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=='''Persönlickeiten in der Geschichte von Loitz'''==
=='''Persönlickeiten in der Geschichte von Loitz'''==
Amtsberg, Gerhard (Walter August Friedrich)
(Pseud.: Peter Pommer)
Jurist, Redakteur
geb. 13.2.1904 Loitz
gest. 18.10.1964 Hamburg
Vater: August Karl Ludwig A., Pädagoge
Jurastudium in Greifswald, Freiburg (Breisgau)
und Berlin; 1929 Referendarexamen beim
Oberlandesgericht Stettin und Promotion in
Greifswald; Syndikus eines Berufsverbandes;
1932-1945 Chefredakteur der »Loitzer Zeitung«;
zum Kriegsende noch Dienst in der Wehrmacht;
danach sieben Jahre in Straflagern, 1945-
1948 Neubrandenburg, 1948-1950 Buchenwald,
1950-1952 Waldheim; bei Rückkehr nach Loitz
war die »Loitzer Zeitung« bereits enteignet;
1955 Übersiedlung nach Hamburg; Leiter der
Kulturabteilung der Pommerschen Landsmannschaft;
Gründer und Redakteur der Zeitschrift »Unser
Pommern« (1963/64); Redakteur des Jahrbuches
der Pommerschen Landsmannschaft »Pommersches
Heimatbuch« (1955-1964); »Die rechtliche Natur der
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkoalitionen« (Diss.,
1929).
Barkow, Christian Joachim Friedrich
Theologe, Pädagoge
geb. 24.6.1756 (Bad) Sülze
gest. 13.4.1836 Loitz (Demmin)
Zunächst Privatunterricht in Sülze und Rostock,
dann Domschule Güstrow; 1776 Theologiestudium in
Greifswald; 1778 Promotion in Greifswald; neun Jahre
Erzieher bei den Söhnen des Generalleutnant von
Pollett in Stralsund; 1785 Pfarrer des Kirchspiels Trent
(Rügen); 1802-1836 Pfarrer in Loitz (Demmin), 1806
Präpositus der Loitzer Synode, 1817 Superintendent;
richtete in seinem Haus eine Privatschule ein; 1810
Mitglied des Pommerschen Komitees, mit dem er
nach Stockholm ging; 1811 von König Karl XIII. zum
Konsistorialrat ernannt; 1817 Dr. h. c. der Universität
Greifswald; Superintendent in Loitz; »De unitate Die«
(Diss., 1778).
Barnim VIII.
Herzog von Pommern(-Wolgast)
geb. 1405/1407
gest. 19.12.1451 Stralsund
begr. Franzburg (Kloster Neuenkamp)
Vater: Wartislaw VIII., Herzog zu Pommern(-Wolgast)
Ehefrau: Anna, Tochter von Heinrich, Graf von Wunstorf
Erhielt mit seinem Bruder Swantibor II. bei der
Teilung der Herrschaft Wolgast 1425 im Kloster
Eldena das Land Loitz und Rügen und seine Cousins
Wartislaw IX. und Barnim VII. das Land Wolgast;
starb an der Pest.
Bartels, Friedrich
Parteifunktionär, Parlamentarier
geb. 28.3.1871 Loitz
gest. 11.11.1931 Berlin
Gelernter Maler; 1904-1913 Mitglied der Hamburger
Bürgerschaft; 1905/06 Gewerkschaftsangestellter
für seinen Berufsverband; 1906-1913 SPDBezirksparteisekretär
für Schleswig-Holstein; gehörte
seit 1913 dem Vorstand der SPD in Berlin an; 1919-
1921 Mitglied der Verfassungsgebenden preußischen
Landesversammlung; Abgeordneter (seit 1925
Präsident) des Preußischen Landtages.
Fredenhagen, Karl (Hermann Heinrich
Philipp)
Physiker, Chemiker
geb. 11.5.1877 Loitz
gest. 4.4.1949 Greifswald
Vater: August F., Kaufmann, Senator
1896 Studium der Mathematik, Physik und Chemie
in Hannover, Darmstadt, Leipzig und Göttingen;
1901 Promotion und Assistent in Göttingen; 1906
Habilitation in Leipzig; 1923-1945 Professor der
Physikalischen Chemie in Greifswald; »Grundlagen
für den Aufbau einer Theorie der Zweistoffsysteme«
(1950; postum).
Gülzow, Erich
Philologe, Pädagoge, Heimatforscher
geb. 29.3.1888 Loitz
gest. 16.8.1954 Barth
Vater: Christian G., Pädagoge, Heimatforscher
Gymnasium in Stralsund; Studium der Germanistik,
Romanistik und Evangelischen Theologie in Freiburg
(Breisgau), Grenoble und Greifswald; 1914 Prüfung
für das höhere Lehramt; 1913 Promotion in
Greifswald; 1919 Studienrat in Barth; seit 1941 Leiter
des Museums und Stadtarchivs in Barth; Mitglied
der Historischen Kommission von Pommern und
der Gesellschaft für pommersche Geschichte und
Altertumskunde; »Zur Stilkunde der Krone Heinrichs
von dem Türlin« (Diss., 1913); Herausgeber von
Schriften und Briefen Ernst Moritz Arndts; betrieb
pommersche Heimatforschung; veröffentlichte
seine Forschungen zur pommerschen Mundart im
»Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche
Sprachforschung« (1850-1853); Herausgeber der
Schriftenreihen »Barther Heimatbücherei« (1820-
1827; »Barth vor 125 Jahren«, »Vom Barther
Schulwesen in früheren Tagen«, »Barthische
Stadtuntertanen«), »Das Arndt-Museum« (1826/27;
»Ernst Moritz Arndts Briefe aus Schweden an
einen Stralsunder Freund«, »Eine vorpommersche
Gutspächterfrau. Briefe an Ernst Moritz Arndt von
seiner Schwester Gottsgab«) und »Grimmener
Heimatbücherei« (1935-1939; »Schrapels ut olle
Tiden«, »Edmund Hofer und seine Heimat«, »Loitz«,
»Loitzer«); »Ein rügenscher Heimatforscher und
Heimatdichter: J. J. Grümbke« (1938); »Barth am
Bodden in Geschichte und Gegenwart« (1939),
»St. Marienkirche zu Barth« (1940); »Unserem Lehrer
Gustav Ehrismann« (1943); »Fritz Reuter und Oswald
Palleske« in »Mitteilungen aus dem Quickborn«
(1943/44); »Pomuchelskopp in Reinkenhagen und
Rosenheim in Stralsund« in »Korrespondenzblatt des
Vereins für niederdeutsche Sprachforschung« (1941);
Nachlass im Landesarchiv Greifswald und in der
Universitätsbibliothek Greifswald.
Hagenow, (Karl) Friedrich von
Agrarwissenschaftler, Archäologe, Geologe
geb. 19.1.1797 Langenfelde
gest. 18.10.1865 Greifswald
Vater: (Friedrich Christoph) Carl von H., Gutsbesitzer
Bruder: (Paul) Gustav von H., Gutsbesitzer,
Verwaltungsbeamter, Parlamentarier
1809 Studium der Angewandten Mathematik,
Technologie und Landwirtschaft; Volontärzeit auf
Gut Groß Schoritz; 1819 Ausgrabung mehrerer
Großsteingräber bei Dumsevitz; gab 1823 die
praktische Landwirtschaft auf und siedelte nach
Loitz über; 1826 Mitbegründer der Gesellschaft für
Pommersche Geschichte und Altertumskunde in
Greifswald; fertigte 1829 eine topographisch genaue
Rügenkarte mit eingezeichneten prähistorischen
Denkmalen, Opfersteinen und Wüstungen an; 1830
Dr. h. c. der Universität Greifswald; Konstruktion von
optischen und physikalischen Instrumenten; zog 1832
nach Greifswald und gründete dort das erste deutsche
Kreideschlämmwerk; 1835-1838 Vorlesungen in der
Landwirtschaftlichen Akademie Eldena; 1857 erste
Anzeichen von Erblindung; sammelte alte Siegel und
entwickelte 1851 ein Verfahren zur Wiederherstellung
alter Siegel und Anfertigung neuer Stempel;
Mitglied in- und ausländischer wissenschaftlicher
Gesellschaften; 1866 kaufte das Provinzialmuseum
von Neuvorpommern und Rügen in Stralsund
seine vorgeschichtliche Sammlung; »Beiträge zur
Ornithologie Pommerns« (1820); »Beschreibung der
zu Neustrelitz befindlichen Runensteine und slavische
Gottheiten« (1826); »Karte von Neuvorpommern und
Rügen« (1839; mit Eintragungen der Burgwälle); sein
»Lehrbuch der Sigilloplastik« blieb ungedruckt.
Hagius, Gregorius
(auch: Hage, Hak; auch: Gregor)
Theologe
geb. ?
gest. 1626 Wolgast
Stammte vermutlich aus Pommern; lebte wohl
zeitweilig in Franken; seit 1500 Hofprediger in
Wolgast; verfasste im Zusammenhang mit einem
Gastspiel englischer Komödianten in der Schlosskirche
Loitz Briefe an den Herzog Philipp Julius und dessen
Mutter Herzogin Sophie Hedwig, in denen er sich über
Verweltlichung der Kirche beschwerte.
Hardrat, (Christian Martin) Wilhelm
Theologe, Pädagoge
geb. 20.1.1809 Loitz
gest. 12.4.1891 Stralsund
Vater: Jurist, Kreisjustizkommissar
1823-1827 Gymnasium in Greifswald; 1827-1829
Theologiestudium in Greifswald, 1829/30 in Berlin;
1827 Alte Greifswalder Burschenschaft; einer der
ersten Vorsteher und Mitverfasser der älteren
Konstitution der Greifswalder Burschenschaft; 1832
Hauslehrer in Anklam und 1833/34 in Lassan; 1832
erstes, 1834 zweites theologisches Examen in Stettin;
1834 in Greifswald und Stettin in Untersuchung
(aber ohne Haft) wegen Mitgliedschaft in der
Greifswalder Burschenschaft; seine Berufung zum
Rektor der Loitzer Stadtschule wurde deshalb vom
Kultusministerium nicht bestätigt; 1835 zu sechs
Jahren Festungshaft verurteilt, 1836 zu einjähriger
Haft begnadigt, die er 1836/37 in Demmin verbüßte;
1838/39 Hauslehrer in Sophienhof, danach in
Sanzkow; 1842 Konrektor in Loitz; 1843 Pfarrer in
Katzow; 1857 Pfarrer in Starkow; 1870 Pfarrer in
Steinhagen; 1883 Ruhestand.
Knothe, Jakob
(auch: Knade)
Theologe
geb. ? Danzig (Gdánsk/Polen)
gest. 1564 Loitz
1514 Studium in Frankfurt (Oder); 1516
Pfarrverweser in der Peter- und Paulkirche
Danzig; erster Priester in Westpreußen, der nach
der Reformation in den Ehestand trat und ein
evangelisches Pfarrhaus gründete; deshalb 1526
beim Strafgericht des Königs Sigismund von Polen
in Danzig Maciej Drzewicki, dem Bischof von Leslau,
ausgeliefert, der ihn ins Gefängnis von Subkau
bringen ließ; nach seinem Versprechen, auf seine
Pfarrstelle zu verzichten und Danzig zu verlassen,
freigelassen; reiste auf einen Edelsitz bei Thorn;
wurde, als er seine Frau Anna (geb. Rastenberg)
aus Danzig nachholen wollte, wiederum gefangen
genommen; Beschlagnahme seiner Habe durch
den Bischof; ging nach Freilassung mit seiner
Frau nach Marienburg; 1528 Prediger in Soldau,
1531 in Mohrungen, 1532 in Neidenburg; dort
entlassen, da er sich der dogmatischen Auffassung
des Bischofs Seperatus nicht fügen wollte; begab
sich nach Pommern und wurde Prediger in Anklam
und Ueckermünde; 1543 Streitigkeiten mit anderen
Geistlichen; ließ sich nochmals in der Universität
Greifswald einschreiben, dort Promotion zum
Magister; 1551 Pfarrer und Propst in Loitz, wo er auch
in niederdeutscher Sprache gepredigt haben soll; bald
darauf Superintendent; hatte neun Pfarrbezirke zu
inspizieren; Mitglied der Kommission, die 1556 ein
Gutachten über die Visitation und Ordnung der Kirche
an die Greifswalder Synode abzugeben hatte.
Kuntze, (Friedrich Wilhelm) Otto
Philologe, Pädagoge, Schriftsteller
geb. 3.8.1841 Loitz
gest. 21.2.1931 Stralsund
Vater: Carl Friedrich Christian K., Theologe
Wuchs in Steinhagen auf; Gymnasium in
Stralsund; 1860 Theologiestudium in Greifswald,
Heidelberg und Berlin; Aufenthalt in der
Schweiz; 1871-1873 Hauslehrer von Houston
Stewart Chamberlain in Montreux, mit dem ihn
lebenslange Freundschaft verband; 1873-1875
Pastor der deutsch-evangelischen Gemeinde in
San Remo; Philologiestudium in Greifswald mit
Abschlussprüfung für das Lehramt 1879; bis 1883
Hilfslehrer am Realgymnasium in Stralsund, 1885-
1905 Lehrer am Städtischen Realgymnasium in
Stettin; Gymnasialprofessor; »Beiträge zu einem
englisch deutschen Wörterbuche, besonders aus
den Dichtungen des Keats« (1890); »Ausgewählte
englische Dichtungen in deutscher Übertragung«
(1891); Sophokles’ »König Oidipus« (1904; Übers.
ins Dt.) und »Antigone« (1905; Übers. ins Dt.); »Die
Rache des Odysseus. Ein dramatisches Gedicht«
(1907); »Achilles. Ein dramatisches Gedicht« (1908);
»Aus Herz und Geist. Erinnerungsblätter. Gedichte«
(1909).
Müller, Walter
Parlamentarier
geb. 25.8.1907 Loitz
gest. ?
Nach der Oberrealschule technische Ausbildung;
1927-1933 Höhere Technische Staatslehranstalt in
Stettin; Bauleiter und Bauführer; 1945 Baudezernent
bei der Stadtverwaltung Grabow; 1946 Stadtrat in
Grabow und stellvertretender Bürgermeister; seit
1945 Ortsvorsitzender der CDU; 1946 Mitglied des
Mecklenburgischen Landtages.
Picht, Gottlieb Eduard
Theologe
geb. 8.4.1806 Gingst
gest. 22.2.1873 Loitz
Vater: Adolph Wilhelm P., Theologe
Bruder: Carl Ferdinand P., Mediziner
1812 bei seinem Onkel Kantor Johann Friedrich
Dammas in Bergen (Rügen) unterrichtet; 1822-
1825 Gymnasium in Stralsund; 1825-1827 Studium
in Greifswald; 1827-1829 in Berlin, wo er David
Friedrich Strauss und Schleiermacher hörte; 1830
Lehrer an der Schule in Gingst; 1832 zweites
theologisches Examen; 1830 Diakon in Gingst; 1838-
1846 Superintendent in Grimmen; setzte sich hier
für den Ausbau der Kirche ein; 1846 Druck seiner
Abschiedspredigt und weiterer Predigten; 1846-1873
Pfarrer in Loitz; 1865 Roter Adlerorden.
Pütter, Georg Joachim Martin
Theologe, Pädagoge
geb. 18.8.1767 Loitz
gest. 16.4.1835 Franzburg
Vater: Christoph P., Kaufmann
Zunächst Privatunterricht, dann Gymnasium in
Stralsund; 1786-1789 Theologie-, Physik- und
Philologiestudium in Halle; kurze Zeit Lehrer am
Pädagogium Halle; 1790 Studium in Greifswald;
Hauslehrer in Tützpatz; 1793 Lehrer am Gymnasium
in Stralsund; 1801-1823 Prediger in Zudar; dann
Präpositus in Franzburg; Pastor und Superintendent
in Franzburg; setzte sich für eine neue
Gottesdienstordnung ein; schrieb Reden und kleinere
Gedichte.
Schröder, Johannes
Ökonom
geb. 15.6.1905 Loitz
gest. 20.3.1982 Essen
Vater: Kaufmann, Mühlenbesitzer
Oberrealschule in Stralsund; 1924/25
Nationalökonomie-, Geschichts- und Jurastudium in
Freiburg (Breisgau), Wien und Berlin; 1929 Diplom-
Volkswirt; 1936 Prokurist bei der Dresdener Bank;
1938 Direktionsassistent und 1940 Abteilungsleiter
bei der Friedrich-Krupp-Firma in Essen; nach
dem Krieg und der Inhaftierung Krupps Leiter der
Werkfinanzen; 1954 Mitglied des Direktoriums und
Leiter der Zentralabteilung Finanzen und Steuern;
1962 Ruhestand; »Die Entflechtung der Firma
Krupp nach dem Zweiten Weltkrieg. Persönliche
Erinnerungen« (1974).
Schult, Wilhelm
Parteifunktionär
geb. 14.3.1922 Loitz
gest. 15.4.1976 Rostock
Vater: Lokomotivführer
Volks- und Mittelschule in Loitz; drei Semester
Technikum Stralsund; 1937-1941 Fachschule
und Lehre als Maschinenschlosser in Loitz;
Arbeit als 1941/42 Flugzeugschlosser; 1942
Wehrmachtsangehöriger, 1944-1946 sowjetische
Gefangenschaft; Mitglied des Nationalkomitees Freies
Deutschland und Antifa-Schule im Gefangenenlager;
1946 Sekretär der SED-Ortsgruppe in Loitz; 1947
Leiter der Kreisparteischule Demmin und 1949/50
Studium an der Parteihochschule Karl Marx; 1951/52
Leiter der Abteilung Agitation und Propaganda
der SED-Landesleitung Mecklenburg; 1952-1958
Sekretär für Agitation und Propaganda bzw. Kultur
und Erziehung der SED-Bezirksleitung Rostock; 1958-
1976 Direktor des Museums der Stadt Rostock.
Stralendorff, Johann Alexander
Pädagoge, Erfinder
geb. 4.4.1751 Loitz
gest. 4.1.1828 Stralsund
Vater: Stadtzimmerer
Kam spätestens 1785 nach Stralsund; zunächst
Lehrer im Waisenhaus; 1795 Waisenvater, später
Inspektor des Waisenhauses; 1806 Ruhestand;
Erfinder optischer Telegrafen; unterbreitete König
Gustav IV. Adolf von Schweden einen »Plan zu
einem allgemeinen Schreib- und Sprachmittel«
(1795); konstruierte einen optischen Telegrafen
in Stralsund (vermutlich 1790), den er bis 1798
sechsmal verbesserte; seine Erfindung (mit einem
Gutachten der Universität Greifswald) wurde von der
pommerschen Regierung befürwortet; erstattete 1798
einen Bericht an den König von Schweden, der seine
Leistungen mit einer Silbermedaille würdigte, aber
den Einsatz des Telegrafen in Schweden ablehnte.
Wackenroder, Ernst Heinrich
Theologe
geb. 29.11.1660 Poseritz
gest. 27.12.1735 Loitz (Demmin)
Vater: Henricus W., Theologe
Privatunterricht durch den Vater und durch
Hauslehrer; 1678 Gymnasium in Stralsund; 1680
Theologiestudium in Wittenberg und Greifswald;
Hauslehrer in Gingst bei seinem Schwager dem
Präpositus Johann von Essen, dann in Wismar
und in Sachsen; 1686 Magister in Wittenberg;
1689-1715 Pastor in Trent; 1715-1735 Präpositus
in Loitz; »Diatribe Seu Exercitatio Theologica
expendens Execrabilem Spiritualem« (Diss.,
1686); »Ex Philosophia morali, De Factis Heroum
Extraordinariis« (1687); »Altes und Neues Rügen,
Das ist, Kurtzgefaßte und umständliche Nachricht Von
demjenigen, Was so wohl in Civilibus, als vornemlich
in Ecclesiasticis Mit dem Fürstenthum Rügen Von
Anfang an bis auf gegenwärtige Zeit sich zugetragen«
(1730).
Wangemann, Otto
Musikwissenschaftler, Organist, Kantor
geb. 9.1.1848 Loitz (Demmin)
gest. 25.2.1914 (Berlin-)Charlottenburg
Schule in Stettin und Kammin; Musikstudium in Stettin
und am Königlichen Kirchenmusik-Institut Berlin;
1871-1878 Organist und Gesanglehrer am Gymnasium
in Treptow (Pommern); 1878-1884 Organist und
Kantor in Demmin, erteilte Gesangunterricht an
den höheren Schulen und übernahm 1878 auch den
Gesangverein für gemischten Chor; einer seiner
Vorgänger war sein Großvater Johann Theodor W.,
der 1821-1849 als Kantor und Subrektor in Demmin
wirkte; 1884 an der Nikolaikirche Spandau; 1886
Organist an der Luisenkirche und Vorspieler bei
Kaiser Friedrich III. in der Schlosskapelle Berlin-
Charlottenburg; Königlicher Professor; Ehrenmitglied
des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt (Main)
und der Akademie in London; Herausgeber der
Zeitschriften »Der Organist« (1879 ff.) und »Die
Tonkunst« (1884-1890); »Geschichte der Orgel
und der Orgelbaukunst« (1879; 3. Aufl., 1887);
»Geschichte des Oratoriums« (1882); komponierte
Weihnachtsmusik für Soli, Chor und Orchester,
Klavier- und Orgelstücke, Chöre und Lieder; »Fünf
Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des
Pianoforte« (1890).
Wegner, Eginhard
Geograph
geb. 8.7.1918 Anklam
gest. 20.1.2001 Greifswald
Vater: Otto W., Pädagoge
Seit 1920 in Stettin und 1925-1937 dort Gymnasium;
1938/39 Hochschule für Lehrerbildung in Kiel;
1939-1946 Kriegsteilnehmer, Verwundung und
amerikanische Gefangenschaft; 1947 Geographie-,
Geschichts-, Germanistik- und Philosophiestudium
in Greifswald; 1959 Promotion in Greifswald; 1948
Hilfskraft, 1953 Assistent, 1968 Oberassistent,
1971-1983 Dozent für ökonomische Geographie am
Geographischen Institut der Universität Greifswald,
1976 stellvertretender Direktor für Forschung;
»Das Land Loitz zwischen 1200 und 1700« (Diss.,
1959); mit Peter Krägenow »Regionalführer
Mecklenburg, Vorpommern« (1991); mit Rolf Meincke
»Mecklenburg-Vorpommern. Kleine Landeskunde«
(1992); seit 1992 Bearbeitung der »Schwedischen
Landesaufnahme von Vorpommern 1692-1709.
Karten. Texte. Ortsbeschreibungen«; verfasste
für den »Historischen und geographischen Atlas
von Mecklenburg und Vorpommern« (1995) den
Abschnitt »Historische Geographie Mecklenburg-
Vorpommern«; »Wandlungen im ländlichen Siedlungsund
Wirtschaftsbild des 17. Jahrhunderts im Amt
Loitz und ihre Ursachen« (1962), »Loitz. Ein Beitrag
zur Geographie der Stadt Loitz« (1967) und »Dreißig
Jahre Entwicklung sozialistischer Landwirtschaft
im Kreis Greifswald. Ein historisch-geographischer
Abriß« (1979) in »Greifswald-Stralsunder Jahrbuch«;
»Zur Topographie von Bergen. Ein Versuch zur
Erklärung der Entwicklung des Stadtplanes« (1963)
und »Göhren auf Rügen um 1700. Eine historischgeographische
Skizze« (1978) in »Wissenschaftliche
Zeitschrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Greifswald«; »Das Geographische Institut der Ernst-
Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald« (1963) und
»100 Jahre geographische Lehre und Forschung an
der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald«
(1981) in »Geographische Berichte«; »Geographische
und historische Beiträge zur Landeskunde Pommerns.
Eginhard Wegner zum 80. Geburtstag« (1998;
hrsg. von Ivo Asmus); »Historische Geographie
und Kulturlandschaftsforschung. Beiträge zum
Gedenkkolloquium für Dr. Eginhard Wegner am 4. Mai
2001 in Greifswald« (2002; hrsg. von Reinhard Zölitz-
Möller); Nachlass im Landesarchiv Greifswald.
Zachariae, Ferdinand Gustav Rudolph
Jurist, Parlamentarier
geb. 16.5.1808 Bützow
gest. 24.5.1874 Stettin (Pommern; Szczecin/Polen)
Vater: Rats- und Gerichtssekretär
1823-1827 Gymnasium in Lübeck; 1827-1829
Jurastudium in Greifswald, 1829 in Rostock;
1830 Promotion in Rostock; 1827 Mitglied der
Burschenschaft Arminia Greifswald und 1829 der
Arminia Rostock; 1831 Advokat und Notar beim
Oberappellationsgericht Greifswald; 1833 Stadtrichter
sowie provisorisch angestellter Bürgermeister in
Loitz; 1835 wegen Teilnahme an geheimen politischen
Verbindungen amtsenthoben und verurteilt;
durfte nicht wieder in Loitz eingesetzt werden
und erhielt keine Zulassung als Rechtsanwalt im
Gerichtsbezirk Greifswald; eröffnete 1838 in Stettin
ein Rechtsanwaltbüro und Notariat; 1856 Justizrat;
1848/49 Abgeordneter für den Wahlkreis Grimmen
zur Preußischen verfassungsgebenden Versammlung;
Ȇber die richtige Berechnungsart des Interisirii nach
Grundsätzen des Rechts« (1831).
Ziehm, Albert
Pädagoge, Schriftsteller
geb. 16.5.1843 Schmagerow
gest. 5.6.1914 Demmin
1863-1865 Lehrerseminar Pölitz (bei Laage);
Lehrer in Gützkow und Anklam; 1870 Lehrer und
Kantor in Loitz; Ruhestand in Anklam und Demmin;
»Pommersche Geschichte in poetischer Form« (1891).


=='''Opfer von Krieg und Gewalt aus Loitz und Umgebung'''==
=='''Opfer von Krieg und Gewalt aus Loitz und Umgebung'''==

Version vom 5. April 2019, 13:11 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtLoitz (Stadt)
Zeitlicher Schwerpunktfortlaufend
Urheberrechte..
Erstellungszeitraumseit 2019
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Stadt Loitz
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung


Die Geschichte von Loitz

Stadtansicht von Loitz in der Stralsunder Bilderhandschrift von 1615

Frühgeschichte von Loitz

Loitz im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1232, 31.10.
Das Land Loitz wird erstmals sicher erwähnt.
1242, 30.3.
Loitz erhält lübsches Stadtrecht.
1249 - 1275
Zwischen den Söhnen Detlevs von Gadebusch und dem KLoster Eldena entbrennt ein Streit um die Dörfer Pansow, Subzow und Griebenow. Sie werden schließlich dem Kloster zugeschlagen
1247, 21.3.
Werner und Heinrich von Loitz gewähren der Stadt Greifswald Zollfreiheit in Loitz
1276
Mit dem Tode von Werner von Loitz fällt das Land an das Fürstentum Rügen.
1292, 9.8.
Der Stadt Demmin wird Zollfreiheit in Loitz gewährt
1314, 9.12.
Nachdem der Markgraf Waldemar von Brandenburg zeitweise in den Besitz über das Land Loitz gelangt war, geht es an diesem Tag wieder in den Besitz der rügenschen Fürsten zurück.
1315, April
erste urkundliche Erwähnung des Loitzer Schlosses
1315, 7.12.
Herzog Wartislaw IV. das Zoll- und weitere Privilegien
1326/27
Die leidet besonders unter den durch das Fürstentum Rügen geführten Kriegen.


Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1541
Loitz erhält das Privileg zu Michaelis einen Jahrmarkt abzuhalten.
1556/57
Umbau des Schlosses
1572
Beginn des Streites sich dann über Jahrhunderte hinziehenden Streites zwischen der Loitzer Kaufmannschaft und dem Rat der Hansestadt Anklam um das Recht auf der Peene Loitzer Handelsschiffe fahren zu lassen

bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

z.B.

Herkunft und erste Erwähnung von Loitz

Das Schloss

Die Kirche

Das Handelshaus Loitz

Persönlickeiten in der Geschichte von Loitz

Amtsberg, Gerhard (Walter August Friedrich) (Pseud.: Peter Pommer) Jurist, Redakteur geb. 13.2.1904 Loitz gest. 18.10.1964 Hamburg Vater: August Karl Ludwig A., Pädagoge Jurastudium in Greifswald, Freiburg (Breisgau) und Berlin; 1929 Referendarexamen beim Oberlandesgericht Stettin und Promotion in Greifswald; Syndikus eines Berufsverbandes; 1932-1945 Chefredakteur der »Loitzer Zeitung«; zum Kriegsende noch Dienst in der Wehrmacht; danach sieben Jahre in Straflagern, 1945- 1948 Neubrandenburg, 1948-1950 Buchenwald, 1950-1952 Waldheim; bei Rückkehr nach Loitz war die »Loitzer Zeitung« bereits enteignet; 1955 Übersiedlung nach Hamburg; Leiter der Kulturabteilung der Pommerschen Landsmannschaft; Gründer und Redakteur der Zeitschrift »Unser Pommern« (1963/64); Redakteur des Jahrbuches der Pommerschen Landsmannschaft »Pommersches Heimatbuch« (1955-1964); »Die rechtliche Natur der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkoalitionen« (Diss., 1929).

Barkow, Christian Joachim Friedrich Theologe, Pädagoge geb. 24.6.1756 (Bad) Sülze gest. 13.4.1836 Loitz (Demmin) Zunächst Privatunterricht in Sülze und Rostock, dann Domschule Güstrow; 1776 Theologiestudium in Greifswald; 1778 Promotion in Greifswald; neun Jahre Erzieher bei den Söhnen des Generalleutnant von Pollett in Stralsund; 1785 Pfarrer des Kirchspiels Trent (Rügen); 1802-1836 Pfarrer in Loitz (Demmin), 1806 Präpositus der Loitzer Synode, 1817 Superintendent; richtete in seinem Haus eine Privatschule ein; 1810 Mitglied des Pommerschen Komitees, mit dem er nach Stockholm ging; 1811 von König Karl XIII. zum Konsistorialrat ernannt; 1817 Dr. h. c. der Universität Greifswald; Superintendent in Loitz; »De unitate Die« (Diss., 1778).

Barnim VIII. Herzog von Pommern(-Wolgast) geb. 1405/1407 gest. 19.12.1451 Stralsund begr. Franzburg (Kloster Neuenkamp) Vater: Wartislaw VIII., Herzog zu Pommern(-Wolgast) Ehefrau: Anna, Tochter von Heinrich, Graf von Wunstorf Erhielt mit seinem Bruder Swantibor II. bei der Teilung der Herrschaft Wolgast 1425 im Kloster Eldena das Land Loitz und Rügen und seine Cousins Wartislaw IX. und Barnim VII. das Land Wolgast; starb an der Pest.

Bartels, Friedrich Parteifunktionär, Parlamentarier geb. 28.3.1871 Loitz gest. 11.11.1931 Berlin Gelernter Maler; 1904-1913 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft; 1905/06 Gewerkschaftsangestellter für seinen Berufsverband; 1906-1913 SPDBezirksparteisekretär für Schleswig-Holstein; gehörte seit 1913 dem Vorstand der SPD in Berlin an; 1919- 1921 Mitglied der Verfassungsgebenden preußischen Landesversammlung; Abgeordneter (seit 1925 Präsident) des Preußischen Landtages.

Fredenhagen, Karl (Hermann Heinrich Philipp) Physiker, Chemiker geb. 11.5.1877 Loitz gest. 4.4.1949 Greifswald Vater: August F., Kaufmann, Senator 1896 Studium der Mathematik, Physik und Chemie in Hannover, Darmstadt, Leipzig und Göttingen; 1901 Promotion und Assistent in Göttingen; 1906 Habilitation in Leipzig; 1923-1945 Professor der Physikalischen Chemie in Greifswald; »Grundlagen für den Aufbau einer Theorie der Zweistoffsysteme« (1950; postum).

Gülzow, Erich Philologe, Pädagoge, Heimatforscher geb. 29.3.1888 Loitz gest. 16.8.1954 Barth Vater: Christian G., Pädagoge, Heimatforscher Gymnasium in Stralsund; Studium der Germanistik, Romanistik und Evangelischen Theologie in Freiburg (Breisgau), Grenoble und Greifswald; 1914 Prüfung für das höhere Lehramt; 1913 Promotion in Greifswald; 1919 Studienrat in Barth; seit 1941 Leiter des Museums und Stadtarchivs in Barth; Mitglied der Historischen Kommission von Pommern und der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde; »Zur Stilkunde der Krone Heinrichs von dem Türlin« (Diss., 1913); Herausgeber von Schriften und Briefen Ernst Moritz Arndts; betrieb pommersche Heimatforschung; veröffentlichte seine Forschungen zur pommerschen Mundart im »Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung« (1850-1853); Herausgeber der Schriftenreihen »Barther Heimatbücherei« (1820- 1827; »Barth vor 125 Jahren«, »Vom Barther Schulwesen in früheren Tagen«, »Barthische Stadtuntertanen«), »Das Arndt-Museum« (1826/27; »Ernst Moritz Arndts Briefe aus Schweden an einen Stralsunder Freund«, »Eine vorpommersche Gutspächterfrau. Briefe an Ernst Moritz Arndt von seiner Schwester Gottsgab«) und »Grimmener Heimatbücherei« (1935-1939; »Schrapels ut olle Tiden«, »Edmund Hofer und seine Heimat«, »Loitz«, »Loitzer«); »Ein rügenscher Heimatforscher und Heimatdichter: J. J. Grümbke« (1938); »Barth am Bodden in Geschichte und Gegenwart« (1939), »St. Marienkirche zu Barth« (1940); »Unserem Lehrer Gustav Ehrismann« (1943); »Fritz Reuter und Oswald Palleske« in »Mitteilungen aus dem Quickborn« (1943/44); »Pomuchelskopp in Reinkenhagen und Rosenheim in Stralsund« in »Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung« (1941); Nachlass im Landesarchiv Greifswald und in der Universitätsbibliothek Greifswald.

Hagenow, (Karl) Friedrich von Agrarwissenschaftler, Archäologe, Geologe geb. 19.1.1797 Langenfelde gest. 18.10.1865 Greifswald Vater: (Friedrich Christoph) Carl von H., Gutsbesitzer Bruder: (Paul) Gustav von H., Gutsbesitzer, Verwaltungsbeamter, Parlamentarier 1809 Studium der Angewandten Mathematik, Technologie und Landwirtschaft; Volontärzeit auf Gut Groß Schoritz; 1819 Ausgrabung mehrerer Großsteingräber bei Dumsevitz; gab 1823 die praktische Landwirtschaft auf und siedelte nach Loitz über; 1826 Mitbegründer der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde in Greifswald; fertigte 1829 eine topographisch genaue Rügenkarte mit eingezeichneten prähistorischen Denkmalen, Opfersteinen und Wüstungen an; 1830 Dr. h. c. der Universität Greifswald; Konstruktion von optischen und physikalischen Instrumenten; zog 1832 nach Greifswald und gründete dort das erste deutsche Kreideschlämmwerk; 1835-1838 Vorlesungen in der Landwirtschaftlichen Akademie Eldena; 1857 erste Anzeichen von Erblindung; sammelte alte Siegel und entwickelte 1851 ein Verfahren zur Wiederherstellung alter Siegel und Anfertigung neuer Stempel; Mitglied in- und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften; 1866 kaufte das Provinzialmuseum von Neuvorpommern und Rügen in Stralsund seine vorgeschichtliche Sammlung; »Beiträge zur Ornithologie Pommerns« (1820); »Beschreibung der zu Neustrelitz befindlichen Runensteine und slavische Gottheiten« (1826); »Karte von Neuvorpommern und Rügen« (1839; mit Eintragungen der Burgwälle); sein »Lehrbuch der Sigilloplastik« blieb ungedruckt.

Hagius, Gregorius (auch: Hage, Hak; auch: Gregor) Theologe geb. ? gest. 1626 Wolgast Stammte vermutlich aus Pommern; lebte wohl zeitweilig in Franken; seit 1500 Hofprediger in Wolgast; verfasste im Zusammenhang mit einem Gastspiel englischer Komödianten in der Schlosskirche Loitz Briefe an den Herzog Philipp Julius und dessen Mutter Herzogin Sophie Hedwig, in denen er sich über Verweltlichung der Kirche beschwerte.

Hardrat, (Christian Martin) Wilhelm Theologe, Pädagoge geb. 20.1.1809 Loitz gest. 12.4.1891 Stralsund Vater: Jurist, Kreisjustizkommissar 1823-1827 Gymnasium in Greifswald; 1827-1829 Theologiestudium in Greifswald, 1829/30 in Berlin; 1827 Alte Greifswalder Burschenschaft; einer der ersten Vorsteher und Mitverfasser der älteren Konstitution der Greifswalder Burschenschaft; 1832 Hauslehrer in Anklam und 1833/34 in Lassan; 1832 erstes, 1834 zweites theologisches Examen in Stettin; 1834 in Greifswald und Stettin in Untersuchung (aber ohne Haft) wegen Mitgliedschaft in der Greifswalder Burschenschaft; seine Berufung zum Rektor der Loitzer Stadtschule wurde deshalb vom Kultusministerium nicht bestätigt; 1835 zu sechs Jahren Festungshaft verurteilt, 1836 zu einjähriger Haft begnadigt, die er 1836/37 in Demmin verbüßte; 1838/39 Hauslehrer in Sophienhof, danach in Sanzkow; 1842 Konrektor in Loitz; 1843 Pfarrer in Katzow; 1857 Pfarrer in Starkow; 1870 Pfarrer in Steinhagen; 1883 Ruhestand.

Knothe, Jakob (auch: Knade) Theologe geb. ? Danzig (Gdánsk/Polen) gest. 1564 Loitz 1514 Studium in Frankfurt (Oder); 1516 Pfarrverweser in der Peter- und Paulkirche Danzig; erster Priester in Westpreußen, der nach der Reformation in den Ehestand trat und ein evangelisches Pfarrhaus gründete; deshalb 1526 beim Strafgericht des Königs Sigismund von Polen in Danzig Maciej Drzewicki, dem Bischof von Leslau, ausgeliefert, der ihn ins Gefängnis von Subkau bringen ließ; nach seinem Versprechen, auf seine Pfarrstelle zu verzichten und Danzig zu verlassen, freigelassen; reiste auf einen Edelsitz bei Thorn; wurde, als er seine Frau Anna (geb. Rastenberg) aus Danzig nachholen wollte, wiederum gefangen genommen; Beschlagnahme seiner Habe durch den Bischof; ging nach Freilassung mit seiner Frau nach Marienburg; 1528 Prediger in Soldau, 1531 in Mohrungen, 1532 in Neidenburg; dort entlassen, da er sich der dogmatischen Auffassung des Bischofs Seperatus nicht fügen wollte; begab sich nach Pommern und wurde Prediger in Anklam und Ueckermünde; 1543 Streitigkeiten mit anderen Geistlichen; ließ sich nochmals in der Universität Greifswald einschreiben, dort Promotion zum Magister; 1551 Pfarrer und Propst in Loitz, wo er auch in niederdeutscher Sprache gepredigt haben soll; bald darauf Superintendent; hatte neun Pfarrbezirke zu inspizieren; Mitglied der Kommission, die 1556 ein Gutachten über die Visitation und Ordnung der Kirche an die Greifswalder Synode abzugeben hatte.

Kuntze, (Friedrich Wilhelm) Otto Philologe, Pädagoge, Schriftsteller geb. 3.8.1841 Loitz gest. 21.2.1931 Stralsund Vater: Carl Friedrich Christian K., Theologe Wuchs in Steinhagen auf; Gymnasium in Stralsund; 1860 Theologiestudium in Greifswald, Heidelberg und Berlin; Aufenthalt in der Schweiz; 1871-1873 Hauslehrer von Houston Stewart Chamberlain in Montreux, mit dem ihn lebenslange Freundschaft verband; 1873-1875 Pastor der deutsch-evangelischen Gemeinde in San Remo; Philologiestudium in Greifswald mit Abschlussprüfung für das Lehramt 1879; bis 1883 Hilfslehrer am Realgymnasium in Stralsund, 1885- 1905 Lehrer am Städtischen Realgymnasium in Stettin; Gymnasialprofessor; »Beiträge zu einem englisch deutschen Wörterbuche, besonders aus den Dichtungen des Keats« (1890); »Ausgewählte englische Dichtungen in deutscher Übertragung« (1891); Sophokles’ »König Oidipus« (1904; Übers. ins Dt.) und »Antigone« (1905; Übers. ins Dt.); »Die Rache des Odysseus. Ein dramatisches Gedicht« (1907); »Achilles. Ein dramatisches Gedicht« (1908); »Aus Herz und Geist. Erinnerungsblätter. Gedichte« (1909).

Müller, Walter Parlamentarier geb. 25.8.1907 Loitz gest. ? Nach der Oberrealschule technische Ausbildung; 1927-1933 Höhere Technische Staatslehranstalt in Stettin; Bauleiter und Bauführer; 1945 Baudezernent bei der Stadtverwaltung Grabow; 1946 Stadtrat in Grabow und stellvertretender Bürgermeister; seit 1945 Ortsvorsitzender der CDU; 1946 Mitglied des Mecklenburgischen Landtages.

Picht, Gottlieb Eduard Theologe geb. 8.4.1806 Gingst gest. 22.2.1873 Loitz Vater: Adolph Wilhelm P., Theologe Bruder: Carl Ferdinand P., Mediziner 1812 bei seinem Onkel Kantor Johann Friedrich Dammas in Bergen (Rügen) unterrichtet; 1822- 1825 Gymnasium in Stralsund; 1825-1827 Studium in Greifswald; 1827-1829 in Berlin, wo er David Friedrich Strauss und Schleiermacher hörte; 1830 Lehrer an der Schule in Gingst; 1832 zweites theologisches Examen; 1830 Diakon in Gingst; 1838- 1846 Superintendent in Grimmen; setzte sich hier für den Ausbau der Kirche ein; 1846 Druck seiner Abschiedspredigt und weiterer Predigten; 1846-1873 Pfarrer in Loitz; 1865 Roter Adlerorden. Pütter, Georg Joachim Martin Theologe, Pädagoge geb. 18.8.1767 Loitz gest. 16.4.1835 Franzburg Vater: Christoph P., Kaufmann Zunächst Privatunterricht, dann Gymnasium in Stralsund; 1786-1789 Theologie-, Physik- und Philologiestudium in Halle; kurze Zeit Lehrer am Pädagogium Halle; 1790 Studium in Greifswald; Hauslehrer in Tützpatz; 1793 Lehrer am Gymnasium in Stralsund; 1801-1823 Prediger in Zudar; dann Präpositus in Franzburg; Pastor und Superintendent in Franzburg; setzte sich für eine neue Gottesdienstordnung ein; schrieb Reden und kleinere Gedichte.

Schröder, Johannes Ökonom geb. 15.6.1905 Loitz gest. 20.3.1982 Essen Vater: Kaufmann, Mühlenbesitzer Oberrealschule in Stralsund; 1924/25 Nationalökonomie-, Geschichts- und Jurastudium in Freiburg (Breisgau), Wien und Berlin; 1929 Diplom- Volkswirt; 1936 Prokurist bei der Dresdener Bank; 1938 Direktionsassistent und 1940 Abteilungsleiter bei der Friedrich-Krupp-Firma in Essen; nach dem Krieg und der Inhaftierung Krupps Leiter der Werkfinanzen; 1954 Mitglied des Direktoriums und Leiter der Zentralabteilung Finanzen und Steuern; 1962 Ruhestand; »Die Entflechtung der Firma Krupp nach dem Zweiten Weltkrieg. Persönliche Erinnerungen« (1974).

Schult, Wilhelm Parteifunktionär geb. 14.3.1922 Loitz gest. 15.4.1976 Rostock Vater: Lokomotivführer Volks- und Mittelschule in Loitz; drei Semester Technikum Stralsund; 1937-1941 Fachschule und Lehre als Maschinenschlosser in Loitz; Arbeit als 1941/42 Flugzeugschlosser; 1942 Wehrmachtsangehöriger, 1944-1946 sowjetische Gefangenschaft; Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland und Antifa-Schule im Gefangenenlager; 1946 Sekretär der SED-Ortsgruppe in Loitz; 1947 Leiter der Kreisparteischule Demmin und 1949/50 Studium an der Parteihochschule Karl Marx; 1951/52 Leiter der Abteilung Agitation und Propaganda der SED-Landesleitung Mecklenburg; 1952-1958 Sekretär für Agitation und Propaganda bzw. Kultur und Erziehung der SED-Bezirksleitung Rostock; 1958- 1976 Direktor des Museums der Stadt Rostock.

Stralendorff, Johann Alexander Pädagoge, Erfinder geb. 4.4.1751 Loitz gest. 4.1.1828 Stralsund Vater: Stadtzimmerer Kam spätestens 1785 nach Stralsund; zunächst Lehrer im Waisenhaus; 1795 Waisenvater, später Inspektor des Waisenhauses; 1806 Ruhestand; Erfinder optischer Telegrafen; unterbreitete König Gustav IV. Adolf von Schweden einen »Plan zu einem allgemeinen Schreib- und Sprachmittel« (1795); konstruierte einen optischen Telegrafen in Stralsund (vermutlich 1790), den er bis 1798 sechsmal verbesserte; seine Erfindung (mit einem Gutachten der Universität Greifswald) wurde von der pommerschen Regierung befürwortet; erstattete 1798 einen Bericht an den König von Schweden, der seine Leistungen mit einer Silbermedaille würdigte, aber den Einsatz des Telegrafen in Schweden ablehnte.

Wackenroder, Ernst Heinrich Theologe geb. 29.11.1660 Poseritz gest. 27.12.1735 Loitz (Demmin) Vater: Henricus W., Theologe Privatunterricht durch den Vater und durch Hauslehrer; 1678 Gymnasium in Stralsund; 1680 Theologiestudium in Wittenberg und Greifswald; Hauslehrer in Gingst bei seinem Schwager dem Präpositus Johann von Essen, dann in Wismar und in Sachsen; 1686 Magister in Wittenberg; 1689-1715 Pastor in Trent; 1715-1735 Präpositus in Loitz; »Diatribe Seu Exercitatio Theologica expendens Execrabilem Spiritualem« (Diss., 1686); »Ex Philosophia morali, De Factis Heroum Extraordinariis« (1687); »Altes und Neues Rügen, Das ist, Kurtzgefaßte und umständliche Nachricht Von demjenigen, Was so wohl in Civilibus, als vornemlich in Ecclesiasticis Mit dem Fürstenthum Rügen Von Anfang an bis auf gegenwärtige Zeit sich zugetragen« (1730).

Wangemann, Otto Musikwissenschaftler, Organist, Kantor geb. 9.1.1848 Loitz (Demmin) gest. 25.2.1914 (Berlin-)Charlottenburg Schule in Stettin und Kammin; Musikstudium in Stettin und am Königlichen Kirchenmusik-Institut Berlin; 1871-1878 Organist und Gesanglehrer am Gymnasium in Treptow (Pommern); 1878-1884 Organist und Kantor in Demmin, erteilte Gesangunterricht an den höheren Schulen und übernahm 1878 auch den Gesangverein für gemischten Chor; einer seiner Vorgänger war sein Großvater Johann Theodor W., der 1821-1849 als Kantor und Subrektor in Demmin wirkte; 1884 an der Nikolaikirche Spandau; 1886 Organist an der Luisenkirche und Vorspieler bei Kaiser Friedrich III. in der Schlosskapelle Berlin- Charlottenburg; Königlicher Professor; Ehrenmitglied des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt (Main) und der Akademie in London; Herausgeber der Zeitschriften »Der Organist« (1879 ff.) und »Die Tonkunst« (1884-1890); »Geschichte der Orgel und der Orgelbaukunst« (1879; 3. Aufl., 1887); »Geschichte des Oratoriums« (1882); komponierte Weihnachtsmusik für Soli, Chor und Orchester, Klavier- und Orgelstücke, Chöre und Lieder; »Fünf Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte« (1890).

Wegner, Eginhard Geograph geb. 8.7.1918 Anklam gest. 20.1.2001 Greifswald Vater: Otto W., Pädagoge Seit 1920 in Stettin und 1925-1937 dort Gymnasium; 1938/39 Hochschule für Lehrerbildung in Kiel; 1939-1946 Kriegsteilnehmer, Verwundung und amerikanische Gefangenschaft; 1947 Geographie-, Geschichts-, Germanistik- und Philosophiestudium in Greifswald; 1959 Promotion in Greifswald; 1948 Hilfskraft, 1953 Assistent, 1968 Oberassistent, 1971-1983 Dozent für ökonomische Geographie am Geographischen Institut der Universität Greifswald, 1976 stellvertretender Direktor für Forschung; »Das Land Loitz zwischen 1200 und 1700« (Diss., 1959); mit Peter Krägenow »Regionalführer Mecklenburg, Vorpommern« (1991); mit Rolf Meincke »Mecklenburg-Vorpommern. Kleine Landeskunde« (1992); seit 1992 Bearbeitung der »Schwedischen Landesaufnahme von Vorpommern 1692-1709. Karten. Texte. Ortsbeschreibungen«; verfasste für den »Historischen und geographischen Atlas von Mecklenburg und Vorpommern« (1995) den Abschnitt »Historische Geographie Mecklenburg- Vorpommern«; »Wandlungen im ländlichen Siedlungsund Wirtschaftsbild des 17. Jahrhunderts im Amt Loitz und ihre Ursachen« (1962), »Loitz. Ein Beitrag zur Geographie der Stadt Loitz« (1967) und »Dreißig Jahre Entwicklung sozialistischer Landwirtschaft im Kreis Greifswald. Ein historisch-geographischer Abriß« (1979) in »Greifswald-Stralsunder Jahrbuch«; »Zur Topographie von Bergen. Ein Versuch zur Erklärung der Entwicklung des Stadtplanes« (1963) und »Göhren auf Rügen um 1700. Eine historischgeographische Skizze« (1978) in »Wissenschaftliche Zeitschrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald«; »Das Geographische Institut der Ernst- Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald« (1963) und »100 Jahre geographische Lehre und Forschung an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald« (1981) in »Geographische Berichte«; »Geographische und historische Beiträge zur Landeskunde Pommerns. Eginhard Wegner zum 80. Geburtstag« (1998; hrsg. von Ivo Asmus); »Historische Geographie und Kulturlandschaftsforschung. Beiträge zum Gedenkkolloquium für Dr. Eginhard Wegner am 4. Mai 2001 in Greifswald« (2002; hrsg. von Reinhard Zölitz- Möller); Nachlass im Landesarchiv Greifswald.

Zachariae, Ferdinand Gustav Rudolph Jurist, Parlamentarier geb. 16.5.1808 Bützow gest. 24.5.1874 Stettin (Pommern; Szczecin/Polen) Vater: Rats- und Gerichtssekretär 1823-1827 Gymnasium in Lübeck; 1827-1829 Jurastudium in Greifswald, 1829 in Rostock; 1830 Promotion in Rostock; 1827 Mitglied der Burschenschaft Arminia Greifswald und 1829 der Arminia Rostock; 1831 Advokat und Notar beim Oberappellationsgericht Greifswald; 1833 Stadtrichter sowie provisorisch angestellter Bürgermeister in Loitz; 1835 wegen Teilnahme an geheimen politischen Verbindungen amtsenthoben und verurteilt; durfte nicht wieder in Loitz eingesetzt werden und erhielt keine Zulassung als Rechtsanwalt im Gerichtsbezirk Greifswald; eröffnete 1838 in Stettin ein Rechtsanwaltbüro und Notariat; 1856 Justizrat; 1848/49 Abgeordneter für den Wahlkreis Grimmen zur Preußischen verfassungsgebenden Versammlung; »Über die richtige Berechnungsart des Interisirii nach Grundsätzen des Rechts« (1831).

Ziehm, Albert Pädagoge, Schriftsteller geb. 16.5.1843 Schmagerow gest. 5.6.1914 Demmin 1863-1865 Lehrerseminar Pölitz (bei Laage); Lehrer in Gützkow und Anklam; 1870 Lehrer und Kantor in Loitz; Ruhestand in Anklam und Demmin; »Pommersche Geschichte in poetischer Form« (1891).

Opfer von Krieg und Gewalt aus Loitz und Umgebung

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Loitz

Flurnamen auf der Loitzer Feldmark