Benitz - Fortlaufende Ortschronik: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Ortschroniken
Zur Navigation springen Zur Suche springen
 
(7 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 85: Zeile 85:
 
:Adventsmarkt und -singen bis zu den jährlichen Highlights - dem großen Dorffest im Juni und dem Konzert im Brookhusener Park im Juli.
 
:Adventsmarkt und -singen bis zu den jährlichen Highlights - dem großen Dorffest im Juni und dem Konzert im Brookhusener Park im Juli.
 
:Außerdem bringt der Verein jährlich zwei eigene Zeitungen "Dorfstraße 1" heraus.
 
:Außerdem bringt der Verein jährlich zwei eigene Zeitungen "Dorfstraße 1" heraus.
:.
+
 
 +
 
 +
 
 
:In seiner 30-jährigen Vereinsgeschichte wurden insbesondere für die Kinder- und Jugendarbeit sowie den Sport über 30 verschiedene
 
:In seiner 30-jährigen Vereinsgeschichte wurden insbesondere für die Kinder- und Jugendarbeit sowie den Sport über 30 verschiedene
 
:Projekte mit Hilfe von Förderungen durchgeführt. Zwei besondere Projekte waren die Benitzer Bücher, zu denen Jugendliche Interviews  
 
:Projekte mit Hilfe von Förderungen durchgeführt. Zwei besondere Projekte waren die Benitzer Bücher, zu denen Jugendliche Interviews  
 
:mit den älteren Einwohnern geführt und ihre Geschichten und damit die Dorfgeschichte nach 1945 aufgeschrieben haben.
 
:mit den älteren Einwohnern geführt und ihre Geschichten und damit die Dorfgeschichte nach 1945 aufgeschrieben haben.
 +
:siehe hierzu auch das Kapitel ''Sagen, Gechichten und Legenden rund um Benitz''
  
 
[[Datei:Deckblatt Milchkanne.jpg|thumb|300px|links||Benitzer Geschichten; Teil 1]]
 
[[Datei:Deckblatt Milchkanne.jpg|thumb|300px|links||Benitzer Geschichten; Teil 1]]
Zeile 200: Zeile 203:
 
:Benitzer Geschichten -Buch 1
 
:Benitzer Geschichten -Buch 1
 
:Erzählte Lebensgeschichten von Einwohnern aus Benitz zusammengetragen und aufgeschrieben von Benitzer Jugendlichen
 
:Erzählte Lebensgeschichten von Einwohnern aus Benitz zusammengetragen und aufgeschrieben von Benitzer Jugendlichen
 
+
[[Datei:20260311 155628.jpg|thumb|700px|rechts|Titelbild 1. Buch]]
 
:Benitz, die kleine Gemeinde in Warnownähe, hat sich in den letzten Jahren gemausert. Noch zu Beginn der 90er Jahre gab es hier nur eine kurze Kopfsteinpflasterstraße  
 
:Benitz, die kleine Gemeinde in Warnownähe, hat sich in den letzten Jahren gemausert. Noch zu Beginn der 90er Jahre gab es hier nur eine kurze Kopfsteinpflasterstraße  
 
:vom Herrenhaus bis zu den ehemaligen Schnitterkaten. Sonst waren die Straßen je nach Jahreszeit beschaffen: mal in Staubwolken gehüllt, mal durchzogen tiefe Spurrinnnen  
 
:vom Herrenhaus bis zu den ehemaligen Schnitterkaten. Sonst waren die Straßen je nach Jahreszeit beschaffen: mal in Staubwolken gehüllt, mal durchzogen tiefe Spurrinnnen  
Zeile 226: Zeile 229:
 
:Benitzer Geschichten - Buch 2
 
:Benitzer Geschichten - Buch 2
 
:Erzählte Lebensgeschichten von Einwohnern aus Benitz zusammengetragen und aufgeschrieben von Benitzer Jugendlichen
 
:Erzählte Lebensgeschichten von Einwohnern aus Benitz zusammengetragen und aufgeschrieben von Benitzer Jugendlichen
[[Datei:0 kindergarten.jpg|Titelbild 2. Buch]]
+
[[Datei:0 kindergarten.jpg|rechts|700px|Titelbild 2. Buch]]
  
 
:"Wir hatten eine gute Kindheit hier in Benitz." Diesen Satz haben wir oft gehört in den letzten Wochen.  
 
:"Wir hatten eine gute Kindheit hier in Benitz." Diesen Satz haben wir oft gehört in den letzten Wochen.  

Aktuelle Version vom 11. März 2026, 18:17 Uhr

Benitz



Kenndaten der Ortschronik
OrtBenitz
Zeitlicher Schwerpunkt1875-1960; fortlaufend
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2018
PublikationsdatumveröffentlichtBenitz...
Inhaltliche Kategorisierungunbekannt
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung


Benitz Reste der alten Kiesverladestation von Wilfried Steinmüller gefertigt (Foto privat)


Die Geschichte von Benitz (Chronologie)

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Benitz im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1270 8.Juni
Benitz wird zum ersten Mal erwähnt

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1640
Benitz gehöhrt zum Amt Schwaan

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

1959
Schaffung einer zentralen Wasserversorgung in Benitz

Die heutige Zeit

Der Verein "Miteinander Benitz-Brookhusen" e.V.

am 16.Februar 1995 gründete sich der Verein "Miteinander Benitz-Brookhusen" e. V.
Er hatte 8 Gründungsmitglieder
Vorsitzende war Annelies Buhrand, Stellvertreter Dr. Bernd Heilmann
Mit der Vereinsgründung sollte insbesondere das kulturelle und gemeinschaftliche Leben in Benitz wiederbelebt werden,
welches durch die gesellschaftlichen Veränderungen und die neuen Bedingungen nach der Wiedervereinigung beider deutscher
Staaten im Jahr 1990 fast zum Erliegen gekommen war. Jeder hatte beruflichen Veränderungen, Arbeitslosigkeit und
Neuorientierung, mit der Übernahme der eigenen Wohngrundstücke in privaten Besitz und persönlichen Veränderungen zu tun,
so dass das bis dahin sehr gut funktionierende gemeinschaftliche Miteinander kaum noch existierte.
In seiner Satzung sind die Aufgaben des Vereins daher wie folgt verankert.
• Aktivierung dörflicher Traditionen
• Entwicklung von Freizeitangeboten
• Organisation von sozialer Betreuung für ältere Bürger, Behinderte und Bürger mit sozialen Problemen
• Erhalt und Pflege des Gemeindezentrums einschließlich des Sport- und Spielplatzes
• Entwicklung eines aktiven Umweltbewusstseins bei allen Bürgern der Gemeinde
.
In den folgenden Jahren wurden mit Hilfe von Fördergeldern Gemeindehelfer zur Unterstützung des kulturellen
und sozialen Lebens beschäftigt. Mit ihnen gemeinsam organisierte der Verein verschiedene Veranstaltungen für Jung und Alt.
Es gab Angebote für die Kinder in den Ferien, gemeinsame Ausflüge, Lagerfeuer, kreative Angebote, Weihnachtsfeiern, der
Frauentag und der Kindertag wurden wieder gefeiert, ein jährlicher Frühjahrsputz wurde organisiert.
.
Außerdem beging Benitz im Jahr 1995, dem Jahr der Vereinsgründung, das 725-jährige Bestehen des Ortes.
Erste Aktivität des Vereins war demzufolge die Organisation einer Festwoche zum Jubiläum im Juni 1995. Neben einer Festsitzung,
einer Ausstellung und der Festsitzung der Jagdgesellschaft wurde ein großes dreitägiges Dorffest mit einem Umzug durch das Dorf
organisiert. In dem Umzug stellten Benitzer Einwohner und Einwohnerinnen die verschiedenen Epochen und das Leben im Ort dar.
So wurden alte Trachten ebenso gezeigt, wie Pferdefuhrwerke mit Flüchtlingen nach 1945, alte landwirtschaftliche Geräte und
Spritzentechnik der Feuerwehr, ein Rückblick in die damalige Dorfschulzeit durfte auch nicht fehlen.
.
In den Jahren seines Bestehens entwickelte sich nicht nur das Dorf, sondern mit ihm auch sein Verein.
Zum 30-jährigen Bestehen im Jahr 2025 zählte der Verein bereits 115 Mitglieder, das jüngste gerade einmal 2 Jahre und das älteste 88.
Diese Bandbreite der Mitglieder spiegelt sich auch in den organisierten Aktivitäten wieder. Es gibt Angebote für Kinder,
berufstätige Erwachsene und auch die älteren Mitbürger werden nicht vergessen. Ebenso vielfältig sind die Veranstaltungen.
Sie reichen vom Tannenbaum-, Oster- und Herbstfeuer über Kino-, Bastel- und Spielangebote, Ferienaktivitäten und Kaffeenachmittage,
kreative Angebote, regelmäßige Sportangebote und Fußballturniere, Frauen-, Herren- und Kindertag-Festen, Weihnachtswichteln,
Adventsmarkt und -singen bis zu den jährlichen Highlights - dem großen Dorffest im Juni und dem Konzert im Brookhusener Park im Juli.
Außerdem bringt der Verein jährlich zwei eigene Zeitungen "Dorfstraße 1" heraus.


In seiner 30-jährigen Vereinsgeschichte wurden insbesondere für die Kinder- und Jugendarbeit sowie den Sport über 30 verschiedene
Projekte mit Hilfe von Förderungen durchgeführt. Zwei besondere Projekte waren die Benitzer Bücher, zu denen Jugendliche Interviews
mit den älteren Einwohnern geführt und ihre Geschichten und damit die Dorfgeschichte nach 1945 aufgeschrieben haben.
siehe hierzu auch das Kapitel Sagen, Gechichten und Legenden rund um Benitz
Benitzer Geschichten; Teil 1
Benitzer Geschichten; Teil 2


Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

z.B.

Herkunft und erste Erwähnung von Benitz

MUB 1191 Benitz 01
MUB 1191 Benitz 02



Das Gutshaus/ die Bauernhöfe

Altes Herrenhaus Benitz um 1930, Quelle Heidearchiv
Autor: Antje Rädel
Geschichte des Hofes Benitz und seines Herrenhauses
Im Jahr 2020 feierten wir, wenn auch wegen der Corona-Pandemie nur symbolisch, das 750jährige Bestehen des Ortes in Benitz.
Ob es diesen Ort nicht auch schon früher gab, ist nicht belegt.
Die erstmalige Erwähnung in einer Urkunde ist datiert auf den 08. Juni 1270 und war eine Beurkundung
durch Fürst Nikolaus von Werle und seiner Söhne Heinrich und Johann. Der Lübecker Bürger Heinrich von Iserloh
erwarb seinerzeit das Eigentum von 8 Hufe Land im Dorfe Benitz und 18 Hühnern aus dem Kruge daselbst.“
Der Knappe Eckard von Ankershagen, der in Benitz mit seiner Familie offensichtlich Land bewirtschaftete,
hatte dieses an Heinrich von Iserloh verkauft. (Hufe = alte Maßeinheit für Land, umfasste durchschnittlich 30 Morgen,
1 Morgen entsprach dem, was ein Bauer von morgens bis abends an einem Tag bewirtschaften konnte)
Über die Wohnverhältnisse um 1270 lässt sich derzeit nichts ausführen, vermutlich gab es jedoch an der Stelle des heutigen Herrenhauses
bereits ein einfaches Wohngebäude, Stall und Scheune sowie offenbar einen Krug. (Krug = Wirtshaus)
Die weiteren Besitzverhältnisse sind bis 1620 gar nicht und bis 1785 nur lückenhaft.
1620/21 wurde der Hof Benitz an Detloff von Buchwald für 25.000 Gulden verkauft und er war außerdem auf sechs Jahre verpflichtet,
eine jährliche Pacht von 15.000 Gulden an Herzog Heinrich Albrecht zu zahlen. Detloff von Buchwald erweiterte seinen Besitz schließlich,
indem er 1633 eine wüste Hufe besetzte, die zum Hofe Benitz gehörte. (wüst = nicht bewirtschaftet / verlassen).
1634 kündigte er den Hof Benitz, da er plante das Gut Ziesendorf zu kaufen und bat um Rückzahlung des gekündigten Kapitals.
Zwischen 1635 und 1758 folgten eine ganze Reihe von Erbschafts- und Pfändungsstreitigkeiten sowie verschiedener Erben und Geldgeber
an den reluierten Hof Benitz (=Hof, an dem alte fürstliche Herrschaftsansprüche wieder hergestellt werden sollten).
Gleichzeitig litten insbesondere viele Gebäude des Hofes, da sie vermutlich wegen finanzieller Probleme nicht mehr repariert und gepflegt wurden.
Ab 1785 lassen sich Pächter und Besitzer des Hofes und damit des Gutshauses nachweisen.
Damals gehörte der Hof Benitz mit Huckstorf und Pölchow zusammen und wurde bis 1790 von Hauptmann Dietrich von Gützkow bewirtschaftet.
Danach pachtete Herr Albrecht das Gut Benitz und nach seinem Tod gehörte es noch bis 1810 seiner Witwe. Auf die Pächter Albrecht folgte
zwischen 1811 und 1832 Franz Theodor Seemann, der wiederum seinen Erben das Gut überließ. Dieses bewirtschafteten Sie bis 1849.
Es folgten ab 1850 bis 1914 vier weitere Pächter.
Herrenhaus Benitz-Hinteransicht um 1960; Quelle eigene Fotos
Letzter Pächter ab 1914 war Herrmann Schack, der ab 1938 bis zu seiner Flucht und folgenden Enteignung 1945 schließlich auch alleiniger Besitzer wurde.
1945 zog wie an so vielen anderen Orten auch zuerst die russische Kommandantur in das Gutshaus ein. Nach und nach kamen viele Umsiedler nach Benitz,
die natürlich Wohnraum brauchten und zunächst auch in dem verlassenen Gutshaus oder auch bei den alteingesessenen Benitzern in einzelnen Räumen
zumindest erst einmal einen einfachen Schlafplatz im Stroh hatten.
Das Benitzer Gutshaus in seiner heutigen Form gemauert und verputzt mit Kuppelwalmdach und Dreiecksgiebel wurde zwischen 1814 und 1818
auf einem Feldsteinfundament neu errichtet, nachdem der vorherige Bau aus dem Jahr 1743 durch einen Großbrand vollständig vernichtet wurde.
Erst später wurde es durch überdachte Terrasse vor dem Eingangsbereich erweitert. Neben dem Wohnhaus fielen auch weitere Gebäude des Gutes
den Flammen zum Opfer und mussten neu errichtet werden. Das Gut hatte inzwischen eine beachtliche Größe erreicht.
1831 wurde ein Inventarverzeichnis des gesamten Gutes erstellt. Dort waren insgesamt 16 verschiedene Gebäude verzeichnet,
so das Wohnhaus (heutiges Herrenhaus), ein Backhaus, ein Vieh-Haus, ein Schafstall und ein Pferdestall, fünf Katen um den Dorfteich, teilweise mit Stall,
ein Holländerhaus mit Stall, eine große Scheune, ein Wagenschauer und eine Haferscheune.
Nach 1945 entstanden in Benitz insgesamt 59 Bauernsiedlungen jeweils mit eigenem Land und weitere 3 Handwerkssiedlungen.
Ab 1950 wurde das Gutshaus neben Wohnzwecken für verschiedene gemeinschaftliche Zwecke genutzt. Von 1952 bis 1969 gab es hier eine Schulstube
und eine Wohnung für einen Lehrer, 1956 zog der Kindergarten ein. Außerdem gab es Räume für die amtliche Verwaltung, ein Arztzimmer
für die medizinische Versorgung und im Anbau einen Konsum sowie den Speiseraum der LPG.
Nachdem Schule, Kindergarten, Arzt und Speiseraum in dem Gebäude nicht mehr benötigt wurden, nutzte die Gemeinde die Räume im alten Gutshaus
als Gemeindezentrum und Treffpunkt für die Dorfbewohner. Das Gutshaus kam in die Jahre, war dringend sanierungsbedürftig, aber der Gemeinde
fehlten die Ressourcen, das Gutshaus zu erhalten. Nach Umzug des Gemeindezentrums in den sanierten Anbau wurden nur noch wenige Räume vermietet bzw. genutzt, so dass der Verfall voranschritt.
2015 fand sich mit Familie Holzbrecher endlich ein Interessent, die das inzwischen sehr betagte Gutshaus kauften, sanierten und acht Wohnungen ausbauten.
Herrenhaus Benitz nach der Sanierung 2017; Quelle eigene Fotos


Die Mühlen

Die Schule

Die Schmieden

Krüge und Gaststätten

Bedeutende Persönlichkeiten aus Benitz

Opfer von Krieg und Gewalt aus Benitz

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Benitz

Mit der Milchkanne am Fahrrad
Benitzer Geschichten -Buch 1
Erzählte Lebensgeschichten von Einwohnern aus Benitz zusammengetragen und aufgeschrieben von Benitzer Jugendlichen
Titelbild 1. Buch
Benitz, die kleine Gemeinde in Warnownähe, hat sich in den letzten Jahren gemausert. Noch zu Beginn der 90er Jahre gab es hier nur eine kurze Kopfsteinpflasterstraße
vom Herrenhaus bis zu den ehemaligen Schnitterkaten. Sonst waren die Straßen je nach Jahreszeit beschaffen: mal in Staubwolken gehüllt, mal durchzogen tiefe Spurrinnnen
den aufgeweichten Weg. Die Häuser auf den ehemaligen Siedler- und Neubauernhöfen brauchten dringend eine Schönheitskur. Die wenigen Straßenlaternen beleuchteten die Wege
im Dunkeln nur spärlich, manchmal auch gar nicht mehr.
Benitz war ein ganz normales kleines Dorf mit Hundegebell und Gänsegeschnatter, mit Dorfkonsum und Kneipe, mit einem Herrenhaus, das im Laufe der Jahre
schon verschiedensten Zwecken gedient hatte und mit Einwohnern, die jeden Neu-Benitzer freundlich und interessiert in ihrer Mitte aufnahmen.
So war das eigentlich schon immer in Benitz, auch nach dem Krieg 1945, nachdem der Gutsherr sein Gut verlassen hatte. Zu den damals mittellosen Landarbeitern
kamen viele Flüchtlinge hinzu, genauso arm und mittellos wie die Landarbeiter. Nach der Aufteilung des Gutes Benitz erhielt jeder von ihnen ein Stück Land und baute
sich damit eine Existenz auf. Wenn man die älteren Dorfbewohner fragt, sind sie sich einig – nur durch den Zusammenhalt, die gegenseitige Hilfe und Akzeptanz
haben sie es geschafft und in Benitz eine neue Heimat gefunden, in der sie alt werden konnten. Sie erzählen Geschichten aus einer Zeit, die geprägt war von Entbehrungen
und Mangelwirtschaft, von Aufbaugeist und Zuversicht, von harter Arbeit und fröhlichen Festen.
Für so manch jungen Menschen sind all diese Geschehnisse kaum noch nachvollziehbar und schwer zu verstehen. Aber wie lange wird noch jemand da sein,
der aus eigenem Erleben die Geschichte der Menschen und damit die Geschichte unseres Dorfes kennt und sie erzählen kann?
Mit diesem Buch lassen wir die Geschichten der älteren Generationen unseres Dorfes deshalb wieder lebendig werden! Viele Stunden lang haben junge Leute in der
guten Stube der Alt-Benitzer gesessen und ihnen zugehört, um am Ende jede einzelne und bewegende Lebensgeschichte aufzuschreiben und damit zu bewahren.
Heute ist Benitz ein schmucker Ort mit asphaltierten Straßen, einer tadellosen Straßenbeleuchtung, modernen Heizungen, Telefon- und Internetanschluss
in jedem Haushalt, blühenden Vorgärten, liebevoll renovierten und neugebauten Häusern und natürlich freundlichen, hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen.
Dieses Buch gibt ihre vergangenen Erlebnisse preis und vermittelt so einen lebendigen Einblick in die Geschichte unseres Dorfes.


Spielplatz war überall
Benitzer Geschichten - Buch 2
Erzählte Lebensgeschichten von Einwohnern aus Benitz zusammengetragen und aufgeschrieben von Benitzer Jugendlichen
Titelbild 2. Buch
"Wir hatten eine gute Kindheit hier in Benitz." Diesen Satz haben wir oft gehört in den letzten Wochen.
Wie gut sie aber war und ob es nicht doch auch etwas daran auszusetzen gab, wollten wir genauer wissen. Deshalb haben wir genauer nachgefragt.
Jugendliche aus Benitz haben die Generation, die nach dem Krieg bis in die 60er Jahre in ihrem Dorf geboren wurde und die Kindheit hier verbracht hat,
nach ihren Erinnerungen und Geschichten von Damals befragt. Aufmerksam haben sie zugehört und manchmal nicht schlecht gestaunt, was die Generation
ihrer Eltern früher so draufhatte. Manches, was heute mindestens in einem handfesten Nachbarschaftsstreit enden würde, stellten die Kinder und
Jugendlichen von damals in Benitz an, kassierten auch mal eine saftige Ohrfeige oder Stubenarrest, aber insgeheim haben wohl manchmal auch die
Betroffenen darüber geschmunzelt. Aber die Kindheit war vor 30, 40 oder 50 Jahren nicht nur von Spaß und Spiel begleitet, sondern auch von so manch
ungeliebter Arbeit auf dem elterlichen Hof und Feld. Und natürlich hat auch die Schulzeit noch so manche Erinnerungen geprägt. Was heutzutage vollkommen
unmöglich erscheint, gehörte damals zur Erziehung dazu. Da flogen auch mal Kreide, Stifte oder Tafellappen auf unaufmerksame Schülerohren oder
dieselben wurden ihnen langgezogen. In einem jedoch sind sich alle einig: Geschadet haben weder die harte Arbeit noch die strengen Lehrer.
Und noch etwas fällt immer wieder in den Erzählungen auf. Früher war in Benitz ein ganz enger Zusammenhalt, anders als heute.
Jeder kannte jeden, jeder hat jedem geholfen und alle zusammen haben hier gut und gern gelebt. Heute fragt man sich, warum das jetzt anders ist.
Schließlich gibt es seit vielen Jahren einen ehrenamtlichen Verein, der sich um das kulturelle und soziale Leben im Dorf kümmert, der dafür sorgt,
dass man in Benitz das Miteinander lebt. Dennoch ist es heute anders als früher. Vielleicht liegt es daran, dass die Dorfgemeinschaft inzwischen
deutlich größer ist als früher. Viel-eicht ist auch die gestiegene eigene Mobilität mit dem Auto ein Grund oder einfach die Tatsache, dass Technik
die Hilfe des Nachbarn oft entbehrlich macht. Vielleicht werden Freundschaften heute nicht mehr so gepflegt, weil die Kinder auf verschiedene Schulen
gehen und sich nicht mehr so oft in Benitz auf der Straße zum Spielen treffen. Oder liegt es gar an den höheren Zäunen und Hecken?
Es wird wohl ein wenig von allem sein, was zu diesem anderen Miteinander geführt hat.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist vielleicht anders geworden, aber dennoch - die Benitzer leben heute genauso gern in ihrem kleinen Ort an der Warnow,
südlich von Rostock und ehemaliger Benitzer kehren gern und regelmäßig hierher zurück, um ihr Dorf immer wieder zu erleben.
Und wer es nicht will, ist hier auch heute nicht allein.
Hören wir also zu, was unser kleines mecklenburgisches Dorf und seine Bewohner uns zu erzählen haben.

Flurnamen auf der Benitzer Feldmark

Chronistenkontakt