fall von Geburt
durch den Damm« (1923); »Die Typhusmorbidität
der männlichen und weiblichen Bevölkerung in
Mecklenburg-Schwerin vor und nach dem Weltkrieg«
(1925).
Scheven, Marie
Stiftsdame
geb. 13.9.1861 (Bad) Doberan
gest. 10.3.1963 Rostock
Vater: Carl (Friedrich Johannes) S., Theologe
Bruder: Carl S., Pädagoge
Bruder: Wilhelm (Friedrich August Franz) S., Theologe,
Pädagoge, Verwaltungsbeamter
Seit 1930 Konventualin im Kloster Zum Heiligen
Kreuz Rostock; letzte Domina des Klosters bis zur
Auflösung.
Schlägel, Max (Friedrich Wilhelm) von
Schriftsteller
geb. 1.4.1840 München
gest. ?.9.1891 (Bad) Doberan
Ehefrau: Marie von S., Schriftstellerin
Quittierte 1863 seinen Dienst als Soldat;
Studium in Paris; politische Tätigkeit nach
seiner Rückkehr; Flucht vor der Anklage wegen
Hochverrats in die Schweiz; 1869 in Berlin; 1870 als
Kriegsberichterstatter von den Franzosen gefangen
genommen; danach freischaffender Schriftsteller in
Österreich, Ungarn, der Schweiz und in Doberan;
»Von Sünde zu Sünde« (3 Bde.; 1870/71), »Pariser
Todtentanz. Roman aus jüngster Vergangenheit
Frankreichs« (6 Bde.; 1872); »Siege der That.
Erzählungen« (1874); »Vom Fels zum Meer.
Erzählungen« (4 Bde.; 1874); »Graf Katlan, der
Rebell. Roman aus dem ungarischen Tieflande« (2
Bde.; 1875); zusammen mit seiner Frau »Deutsch
und Wälsch. Erzählungen« (4 Bde.; 1876); »Für
Thron und Altar« (4 Bde.; 1878).
Schmidt, Karl Heinz
Pädagoge
geb. 30.12.1911 Dömitz
gest. 1.2.1983 Siegen
Vater: Postbeamter
Gymnasium in Doberan; Mathematik-, Physik- und
Philosophiestudium in Göttingen und Rostock;
Referendar in Doberan; nach dem Zweiten
Weltkrieg Hauslehrer; leitende Stellung in der
Versicherungswirtschaft; Lehrer in Dinslaken, an der
deutschen Schule in Saloniki und am Gymnasium
in Altona; 1965-1975 Schulleiter am Fürst-Johann-
Moritz-Gymnasium in Siegen; Oberstudiendirektor;
Leiter der Altschülerschaft Doberan; um die
Erforschung der Doberaner Schulgeschichte verdient.
Schmidt, Reinhard
Bildhauer
geb. 30.9.1917 Berlin
gest. 13.4.1980 Bad Doberan
Vater: Beamter
Landwirtschaftslehre auf einem Magdeburger Gut;
Arbeitsdienst, Soldat und schwere Verwundung
(Beinamputation); 1941-1944 Studium an der
Meisterschule für Holzbildhauer Bad Warmbrunn;
1944/45 Studium an der Holzbildhauer- und
Kunsthochschule in Dresden; 1945-1951 freischaffend
in Lübz (schnitzte vor allem Grabkreuze); gründete
den Kulturbund in Lübz; 1952-1960 Lehrer, dann
Direktor an der Fachschule für Angewandte Kunst
in Heiligendamm; 1961 freiberuflicher Bildhauer in
Bad Doberan; Vorsitzender der Bezirksorganisation
Rostock des Verbandes Bildender Künstler der DDR;
mit Ehm Welk befreundet; Relief »Die Heiden von
Kummerow«; »Vater mit Sohn auf der Schulter« an
der Kühlungsborner Promenade, »Stele vom kleinen
Glück« in der Rostocker Grünanlage Reiferbahn.
Schmidt, Theodor (Adolf Georg Ulrich)
Theologe
geb. 22.7.1850 Malchin
gest. 29.6.1927 (Bad) Doberan
Vater: Wilhelm (August Hermann) S., Theologe
1874 Konrektor in Röbel; 1879 Hilfsprediger in
Crivitz; 1881 Diakon an der Paulskirche Schwerin;
1886 Zweiter Pastor in Grabow; 1888-1909 Pastor in
Groß Trebbow; lebte im Ruhestand in Doberan, wo
er infolge eines Unfalls starb; »Zur Regulierung der
Pfarreinkommen« in »Mecklenburgisches Kirchen- und
Zeitblatt« (1906).
Schumacher, Johann Ludwig
Verwaltungsbeamter, Parlamentarier
geb. 11.2.1796 (Bad) Doberan
gest. 5.11.1855 Schwerin
Vater: Verwaltungsbeamter
Christian Wilhelm Christlieb S. war sein Großonkel;
Chef des Revisionsdepartements und Geheimer
Kammerrat; Gründer des Statistischen Büros in
Schwerin; Geheimer Kammerrat; kämpfte gegen
die Ritterschaft für Steuerreformen und Beseitigung
der veralteten Feudalverfassung; mit Johann
Heinrich von Thünen befreundet und Anhänger
von dessen Theorien der landwirtschaftlichen
Betriebswirtschaftslehre; Mitglied des
Mecklenburgischen Patriotischen Vereins; Mitwirkung
in den Bauernversammlungen; 1848 Mitglied der
mecklenburgischen Abgeordnetenkammer; Beamter
im Finanzministerium; »Mittheilungen an seine
Landsleute in Mecklenburg über die Versammlung
Deutscher Land- und Forstwirthe in Altenburg«
(1843); »Die mecklenburgischen Gestüte in alter
Zeit« in »Amtlicher Bericht über die Versammlung
deutscher Land- und Forstwirte zu Doberan 1841«
(1842); »Einige Bemerkungen über Zeitpacht,
mit besonderer Beziehung auf die mecklenburgschwerinschen
Domänen« (1844), »Über Zurundung
der Landgüter in Mecklenburg« (1844) und »Der
Preußische Zollverein und Mecklenburg (1847) in
»Archiv der politischen Oekonomie«
Schumacher, Carl Georg Christian
Maler, Grafiker
geb. 14.5.1797 (Bad) Doberan
gest. 22.6.1869 Schwerin
Kaufmann; Unterricht bei Rudolph Suhrlandt; 1819-
1821 Studium an der Kunstakademie Dresden; 1821-
1825 Italienaufenthalt; Mitglied des Overbeckschen
Kreises; 1825 Rückkehr nach Schwerin; 1852-
1855 in Dresden; 1855-1869 wieder in Schwerin;
Mecklenburg-Schweriner Hofmaler; 1863 erblindet;
schuf Fresken im Kollegiengebäude und im Schloss
Schwerin; Entwürfe mit Bildern mecklenburgischer
Herrscher für die Fenster im Schweriner Schloss;
»Anbetung der Könige«, »Heilige Familie«, »Abschied
Heinrich des Pilgers« im Staatlichen Museum
Schwerin; 1835 Gründungsmitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
Sellin, Wilhelm (Christoph Elias Bernhard
Donatus)
Theologe, Pädagoge
geb. 17.8.1838 Ludwigslust
gest. 1.2.1931 Bad Doberan
Vater: Carl Wilhelm S., Theologe, Pädagoge
Bruder: Gotthilf S., Philologe, Pädagoge, Esperantist
1860 Lehrer an der Minterschen Anstalt Ludwigslust
und dann Seminarlehrer; 1862 Rektor in Sternberg;
1864 in Gnoien; 1867 Pastor in Alt Schwerin; 1872-
1913 Pastor in Dassow, 1889 Präpositus, 1909
Kirchenrat; lebte dann in Doberan; 1878 Mitglied
des Vereins für mecklenburgische Geschichte und
Altertumskunde; 1861-1863 Mitredakteur des
»Mecklenburgischen Schulblattes«; »Umschau auf
dem Gebiet des mecklenburgischen Volksschulwesens
(1860-1870)« (1870) und »Vater Werners 50jähriges
Amtsjubiläum« (1882) in »Mecklenburgisches
Schulblatt«.
Severin, Carl Theodor
Architekt
geb. 13.9.1763 Mengeringhausen
gest. 20.2.1836 (Bad) Doberan
Ausbildung bei Carl Gotthard Langhals in
Berlin; Kammeringenieur, Baukondukteur und
Berechner der Schiffbauerei in Schwerin; dann
Baumeister in Doberan; leitete ab 1809 auch
das Landbauwesen der Ämter Buckow, Doberan,
Ribnitz, Rühn, Toitenwinkel und Schwaan; seit
1815 auch Baubeamter für die Universitätsbauten
in Rostock; 1819 Oberlandbaumeister; 1835
Ruhestand; schuf Theater-, Hof- und Schlossbauten,
öffentliche Gebäude, Geschäfts- und Bürgerhäuser;
bedeutendster Architekt des Klassizismus in
Mecklenburg; Ausbau des Seebades Doberan-
Heiligendamm: Salongebäude (1801/02),
Schauspielhaus (1805/06, 1889 abgerissen),
Herzogliches Palais (1806-1809), Kleiner
Pavillon (1808), Großer Pavillon (1810-1813),
Erweiterungsbau (Saal) am Salongebäude (1819/20),
Prinzengebäude (1821/22), kleines Brunnenhaus
(1822/23), Stahlbad (1824/25) und Häuser am Kamp
in Doberan; kleinere Bauten für den Badebetrieb
in Heiligendamm: Herrenbadeanstalt (1803),
Aussichtsturm (1807), Empfangs-, Gesellschaft-,
Tanz- und Speisehaus (Kurhaus) (1814-1816); Neue
Wache in Rostock (1823).
Seydewitz, Johann Christoph Heinrich von
Architekt
geb. 1748 Friedrichsort (Kiel)
gest. 1824
Korvettenkapitän; 1787 Baukondukteur in
mecklenburgischen Diensten in Schwerin; baute
in Doberan das Gutshaus des Kammerhofes
(1786), das Amtshaus im Klostergarten und das
Logierhaus (1793); errichtete das erste Badehaus in
Heiligendamm (nicht mehr erhalten); seit 1789 an
den Um- und Neubauten der Universitätsgebäude in
Rostock beteiligt; Entwurf für einen Bibliotheksbau
(1791); 1796-1808 Hofbaumeister in Ludwigslust;
Bau des erbgroßherzoglichen Waschhauses an der
Schlossfreiheit und der katholischen Kirche (1803-
1809) in Ludwigslust; Entwurf für das Jagdschloss
Friedrichsmoor.
Sponagel, Georg Christian
Jurist, Dichter
geb. 12.8.1763 Lüneburg
gest. 26.2.1830 Ratzeburg
Gymnasium in Lüneburg; 1785 Jurastudium; Advokat
und Prokurator beim kurhannoverschen Hofgericht
des Herzogtums Lauenburg in Ratzeburg; später
Lauenburgischer und Mecklenburg-Strelitzscher
Regierungsprokurator; 1923 Königlich dänischer
Justizrat; Verfasser der Romane »Meine viertägigen
Leiden im Bade Pyrmont« (1809); »Des Vetters
Feldzug in die Seebäder von Doberan« (1826).
Starke, Johannes
Sänger, Komponist
geb. 31.3.1835 (Bad) Doberan
gest. 9.11.1907 Hamburg
Um 1857 Chorist des Hoftheaters Schwerin; 1860
Solist am Hoftheater Rostock; 1862-1864 am
Hoftheater in Schwerin, 1864/65 in Meiningen
und 1866/67 in Bamberg; 1867-1901 (seit 1878
Chordirektor) Mitglied des Hoftheaters Mannheim;
arbeitete auch als Gesangspädagoge; komponierte die
Oper »Der Fremde« (1877); sang 1869 in Mannheim
Hans Sachs in Wagners »Die Meistersinger von
Nürnberg« und 1879 Alberich in »Das Rheingold«;
stand als Figaro in Gioachino Rossinis Oper »Der
Barbier von Sevilla« und als Wolfram in Wagners
»Tannhäuser« auf der Bühne.
Stein, (Gottlob) Carl (Wilhelm Friedrich) von
(Freiherr)
Verwaltungsbeamter, Landwirt
geb. 8.3.1765 Weimar
gest. 4.5.1837 (Groß) Kochberg
Vater: Josias von S., Oberstallmeister
Sohn der Goethe-Freundin Charlotte von Stein;
1780 Gymnasium Carolinum Braunschweig; 1784
Jurastudium in Helmstedt und Göttingen; 1786-1793
Kammerjunker und Adjunkt (ab 1792 Kammerherr)
des Herzogs Friedrich Franz I. von Mecklenburg-
Schwerin in Ludwigslust; Reisebegleiter des Herzogs;
befasste sich in Doberan mit der Landwirtschaft;
kehrte nach dem Tod seines Vaters 1793 nach
Weimar zurück und bewirtschaftete das väterliche
Gut Kochberg; 1796 Abschied aus Herzoglichen
Diensten in Mecklenburg, Oberlanddrost und Prädikat
Exzellenz; Briefwechsel in »Vertrauliche Mitteilungen
aus Mecklenburg-Schwerin und Sachsen-Weimar«
(2000).
Steinmann, Adolf (Johann Heinrich August)
Jurist
geb. 14.3.1858 (Bad) Doberan
gest. ?
Vater: Adolf Johann Heinrich S., Theologe
Bruder: Ernst (Theodor Karl) S., Archäologe,
Kunstwissenschaftler, Bibliothekar
1876 Abitur an der Domschule Güstrow; Jurastudium;
1906-1928 Justizrat in Hagenow; »›Konservativ oder
ständisch?‹ Ein offenes Wort zur mecklenburgischen
Verfassungsfrage« (1911); »Mecklenburgische
Verfassung und konservativer Standpunkt«
(1912); »25 Jahre Chorverein Hagenow« (1908);
»Musikpflege in Hagenow« in »Mecklenburgische
Monatshefte« (1928).
Suckow, Hermann (Ernst Adolf Wilhelm) von
Verwaltungsbeamter
geb. 1.8.1820 Toddin
gest. 1.5.1895 Dresden
Vater: (Viktor) August (Gottfried) von S., Landdrost
Im Blochmannschen Institut in Dresden erzogen;
legte in Speyer ein katholisches Glaubensbekenntnis
ab; Großherzoglich mecklenburg-schwerinscher
Kammerherr; Intendant des Seebades Doberan-
Heiligendamm; las für die katholischen Badegäste
die Messe; bewirkte den Bau der Herz-Jesu-Kapelle
(1888) am Heiligendamm; »Die Herz-Jesu-Kapelle am
Heiligen Damm« in »Bonifacius-Blatt« (1890).
Suckow, Joachim August Bernhard von
Verwaltungsbeamter
geb. 26.12.1746 Schwerin
gest. 12.3.1827 (Bad) Doberan
1784 Oberamtmann in Marnitz; 1791 Erster Beamter
des Domanialamtes Warin-Neukloster-Sternberg-
Tempzin; 1792 geadelt; 1798-1824 Drost in
Warin; nach 1824 in Doberan; Verdienste um die
Organisation der Gendarmerie und Einrichtung des
Kriminalkollegiums; Mitglied des Mecklenburgischen
Patriotischen Vereins; »Beiträge zur Verwaltung der
Landpolizei in den Herzoglich-Schwerinschen Landen«
(1801).
Tatarin-Tarnheyden, Edgar (Adolf)
Jurist
geb. 4.2.1882 Riga (Lettland)
gest. 30.12.1966 Stuttgart
Vater: Bankier
Nikolai-Realschule in Bialystok, Gymnasium in Wilna;
1899-1906 Jurastudium in Dorpat, St. Petersburg
und Genf; 1906 Staatsexamen in St. Petersburg und
Promotion in Dorpat; 1907-1915 Rechtsanwalt in
Riga, ab 1912 auch Syndikus der Kaufmannsbank;
Kaiserlicher Hofrat; 1915 Übersiedlung nach
Schweden, 1917 nach Deutschland; 1917-1919
Jurastudium in Berlin und Marburg; 1919 Promotion
in Heidelberg; 1922 Einbürgerung in Deutschland;
1922 Habilitation und Privatdozent in Marburg;
1922-1945 ordentlicher Professor des Staats-,
Verwaltungs- und Völkerrechts, der Rechts- und
Staatsphilosophie, Verfassungsgeschichte und Politik
in Rostock; auch Direktor des Seminars für Staatsund
Verwaltungsrecht; 1924/25, 1930/31 und 1940
Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen
Fakultät; 1934 stellvertretender Leiter der
Verwaltungsakademie Mecklenburg für Deutsche
Beamte in Rostock; 1944 ausgebombt und
Übersiedlung nach Bad Doberan; 1945 wegen
Zugehörigkeit zur NSDAP aus dem mecklenburgischen
Landesdienst entlassen, in Rostock verhaftet und
vom Sowjetischen Militärtribunal zu zehn Jahren
Zwangsarbeitslager verurteilt, 1953 entlassen; seit
1954 in Stuttgart; »Die Berufsstände, ihre Stellung im
Staatsrecht und die deutsche Wirtschaftsverfassung«
(1922); »Das rechtliche Wesen der deutschen
Selbstverwaltung und die mecklenburg-schwerinsche
Verwaltungsreform« (1925); Herausgeber der
»Festgabe für Rudolf Stammler zum 70. Geburtstage
am 19. Februar 1926« (1926); »Die Rechtsstellung
des Amtshauptmanns in Mecklenburg-Schwerin in
verwaltungs- und staatspolitischer Beleuchtung«
(1931); »Volksstaat oder Parteienstaat?« (1931);
»Werdendes Staatsrecht. Gedanken zu einem
organischen und deutschen Verfassungsneubau«
(1934); »Kennt das mecklenburgische Recht
einen Rechtssatz, wie er in § 75 Einleitung zum
Preußischen Allgemeinen Landrecht enthalten ist?«
in »Mecklenburgische Zeitschrift für Rechtspflege,
Rechtswissenschaft, Verwaltung« (1936).
Tetzner, Robert
Pädagoge
geb. 11.3.1854 Rostock
gest. 5.5.1928 Bad Doberan
1878 Promotion in Rostock; 1885-1920 Professor am
Gymnasium Friderico Francisceum Doberan; 1899
Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde; »Peter Lindeberg und seine
Rostocker Chronik« (Diss., 1878); »Die Geschichte
des Seebades Doberan« (1909) und »Wolfsscheune in
Doberan« (1923) in der Zeitschrift des Heimatbundes
»Mecklenburg«.
Thielcke, Hans
Architekt
geb. 23.8.1888 Gadebusch
gest. 23.12.1974 Marl
Vater: Amtsdiätar
Gymnasien in Güstrow und Schwerin;
Hochbaustudium in München und Berlin; 1914
Pomotion an der TH Berlin; 1919-1925 Stadtrat
für Bauwesen in Doberan; 1921 an der Gestaltung
der 750-Jahr-Feier des Klosters Doberan beteiligt;
1925-1946 Stadtbaurat in Köthen; richtete hier
ein Heimatmuseum ein; »Die Bauten des Seebades
Doberan-Heiligendamm um 1800 und ihr Baumeister
Severin« (Diss., 1917).
Thorbeck, Heinrich
Pädagoge, Ornithologe, Naturschützer
geb. 17.9.1901 Wismar
gest. 20.10.1980 Gedern
Vater: Schneider
Bürgerschule Wismar; 1916-1918 Präparandum des
Lehrerseminars Neukloster; 1919/20 Schulassistent
an der Schule in Groß Poserin; 1920-1922
Lehrerseminar in Neukloster; 1922-1935 Lehrer an
den Volksschulen Bad Sülze und Sanitz; daneben
Fachausbildung zum Turn- und Sportlehrer; 1935
Lehrer an der Volksschule Bad Doberan; 1939-1945
Kriegsdienst; 1945 wegen NSDAP-Zugehörigkeit aus
dem Schuldienst entlassen; 1949-1966 Lehrer an der
Oberschule Bad Doberan; nach dem Tod seiner Frau
1974 Umzug zu seiner Tochter Gudrun nach Gedern
(Hessen); 1931 Mitglied des Vereins der Freunde
der Naturgeschichte in Mecklenburg; 1933 Mitglied
der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft; 1936
Mitglied der Naturschutzstelle des Kreises Rostock;
1947-1952 Vertrauensmann für Naturschutz im Kreis
Rostock; 1963 Naturschutzbeauftragter Kreis Bad
Doberan; 1953-1956 Bezirksnaturschutzbeauftragter
Bezirk Rostock; ab 1969 Pilzsachverständiger für
den Bezirk Rostock; Mitarbeit an Werner Kleinfeldts
»Kühlungsborn, Warnemünde, Rerik, Bad Doberan«
(1963; 6. Aufl., 1976); »Bruten der Steppenweihe
in Mecklenburg« (1952) und »Ein Brutversuch der
Gryll-Lumme (Cepphus grylle) auf dem Langenwerder
bei Poel« (1955) in »Journal für Ornithologie«; »Die
Conventer Niederung« in »… aus dem Kreis Bad
Doberan erzählt« (1962).
Tischbein, Johann Heinrich Christian
Architekt
geb. 15.7.1810 Rostock
gest. 1852 (Bad) Doberan
Vater: August Albrecht Christian T., Maler
Bruder: Albrecht (Johann Heinrich) T., Schiffbauer
Bruder: August (Anton) T., Maler
Bruder: Paul (Ludwig Philipp Wilhelm T., Maler
1829-1834 Bau-Eleve in Schwerin und Boizenburg
(Elbe) unter Leitung von Baumeister Ludwig Bartning;
1834-1836 an der Bau-Akademie Berlin und Examen
in Schwerin; im mecklenburgischen Staatsdienst;
Großherzoglicher Baukonduktor; 1851 in Warin für
das Bau-Departement Distrikt I zuständig, 1852 für
Distrikt IV in Doberan.
Vogel, Samuel Gottlieb von
Mediziner
geb. 14.3.1750 Erfurt
gest. 18.1.1837 Rostock
Vater: Rudolf Augustin V., Mediziner
1764 Medizinstudium, 1771 Promotion und 1776
Habilitation in Göttingen; 1776 praktischer Arzt
in Ratzeburg; 1780 von Herzog Adolf Friedrich IV.
von Mecklenburg-Strelitz zum Landphysikus des
Fürstentums Ratzeburg, 1783 von Kurfürst Georg III.
von Hannover zum Landphysikus des Herzogtums
Lauenburg ernannt; 1784 Großbritannischer
Hofmedikus; 1789 ordentlicher Professor der
Medizin in Rostock und Hofrat; 17-mal Dekan
der Medizinischen Fakultät, 1801/02 Rektor;
Diagnostiker und Balneologe; plante die Errichtung
eines Seebades; Studienreise nach England zur
Besichtigung der Seebäder; 1793 Gründung des
ersten deutschen Seebades am Heiligen Damm
bei Doberan; 1797 Herzoglicher Leibmedikus und
Badearzt in Doberan; verdient um den Aufschwung
des Seebades; stellte 18 Baderegeln auf, warb
in seinen Schriften für die Wassertherapie und
berichtete über die Erfolge ihrer Anwendung bei den
Gästen der Badeeinrichtung; Mitglied der Deutschen
Akademie der Naturforscher Leopoldina, der
Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften,
der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften
in Göttingen, der Societé de l’École de Médicine
de Paris und der Societé de Pharmacie de Paris;
Mitglied des Mecklenburgischen Patriotischen
Vereins sowie Ehrenmitglied der Mecklenburgischen
Landwirtschaftsgesellschaft und des Vereins für
Heilkunde Berlin und des Apothekervereins in
Norddeutschland; 1815 Geheimer Medizinalrat; 1815
Roter Adlerorden; 1830 Mitglied der Großherzoglichen
Medizinalkommission; 1832 von König Ludwig I. von
Bayern geadelt und Verdienstorden der bayerischen
Krone; Herausgeber der »Annalen des Seebades
in Doberan« (1800-1803), der »Neuen Annalen …«
(1804-1813) und der »Neuesten Annalen …« (1817-
1822); »De polyphago et lithophago Ilfeldae nuper
mortuo ac dissecto« (Diss., 1771); »Handbuch der
praktischen Arzneiwissenschaften zum Gebrauch
für angehende Ärzte« (6 Bde.; 1781-1816;
4. Aufl., 1828); »Unterricht für Eltern, Erzieher und
Kinderaufseher … wie das unglaubliche gemeine
Laster der zerstörenden Selbstbefleckung am
sichersten zu entdecken, zu verhüten und zu heilen«
(1786); »Medicinisch-politische Untersuchung der
Ursachen, welche die Wiederherstellung Ertrunkener
so selten machen« (1791); »Über den Nutzen und
Gebrauch der Seebäder. Nebst der Ankündigung einer
öffentlichen Seebadeanstalt, welche an der Ostsee in
Mecklenburg angelegt wird« (1794); »Das Kranken-
Examen. Oder allgemeine philosophisch-medicinische
Untersuchungen zur Erforschung der Krankheiten des
menschlichen Körpers« (1796); »Ueber die bisherige
Anwendung und Wirkung des Mecklenburgischen
Seebades bey Doberan« (1796); »Zur Nachricht und
Belehrung für die Badegäste in Doberan im Jahre
1798« (1798); »Ueber die Seebade-Kuren in Doberan
im Jahre 1798« (1799); »Allgemeine Baderegeln.
Zum Gebrauche für Badelustige überhaupt und
diejenigen insbesondere, welche sich des Seebades in
Doberan bedienen« (1817); »Allgemeine medicinischdiagnostische
Untersuchungen zur Erweiterung
und Vervollkommnung seines Kranken-Examens«
(2 Bde.; 1824); »Handbuch der practischen
Arzneywissenschaft« (1828); »Erinnerungen an den
so mächtigen als merkwürdigen Einfluss der Music
auf Menschen und Thiere« (1834); »Medicinische
Beobachtungen und Memorabilien« (1834);
»Einige Bemerkungen und Erfahrungen von dem
mächtigen Einflusse der Gewohnheit auf das Wohl
und Weh der Menschen« (1835); »Verzeichniß der
von wailand Geh. Medicinalrath S. G. v. Vogel zu
Rostock hinterlassenen Büchersammlung welche
am 4ten September 1837 … öffentlich meistbietend
im Sterbehause verkauft werden soll« (1837);
»De natura exanthematum acutorum genuinorum
eorumque indole« (1821; Festschrift von Friedrich
Wittstock anlässlich des 50-jährigen Doktor-
Jubiläums).
Voß, Ernst
Pädagoge
geb. 25.9.1847 Kuppentin
gest. 8.8.1935 Bad Doberan
Vater: Pädagoge
Lehrerseminar Mirow; 1871 Abitur in Rostock;
Mathematik- und Naturwissenschaftsstudium in
Rostock und Leipzig; 1874 Lehrer an der Realschule
Schwerin; 1881-1920 Gymnasialprofessor am
Gymnasium Friderico Francisceum Doberan.
Voss, Ernst (Christian Theodor Sophus
Wilhelm)
Theologe
geb. 23.2.1886 (Bad) Doberan
gest. 19.3.1936 Rostock
begr. Ludwigslust
Vater: Ernst V., Pädagoge
Gymnasium in Doberan; 1904/05 Theologiestudium
in Erlangen, 1905-1907 in Rostock; 1908/09
Militärdienst; Hauslehrer in Steinbeck (bei
Spornitz); 1909/10 Predigerseminar Schwerin;
1910 Rektor der Stadtschule in Rehna, 1911 in
Brüel; seit 1912 Pastor in Groß Varchow; 1914/15
Feldlazarettprediger im Ersten Weltkrieg; 1918-1924
Pastor in Basedow; geriet dort mit dem Schlossherrn
Friedrich Karl Graf von Hahn in Konflikt, der seinen
Leuten den Kirchenbesuch verboten hatte; 1924
Zweiter Vorsitzender des Landesverbandes der
evangelischen Jungmännervereine und Posaunenchöre
in Mecklenburg; 1929 Vorstandsvorsitzender des
Mecklenburgischen Posaunenverbandes; 1933
Pastor in Kirch Jesar; 1934 Landessuperintendent
des Kirchenkreises Ludwigslust; Landesobmann;
1932 John-Brinckman-Preis; »Kraft und Trost aus
Gottes Wort. Ein Andachtsbuch für Christenleute«
(1925); »Evangelienbauk. Dat is dat Evangelium
von Matthäus, Markus, Lukas un Johannes för
plattdütsch’ Lüd in ehr Muddersprak äwerdragen«
(1928); »Dat Ni Testament für plattdütsch Lüd in
ehr Muddersprak äwerdragen« (1929); Herausgeber
des »Mecklenburgischen Christlichen Hauskalenders«
(1923-1936).
Voss, Hugo
Geodät
geb. 14.6.1875 Lübz
gest. 24.8.1968 Bad Doberan
Realgymnasium; erlernte den Beruf eines
Landmessers in Wismar; Militärdienst im
Holsteinischen Feldartillerie-Regiment Nr. 24 in
Schwerin; bis 1899 Vermessungsstudium an der
TH Dresden; 1901-1906 privates Vermessungsbüro
in Friedland; 1906/07 Vermessungsexpedition in
Kanada; 1907 Beamter im Vermessungsdienst in
Südwestafrika; brachte 1919 ethnographische,
zoologische und archäologische Gegenstände mit nach
Deutschland; schrieb Mitte der 1920er Jahre seine
Jagderinnerungen »Halt Fährte! Reisen und Jagden
in Deutsch-Südwest-Afrika und Kanada« (1927);
gab 1925 wegen Erkrankung sein Siedlungsvorhaben
in Brasilien und Uruguay auf; unternahm Fahrten
als Schiffsfotograf nach Ostasien und Nordamerika;
zoologische Präparate und Sammlungen im Besitz
seiner Nachkommen und in Museen Hamburgs,
Leipzigs und Dresdens.
Wagner, Käthe
Pädagogin, Malerin
geb. 8.7.1889 (Bad) Doberan
gest. ?
Vater: Hermann W., Philologe, Pädagoge
Höhere Töchterschule in Doberan; 1912 Seminar für
die Ausbildung von Zeichenlehrerinnen in Berlin; 1917
Zeichenlehrerprüfung; Lehrerin in Teterow, seit 1918
in Rostock; 1934 Zeichenlehrerin am Oberlyzeum
in Schwerin, nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1950
an mehreren Schulen Schwerins; künstlerische
Weiterbildung (Aktzeichnen, Zierzeichnen,
Kunstgewerbe) an der Akademie der Künste;
Studienreisen mit Johannes Walter Kurau; »Burghof
in Tücherfeld in der Fränkischen Schweiz« (1932);
»Der Spießbürger«; »Der Mann aus dem „Bleikeller“
in Bremen; nach 1950 mehrfach Rügenaufenthalte;
»Fischereihafen«; »Küste bei Klein Zicker auf
Rügen«; »Bauplatz bei Oybin im Zittauer Gebirge«
(1960er Jahre); Ausstellungen in Rostock, in Schwerin
und Güstrow.
Welk, Ehm
(eigentl.: Gustav Emil W.; Pseud.: Thomas Trimm)
Journalist, Schriftsteller
geb. 29.8.1884 Biesenbrow
gest. 19.12.1966 Bad Doberan
Vater: Gottfried W., Bauer
Ehefrau: Agathe Lindner-Welk, Journalistin, Schriftstellerin
1900-1903 kaufmännischer Lehrling in einer
Weinhandlung in Stettin; fuhr zur See; 1904
Hilfsredakteur bei der »Stettiner Abendpost«, dann
Volontär bei den »Stettiner Neuesten Nachrichten«;
1905-1915 Journalist in Stendal, Braunschweig,
Leipzig, Dresden und Berlin; zeitweise auch
Berichterstatter im europäischen Ausland und
(Chef-)Redakteur verschiedener Zeitungen; 1915
Sanitätssoldat, verwundet und 1917 invalidisiert;
1918 journalistische Tätigkeit in Braunschweig;
1922 auf Grund seiner pazifistischen Haltung
aus dem Reichsverband der Deutschen Presse
ausgeschlossen; 1922 in den USA und in Südamerika;
1923 freischaffender Schriftsteller in Berlin;
wurde durch sein von Erwin Piscator inszeniertes
Schauspiel »Gewitter über Gottland« (1926) in
Berlin bekannt; Aufführung seines Schauspiels
»Die Kreuzabnahme« (1927) im Nationaltheater
Mannheim; 1927 Redakteur, 1928-1934 Chefredakteur
der Zeitschrift »Grüne Post« beim Ullstein-Verlag
Berlin; 1934 vorübergehend im KZ Oranienburg
interniert; seit 1935 Berufsverbot; Übersiedlung nach
Neukirchen (bei Stettin); 1945 Sachbearbeiter im
Landratsamt Ueckermünde; gründete den Kulturbund
zur demokratischen Erneuerung Deutschlands
in Ueckermünde; 1946-1948 Vorsitzender der
Ortsgruppe Schwerin des Kulturbundes; gründete
1945/46 sechs mecklenburgische Volkshochschulen;
bis 1959 Direktor der Volkshochschule Schwerin;
seit 1950 freischaffender Schriftsteller in Bad
Doberan; 1954 Mitglied der Deutschen Akademie der
Künste; Mitglied des wissenschaftlich-künstlerischen
Rates beim Ministerium für Kultur der DDR; 1954
Nationalpreis der DDR; 1954 Ehrenbürger von
Bad Doberan und Angermünde; 1956 Dr. h. c. der
Universität Greifswald; 1964 Professor; »Die Heiden
von Kummerow. Roman« (1937; 26. Aufl., 1986; 1967
verfilmt); »Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer.
Beichte eines einfältigen Herzens« (1938; 15. Aufl.,
1987); »Der hohe Befehl. Opfergang und Bekenntnis
des Werner Voß« (1939); »Die wundersame
Freundschaft. Das Buch von Tier und Mensch« (1940);
»Die stillen Gefährten. Gedanken über das Leben
mit Tieren« (1943); »Die Gerechten von Kummerow.
Roman« (1943; 17. Aufl., 1986); »Der Nachtmann.
Geschichte einer Fahrt zwischen hüben und drüben,
kein Roman« (1950; 10. Aufl., 1987); »Mein Land,
das ferne leuchtet. Ein deutsches Erzählbuch aus
Erinnerung und Betrachtung« (1952; 14. Aufl., 1988);
»Im Morgennebel. Roman« (1953); »Mutafo. Das ist:
Das Ding, das durch den Wind geht. Die unglaublichen
Geschichten der rühmlichen christlichen Seefahrer
Thomas Trimm und William Steinert« (1954; 9. Aufl.,
1995); »Geliebtes Leben. Gedanken und Gedichte«
(1959); »Die Geschichte einer armen Liebe« (1960);
seit 1974 Ehm-Welk-Literaturmuseum in Angermünde;
das Ehm-Welk-Haus in Bad Doberan ist heute
Literaturmuseum.
Werner, Daniel
Bildhauer
geb. ? Pouch (Bitterfeld)
gest. 27.2.1669 (Bad) Doberan
Kam 1622 mit seinem Meister, dem Bildhauer Franz
Julius Döteber, aus Leipzig nach Mecklenburg;
arbeitete im Fürstlichen Amtshaus Doberan für die
Ausstattung des Münsters und des Herzoglichen
Amtes; 1636/37 als Geselle an der Grabkapelle Herzog
Adolf Friedrich I. und seiner Frau Anna Maria von
Ostfriesland beteiligt; erhielt 1647 seine Bestallung
vom Herzog; fertigte 1662 wappengeschmückte
Goldrahmen für den Ratzeburger Dom; erhielt 1664
den Auftrag zum Schnitzen eines fürstlichen Wappens,
das er 1668 vollendete; nach seiner Zerstörung 1945
und Restaurierung heute wieder im Landeshauptarchiv
Schwerin.
Wickede, August Georg von
Forstwirt
geb. 17.10.1807 Schlagbrügge
gest. 19.10.1879 (Bad) Doberan
Vater: Johann Friedrich von W., Gutsbesitzer, Forstwirt
In Remplin und an der Forstakademie in Berlin
ausgebildet; 1827 Kammer- und Jagdjunker; seit 1833
im Forstbezirk Gelbensande tätig; 1845 Förster in
Toddin (bei Hagenow); 1848 Forstmeister in Doberan,
später Oberforstmeister; pflanzte die Lindenallee zum
Heiligen Damm; ihm zu Ehren ist im Hütter Wohld
(bei Bad Doberan) ein Findling mit der Inschrift »von
Wickedes Höhe« aufgestellt; Mitglied des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
Wilbrandt, Christian (Ludwig Theodor)
Philosoph, Philologe, Pädagoge, Parlamentarier
geb. 15.3.1801 Neuenkirchen (Ludwigslust)
gest. 25.6.1867 (Bad) Doberan
Vater: Johann Christian W., Theologe
1818-1820 Gymnasium in Schwerin; 1820-1823
Philosophie- und Philologiestudium in Berlin; 1823-
1828 Oberlehrer in Heiligenstadt und Schulpforta;
1828 Lehrer an der Großen Stadtschule Rostock;
1837-1852 als Nachfolger Victor Aimé Hubers
ordentlicher Professor der Ästhetik und Neueren
Literatur in Rostock; 1839-1852 Gründer und Direktor
des Philosophisch-ästhetischen Seminars in Rostock;
1839/40 und 1850/51 Dekan der Philosophischen
Fakultät, 1846 bis 1847 Rektor; 1848/49 Mitglied der
Mecklenburgischen Konstituierenden Versammlung;
Vorsitzender des Verfassungsausschusses; ab
November 1848 erster Vizepräsident des Landtages;
1849-1851 Präsident des Zentralkomitees der
Reformvereine; 1850 Mitglied des ordentlichen
Landtages; 1852 wegen seiner Beteiligung an den
revolutionären Ereignissen von 1848/49 durch den
Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-
Schwerin aus dem Universitätsdienst entlassen (bei
vollem Gehalt); in den Rostocker Hochverratsprozess
verwickelt; 1853 Verhaftung, wegen Hochverrats
angeklagt und bis 1855 in Untersuchungshaft im
Gefängnis Bützow; 1855 Freilassung gegen Zahlung
einer Kaution; das fünfte seiner neun Kinder war der
Schriftsteller Adolf von W.
Wilbrandt, Friedrich (Christian Albrecht)
Pädagoge
geb. 11.2.1826 Lübtheen
gest. 1.4.1895 (Bad) Doberan
Vater: Conrad (Carl Friedrich) W., Theologe
Bruder: Wilhelm (Christian Friedrich) W., Theologe
1845 Abitur am Gymnasium in Parchim; bis 1853
Studium in Leipzig, Königsberg und Berlin; bis
1857 Privatlehrer in Rostock; 1856 Promotion in
Rostock; 1859 Staatsprüfung in Greifswald; bis
1865 Oberlehrer in Lauban; 1865-1872 Lehrer für
alte Geschichte an der Großen Stadtschule Rostock;
Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen, Märchen und
Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde.; 1879/80).
Wilbrandt, Wilhelm (Christian Friedrich)
Theologe
geb. 19.4.1819 Ludwigslust
gest. 4.2.1903 (Bad) Doberan
Vater: Conrad (Carl Friedrich) W., Theologe
Bruder: Friedrich (Christian Albrecht) W., Pädagoge
1847 Seminarlehrer in Ludwigslust, 1852 Rektor;
1858 Pastor in Gnevsdorf; 1868 Präpositus des
Plauer Zirkels; 1870-1891 Pastor in Blankenhagen;
1875 auch Präpositus des Marlower Zirkels;
1850 Mitbegründer und Mitherausgeber des
»Mecklenburgischen Schulblatts«.
Wilhelm, Hans Hermann
Pädagoge, Schriftsteller
geb. 1892 in der Ostprignitz
gest. 1.7.1975 Berlin
Vater: Kantor
Germanistik- und Philologiestudium in Berlin und
Leipzig; bis 1940 Studienrat in Berlin; Schriftsteller
in Neustrelitz; machte sich auch als Dramatiker einen
Namen; gehörte dem Doberaner Dichterkreis an; 1945
verhaftet, kam ins Internierungslager Fünfeichen und
ins Speziallager Nr. 2 Buchenwald; »Werden. Eines
Volkes Auferstehung« (1919); »Die Frickes. Das
Erwachen in der Heide. Roman« (1933); »Das Erbe
der Frickes« (1934); »Die Frickes und die Ohlhofs«
(1941); »Volk ohne Grenzen« (1942); »Robert
Wandelt« (1943); »Ohne Stein und ohne Namen.
Aufzeichnungen aus stalinistischen Todeslagern
in Deutschland« (1974); »Die rechte Wahl. Eine
Bauerngeschichte« (1941) und »Am Kesselhaken. Eine
Geschichte aus dem niederdeutschen Bauernleben«
(1942) in »Mecklenburgische Monatshefte«.
Wise, Peter
Baumeister
geb. ?
gest. 29.4.1338
begr. Bad Doberan (Klosterkirche)
Entstammte einem Patriziergeschlecht, das in Rostock,
Wismar und Lübeck ansässig war; 1266-1278 Bürger
der Stadt Lübeck; 1276-1286 Ratsherr in Rostock;
erschien 1336/37 in Doberan; bereits 1244 war
ein Hermann W. Conversbruder in Doberan; dort
waren auch seine Brüder Johann und Heinrich als
Schatzmeister und Mönch; seine Brüder lösten 1341
aus seinem Nachlass das 1336 an Arnold Kopmann
verpfändete Gut Adamshagen für das Kloster Doberan
wieder ein und stifteten drei Altäre für die Kirche;
um den Bau des Klosters Doberan verdient (die Sage
nennt ihn als Baumeister); sein Bild hängt am Pfeiler
des nördlichen Seitenschiffes; sein Grabstein befindet
sich als Altarplatte in der Kirche.
Witte, Hans
(eigentl.: Johannes Nathanael Christian W.)
Historiker, Archivar
geb. 30.4.1867 (Bad) Doberan
gest. 14.12.1945 Neustrelitz
Vater: Traugott (Georg Albert) W., Theologe, Pädagoge
Kindheit in Dreibergen und Kirchdorf (Poel);
Domschule in Güstrow; 1886-1892 Geschichts-,
Germanistik- und Philosophiestudium in Leipzig,
Berlin und Straßburg; 1890 Promotion in
Straßburg; 1892 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am
Bezirksarchiv Lothringen in Metz; 1893-1897 am
Bezirksarchiv Unterelsass in Straßburg, Mitarbeiter
am »Urkundenbuch der Stadt Straßburg« (Bd. 5.,
1896; Bd. 7, 1900); daneben Archivarsausbildung
an der Universität Straßburg; 1898 Hilfsarbeiter,
1899 Archivar, 1909-1913 Archivrat am Geheimen
und Hauptarchiv Schwerin; 1913 Leiter des
Hauptarchivs und der Landesbücherei Neustrelitz;
1919 Aufbau eines Landesmuseums (1921
Eröffnung im Schloss Neustrelitz); 1921-1932
Direktor des Hauptarchivs, der Landesbücherei
und des Landesmuseums Neustrelitz; führendes
Mitglied der NSDAP in Neustrelitz; 1898 Mitglied
des Vereins für mecklenburgische Geschichte
und Altertumskunde; Mitglied des Heimatbundes
Mecklenburg; 1925 Mitgründer des Mecklenburg-
Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde
und einziger Vorsitzender bis zu dessen Auflösung
1936; Herausgeber der »Mecklenburg-Strelitzer
Geschichtsblätter« (1925-1935) und der
»Mecklenburg-Strelitzer Heimatblätter« (1925-1940);
»Zur Geschichte des Deutschtums in Lothringen. Die
Ausdehnung des deutschen Sprachgebietes im Metzer
Bistume zur Zeit des ausgehenden Mittelalters bis
zum Beginne des 17. Jahrhunderts« (Diss., 1890);
»Deutsche und Keltoromanen in Lothringen nach der
Völkerwanderung. Die Entstehung des deutschen
Sprachgebietes« (1891); »Das deutsche Sprachgebiet
Lothringens und seine Wandelungen. Von der
Feststellung der Sprachgrenze bis zum Ausgang
des 16. Jahrhunderts« (1894); »Zur Geschichte
des Deutschtums im Elsass und im Vogesengebiet«
(1897); »Wismar unter dem Pfandvertrage
1803-1903. Festschrift zur Hundertjahrfeier der
Wiedervereinigung Wismars mit Mecklenburg« (1903);
»Wendische Bevölkerungsreste in Mecklenburg«
(1905); »Mecklenburgische Geschichte« (2 Bde.;
1909, 1913); »Kulturbilder aus Alt-Mecklenburg« (2
Bde.; 1911); »Zur mecklenburgischen Verfassungsnot.
Eine zeitgeschichtliche Skizze der Verfassungskämpfe«
(1914); Herausgeber von »Mirow. Festschrift 1227-
1927« (1927); »Jegorovs Kolonisation Mecklenburgs
im 13. Jahrhundert. Ein kritisches Nachwort« (1932);
»Von Mecklenburgs Geschichte und Volksart«
(1932); »Wendische Zu- und Familiennamen« (1906)
und »Auch ein Schillerverleger, Hofbuchhändler
Salomon Michaelis in Neustrelitz und seine höfischen
Beziehungen« (1923) in »Jahrbuch des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde«;
»Die Neueinrichtung des Hauptarchivs zu Neustrelitz«
in »Archivalische Zeitschrift« (1925); »Wie wurde
Ostelbien und besonders Mecklenburg wieder
deutsch?« in »Monatshefte Mecklenburg–Lübeck«
(1936); Nachlass im Landeshauptarchiv Schwerin.
Wittenburg, Peter
(geb.: Fiereck)
Maler
geb. 14.2.1953 Wismar
gest. 19.10.1993 Bad Doberan
Bis zum 3. Lebensjahr in Kinderheimen aufgewachsen;
1956 von Familie W. in Bad Doberan adoptiert;
Ausbildung als Koch; 1973 nach missglücktem
Fluchtversuch in die BRD Verurteilung zu 18 Monaten
Haft und Abschiebung in die BRD; beschäftigte sich
seit dieser Zeit mit der Malerei; Volkshochschule
und künstlerische autodidaktische Weiterbildung;
1990 Rückkehr nach Bad Doberan; Umschulung zum
Bürokaufmann; Gründer des Kunstvereins Nordlicht in
Bad Doberan; 1997 Ausstellung im Roten Pavillon in
Bad Doberan.
Wüsthoff, Johann Joachim
Amtmann
geb. 15.6.1774 Parchim
gest. 1.2.1833 Boizenburg (Elbe)
Vater: Johann Conrad W., Senator
1794 Berechner im Amt Marnitz; 1797 Amtsauditor;
1800 Amtsverwalter in Doberan; 1810 Amtmann in
Boizenburg (Elbe); 1822 Amtsrat; 1826-1833 Erster
Beamter in Boizenburg.
Wundemann, Johann (Christian Friedrich)
Theologe, Schriftsteller
get. 21.3.1762 Rostock
gest. 26.12.1827 Walkendorf
Vater: Johann Christoph W., Barbier, Chirurgus
Schule und akademische Bildung in Rostock; kurze
Zeit Hauslehrer bei der Familie von Moltke; 1785-
1827 Pastor in Walkendorf; 1824 Präpositus des
Gnoiener Zirkels; 1824 Dr. h. c. der Universität
Rostock; »Grundzüge zum vernünftigen Danken über
die Religion in einer Zuschrift an die Hochgräflichen
Töchter Friederike und Charlotte Gräfinnen von
Moltke bey Gelegenheit Ihrer Confirmation« (1794);
»Geschichte der christlichen Glaubenslehren vom
Zeitalter des Athanasius bis auf Gregor den Großen«
(2 Bde.; 1798/99); »Mecklenburg in Hinsicht auf
Kultur, Kunst und Geschmack« (2 Bde.; 1800, 1803);
»Helena Pawlowna. Eine Skizze zur Erinnerung an die
entschlafene Holde« (1804); »Zur Feyer des zehnten
Augusts, am Seebade zu Doberan« (1827); »Helena
Paulowna« (1804) und »Geschichtliche Darstellung
des vaterländischen Theaterwesens« (1804) in
»Patriotisches Archiv«.
Zur Nedden, August Johann Carl
Jurist
geb. 1763 Schwerin
gest. 29.12.1831 Schwerin
Kanzleirat; Mitglied des Vereins für mecklenburgische
Geschichte und Altertumskunde; »Zur funfzigjährigen
Jubelfeier des Seebades zu Doberan am zehnten
August 1843« (1843); »Willkommen den
sieggekrönten Mecklenburger Truppen bei ihrem
Einzuge in Schwerin. Ein neues Lied« (1871);
»Beiträge zur Geschichte der Großherzoglichen Justiz-
Canzlei zu Schwerin« in »Jahrbücher des Vereins für
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde«
(1880/81).


==Opfer von Krieg und Gewalt aus der Region Doberan==
==Opfer von Krieg und Gewalt aus der Region Doberan==

Version vom 10. Mai 2019, 13:11 Uhr


Kenndaten des Orts
Name (heute)Doberan (Bad)
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl18209
VerwaltungsamtStadt Bad Doberan
LandkreisRostock
Zahlen
Einwohner11432 (2005)
KoordinatenBreite: 54.1066 / Länge: 12.3301


Geographische Lage

Vorlage:Infobox Stadtchronik

Die Geschichte von Doberan chronologisch

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Ur- und Frühgeschichte in der Region Doberan

Althof und Doberan im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Die Landschaft in ihrer Entstehung und als Naturraum

Zur Ur- und Frühgeschichte

Herkunft und erste Erwähnung von Doberan

Bildung/Schulwesen

Bedeutende Doberaner

Opfer von Krieg und Gewalt aus der Region Doberan

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

Doberan Heute

Bedeutende Doberaner

Doberan im Spiegel von Zeitgenossen

Friedhofsgeschichten

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Doberan

Flurnamen auf der Doberaner Feldmark

Kontakte