Eickelberg: Unterschied zwischen den Versionen

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In der slawischen Zeit hielten sich vermutlich Wenden im oberen Warnowtal auf, worauf Burg („Burgwall“) in Eickhof hindeuten.  
In der slawischen Zeit hielten sich vermutlich Wenden im oberen Warnowtal auf, worauf Burg („Burgwall“) in Eickhof hindeuten.  
Eickelberg und Eickhof waren 1494 - 1945 im Besitz des Adelsgeschlecht von Lützow.
Eickelberg und Eickhof waren 1494 - 1945 im Besitz des Adelsgeschlecht von Lützow.
Entfernung Eickelberg <--> Eickhof 2km.


==Wappen==
==Wappen==
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==Eickelberg und Eickhof - Ortschronik/en==
==Eickelberg und Eickhof - Ortschronik/en==
'''1287 Kirchspiel Ekelenbergh (Eickelberg)''' zum ersten mal urkundlich (Parochie) erwähnt, als die Dörfer Groß- und Klein Görnow dem Kirchenspiel Eickelberg zugeordnet wurden, die Familie von Zernin Gründer des Ortes.  
'''1287 Kirchspiel Ekelenbergh (Eickelberg)''' zum ersten mal urkundlich (Parochie*) erwähnt, als die Dörfer Groß- und Klein Görnow dem Kirchenspiel* Eickelberg zugeordnet wurden, die Familie von Zernin Gründer des Ortes.  


'''Ende 13.Jh./Anfang des 14.Jh.''' bauen Zisterzienser Mönche eine Backsteinkirche mit Beteiligung derer von Zernin. '''13. Jh./14.Jh.''' Eickelberg, Eickhof und weitere Orte in Besitz der Familie von Zernin. '''1336`''' Konrad und Bernhard Plessen Stiftung einer Vikarie, Patronat übernimmt der Knappe Werner von Zernin. '''1344''' Großteil Zerninscher Besitz geht an die Fürsten (Mecklenburg) Albrecht und Johann, die ihn an die von Bülow verpfänden, die Burg Eickhof beziehen und auch Eickelberg bewirtschaften. '''1355 - 1409''' Eickelberg mit Vogtei im Pfandbesitz derer von Bülow. '''1409 - 1494''' Pfandbesitz derer von Bibow (mecklenburgisches Adelsgeschlecht). '''1494 - 1945''' Eickelberg und Eickhof im Besitz der Familie von Lützow, die dafür Schloss und Vogtei Grabow eintauschen. '''1590''' Umwandlung in ein Mannlehn. Von Lützows treten damit auch in den Besitz Eickelberg und dessen Kirchlehn ein. '''Zwischen 1783/1796''' Gutshof Eickelberg als Nebengut eingerichtet.
'''Ende 13.Jh./Anfang des 14.Jh.''' bauen Zisterzienser Mönche eine Backsteinkirche mit Beteiligung derer von Zernin. '''13. Jh./14.Jh.''' Eickelberg, Eickhof und weitere Orte in Besitz der Familie von Zernin. '''1336`''' Konrad und Bernhard Plessen Stiftung einer Vikarie*, Patronat* übernimmt der Knappe Werner von Zernin. '''1344''' Großteil Zerninscher Besitz geht an die Fürsten (Mecklenburg) Albrecht und Johann, die ihn an die von Bülow verpfänden, die die Burg Eickhof beziehen und auch Eickelberg bewirtschaften. '''1355 - 1409''' Eickelberg mit Vogtei im Pfandbesitz derer von Bülow. '''1409 - 1494''' Pfandbesitz derer von Bibow (mecklenburgisches Adelsgeschlecht). '''1494 - 1945''' Eickelberg und Eickhof im Besitz der Familie von Lützow, die dafür Schloss und Vogtei Grabow eintauschen. '''1590''' Umwandlung in ein Mannlehn*. Von Lützows treten damit auch in den Besitz Eickelberg und dessen Kirchlehn ein. '''Zwischen 1783/1796''' Gutshof Eickelberg als Nebengut eingerichtet.


'''Kirche Eickelberg''' einschiffiger, turmlos, Backsteingotik, Sakralbau, dreiseitigen Ostschluss durch Strebepfeiler bewehrt, Schildbögen vorhanden, (geplanter Gewölbebau ?), flachen Holzdecke, 1902 wurde unter der alten Decke eine zweite Holzdecke angebracht, Nord- und Südfassade mit spitzbogigen vermauerten Portale beidseitig, Sakristei-Anbauten zu erkennen, Ostgiebel bildet den Eingang zur Kirche, Fenster sind spitzbogig, Turm- der vermutlich 1654 einstürzte und dessen Reste um 1780 abgetragen wurden. Anstelle des Turms wurde auf dem Westende des Daches ein Ausbau für zwei Glocken (große Glocke Ø 1,20m, kleine Ø 1,07m) angebaut. Glockenläuten (Erschütterungen) führten zu Schäden am Mauerwerk. 1902 wurde freistehender Glockenstuhl auf dem Friedhof neben der Kirche errichtet. Ostgiebel wurde erneuert.'''1917''' musste eine der beiden Glocken zum Einschmelzen abgegeben werden.
'''Kirche Eickelberg''' einschiffiger, turmlos, Backsteingotik, Sakralbau, dreiseitigen Ostschluss durch Strebepfeiler bewehrt, Schildbögen vorhanden, (geplanter Gewölbebau ?), flachen Holzdecke, 1902 wurde unter der alten Decke eine zweite Holzdecke angebracht, Nord- und Südfassade mit spitzbogigen vermauerten Portale beidseitig, Sakristei-Anbauten zu erkennen, Ostgiebel bildet den Eingang zur Kirche, Fenster sind spitzbogig, Turm- der vermutlich 1654 einstürzte und dessen Reste um 1780 abgetragen wurden. Anstelle des Turms wurde auf dem Westende des Daches ein Ausbau für zwei Glocken (große Glocke Ø 1,20m, kleine Ø 1,07m) angebaut. Glockenläuten (Erschütterungen) führten zu Schäden am Mauerwerk. 1902 wurde freistehender Glockenstuhl auf dem Friedhof neben der Kirche errichtet. Ostgiebel wurde erneuert.'''1917''' musste eine der beiden Glocken zum Einschmelzen abgegeben werden.


'''Erhaltenen Einrichtungsgegenständen''', spätromanische Granit Fünte (Taufbecken Ø 1,18m), 12. Jh. (wohl das älteste Kunstwerk der Region). Zwei Grabplatten (zeigen dieselben Figuren) der Familie von Lützow im Renaissance-Stil (1588) die kleine 1,50m lang 1,20m breit mit Kruzifix, die Große 2,24m lang 1,24m breit ohne Kruzifix. Inschrift auf beiden gleich: "ANNO 1588 DEN 30.JVLY IST DRT EDLE VND ERNVESTER CLAWES LVTZOW ZU HVLTZBORG SALICH IN GODT ENTSLAFEN . D . S. G. G. S .(Deren Seele Gott Gnädig Sei) ", zusätzlich auf der kleineren Grabplatte: "CHRISTUS IST MEIN LEBEN, STERBEN MEIN GEWINN". Ein Claus von Lützow gewidmetes Epitaphe (gestiftet von Gemahlin Barbara v. Wangelin) mit Relief-Darstellungen (1590). Mitte eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, darunter links C. v. Lützow mit seinen 8 Söhnen, rechts Barbara mit 2 Töchtern.
'''Erhaltenen Einrichtungsgegenständen''', spätromanische Granit Fünte (Taufbecken Ø 1,18m), 12. Jh. (wohl das älteste Kunstwerk der Region). Zwei Grabplatten (zeigen dieselben Figuren) der Familie von Lützow im Renaissance-Stil (1588) die kleine 1,50m lang 1,20m breit mit Kruzifix, die Große 2,24m lang 1,24m breit ohne Kruzifix. Inschrift auf beiden gleich: "ANNO 1588 DEN 30.JVLY IST DRT EDLE VND ERNVESTER CLAWES LVTZOW ZU HVLTZBORG SALICH IN GODT ENTSLAFEN . D . S. G. G. S .(Deren Seele Gott Gnädig Sei) ", zusätzlich auf der kleineren Grabplatte: "CHRISTUS IST MEIN LEBEN, STERBEN MEIN GEWINN". Ein Claus von Lützow gewidmetes Epitaphe (gestiftet von Gemahlin Barbara v. Wangelin) mit Relief-Darstellungen (1590). Mitte eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, darunter links C. v. Lützow mit seinen 8 Söhnen, rechts Barbara mit 2 Töchtern.
Auf dem Epitaph der sechste Sohn von links - Christoph aus dem Hause Eickhof-Bakendorf ist nach Schweden ausgewandert, wurde 1658 Hofmarschall der Königin Hedwig Elionore, 1665 Hofmarschall von König Karl XI. von Schweden, 1660 schwedischer Adliger. Diese Linie ist erloschen. Zwei Erinnerungstafeln. Zur Erinnerung an Otto Eduard August von Lützow., am 18.11.1870 an seinen Wunden in Berlin verstorben. Zur Erinnerung an Carl - Wippert von Lützow geb.11.10.1910, gefallen 9.12.1942 in Sorokino.
Auf dem Epitaph der sechste Sohn von links - Christoph aus dem Hause Eickhof-Bakendorf ist nach Schweden ausgewandert, wurde 1658 Hofmarschall der Königin Hedwig Elionore, 1665 Hofmarschall von König Karl XI. von Schweden, 1660 schwedischer Adliger. Diese Linie ist erloschen. Zwei Erinnerungstafeln, Zur Erinnerung an Otto Eduard August von Lützow., am 18.11.1870 an seinen Wunden in Berlin verstorben. Zur Erinnerung an Carl - Wippert von Lützow geb.11.10.1910, gefallen 9.12.1942 in Sorokino.


'''Kanzel''' vom Ende des 16. Jahrhunderts. '''''Besonderheit''''' Altar und Kanzel ein Körper, Mittelstück Altar wurde entfernt die Kanzel wurde mittig im Altar 1668 eingefügt. Kanzel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts (1902) umgestaltet (versetzt) an die Nordwand. Reste der ehemals vorhandenen Orgel (Gehlsdorfer Firma Börger) sind vorhanden.
'''Kanzel''' vom Ende des 16. Jahrhunderts. '''''Besonderheit''''' Altar und Kanzel ein Körper, Mittelstück Altar wurde entfernt die Kanzel wurde mittig im Altar 1668 eingefügt. Kanzel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts (1902) umgestaltet (versetzt) an die Nordwand. Reste der ehemals vorhandenen Orgel (Gehlsdorfer Firma Börger) sind vorhanden.


'''Friedhof''' zwei Grabplatten der letzten beiden Erblandmarschälle von Mecklenburg Carl Friedrich Ludwig von Lützow geb. Potsdam d. 28.10.1844, gest. Dobbertin d. 16.01.1914, Hans von Lützow (letzter Erblandmarschall von 1914 - 1918) geb. Eickelberg 22.05.1873, gest. 29.12. 1945 Eickelberg und ein Grabstein Mühlenpächter zu Eickhof Hermann Hülling geb. 24.09.1889, gefallen 17.09.1914 Frankreich
'''Friedhof''' zwei Grabplatten der letzten beiden Erblandmarschälle von Mecklenburg Carl Friedrich Ludwig von Lützow geb. Potsdam d. 28.10.1844, gest. Dobbertin d. 16.01.1914, Hans von Lützow (letzter Erblandmarschall von 1914 - 1918) geb. Eickelberg 22.05.1873, gest. 29.12. 1945 Eickelberg und ein Grabstein Mühlenpächter zu Eickhof Hermann Hülling geb. 24.09.1889, gefallen 17.09.1914 Frankreich.
Ehrenstein mit Tafel folgender Inschrift:
Ehrenstein mit Tafel folgender Inschrift:
Hier sind die Särge aus dem Gr. Görnower Erbbegräbnis von 1902 zur Erde bestattet. Mit ihnen
Hier sind die Särge aus dem Gr. Görnower Erbbegräbnis von 1902 zur Erde bestattet. Mit ihnen
Christian Stüdemann von Ehrenstein geb.25.07.1664, gest.25.02.1734,
Christian Stüdemann von Ehrenstein geb.25.07.1664, gest.25.02.1734,
Eva Margaretha geborene von Freyburg, geb. 16.04.1672, gest. 06.08.1748
Eva Margaretha geborene von Freyburg, geb. 16.04.1672, gest. 06.08.1748
und einige Nachkommen
und einige Nachkommen.


'''Geistliche Eickelberg''' 1318 Plebans, Dietrich 1541/42, Unbekannt, ab 1622 lt. Akten 1622- 1653 Gabriel Rosenberg, 1654 Wilhelm Löwe, 1666 Dietrich Holst, 1676 Jakops Lohrmann, 1690 Christian Ulrici, 1703 Lüring, 1727 Valentin Detlev Lüring Sohn 22 Jahre alt, ???? Joh.Friedr. Röhring verwaltet Laase und Eickelberg, 1761 Schwerdtfeger, Vater und Sohn, Vater Anton August Schwerdfeger seit 1773 Pastor Eickelberg und Laase Wohnort Eickelberg.
'''Geistliche Eickelberg''' 1318 Plebans, Dietrich 1541/42, Unbekannt, ab 1622 lt. Akten 1622- 1653 Gabriel Rosenberg, 1654 Wilhelm Löwe, 1666 Dietrich Holst, 1676 Jakops Lohrmann, 1690 Christian Ulrici, 1703 Lüring, 1727 Valentin Detlev Lüring Sohn 22 Jahre alt, ???? Joh.Friedr. Röhring verwaltet Laase und Eickelberg, 1761 Schwerdtfeger, Vater und Sohn, Vater Anton August Schwerdfeger seit 1773 Pastor Eickelberg und Laase Wohnort Eickelberg.
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'''Heute Kunstkirche''' es finden Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, teilweise Andachten und weitere Aktivitäten statt
'''Heute Kunstkirche''' es finden Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, teilweise Andachten und weitere Aktivitäten statt


'''Gutshaus''' älteste Teil war ein Lehmfachwerkbau, 18.Jh.. Verwalterhaus, Fachwerkbau mit Feldsteinsockel und Giebelverkleidung aus Schieferplatten. '''''1830 und 1840''''' umbau zum Herrenhaus, erweitert Ende des 19. Jh., sowie 1920. Nach Leerstand seit den 1990er in Privatbesitz, wird saniert, steht auf der "Roten  Liste" Stiftung Kulturerbe.
'''Gutshaus''' älteste Teil war ein Lehmfachwerkbau, 18.Jh.. Verwalterhaus, Fachwerkbau mit Feldsteinsockel und Giebelverkleidung aus Schieferplatten. '''''1830 und 1840''''' umbau zum Herrenhaus, erweitert Ende des 19. Jh., sowie 1920. Nach Leerstand seit den 1990er in Privatbesitz, wird saniert, steht auf der "Roten  Liste" Stiftung Kulturerbe.
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'''Die Rosskastanien-Allee''' von Eickelberg <--> Eickhof wurde 2019 vom BUND zur Allee des Jahres gewählt.
'''Die Rosskastanien-Allee''' von Eickelberg <--> Eickhof wurde 2019 vom BUND zur Allee des Jahres gewählt.


'''Eghove (Eickhof)''' ist ein Ortsteil von Warnow, nahe bei Bützow. Burg (Wasserburg)/Gut Eickhof baute 1284 Ritter Johann von Zernin Ritterburg an der Warnow (auf ehemaligen wendischen Burgwall ?), nennt sie Burg Eickhof. Burg Eickhof wichtiges Glied großer Landesburgen von Mecklenburg (Ratzeburg, Gadebusch, Meklenburg, Dobin, Warnow (Eikhof), Bützow, Güstrow (und Bisdede), Werle, Kessin, Rostock).
'''Eghove (Eickhof)''' ist ein Ortsteil von Warnow, nahe bei Bützow. Burg (Wasserburg)/Gut Eickhof baute 1284 Ritter Johann von Zernin Ritterburg an der Warnow (auf ehemaligen wendischen Burgwall ?), nennt sie Burg Eickhof. Burg Eickhof wichtiges Glied großer Landesburgen von Mecklenburg (Ratzeburg, Gadebusch, Meklenburg, Dobin, Warnow (Eikhof), Bützow, Güstrow (und Bisdede), Werle, Kessin, Rostock).
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Angebote: Übernachtungen, Kanuverleih, Naturdorf für Kids, Pferde Naturdorf, Outdoor- Aktivitäten
Angebote: Übernachtungen, Kanuverleih, Naturdorf für Kids, Pferde Naturdorf, Outdoor- Aktivitäten
https://www.auf-nach-mv.de/reiseziele/a-naturdorf-eickhof
https://www.auf-nach-mv.de/reiseziele/a-naturdorf-eickhof


'''Wassermühle''' 25.11.1344 erstmalig erwähnt in einem Pfändungsvertrag zwischen Fürsten Albrecht und Johann an Heinrich von Bülow, nebst Schloß Eickhof, Eikelberg und Labenz, sowie 8 Hufen zu Laase und alle Hebungen zu Nakensdorf und Holdorf und Boden aus den Kirchspielen Bruel, Penzin und Sülten. 15.01.1841 abgebrannt, lt. Dorfchronik, im August 1841 wieder aufgebaut 09.11.1885 wiederholt abgebrannt, Juni 1886 wieder aufgebaut
'''Wassermühle''' 25.11.1344 erstmalig erwähnt in einem Pfändungsvertrag zwischen Fürsten Albrecht und Johann an Heinrich von Bülow, nebst Schloß Eickhof, Eikelberg und Labenz, sowie 8 Hufen zu Laase und alle Hebungen zu Nakensdorf und Holdorf und Boden aus den Kirchspielen Bruel, Penzin und Sülten. 15.01.1841 abgebrannt, lt. Dorfchronik, im August 1841 wieder aufgebaut 09.11.1885 wiederholt abgebrannt, Juni 1886 wieder aufgebaut
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* Erklärungen
'''Kirchspiel''' ein Bezirk, in dem ein Pfarrer predigen und die kirchlichen Amtspflichten ausüben darf; es bezeichnete ursprünglich einen Pfarrbezirk (Parochie), in dem mehrere Ortschaften einer bestimmten Pfarrkirche und deren Pfarrer zugeordnet sind. '''Vikarie''' bezeichnet historisch eine kirchliche Stiftung oder Pfründe, die das Vermögen zur Unterhaltung eines Vikars (Stellvertreters) darstellte, oft verbunden mit einem Haus. '''Patronat''' bezeichnet allgemein eine Schutzherrschaft, Schirmherrschaft oder die Förderung durch eine einflussreiche Person oder Institution. '''Mannlehen''' wurde im alten Recht des Heiligen Römischen Reiches unter dem Feudalismus seit dem Hochmittelalter im 12. Jahrhundert das patrilinear (Abstammungsordnung (Deszendenz), bei der Verwandtschaft, Erbe, Namen und soziale Zugehörigkeit ausschließlich über die männliche Linie, also vom Vater an den Sohn, weitergegeben werden) vererbte Lehen gegen Heerfolge bezeichnet.


'''Kirchspiel''' ein Bezirk, in dem ein Pfarrer predigen und die kirchlichen Amtspflichten ausüben darf; es bezeichnete ursprünglich einen Pfarrbezirk (Parochie), in dem mehrere Ortschaften einer bestimmten Pfarrkirche und deren Pfarrer zugeordnet sind. '''Wappen von Lützow''': Das Geschlecht führte zwei verschiedene Wappen: ein Flügelpaar oder einen Löwen. '''Vikarie''' bezeichnet historisch eine kirchliche Stiftung oder Pfründe, die das Vermögen zur Unterhaltung eines Vikars (Stellvertreters) darstellte, oft verbunden mit einem Haus. '''Patronat''' bezeichnet allgemein eine Schutzherrschaft, Schirmherrschaft oder die Förderung durch eine einflussreiche Person oder Institution. '''Die Familie von Bülow''' ist ein uraltes mecklenburgisches Adelsgeschlecht, dessen Ursprünge im 12. Jahrhundert (erwähnt 1154) bei Rehna liegen. '''Mannlehen''' wurde im alten Recht des Heiligen Römischen Reiches unter dem Feudalismus seit dem Hochmittelalter im 12. Jahrhundert das patrilinear vererbte Lehen gegen Heerfolge bezeichnet.


'''Wissenswert'''
'''Wissenswert'''


'''''Die deutsche Flagge (Schwarz-Rot-Gold)''''' hat ihre Wurzeln in den Befreiungskriegen (1813–1815), maßgeblich beeinflusst durch das Lützowsche Freikorps. Deren Uniformen – schwarze Röcke, rote Aufschläge, goldene Knöpfe – prägten die Farben, die später als Symbol für Einheit und Freiheit der Burschenschaften (1817) und der 1848er Revolution bekannt wurden
'''''Die deutsche Flagge (Schwarz-Rot-Gold)''''' hat ihre Wurzeln in den Befreiungskriegen (1813–1815), maßgeblich beeinflusst durch das Lützowsche Freikorps. Deren Uniformen – schwarze Röcke, rote Aufschläge, goldene Knöpfe – prägten die Farben, die später als Symbol für Einheit und Freiheit der Burschenschaften (1817) und der 1848er Revolution bekannt wurden
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'''''von Bibow''''' https://adel-mecklenburgs.fandom.com/de/wiki/Spezial:Suche?scope=internal&navigationSearch=true&query=+Bibow
'''''von Bibow''''' https://adel-mecklenburgs.fandom.com/de/wiki/Spezial:Suche?scope=internal&navigationSearch=true&query=+Bibow
'''''von Bibow'''''https://de.wikipedia.org/wiki/Bibow_(Adelsgeschlecht)


'''''von Zernin'''''
'''''von Zernin'''''

Aktuelle Version vom 2. Mai 2026, 16:59 Uhr


Kenndaten des Orts
Name (heute)Eickelberg
Regionale Einordnung (heute)
Postleitzahl18249
VerwaltungsamtBützow-Land
LandkreisLandkreis Rostock
Zahlen
Einwohner918 (Gemeinde insgesamt Stand Dez. 2024)
KoordinatenBreite: 53.7747 / Länge: 11.8217




Geographische Lage

Größere Karte von Eickelberg bei OpenStreetMap anzeigen

Einführende Information

Eickelberg und Eickhof

Ortsteile der Gemeinde Warnow Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern Die Gemeinde wird vom Amt Bützow-Land mit Sitz in der Stadt Bützow verwaltet.

Kurztext zum Ort

Seite xxx Eickelberg und Eickhof ...

Eickelberg liegt im oberen Warnowtal, zwischen Bützow (etwa 15 km) und Sternberg (etwa 8 km), im bevölkerungsarmen, ruhigen, landschaftlich schön gelegenen Sternberger Seenland, geprägt durch die Dorfkirche und das Gutshaus. Die Besiedlung reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, wovon das Großsteingrab Eickelberg, ein etwa 9 Meter langes Ganggrab zeugt, das 1966 untersucht wurde und Funde wie Tongefäße und Feuersteingeräte hervorbrachte. In der slawischen Zeit hielten sich vermutlich Wenden im oberen Warnowtal auf, worauf Burg („Burgwall“) in Eickhof hindeuten. Eickelberg und Eickhof waren 1494 - 1945 im Besitz des Adelsgeschlecht von Lützow. Entfernung Eickelberg <--> Eickhof 2km.

Wappen

Eickelberg im Spiegel von Karten und Luftbildern

Bildergalerie

Eickelberg und Eickhof - Ortschronik/en

1287 Kirchspiel Ekelenbergh (Eickelberg) zum ersten mal urkundlich (Parochie*) erwähnt, als die Dörfer Groß- und Klein Görnow dem Kirchenspiel* Eickelberg zugeordnet wurden, die Familie von Zernin Gründer des Ortes.

Ende 13.Jh./Anfang des 14.Jh. bauen Zisterzienser Mönche eine Backsteinkirche mit Beteiligung derer von Zernin. 13. Jh./14.Jh. Eickelberg, Eickhof und weitere Orte in Besitz der Familie von Zernin. 1336` Konrad und Bernhard Plessen Stiftung einer Vikarie*, Patronat* übernimmt der Knappe Werner von Zernin. 1344 Großteil Zerninscher Besitz geht an die Fürsten (Mecklenburg) Albrecht und Johann, die ihn an die von Bülow verpfänden, die die Burg Eickhof beziehen und auch Eickelberg bewirtschaften. 1355 - 1409 Eickelberg mit Vogtei im Pfandbesitz derer von Bülow. 1409 - 1494 Pfandbesitz derer von Bibow (mecklenburgisches Adelsgeschlecht). 1494 - 1945 Eickelberg und Eickhof im Besitz der Familie von Lützow, die dafür Schloss und Vogtei Grabow eintauschen. 1590 Umwandlung in ein Mannlehn*. Von Lützows treten damit auch in den Besitz Eickelberg und dessen Kirchlehn ein. Zwischen 1783/1796 Gutshof Eickelberg als Nebengut eingerichtet.

Kirche Eickelberg einschiffiger, turmlos, Backsteingotik, Sakralbau, dreiseitigen Ostschluss durch Strebepfeiler bewehrt, Schildbögen vorhanden, (geplanter Gewölbebau ?), flachen Holzdecke, 1902 wurde unter der alten Decke eine zweite Holzdecke angebracht, Nord- und Südfassade mit spitzbogigen vermauerten Portale beidseitig, Sakristei-Anbauten zu erkennen, Ostgiebel bildet den Eingang zur Kirche, Fenster sind spitzbogig, Turm- der vermutlich 1654 einstürzte und dessen Reste um 1780 abgetragen wurden. Anstelle des Turms wurde auf dem Westende des Daches ein Ausbau für zwei Glocken (große Glocke Ø 1,20m, kleine Ø 1,07m) angebaut. Glockenläuten (Erschütterungen) führten zu Schäden am Mauerwerk. 1902 wurde freistehender Glockenstuhl auf dem Friedhof neben der Kirche errichtet. Ostgiebel wurde erneuert.1917 musste eine der beiden Glocken zum Einschmelzen abgegeben werden.

Erhaltenen Einrichtungsgegenständen, spätromanische Granit Fünte (Taufbecken Ø 1,18m), 12. Jh. (wohl das älteste Kunstwerk der Region). Zwei Grabplatten (zeigen dieselben Figuren) der Familie von Lützow im Renaissance-Stil (1588) die kleine 1,50m lang 1,20m breit mit Kruzifix, die Große 2,24m lang 1,24m breit ohne Kruzifix. Inschrift auf beiden gleich: "ANNO 1588 DEN 30.JVLY IST DRT EDLE VND ERNVESTER CLAWES LVTZOW ZU HVLTZBORG SALICH IN GODT ENTSLAFEN . D . S. G. G. S .(Deren Seele Gott Gnädig Sei) ", zusätzlich auf der kleineren Grabplatte: "CHRISTUS IST MEIN LEBEN, STERBEN MEIN GEWINN". Ein Claus von Lützow gewidmetes Epitaphe (gestiftet von Gemahlin Barbara v. Wangelin) mit Relief-Darstellungen (1590). Mitte eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, darunter links C. v. Lützow mit seinen 8 Söhnen, rechts Barbara mit 2 Töchtern. Auf dem Epitaph der sechste Sohn von links - Christoph aus dem Hause Eickhof-Bakendorf ist nach Schweden ausgewandert, wurde 1658 Hofmarschall der Königin Hedwig Elionore, 1665 Hofmarschall von König Karl XI. von Schweden, 1660 schwedischer Adliger. Diese Linie ist erloschen. Zwei Erinnerungstafeln, Zur Erinnerung an Otto Eduard August von Lützow., am 18.11.1870 an seinen Wunden in Berlin verstorben. Zur Erinnerung an Carl - Wippert von Lützow geb.11.10.1910, gefallen 9.12.1942 in Sorokino.

Kanzel vom Ende des 16. Jahrhunderts. Besonderheit Altar und Kanzel ein Körper, Mittelstück Altar wurde entfernt die Kanzel wurde mittig im Altar 1668 eingefügt. Kanzel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts (1902) umgestaltet (versetzt) an die Nordwand. Reste der ehemals vorhandenen Orgel (Gehlsdorfer Firma Börger) sind vorhanden.

Friedhof zwei Grabplatten der letzten beiden Erblandmarschälle von Mecklenburg Carl Friedrich Ludwig von Lützow geb. Potsdam d. 28.10.1844, gest. Dobbertin d. 16.01.1914, Hans von Lützow (letzter Erblandmarschall von 1914 - 1918) geb. Eickelberg 22.05.1873, gest. 29.12. 1945 Eickelberg und ein Grabstein Mühlenpächter zu Eickhof Hermann Hülling geb. 24.09.1889, gefallen 17.09.1914 Frankreich. Ehrenstein mit Tafel folgender Inschrift: Hier sind die Särge aus dem Gr. Görnower Erbbegräbnis von 1902 zur Erde bestattet. Mit ihnen Christian Stüdemann von Ehrenstein geb.25.07.1664, gest.25.02.1734, Eva Margaretha geborene von Freyburg, geb. 16.04.1672, gest. 06.08.1748 und einige Nachkommen.

Geistliche Eickelberg 1318 Plebans, Dietrich 1541/42, Unbekannt, ab 1622 lt. Akten 1622- 1653 Gabriel Rosenberg, 1654 Wilhelm Löwe, 1666 Dietrich Holst, 1676 Jakops Lohrmann, 1690 Christian Ulrici, 1703 Lüring, 1727 Valentin Detlev Lüring Sohn 22 Jahre alt, ???? Joh.Friedr. Röhring verwaltet Laase und Eickelberg, 1761 Schwerdtfeger, Vater und Sohn, Vater Anton August Schwerdfeger seit 1773 Pastor Eickelberg und Laase Wohnort Eickelberg.

19.09.1841 Pfarrgebäude und Küsterhaus in Eickelberg abgebrannt, während Pastor Schwerdtfeger den Erntedankgottesdienst in Laase abhielt. Sämtliche Dokumente und Schriften wurden vernichtet. 1848 neues Pfarrhaus, 1950er Jahren aufgegeben, 1960er Jahren abgerissen.

1898-1910 Max C. Frz. Hillmann Pastor Eickelberg, 1911-1929 Probst Ludwig Köhler letzter Pastor Eickelberg. Ab dann Verwaltung der Pfarrstelle Eickelberg durch folgende Pastoren 1929-1945 Probst Ludwig Köhler- Zernin, 1945-1970 Probst Johannes Wegener- Qualitz, 1977-1979 Probst Joachim Meyer- Baumgarten, 1979-1980 Pastor Karl-Heinz Schröter- Lohmen, 1980-1986 Pastor Benkendorff- Tarnow, 1986-1989 Pastor Flade- Bützow, 1990-1998 Pastor Glöckner- Baumgarten, 1998-2002 Pastor Schur- Tarnow, 2003-???? Pastorin Helga Müller- Baumgarten, 2020 - Pastor Dr. Michael Fiedler

Die Kirchenbuchabschrift aus dem Superintendentur Archiv behandelt: 1740-1761 Eickelberg und Laase zusammen, Penzin getrennt, 1761-1786 Eickelberg und Laase getrennt, 1786-1841 Eickelberg und Laase gemeinsam. Das Original von 1841 an enthält Eickelberg und Laase zusammen.

1970 mit Dienstende Probst Wegener. Eingliederung Eickelberg in die Kirchengemeinde Zernin. 1970 endet Kirchenregisterbuch von Eickelberg. Bis 1971 Eickelberg eigenständige ruhende Kirchengemeinde. 1977 Pfarrstelle Zernin nicht wieder besetzt (letzter Pastor, Falb).

Kirche 30 Jahre unbenutzt, zerfiel zusehends, es kam zu Plünderungen und Diebstählen.

Südliche Vorhalle und Sakristei wurden abgerissen und als Baumaterial benutzt.

1987 Schätz man eine Sanierung auf etwa 87000 Mark. 1995 Glockenstuhl von 1902 wieder aufgebaut. 1996 Notsicherung des Daches, die 1998-2000 umgesetzt wurde. 2010 Kirche sanierungsbedürftig (Risse bis ins Fundament, Ausbrüche und Fehlstellen, Schäden an Stützpfeiler, Fenster und Fußboden. Innenraum nur noch teilweise benutzbar. 30.09.2018 saniert wieder eingeweiht. Sanierungskosten rund 300000 Euro, davon 100000 vom Kirchenkreis Mecklenburg, 51000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm, 129600 Euro Leader Mittel (Leader- Fördermaßnahme der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes).

Heute Kunstkirche es finden Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, teilweise Andachten und weitere Aktivitäten statt


Gutshaus älteste Teil war ein Lehmfachwerkbau, 18.Jh.. Verwalterhaus, Fachwerkbau mit Feldsteinsockel und Giebelverkleidung aus Schieferplatten. 1830 und 1840 umbau zum Herrenhaus, erweitert Ende des 19. Jh., sowie 1920. Nach Leerstand seit den 1990er in Privatbesitz, wird saniert, steht auf der "Roten Liste" Stiftung Kulturerbe.

Eickelberg 1840 bis 1945 Hauptsitz der Familie von Lützow. Diese Linie der Lützows (Eickhof/Eickelberg) stellten einen von drei mecklenburgischen Erblandmarschällen (könnte man heute etwa als "Sprecher des Landtags" bezeichnen), von 1494 bis 1918 im Mecklenburgischen Kreis. Wenden (östlicher Teil von Mecklenburg)- die von Maltzan. Penzlin, Stargrad (Stargardischer Kreis)- Reichsfreiherren zu Wartenberg und Penzlin die von Behr (später an die von Hahn) auf Pleetz.

Erblandmarschallämter bis 1918, Ende der Monarchie.

Am Ende des zweiten Weltkrieges Eickhof/Eickelberg und Haus Groß Salitz zusammen über 1.000 Hektar Land und Forst im Besitz derer von Lützow. 1945 Die Familie von Lützow wird im Zuge der Bodenreform enteignet. Neben der Landwirtschaft wurde das Gutshaus zu DDR-Zeiten bis 1986 unter anderem als Schule, Wohnraum, Kindergarten und Konsum genutzt. 1987 Gutshaus wird bei einer Kampfgruppen Übung beschädigt (Fenster, Dach). Im Jahr 1997 diente es als Filmkulisse (Das Geheimnis der Kormoraninsel).

Im Gutshaus finden Lesungen, Konzerte und andere Aktivitäten statt, ist Bestandteil der Mittsommerremise.

Die Rosskastanien-Allee von Eickelberg <--> Eickhof wurde 2019 vom BUND zur Allee des Jahres gewählt.


Eghove (Eickhof) ist ein Ortsteil von Warnow, nahe bei Bützow. Burg (Wasserburg)/Gut Eickhof baute 1284 Ritter Johann von Zernin Ritterburg an der Warnow (auf ehemaligen wendischen Burgwall ?), nennt sie Burg Eickhof. Burg Eickhof wichtiges Glied großer Landesburgen von Mecklenburg (Ratzeburg, Gadebusch, Meklenburg, Dobin, Warnow (Eikhof), Bützow, Güstrow (und Bisdede), Werle, Kessin, Rostock).

1344 wird Schloss Eickhof erwähnt. Ende 19.Jh. abgebrannt teilweise wieder aufgebaut, nach 1945 (abgerissen), Burg abgetragen. Die verbliebenen baulichen Reste wurden teils für andere Zwecke genutzt, und der Standort war durch Ruinen geprägt. Wasserburg/ Schloss Eickhof heute nur noch ein bewachsener Hügel der an die einstige Wasserburg erinnert.

1494 bis 1945 die von Lützow Eigentümer des Gutes Eickhof.

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Wassermühle 25.11.1344 erstmalig erwähnt in einem Pfändungsvertrag zwischen Fürsten Albrecht und Johann an Heinrich von Bülow, nebst Schloß Eickhof, Eikelberg und Labenz, sowie 8 Hufen zu Laase und alle Hebungen zu Nakensdorf und Holdorf und Boden aus den Kirchspielen Bruel, Penzin und Sülten. 15.01.1841 abgebrannt, lt. Dorfchronik, im August 1841 wieder aufgebaut 09.11.1885 wiederholt abgebrannt, Juni 1886 wieder aufgebaut

Quelle: Mecklenburgisches Urkundenbuch Band (M.U.B.) IX, S. 594, Urkunde 6458, von 1875

Heute saniertes Denkmal

Eickelberg hatte eine Stellmacherei. Eickhof eine Schmiede mit Krug.


  • Erklärungen

Kirchspiel ein Bezirk, in dem ein Pfarrer predigen und die kirchlichen Amtspflichten ausüben darf; es bezeichnete ursprünglich einen Pfarrbezirk (Parochie), in dem mehrere Ortschaften einer bestimmten Pfarrkirche und deren Pfarrer zugeordnet sind. Vikarie bezeichnet historisch eine kirchliche Stiftung oder Pfründe, die das Vermögen zur Unterhaltung eines Vikars (Stellvertreters) darstellte, oft verbunden mit einem Haus. Patronat bezeichnet allgemein eine Schutzherrschaft, Schirmherrschaft oder die Förderung durch eine einflussreiche Person oder Institution. Mannlehen wurde im alten Recht des Heiligen Römischen Reiches unter dem Feudalismus seit dem Hochmittelalter im 12. Jahrhundert das patrilinear (Abstammungsordnung (Deszendenz), bei der Verwandtschaft, Erbe, Namen und soziale Zugehörigkeit ausschließlich über die männliche Linie, also vom Vater an den Sohn, weitergegeben werden) vererbte Lehen gegen Heerfolge bezeichnet.


Wissenswert

Die deutsche Flagge (Schwarz-Rot-Gold) hat ihre Wurzeln in den Befreiungskriegen (1813–1815), maßgeblich beeinflusst durch das Lützowsche Freikorps. Deren Uniformen – schwarze Röcke, rote Aufschläge, goldene Knöpfe – prägten die Farben, die später als Symbol für Einheit und Freiheit der Burschenschaften (1817) und der 1848er Revolution bekannt wurden

Verbindung zwischen Lützow und Schwarz-Rot-Gold: Die Truppe: Das Freikorps unter Adolf von Lützow bestand aus Freiwilligen, die gegen Napoleon kämpften, und war sehr populär. Die Uniformfarben: Schwarze Uniformen, rote Vorstöße und goldene (Messing-)Knöpfe bildeten die Basis. Symbolik: Die Farben wurden als "Aus der Schwärze der Knechtschaft durch blutige Schlachten (Rot) ans goldene Licht der Freiheit" interpretiert. Fahne: Eine Fahne der Lützower (schwarz-rot mit goldenen Fransen) wurde bereits 1813 in Dresden gesichtet. Tradition: Die Farben wurden von Studenten der Jenaer Urburschenschaft (viele waren Lützower Jäger) übernommen und beim Wartburgfest 1817 als Symbol der Einigkeit populär gemacht. Die Farben Schwarz-Rot-Gold wurden schließlich 1848 von der Nationalversammlung als Farben des Deutschen Bundes festgelegt und sind heute die Farben der Bundesrepublik Deutschland.

Lützows wilde Jagd Das Gedicht „Lützows wilde Jagd“ stammt aus der Feder von Theodor Körner.

Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein? Hör’s näher und näher brausen. Es zieht sich herunter in düsteren Reih’n, Und gellende Hörner schallen darein Und erfüllen die Seele mit Grausen. Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Was zieht dort rasch durch den finstern Wald Und streift von Bergen zu Bergen? Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt; Das Hurra jauchzt und die Büchse knallt; Es fallen die fränkischen Schergen. Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Wo die Reben dort glühen, dort braust der Rhein, Der Wütrich geborgen sich meinte; Da naht es schnell mit Gewitterschein Und wirft sich mit rüst’gen Armen hinein Und springt ans Ufer der Feinde. Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Was braust dort im Tale die laute Schlacht, Was schlagen die Schwerter zusammen? Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht, Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht Und lodert in blutigen Flammen. Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht, Unter winselnde Feinde gebettet? Es zuckt der Tod auf dem Angesicht; Doch die wackern Herzen erzittern nicht. Das Vaterland ist ja gerettet. Und wenn ihr die schwarzen Gefall’nen fragt: Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.

Die wilde Jagd und die deutsche Jagd Auf Henkersblut und Tyrannen! Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt! Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt, Wenn wir’s auch nur sterbend gewannen. Und von Enkeln zu Enkeln sei’s nachgesagt: Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.

Anmerkung: Körner verfasste das Lied 1813 (er fiel im selben Jahr) in Bezug auf das Lützowsche Freikorps. Bei der Suche nach einer deutschen nationalen Identität griff er deutlich Motive der "Wilden Jagd" auf. Diese Volkssage beschreibt eine Gruppe von mythischen Jägern, die besonders in der Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag (den Rauhnächten) durch die Lüfte jagen. Nach Körners Tod wurde das Gedicht 1814 in veränderter Form von Carl Maria von Weber vertont und entwickelte sich zu einem bis heute beliebten Chorlied, das auch unter den Titeln "Lützows wilde, verwegene Jagd" und "Was glänzt dort vom Walde?" bekannt ist.


Quellen:

Mario Niemann Mecklenburgische Gutsherren im 20. Jahrhundert: Erinnerungen und Biographien

Staatskalender Mecklenburg - Schwerin

Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin 1901 Bd. 4 : Die Amtsgerichtsbezirke Schwaan, Bützow, Sternberg, Güstrow, Krakow, Goldberg, Parchim, Lübz und Plau Seite 148-153 Eickelberg

Dr. Georg Christian Friedrich Lisch Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1871

von Maltzahn https://de.wikipedia.org/wiki/Maltzahn

von Hahn https://de.wikipedia.org/wiki/Hahn_(kurländisches_Adelsgeschlecht)

von Bülow https://de.wikipedia.org/wiki/Bülow_(Adelsgeschlecht)

von Behr https://de.wikipedia.org/wiki/Behr_(Adelsgeschlecht)

von Bibow https://adel-mecklenburgs.fandom.com/de/wiki/Spezial:Suche?scope=internal&navigationSearch=true&query=+Bibow

von Bibowhttps://de.wikipedia.org/wiki/Bibow_(Adelsgeschlecht)

von Zernin Mecklenburgisches Adelsgeschlecht niederdeutschen Ursprungs, das sich nach dem Dorf Zernin bei Bützow benannte. Zwei verschiedene Wappen: a) ein Flügelpaar, b) ein Löwe. Johann Zernin in Eickhof (1280 - 1315), Ritter, 1289 auf dem Reichstag in Erfurt, Verfügte über Besitz in Groß und Klein Görnow. Veräußerte Rechte in Holzendorf,Groß Görnow, Eickelberg, Zernin.

Ernst Kirchberg, Mecklenburgische Reimchronik, hg. v. Christa Cordshagen & Roderich Schmidt, Köln, Weimar & Wien 1997. Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB) https://adel-mecklenburgs.fandom.com/de/wiki/Heinrich_Zernin_(1302_1308) https://adel-mecklenburgs.fandom.com/de/wiki/Spezial:Suche?query=zernin&scope=internal&contentType=&ns%5B0%5D=0&ns%5B1%5D=2900




Anmerkung: In der folgenden Liste werden bekannt gewordene chronistische Arbeiten gelistet. In blauer Schrift erscheinen Arbeiten die digital verfügbar sind. In In roter Schrift gelistete Titel sind, meist aus urheberrechtlichen Gründen, noch nicht digitalisiert. Aber auch Chroniken die bekannt geworden sind, deren Verbleib aber bislang nicht bekannt ist, sind Bestandteil der Liste.

Weiterführende Information zu Eickelberg

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Ernst Schützler, Qualitz