Fortlaufende Chronik von Graal-Müritz: Unterschied zwischen den Versionen

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=='''Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:'''==
=='''Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:'''==


=='''Der Klosterhof Müritz'''==
==* [['''Der Klosterhof Müritz''']]==


=='''Die "Matrosenhäuser"''' ==
==* [['''Die "Matrosenhäuser"''']]==




=='''Das Friedrich Franz Hospiz'''==
==* [['''Das Friedrich Franz Hospiz''']]==




=='''Die Kirche'''==
==* [['''Die Kirche''']]==




=='''Die Köhlerei'''==
==* [['''Die Köhlerei''']]==




=='''Das Badewesen'''==
==* [['''Das Badewesen''']]==


=='''Das Richard Aßmann Sanatorium und die Bäderbahn'''==
==* [['''Das Richard Aßmann Sanatorium und die Bäderbahn''']]==


=='''Seebrücken und Badeanstalten'''==
==* [['''Seebrücken und Badeanstalten''']]==


==* [['''Zeitzeugen berichten''']]==
==* [['''Zeitzeugen berichten''']]==


=='''Ehrenbürger von Graal-Müritz'''==
==* [['''Ehrenbürger von Graal-Müritz'''))==


==* [['''Bemerkenswerte Persönlichkeiten aus Müritz und Graal''']]==
==* [['''Bemerkenswerte Persönlichkeiten aus Müritz und Graal''']]==
Aufgenommen wurden Personen, die in Müritz oder Graal geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.


==Bartelmann, Rudolf - Kaufmann, Heimatforscher==
==* [['''Graal-Müritz im Spiegel bekannter Literaten''']]==
geb. 21.3.1921 '''Graal-Müritz'''
gest. 21.1.2003 Kühlungsborn
Vater: Wilhelm B., Kaufmann
Bis 1986 Inhaber eines Kaufhauses in Kühlungsborn
(Hermannstraße); in der Freiwilligen Feuerwehr
und im Aufsichtsrat der Volks- und Raiffeisenbank;
Aufbau der Stationen der Rettungsschwimmer;
beförderte den Neubau der Seebrücke in
Kühlungsborn (1990); Ortschronist und Sammler;
»Alte Ansichten. Ostseebad Kühlungsborn« (1994);
»Ostseebad Kühlungsborn. Bäderarchitektur einst
und jetzt« (1997); »Kaufmann Wilhelm Bartelmann
in Müritz und Graal« (1997), »Geschnitzte Sprüche
im Brückengelände der Seebrücke Graal-Müritz«
(1998) und »Strandkörbe Ostseeküste« (1998) Beiträge in
»Windflüchter«.


==Bartelmann, Wilhelm - Kaufmann==
==* [['''Sagen und Legenden zu Müritz und Graal''']]==
geb. 12.8.1871 Rostock
gest. 10.3.1953 Schwerin
Vater: Wilhelm B., Handwerker, Erfinder
1886 Lehre als Messerschmied, danach Ausbildung
zum Kaufmann; zwei Jahre Handlungsgehilfe in
Kiel; eröffnete 1894 im '''Holzpavillon in (Graal-)
Müritz ein eigenes Geschäft''', das er bald erweitern
konnte; in den Wintermonaten Verkäufer in Hamburg;
erwarb in '''Müritz''' 1903 ein Grundstück und ließ ein
größeres Geschäftshaus darauf errichten; eröffnete
Zweiggeschäfte in Graal und Dierhagen; richtete sich
auch eine Bernsteinschleiferei ein; verkaufte Ende
der 1930er Jahre sein Geschäft und zog 1942 nach
Warnemünde; später in der Heilanstalt Sachsenberg
bei Schwerin, wo er starb; Herausgeber einer
»Wanderkarte von Warnemünde und Zingst« (1925).


==Bassewitz, Ina (Elisabeth Bertha Ilsabe) von(Gräfin)- Diakonisse==
==* [['''Flurnamen in Müritz und Graal''']]==
geb. 10.2.1850 Schwerin
gest. 30.1.1940 Ludwigslust
Vater: Karl (Heinrich Ludwig) von Bassewitz-Levetzow,
Gutsbesitzer, Parlamentarier, Minister
Wuchs in Bristow auf; 1877 an der Gründung des
Mecklenburgischen Paramenten-Vereins beteiligt;
1883 Probeschwester in Stift Bethlehem; Ende
des Jahres leitende Schwester im Anna-Hospital
Schwerin; danach Diakonissin im Peter-Friedrich-
Ludwig-Hospital in Oldenburg und im Krankenhaus in
Brake; nach dem Tod der Oberin Helene von Bülow
1890-1922 Oberin des Stifts Bethlehem Ludwigslust;
1892 Erweiterung der Helenen-Schule durch einen
Anbau; ließ aus eigenen Mitteln 1893 ein Schwestern-
Erholungsheim im Ostseebad '''(Graal-)Müritz''' bauen ('''"Haus Ina"''').
 
==Bast, Günter - Mediziner==
geb. 28.10.1922 Düsseldorf
gest. 7.12.1997 '''Graal-Müritz'''
Gymnasium in Düsseldorf; Medizinstudium in Rostock
und Bonn; 1947 Promotion in Bonn; 1957 Habilitation
und Privatdozent, 1962 Professor in Rostock,
1965 Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des
Bezirkskrankenhauses Rostock; unter seiner Leitung
Ausbau der Hämatologischen Abteilung der Klinik
der Universität Rostock zu einem leistungsfähigen
Zentrum; Vorsitzender der Promotionskommission
der Universität Rostock; Mitglied der Gesellschaft
für Hämatologie und Bluttransfusionswesen der
DDR, der Gesellschaft für Internisten Mecklenburgs
und der Gesellschaft für Innere Medizin der DDR;
Gründungsmitglied der Ärztekammer Mecklenburg-
Vorpommern; 1968 Verdienter Arzt des Volkes; 1974
Obermedizinalrat; Ernst-von-Bergmann-Plakette der
deutschen Ärzteschaft; Chefredakteur der »Folia
haematologicae« (1956 ff.) und des »Ärzteblatts
Mecklenburg-Vorpommern« (1991 ff.); »Mastitis in
graviditate« (Diss., 1947); »Viktor Schilling 1883-
1983« (1983) in »Folia haematologica«.
 
==Curschmann, Hans (Heinrich) - Mediziner==
geb. 14.8.1875 Berlin
gest. 10.3.1950 Rostock
Vater: Heinrich C., Mediziner
Bruder: Fritz C., Historiker, Geograph
Gymnasium in Hamburg und Leipzig; 1895-1900
Medizinstudium in Freiburg (Breisgau), München und
Leipzig; 1900 Promotion in Leipzig; 1904 Assistent
bei Ernst von Romberg in Tübingen; 1906 Habilitation
in Tübingen; 1907 Leitung des Rochus-Hospitals
in Mainz; 1916-1941 außerordentlicher, 1921
ordentlicher Professor und Direktor der Medizinischen
Poliklinik und Klinischen Propädeutik in Rostock;
hielt nach 1945 noch drei Jahre Vorlesungen;
1916 Direktor der Medizinischen Poliklinik; 1921
ordentlicher Professor der Inneren Medizin und Leiter
der Medizinischen Universitätsklinik in Rostock;
schuf 1930 in Warnemünde die Heilklimatische
Forschungsstation; 1925 Mitgründer und 1948
Ehrenvorsitzender der Nordwestdeutschen
Gesellschaft für Innere Medizin; 1948 Ehrenmitglied
der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Innere
Medizin und Kinderheilkunde an der Universität
Rostock; Mitglied des Ausschusses der Deutschen
Gesellschaft für Innere Medizin; Mitglied und
Zweiter Vorsitzender der Gesellschaft deutscher
Nervenärzte; 1962 Namensgebung des Instituts
für Meeresheilkunde in Timmendorfer Strand (bei
Lübeck) und 1970 mit der Curschmann-Klinik vereint;
über 400 Publikationen (mit Handbucheinträgen und
Zeitschriftenaufsätzen); »Über Cystitis typhosa«
(Diss., 1900); »Beiträge zur Physiologie und
Pathologie der kontralateralen Mitbewegungen«
(Habil., 1906); »Lehrbuch der Nervenkrankheiten«
(1909); »Lehrbuch der Differentialdiagnose innerer
Krankheiten« (1924; 13. Aufl., 1950); Herausgeber
der Märchenbücher »Märchen für Große und Kleine«
(1920) und »Neue Märchen« (1926); »Die Geige
Amadei« (1925; Operntext); '''»Dem Friedrich-Franz-Hospiz im Ostseebad Müritz i. M. zum fünfzigsten
Geburtstag«''' (1930) , »Über den Heilwert der Ostsee
(1931) und »Medizinisches über Bad Sülze« (1933) in
»Mecklenburgische Monatshefte«.
 
==Dennstedt, Severa - Malerin, Schriftstellerin==
geb. 3.12.1893 Hamburg
gest. 25.1.1971 Rostock
begr. '''Graal-Müritz'''
Vater: Professor
Als Kind kränklich und mehrfach Aufenthalt im Süden
(Rom, Florenz und Paris); 1912 Privatstunden in Genf,
in Paris und 1914 in Berlin bei Marie Kierulf; kaufte
nach deren Tod ein Haus in Neuendorf auf Wollin, wo
sie mit der Malerin Auguste Schubert zusammenlebte;
als das Dorf 1945 polnisch wurde, mussten beide
den Ort verlassen und verloren ihr Haus sowie Teile
ihres künstlerischen Werks; Landarbeiterin in Dorf
Mecklenburg; kaufte ein halbfertiges Haus in '''Graal-Müritz''', wo sie nach dem Tod ihrer Lebensgefährtin
1954 allein lebte; Malereien am Meer, vor allem kleine
Aquarelle; starb an den Folgen eines Fahrradsturzes;
2006 Ausstellung im Heimatmuseum Graal-Müritz;
seit 1931 auch schriftstellerisch tätig; »Wege zum
Ich« (1931); »Von der Kiste zum Eigenheim. Ein
froher Roman vom tapferen Dennoch« (1951).
 
==Ehlers, Heinrich - Pädagoge, Schriftsteller==
geb. 5.12.1921 Gehlsdorf
gest. 23.6.1988 '''Graal-Müritz'''
Nach dem Abitur und der Militärzeit Studium
der Naturwissenschaften; 1946-1959 Lehrer;
1960-1979 Lektor im Hinstorff Verlag Rostock;
seit 1979 freiberuflich; 1980 Mitglied des
Schriftstellerverbandes der DDR; 1970 Kulturpreis
der Stadt Rostock; »Hanna Mahler. Aufzeichnungen
einer jungen Frau« (1980); »Königskinder. 6
Liebesgeschichten« (1981); »Hamanns Haus« (1982);
»Die letzten Jahreszeiten« (1985); Übertragung
aus dem Niederdeutschen von John Brinckmans
»Herr Lorenz bei Abukir« (1963); Mitherausgeber
von Brinckmans »Werken« (2 Bde.; 1964) und Fritz
Reuters »Gesammelten Werken« (9 Bde.; 1966/67);
»Liebe zu Rostock« in »Mecklenburg. Ein Reiseführer«
(1985); »Drüben liegt die Stadt« in »Die Rostocker
Sieben und andere Merkwürdigkeiten« (2000);
»Antonin« (unveröffentlicht).
 
==Engel, Johanne - Bildhauerin==
geb. 1.1.1875 Mittenwalde (Dahme-Spreewald)
gest. 17.6.1960 Gehlsdorf
Lebte mit ihrer Schwester in '''Graal-Müritz''' im Haus
Min Hüsung; vermietete Sommerwohnungen; ihr
Haus war Treffpunkt für Konzertabende; fertigte
mehrere Gipsköpfe, wie »Ulrike Sed« und »Elisabeth
Schlaposzek«.
 
==Evert, Friedrich-Karl - Gartenarchitekt==
geb. 4.1.1903 Gehlsdorf
gest. 1991 Rostock
1920/21 Baumschullehre; 1924/25 kaufmännische
Lehre im Samen- und Getreidegroßhandel; 1925-1927
an der Baumschule Teschendorff in Dresden und in
Stuttgart; 1927-1929 Studium der Gartengestaltung
an der Lehr- und Forschungsanstalt in Berlin-Dahlem;
1930 Aufbau einer Abteilung Landschaftsgestaltung
in der Gärtnerei seines Vaters in Rostock-
Gehlsdorf; gründete eine Arbeitsgemeinschaft der
Rostocker Landwirtschaftsgärtner; nach Rückkehr
aus der Kriegsgefangenschaft 1945 eigener
Betrieb der Garten- und Landschaftsgestaltung;
Aufzucht von Baumschulenpflanzen, besonders
Rhododendron; 1959/60 Gründung der Gärtnerischen
Produktionsgenossenschaft Rostock und bis 1967
deren Vorsitzender; schuf den Rhododendronpark
in '''Graal-Müritz'''; gärtnerische Gestaltung des
Naherholungsgebietes Schnatermann; Begrünung
von Wohnbauten im Hansa-Viertel, Komponisten-
Viertel und Dierkow-West; Planung und Leitung
der ersten Gartenbauausstellung nach dem Krieg
in Güstrow; 1930-1937 Mitglied der Deutschen
Gesellschaft für Gartenkunst; 1983 Mitglied des
Bezirksfachausschusses Rostock für Dendrologie;
1976 Ehrennadel in Gold der Natur- und
Heimatfreunde des Kulturbundes und 1977 Schinkel-
Medaille in Bronze.
 
==Graetz, René - Grafiker, Bildhauer==
geb. 2.8.1903 Berlin
gest. 17.9.1974 '''Graal-Müritz'''
begr. Berlin
Vater: Gustav Emil G., Drucker
Ehefrau: Elizabeth Shaw, Grafikerin, Schriftstellerin
Die Eltern lebten in Genf, die Mutter war Italienerin,
der Vater deutsch-russischer Herkunft; während
eines Reiseaufenthaltes in Berlin geboren; lebte
bis 1928 in der Schweiz; 1915-1923 am Rousseau-
Institut in Genf; Tiefdruckerlehre beim Vater; 1926-
1928 Studium in Graz und Zürich; 1929 für die
Londoner »Times« zum Aufbau einer Druckerei in
Kapstadt (Südafrika); 1932 Studium und danach
Lehre an der dortigen Primavera School of Art; 1935
Beginn bildhauerischer Arbeiten; antifaschistisches
Engagement; ging 1938 über die Schweiz nach
Paris; 1939 nach London; 1940 auf der Isle of Man
und in Kanada interniert; seit 1941 in London; 1943
Begegnung mit Henry Moore; 1946 Übersiedlung
nach Berlin; seit 1944 mit der Künstlerin Elizabeth
Shaw verheiratet; widmete sich plastischen Arbeiten
für die Mahn- und Gedenkstätten Buchenwald und
Sachsenhausen; schuf 1946 gemeinsam mit Arno
Mohr und Horst Strempel das Wandbild »Metallurgie
Hennigsdorf«; 1972/73 Serie von Pastellen an
der Ahrenshooper Küste (»Küste am Meer«,
»Ahrenshooper Ufer«, »Ahrenshooper Küste«); 1978
Gedenkausstellung in den Staatlichen Museen Berlin;
2002 Doppelausstellung (Graetz-Shaw) im Kunstkaten
Ahrenshoop; schriftlicher Nachlass in der Stiftung
Archiv der Akademie der Künste Berlin; Grabstätte
auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof Berlin.
 
==Heincke, Ida (geb.: Dreckmann) - (Niederdeutsche) Schriftstellerin==
geb. 16.9.1860 Lübtheen
gest. 19.11.1936 '''Graal(-Müritz)'''
Heiratete 1881 den Forstbeamten Paul Heincke; lebte
seit 1885 in Rostock; als Witwe in Graal im Haus
Flora; schrieb hoch- und niederdeutsche Gedichte;
»In Freud und Leid« (1897); »Waldblumen« (1898);
»Sommermetten. Upheiterungsgeklaehn« (1904);
»Aus dem Tagebuch eines Naturphilosophen« (1909).
 
==Kästner, Erich - Schriftsteller==
(Pseud.: Berthold Bürger, Melchior Kurtz, Peter Flint, Robert
Neuner)
Schriftsteller
geb. 23.2.1899 Dresden
gest. 29.7.1974 München
Sein leiblicher Vater soll der jüdische Hausarzt
Emil Zimmermann gewesen sein; der Ehemann
seiner Mutter war Sattler, dann Arbeiter in einer
Kofferfabrik; intensive Beziehung zu seiner Mutter;
nach dem Abitur Goldenes Stipendium der Stadt
Dresden; 1919-1925 Studium der Geschichte,
Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft
in Leipzig; 1921 ein Semester Germanistikstudium
in Rostock; schrieb sich als Sachse ins Matrikelbuch
ein; Beziehung mit der Chemiestudentin Ilse
Julius (auch Beeks) aus Dresden und beschrieb
das Ende des Verhältnisses im Gedicht »Sachliche
Romanze« (1927); wohnte in Rostock in der
Moltkestraße (Thomas-Mann-Straße); besuchte die
Lehrveranstaltungen für Frühneuhochdeutsch bei
Wolfgang Golther; reimte über die Marienkirche
und Schiffe im Hafen von Rostock im Gedicht »Die
kleine Stadt« (1921); literarischer Schauplatz seines
Kinderbuches »Emil und die drei Zwillinge« (1933)
ist ein Ort an der Ostseeküste (wohl Graal-Müritz);
beschrieb in »Die verschwundene Miniatur« (1935)
ein Warnemünder Hotel (vermutlich das Ball- und
Gesellschaftshaus des Herrn Heinz) und ließ seine
literarischen Figuren im Hotel Beringer wohnen;
war bereits 1914 als 15-Jähriger mit seiner Mutter
am Ostseestrand in Müritz (im Haus Seeblick) und
durchwanderte die Rostocker Heide; schwärmte in
seinen Erinnerungen »Als ich ein kleiner Junge war«
(1957) vom Rostocker Hafen und den sternklaren
Nächten am Meer; 1925 Promotion in Leipzig;
Feuilletonredakteur der »Neuen Leipziger Zeitung«;
von ihm sind wohl auch fast 200 Artikel unter dem
Pseudonym Klaus und Kläre in der Familienzeitschrift
»Beyers für Alle«, ab 1928 »Kinderzeitung für
Klaus und Kläre«; 1927-1933 produktive Zeit in
Berlin (über 350 Artikel); freier Mitarbeiter für das
»Berliner Tageblatt« und die »Vossische Zeitung«
sowie für »Die Weltbühne«; blieb 1933-1945
trotz Publikationsverbot und Bücherverbrennung
in Berlin; sein Roman »Drei Männer im Schnee«
(1934) erschien in der Schweiz; schrieb 1942 unter
Pseudonym Berthold Bürger das Drehbuch zum Film
»Münchhausen« (mit Hans Albers); lebte 1945-
1974 in München; 1948 Redakteur des Feuilletons
der »Neuen Zeitung« und Herausgeber der Kinderund
Jugendzeitschrift »Pinguin«; arbeitete für das
literarische Kabarett (Die Schaubude und Die kleine
Freiheit) und für den Hörfunk; nach seinen Werken
entstanden über 40 Filme; 1951-1962 Präsident des
PEN-Zentrums, 1965 Ehrenvorsitzender; Mitbegründer
der Internationalen Jugendbibliothek in München;
1951 Filmband in Gold für das beste Drehbuch
(»Das doppelte Lottchen«); 1956 Literaturpreis
der Stadt München; 1957 Georg-Büchner-Preis;
1959 Großes Bundesverdienstkreuz; 1960 Hans-
Christian-Andersen-Preis; Erich-Kästner-Kinderdorf in
Mainbernheim; Erich-Kästner-Preis für Literatur der
Erich-Kästner-Gesellschaft; »Friedrich der Große und
die deutsche Literatur: die Erwiderungen auf seine
Schrift ›De la littérature allemande‹« (Diss., 1925);
»Herz auf Taille« (1928; Gedichte); Kinderbücher:
»Emil und die Detektive« (1929; in 59 Sprachen
übersetzt), »Pünktchen und Anton« (1931), »Das
Fliegende Klassenzimmer« (1933); »Fabian. Die
Geschichte eines Moralisten« (1931); Tod im Klinikum
Neuperlach, begraben auf dem Friedhof München-
Bogenhausen.
 
==Kaulbach, Georg - Maler==
geb. 22.3.1866 Szillen (Ragnit/Ostpreußen; Zillino/Litauen)
gest. 29.8.1945 Graal-Müritz
begr. Rostock
1884-1888 Studium an der Kunstakademie
Königsberg (bei Carl Steffeck, Maximilian Schmidt
und Emil Neide) und 1889/90 in Karlsruhe (bei Gustav
Schönleben); 1890-1895 mehrfach Studienreisen
nach Russland; 1897-1915 in einem Fotoatelier
in Köln; lebte seit 1915 in Rostock-Gehlsdorf
(Sommeraufenthalte in Graal); 1922 mit Paul Wallat
und Käthe Reine Mitbegründer des Mecklenburgischen
Künstlerbundes; 1924 Ausstellungsbeteiligung
im Münchner Glaspalast; 1933 Ausstellung der
Künstler der Gehlsdorfer Malerkolonie bei der
Gehlsdorfer Heimatwoche; 1941 anlässlich seines
75. Geburtstags Ausstellung (mit 125 Bildern)
im Kulturhistorischen Museum Rostock; Porträt-,
Landschafts- und Industriemaler; »Selbstporträt«
(1896), »Werkbahnhofsszene« (1924), »Landstraße
bei Gehlsdorf« (1925), »Herbstwald« (1928), »In
den Dünen«; »Aus dem Industriegebiet. Blick auf die
Gasanstalt Köln-Ehrenfeld« (1930).
 
==Kirsch, Hans Vollrath - Maler, niederdeutscher Schriftsteller==
geb. 15.8.1886 Rostock
gest. 4.4.1953 Graal-Müritz
Seit 1904 in Graal ansässig; Reiseleiter, vorrangig in
den nordischen Ländern; widmete sich vor allem der
Seemalerei; mehrere Kunstausstellungen im Pavillon
neben dem Hotel Waldfrieden in Graal; vom Graal-
Müritzer Kunstmaler Karl Rettich gefördert; in der NSZeit
mehrfach verhaftet und im KZ Sachsenhausen;
Schauspieler und Regisseur bei Laienaufführungen;
lebte allein und ohne Nachkommen in einem
kleinen Haus in der Kurstraße (1926 wurde das
Häuschen in den heutigen Ostseering versetzt,
1990 abgerissen); '''sein gesamter Nachlass wurde
auf Anweisung des Bürgermeisters vernichtet''';
verunglückte tödlich; seine niederdeutschen Gedichte
erschienen in norddeutschen Zeitungen; »Durch die
Großherzogliche Forst und die Rostocker Heide. Von
Graal über Klein-Müritz nach Gelbensande, zurück
über Meyershausstelle und Waldhaus« (um 1910);
»Führer durch Müritz-Graal und Umgebung« (1914);
»Durch die Rostocker Heide von Graal über Moorhof
nach Markgrafenheide, zurück über Hinrichshagen
und Torfbrücke« (um 1915); »Revolutschon in Graal.
Spaßigen Kram ut de narsche Tid« (um 1920);
»Gereimtes« (um 1925; mit zwölf eigenen Bildern
illustriert).
 
==Langhans, George (Leopold) - Mediziner==
geb. 16.12.1895 Bremen
gest. 31.7.1972 Rostock
Vater: Georg L., Kapitän
1914 Abitur in Bremen; 1914 Medizinstudium in
Bremen; 1914-1918 Kriegsteilnehmer; 1919-1922
Medizinstudium in Rostock; 1922 Promotion in
Rostock; 1922-1926 Assistent an der Medizinischen
Poliklinik Rostock; 1926-1933 Fürsorgearzt in
Güstrow, daneben Lehrer an der Schule für Fürsorge
in Rostock-Michaelshof; 1933-1945 Fach- und
Schularzt für Kinderheilkunde in Rostock; 1939-1945
Wehrmacht, Reservelazarettarzt, Oberstabsarzt;
1945 Bürgermeister in Graal-Müritz; 1945/46
Oberregierungsrat bei der Landesverwaltung in
Schwerin; 1945 Obermedizinalrat; 1946 Kontrollarzt
bei der Zentralverwaltung der sowjetischen Zone,
Schularzt; 1947-1950 Professor mit Lehrauftrag für
Sozialhygiene, 1950-1953 für Schulhygiene, 1953-
1962 für Anatomie und Physiologie in Rostock; 1950-
1952 Direktor des Instituts für körperliche Erziehung
und Schulhygiene; »Versuche zur Mikrobestimmung
des wahren Blutzuckers vermittels Gärung« (Diss.,
1922).
 
==Mettenheimer, Carl (Friedrich Christian) von - Mediziner, Komponist==
geb. 19.12.1824 Frankfurt (Main)
gest. 18.9.1898 Schwerin
begr. Frankfurt (Main)
Vater: Theodor M., Kaufmann
Gymnasium in Frankfurt (Main); 1843/44
Medizinstudium in Göttingen und Berlin; 1847
Promotion in Berlin; zu Studienzwecken in Prag
und Wien; 1849 Volontärarzt in Gießen, an
der Irrenanstalt Siegburg und in Paris; 1850
Staatsexamen und praktischer Arzt in Frankfurt;
1849-1851 Arzt am Dr. Christschen Kinderspital;
1854-1861 Direktoriumsmitglied der Frankfurter
Augenheilanstalt; bemühte sich um die Einrichtung
von Krippen; 1853 erste Einrichtung in Frankfurt;
1856 Prüfung für operative Chirurgie; gründete
1857 den Mikroskopischen Verein; 1861 Medizinalrat
und Leibarzt des Großherzogs Friedrich Franz II.
von Mecklenburg-Schwerin; 1870/71 Oberleitung
des Reserve-Lazaretts in Schwerin; 1871
Obermedizinalrat; 1871/72 Begleiter des Großherzogs
auf dessen Orientreise; 1875 Gründung einer Krippe
in Schwerin; 1876 Leitender Arzt am Kinderhospital
und 1883-1898 am neu errichteten Anna-Hospital in
Schwerin; seit 1880 Kurator des erstes Kinder-Asyls
in Müritz; 1895 von Friedrich Franz III. geadelt; sang
im Chor des Caecilienvereins; eigene Kompositionen,
von denen einige gedruckt und am Großherzoglichen
Hof aufgeführt wurden; Ehrenmitglied der Schweriner
Singakademie; schrieb eine Kantate auf den
Tod von Friedrich Franz II.; 1850 Mitglied (seit
1857 in der Redaktions- und Bücherkommission)
der Senckenbergischen Naturforschenden
Gesellschaft und 1852 des Ärztlichen Vereins
Frankfurt; 1877 Mitwirkung bei der Gründung des
Allgemeinen Mecklenburgischen Ärztevereins; 1880
Vorstandsmitglied des Mecklenburgischen Marien-
Frauen-Vereins; Mitglied des Vereins der Freunde der
Naturgeschichte in Mecklenburg und des Vereins für
Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde;
1887-1889 Mitglied des Wissenschaftlichen Vereins zu
Schwerin; Goldmedaille für Kunst und Wissenschaft;
Hausorden der Wendischen Krone (Großkomtur);
Preußischer Kronenorden; Russischer Stanislaus
Orden; »De membro piscium pectorali« (Diss., 1847);
»Ueber Anstalten zur Versorgung und Verpflegung
des höheren Alters« (1862); »Nosologische und
anatomische Beiträge zu der Lehre von den
Greisenkrankheiten« (1863); »Beobachtungen
über die typhoiden Erkrankungen der französischen
Kriegsgefangenen in Schwerin« (1872); »Die
Einführung einer ärztlichen Standesordnung« (1878);
»Medicinische Schediasmen« (1881); »Geschichte
der Schweriner Säuglingsbewahranstalt (Krippe)«
(1881); »Das Seebad Groß-Müritz an der Ostsee und
das Friedrich-Franz-Hospiz (Kinderasyl) daselbst«
(1885); »Die Kinderheilstätten an den deutschen
Seeküsten« (1886); »Die Kinderheilstätte Müritz«
(1898); Teilnachlass im Landeshauptarchiv Schwerin;
Hauptnachlass im Institut für Stadtgeschichte
Frankfurt; seine Söhne Friedrich und Heinrich
änderten ihren Namen 1914 in von Mettenheim.
 
==Möckel, (Gotthilf) Ludwig - Architekt==
geb. 22.7.1838 Zwickau
gest. 26.10.1915 (Bad) Doberan
Vater: Gotthilf Heinrich M., Kupferschmied
1844-1852 Bürgerschule in Zwickau; 1852/53
Königliche Gewerbeschule in Chemnitz; 1853-1856
Maurerlehre und Ausbildung an der Königlichen
Baugewerkeschule in Chemnitz; 1856-1858
Maurergeselle; 1858-1860 im Ingenieurbüro der
Obererzgebirgischen Staatsbahn in Chemnitz und
im Architekturbüro Edwin Opplers in Hannover;
1861/62 Studium am Polytechnikum Hannover;
1867-1875 Gewerksmeister und freier Architekt in
Zwickau, 1875-1885 in Dresden; 1873-1878 Neubau
der Johanneskirche Dresden; übernahm 1877
die Restaurierung des Beinhauses der Doberaner
Klosterkirche; seit 1885 Wohnsitz in Doberan;
ließ sich 1887/88 eine neugotische Villa errichten
(seit 1983 Stadtmuseum Möckel-Haus); seit 1884
Leiter des mecklenburgischen Kirchenbauwesens;
1897 Großherzoglich mecklenburg-schwerinscher
Geheimer Baurat; 1900 Geheimer Hofbaurat; baute
Villen, Wohn- und Geschäftshäuser, städtische und
Staatsgebäude, Schulen, Dorf- und Stadtkirchen in
neugotischem Stil (meist mit roter Backsteinblende);
1885 Großherzogliches Jagdschloss Gelbensande;
1887-1889 Großherzogliches Gymnasium Doberan;
Schloss Melkof (bei Vellahn; 1888); 1888-1893
Ständehaus Rostock; 1897 Schloss Groß Lüsewitz;
1904 Kapelle in Heiligendamm; 1908 Kirche in
Müritz; 1909 Katholische Christuskirche Rostock
(1971 gesprengt); 1873 Mitglied des Sächsischen
Ingenieur- und Architektenvereins in Leipzig, 1875
des Architekten- und Ingenieurvereins Hannover;
1885 Mitglied des Vereins für mecklenburgische
Geschichte und Altertumskunde, 1891 des Vereins
für Naturgeschichte Mecklenburgs; Mitglied des
Heimatbundes Mecklenburg; Ehrenbürger von
Doberan; 1878 Ritterkreuz des Königlich sächsischen
Albrechtsordens; 1881 Ehrenmitglied der Akademie
der Bildenden Künste Dresden; 1887 Ritterkreuz des
Großherzoglich Mecklenburgischen Greifenordens;
1893 Großherzoglich mecklenburgische Große
Goldene Medaille der Wissenschaften und Künste mit
Band; 1901 Roter Adlerorden; 1915 Hausorden der
Wendischen Krone (Komtur).
 
 
==Müschen, Friedrich - Baumeister==
geb. 13.10.1850 Teterow
gest. 18.3.1905 Rostock
Vater: (Samuel Christian) Heinrich M., Pädagoge, Kantor,
Gärtner
Bruder: Carl (Christian Friedrich Hermann) M., Theologe
Enkel von Franz Hermann M.; 1881 Baukondukteur in
Boizenburg (Elbe) und bausachverständiges Mitglied
des Elbdeichamtes; 1883 Distriktbaumeister; 1889
Landbaumeister; 1895 Versetzung nach Rostock,
zuständig für die Ämter Ribnitz und Toitenwinkel; für
die Hausgutsverwaltung tätig; Technischer Beistand
der Salinenverwaltung in Sülze; gehörte dem
Vorstand des Friedrich-Franz-Hospizes in Müritz an.
 
==Nachbar, Herbert - Schriftsteller==
geb. 12.2.1930 Greifswald
gest. 25.5.1980 Berlin
Vater: Fischer
Schule in Wolgast und Oberschule in Rostock;
Bildungsanstalt Pasewalk; Elektrikerlehre; nach
1945 Abitur; abgebrochenes Medizinstudium an
der Humboldt-Universität Berlin; Lokalreporter und
Redakteur bei Zeitungen in Berlin (Ost); Lektor
im Aufbau-Verlag Berlin; ab 1957 freischaffender
Journalist und Schriftsteller; wechselte häufig
seinen Wohnsitz: 1959 auf Ummanz (Rügen),
1960-1963 in Berlin (Ost), 1963-1969 in Graal-
Müritz, 1969 wieder in Berlin; 1968 Chefdramaturg
am Volkstheater Rostock, später beim Fernsehen
der DDR in Berlin; durch schwere Krankheit seit
1978 an den Rollstuhl gefesselt; Mitglied des
Schriftstellerverbandes und des PEN-Zentrums der
DDR; 1957 Heinrich-Mann-Preis; 1961 Literaturpreis
des FDGB; 1976 Nationalpreis der DDR; Hintergründe
seiner Erzählungen und Romane um junge Menschen
sind Verhältnisse in Fischerdörfern an der Ostsee
und eigene Erlebnisse; »Der Mond hat einen Hof.
Roman« (1956; 14. Aufl., 1982); »Die gestohlene
Insel. Eine Robinsonade« (1958; 4. Aufl., 1981);
»Die Hochzeit von Länneken. Roman« (1960;
13. Aufl., 1981); »Der Tod des Admirals. Ein paar
Geschichten« (1960); »Brasilienfahrt« (1961);
»Oben fährt der Große Wagen« (1963; 6. Aufl.,
1976); »Haus unterm Regen. Roman« (1965); »Die
Millionen des Knut Brümmer« (1970); »Ein dunkler
Stern. Roman« (1973); »Pumpendings seltsame
Reise. Irrfahrt und Gleichnis« (1975); »Der Weg nach
Samoa. Eine Sommergeschichte« (1976); »Keller
der alten Schmiede. Roman« (1979); »Der Junge mit
den knielangen Hosen. Geschichten« (1984); »Zu
Nachbar. Ein Almanach« (1982); Grabstätte auf dem
Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin.
 
==Reinmöller, Matthäus (Max) - Mediziner==
geb. 10.5.1886 Bebra
gest. 18.3.1977 Graal-Müritz
Vater: Adam R., Eisenbahnbeamter
Bruder: Johannes (Albert) R., Mediziner, Parlamentarier
1892 Dorfschule in Bebra; 1896 Gymnasium in
Hersfeld; 1906 Medizinstudium in Breslau und
Rostock; 1910 zahnärztliche Staatsprüfung in
Rostock; 1911 Assistent in Breslau, 1912 in
Rostock; 1914-1918 Offizier im Ersten Weltkrieg;
1920 Promotion in Rostock und Assistent an der
Universitäts- und Poliklinik für Zahn-, Mund- und
Kiefernkrankheiten Rostock, 1922 Oberarzt; 1923
Habilitation; 1928 außerordentlicher, 1933-1955
ordentlicher Professor und Direktor der Universitätsund
Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in
Rostock; schuf die Voraussetzungen für den Bau einer
Fachklinik (1938 fertig gestellt); 1939-1948 Oberarzt
(1940 Stabs-, 1943 Oberstabs-, 1944 Oberfeldarzt)
im Reservelazarett Rostock; 1960 Dr. h. c. der
Universität Rostock; 1950 Vorstandsmitglied der
Medizinisch-Wissenschaftlichen Gesellschaft für Zahn-
, Mund- und Kieferheilkunde für Mecklenburg, später
Ehrenmitglied; Philipp-Pfaff-Medaille der Gesellschaft
für Stomatologie der DDR; »Konkrementbildung in
der Kieferhöhle« (Diss., 1921); »Denkschrift über die
Notwendigkeit des Neubaus einer Klinik für Kiefer-,
Mund- und Zahnkrankheiten an der Universität
Rostock« (1934); »Klinische Untersuchungen über
Alveolarpyorrhoe« (Habil., 1926); »Die Zahn-, Mundund
Kiefernklinik der Universität Rostock von 1907-
1957« (1961; Manuskript).
 
==Rettich, Karl (Lorenz) - Maler==
geb. 10.6.1841 Rosenhagen (Dassow/Nordwestmecklenburg)
gest. 12.9.1904 Lübeck
Vater: Meno Wilhelm R., Gutsbesitzer
Bruder: Meno (Friedrich Simon) R., Gutsbesitzer, Parlamentarier,
Redakteur
1861-1863 Studium an der Akademie in München,
1863-1867 in Düsseldorf, 1867-1871 in Dresden und
1871-1884 Studien bei Theodor Hagen in Weimar;
bereiste Norwegen und Italien; 1886-1896 in
München; ließ sich 1896 in Graal nieder und baute
sich ein Jugendstilhaus; schuf über 200 Gemälde
mit Motiven aus Graal, Müritz und der Rostocker
Heide; »Am Strand von Graal Müritz« (1902);
»Panorama von Warnemünde« (1903), »Dühnen bei
Ahrenshoop« (1903); »Diakonissen am Strand«;
»In der Gaststätte Zur hohen Düne«; »Blick von der
Stoltera nach Warnemünde«; ließ sich zur Ausstellung
seiner Gemälde eine kleine hölzerne Halle bauen;
gehörte zur Ahrenshooper Malerkolonie; kopierte
den Hofgartenzyklus von Karl Rottmann; Verkauf von
Kunstmappen und einer Postkartenkollektion; stellte
seit 1864 regelmäßig im Lübecker Künstlerverein
aus; gewann Medaillen bei den Ausstellungen 1874 in
London und 1876 in Melbourne und München; »Wald
und Meer. 10 Bilder aus der Rostocker Heide« (1902);
»Karl Rettich Album« (1904).
 
==Schilling, (Adolf) Viktor (Theodor Georg) - Mediziner==
geb. 28.8.1883 Torgau
gest. 30.5.1960 Rostock
Vater: Adolf Wilhelm Rudolph S., Mediziner
Studium an der Kaiser-Wilhelm-Akademie für
das militärärztliche Bildungswesen Berlin; 1909
Promotion in Berlin; 1910-1914 Mitarbeiter
am Tropen-Institut in Hamburg; Studien über
Infektionskrankheiten und Hämatologie; 1914-1917
Kriegsdienst als Lazarettchef und Hygieniker; 1917-
1921 Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik der
Charité in Berlin; 1921 Habilitation in Berlin; 1922
außerordentlicher Professor; 1926 Vortragsreisen
nach Moskau und Leningrad; 1934-1941 ordentlicher
Professor der Inneren Medizin in Münster; 1938-1941
nebenamtlicher Leiter des Bluttransfusionslabors der
Militärärztlichen Akademie Berlin; 1937 Begründer
der Hämatologischen Gesellschaft; 1941-1957
Direktor der Medizinischen Klinik in Rostock; 1952
Dr. h. c. der Universität Rostock; veranlasste den
Neubau der Medizinischen Klinik in der nach ihm
benannten Schilling-Allee; schuf im Zweiten Weltkrieg
Hilfskrankenhäuser in Rostock, Bad Sülze und Graal-
Müritz; »Zur Morphologie, Biologie und Pathologie
der v. Kupferschen Sternzellen, besonders der
menschlichen Leber« (Diss., 1909); »Das Blutbild
und seine klinische Verwertung« (1912; 12. Aufl.,
1943); »Praktische Blutlehre. Ein Ausbildungsbuch
für prinzipielle Blutbildverwertung in der Praxis«
(1922; 16. Aufl., 1959); Ȇber die neue Medizinische
Universitäts-Klinik Rostock« in »Zentralblatt für
Bakteriologie, Parasitenkunde, Infektionskrankheiten
und Hygiene« (1957).
 
==Schreiber, Heinrich (Albert August Friedrich) - Theologe, Heimatforscher==
geb. 18.7.1864 Rehna
gest. 6.6.1936 Brunshaupten (Kühlungsborn)
Vater: Heinrich S., Kaufmann
Gymnasium in Parchim; 1886 Theologiestudium in
Tübingen, Leipzig und Rostock; 1891 Privatschulleiter
in Rehna; 1895 Hilfsprediger in Sülze, ab 1902
Pastor; veröffentlichte Reiseführer und Beiträge zur
Geschichte der Ortschaften Brunshaupten, Kröpelin,
Sülze und Rehna; »Festschrift zur 300-jährigen
Jubelfeier der Stadtschule Sülze« (1898); »Johann
Albrecht I. Herzog von Mecklenburg« (1900);
»Saline und Solbad Sülze« (1902); »Rehna als Dorf,
Kloster und Stadt« (1903); »Illustrierter Führer
durch die Kühlung, Brunshaupten, Arendsee«
(1910); »Mecklenburgs westliche Seebäder
Doberan-Heiligendamm-Brunshaupten-Arendsee mit
Wismar« (1912); »Mecklenburgs östliche Seebäder
Warnemünde-Müritz-Graal mit Rostock« (1912); »Der
Kröpeliner Brandbettag« (1907), »Ein Ablaßkrämer in
Mecklenburg« (1907), »Die Grabsteine in der Kirche
zu Brunshaupten« (1908), »Zwei Hexenprozesse in
Mecklenburg« (1908) in »Die Heimat«.
 
==Sell, Lulu von(Freiin; Pseud.: Margarete Treu)- Schriftstellerin==
geb. 24.6.1846 Schwerin
gest. 31.3.1913 Schwerin
Vater: Adolf von S., General, Oberhofmeister
Schwester: Sophie von S., Schriftstellerin
Kam 1862 nach Berlin, wo ihr Vater Gesandter war,
der 1868 als Oberkammerherr an den Schweriner Hof
zurückkehrte; widmete sich den Armen und Kranken
der Stadt; pflegte viele Jahre ihren erblindeten Vater
(† 1891); Mitarbeiterin verschiedener religiöser
Zeitschriften und Kinderblätter; »Glockenblumen.
Gepflückt in Sonnenlicht und Schatten« (1877);
»Glockenblumen. Ein neuer Strauß. Gedichte«
(1881); »Das Friedrich Franz-Hospiz in Müritz, eine
Zuflucht für kranke Kinder« (1888); »Ein Strauß in
der Heide. Gedichte« (1890); »Erlebnisse zweier
Knaben im fernen Westen« (1902); »Gedenket
der kranken Kinder der Armen! Das Anna-Hospital
(Kinder-Hospital) in Schwerin i. M.« (1889); »Wort
und Bitte zur Errichtung eines Heimathauses für
Frauen und Mädchen in Schwerin i. M.« (1902).
 
==Timm, Werner - Kunstwissenschaftler, Heimatforscher==
geb. 23.1.1927 (Graal) Müritz)
gest. 22.4.1999 Graal Müritz
Vater: Gerhard T., Elektriker, Schmied
Oberschulen in Ribnitz und Rostock; 1946-1952
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und
Archäologie in Rostock; 1952-1961 wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der Universität Rostock; 1955
Promotion in Rostock; 1961-1966 Direktor des
Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen
Berlin; freiberuflich tätig; 1979 Übersiedlung
in die BRD; 1982-1991 Direktor des Museums
Ostdeutsche Galerie Regensburg; Forschungen
zu Käthe Kollwitz, Edvard Munch, Albrecht Dürer,
Lovis Corinth und Lyonel Feininger; Herausgeber
von 40 Ausstellungskatalogen; 1995 Mecklenburger
Kulturpreis; »Die Schabkunst in Deutschland.
Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Grafik«
(Diss., 1955); »Meisterzeichnungen aus sechs
Jahrhunderten« (1960); »Selbstbildnisse 1752-
1962. Von Chodowiecki bis zur Gegenwart« (1962);
»Edvard Munch. Graphik« (1969; 5. Aufl. 1979);
»Russische Graphik des 20. Jahrhunderts« (1970);
»Kapitänsbilder. Schiffsporträts seit 1782« (1971);
»Schiffe und ihre Schicksale. Maritime Ereignisbilder«
(1976); »Käthe Kollwitz« (1978; 4. Aufl., 1986);
»Lovis Corinth, die Bilder vom Walchensee« (1986);
»St. Georgen zu Wismar. Die grösste deutsche
Kirchenruine« (1991); »›Hier will ich bleiben‹. Das
Ostseebad Graal-Müritz 1328-1994. Vom Klosterhof
zum Seeheilbad. Aufzeichnungen aus sieben
Jahrhunderten« (1994); »Vom Badehemd zum Bikini.
Bademoden und Badeleben im Wandel der Zeiten«
(2000; postum).
 
==Wagner, Albert - Mediziner==
geb. 15.6.1835 Neustrelitz
gest. 21.12.1922 Hamburg
Medizinstudium; 1862 Promotion in Rostock; 1862-
1918 Arzt in Ribnitz; 1886 Arzt der Kinderheilstätte
Friedrich-Franz-Hospiz Müritz; 1891 Sanitätsrat;
1905 Geheimer Sanitätsrat; zog nach 56-jähriger
Arztpraxis zu seinen Kindern nach Hamburg; »Ein
Beitrag zur Lehre von der Combination verschiedener
Krankheitsformen« (Diss., 1862).
 
==Westphal, Hans - Kaufmann, Landwirt, Maler==
geb. 23.9.1887 Rostock
gest. 1.3.1969 Schwerin
Vater: Kaufmann
Oberrealschule in Teterow; Kaufmannslehre in
Hamburg; drei Jahre Landwirtschaftsausbildung;
Inspektor auf Gut Stormsdorf; 1913 Pächter des
Gutes Bisdamitz (Rügen); 1914-1918 Soldat im
Ersten Weltkrieg; gab die Landwirtschaft auf und
widmete sich der Malerei; lebte in Rostock, in
Schwerin und in den Sommermonaten in Graal; malte
vor allem Landschafts-, Gebäude- und Tierbilder
sowie Stillleben; beliebte Motive waren Windflüchter,
Steilküsten, Segelboote, die Rostocker Heide und
die Rostocker Stadttore; malte im Auftrag Kaiser
Wilhelms II. großformatige Ölbilder für Schloss Doorn;
»Blumenschale« (1929); »Bauernhaus«; »Haus
Ithaka«; »Nikolaikirche in Rostock«; »Zum Löns-
Gedächtnis«; 2005 Ausstellung im Heimatmuseum
Graal-Müritz.
 
=='''Graal-Müritz im Spiegel bekannter Literaten'''==
 
=='''Sagen und Legenden zu Müritz und Graal'''==
 
=='''Flurnamen in Müritz und Graal'''==


==Chronistenkontakt==
==Chronistenkontakt==

Version vom 18. Juni 2018, 09:02 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtOstseeheilbad Graal-Müritz
Zeitlicher Schwerpunkt1200 - 2017
UrheberrechteWilfried Steinmüller (Autor)
Erstellungszeitraum1996-fortlaufend
Publikationsdatumunveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Orte Müritz und Graal
Status (Ampelsystem)unveröffentlicht





chronologischer Abriss der Geschichte von Graal-Müritz

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

spätes Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1328 Der "Hof Müritz" wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Er befand sich hinter den heutigen Kindersanatorium Tannenhof. Müritz ist ein wendischer Name und bedeutet "am Meer gelegener Ort".

1332 Durch Landerwerb bis zum "Grothen Strom" (Stromgraben) kommt es zur Gründung eines zweiten Hofes. Beide Höfe werden von Nonnen des St. Claren Klosters Ribnitz bewirtschaftet und von Büdnern aus Dierhagen. Die Hand- und Spanndienste leisten müssen, unterstützt.

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1549 Mecklenburg tritt zum evangelisch lutherischen Glauben über.

1552 die Landesfürsten ziehen den gesamten Kirchenbesitz ein. Hierunter auch das Klarissen-Kloster Ribnitz mit seinem gesamten Besitz.

1567 Der Name Graal wird in Rostocker Zollakten erstmals erwähnt.

bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

1753 An beiden Seiten des Handelsweges Rostock-Fischland (Fischländer Weg) werden je 5 Büdnereien angelegt. Der ehemalige Hof wird jetzt als Erbpachtstelle bezeichnet.

1806 Die Franzosenzeit beginnt.

1811 Sechs Jungmannen aus Graal werden für Napoleons Marine geworben. Ihnen ist Land und Baumaterial für ein Haus in Müritz versprochen worden.

bis zur Reichseinigung (bis 1871)

1815 Das Versprechen an die Jungmannen wird eingelöst. Es entsteht die Lange Reihe, die Büdnereien I bis XII. Später kommen die Büdnereien XIII bis XIX in Richtung Ost hinzu.

1818, 18. März, Claus Joachim Witt kauft in Müritz eine Büdnerei an der Stelle des ehemaligen Armenkatens

1830 Die ersten Badegäste treffen ein. Sie müssen mit Sack und Pack anreisen.

1840 Die Badeplätze Graal und Müritz werden in Veröffentlichungen beschrieben.

1860 Die Windmühle in Graal wird errrichtet.

Deutsches Reich bis 1918

1872 Eine verheerende Sturmflut zerstört in Müritz und Graal die Küste und Dünen.

1877 Prof. Carl von Mettenheimer und Prof. Friedrich Wilhelm Beneke (Marburg) entdecken die natürlichen heilklimatischen Besonderheiten um Müritz und Graal.

1880 Eröffnung des ersten Hotels ("Anastasia"). Damit beginnt das moderne Badeleben. Auch die Geschichte des örtlichen Gesundheitswesens ist mit diesem Haus eng verbunden. Prof. Mettenheimer bringt in diesem Hotel kranke Kinder unter. Da sie in unserem besonderen Klima unerwartet schnell gesunden, entschließt er sich zum Bau einer eigenständigen Heilstätte.

1883 Beginn reger Bautätigkeit in Müritz und Graal

1884 Prof. von Mettenheimer eröffnet das erste Kindershospital an der Ostsee. Es kann zunächst nur in den Sommermonaten genutzt werden.

1889 Die Eisenbahnlinie Rostock-Stralsund wird eröffnet, was sich besonders positiv auf die Entwicklung von Müritz und Graal auswirkt.

1893 Verbesserung der Verkehrswege nach Ribnitz und später auch nach Rövershagen.

1905 Errichtung der Seebrücken in Graal und Müritz.

1908 Die evangelische Kirche und das Friedhofsgelände werden als Geschenk des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin an die beiden Gemeinden übereignet. Die neu erbaute Kirche wird geweiht. Gleichzeitig wird eine neue Kirchgemeinde gegründet, zu der neben Groß-Müritz und Graal auch Torfbrücke und das Waldhaus gehören.

1910 Beide Gemeinden einigen sich und kaufen zwei Omnibusse, um die in Rövershagen ankommenden Badegäste abzuholen. Im gleichen Jahr entsteht eine zweiklassige Schule in Graal.

1913 Die bis dahin üblichen Ziehbrunnen werden durch den Bau eines gemeinsamen Wasserwerkes abgelöst. Gutes Trinkwasser war das Ergebnis.

1914 Graal und Müritz haben sich zu beliebten Familienbädern entwickelt.

Deutsches Reich bis 1945

1921 Auf genossenschaftlicher Grundlage erhalten Graal und Müritz elektrischen Strom.

1923 November Mit der Einführung der Rentenmark wird die Inflation beendet. Das Badeleben hat sich völlig verändert. Spekulanten sind am Werk und besonders in Graal wechseln viele Häuser den Besitzer.

1924 Die Berliner Vewrkehrsbetriebe (BVB) erwerben weiträumiges Bauland für die Errichtung einer modernen Erholungseinrichtung mit eigenener Gärtnerei und Viehwirtschaft. 75 Erwachsene (damals nur Männer) und 150 Kinder finden schon ein Jahr später in dem Heim der BVB ganzjährig unter ärztlicher Betreuung und Gesundung. Die BVB ist auch der Hauptaktionär beim Bau der Bäderbahn nach Rövershagen. Weitere Aktionäre sind die Stadt Rostock sowie die Gemeinden Graal und Müritz.

1925 Am 1. Juli wird die Bäderbahn feierlich ihrer Nutzung übergeben.Sie wurde durch eine privatwirtschaftliche Gesellschaft (in der u.a. die BVB in den Anteilen erster Gesellschafter, die Kommunen Graal und Müritz gemeinsam zweite Gesellschafter waren). Mit dem Bau der Bahn entfiel das Waldgatter das seit 1877 bis dahin die herzogliche wie die Rostocker Heide umschloß. Die 3 Gatter durch die man Schleusen ähnlich Müritz und Graal erreichte wurden abgeschafft.

1929 die Jugendherberge wird eröffnet.

1930 Der ehemalige Graaler Hof brennt ab. Durch Unterstützung der BVB erhält die Gemeinde Graal eine Kanalistation und eine Betonstraße.

1932 Das Ostseebad Graal feiert sein 600-jähriges Bestehen.

1938 Das Ostseebad Graal-Müritz entsteht durch Zusammenlegung der beiden Gemeinden Müritz und Graal.

1941 Die Seebrücken und die Promenade werden durch See- und Eisgang zerstört.

1942 Nach einem Bombenangriff im April auf Rostock werden Einrichtungen der Stadt nach Graal-Müritz verlegt und Behelfshäuser gebaut.

SBZ und DDR bis 1990

1945 2. Mai Graal-Müritz wird kampflos von der Roten Armee besetzt. Der Ort ist mit Flüchtlingen überbelegt. Es kommt zu einer Typhus-Epidemie. Viele Menschen sterben, darunter auch der ortsansässige Arzt Dr. Walter Bach. Sein junger Nachfolger Dr. Karl Georg Sedl steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Die Königsberger Kinderklinik wird im ehemaligen Kinderheim der Stadt Essen aufgenommen. Die sowjetische Militäradministration richtet in den Häusern der Straße zur Seebrücke ein Sanatorium für sowjetische Militärangehörige ein. Am Süd-Ende der Straße wird deren Einmündung durch eine Toranlage gesperrt. (HS)

1946 Im September werden demokratische Wahlen durchgeführt. Die LDPD wird stärkste Partei und stellt den Bürgermeister. (HS)

1947 Nach Kriegesende kommen die ersten Urlauber über den Feriendienst der Gewerkschaften nach Graal-Müritz. Die Wiederherstellung der zerstörten Strandpromenade beginnt in Graal.(HS)

1950 Die SDAG Wismut (SDAG = Sowjetisch-Deutsche Aktien-Gesellschaft) wandelt das Sanatorium für sowjetische Militärangehörige in eine Erholungseinrichtung der Wismut-Bergarbeiter um. Die SED setzt ihren Führungsanspruch durch die sogenannte Listenwahl durch.(HS)

1951 Die BVB-Erholungsstätte wird nach dem Reichstagsabgeordneten der SPD - Richard Aßmann - benannt.(HS)

1953 Die SDAG Wismut verläßt Graal-Müritz, und in der Folge werden die Häuser durch volkseigene Betriebe und Einrichtungen der DDR für Erholungszwecke genutzt. In einem polizeilichen Blitzeinsatz ("Aktion Rose")werden mehrere Hotelbesitzer unter fadenscheinigen Begründungen, wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen in Haft genommen, darauf in SChauprozessen zu Haftstrafen verurteilt und enteignet.(HS)

1955 Die Gemeindevertretung beschließt die Anlage des Rhododendronparks.(HS)

1956 Der Chefarzt Dr. Schmidt-Bonnecker verläßt das Richard-Aßmann-Sanatorium; sein Nachfolger wird Dr. Friedrich Bernatek. Er initiiert den Beschluß eines Kurort-Statutes. Im gleichen Jahr kommt es zur Gründung einer PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks).(HS)

1960 Am 8. Oktober erhält Graal-Müritz die staatliche Anerkennung als Seeheilbad. Im gleichen Jahr werden die Bauern des Ortes zur Gründung einer "Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft" (LPG) überredet.(HS)

1961 Die Anlage des Rhododendronparks wird zunächst abgeschlossen.(HS)

1962 Ein neues Wasserwerk wird in Betrieb genommen und der Ausbau der Kanalisation fortgeführt.(HS)

1963 Der VEB "Holzwerkstätten" wird aufgelöst und die Anlage geht an die Volksbildung.(HS)

1968 Nach einer Strandaufspülung von See her wird die Promenade von Müritz-West nach Müritz-Ost neu verlegt. Der Zeltplatz "Uhlenflucht" entwickelt sich zu einem bedeutenden Erholungszentrum.(HS)

1970 die 1960 gegründeten LPG´s werden aufgelöst und die bisherigen Ackerflächen nunmehr als Grünland bewirtschaftet.(HS)

1974 Der Sportplatz und die Kegelbahn werden fertiggestellt.(HS)

1975 Grundsteinlegung für den Wohnungsbau "Ostseering". Neben 461 Wohnungen entstehen zwei Schulen und eine Kaufhalle. Proteste der Gemeinde gegen den Standort werden abgelehnt. (HS)

Das Warmbad "Buchenhof" wurde rekonstruiert und wieder eröffnet. Die Rekonstruktion dauerte drei Jahre. Die Baukosten für den Einbau von 10 Wannen und Dusch-Vorrichtungen sowie notwendige Umbauten betrugen 180 000 Mark. (UM 6/75)

Für die Briefmarkensammlung "Alt-Mecklenburg", von Sanitätsrat Dr. Karl-Georg Sedl, Leiter des medizinischen Versorgungsbereiches Graal-Müritz, gab es auf der "Rigaphil" eine Goldmedaille. (UM 6/75)

1976 Die Linden-Apotheke wird seit 30 Jahren von Pharmazierat Otto Poppe geleitet. Aufgrund seiner vielseitigen Erfahrungen wurde er zum Apothekenrevisor des Ostseebezirkes berufen, als zweifacher Aktivist ausgezeichnet und mit der Medaille "Für treue Dienste im Gesundheitswesen", in Gold geehrt. (UM 2/76)

1978 Graal-Müritz begeht mit einer Festwoche und einem historischen Umzug seine 650-Jahrfeier.(HS)

1979 Das Bauprogramm für Graal-Müritz wird bis zum Herbst beendet. Darin sind enthalten: eine Kaufhalle, ein Heizhaus und 413 neue fernbeheizte Wohnungen. Zuvor ging die moderne 26klassige POS (Polytechnische Oberschule) und eine Turnhalle in Betrieb. Weiterhin wächst in diesen Wochen eine 18klassige Hilfsschule mit Internat. (UM 2/79)

1980 - Jubiläum "100 Jahre Badebetrieb"(HS)

1983 Die Abwässer aus der Kanalisation von Graal-Müritz werden in die Großkläranlage Körkwitz eingeleitet.(HS)

1989 Nach dem vierzigsten Jahrestag der Gründung der DDR beginnt im November der Zusammenbruch des Staates.(HS)

Die heutige Zeit (ab 1990)

1990 Gemeindewahl. Im Ort entwickelt sich rege Bautätigkeit.

1992 Grundsteinlegung für die Seebrücke.

1993 Am 10. April wird die Seebrücke mit einem großen Volksfest eingeweiht.



Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

* '''Der Klosterhof Müritz'''

* '''Die "Matrosenhäuser"'''

* '''Das Friedrich Franz Hospiz'''

* '''Die Kirche'''

* '''Die Köhlerei'''

* '''Das Badewesen'''

* '''Das Richard Aßmann Sanatorium und die Bäderbahn'''

* '''Seebrücken und Badeanstalten'''

* '''Zeitzeugen berichten'''

* [[Ehrenbürger von Graal-Müritz))

* '''Bemerkenswerte Persönlichkeiten aus Müritz und Graal'''

* '''Graal-Müritz im Spiegel bekannter Literaten'''

* '''Sagen und Legenden zu Müritz und Graal'''

* '''Flurnamen in Müritz und Graal'''

Chronistenkontakt

Wilfried Steinmüller

Mail: windfluechterMV@gmail.com