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===Kaiserreich (1871-1918)===
 
===Kaiserreich (1871-1918)===
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1872 wird Ludwig Heinrich Hunzinger Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1895).
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1873 Poststation in Mestlin.
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1877 Klosteramt Dobbertin 1877 - heißt die Inschrift einer Tafel an der Stirnseite des Gutshauses. In den siebziger Jahren des 19. Jh. wurden die Häuser der Tagelöhner des Gutes entlang der Dorfstraße (heute Fritz - Reuter - Str., Goldberger Str.) erbaut.
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1887 erstmalige Erwähnung der zweiten Mestliner Schule
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''Nachschlagewerk 1894''
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''In der "Mecklenburgischen Vaterlandskunde" (2. Auflage, Wismar, Herausgeber W. Raabe) wird Mestlin beschrieben: "Mestlin, Poststation, 1 1/4 Meile westlich von Goldberg, wichtiger Knotenpunkt unseres Chausseeverkehrs, da sich hier die vier Chausseen von Parchim, Crivitz, Sternberg und Goldberg vereinigen. Südlich der Dobbertiner Klosterforst. Pachthof von H. Dehns (Schmiede). Dorf mit Pfarrkirche, Schule (2), Förster, Mühle, Krug, Ziegelei. - Hof und Dorf 887,7 ha. 295 (240) Einw."''
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''Folgende Anekdote aus dem Mecklenburg Buch von E. Schulz (Hinstorff Verlag, 1938) könnte sich zu dieser Zeit in Mestlin zugetragen haben: Ein Junge von sieben Jahren aus einem Gutsdorf kam einmal zu spät zur Schule, weil er die Zeit verschlafen hatte. Der Lehrer fragte ihn, wann er zu Bett gegangen sei. "Weet ik nich", war die Antwort. Darauf der Lehrer: "Wär't all düster?" Nach kurzem Überlegen sagte der Junge: "Pläugen harr'n noch künnt."''
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1895 wird Karl Axel Walter Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1918).
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Ende 1895 lebten in Mestlin 270 und in Ruest 305 Einwohner.
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''Buch um die Jahrhundertwende''
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''Wie könnte es um die Jahrhundertwende auf dem Gut Mestlin ausgesehen haben? Ein Berliner Arbeitsloser (Name unbekannt), den es auf ein Gut in Mecklenburg verschlagen hatte, schildert seine Erlebnisse: "Hofgängerleben in Mecklenburg". Mit einfachen Worten charakterisiert er die Leute mit denen er zusammentrifft: Inspektor, Knechte und Mägde, Tagelöhner und Hofgänger (... nach mecklenburgischen Begriffen sind die Fremden, die als Hofgänger nach Mecklenburg kommen, zu weiter nichts nütze. ...), er beschreibt das Dorf, das Gutshaus, Lüdstuw, Katen, ... und das tägliche Leben der Leute.''
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1917 Bernhard Berckemeyer pachtet das Gut Mestlin (bisheriger Pächter Hans Dehns). Besitzer ist das Kloster Dobbertin. Ein Jahr später wird der gesamte Klosterbesitz vom Staat übernommen. B. pachtete bereits seit 1906 das Gut Weisin bei Lübz. 1936 kauft er das ehemalige Gut seiner Eltern in Gr. Thurow zurück.
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1917 war Mestlin in einem sehr schlechten Zustand. Die etwa 60 Familien führten ein schweres Leben. Mitte der zwanziger Jahre meliorierte B. große Flächen um das Gut aufzubauen. Für Vimfow stellte B. den Statthalter Briese ein, für Mestlin den Pferdestatthalter Prestin. Statthalter war in Mestlin zu jener Zeit Hahn.
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1914 - 1918 Wieder gibt es Opfer unter den Mestlinern: Gedenktafel auf dem Friedhof.
  
 
===Weimarer Republik (1918-1933)===
 
===Weimarer Republik (1918-1933)===
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1918 wird Friedrich Wehner Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis ?).
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1926 B. Berckemeyer führt umfangreiche Meliorationsmaßnahmen in Mestlin durch.
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Gutspächter Major a. D. Berckemeyer war die führende Kraft im Mestliner Kriegerverein. Der Verein organisierte zahlreiche gesellschaftliche Ereignisse (Kriegerbälle, Versammlungen, Kinderfeste).
  
 
===Drittes Reich (1933-1945)===
 
===Drittes Reich (1933-1945)===
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1934 wird Otto Schmidt Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis ?).
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''Autobiographischer Roman 1986''
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''1986 erscheint die Autobiographie von Irene Zacharias unter dem Titel: "Meine sieben Kinder und der Lauf der Welt" (267 Seiten). Irene Zacharias, geboren 1903 in Berlin heiratete 1924 den Bauern Paul Holz in Poitendorf bei Parchim. 1938 übernimmt die Familie einen 200 Morgen großen Bauernhof in Ruest. Dort lebt sie bis 1951. In einfachen bewegenden Worten beschreibt sie ihre Erlebnisse und damit die damaligen Verhältnisse in Mestlin und Ruest. Erwähnt werden beispielsweise die Nachbarn Wahrmann und Ehmcke, die Bauern Nehls, Dollase, Peglau, Radke, die Bauernfrauen Elsa Welzin, Ida Rinsche, der Gastwirt Brennke, der Bürgermeister Martens. Im Vordergrund steht jedoch die Geschichte ihrer Familie, die Geschichte ihrer acht Kinder.''
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1939 wird Friedrich Heise Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1974).
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Mestlin hat 1939 369 Einwohner
  
 
===SBZ und DDR (1945-1990)===
 
===SBZ und DDR (1945-1990)===
  
===Die heutige Zeit===
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1945 durch die Flüchtlingswelle nach Ende des 2. Weltkrieges verdoppelt sich die Einwohnerzahl von Mestlin. Die Unterbringung der Umsiedler aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern erfolgt provisorisch in den Gutshäusern von Mestlin und Vimfow, in den Schulen, im Pfarrhaus und in vielen Dachkammern.
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Mestlin bietet Ende des Weltkrieges ein armseliges Bild: die Wasserversorgung erfolgte aus 5 Pumpen, elektrisches Licht gab es nur im Gutshaus - in den Katen wurden Tranfunzeln genutzt, die Dorfstraßen sind unbefestigt.
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Der ehemalige Pächter Berckemeyer hat das Dorf verlassen.
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Im Forsthof wurden sowjetische Truppen zur Bewirtschaftung des Gutes stationiert.
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1945 übernimmt die sowjetische Armee die Bewirtschaftung des Gutes gemäß Anordnung der Landesverwaltung vom 26.9.1945 zur Erhaltung von Gütern als Großbetriebe.
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1945 Durchführung der Bodenreform in Kadow (28 Neusiedler) und Büthberg (27 Neusiedler)
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Oktober 1945 wird der Unterricht an den zwei einräumigen Schulen in Mestlin wieder aufgenommen. Für knapp 150 Schüler sind 2 Lehrer da.
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Sommer 1946 wird das Mestliner Landesgut der Landesverwaltung Mecklenburg übergeben und die Rote Armee zog ab
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Im Prozeß der Demokratisierung wurden in Mestlin ein Verwalter und ein Inspektor eingesetzt.
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Mit Anordnung vom 18. Juni 1946 wurde vom Landrat des Kreises Parchim das bisherige Landesgut Mestlin-Vimfow dem Bürgermeister Martens in Treuhänderschaft zur Aufteilung übergeben.
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1.9.1946 wird in Mestlin der geregelte Unterricht mit drei Lehrern aufgenommen (Hr. Wolf, Hr. Schmidt, Frl. Kröhn) für 175 Schüler. Vor 1945 gab es zwei Schulen: die kleine (Klasse 1 - 4) und die große (Klasse 5 - 8) mit zwei Lehrern.
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''Augenzeugenbericht 1949''
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''Günther Pöpperl berichtet über die Mestliner Schulen: Es gab zwei Schulen. Beide waren in Wohnhäusern in Mestlin integriert und hatten jeweils zwei Klassenräume.''
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''Die große (Klassen 5 - 8) war die Schule mitten in Mestlin am Weg von der Hauptstraße zur Kirche. Die Räumlichkeiten dieser Schule waren ein Raum von 28 Quadratmetern und ein Raum von 12 Quadratmetern. Gegenüber dieser Schule / Wohnhaus, nur getrennt durch den Schulhof (ist heute der Weg zum Friedhof) stand eine große Scheune auf deren Giebelseite sich zur Schule hin ein Storchennest befand. Dies war jedes Jahr bewohnt. Die Toilettenanlagen gab es für die Schüler über den Hof (mit einer Grube).''
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''Die kleine Schule (Klassen 1 - 4) befand sich gleich nach dem Ortsschild aus Richtung Vimfow auf der rechten Seite. In dieser Schule wohnte auch der Lehrer Wolf. Er war für alle Klassen verantwortlich, insbesondere für den Musik- und den Mathematikunterricht. Die Leidenschaft von Lehrer Wolf war das Klavierspiel. Der Musikunterricht wurde bis 1954 gleichzeitig mit 4 bis 5 Klassen abgehalten. Bei diesem Unterricht saß Lehrer Wolf immer am Klavier mit dem Rücken zur Klasse. Wenn die Schüler seinem Unterricht nicht mehr aufmerksam folgten, kam es gegenüber Ungehorsamen immer wieder zu lautstarken Wutausbrüchen. Viele Jungen bekamen dabei von ihm fast die Ohren "abgedreht".''
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''Hans Wolf war von 1951 bis 1955 Schulleiter. 1955 ging er nach Schwerin''
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Oktober 1946 Wahl einer Gemeindevertretung in Mestlin, bis dahin war nur der Bürgermeister eingesetzt
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8. Juli 1947 Bodenreform in Mestlin (128 Neusiedlungen inkl. Vimfow). 101 ha Land werden vom VEG Herzberg zur Bewirtschaftung übernommen (bis zur Gründung der LPG)
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''Bodenreform 1947''
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''Aus dem Protokoll: Am 8. Juli wird die Aufteilung der ehemaligen Güter Mestlin und Vimfow vorgenommen. Der Kommission gehören an Herr Martens (Bürgermeister Mestlin), Herr Löppke (1. Vorsitzender der V.d.g.B. Mestlin), E. Hennings (2. Vorsitzender), die Beisitzer Otto Pohl, Kurt Persigel, Ernst Schulz, Frau Brockmann, als Unterschriftsbevollmächtigter Herr Cordts, der Vorsitzende der Gemeindekommission Herr Hoffmann, sein Stellvertreter Herr Pautlitz sowie die Mitglieder Heinrich Schröder, Wilhelm Dommer und Ella Gerber.''
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''Aufgeteilt wurden 315 ha der Gemarkung Vimfow, d. h. Äcker, Wiesen, Weiden, Wald und Gebäude. 34 Neusiedler sollten jeweils etwa 8 ha Acker, 3 Handwerker (Stellmacher, Schmied, Böttcher) jeweils einen Hektar Ackerfläche erhalten, dazu Hofraum und Garten. Die Verlosung des Ackers erfolgte am 15.7.1947.''
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''In der Gemarkung Mestlin waren 1380 Hektar aufzuteilen (davon 765 ha des früheren Landesgutes). In Abhängigkeit von der Bodenqualität sollten 80 Siedler und 20 Handwerker jeweils etwa um 6.4 ha Acker und einen Hektar Wald erhalten, dazu eine Fläche für Haus, Hof und Garten. Zur Gebäudeverteilung heißt es: Die ehemaligen Tagelöhner verbleiben in ihren Wohnungen. In den Gebäuden, in denen 3 - 4 Familien wohnen, künftig aber nur für 2 Siedlerfamilien vorgesehen sind, wird denen die Wohnung zugesprochen, die am längsten am Orte sind. Die neu ankommenden Siedler losen gleichzeitig mit dem Acker ihre Bauparzelle (Verlosung am 17.7.1947).''
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''Es wird der Vorschlag unterbreitet, die beiden Mestliner Schulen gegen eine Zentralschule, unterzubringen im ehemaligen Gutsgebäude, auszutauschen. Der Gutspark soll als Schulhof, der Gutsgarten als Lehrergarten genutzt werden.''
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''Der Teich an der Dorfstraße soll als Gemeindefeuerlöschteich genutzt werden.''
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''Die V.d.g.B. erhält zur Verpachtung: die Gastwirtschaft mit Saal (derzeitiger Pächter Herr Hartig), die Stellmacherei, die Schmiede und die Ziegelei.''
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April 1949 Einrichtung einer Maschinenausleihstation (MAS) im ehemaligem Gutshaus mit 28 Arbeitern (aus dem Maschinenhof Goldberg). Zur Verfügung standen u. a. 6 Traktoren für 20 Dörfer.
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Die MAS war insbesondere für die Neubauern eine große Hilfe. Die oftmals manuell ausgeführten Feldarbeiten konnten mechanisiert werden. Getreide mußte nicht mehr mit der Hand gemäht werden, Kartoffeln nicht mehr mit der Hacke geerntet werden.
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''Augenzeugenbericht 1950''
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''Einen Bericht über die damalige Lage in Vimfow, wo es ähnlich wie in Mestlin aussah (Ankunft 1949 in Vimfow, 6 Jahre jung):''
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''Es ist ein Ort mit wenigen Häusern, mitten durch den Ort geht eine Straße in Richtung Goldberg. 4 Wohnhäuser mit jeweils 3 Eingängen,1 Gutsherrenhof, einen großen Pferdestall, 4 große Scheunen.''
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''Im Zentrum des Ortes befinden sich zwei Teichanlagen in denen auch Fische sind. Ein Teich in Wohnhäusernähe und einer im Bereich des Gutshofes. Der Ortskern besteht aus 4 Häusern zu je 2 bis 3 Wohneinheiten zu ebener Erde. Jeweils zwei dieser Häuser, auf jeder Strassenseite,im Zentrum befindet sich ein Wasserbrunnen mit einer Schwengelpumpe bei der alle Wasser holten, die im Ort wohnen. Es gibt kein elektrisches Licht in diesem Ort.''
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''Wir wohnen mit 20 Personen in unterschiedlichen Räumen auf dem altem und einzigen Gutshof des Ortes der von großen Scheunen und einem Pferdestall umgeben ist, in der Mitte dieses Gutshofes ist auch der größere Dorfteich, in dem man im Sommer baden kann und in dem es auch Fische gibt.''
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''Kinder gibt es in diesem Ort ca. 10 in unterschiedlichen Altersklassen. Die meisten Bewohner dieses Ortes waren Umsiedler oder Flüchtlinge, die sich nach dem Krieg dort angesiedelt haben.''
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''Dieses Dorf gehört verwaltungsgemäß zu der Gemeinde Mestlin und Ruest, auch die Schule befindet sich ca. 2 km entfernt in Mestlin.''
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''Daß ich jetzt in das Dorf meiner Mutter geholt worden bin, hatte mit der Einschulung 1949 zu tun. Der Umzug meiner Mutter Elli Pöpperl mit der Familie Hermann Schulz von Lutherstadt Wittenberg nach Vimfow war zu dieser Zeit abgeschlossen. Hermann Schulz und dessen Mutter Hellene Schulz haben in Vimfow Land übertragen bekommen um es zu bewirtschaften; damit wollten sie sich ein neues Leben aufbauen da es zu dieser Zeit in Sachsen fast nichts zu Essen gab.''
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''Ich bin in dieser Umzugsphase schwarz über die grüne Grenze nach Karlshafen in Westdeutschland zu meiner Großmutter gebracht worden und Anfang 1949 nach Vimfow geholt worden.''
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''Günther Pöpperl geb. 3 März 1943 in Lutherstadt Wittenberg''
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1949 Eine Landwirtschaftliche Dorfgenossenschaft wird gegründet.
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Sie versorgte die Bauern mit wichtigen Bedarfsgütern, wie Saatgut, Futtermittel, Düngemittel, aber auch Werkzeuge, Geräte und landwirtschaftliche Maschinen.
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10. Dezember 1949 Gründung der Betriebssportgemeinschaft "Traktor" (heute SV Grün Weiß Mestlin e. V.)
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Am 1.5.1950 wurde die Ortsgruppe des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) gegründet (25 Mitglieder).
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1950 Anschluß der Gemeinde Kadow an Ruest.
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Mestlin hat 1950 689 Einwohner
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1950 Erste eigene Werkstatt der MAS gebaut.
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1950 Elektrifizierung von Mestlin abgeschlossen.
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1951 Vereinigung der Landwirtschaftlichen Dorfgenossenschaft mit der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe zur VdGB/BHG.
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1951 Anschluß der Gemeinde Ruest an die Gemeinde Mestlin. Herr Pigulla wird Bürgermeister.
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Im Februar 1952 beschließt die Regierung Mecklenburgs 180 "Beispieldörfer" zu schaffen, eines soll Mestlin werden.
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Ende Juli 1952 beginnt in Ruest die große Bauernflucht. In verschiedenen Schreiben vom Rat der Gemeinde heißt es: 8.11.52 Bauern Kientopf und P. Cords sind unbekannt verzogen, 8.2.53 Max Schäfer in den Westen, Heinrich Radtke Juli 52 in den Westen, 7.4.53 Else Adrian in den Westen, November 1953 Else Jarchow in den Westen, ...
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''Augenzeugenbericht 1952''
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''Günther Pöpperl erinnert sich: Vimfow 1952 Die Bauernflucht 1952 in Ruest hat auch in unserem Dorf zu vielen Diskussionen und Erzählungen geführt. Ich kann mich genau daran erinnern wie sich unsere Mütter wöchentlich abends beim Licht einer Karbidlampe zum Federnrupfen getroffen haben. In diesen Runden wurde heftig diskutiert.''
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21.8.1952 Gründung der LPG "Neues Leben" (25 Landarbeiter und Werktätige, Typ III)
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Viehhaltung und Grünlandwirtschaft wurden in den genossenschaftlichen Betrieb überführt. Hof, Garten und etwa 1/2 Hektar Land blieben zur individuellen Nutzung. Unter den Gründungsmitgliedern sind Karl Breitmoser, Gertrud Lang, Johann Laube, Meta und Georg Seising und Luzie Werner. Nach 20 Monaten hatte die LPG bereits 200 Mitglieder
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''Publikation: 1953 ...''
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''Seit 1953 erscheint die Dorfzeitung der MTS Mestlin unter dem Titel "Arbeiter und Bauern". 1956 / 1957 ist sie ohne Titel, ab 1958 ist der Titel "Das Banner". Ab 1958 gibt es eine kleinere Ausgabe für die Jugend: "Der Sturmvogel, Zeitung der Jugend des MTS Bereiches Mestlin". In den Zeitungen werden vor allem aktuelle Probleme des sozialistischen Aufbaus behandelt: ... Sozialistische Produktion überlegen ... Wettbewerb brachte uns voran ... Die größte LPG unserer Republik zieht Bilanz ...''
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1953 Die MAS wird zur Maschinen - Traktoren - Station (MTS).
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''Augenzeugenbericht 1953''
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''Günther Pöpperl erinnert sich: Die Unterbringung der Schule auf dem Gutshof hatte sich wahrscheinlich zerschlagen, da 1953 eine nagelneue Holz-Schulbaracke mit vier Klassenräumen und zwei Lehrerzimmern zwischen der Kirche / dem Friedhofseingang und der Schule aufgestellt wurde. Dies war damals ein großes Ereignis. Viele Schüler hatten gleich Namen von Jungen und Mädchen eingeschnitten, und es gab deshalb viel Aufregung. Jeder Schüler pflanzte einen Pappelbaum im Bereich der Ziegelei in der Nähe von Kadow.''
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1953 Neugestaltung von Mestlin beginnt
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In der Folgezeit entstehen bis 1962: ein großes Kulturhaus, ein Landambulatorium, eine Kinderkrippe, ein Kindergarten, eine 10-klassige polytechnische Oberschule, eine zentrale Wasser- und Abwasserversorgung, ein Konsum, ein Landwarenhaus für Lebensmittel, Textilien und Industriewaren sowie eine Konsumgaststätte mit Fremdenzimmer und eine HO-Gaststätte neben 152 kommunalen Wohnungen. Mestlin wurde zum sozialistischen Musterdorf ausgebaut.
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1954 Die VdGB/BHG wird aufgelöst.
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1.4.1954 wird das Ambulatorium eröffnet. Unter der Leitung eines Facharztes für Chirurgie enthält es u. a. eine zahnärztliche Praxis, eine Bestrahlungsabteilung und Spezialeinrichtungen für Ultraschall-Therapie, eine Abteilung für medizinische Bäder und 31 Betten für die stationäre Behandlung.
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1954 Konsum und Gaststätte werden eröffnet.
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Mai 1954 ein Kindergarten (60 Plätze) und eine Kinderkrippe (45 Plätze) werden eröffnet.
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1954 Grundsteinlegung zum Kulturhaus Mestlin. Sie stand unter der Losung: "Der Aufbau unseres Musterdorfes fördert die Entwicklung des kulturellen Lebens auf dem Lande und festigt das Bündnis Stadt und Land"
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16.9.1955 Die Ernst - Thälmann - Straße und der Marx - Engels - Platz erhalten nach dem Beschluß der Gemeindevertretung ihre Namen.
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1956 Im Januar öffnen die neue Lebensmittelverkaufsstelle und die Verkaufsstelle für Haushaltsbedarf, im März eine Verkaufstelle für Textil- und Schuhwaren.
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1957 Zusammenlegung der Ruester und Mestliner Schulen.
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Am Samstag, den 19.10.1957 fand die feierliche Einweihung des Kulturhauses in Mestlin statt.
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''Schweriner Volkszeitung am 21.10.1957''
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''Am Montag, den 21. Oktober 1957, schrieb die "Schweriner Volkszeitung", das Bezirksorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands: Sozialistisches Dorf erhielt Kulturhaus: In einer festlichen Veranstaltung weihten am Sonnabend die Mestliner Traktoristen, Genossenschafts- und auch Einzelbauern ihr Kulturhaus ein. Damit wurde das elfte und sicher größte und schönste Landeskulturhaus unseres Bezirkes den Menschen in der größten LPG unserer Republik übergeben.
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"Dieses Ereignis ist für das einstmals arme Gutsdorf und heute sozialistische Dorf Mestlin eine Krönung all dessen, was durch unsere Arbeiter-und-Bauernmacht in den letzten Jahren geschaffen wurde", erklärte Genosse Franz Höppner...
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Der Bürgermeister der Gemeinde, Genosse Langemer, versicherte, daß dieses Haus eine Stätte der Kultur, eine Stätte des Lernens werden wird. Nach dem großen Festprogramm, an dem bekannte Künstler des Schweriner und des Parchimer Theaters sowie das Kulturorchester Ludwigslust und Kulturgruppen aus Mestlin und Parchim mitwirkten, war der Festsaal von dem frohen Treiben bei Tanz und Spiel erfüllt.''
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1958 umfaßt Mestlin die Ortsteile Mestlin, Ruest-Dorf, Ruester-Krug, Kadow, Büthberg und Vimfow mit insgesamt 1539 Einwohnern. Wirtschaftliche Zentren sind die MTS (ca. 300 Beschäftigte incl. 6 Stützpunkte), die LPG "Neues Leben" (264 Mitglieder, über 2000 ha, d. h. die zweitgrößte LPG der DDR) und die Ziegelei, im Mittelpunkt stehen weiterhin das Kulturhaus, Ambulatorium, Kindergarten und Kinderkrippe.
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Am 12.-13.7.1958 wurde in Mestlin das I. Kreis-"Maisfest" gefeiert. In der Zeitung heißt es darüber: "Neben vielerlei Veranstaltungen an diesem Wochenende in Mestlin, neben Platzkonzerten, Filmvorführungen, Tanz auf Freitanzdielen, neben Ausstellungen modernster landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte und neben einer Tierschau, wird zweifellos der Festumzug mit der Hochzeit von Herrn Mais und Fräulein Rübe einen Höhepunkt bilden".
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25.5.1959 hat Mestlin 1505 Einwohner (Mestlin 988, Ruest 303, Vimfow 117).
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1959 Eröffnung der neuen zehnklassigen polytechnischen Oberschule in Mestlin.
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1959 besitzt die MTS (incl. der sechs Außenstützpunkte) 100 Traktoren und landwirtschaftliche Großmaschinen wie Mähdrescher, Kartoffel- und Rüben- Vollerntemaschinen, Maiskombines, Legemaschinen, ... .
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1959 die LPG "Neues Leben" (neben der MTS der zweite "Großbetrieb" in Mestlin) gehört mit 270 Mitgliedern und ca 2000 ha Nutzfläche zu den größten der DDR.
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Am 29.-30.8.1959 wurde in Mestlin das II. Kreis-"Maisfest" gefeiert.
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''Broschüre 1960''
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''Zum 15. Jahrestages der Bodenreform wurde eine Broschüre unter dem Titel "Römnitz und Mestlin zwei Gemeinden in Deutschland" herausgegeben. Die Broschüre beschreibt die unterschiedlichen Entwicklungen, die das sozialistische Mestlin und das kapitalistische Römnitz seit Kriegsende genommen haben. Gemeinsam ist den Dörfern, daß vor 1945 B. Berckemeyer in Mestlin, danach in Römnitz Pächter war.''
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10.3.1960 Gründung von 2 LPGen vom Typ I ("Volle Ähre" und "Frieden"). Mestlin ist damit vollgenossenschaftlich
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Der Konsum verkaufte 1960: 90 Fernseher, 20 Kühlschränke, 18 Waschmaschinen, 11 Nähmaschinen, 30 Motorräder, 43 Mopeds, 45 Fahrräder, ...
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Am 13.12.1961 lösten sich Teile der Decke im Hörsaal des Kulturhauses während einer Parteiversammlung. Es gab einige Verletzte. Der anfangs aufkommende Sabotageverdacht bestätigte sich nicht.
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1.1.1962 Mestlin hat nur noch die LPG "Neues Leben" vom Typ III.
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Mai 1962 erneuter Beginn der Arbeiten am Sportplatz Mestlin, die ursprünglich im März 1960 begonnenen Arbeiten wurden zwischenzeitlich eingestellt.
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1962In Mestlin, d. h. einschließlich der Ortsteile Ruest-Dorf, Ruest-Ausbau, Vimfow und Kadow, leben 1620 Personen.
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1962 Eröffnung der Turnhalle, die Schule hat 237 Schüler.
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1962 existieren in Mestlin ein Dorftheater, ein Blasorchester, eine Volkstanzgruppe, zwei Gesellschaftstanzzirkel, zwei Tanzkapellen, eine Gymnastikgruppe und ein Film- und Fotozirkel.
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1964 die RTS wird aufgelöst.
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1965 die Schule hat 465 Schüler.
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''Dokumentarfilm 1966''
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''In Mestlin wird 1966 ein 20minütiger Dokumentarfilm unter dem Titel: "Auf einer LPG in Mecklenburg" gedreht. Er beschreibt das Dorf und seine Bewohner: die LPG "Neues Leben" und die MTS, das Kulturhaus und die Schule (mit Fahnenappell), das Gutshaus und die Siedlungshäuser mit Gärten, Kirche und Pfarrhaus, neue Mietshäuser, Kindergarten, Gemeindehaus, Konsum, ... Man erfährt, daß die LPG 50 Traktoren, 6 Raupenschlepper und 6 Mähdrescher hat. Man sieht Bauern Lüth in einer Traktorenbrigade, seine Frau in der Viehwirtschaftsbrigade, deren Eltern auf dem privaten Ackerstück, mit der eigenen Kuh, deren Tochter Edith in der Schule. Man sieht Studenten beim Kartoffeln sammeln, man sieht den LPG-Vorsitzenden Karl Meiler auf der Hauptversammlung: Fräulein Witt und Fräulein Michalski beantragen die Aufnahme in die LPG. Und das rote Transparent im Dorf mit weißer Schrift:''
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Vorwärts zu neuen Erfolgen /
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im sozialistischen Wettbewerb! /
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Dem Volke zu Nutzen - /
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der Republik zu Ehren!
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1971? Gründung der LPG (T) und der LPG (P).
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1972 Folgender Auszug aus dem Programm des Kulturhauses belegt die umfangreiche Zirkeltätigkeit: Filmaktiv für Kinder, Pioniertheater, Foto, Tonstudio, Jugendtanzkapelle, Singeclub, Modelleisenbahner, Chor der Erwachsenen, Junge Sanitäter, Junge Talente, Volkstanz für Kinder, Junge Volkskorrespondenten, Geschickte Hände I, Geschickte Hände II, Junge Philatelisten.
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1974 - 1983 ist die Pfarre in Mestlin nicht besetzt.
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Am 29.8.1974 wird der Gemeindeverband Mestlin mit den Gemeinden Mestlin, Grebbin, Herzberg, Zökow, Groß Niendorf gegründet.
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1978 steigen die Mestliner Fußballer in die Bezirksklasse auf.
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1978 Um das Kulturhaus finden regelmäßig politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse statt, wie z. B. die "Festtage der Kultur und des Sports - 1978"
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1979 Zusammenlegung mit Schule Kladrum.
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1982 Erweiterungsbau der Schule wird eröffnet, 420 Schüler.
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1983 wird Matthias Ortmann Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis ?).
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1986 verstirbt Fritz Neumann, der amtierende Bürgermeister von Mestlin
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1987 675 Jahrfeier in Mestlin
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1987 wird Mestlin als sportlichstes Dorf im Bezirk Schwerin ausgezeichnet.
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===Die heutige Zeit bis 2000===
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1990 Die Wende bringt für Mestlin zahlreiche Probleme. Erste Pläne sehen die Entwicklung zum Dienstleistungs- und Tourismuszentrum vor.
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1993 wird Jens Krause Pfarrer von Mestlin / Ruest
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1993 wird Mestlin an das Erdgasnetz angeschlossen. Jedes Haus hat Telefon und Kabelfernsehanschluß. Es entstehen einige Eigenheime.
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''Broschüre 1994''
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''Unter dem Titel "Ruest - Vom Werden und Vergehen meines Heimatdorfes" beschreibt Johann-Georg Nehls (1918 - 1997) die Geschichte seines Heimatdorfes in einer 56seitigen Broschüre. Nicht ohne Traurigkeit und Verbitterung wird die Geschichte seiner Familie (seit 1833 Pächter / Besitzer eines Bauernhofes in Ruest) bis zum Verlassen des Dorfes 1952 dargestellt. Man gewinnt den Eindruck, daß der Aufbau von Mestlin den Zerfall von Ruest nach sich zog.''
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1995 - 1999
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Welche Ereignisse machen Schlagzeilen in Mestlin?
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Positiv zu erwähnen sind die Erfolge von Manfred Ziebarth's Fußballmannschaften des SV Grün-Weiß Mestlin. Ebenfalls vielversprechend die Aktivitäten des Fördervereins "Mestliner Kulturhaus" e. V.. Oder die Einweihung des neuerbauten Klärwerkes im November 1998 (1,7 Mio DM Investitionsvolumen).
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Weitere Nachrichten, wendebedingt, klingen nicht so gut: Überfälle auf die Sparkasse im Juli 95 und im Januar 99. Der Überfall im Juni 99 mit Geiselnahme war zum Glück nur eine Übung. Die endlose Geschichte (95 - 97) mit dem Kabelfernsehen. Das Hin (Nov. 95, Gemeindevertretung Groß Niendorf) und Her (Jan/Feb 97, Bürger protestieren) um den Bau einer Windkraftanlage. Oder die Zukunft der Mestliner Schule: im März 97 bereits auf der Gemeindevertretersitzung diskutiert, im Juni 98 dann deren Zielstellung: Grundschule und Verbundene Haupt- und Realschule sollen bleiben. Dann aber im März 99 die Entscheidung des Kreistages: Mestlin wird Grundschulstandort, Dobbertin wird Realschulstandort.
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Mai 1997 Gründung des Fördervereins "Kulturhaus Mestlin" e. V. Der Verein wurde am 31.12.2004 aufgelöst.
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Oktober 1999 Erntefest in Mestlin
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Dezember 1999 50jähriges Bestehen des Sportvereins Grün Weiß Mestlin
  
 
==Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:==
 
==Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:==
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== Bedeutende Persönlichkeiten aus Mestlin ==
 
== Bedeutende Persönlichkeiten aus Mestlin ==
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[[Mestlin - Personengeschichte]]
  
 
==Opfer von Krieg und Gewalt aus Mestlin==
 
==Opfer von Krieg und Gewalt aus Mestlin==

Aktuelle Version vom 14. März 2026, 15:17 Uhr


Kenndaten der Ortschronik
OrtMestlin
Zeitlicher Schwerpunktxxxx-xxxx; fortlaufend
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2026
Publikationsdatumveröffentlicht
Inhaltliche KategorisierungGeschichte der Gemeinde Mestlin
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung


Die Geschichte von Mestlin (Chronologie)

Mestlin im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Um 1250 wird die erste Mestliner Kirche erbaut, der Chor ist davon noch heute erhalten. Im "Lisch" wird dazu 1856 geschrieben:

Kulturhistorisches Nachschlagewerk

Jahrbücher des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde, Friedrich Lisch, Schwerin 1856: Die Kirche zu Mestlin bei Dobbertin besteht aus Chor, Schiff und Thurm. Der Chor hat eine quadratische Grundform, mit grader Altarwand, und ist von Feldsteinen (Granitquadern) erbauet; der Sockel und die Ecken sind regelmäßig behauen. Die schmalen Fensteröffnungen haben schräge eingehende glatte Laibungen; ob sie rund oder im Übergangsstyle leise gespitzt gewölbt sind, läßt sich nicht mehr genau erkennen, da in den Fensterwölbungen wohl schon oft restauriert ist. Der Giebel hat Rundbogennischen. Der Chor stammt also sicher aus der Zeit, in welcher unsere meisten Kirchen gebauet sind, ungefähr aus dem J. 1230. Das Schiff ist ein hohes, schönes Gebäude im Spitzbogenstyle, von sehr großen Ziegel, und hat dreitheilige Spitzbogenfenster. In der Mitte des Schiffes stehen zwei schlanke Pfeiler, welche schöne Spitzbogengewölbe tragen. Dadurch wird die Kirche in zwei Schiffe getheilt. Die Pfeiler, welche Sockel haben, sind achteckig und so gestellt, daß 4 Ecken unter den Gewölbescheidungen stehen und mit Diensten bekleidet sind; es laufen also nach den 4 Weltgegenden 4 Dienste an den Pfeilern hinauf. Die in jüngern Zeiten in schwarz, grau und weiß bemalten Gewölberippen haben einen eigentühmlichen, sonst noch nicht beobachteten Schmuck, indem sie mit zahlreichen Scheiben oder Rippenschilden besetzt sind. Diese Scheiben, von 10" Durchmesser und ungefähr 1" Dicke, sind von gebranntem hellgelben Thon und mit verschiedenen Reliefs, wie Sternen, Kreuzen, Rosetten u. s. w., verziert, welche immer mit verschiedenen Farben bemalt sind. Die Südpforte ist von 6 Wulsten eingefaßt und von abwechselnd schwarzen, grünen und rothen Ziegeln aufgeführt. Das Schiff wird ungefähr aus der Mitte des 14. Jh. stammen oder um diese Zeit auf seine jetzige Weise eingerichtet sein. Die Pforte im Thurme ist ebenfalls aus hellgrün glasurten und rothen Ziegeln aufgebauet.

Etwa von 1230 bis 1256 wird auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Parchim der Landesausbau durch Fürst Pribislaw von Parchim (herrschte von 1229 - 1256, nach seiner Vertreibung war Nicolaus von Werle der lokale Herrscher) vorangetrieben. Er wurde unterstützt durch eine Reihe von Adligen. Ihre Namen werden auf Urkunden jener Zeit erwähnt.

Am 9. Oktober 1312 wird Mestlin erstmalig urkundlich erwähnt. Der Ortsname lautet in jener Zeit Mustelin / Mostelin. Er ist slawischer Herkunft: das Wort "Brücke" heißt "most" (poln., tschech., russ., bulg.). Die altpolabische Form (die Polaben waren ein Teilstamm der Obotriten) war vermutlich "Mostelin". Die Zwischensilbe "el" ist schlecht zu deuten, eventuell weist sie auf einen Personennamen hin. Im MUB steht:

1312 Octbr. 9. Mestlin

Erich, König von Dänemark, schliesst mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg einen Vertrag über die Theilung der Summe, welche von Rostock für den Abbruch des Warnemünder Thurms zu erwarten ist. Aar 1312. S. Dionysii Dag, til Mustelin bleff fothandlet imellen Konning Erich oc Margreff Woldemor, at huad som de begge kunde bekomme aff de Rostocker, formedelst Forhandling, for at det Taarn for Verneminde bygd, igien maate affbrydis, oc aldrig siden byggis ved nogen, det skal de lige skiffte: vi skal lade Margreuffuen strax vide, huad os biudis, hand maa hafue otte Vgers frist at beraade sig der om, oc see til om hand kand faa meer end Kongen biudis, Margreffven skal giore os det samme igien, om hannem biusdis nogenslig Fordrag.

[= Im J. 1312, am St.-Dionysius-Tag, ward zu Mustelin verhandelt zwischen dem König Erich und dem Markgrafen Waldemar, dass das, was sie beide durch Verhandlung von den Rostockern dafür bekommen könnten, dass der vor Warnemünde erbauete Thurm wieder abgebrochen werde und nie durch jemand wieder aufgebauet werden dürfe, gleichmässig zwischen ihnen vertheilt werden solle. Wir sollen den Markgrafen sogleich wissen lassen, was uns geboten wird; er mag acht Wochen Frist haben, sich darüber zu berathen und zu sehen, ob er mehr bekommen könne, als dem König geboten wird. Der Markgraf soll dasselbe auch uns thun, wenn ihm ein solcher Vertrag angeboten wird.]

8. Juli 1317 wird Mestlin das zweite Mal urkundlich erwähnt (MUB):

1317 Juli 8. Mestlin

Johann j. j. Fürst von Werle(-Goldberg), bestätigt die Stadt Goldberg auf Grundlage des derselben vom Fürsten Pribislaw von Parchim 1248 verliehenen Stadtbriefes. Nos [P.] dominus in P(er)archem - -. Nos igitur Johannes dei gratia domicellus de Werle notum esse volumus omnibus, tam presentibus quam futuris, quibus hoc scriptum manifestum fuerit sive promulgatum, quod de inclaritate animi nostri maturoque consilio nostrorum fidelium vasallorum in hiis scriptis ratificamus omnem donationis proprietatem civitatis nostre Goltberch, sicut ipsa est a nostris progenitoribus fundata et constructa modis omnibus, [cu]m aquis, aquarumdecursibus, piscationibus, pratis, pascuis, lignis, silvis, nemoribus et paludi[bu]s, rubis, rubetis et sespitibus, usuagiis, ferrifodi[ni]s, cultis et non cultis, viis et inviis aliisque omnibus proventibus, modo quocunque poterint evenire, a nobis et nostris sequacibus in perpetuum omnia et queque premissa sine molestia possidenda et perfruenda pacifice et quiete. Ne vero quis nostrorum successorum super premissa hesitando dubitet, presentum paginam nostro cum sigillo fecimus roborari. Testes sunt: Tesmar[us], Reymar[us] de Mallin, Johannes de Havelberch, milites, [et] alii quam plures fide digni. Datum et actum Mostelin, anno domini M.CCC.XVII., feria sexta post octauas apostolorum Petri et Pauli, nostra in presentia.

1350 ist Heinrich Präemule Pfarrer von Mestlin / Ruest

Am 27. Febr. 1352 wird Dankqward v. Gutzstevel in Mestlin erwähnt, die Urkunde (in Latein) enthält eine Reihe weiterer Namen (darunter 18 Mestliner Bauern). Auch Ruest wird hier das erste mal urkundlich erwähnt (MUB):

1352 Febr. 27. Goldberg

Dankqward v. Gutzstevel und sein Sohn Johann verbessern eine Vicarei zu Mestlin, verpflichten dagegen den Inhaber zu Almosen und zu Messen auf dem Hofe daselbst. In nomine domini, amen. Vniuersis ac singulis, ad quorum noticam presencia peruenerint, Dancquardus de Guzsteuel, armiger, et filius suus Johannes, morantes in villa Mustelyn, Zwerinensis diocesis, salutem in omnium saluatore. ... Hinrici Arnoldi ... Hinrici Hartwici ... Hartwici ... Ludekini Bolten ... Hinrici Hoppener ... Wernekini Dobbin ... Gherardi Robben ... Hennekini Ghildemester ... Hennekini Colwalck ... Hermanni Bernardi ... Hinrici Scampman ... Dancquardi Caluen ... Hermanni Langhemowe ... Hinrici Pramitten ... Hennekini Burlehosen ... Tyderici Blockes ... Bolrauen ... Tyderici Blockes ... Ludekini Croghers ... Johannis Demen ... Hermanni Jacoby ... Henrici Hoppener ... Lutteke Kauele ... Johannes Sternebergh ... Bernardus ... Johannes de Damme ... Wylhelmus de Bomgarde ... Heyno Kule ... Hermannus de Haghenowe ... Ywanus de Belowe ...

1354 erhält Dankward von Gustävel Mestlin als Kirchenlehen (MUB Urkunde, in Altdeutsch):

1354 Jan. 6. Parchim

Nicolaus, Fürst von Werle, belehnt Dankqward Gutzstevel mit den Dörfern und Höfen Mestlin nebst dem Neuenhofe, Rüst und Hohen-Augzin, mit Eigenthum und allen Freiheiten und Gerechtigkeiten. Vy her Nycolawes, van der gnade godes en here tu Werle, vnde vse rechten eruen don wytlyck al den ieghen, de dessen breef seen, lezen vnde horen, vnde begheren openbare tu werdende, dat wy myd rade vser radgheuen vnde vulbord vnde myd wetenegheyd vser eruen hebben leghen vnde lathen vseme leuen ghetruwen Dancquarde van Guzsteuele vnde zynen rechten eruen, dese ieghenwardych synt vnde tukomende, also hyr na screuen steyd, dat dorp tu Mostelyn vnde dan hof an deme dorpe vnde den Nygenhof, de dar lycht vppe der suluen veldmarke, vnde dat dorp tu Hoghen Eutzyn, myd aller bede, myd manbede, myd wynterbede vnde ...

1381 wird Mestlin in einem weiteren Dokument erwähnt (MUB):

1381. Decbr. 4.

Henning von Hagenow verschreibt seinem Schwager Heinrich von Gloveke als Mitgift seiner Schwester einen Hof, 2 Hufen und einen Katen zu "Gloveke". Ich Henning van Haghenowe bekenne vnde bethughe openbar vor allen luden, ... Hinric van Gloueke ... Henneke Dorman ... Dambeke ... Johan Wylz van Mostelin ... Hinrich Gusteuel ... Ludeke Weltzin ...

1389 ist Rektor Johann Wytz Pfarrer von Mestlin / Ruest

1391 / 1392 beschweren sich Mestliner und Ruester über Räuber:

1391-1392

Aufzeichnungen über Räuber und die von ihnen in der Wismarschen Gegend verübten Unthaten. ... [J]tem Henneke Gusteuel to Mostelyn de was mede in der reyze. Jtem Hinric Ernst to Belowe de krech Domelowen perde eyn van Mustine. Item Henneke Dolghe to Rust de kofte Domelowen perde ...

1446 werden in den Hebungen des Marien - Magdalenen - Kalands in der St. Marienkirche zu Parchim Einwohner von Mestlin und Ruest aufgefürt. Mestlin: Michel Warneman, Hermeke Rugenwoldt, Hermen Trost, Henneke Dolghe, Dankwart Gustevel, Raedke, Mowe und Ruest: Curd Bogher.

1448 - 1461 erwirbt das 1220 gegründete Kloster Dobbertin Mestlin (von sieben verschiedenen Nachfahren Gustävels).

1496 Mestlin ist das größte Dorf im Gebiet des Klosteramtes Dobbertin, es hat 132 erwachsene Einwohner, dazu kommen noch etwa 79 Kinder. Seine Bewohner zahlen 8 Mark und 4 Schilling an Steuern. Auf den nächsten "Plätzen" liegen Dobbertin (5 Mark 4 ß) und Ruest (4 Mark minus 1 ß)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1541 ist Joachim Harney Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1557, Ruest wird 1557 Tochterkirche von Mestlin)

1567 in Mestlin leben 21 Bauern, 14 Kätner (Kossaten)

1569 ist Nikolaus Georgius Pfarrer von Mestlin / Ruest (Buchholz erwähnt Georgius nicht!)

Visitationsprotokoll 1557

Das Visitationsprotokoll der im Amt Goldberg gelegenen und zum Kloster Dobbertin gehörigen Pfarren und Kirchen beschreibt ausführlich auch die Pfarre zu Mestlin

... 1584 ist Johannes Lönnies Pfarrer von Mestlin / Ruest

1585 ist Andreas Schnepel Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1615, Schlie geht von 1595 aus)

1601 in Mestlin leben 25 Bauern, 7 Kätner (Kossaten) und 6 Einlieger, in Ruest: 14 Bauern, 2 Kätner und 1 Einlieger.

1611 in Mestlin leben 30 Bauern, 7 Kätner (Kossaten) und 9 Einlieger

1617 wird Bartholomäus Simonis Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1638)

1627 Truppen des schwedischen Obersten Hunich ziehen durch Dobbertin / Kläden (Mestlin, Ruest, Dabel, Kläden, Dobbin und Sehlsdorf werden in Mitleidenschaft gezogen)

1645 wird Johann Simonis Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1688)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Visitationsprotokoll 1649

Ein Visitationsprotokoll vom 9. Oktober 1649 beschreibt die Besitzungen der Kirche Mestlin. ... zeiget, was die Pfarre an Acker, Weichhölzung, Mast, Länderein, Fischerey und Hütung besitze, wieviel dass Meßkorn betragen, und wieviel Pächter vorhanden ..

1650 Hans Brandt wird (bis 1674) Verwalter von Mestlin.

1652 sind die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges in Mestlin, wie überall in Mecklenburg, immens. Nur 12 Bauernstellen bleiben erhalten. 15 Bauernstellen werden vom Kloster nicht wieder verpachtet, sondern dem Hofe zugelegt.

1653 Bau eines Pfarrhauses in Mestlin (wird gegen 1755 beim Neubau des Pfarrhauses wieder abgerissen).

Visitationsprotokoll 1662

Ein Visitationsprotokoll von 1662 beschreibt erneut die Besitzungen der Kirche Mestlin. ... die Hebungen des Herrn Pastoris zu Mestlin und Ruest. In diesem Protokol werden die eingeführten Dörfer, das Meßkorn, Geld Hebungen, Opfer, Accidentien, Wachs, Eyer, Zehend Lämmer, Rauchhühner, Mastung, freye Hözung ... angezeiget ...

1662 hat Mestlin 8 Bauern, 2 große und 5 kleine Kossaten. Ruest hat 4 Bauern und 2 Kossaten.

1674 Hans Jacob Brandt, Sohn des vorigen Pächters, wird (bis 1703) Pächter von Mestlin.

1685 Mestlin hat 10 Hausleute (mit Schulzen) und 5 besetzte und eine unbesetzte Kossatenstelle.

1688 wird Andreas Petri Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1705).

1703 Jacob Janenzky wird (bis 1712) Pächter von Mestlin.

Beichtkinderverzeichnis 1704

Pfarrer Andreas Petri fertigt ein Verzeichnis aller Mitglieder der Gemeinde, sowie der Getauften , Copulierten und Gestorbenen der Jahre 1688 - 1704

1704 hat Mestlin 109 Einwohner (älter als 14 Jahre), Ruest 64. In Mestlin leben die Hausleute und Kossaten Hinrich Cords, Hans Hohe, Soltwedel, Hartwich Cordes, Westphal / Behrens, Kröger, Dolge, Nehls, Welzin, Joachim Cords minor. Und in Ruest Soltow, Stralendorff / Wiese, Hans Cords minor, Möller, Dolge, Soltwedel, Sülocke (Zülck), Köster, Hans Cords.

1706 wird Georg Brennecke Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1716).

1712 Lorenz Frahm wird (bis 1715) Verwalter von Mestlin.

1717 wird Carl Helmut Neander Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1753).

1715 Hans Joachim Schwarz, der Schwiegersohn des vorigen Pächters, wird (bis 1725) Pächter von Mestlin.

1725 Spreckels wird (bis 1728) Verwalter von Mestlin.

1728 Hagemeister wird (bis 1730) Verwalter von Mestlin.

1730 Lanckhoff wird Verwalter von Mestlin. Nach ihm wurde Mestlin für einige Jahre (bis 1736) durch Rechnungsführer des Klosters verwaltet (Schieger, Sternberg, Nüschke).

1733 Neubau der Küsterei nachdem die alte abgebrannt war.

1736 Claus Evert wird (bis 1743) Verwalter von Mestlin.

1743 Graffe wird (bis 1747) Verwalter von Mestlin.

1748 Bau einer ersten Windmühle am Mühlenhofer Weg in Mestlin.

1747 / 1748 Errichtung der Ziegelei in Mestlin gegenüber der Pfarre (hinter Hans Joachim Garlings Stelle). War bis 1771 / 1772 in Betrieb. Zieglermeister war Jacob Wählers, gest. am 25.4.1774

1748 Johann Friedrich Menck wird (bis 1760) Verwalter / Pächter von Mestlin.

1750 Bau eines Pfarr Witwenhauses.

1751 hat Mestlin 179 Einwohner und Ruest 106.

1751 wird die Kirche in der heutigen Gestalt gebaut.

1754 wird Johann Clamor Buchholz Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1793).

1754 hat Ruest 5 Bauern (mit Schulzen), 9 Halbbauern und mehrere Kätner (6 halbe Stellen wurden später zu 3 vollen zusammengelegt).

1760 Christian Friederich Bade wird (bis 1667) Verwalter / Pächter von Mestlin.

1767 Johann Gregorius Mühlenbruch wird Verwalter / Pächter von Mestlin (bis maximal 1816).

Mühlenbruch wurde am 5.11.1735 in Röbel geboren. Er war er einige Jahre Amtsschreiber in Dobbertin. Kurz vor Antritt der Pachtung heiratete er die Tochter des Küchenmeisters Engel Paschen Friese, Anna Margaretha Augusta Friese (17.11.1748 Dobbertin - 3.5.1781 Mestlin), in Dobbertin. Sie hatten 6 Söhne und 2 Töchter. Muehlenbruch starb am 19.5.1812 in Klein Poserin (andere Angabe: 11.9.1816?).

Pfarrchronik 1784 / 1785

Der Mestliner Pastor schreibt seine Kirchenchronik: "Ausführliche Nachricht von Kirchen und Pfarr-Sachen zu Mestlin und Ruest, und was zu deren gründlichen Übersicht zuwissen nötig geschienen, aufgesetzt, und durch beiliegende Schriften, Pläne und Tabellen bestätigt von Johann Clamor Buchholz, dieser Zeit Pastor zu Mestlin und Ruest, geschrieben in den Jahren 1784 und 85" Für die Nachwelt hält Pastor Buchholz die Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner in einzigartiger Weise und in akribischer Vollständigkeit fest (216 eng beschriebene Seiten). Buchholz behandelt z. B. die Geschichte der Mestliner und der Ruester Kirche, ihre Patronen, ihr architektonischer Aufbau. Er fertigte Urkundenabschriften, beschrieb Pfarrländereien, früher und heute zu Mestlin eingepfarrte Dörfer und Gemeinden. Der Abschnitt über die Familien seiner Gemeinde ist für die genealogische Forschung von besonderer Bedeutung (siehe auch Publikation 1938). Publikation: 1938

Ein Abschnitt der Mestliner Pfarrchronik (siehe Publikation 1784 / 85) von Johann Clamor Buchholz wird im Rahmen der Reihe: "Quellen zur bäuerlichen Hof- und Sippenforschung" unter dem Titel "Von den alten Familien zu Mestlin - eine Chronik" gedruckt. Für drei Zeitabschnitte (bis 1648, 1648-1704, 1704-1785) werden die Bauern und Einwohner von Mestlin, Ruest und Mühlenhof aufgeführt. Auftretende Besonderheiten werden interpretiert und kommentiert. 16 Familien, "die die stärksten sind" werden ausführlicher dargestellt: Behrens, Cords, Dieckmann, Dolge, Eckelberg, Ehmck(e), Garling, Hohe

Eine Karte von 1777 zeigt in Mestlin 15 Bauernstellen, zusätzlich den Gutshof an der Kirche, einen Forsthof und zwei Höfe des Schulzen.

1783 sind in Mestlin: Johann Eckelberg, H. J. Garling, Ehmck, Köpcke, Hans Adam Nehls, Westphal, Hans Jacob Kröger, Jochim Nehls, Johann Kröger, Johann Karl Wiese, Friedrich Garling, Soltwedel, Friedrich Cords, H. J. Eckelberg.

1785 Mestlin hat 12 Bauernhäuser, 1 Schmiede, 22 Kathenhäuser, den Hof, die Pfarre und die Mühle. Ruest hat mit dem Schulzen 9 Bauernstellen uznd 15 Käthner.

1793 wird Johann Adam Schulz Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1816).

1803 sind Hausleute und Kossaten in Ruest: Schulze Hahn, Friedrich Wiese, Hans Sternberg, Michel Sternberg, Borchert, Krüger Rieck, Zülck, Stüdemann, Friedrich Cords.

1808 - 1815 Gedenktafel für Veteranen in der Kirche Mestlin

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

1816 wird Martin Joachim Jakob Heydemann Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1829).

1816 Der Staatskalender erwähnt in Mestlin: den Hof und die Meierei des Pächters Carl Sauerkohl, 12 Dreiviertelhüfner, die Pfarrkirche, Försterei, Mühle, Krug, Schmiede, Ziegelei und eine Schule. In Ruest gibt es 9 Dreiviertelhüfner, Kirche, Schule und Krug.

1816 (oder eventuell früher) wird Carl Sauerkohl Verwalter / Pächter (bis 1847) von Mestlin.

1828 pachtet der Mestliner (inklusive Vimfow und Kadow) Pächter Sauerkohl auch noch Zidderich mit Steinbeck

1830 wird Johann Heinrich Birkenstädt Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1871).

1830 besaß Mestlin 12 3/4-Hüfner, Pfarrkirche, Förster, Windmühle, Klosterkrug, Schmiede, Ziegelei und Schule und Ruest: 9 3/4-Hüfner, Kirche, Schule, und Erbkrug.

Im Zusammenhang mit dem Übergang von der Dreifelderwirtschaft zur effektiven Koppelwirtschaft wurden die Ackerstücke der Bauern neu aufgeteilt. Im Juni 1832 wurde den Bauern in Mestlin die geplante Veränderung mitgeteilt, die Herbstbestellung sollten sie bereits in den neuen Hufen vornehmen. Der anfängliche Widerstand der Bauern nützte nichts, Johanni 1833 wurden die 12 Mestliner Bauern in die Ausbauten umgesiedelt und der Ruester Feldmark zugeteilt. Von dem unsicheren Status als Zeitpächter, wurden sie jetzt Erbpächter. Mestlin war fortan ein reines Gutsdorf, während Ruest 1834 Mühle (vorher 8 Bauern) zum großen Bauerndorf aufgewertet wurde, Ruest hat fortan 26 Bauernstellen: 8 alte, 12 aus Mestlin, 4 aus Groß Breesen, der Sohn des Vermessers Stüdemann, und der ehemalige Ruester Krüger.

Der Pächter von Mestlin ist zu dieser Zeit Karl Sauerkohl.

1834 wurde die Mestliner Bockmühle erbaut. Weithin sichtbar könnte sie noch heute ein Wahrzeichen von Mestlin sein - leider brannte sie 1945 ab.

1835 wird die bis dahin Mestlin zustehende Jahrmarktsgerechtigkeit auf Ruest übertragen.

1836 / 1837 Der Staatskalender 1836 erwähnt noch 12 Dreiviertelhünfer für Mestlin und 9 für Ruest. Ab 1837 werden 25 Erbpächter in Ruest erwähnt.

1847 Der bisherige Pächter Carl Sauerkohl gibt den Hof an Gutsbesitzer Carl J. A. Krey ab (bis 1861).

Nachschlagewerk 1857 / 1861

In der "Mecklenburgischen Vaterlandskunde" (1. Auflage, Wismar & Ludwigslust, Herausgeber W. Raabe) wird Mestlin beschrieben: "Mestlin, 1 1/4 Meile westlich von Goldberg, in bergiger Gegend, Hof mit ansehnlicher, zweischiffiger Pfarrkirche, Schule, Försterei, Mühle, Krug, Schmiede, Ziegelei und 240 Einw. Der allein am Saum der Mestliner Hölzung gelegene Forsthof hat 51 Einw. Nachdem die Bauern mit verkleinertem Ackerwerk nach Ruest zu ausgebaut sind, sind auch die schönen Obstgärten, durch die Mestlin früher bekannt war, verschwunden; der Hof hat freilich dadurch ein bedeutendes Areal des trefflichen Bodens zugewonnen."

1857 hat Ruest: 443 Einwohner, Kirche, 25 Erbpächter, Schule, Schmiede und Erbkrug.

1861 In Mestlin findet ein Pächterwechsel statt: der Nachfolger von Gutsbesitzer Carl J. A. Krey wird Domänenrat Hans Dehns (bis 1917).

1869 1871 Gedenktafel übernimmt der Mestliner Pächter Hans Dehns auch noch Vimfow.

1871 Gedenktafel in der Mestliner Kirche für die Gefallenen des Krieges.

Kaiserreich (1871-1918)

1872 wird Ludwig Heinrich Hunzinger Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1895).

1873 Poststation in Mestlin.

1877 Klosteramt Dobbertin 1877 - heißt die Inschrift einer Tafel an der Stirnseite des Gutshauses. In den siebziger Jahren des 19. Jh. wurden die Häuser der Tagelöhner des Gutes entlang der Dorfstraße (heute Fritz - Reuter - Str., Goldberger Str.) erbaut.

1887 erstmalige Erwähnung der zweiten Mestliner Schule

Nachschlagewerk 1894

In der "Mecklenburgischen Vaterlandskunde" (2. Auflage, Wismar, Herausgeber W. Raabe) wird Mestlin beschrieben: "Mestlin, Poststation, 1 1/4 Meile westlich von Goldberg, wichtiger Knotenpunkt unseres Chausseeverkehrs, da sich hier die vier Chausseen von Parchim, Crivitz, Sternberg und Goldberg vereinigen. Südlich der Dobbertiner Klosterforst. Pachthof von H. Dehns (Schmiede). Dorf mit Pfarrkirche, Schule (2), Förster, Mühle, Krug, Ziegelei. - Hof und Dorf 887,7 ha. 295 (240) Einw."

Folgende Anekdote aus dem Mecklenburg Buch von E. Schulz (Hinstorff Verlag, 1938) könnte sich zu dieser Zeit in Mestlin zugetragen haben: Ein Junge von sieben Jahren aus einem Gutsdorf kam einmal zu spät zur Schule, weil er die Zeit verschlafen hatte. Der Lehrer fragte ihn, wann er zu Bett gegangen sei. "Weet ik nich", war die Antwort. Darauf der Lehrer: "Wär't all düster?" Nach kurzem Überlegen sagte der Junge: "Pläugen harr'n noch künnt."

1895 wird Karl Axel Walter Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1918).

Ende 1895 lebten in Mestlin 270 und in Ruest 305 Einwohner.

Buch um die Jahrhundertwende

Wie könnte es um die Jahrhundertwende auf dem Gut Mestlin ausgesehen haben? Ein Berliner Arbeitsloser (Name unbekannt), den es auf ein Gut in Mecklenburg verschlagen hatte, schildert seine Erlebnisse: "Hofgängerleben in Mecklenburg". Mit einfachen Worten charakterisiert er die Leute mit denen er zusammentrifft: Inspektor, Knechte und Mägde, Tagelöhner und Hofgänger (... nach mecklenburgischen Begriffen sind die Fremden, die als Hofgänger nach Mecklenburg kommen, zu weiter nichts nütze. ...), er beschreibt das Dorf, das Gutshaus, Lüdstuw, Katen, ... und das tägliche Leben der Leute.

1917 Bernhard Berckemeyer pachtet das Gut Mestlin (bisheriger Pächter Hans Dehns). Besitzer ist das Kloster Dobbertin. Ein Jahr später wird der gesamte Klosterbesitz vom Staat übernommen. B. pachtete bereits seit 1906 das Gut Weisin bei Lübz. 1936 kauft er das ehemalige Gut seiner Eltern in Gr. Thurow zurück.

1917 war Mestlin in einem sehr schlechten Zustand. Die etwa 60 Familien führten ein schweres Leben. Mitte der zwanziger Jahre meliorierte B. große Flächen um das Gut aufzubauen. Für Vimfow stellte B. den Statthalter Briese ein, für Mestlin den Pferdestatthalter Prestin. Statthalter war in Mestlin zu jener Zeit Hahn.

1914 - 1918 Wieder gibt es Opfer unter den Mestlinern: Gedenktafel auf dem Friedhof.

Weimarer Republik (1918-1933)

1918 wird Friedrich Wehner Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis ?).

1926 B. Berckemeyer führt umfangreiche Meliorationsmaßnahmen in Mestlin durch.

Gutspächter Major a. D. Berckemeyer war die führende Kraft im Mestliner Kriegerverein. Der Verein organisierte zahlreiche gesellschaftliche Ereignisse (Kriegerbälle, Versammlungen, Kinderfeste).

Drittes Reich (1933-1945)

1934 wird Otto Schmidt Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis ?).

Autobiographischer Roman 1986

1986 erscheint die Autobiographie von Irene Zacharias unter dem Titel: "Meine sieben Kinder und der Lauf der Welt" (267 Seiten). Irene Zacharias, geboren 1903 in Berlin heiratete 1924 den Bauern Paul Holz in Poitendorf bei Parchim. 1938 übernimmt die Familie einen 200 Morgen großen Bauernhof in Ruest. Dort lebt sie bis 1951. In einfachen bewegenden Worten beschreibt sie ihre Erlebnisse und damit die damaligen Verhältnisse in Mestlin und Ruest. Erwähnt werden beispielsweise die Nachbarn Wahrmann und Ehmcke, die Bauern Nehls, Dollase, Peglau, Radke, die Bauernfrauen Elsa Welzin, Ida Rinsche, der Gastwirt Brennke, der Bürgermeister Martens. Im Vordergrund steht jedoch die Geschichte ihrer Familie, die Geschichte ihrer acht Kinder.

1939 wird Friedrich Heise Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis 1974).

Mestlin hat 1939 369 Einwohner

SBZ und DDR (1945-1990)

1945 durch die Flüchtlingswelle nach Ende des 2. Weltkrieges verdoppelt sich die Einwohnerzahl von Mestlin. Die Unterbringung der Umsiedler aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern erfolgt provisorisch in den Gutshäusern von Mestlin und Vimfow, in den Schulen, im Pfarrhaus und in vielen Dachkammern.

Mestlin bietet Ende des Weltkrieges ein armseliges Bild: die Wasserversorgung erfolgte aus 5 Pumpen, elektrisches Licht gab es nur im Gutshaus - in den Katen wurden Tranfunzeln genutzt, die Dorfstraßen sind unbefestigt.

Der ehemalige Pächter Berckemeyer hat das Dorf verlassen.

Im Forsthof wurden sowjetische Truppen zur Bewirtschaftung des Gutes stationiert.

1945 übernimmt die sowjetische Armee die Bewirtschaftung des Gutes gemäß Anordnung der Landesverwaltung vom 26.9.1945 zur Erhaltung von Gütern als Großbetriebe.

1945 Durchführung der Bodenreform in Kadow (28 Neusiedler) und Büthberg (27 Neusiedler)

Oktober 1945 wird der Unterricht an den zwei einräumigen Schulen in Mestlin wieder aufgenommen. Für knapp 150 Schüler sind 2 Lehrer da.

Sommer 1946 wird das Mestliner Landesgut der Landesverwaltung Mecklenburg übergeben und die Rote Armee zog ab

Im Prozeß der Demokratisierung wurden in Mestlin ein Verwalter und ein Inspektor eingesetzt.

Mit Anordnung vom 18. Juni 1946 wurde vom Landrat des Kreises Parchim das bisherige Landesgut Mestlin-Vimfow dem Bürgermeister Martens in Treuhänderschaft zur Aufteilung übergeben.

1.9.1946 wird in Mestlin der geregelte Unterricht mit drei Lehrern aufgenommen (Hr. Wolf, Hr. Schmidt, Frl. Kröhn) für 175 Schüler. Vor 1945 gab es zwei Schulen: die kleine (Klasse 1 - 4) und die große (Klasse 5 - 8) mit zwei Lehrern.

Augenzeugenbericht 1949

Günther Pöpperl berichtet über die Mestliner Schulen: Es gab zwei Schulen. Beide waren in Wohnhäusern in Mestlin integriert und hatten jeweils zwei Klassenräume.

Die große (Klassen 5 - 8) war die Schule mitten in Mestlin am Weg von der Hauptstraße zur Kirche. Die Räumlichkeiten dieser Schule waren ein Raum von 28 Quadratmetern und ein Raum von 12 Quadratmetern. Gegenüber dieser Schule / Wohnhaus, nur getrennt durch den Schulhof (ist heute der Weg zum Friedhof) stand eine große Scheune auf deren Giebelseite sich zur Schule hin ein Storchennest befand. Dies war jedes Jahr bewohnt. Die Toilettenanlagen gab es für die Schüler über den Hof (mit einer Grube).

Die kleine Schule (Klassen 1 - 4) befand sich gleich nach dem Ortsschild aus Richtung Vimfow auf der rechten Seite. In dieser Schule wohnte auch der Lehrer Wolf. Er war für alle Klassen verantwortlich, insbesondere für den Musik- und den Mathematikunterricht. Die Leidenschaft von Lehrer Wolf war das Klavierspiel. Der Musikunterricht wurde bis 1954 gleichzeitig mit 4 bis 5 Klassen abgehalten. Bei diesem Unterricht saß Lehrer Wolf immer am Klavier mit dem Rücken zur Klasse. Wenn die Schüler seinem Unterricht nicht mehr aufmerksam folgten, kam es gegenüber Ungehorsamen immer wieder zu lautstarken Wutausbrüchen. Viele Jungen bekamen dabei von ihm fast die Ohren "abgedreht".

Hans Wolf war von 1951 bis 1955 Schulleiter. 1955 ging er nach Schwerin

Oktober 1946 Wahl einer Gemeindevertretung in Mestlin, bis dahin war nur der Bürgermeister eingesetzt

8. Juli 1947 Bodenreform in Mestlin (128 Neusiedlungen inkl. Vimfow). 101 ha Land werden vom VEG Herzberg zur Bewirtschaftung übernommen (bis zur Gründung der LPG)

Bodenreform 1947

Aus dem Protokoll: Am 8. Juli wird die Aufteilung der ehemaligen Güter Mestlin und Vimfow vorgenommen. Der Kommission gehören an Herr Martens (Bürgermeister Mestlin), Herr Löppke (1. Vorsitzender der V.d.g.B. Mestlin), E. Hennings (2. Vorsitzender), die Beisitzer Otto Pohl, Kurt Persigel, Ernst Schulz, Frau Brockmann, als Unterschriftsbevollmächtigter Herr Cordts, der Vorsitzende der Gemeindekommission Herr Hoffmann, sein Stellvertreter Herr Pautlitz sowie die Mitglieder Heinrich Schröder, Wilhelm Dommer und Ella Gerber.

Aufgeteilt wurden 315 ha der Gemarkung Vimfow, d. h. Äcker, Wiesen, Weiden, Wald und Gebäude. 34 Neusiedler sollten jeweils etwa 8 ha Acker, 3 Handwerker (Stellmacher, Schmied, Böttcher) jeweils einen Hektar Ackerfläche erhalten, dazu Hofraum und Garten. Die Verlosung des Ackers erfolgte am 15.7.1947.

In der Gemarkung Mestlin waren 1380 Hektar aufzuteilen (davon 765 ha des früheren Landesgutes). In Abhängigkeit von der Bodenqualität sollten 80 Siedler und 20 Handwerker jeweils etwa um 6.4 ha Acker und einen Hektar Wald erhalten, dazu eine Fläche für Haus, Hof und Garten. Zur Gebäudeverteilung heißt es: Die ehemaligen Tagelöhner verbleiben in ihren Wohnungen. In den Gebäuden, in denen 3 - 4 Familien wohnen, künftig aber nur für 2 Siedlerfamilien vorgesehen sind, wird denen die Wohnung zugesprochen, die am längsten am Orte sind. Die neu ankommenden Siedler losen gleichzeitig mit dem Acker ihre Bauparzelle (Verlosung am 17.7.1947).

Es wird der Vorschlag unterbreitet, die beiden Mestliner Schulen gegen eine Zentralschule, unterzubringen im ehemaligen Gutsgebäude, auszutauschen. Der Gutspark soll als Schulhof, der Gutsgarten als Lehrergarten genutzt werden.

Der Teich an der Dorfstraße soll als Gemeindefeuerlöschteich genutzt werden.

Die V.d.g.B. erhält zur Verpachtung: die Gastwirtschaft mit Saal (derzeitiger Pächter Herr Hartig), die Stellmacherei, die Schmiede und die Ziegelei.

April 1949 Einrichtung einer Maschinenausleihstation (MAS) im ehemaligem Gutshaus mit 28 Arbeitern (aus dem Maschinenhof Goldberg). Zur Verfügung standen u. a. 6 Traktoren für 20 Dörfer.

Die MAS war insbesondere für die Neubauern eine große Hilfe. Die oftmals manuell ausgeführten Feldarbeiten konnten mechanisiert werden. Getreide mußte nicht mehr mit der Hand gemäht werden, Kartoffeln nicht mehr mit der Hacke geerntet werden.

Augenzeugenbericht 1950

Einen Bericht über die damalige Lage in Vimfow, wo es ähnlich wie in Mestlin aussah (Ankunft 1949 in Vimfow, 6 Jahre jung):

Es ist ein Ort mit wenigen Häusern, mitten durch den Ort geht eine Straße in Richtung Goldberg. 4 Wohnhäuser mit jeweils 3 Eingängen,1 Gutsherrenhof, einen großen Pferdestall, 4 große Scheunen.

Im Zentrum des Ortes befinden sich zwei Teichanlagen in denen auch Fische sind. Ein Teich in Wohnhäusernähe und einer im Bereich des Gutshofes. Der Ortskern besteht aus 4 Häusern zu je 2 bis 3 Wohneinheiten zu ebener Erde. Jeweils zwei dieser Häuser, auf jeder Strassenseite,im Zentrum befindet sich ein Wasserbrunnen mit einer Schwengelpumpe bei der alle Wasser holten, die im Ort wohnen. Es gibt kein elektrisches Licht in diesem Ort.

Wir wohnen mit 20 Personen in unterschiedlichen Räumen auf dem altem und einzigen Gutshof des Ortes der von großen Scheunen und einem Pferdestall umgeben ist, in der Mitte dieses Gutshofes ist auch der größere Dorfteich, in dem man im Sommer baden kann und in dem es auch Fische gibt.

Kinder gibt es in diesem Ort ca. 10 in unterschiedlichen Altersklassen. Die meisten Bewohner dieses Ortes waren Umsiedler oder Flüchtlinge, die sich nach dem Krieg dort angesiedelt haben.

Dieses Dorf gehört verwaltungsgemäß zu der Gemeinde Mestlin und Ruest, auch die Schule befindet sich ca. 2 km entfernt in Mestlin.

Daß ich jetzt in das Dorf meiner Mutter geholt worden bin, hatte mit der Einschulung 1949 zu tun. Der Umzug meiner Mutter Elli Pöpperl mit der Familie Hermann Schulz von Lutherstadt Wittenberg nach Vimfow war zu dieser Zeit abgeschlossen. Hermann Schulz und dessen Mutter Hellene Schulz haben in Vimfow Land übertragen bekommen um es zu bewirtschaften; damit wollten sie sich ein neues Leben aufbauen da es zu dieser Zeit in Sachsen fast nichts zu Essen gab.

Ich bin in dieser Umzugsphase schwarz über die grüne Grenze nach Karlshafen in Westdeutschland zu meiner Großmutter gebracht worden und Anfang 1949 nach Vimfow geholt worden.

Günther Pöpperl geb. 3 März 1943 in Lutherstadt Wittenberg

1949 Eine Landwirtschaftliche Dorfgenossenschaft wird gegründet.

Sie versorgte die Bauern mit wichtigen Bedarfsgütern, wie Saatgut, Futtermittel, Düngemittel, aber auch Werkzeuge, Geräte und landwirtschaftliche Maschinen.

10. Dezember 1949 Gründung der Betriebssportgemeinschaft "Traktor" (heute SV Grün Weiß Mestlin e. V.)

Am 1.5.1950 wurde die Ortsgruppe des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) gegründet (25 Mitglieder).

1950 Anschluß der Gemeinde Kadow an Ruest.

Mestlin hat 1950 689 Einwohner

1950 Erste eigene Werkstatt der MAS gebaut.

1950 Elektrifizierung von Mestlin abgeschlossen.

1951 Vereinigung der Landwirtschaftlichen Dorfgenossenschaft mit der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe zur VdGB/BHG.

1951 Anschluß der Gemeinde Ruest an die Gemeinde Mestlin. Herr Pigulla wird Bürgermeister.

Im Februar 1952 beschließt die Regierung Mecklenburgs 180 "Beispieldörfer" zu schaffen, eines soll Mestlin werden.

Ende Juli 1952 beginnt in Ruest die große Bauernflucht. In verschiedenen Schreiben vom Rat der Gemeinde heißt es: 8.11.52 Bauern Kientopf und P. Cords sind unbekannt verzogen, 8.2.53 Max Schäfer in den Westen, Heinrich Radtke Juli 52 in den Westen, 7.4.53 Else Adrian in den Westen, November 1953 Else Jarchow in den Westen, ...

Augenzeugenbericht 1952

Günther Pöpperl erinnert sich: Vimfow 1952 Die Bauernflucht 1952 in Ruest hat auch in unserem Dorf zu vielen Diskussionen und Erzählungen geführt. Ich kann mich genau daran erinnern wie sich unsere Mütter wöchentlich abends beim Licht einer Karbidlampe zum Federnrupfen getroffen haben. In diesen Runden wurde heftig diskutiert.

21.8.1952 Gründung der LPG "Neues Leben" (25 Landarbeiter und Werktätige, Typ III)

Viehhaltung und Grünlandwirtschaft wurden in den genossenschaftlichen Betrieb überführt. Hof, Garten und etwa 1/2 Hektar Land blieben zur individuellen Nutzung. Unter den Gründungsmitgliedern sind Karl Breitmoser, Gertrud Lang, Johann Laube, Meta und Georg Seising und Luzie Werner. Nach 20 Monaten hatte die LPG bereits 200 Mitglieder

Publikation: 1953 ...

Seit 1953 erscheint die Dorfzeitung der MTS Mestlin unter dem Titel "Arbeiter und Bauern". 1956 / 1957 ist sie ohne Titel, ab 1958 ist der Titel "Das Banner". Ab 1958 gibt es eine kleinere Ausgabe für die Jugend: "Der Sturmvogel, Zeitung der Jugend des MTS Bereiches Mestlin". In den Zeitungen werden vor allem aktuelle Probleme des sozialistischen Aufbaus behandelt: ... Sozialistische Produktion überlegen ... Wettbewerb brachte uns voran ... Die größte LPG unserer Republik zieht Bilanz ...

1953 Die MAS wird zur Maschinen - Traktoren - Station (MTS).

Augenzeugenbericht 1953

Günther Pöpperl erinnert sich: Die Unterbringung der Schule auf dem Gutshof hatte sich wahrscheinlich zerschlagen, da 1953 eine nagelneue Holz-Schulbaracke mit vier Klassenräumen und zwei Lehrerzimmern zwischen der Kirche / dem Friedhofseingang und der Schule aufgestellt wurde. Dies war damals ein großes Ereignis. Viele Schüler hatten gleich Namen von Jungen und Mädchen eingeschnitten, und es gab deshalb viel Aufregung. Jeder Schüler pflanzte einen Pappelbaum im Bereich der Ziegelei in der Nähe von Kadow.

1953 Neugestaltung von Mestlin beginnt

In der Folgezeit entstehen bis 1962: ein großes Kulturhaus, ein Landambulatorium, eine Kinderkrippe, ein Kindergarten, eine 10-klassige polytechnische Oberschule, eine zentrale Wasser- und Abwasserversorgung, ein Konsum, ein Landwarenhaus für Lebensmittel, Textilien und Industriewaren sowie eine Konsumgaststätte mit Fremdenzimmer und eine HO-Gaststätte neben 152 kommunalen Wohnungen. Mestlin wurde zum sozialistischen Musterdorf ausgebaut.

1954 Die VdGB/BHG wird aufgelöst.

1.4.1954 wird das Ambulatorium eröffnet. Unter der Leitung eines Facharztes für Chirurgie enthält es u. a. eine zahnärztliche Praxis, eine Bestrahlungsabteilung und Spezialeinrichtungen für Ultraschall-Therapie, eine Abteilung für medizinische Bäder und 31 Betten für die stationäre Behandlung.

1954 Konsum und Gaststätte werden eröffnet.

Mai 1954 ein Kindergarten (60 Plätze) und eine Kinderkrippe (45 Plätze) werden eröffnet.

1954 Grundsteinlegung zum Kulturhaus Mestlin. Sie stand unter der Losung: "Der Aufbau unseres Musterdorfes fördert die Entwicklung des kulturellen Lebens auf dem Lande und festigt das Bündnis Stadt und Land"

16.9.1955 Die Ernst - Thälmann - Straße und der Marx - Engels - Platz erhalten nach dem Beschluß der Gemeindevertretung ihre Namen.

1956 Im Januar öffnen die neue Lebensmittelverkaufsstelle und die Verkaufsstelle für Haushaltsbedarf, im März eine Verkaufstelle für Textil- und Schuhwaren.

1957 Zusammenlegung der Ruester und Mestliner Schulen.

Am Samstag, den 19.10.1957 fand die feierliche Einweihung des Kulturhauses in Mestlin statt.

Schweriner Volkszeitung am 21.10.1957

Am Montag, den 21. Oktober 1957, schrieb die "Schweriner Volkszeitung", das Bezirksorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands: Sozialistisches Dorf erhielt Kulturhaus: In einer festlichen Veranstaltung weihten am Sonnabend die Mestliner Traktoristen, Genossenschafts- und auch Einzelbauern ihr Kulturhaus ein. Damit wurde das elfte und sicher größte und schönste Landeskulturhaus unseres Bezirkes den Menschen in der größten LPG unserer Republik übergeben. "Dieses Ereignis ist für das einstmals arme Gutsdorf und heute sozialistische Dorf Mestlin eine Krönung all dessen, was durch unsere Arbeiter-und-Bauernmacht in den letzten Jahren geschaffen wurde", erklärte Genosse Franz Höppner... Der Bürgermeister der Gemeinde, Genosse Langemer, versicherte, daß dieses Haus eine Stätte der Kultur, eine Stätte des Lernens werden wird. Nach dem großen Festprogramm, an dem bekannte Künstler des Schweriner und des Parchimer Theaters sowie das Kulturorchester Ludwigslust und Kulturgruppen aus Mestlin und Parchim mitwirkten, war der Festsaal von dem frohen Treiben bei Tanz und Spiel erfüllt.

1958 umfaßt Mestlin die Ortsteile Mestlin, Ruest-Dorf, Ruester-Krug, Kadow, Büthberg und Vimfow mit insgesamt 1539 Einwohnern. Wirtschaftliche Zentren sind die MTS (ca. 300 Beschäftigte incl. 6 Stützpunkte), die LPG "Neues Leben" (264 Mitglieder, über 2000 ha, d. h. die zweitgrößte LPG der DDR) und die Ziegelei, im Mittelpunkt stehen weiterhin das Kulturhaus, Ambulatorium, Kindergarten und Kinderkrippe.

Am 12.-13.7.1958 wurde in Mestlin das I. Kreis-"Maisfest" gefeiert. In der Zeitung heißt es darüber: "Neben vielerlei Veranstaltungen an diesem Wochenende in Mestlin, neben Platzkonzerten, Filmvorführungen, Tanz auf Freitanzdielen, neben Ausstellungen modernster landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte und neben einer Tierschau, wird zweifellos der Festumzug mit der Hochzeit von Herrn Mais und Fräulein Rübe einen Höhepunkt bilden".

25.5.1959 hat Mestlin 1505 Einwohner (Mestlin 988, Ruest 303, Vimfow 117).

1959 Eröffnung der neuen zehnklassigen polytechnischen Oberschule in Mestlin.

1959 besitzt die MTS (incl. der sechs Außenstützpunkte) 100 Traktoren und landwirtschaftliche Großmaschinen wie Mähdrescher, Kartoffel- und Rüben- Vollerntemaschinen, Maiskombines, Legemaschinen, ... .

1959 die LPG "Neues Leben" (neben der MTS der zweite "Großbetrieb" in Mestlin) gehört mit 270 Mitgliedern und ca 2000 ha Nutzfläche zu den größten der DDR.

Am 29.-30.8.1959 wurde in Mestlin das II. Kreis-"Maisfest" gefeiert.

Broschüre 1960

Zum 15. Jahrestages der Bodenreform wurde eine Broschüre unter dem Titel "Römnitz und Mestlin zwei Gemeinden in Deutschland" herausgegeben. Die Broschüre beschreibt die unterschiedlichen Entwicklungen, die das sozialistische Mestlin und das kapitalistische Römnitz seit Kriegsende genommen haben. Gemeinsam ist den Dörfern, daß vor 1945 B. Berckemeyer in Mestlin, danach in Römnitz Pächter war.

10.3.1960 Gründung von 2 LPGen vom Typ I ("Volle Ähre" und "Frieden"). Mestlin ist damit vollgenossenschaftlich

Der Konsum verkaufte 1960: 90 Fernseher, 20 Kühlschränke, 18 Waschmaschinen, 11 Nähmaschinen, 30 Motorräder, 43 Mopeds, 45 Fahrräder, ...

Am 13.12.1961 lösten sich Teile der Decke im Hörsaal des Kulturhauses während einer Parteiversammlung. Es gab einige Verletzte. Der anfangs aufkommende Sabotageverdacht bestätigte sich nicht.

1.1.1962 Mestlin hat nur noch die LPG "Neues Leben" vom Typ III.

Mai 1962 erneuter Beginn der Arbeiten am Sportplatz Mestlin, die ursprünglich im März 1960 begonnenen Arbeiten wurden zwischenzeitlich eingestellt.

1962In Mestlin, d. h. einschließlich der Ortsteile Ruest-Dorf, Ruest-Ausbau, Vimfow und Kadow, leben 1620 Personen.

1962 Eröffnung der Turnhalle, die Schule hat 237 Schüler.

1962 existieren in Mestlin ein Dorftheater, ein Blasorchester, eine Volkstanzgruppe, zwei Gesellschaftstanzzirkel, zwei Tanzkapellen, eine Gymnastikgruppe und ein Film- und Fotozirkel.

1964 die RTS wird aufgelöst.

1965 die Schule hat 465 Schüler.

Dokumentarfilm 1966

In Mestlin wird 1966 ein 20minütiger Dokumentarfilm unter dem Titel: "Auf einer LPG in Mecklenburg" gedreht. Er beschreibt das Dorf und seine Bewohner: die LPG "Neues Leben" und die MTS, das Kulturhaus und die Schule (mit Fahnenappell), das Gutshaus und die Siedlungshäuser mit Gärten, Kirche und Pfarrhaus, neue Mietshäuser, Kindergarten, Gemeindehaus, Konsum, ... Man erfährt, daß die LPG 50 Traktoren, 6 Raupenschlepper und 6 Mähdrescher hat. Man sieht Bauern Lüth in einer Traktorenbrigade, seine Frau in der Viehwirtschaftsbrigade, deren Eltern auf dem privaten Ackerstück, mit der eigenen Kuh, deren Tochter Edith in der Schule. Man sieht Studenten beim Kartoffeln sammeln, man sieht den LPG-Vorsitzenden Karl Meiler auf der Hauptversammlung: Fräulein Witt und Fräulein Michalski beantragen die Aufnahme in die LPG. Und das rote Transparent im Dorf mit weißer Schrift:

Vorwärts zu neuen Erfolgen / im sozialistischen Wettbewerb! / Dem Volke zu Nutzen - / der Republik zu Ehren!

1971? Gründung der LPG (T) und der LPG (P).

1972 Folgender Auszug aus dem Programm des Kulturhauses belegt die umfangreiche Zirkeltätigkeit: Filmaktiv für Kinder, Pioniertheater, Foto, Tonstudio, Jugendtanzkapelle, Singeclub, Modelleisenbahner, Chor der Erwachsenen, Junge Sanitäter, Junge Talente, Volkstanz für Kinder, Junge Volkskorrespondenten, Geschickte Hände I, Geschickte Hände II, Junge Philatelisten.

1974 - 1983 ist die Pfarre in Mestlin nicht besetzt.

Am 29.8.1974 wird der Gemeindeverband Mestlin mit den Gemeinden Mestlin, Grebbin, Herzberg, Zökow, Groß Niendorf gegründet.

1978 steigen die Mestliner Fußballer in die Bezirksklasse auf.

1978 Um das Kulturhaus finden regelmäßig politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse statt, wie z. B. die "Festtage der Kultur und des Sports - 1978"

1979 Zusammenlegung mit Schule Kladrum.

1982 Erweiterungsbau der Schule wird eröffnet, 420 Schüler.

1983 wird Matthias Ortmann Pfarrer von Mestlin / Ruest (bis ?).

1986 verstirbt Fritz Neumann, der amtierende Bürgermeister von Mestlin

1987 675 Jahrfeier in Mestlin

1987 wird Mestlin als sportlichstes Dorf im Bezirk Schwerin ausgezeichnet.

Die heutige Zeit bis 2000

1990 Die Wende bringt für Mestlin zahlreiche Probleme. Erste Pläne sehen die Entwicklung zum Dienstleistungs- und Tourismuszentrum vor.

1993 wird Jens Krause Pfarrer von Mestlin / Ruest

1993 wird Mestlin an das Erdgasnetz angeschlossen. Jedes Haus hat Telefon und Kabelfernsehanschluß. Es entstehen einige Eigenheime.

Broschüre 1994

Unter dem Titel "Ruest - Vom Werden und Vergehen meines Heimatdorfes" beschreibt Johann-Georg Nehls (1918 - 1997) die Geschichte seines Heimatdorfes in einer 56seitigen Broschüre. Nicht ohne Traurigkeit und Verbitterung wird die Geschichte seiner Familie (seit 1833 Pächter / Besitzer eines Bauernhofes in Ruest) bis zum Verlassen des Dorfes 1952 dargestellt. Man gewinnt den Eindruck, daß der Aufbau von Mestlin den Zerfall von Ruest nach sich zog.

1995 - 1999

Welche Ereignisse machen Schlagzeilen in Mestlin? Positiv zu erwähnen sind die Erfolge von Manfred Ziebarth's Fußballmannschaften des SV Grün-Weiß Mestlin. Ebenfalls vielversprechend die Aktivitäten des Fördervereins "Mestliner Kulturhaus" e. V.. Oder die Einweihung des neuerbauten Klärwerkes im November 1998 (1,7 Mio DM Investitionsvolumen). Weitere Nachrichten, wendebedingt, klingen nicht so gut: Überfälle auf die Sparkasse im Juli 95 und im Januar 99. Der Überfall im Juni 99 mit Geiselnahme war zum Glück nur eine Übung. Die endlose Geschichte (95 - 97) mit dem Kabelfernsehen. Das Hin (Nov. 95, Gemeindevertretung Groß Niendorf) und Her (Jan/Feb 97, Bürger protestieren) um den Bau einer Windkraftanlage. Oder die Zukunft der Mestliner Schule: im März 97 bereits auf der Gemeindevertretersitzung diskutiert, im Juni 98 dann deren Zielstellung: Grundschule und Verbundene Haupt- und Realschule sollen bleiben. Dann aber im März 99 die Entscheidung des Kreistages: Mestlin wird Grundschulstandort, Dobbertin wird Realschulstandort.

Mai 1997 Gründung des Fördervereins "Kulturhaus Mestlin" e. V. Der Verein wurde am 31.12.2004 aufgelöst.

Oktober 1999 Erntefest in Mestlin

Dezember 1999 50jähriges Bestehen des Sportvereins Grün Weiß Mestlin

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

Herkunft und erste Erwähnung von Mestlin

Die Burg/ das Schloss/ das Gutshaus/ die Bauernhöfe

Die Mühlen

Die Schule

Die Schmieden

Krüge und Gaststätten

Bedeutende Persönlichkeiten aus Mestlin

Mestlin - Personengeschichte

Opfer von Krieg und Gewalt aus Mestlin

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

To de Mestliner Geschicht up platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)

Mecklenburg-Vorpommern ist wohl das einzige Bundesland, das bereits in seiner Verfassung der plattdeutschen Sprache einen besonderen Schutz und besondere Pflege angedeihen läst. Daß es sogar offizielle Amtssprache ist, kann man nicht nur in der plattdeutschen Version der * Verfassung von Mecklenburg-Vorpommen nachlesen, sondern in einer Vielzahl von Orten und Regionen hören und lesen. Plattdeutsches aus den Regionen sollte auch im volkskundlichen Kapitel der Orte festgehalten und bewahrt werden.

Anregung
Im Richard Wossidlo-Archiv kann fast jeder mecklenburgische Ortschronist etwas zur niederdeutschen Volkskunde seines Ortes finden.

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Mestlin

Flurnamen auf der Mestliner Feldmark

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