Fortlaufende Ortschronik Feldberg: Unterschied zwischen den Versionen

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PeterBecker (Diskussion | Beiträge)
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{{Infobox Ortschronik
[[Feldberg]]
| ort = Retschow
= Chronologie zur Geschichte Feldbergs=
| zeit = 1200 - heute
| urheberrechte = Autor,
| erstellung = 2017 fortlaufend
| publikation = unveröffentlicht
| inhalt = Geschichte der Gemeinde Retschow
| status = unveröffentlicht
}}


== Abriss der Geschichte von Retschow==
==Abkürzungen der angegebenen Quellen:==


AB = Archiv Reinhard Barby




Um die Chronik von Retschow übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.  


==spätes Mittelalter (um 1200 bis 1517)==
==Feldberg im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==
 
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==Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)==
==Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)==


==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)==
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)==


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==Bis zur Reichseinigung (bis 1871)==
 
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Datei:Retschow144.jpg|
Datei:Retschow152.jpg|
Datei:Retschow153.jpg|
Datei:Retschow154.jpg|Bürgermeister Dr. Klaus Schoppmeyer 2013 bei der Rede zum 200. Jahrestag
 
 
 
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==bis zur Reichseinigung (bis 1871)==
 


==Deutsches Reich bis 1918==
==Deutsches Reich bis 1918==
* Retschower Erbpächter beteiligten sich regelmäßig an den auf der Doberaner Galopprennbahn stattfindenden Pferderennen.
* Vom Rennen der Landleute am 29. Juli '''1903''' ist verzeichnet:
** Hof 5(Erbpächter Reincke) mit 2 Reitern
** Hof 6(Erbpächter Heincke) mit 2 Reitern
** Hof 8(Erbpächter Mau) mit 2 Reitern
** Hof 9(Erbpächter Peters) mit 5 Reitern


==Deutsches Reich bis 1945==
==Deutsches Reich bis 1945==


==SBZ und DDR bis 1990==
==SBZ und DDR bis 1990==


===„Bodenreform“ Retschow===
==Die heutige Zeit==
 
* Im Oktober 1945 erfolgte in Retschow die Durchführung der Bodenrefprm.
* Es wurden 320 ha der Domäne Retschow an 46 Neubauern verteilt, zu je etwa 5 ha Ackerland und 2 ha Grünland.
* Die Bodenreformkommission war für die Organisation zuständig:
* 1. Wilhelm Nehmet, Landwirt(Flüchtling)
* 2. Friedrich Suckow, Landarbeiter
* 3. Albert Stübe, Häusler
* 4. Rudolf Wiesenberg, Landwirt(Flüchtling)
* 5. Johann Niemann, Büdner
* Es wurden in der Folge 8 Neubauernstellen aufgebaut und 36 Erweiterungsbauten durchgeführt.
 
* '''Neubauern'''(Quelle: Archiv LRO zu Baumaßnahmen von Neubauern nach der Bodenreform von 1947 - 1953/LPG- Archiv zu den Gründungsmitgliedern)
* Martin Behrens
* Fritz Busch
* Erich Schweder
* Karl Bleeck
* Günter Hantel
** übern. Fläche:7,29 ha(dar. 6,23 ha Al, 0,92 ha Gl)
* Stanislaus Ulkowski
* Albert Stübe
* Wilhelm Ruwold
* Werner Vorbeck
* Franz Hünemörder
* Wilhelm Eichhorst
* Fritz Gehrmann
* Franz Reinick
* Gustav Wisotzki
* Bruno Wisotzki
* Hermann Ibendorf
* Martin Holzhüter
* Adolf Liebeherr
** 1954 Bau eines Geflügelstalles.
* Wilhelm Gorlo
** übern. Fläche:8,74 ha(dar.5,46 ha Al, 2,36 ha Gl) 
** 1949 Bau einer Feldscheune
 
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Datei:Retschow148.jpg|Getreidedrusch der Neubauern Gorlo und Liebeherr/Gorlos Scheune/l. Adolf Liebeherr, sitzend mit Brille Erika L., r. Wilhelm Gorlo
Datei:Retschow149.jpg|Adolf und Erika Liebeherr beim Dreschen
 
 
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(Obene Auflistung bezieht sich auf Neubauern, die auch ihre Höfe bewirtschaftet haben. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)
 
===LPG „Frohe Zukunft“ Retschow===
 
* Übersicht der LPG-Gründungen im Bereich der Gemeinde Retschow:
 
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* Auszüge aus der Ortschronik Retschow von 1983:
 
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*Gründungsprotokolle:
 
 
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[[Datei:Retschow4.jpg|gerahmt|zentriert|]]
 
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*Karl Bleeck ging 1953 mit seiner Neubauernsiedlung(5 ha), die er nach Aufgabe der Vorgänger Pekrum? und Kowalski übernommen hatte,  in die LPG.
 
*Urkunde der Familie Heinrich Reincke zum Eintritt in die LPG 1960:
 
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[[Datei:Retschow72.jpg|gerahmt|zentriert|]]
 
 
 
*Vorsitzende:
**1953: Joachim Tessenow
**1965:Uwe Zymolka(Siehe Prot. vom 26.06.1965)
**1973: Dieter Schröder(nach Gründung der KAP)
**1983: nach dem Freitod von Dieter Schröder(18./19. Okt. 1982) zunächst Roland Hocke, dann Gabriele Keil/Präkel(Pape); bis 30.06.1989
**1989: Roland Hocke(bis zur Auflösung der LPG 1991)
 
'''Kennzahlenübersicht'''
 
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'''LPG-Mitglieder in den Anfangsjahren'''
 
*Jochen Tessenow(1. Vorsitzender) beim Ochsentraining
 
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*Fritz Gehrmann(Frau Berta) war Schweitzer in der LPG(Oberschweitzer in Ostpreussen) Melkerblusen und Klauenschere bekam er aus dem Westen vom Sohn Heinz
 
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Datei:Retschow85.jpg|
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Datei:Retschow88.jpg|
 
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* Elfriede und Fritz Jenning waren erfolgreiche Schweinezüchter:
 
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* Walter Dedow aus Rethwisch wurde 1963 Feldbaubrigadier in der LPG .
 
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[[Datei:Retschow27.jpg|gerahmt|zentriert|]]
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* '''Die ersten Baumaßnahmen der LPG'''(Quelle. Archiv LRO)
** 1953 Umbau der Scheune zum Hühnerstall(Grundstück Tessenow)
** 1955 Bau eines Hühnerstalles und einer Schweinehüttenanlage
** 1956 Erweiterung eines Silos und Bau eines weiteren Hühnerstalles
 
 
 
'''LPG-Küche'''
 
 
[[Datei:Retschow49.jpg|gerahmt|zentriert|Abschluss Facharbeiterausbidung Köchin 1966 im Kurhaus Bad Doberan, in der Mitte Frau Hantel]]
 
*Frau Suckow und Frau Holzhüter waren seit Gründung der LPG 1953 die ersten Köchinnen. Zuerst wurde nur zur Erntezeit gekocht, auch für die Kinder, die den Erntekindergarten besuchten.
*Die Küche befand sich im Gutshaus.
*1956 wurde Frau Gertrud Hantel in die Küche beordert, weil sie sich ein Bein gebrochen hatte. Sie blieb Köchin bis zur Auflösung der LPG.
*Im Schlachtraum auf dem Gutshof wurden Schweine, Rinder und Schafe geschlachtet.
*Standardgerichte waren Kartoffel, Soße, Fleisch, Gemüse, Suppen und Nachtisch. Einmal in der Woche gab es Eintopf. Aber auch Fisch und Eiergerichte wurden angeboten.Kohlrouladen und gefüllter Paprika waren besonders beliebt.
*Während der Erntezeit mußte bis zu 150 Portionen gekocht werden. Im Winter waren es nur ca. 50 Portionen.
 
'''Handwerker/Schlosser'''
 
* In der '''Werkstatt''' arbeiteten Fritz Bleeck(als Schmied mit Familientradition) und Karl Bleeck sowie Paul Friedrich Pentzien als Schlosser, Albert Stübe war Elektriker(nachdem er bis 1960 Viehzuchtbrigadier war), Wofgang Pape war Werkstattmeister.
*Schon kurz nach LPG-Gründung gab es eine '''Baubrigade''' mit Karl Keller  als Maurer, Erich Radke als Handlanger sowie Erich Batzdorf als Stellmacher.
 
 
 
'''Bildergalerie'''
 
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Datei:Retschow8.jpg|Schäfer Adam Rieß
Datei:Retschow9.jpg|"Hühnerfee" Lieschen Tessenow
Datei:Retschow10.jpg|
Datei:Retschow11.jpg|
Datei:Retschow12.jpg|LPG-Ausflug, u. a. v. l. Frau Jenning, Frau Tessenow, Frau Radcke, Ehepaar Jürß, Gerhard Radcke
Datei:Retschow13.jpg|Bau Trockenturm für die Feuerwehr, u. a. Bruno Bethke, Willi Latzko, Fritz Bleeck, Franz Hünemörder, Walter- und Erich Batzdorf
Datei:Retschow14.jpg|Horst Aschendorf, Erich Batzdorf, Rudi Weiser, Hans Hünemörder, Walter Jürß
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Datei:Retschow16.jpg|
Datei:Retschow17.jpg|Bruno Betke(l.), Fritz Bleeck
Datei:Retschow18.jpg|Werner Vorbeck
Datei:Retschow19.jpg|Franz Reinick, Hermann Ibendorf(v. l.)
Datei:Retschow20.jpg|LPG-Vollversammlung 1959/60, u. a. v. l.  Jochen und Lieschen Tessenow, Paul Freyer mit Frau sowie Bürgermeister Willi Radke mit Frau
Datei:Retschow21.jpg|LPG-Feier, u. a. Tessenows, Stübes, Schachts, Frau Hantel, Frau Schönborn
Datei:Retschow22.jpg|Batzdorfs, Falkenthals, Jennings, Fritz Bleeck(v. l.)
Datei:Retschow32.jpg|v. l. Georg Hameister, Hans Reder, Franz Masch, Erich Falkental, Walter Dedow
Datei:Retschow23.jpg|Straße der Besten, Lotte Frahm(m.)
Datei:Retschow29.jpg|Uwe Zymolka
Datei:Retschow24.jpg|Hans Bleeck(2. v. l.)beim Mähdrescherlehrgang
Datei:Retschow38.jpg|Mähdrusch um 1970, v. l. Werner Voß, Kurt Wachholz, Uwe Frase
Datei:Retschow39.jpg|Werner Voß als verantwortlicher Brigadier
Datei:Retschow33.jpg|Gruppenbild um Christel Lack(Schimenowski)
Datei:Retschow34.jpg|Mähdrescherkomplexeinsatz in den "Stülower Alpen"
Datei:Retschow35.jpg|
Datei:Retschow40.jpg|Horst Knappe und Christel Lack(Scheminowski) auf einem Famulus
Datei:Retschow41.jpg|
 
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'''Artikel Ostseezeitung'''
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Datei:Retschow127.jpg|
Datei:Retschow67.jpg|
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Datei:Retschow66.jpg|
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Datei:Retschow62.jpg|
Datei:Retschow63.jpg|
 
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'''Stallanlagen in Retschow'''
 
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Datei:Retschow74.jpg|
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Datei:Retschow31.jpg|
Datei:Retschow30.jpg|
Datei:Retschow201.jpg|"Brandstall"
Datei:Retschow199.jpg|Luftbild der ehem. Milchviehanlage
 
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* Um 1970 wurde in der LPG damit begonnen, einige größere Baumaßnahmen zu planen und zu realisieren.
* Begonnen wurde mit der 200-er Milchviehanlage:
 
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Datei:Retschow206.jpg|
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Datei:Retschow208.jpg|
 
 
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* Nach 1980 wurde mit den Planungen zur Erweiterung der Milchviehanlage auf 400 Tierplätze begonnen:
 
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Datei:Retschow218.jpg|
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Datei:Retschow220.jpg|
Datei:Retschow221.jpg|
Datei:Retschow202.jpg|Beschluss zum Bau einer Getreidelagerhalle 1987
 
 
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'''Bilder nach 1973'''
 
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Datei:Retschow260.jpg|Flächenübersicht bei KAP-Bildung 1973
Datei:Retschow44.jpg|v.r. Alfred Zelk, Uwe Frase
Datei:Retschow45.jpg|1975 auf dem Markt von Bad Doberan: v.l. Werner Voß, Werner Maaß, Herbert Jürß, Albert Stübe, Horst Kraschina, Paul Schulmeister
Datei:Retschow59.jpg|Ausflug in den Spreewald 1973
Datei:Retschow50.jpg|
Datei:Retschow51.jpg|1974 gratuliert Dieter Schröder Elisabeth Schuldt aus Stülow zur Silberhochzeit
Datei:Retschow52.jpg|v.l. Horst Kraschina, Werner Voß, Ernst Niemann auf dem Dorffest
Datei:Retschow53.jpg|v.l. Walter Batzdorf, Paul Brügge, Walter Dedow, Werner Voß
Datei:Retschow54.jpg|Hans Bleeck
Datei:Retschow55.jpg|Rudolf Weigend, Heinz Saß, Hans Bleeck
Datei:Retschow262.jpg|Pflugkomplex/o.l. Hans Bleeck/o.m. Heinz Saß/m. Walter Dedow
Datei:Retschow263.jpg|r. Christel Lack(Schimenowski)
Datei:Retschow264.jpg|Oz August 1978/m. Christel Lack(Schimenowski)
Datei:Retschow266.jpg|Walter Dedow u. Uwe Zymolka(v.l.)
Datei:Retschow56.jpg|Walter Batzdorf
Datei:Retschow58.jpg|v.l. Gabi Pape, OZ-Reporter Marquart, Hartmut Schweitzer, Rolf Dietze, Horst Schreiber, Dr. Klaus Schoppmeyer
Datei:Retschow73.jpg|v.r. Werner Voß, Otto Tremp, Horst Schreiber, Walter Dedow, Herbert Jürß, Kurt Wachholz, ...
 
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* LPG Vollversammlung von  1983; am Rednerpult Holger Pentzin; Im Präsidium: v.l. Horst Fietze, Roland Hocke, Gabi Pape, Christian Kuserau, Brunhild Rucks
 
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* 1952/53 sollten Bauern zum Eintritt in die LPG bewegt werden. Zwangsmaßnahmen trafen die Bauernstellen Brügge, Westendorf, Masch, und Gratopp. Die Bauern wurden wegen angebliche Nichterfüllung des sog. Solls(staatliche Vorgabe zur Ablieferung von landwirtschaftlichen Produkten) enteignet und umgesiedelt. Nach dem 17. Juni 1953 wurden die Maßnahmen teilweise zurückgenommen. Bauer Albert Brügge war nach Stülow, Bauer Gratopp nach Fulgenkoppel, Herbert  Westendorf nach Wendelsdorf(vorher in den Westen gegangen) umgesiedelt. Franz Masch war sieben Wochen in Rostock inhaftiert.
* 1952 wurden diese Höfe durch die ÖLB bewirtschaftet. Die formelle Übergabe der enteigneten Betriebe an die LPG(außer Gratopp):
 
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* Am 18. Januar 1954 fand die Jahreshauptversammlung zur Rechenschaftslegung des Gründungsjahres statt:
* Gewählt wurden: als Vorsitzender: Joachim Tessenow, als Vorstandsmitglieder: Karl Bleeck(SV)/Günter Hantel/Johannes Trede/Wilhelm Eichhorst(Parteisekretär), in die Revisionskommission: Georg Hameister/Fritz Bahlmann/Franz Hantel
 
 
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* Vorsitzender Dieter Schröder war immer für Späße und Streiche zu haben. So fuhr er in den 1970-er Jahren aus Protest gegen die Treibstoffkontingentierung beim Rat des Kreises statt mit dem Pkw mit einer Einspännerkutsche vor. Ein anderesmal schickte er Küchenfrauen zum Lehrgang für Leitungskader. "Beliebt" waren auch seine "Hausbesuche" mit der Reitsportgruppe zu Geburtstagen von Kollegen und Bekannten.
 
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===Pferdesport in der LPG „Frohe Zukunft“ Retschow===
 
* 1973 wurden einige Zuchtstuten für die Gründung einer Pferdezucht in der LPG Retschow zugekauft.
* In der Folgezeit wurde Reinhard Steinke für die Betreuung der Pferde eingestellt. 1976 wurde er zur Armee einberufen.
* Dieter Schröder, damaliger LPG Vorsitzender suchte einen neuen Mitarbeiter.
* So kam Uwe Träder im Mai 1976 nach Retschow und übernahm diese Stelle.
* In dieser Zeit kam Herbert Täuber aus Satow 2x pro Woche nach Retschow, um mit den Kindern und Jugendlichen Training zu machen.
* Die Pferdezucht in der LPG wurde als „Staatlich anerkannter Pferdezuchtbetrieb“ ausgewiesen. Bedingung hierfür war das Halten von 10 Zuchtstuten mit Nachzucht, das ergab einen Bestand von ca. 30 Pferden. Anfang der 80er Jahre war Retschow eine Außenstelle vom Hengstdepot Redefin. Es stand für die Stuten ein gekörter Hengst zur Verfügung. Die Deckstelle wechselte später nach Reinshagen.
* Im Pferdezuchtbetrieb der LPG Retschow dienten die Pferde einerseits zur Zucht, aber sie wurden auch im Kinder- und Jugendsport eingesetzt. So hatte die Voltigiergruppe erst unter Otto Tremp, dann unter Marga Hümer viele erfolgreiche Auftritte.
*  Auch im Reitsport, besonders im Springen gab es einige erfolgreiche Reiter.
*  Ein Teil der Pferde wurde auch angespannt. So wurde das Futter für die Pferde mit Gespann transportiert. Auch war die weiße Hochzeitskutsche aus Retschow überall bekannt.
* Prominente Schlagerstars der DDR wie Julia Axen und Frank Schöbel kamen gerne zum Reiten nach Retschow.
* Mit der Wende 1990 wurde die Pferdezucht aufgelöst.
 
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Datei:Retschow46.jpg|Schlagersänger Frank Schöbel,Dieter Schröder,Holger Pentzien
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===Flugabwehr-Raketenbrigade der Nationalen Volksarmee===
 
 
 
[[Datei:NVA31.jpg|gerahmt|zentriert|1986 in Ashuluk]]
 
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* '''Auszüge aus Friedrich Forkerts Chronik  der FRA Retschow  ''':
 
* '''1958''' beschließt die Volkskammer der DDR das "Gesetz über den Luftschutz in der DDR". Darauf folgte im selben Jahr der Beschluß des Ministeriums für Nationale Verteidigung zur Aufstellung von Fla-Raketentruppen im Bereich Luftstreitkräfte/Luftverteidigung. So wurde auch Retschow als Standort, dem Fla-Raketenregiment 18/Sanitz zugeordnet, ausgewählt.
 
* Zur Jahreswende '''1960/61''' erfolgte im Forstwirtschaftsbetrieb die Inventur der Waldflächen im Bereich der zukünftigen Dienststelle Retschow.
 
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* Am 1. März '''1962''', am "Tag der Nationalen Volksarmee" fand mit dem gesamten Personalbestand der 4. Feuerabteilung(Retschow) die Festveranstaltung in der Gaststätte  in Retschow statt. Erster Kommandeur war Hauptmann Pohl.
* Zu diesem Zeitpunkt waren die erforderlichen Gebäude und Einrichtungen im wesentlichen vorhanden.
* Im Sommer 1962 wurde wegen der Kubakrise die 4. Feuerabteilung(4.FA)vorzeitig von Barth nach Retschow verlegt und in Einsatzbereitschaft versetzt obwohl die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren und noch kein Gefechtsschießen stattgefunden hatte.
* '''1962/63''' war ein Extremwinter mit Temperaturn bis -26° C. Ab November gab es eine geschlossene Schneedecke bis April 1963.
* Im September '''1962''' wurden die beiden Wohnblöcke fertiggestellt und bis zum Jahresende bezogen.
* '''1963''' wurde die erste Raketentechnik vom Typ S75A "Dwina" in Retschow installiert.
* Seit 1963 Umbenennung in 4. Fla-Raketenabteilung(4. FRA)
* Vom 17.07. - 28.07. 1963 fand das 1. Gefechtsschießen in der Sowjetunion(Ashuluk)statt. Somit waren die Voraussetzungen zur Übernahme ins Diensthabene System(DHS) ab September erfüllt.
* 1963 war ein Personalbestand von insgesamt 192 Angehörigen vorhanden(26 Offiziere, 42 Unteroffiziere, 120 Soldaten, 4 Zivilbeschäftigte)
* Am 1.12.1963 wird Hauptmann Pedde Kommandeur der 4. FRA.
* '''1964''' gab es eine Übung, bei der die Raketentechnik zur Galopprennbahn Bad Doberan verlegt wurde.
* Vom 01.09. - 01.12. 1964 erfolgte die Ausbildung von Offizieren der 4. FRA an neuer Raketentechnik in der Sowjetunion.
* Zum Jahresanfang '''1965''' wurde in Retschow die neue Raketentechnik aus der Sowjetunion eingeführt(Fla-Raketenkomplex S-75W Wolchow). Im Sommer fand in der Sowjetunion(Ashuluk) ein Gefechtsschießen mit der neuen Technik statt.
 
[[Datei:NVA27.jpg|gerahmt|zentriert|]]
 
* Im Herst 1965 verbesserte sich die Einbindung in die Gemeinde Retschow. Ausdruck dessen ist auch, dass Frau Langhammer, die Ehefrau des Offiziers Wilfried Langhammer Bürgermeisterin von Retschow wird(bis 1970).
* Am 28.10. 1965 wird Hauptmann Mahlke Kommandeur.
* Im September '''1966''' wurde im Rahmen einer Übung die FRA zum Flugplatz Tutow verlegt. Im Bezirk Rostock galten Schutzbestimmungen gegen die Maul- und Klauenseuche.
* '''1967''' wurde in Richtung Brusow die Rundblickstation(RBS)- Richtfunk- ausgebaut. In diesem Jahr fand ein weiteres Gefechtsschießen in der Sowjetunion statt. In diesem jahr wurde auch die neue Raketentechnik vom Typ "Wolchow" eingeführt.
* Im Eis- und Sturmwinter '''1968/69''' wurden durch die FRA im Rahmen eines Katastropheneinsatzes an der Jemnitzschleuse, deren Umbau noch nicht abgeschlossen war, Sicherungsarbeiten vorgenommen, um eine Überflutung zu vermeiden.
* Am 11.07.1969 kam es zu einen Jagdunfall, wobei Offizier Wilfried Langhammer zu Tode kam. Seine Beisetzung erfolgte auf dem Retschower Friedhof mit militärischen Ehren.
* '''1969''' gab es ein weiteres Gefechtsschießen in der Sowjetunion. Ende 1969 konnte der 3. Wohnblock bezogen werden.
* 1969 wurde neben dem A-Objekt (Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen) und B-Objekt(Feuerstellung) das C-Objekt zur Lagerung, Wartung, Montage und Betankung von Fla-Raketen aufgebaut.
* '''1970''' dauerte der Winter bis April. Ostern lagen 70 cm Schnee.
* Im Rahmen der Truppenübung "Zenit" erfolgte 1970 eine Verlegung der Raketentechnik auf die Halbinsel Zingst, 1971 eine Verlegung auf die Insel Rügen(Raum Prora).
* '''1971'''gab es eine Umbenennung in FRA 434.
* Ein '''1972''' geplantes Gefechtsschießen musste  verschoben werden. Auch Peter Becker(Siehe Bilder), der zu der Zeit im Rahmen seiner 18-monatigen Dienstzeit  Funkorter unter Leutnant Roger Müller war, hatte sich entsprechend vorbereitet. Kommandeur des durchgeführten Gefechtsschießens '''1973''' war Major Mahlke, Leutnant Roger Müller(Siehe Foto OZ) war der verantwortliche Leitoffizier.
* '''1975''' fand im Rahmen der Luftverteidigungsübung "Elbe 75" ein Gefechtsschießen statt(Schießender: Major Forkert, Leitoffizier: Leutnant Junghänel).
* 1975 wurden weitere Baumaßnahmen durchgeführt. So wurde zur Verbesserung der Bedingungen für die "Diensthabende Besatzung" ein Gebäude mit Speiseraum sowie Schlaf- und Waschraum errichtet. Die Soldaten erhielten während des DHS einen erhöhten Verpflegungssatz.
* Im Juni '''1976''' fand die Truppenübung "Granit 76" statt. Major Horst wird im Dezember neuer Kommandeur der FRA in Retschow und löst Oberstleutnant Mahlke ab.
* '''1977''' gab es eine Mobilmachungsübung("Blinkfeuer"), zu der Reservisten für die Flak- Batterie eingezogen wurden. Zudem gab es ein Feldlager in Lieberose und ein Gefechtsschießen in der Sowjetunion(Kommandeur: Major Horst, Leitoffizier: Oberleutnant Wonneberger).
* '''1978''' wurde das C- Objekt fertiggestellt. Außerdem erfolgte die Einlagerung der Fla- Raketen in das Schutzbauwerk. Auch wurde eine Scheinstellung als D- Objekt installiert.
* Erinnerungsfoto von 1978:
[[Datei:NVA30.jpg|gerahmt|zentriert|v. l. Maj. Forkert, OL Künzel, Kranich, Sell, Kubicky, Maj. Horst]]
 
* Zum Jahreswechsel 1978/79 herrschten extreme Wetterverhältnisse.
* Auszug aus der Chronik der FRA:
[[Datei:NVA18.jpg|gerahmt|zentriert|]]
[[Datei:NVA26.jpg|gerahmt|zentriert|]]
 
* '''1979''' wurde die Raketentechnik im Instandsetzungswerk Pinnow einer "Mittleren Instandsetzung " unterzogen.
* '''1980''' gab es nach einem Feldlager in Lieberose ein weiteres Gefechtsschießen(Kommandeur: Major Horst, Leitoffizier: Oberleutnant Wonneberger). Für die Besatzung gab es die Möglichkeit, in Moskau Ruderwettkämpfe während der Olympischen Sommerspiele zu verfolgen. Die FRA 434 wurde in FRA 4324 umbenannt. Die Stellung der Rundblickstatio (RBS) in Brusow wurde geschlossen und ins B- Objekt verlegt.
 
[[Datei:NVA21.jpg|gerahmt|zentriert|]]
 
 
* '''1981''' wird zu Jahresbeginn Major Horst verabschiedet. Neuer Kommandeur wird Major Wilfried Schmidt.
* '''1982''' wird in der FRA die Führungskompanie gebildet. Nachrichtenzug und Rundblickstation werden darin zusammengefasst. Erneut fand ein Gefechtsschießen in der UdSSR statt(Kommandeur: Major Schmidt, Leitoffizier: Leutnant Lippelt)
* '''1983''' Im Frühjahr fand die Truppenübung "Navigation" statt. Zum Jahresende löst Major Klaus Kubicki Major Wilfried Schmidt als Kommandeur ab.
 
[[Datei:NVA19.jpg|gerahmt|zentriert|r. Hptm. Künzel, 3. v. r. OL Grondkowski, 5. v. r. Hptm. Stefan]]
 
* '''1984''' gab es erneut ein Gefechtsschießen, an dem 41 Armeeangehörige aus Retschow teilnahmen(Kommandeur: Major Kubicki, Leitoffizier: Leutnant Schulz).
* '''1985''' wurden in Pinnow technische Einrichtungen modernisiert.
* '''1986''' gab es Ende April, Anfang Mai ein Gefechtsschießen(Kommandeur: Major Kubicki, Leitoffizier: Leutnant Schulz). Später gab es noch eine Verlegeübung auf die Halbinsel Zingst.
* '''1987''', der 1. Dezember war der letzte Tag im Diensthabenden System für die FRA 4324 in Retschow. Schießender der Diensthabenden Besatzung war Major Künzel, Leitoffizier Oberleutnant Hempel. Der Fla-Raketenkomplex S-75 wurde von Major Müller zur Übergabe vorbereitet. In diesem Jahr wurde mit den Baumaßnahmen für das neue Objekt im Rahmen der Installation des Komplexes S-300 begonnen. Major Künzel und Fähnrich Thielke sind von Beginn an beteiligt.
* Aufnahmen vom 1. März(Tag der NVA)1988:
 
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Datei:NVA37.jpg|Oberstleutnant Kubicky verliest den Tagesbefehl
Datei:NVA36.jpg|Dank an Zivilangestellte
Datei:NVA39.jpg|
Datei:NVA40.jpg|l. Renate und Hartmut Schweitzer
Datei:NVA41.jpg|
Datei:NVA43.jpg|
Datei:Retschow273.jpg|Schule und Kindergarten zu Besuch in der Dienststelle
 
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* Im Frühjahr'''1988''' wird der Fla-Raketenkomplex S-75 übergeben. Am 1. November wird die FRA 4324 am Standort Retschow außer Dienst gestellt und aufgelöst. Zugleich laufen die Vorbereitungen zur Einrichtung der neuen FRA 4351 in Retschow.
* '''1989''' wurde die neue Raketentechnik S-300PMU Angara aus der Sowjetunion nach Prangendorf überführt. Hier laufen auch die Vorbereitungen auf das Gefechtsschießen mit der neuen Technik, das dann im Juni unter Major Gebbert stattfand.
* '''1990''' im September wird der Raketenkomplex S-300PMU Angara als sog. "sensitive Technik" an die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte übergeben noch bevor eine Stationierung in Retschow erfolg war.
 
[[Datei:NVA24.jpg|gerahmt|zentriert|]]
[[Datei:NVA25.jpg|gerahmt|zentriert|]]
 
'''Bildergalerie ehemaliger Angehöriger der FRA Retschow'''
 
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Datei:NVA7.jpg|
Datei:NVA8.jpg|r. Ludwig Hümer
Datei:NVA9.jpg|um 1965 v.l. Wilfried Langhammer, Major Herzog, v.r. Major Forkert, 2. Reihe v. Ludwig Hümer
Datei:NVA10.jpg|o. 2.v. l. Hfw Maynecke/u. v.l. Ludwig Hümer, Hans Masch
Datei:NVA11.jpg|v.l. Hptm. Künzel, Schubert, Rudolf, Ludwig Hümer
Datei:NVA42.jpg|Aufmarsch der Funktechnischen Kompanie, vorne OL Müller u. Kubicky
Datei:Retschow247.jpg|Besuch in Ostberlin/2. v. l. Klaus Gerlieb, r. P. Becker
Datei:Retschow248.jpg|
Datei:NVA15.jpg|Peter Becker aus Stülow, Funkorter 1971/72
Datei:NVA12.jpg|
Datei:NVA13.jpg|
Datei:NVA14.jpg|
Datei:NVA16.jpg|
Datei:NVA17.jpg|in der Mitte Klaus Gerlieb(Sie auch unter Büdnerei 10)u. P. Becker
Datei:Retschow245.jpg|
Datei:Retschow246.jpg|
 
 
 
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==die heutige Zeit==
 
===Retschower Skatverein===
 
[[Datei:Skat2.jpg|gerahmt|zentriert|]]
 
[[Datei:Skat3.jpg|gerahmt|zentriert|Gründungsmitglieder]]
 
 
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Datei:Skat1.jpg|
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Datei:Skat9.jpg|
Datei:Skat10.jpg|
Datei:Skat11.jpg|
Datei:Skat12.jpg|
Datei:Skat13.jpg|
 
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===Dorfgeschehen chronologisch===
 
 
[[Datei:Retschow252.jpg|gerahmt|zentriert|OZ 4.12.2017/Retschower Streuobstwiese entsteht]]
 
[[Datei:Retschow254.jpg|gerahmt|zentriert|OZ 20.6. 2018/In alter Schule entstehen Seniorenwohnungen]]
 
[[Datei:Retschow255.jpg|gerahmt|zentriert|OZ 17.6.2018/Aktivpferdestall der Agrarhof&Pferdepension Retschow GmbH]]
 
[[Datei:Retschow256.jpg|gerahmt|zentriert|OZ 9.11.2018/ Bürgermeister Berno Grzech(r.) und Gemeindeangestellter Thomas Behning]]
 
[[Datei:Retschow257.jpg|gerahmt|zentriert|OZ 26.10.2018/24 geschädigte Linden der Chaussee müssen gefällt werden]]
 
== Besiedlung ==
 
===Gutshof===
 
* Pächter der Domäne Retschow(Quelle: Internet/Guts- und Herrenhäuser):
**(1778)-1787 Manecke
**1787-1808 Inspektor Schröder
**1808-1816 Johann Heinrich Kippe
**1816-1830 Carl Friedrich Engel
**1830-1865 Paul Friedrich Eduard Rabe (?)
**1865-1878 Friedrich Peitzner
**1878-(1917) Eduard Rohde
**(1921)-(1928) Hans Schuldt
**(1930)-(1939) Heinrich Mestermann
 
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Datei:Retschow250.jpg|Luftbild Gutshof nach 1990
Datei:Tess18.jpg|Mähbindereinsatz verm. auf dem Gut Retschow
Datei:Retschow243.jpg|H. M. für Heinrich Mestermann
Datei:Retschow241.jpg|Skizzen vom Gutshaus nach der Erinnerung von Frau Trede, die Mamsell auf dem Hof war.
Datei:Retschow242.jpg|
 
 
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===Höfe===
 
'''Gärtnerei Tessenow'''
 
* Martin Tessenow war 1920 mit seiner Familie aus Posen ausgewandert.
* In Retschow erhielt die Familie, staatlich gefördert, 14 ha Betriebsfläche, ursprünglich zum Hof Retschow gehörig, zum Aufbau eines Gartenbaubetriebes zugewiesen.
 
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Datei:Tess50.jpg|Betriebsareal mit Unterstand für die vorübergehende Unterbringung 1920
Datei:Tess45.jpg|
Datei:Tess49.jpg|Rohbau 1920
Datei:Retschow195.jpg|
Datei:Tess48.jpg|
Datei:Tess47.jpg|
Datei:Retschow196.jpg|Martin und Anna Tessenow mit Tochter Johanna
Datei:Tess86.jpg|Hochzeit von Paul Freyer 1935. Freyers waren gute Nachbarn von Brügges.Lieschen Brügge mit Bruder Heini in der oberen Reihe
Datei:Tess87.jpg|Straßenwärter... aus Retschow
Datei:Tess46.jpg|
Datei:Tess52.jpg|Goldene Hochzeit von Johann und Luise T. am 25.7.1920
Datei:Tess2.jpg|Tag vor der Hochzeit von Jochen und Lieschen T.
Datei:Tess3.jpg|Hochzeit von J. und L. Tessenow am 27.04.1947
Datei:Tess4.jpg|
Datei:Tess5.jpg|
Datei:Tess8.jpg|
Datei:Tess10.jpg|Blick vom Hof Tessenow mit Teich zum Nachbarn, dem Müller  Wegner und dessen Scheune u. Mühle;Aquarell von Buttermann um 1945(das Original hängt bei Hermann Tessenow in HH).
Datei:Tess25.jpg|Anni Eichhorst und Verlobten, Hannelore Brügge, geb. Stübe(Zwillingsschwester von Albert Stübe), Lieschen T. Schneider R. Schulz und Leni Suckow
Datei:Tess77.jpg|Blütenpracht
Datei:Tess11.jpg|Pflaumenbaumreihe im Obstgarten
 
 
 
 
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* Im Betrieb wurden Obst und Gemüse angebaut, zudem gab es eine Baumschule.
;2026 09.März 2026 Ostseezeitung
* Regelmäßig wurde angespannt und zum Rostocker Wochenmarkt gefahren, um die Gartenbauerzeugnisse zu verkaufen.
* Martin Tessenow war ein Gartenbauexperte. Er führte in seinem Gartenbaubetrieb in Retschow Düngungsversuche durch, worüber er Bücher veröffentlicht hat(u. a. ABC der Düngung), auch gemeinsam mit Andreas Voss gab es Veröffentlichungen.Tessenows hatten Andreas Voss bei sich aufgenommen.


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;Zur Geschichte des Jagdschlosses Waldsee


Datei:Retschow192.jpg|
Das Jagdschloss am Ufer des Schulzensees wurde von '''1899 bis 1900''' durch den Erbgroßherzog und späteren Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, Adolf Friedrich V., errichtet. Gleichzeitig entstand das 6000 Hektar große Lüttenhägener Wildgatter, das der großherzoglichen Familie als Jagdrevier diente.
Datei:Retschow194.jpg|
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Datei:Retschow231.jpg|Grabstein auf dem Retschower Friedhof
Datei:Tess1.jpg|Elternhaus von Lieschen Tessenow, geb. Brügge(1960/61 an Frau Keller verkauft)Heute von Frau Kellers Nachkommen bewohnt.
Datei:Tess23.jpg|Wilhelm und Ina Brügge(Eltern von L. Tessenow) vor ihrem Haus
Datei:Tess21.jpg|Lieschen Brügge
Datei:Tess22.jpg|Schwestern Betty(Bahls) und Lieschen(Tessenow) Brügge
Datei:Tess9.jpg|Anni Eichhorst und Gertrud Trede
Datei:Tess24.jpg|Lieschen T. in Stellung bei Pastor Schoop
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Datei:Tess26.jpg|Klaus und Helmut Tessenow(Söhne von Jochen und Lieschen T.)ca. 1958/59 beim Ausflug nach Heiligendamm
Datei:Tess27.jpg|Klaus und Helmut mit ihrer Mutter
Datei:Tess28.jpg|Die drei Tessenowbrüder Klaus(Jg. 1949), Helmut(1948) und Andreas(1953)
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Datei:Tess80.jpg|Zeichnungen von Jochen T. 1942 während der Besetzung von Finnland
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Nach '''1916''' ging das Schloss durch Heirat mit Herzogin Marie von Mecklenburg-Strelitz in den Besitz von Prinz Julius Ernst zur Lippe-Biesterfeld über.


'''1930''' wurde hier das erste Staatliche Jagdgebiet des Landes Mecklenburg eingerichtet. Von 1933 bis 1945 diente das Schloss dem NSDAP-Reichsstatthalter Friedrich Hildebrand als Residenz.


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Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde es als Flüchtlingsheim genutzt. Ab 1952 wohnten darin Lehrlinge des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Neustrelitz. Während der Zeit, in der Erich Mielke sein Ferienhaus auf dem Areal errichten ließ, ging die historische Ausstattung des Schlosses verloren.
* Nach dem Tod von M. Tessenow am 30. Dezember 1934 wurde das Ackerland an den Nachbarn Heinrich Reinke bis 1947 verpachtet.
* Die Situation war schwierig: Joachim T. war noch minderjährig, Schulden drückten trotz Unterstützung durch den Familienverband, so durch den Bruder von M. Tessenow, dem Architekten Heinrich Tessenow.
* Joachim Tessenow, am 2. Dezember 1920 in Retschow geboren, ging 1953 mit seinem Betrieb in die neu gegründete LPG und wurde 1. Vorsitzender. In Meißen erwarb er den Abschluss als Diplomlandwirt.


* Lieschen Tessenow betreute den Legehennenbestand der LPG. Zwei Flachbauten auf Tessenows Hof waren zuvor gebaut worden(Siehe Fotos)
Die Berliner Familie Bischoff hatte das direkt am Schulzensee gelegene Grundstück '''2002''' erworben und anschließend von 2006 bis 2009 umfangreiche Sanierungsarbeiten sowie Um- und Ausbauten der bestehenden Gebäude durchgeführt.
* Den Tessenows liegt das Zeichnen und Malen in den Genen. Zur Meisterschaft gebracht hat es Andreas Tessenow:


[[Datei:Tess61.jpg|gerahmt|zentriert|]]
=Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet=
[[Datei:Tess62.jpg|gerahmt|zentriert|]]


* Siehe untenstehender Link zu den Werken von Andreas T.
z.B.  


[http://www.youtube.com/watch?v=ii5-jlMxTrc]
==Herkunft und erste Erwähnung von Feldberg, sowie einiges aus der älteren Geschichte Feldbergs==
(Auszug aus Raabe/Quade "Mecklenburgische Volkskunde" '''1894''', S. 1293f)
[[Datei:Feldberg um 1900.jpg|thumb|500px|rechts|Feldberg um 1900]]
Bartold von Veltberg, dessen Geschlecht seinen Namen trägt von Veltberg bei Fehrbellin, war einer von den brandenburgischen Miteroberern und Zeugen des Vertrags von Kremmen, durch den am 20.Juni 1236 die Lande Stargard von dem Fürsten Wratislaw von Pommern an die Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg abgetreten wurden, und von diesem Bartold von Veltberg wurde auch die Burg Feldberg in der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Der Ritter Konrad von Feldberg erscheint ums  Jahr 1300 am Hofe des Markgrafen Albrecht III., der sich damals häufig zu Lychen und Neubrandenburg aufhielt. Die v.Feldbereg waren später zu Glocksin auf dem Werder erbgesessen. Im Jahre 1506 wird noch Henning von Feldberg auf Grammentin bei Strelitz aufgeführt. Die Burg lag, von Wasser umschlossen, an der Stelle des jetzigen Amtshauses, bei dem sich auch noch Bruchstücke eines runden Thurmes befinden. Vor der Reformation war zu Feldberg eine Prälatur. Ums Jahr 1540 finden wir bereits den Lucas Bilenfeld als evangelischen Prediger zu Feldberg .
Die Burg Feldberg wurde 1627 von den Kaiserlichen, als diese ins Stargardische eingebrochen waren, eingenommen. Als Tilly gegen Ende Februar und in den ersten Tagen des März im Jahre 1631 auf einem Zuge nach Niedersachsen begriffen war, lagen in der Burg einige 60 Mann Schweden, die jener, da sich dieselben nicht ergeben wollten, nach stattgehabter Erstürmung der Burg, wüthend über die ihm verursachte Verzögerung, sämmtlich über die Klinge springen ließ. Bei diesem Zuge des von Ruppin kommenden und von Feldberg über Schlicht nach Stargard und Neubrandenburg weiter marschirenden Tilly wurde die ganze Umgegend verwüstet, wovon noch die Trümmer von Kirchen  - bei Conow, Schlicht, in der "Wüsteinei" bei Vorheide - und die Spuren früherer Dorfstätten bei Conow und im Walde unweit Läven zeugen. Auch die Kirche und Pfarre in Feldberg gingen, wie schon erwähnt, hierbei unter. Später hielten sich in dem auf der Burgstelle aufgeführten Amtshause öfters Glieder des herzoglichen Hauses der Jagd und der schönen Gegend wegen hier auf und Herzog Adolf Friedrich III. erließ von hier aus mehrere Verfügungen wegen der Erbauung von Neustrelitz.


* Onkel von Jochen Tessenow war der bekannte Architekt Professor Heinrich Tessenow(Siehe Ahnentafel und unter Wikipedia)
==Die mecklenburgisch brandenburgische Grenze==


===Büdnereien===
==Der Amtswerder==


* Die Karte der Dorffeldmark Retschow weist 22 Büdnereistellen aus:
[[Datei:Feldberg K2 092.jpg|thumb|350px|früheste Ansicht Feldbergs]]
* Die Flächen der Büdnereien 1-7 befinden sich in der Büdnerreihe von der Landstraße bis zum Wald, Nr. 8 gegenüber der Nr . 1 auf der westlichen Straßenseite, Nr . 9 abgelegen an der südlichen Gemarkungsgrenze nach Reinshagen/Lüningshagen.
<br clear="all">
*  Die Flächen von Nr. 10-12 befinden sich im Bereich der Mühle(11 und 12 als Kirchenbüdner ausgewiesen).
*  Nach Aufteilung der Bauernhufen 8 und 9 1906 entstanden am Wald beginnend die Nr. 13 und 14 an der südöstlichen Gemarkungsgrenze gefolgt von den Nr. 21 und 22 sowie 15-20 gegenüber der Straße vom Wald bis zur Dorfgrenze.


==Feldberg und die "Rethra-Theorie"==


'''Büdnerei 1'''
==Der Kurort Feldberg==


('''Trede/Reincke''')
==Die Eisenbahnlinie Neustrelitz - Feldberg==


* '''Carl Gottfried Hinrich Trede''' wurde am 22.November 1818 in Retschow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Carl ist in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 31.Januar 1895 verstorben und dort am 6.Februar 1895 bestattet worden. Als Todesursache wurde „Lungenentzündung“ angegeben. Carl arbeitete in Retschow als Büdner (Büdnerei Nr.1), Erbkrüger und Tischler.
==Der MC Luzin==
* '''Johann Heinrich Karl Ludwig Trede''' wurde in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 8.September 1849 geboren. Nach 1867 arbeitete Ludwig in Retschow als Tischler und nach 1900 als Gastwirt(Quelle: Familienforschung Masch).
* 1941 wurde zur Versorgung der Gefangenen ein Küchenherd angeschafft(Quelle: Archiv LRO)
* 1947 baut Caroline Reimer eine offene Scheune(Quelle: Archiv LRO).
* 1954 baut Heinrich Reinke einen Geflügelstall(Quelle: Archiv LRO).


==Arbeitsgemeinschaft BONITO==


[[Datei:Retschow167.jpg|gerahmt|zentriert|]]
==Der Zusammenschluß zur amtsfreien Gemeinde Feldberger Seenlandschaft==
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Datei:Retschow224.jpg|
==Persönlichkeiten in und um die Feldberger Stadtgeschichte==
Datei:Retschow237.jpg|


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===Altrock, Johann August von - Gutsbesitzer===


geb. ?.2.1700 gest. 23.8.1770 Sponholz


'''Büdnerei 2'''
Vater: Jürgen von A., Gutsbesitzer
Sein Vater war Gutsbesitzer und Inhaber einer
Hofstellung in Mecklenburg-Strelitz; trat 1728
in mecklenburg-strelitzschen Hofdienst; 1732
Herzoglicher Rat, Schatullenmeister und Vertrauter
Herzog Adolf Friedrichs III. von Mecklenburg-
Schwerin; 1734 Hofrat; 1743 Geheimer Rat; seit 1734
Verwaltung der Domäne Torwitz, später '''Amtmann in Feldberg''' Briefwechsel mit König Friedrich Wilhelm I.
und Friedrich dem Großen von Preußen; 1732 Kauf
des Gutes Sponholz; ließ dort das Gutshaus (mit
dem Altrockschen Wappen im Mittelgiebel) und eine
Grabkapelle an der Dorfkirche bauen; 1744 geadelt;
»Ehrengedächtnis des Hochwohlgebohrnen Herrn,
Herrn Johann von Altrock« (1770; Leichenpredigt von
Christian Friedrich Sense).


('''Brasik/Reinck/Rust''')
===Bahlcke, (Otto) August (Friedrich Eduard) - Mediziner===


[[Datei:Retschow230.jpg|zentriert|]]
geb. 5.8.1836 Lindow (Mecklenburg-Strelitz) gest. 17.12.1894 '''Feldberg'''


* 1946/47 erfolgte eine Neueindeckung des Wohnhausdaches(Quelle: Archiv LRO).
Vater: August B., Domänenpächter
* 1955 baut Richard Rust einen Geflügelstall(Quelle: Archiv LRO).
Medizinstudium und 1861 Promotion in Erlangen; kam
über Berlin, Prag und Wien nach Mecklenburg; 1862-
1870 praktischer Arzt in Stargard; 1870/71 Arzt in
Penzlin und im Vereinslazarett in Groß Luckow; 1871-
1894 '''Arzt in Feldberg''', auch Amtsarmenarzt; »Ueber
die Resection des Oberkiefers« (1860).


'''Büdnerei 3'''
===Barby, Reinhard - Naturschützer, Heimatforscher===


('''Peters/Pentzin''')
geb. 8.10.1887 Berlin gest. 27.9.1974 '''Feldberg'''


* '''Johann Christian Heinrich Peters''' wurde in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 10.Februar 1827 geboren und dort am 11.Februar 1827 getauft. Christian ist in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 3.April 1890 verstorben und dort am 7.April 1890 bestattet worden. Als Todesursache wurde „Schwindsucht“ angegeben. Christian arbeitete in Retschow als Büdner (Büdnerei Nr.3).  
Vater: Eisenbahner
Realgymnasium in Berlin; 1905 Angestellter einer
Lebensversicherungsgesellschaft in Berlin, 1911 in
Potsdam-Rehbrücke, 1924 in Köln; 1929 Direktor
der Lebensversicherungsgesellschaft in Magdeburg;
befasste sich in seiner Freizeit mit der Tier- und
Pflanzenwelt, dann auch mit der Astronomie; erwarb
1934 ein '''Grundstück in Feldberg und widmete sich der Feldberger Landschaft'''; baute 1947 eine
Klimastation auf; um 1950 Naturschutzhelfer im Kreis
Neustrelitz; 1973 mit der Einrichtung der '''Feldberger Heimatstube''' beschäftigt; 1969 Ehrenbürger von
Feldberg; seit 1960 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft
BONITO; erarbeitete eine Feldberg-Monographie, die
unvollendet blieb; 1969 '''Ehrenbürger von Feldberg''';
'''»Feldberger Seen- und Endmoränenlandschaft. Heimat- und Wanderbuch« (1956); »Feldberger
Seen. Ein kleines Wanderheft« (1969; 8. Aufl.,
1989)'''; Beiträge zu botanischen Besonderheiten,
Naturdenkmalen und Findlingen in Fachzeitschriften;
»Der Ostmecklenburgische Hügelrücken« und »Der
Sprockfitz und der Weitendorfer Haussee« in »Natur
und Heimat« (1961); »Neue glazialmorphologische
Erkenntnisse aus dem Feldberger Gebiet« in
»Geographische Berichte« (1966); »Die Tollense –
ein spät entstandenes Gletscherzungenbecken?«
(1966) und '''»Die Feldberger Landschaft – ein ideales Erholungsgebiet«''' (1971) in »Heimatkundliches
Jahrbuch des Bezirks Neubrandenburg«; Tagebücher
im BONITO-Archiv; Nachlass im Karbe-Wagner-Archiv
Neustrelitz; Ehrengrab in '''Feldberg'''.
*[[Mehr über Reinhard Barby...]]


* '''Christian Johann Joachim Friedrich Peters''' wurde in Retschow, Mecklenburg-Schwerin am 14.Februar 1860 geboren. Verstorben ist er vor 1919. In Retschow arbeitete er als Büdner (Büdnerei Nr.3)/(Quelle: Familienforschung Masch)
http://www.landesbibliographie-mv.de/REL?PPN=254763405


* 1947 baut Heinrich Pentzin einen Geräteschuppen(Quelle: Archiv LRO).
===Burghof, Willy (Gustav Friedrich Pseud.: Illyw Fohgrub) - Apotheker, niederdeutscher Schriftsteller===
* 1953 baut Heinrich Pentzin das Wohnhaus um(Quelle: Archiv LRO).


geb. 1.9.1847 '''Feldberg''' gest. ?


'''Büdnerei 4'''
Vater: Gustav Friedrich Heinrich Hermann B., Apotheker
Gymnasien in Prenzlau und in Neustrelitz; Apotheker
in Wolgast, später in Greifswald; schrieb »De Voßjagd
tau Holtfast, ne lütte Jagdgeschicht …« (1880)
[[Kategorie:Plattdeutsch]]


('''Dedow/Mau/Batzdorf''')
===Dewitz, Fritz von (eigentl.: Friedrich Wilhelm Otto Ulrich August Heinrich Ludwig von Dewitz; auch: Dewitz-Cölpin) - Jurist, Forstwirt, Schriftsteller===


* Büdnerei nach der Hochzeit von Walter und Leni Batzdorf 1955 übernommen(Großmutter von Leni B. ?, Dedow?)
geb. 19.1.1883 Neustrelitz gest. 8.7.1967 Lüneburg begr. Cölpin
* Berta Batzdorf(oben Bildmitte nach dem Krieg beim Kartoffeln sammeln) floh 1945 mit ihren Söhnen Walter und Horst  aus Deutsch Hammer (Breslau) nach Retschow. Vater Erich kam später aus französischer Gefangenschaft. Er wäre am liebsten in Frankreich auf einem Weingut/Spirituosenhändler geblieben, seine Frau wollte aber nicht erneut umsiedeln.  
* Nach der Flucht und Ankunft in Bad Doberan haben Batzdorfs ein paar Nächte im Eisenmoorbad verbracht. In Retschow waren sie zunächst auf den Höfen Masch und Brügge untergebracht.
* Walter war wie sein Vater gelernter Zimmermann.
* 1960 erfolgte der Eintritt in die LPG.
* In den 1960-iger Jahren wurde Walter gemeinsam mit Albert Stübe und Rudolf Weigend für ein halbes Jahr zur Arbeit im Uranbergbau nach Aue abkommandiert.
* Heute(2019) wohnt dort Familie Bauer.


Vater: Friedrich (Wilhelm Otto Ulrich Karl Helmuth Julius) von
D., Jurist, Staatsminister
Gymnasium Carolinum Neustrelitz; 1901-1903
Jurastudium in Heidelberg und Rostock, wo er das
Referendar- und das Assessorexamen ablegte;
1909 Promotion in Rostock; wohnte in Schwerin
und Schönberg; '''Landdrost in Feldberg'''; schied
1919 aus dem Staatsdienst aus; zog nach einer
land- und forstwissenschaftlichen Ausbildung nach
Cölpin, um das väterliche Gut zu bewirtschaften;
1945 Gutsbesitzer; 1946 Forstaufseher in Lübeck-
Kaltenmoor; Ȇber Eigentumserwerb an jagdbaren
Tieren« (Diss., 1909); »Überm Wald im stillen
Schein« (1952); »Mecklenburgische Anekdoten,
gesammelt von alten mecklenburgischen Bauern,
Förstern, Jägern, Tagelöhnern, Schäfern« (1962).
[[Kategorie:Plattdeutsch]]


<gallery widths="400px" heights="200px">
===Ditzen, Anna (Margarete, geb. Issel)===


Datei:Retschow178.jpg|Walter Batzdorf
geb. 12.3.1901 Geestemünde gest. 8.8.1990 Neustrelitz
Datei:Retschow179.jpg|Leni Batzdorf
Datei:Retschow180.jpg|
Datei:Retschow181.jpg|
Datei:Retschow182.jpg|
Datei:Retschow183.jpg|
Datei:Retschow184.jpg|
Datei:Retschow185.jpg|
Datei:Retschow186.jpg|


</gallery>
Vater: Bäcker
Ehemann: Hans Fallada, Schriftsteller
Lernte im Damenputz-Großhandel und arbeitete 13
Jahre in dem Fach; lernte einen Freund ihres Bruders,
den Landwirt Rudolf Ditzen (später Schriftsteller
Hans Fallada) kennen; lebte mit ihm in '''Carwitz (bei Feldberg)'''; 1929 Heirat, vier Kinder; 1944
geschieden; literarische Figur als »Lämmchen« in
Falladas »Kleiner Mann was nun«; »Wenn du fort bist,
ist alles nur halb. Briefe einer Ehe« (2007).


===Erfurth, August Friedrich - Heilpraktiker===


'''Büdnerei 5'''
geb. ? in Mecklenburg gest. ?.9.1904 Schlachtensee (bei Berlin) begr. '''Feldberg'''


('''Vick/Ahrens''')
Vater: August E., Theologe
Ausbildung als Spezialist für Wasserheilmethoden
(Hydropath) in Berlin; plante 1849 die Gründung
einer Wasserheilanstalt in Mecklenburg; Assistent
in der Wasserheilanstalt Bad Stuer; ließ 1853-
1855 an der Westseite des Haussees in Feldberg
die '''Wasserheilanstalt Feldberg''' errichten; bot
Wasserbehandlungen, Massagen, Heilgymnastik und
Elektrotherapien an und warb 1880 mit verschiedenen
Bädern; 1899 Verkauf der Heilanstalt; »Theorie des
Wasserheilverfahrens oder elektrische Strömungen
als Ursache der belebenden Wirkung des kalten
Wassers« (1851); »Die Wirkung und Anwendung
der nassen Enthüllungen und die Verbindung
des Wasserheilverfahrens mit der schwedischen
Heilgymnastik« (1854); »Nach welchen Grundsätzen
muß das Wasser als Heilmittel angewandt werden?«
(1860); »Das Irisch-Römische Bad in seiner
Verbindung mit dem Wasserheilverfahren« (1865);
literarische Figur in Fritz Reuters »Ut mine Stromtid«
(1863) als ›Existent Ehrfurcht von dem Wasserdokter‹
bei Unkel Bräsig in der Waterkunst.


'''Büdnerei 6'''
===Fabrice, Georg (Friedrich) von, Jurist, Verwaltungsbeamter===


('''Rohmann?/Hameister''')
geb. 18.10.1830 Neustrelitz, gest. 25.2.1908 Strelitz Alt (Neustrelitz)


* 1944 baut Georg Hameister einen Hühnerstall(Quelle: Archiv LRO)
Vater: August (Georg Adolf Friedrich) von F.,
Oberlandjägermeister, Kammerherr
Bruder: August (Friedrich Ludwig) von F., Jurist,
Verwaltungsbeamter
Gymnasium in Neustrelitz; 1850 Abitur; 1850-
1853 Jurastudium in Göttingen, Berlin und Rostock;
Einjährig-Freiwilliger im Neustrelitzer Bataillon; 1854
wieder Student in Rostock; 1857 nach bestandenem
Examen Auditor und Kammerjunker beim Amt Mirow;
im Justizamt der Landvogtei Schönberg; nach dem
Richterexamen Mitarbeiter des Amtes und des
Amtsgerichts '''Feldberg''', dann in Mirow; 1866 Assessor
des Großherzoglichen Kammer- und Forstkollegiums;
erhielt 1869 das Amt Strelitz; 1871 Kabinettsbeamter
und Oberinspektor der Irren- und Strafanstalt
Strelitz; bis 1906 Vorsteher der Wegekommission;
1893 Landdrost; 1904 Oberlanddrost; 1907 Prädikat
Exzellenz; 1903 Komtur, 1905 Großkomtur des
Hausordens der Wendischen Krone; 1908 Preußischer
Kronenorden.


'''Büdnerei 7'''
===Fallada, Hans (eigentl.: Rudolf Ditzen) - Schriftsteller===


('''Kuhse?/Schuhmacher/Falkenthal''')
geb. 21.7.1893 Greifswald gest. 5.2.1947 Berlin begr. Carwitz


Vater: Wilhelm D., Jurist
Ehefrau: Anna (Margarete) Ditzen
1899 Versetzung seines Vaters an das Berliner
Kammergericht; 1901 Prinz-Heinrich-Gymnasium
Berlin-Schöneberg, 1906 Bismarck-Gymnasium
Berlin-Wilmersdorf, 1909 Königin-Carola-Gymnasium
Leipzig, 1911 Fürstliches Gymnasium Rudolstadt;
1912 (nach einem Selbstmordversuch) im
Privatsanatorium Tannenfeld; 1913 Eleve auf dem
Rittergut Polsterstein/Vollmershain (Sachsen); 1914
Kriegsfreiwilliger, nach kurzer Zeit entlassen; 1915
Angestellter auf Gut Heydebreck (Hinterpommern);
1916 Assistent der Landwirtschaftskammer für
Pommern in Stettin, dann bis 1918 Angestellter
der Kartoffelbaugesellschaft in Berlin; 1919
Rauschgiftentziehungskur in Tannenfeld; Rendant auf
Gütern in Mecklenburg, Pommern und Westpreußen;
wegen Unterschlagung auf Gut Neuschönfeld (bei
Bunzlau) 1924 sechs Monate Gefängnisstrafe in
Greifswald; Buchhalter auf mehreren Gütern; 1926
zweieinhalb Jahre Haft wegen Unterschlagung
in der Strafanstalt Neumünster; 1928 Heirat mit
Anna Issel; 1929 Lokalredakteur beim »General-
Anzeiger« (Neumünster); 1930 Angestellter des
Rowohlt-Verlags Berlin; 1933-1944 in Carwitz bei
Feldberg; 1944 Scheidung; '''1945 Bürgermeister in Feldberg'''; 1945 Übersiedlung nach Berlin und Heirat
mit Ursula Losch; freier Mitarbeiter der »Täglichen
Rundschau«; 1946 in der Nervenklinik der Charité in
Berlin; mit seinen Romanen, die auch als Filmstoff
dienten, sehr erfolgreich; »Der junge Goedeschal«
(1920); »Bauern Bonzen Bomben« (1931); »Kleiner
Mann – was nun?« (1932); »Wer einmal aus dem
Blechnapf frißt« (1934); »Wolf unter Wölfen« (1937);
»Der eiserne Gustav« (1938); »Geschichten aus der
Murkelei« (1938); »Kleiner Mann, großer Mann – alles
vertauscht« (1939); »Der ungeliebte Mann« (1940);
»Damals bei uns daheim« (1942); »Heute bei uns zu
Haus« (1943); »Der Jungherr von Strammin« (1943);
»Der Alpdruck« (1947); »Jeder stirbt für sich allein«
(1947); »Der Trinker« (1950; postum); 1994 erschien
der 1939 entstandene Roman »Dies Herz, das dir
gehört«; das Wohnhaus in Carwitz ist heute Hans-
Fallada-Museum mit umfangreichen Fallada-Archiv;
seit 1992 Hans-Fallada-Gesellschaft in Feldberg;
»Salatgarten« (1997 ff.; Mitteilungsblatt der Fallada-
Gesellschaft); seit 1981 Hans-Fallada-Preis der Stadt
Neumünster; begraben auf dem Friedhof Schönholz in
Berlin, umgebettet, Grabstätte in Carwitz.


'''Büdnerei 8'''
===Feldt, Auguste - Pädagogin, Dichterin===


('''Mahn/Hünemörder''')
geb. 18.3.1831 Berlin gest. ?


* 1946 baut Franz Hünemörder eine Scheune mit Stellmacherei(Quelle: Archiv LRO).
Vater: Königlicher Rechnungsrat
Leitete 1859-1881 eine Privattöchterschule in
Friedland; 1885 Vorsteherin eines Töchterpensionats
in '''Feldberg''' und seit 1887 in Prenzlau; »Werte für
junge Mädchen« (1876; Gedichte).


'''Büdnerei 9'''
===Grapow, Johannes - Forstwirt===


('''Schmidt/Schütt/Fuhrmann/Niemann''')
geb. 7.7.1844 Neustrelitz gest. 10.12.1936 Feldberg


* 1946 baut Johann Niemann eine Scheune(Quelle: Archiv LRO).
1851-1861 Realschule in Neustrelitz; 1862/63
Forstlehre bei Oberförster Dankwardt in Schönberg;
1863-1865 Studium an der Forstakademie
Neustadt-Eberswalde; 1865-1873 Forstpraktikant
bei Oberförster Schroeder in Lüttenhagen; auch
Assessor in Lüttenhagen und nach dem Tod
seines Vorgängers 1873 dort als Großherzoglicher
Oberförster eingesetzt; 1880 Begründung des
ersten forstbotanischen Versuchsgartens in
Mecklenburg mit 27 nicht einheimischen Gehölzen;
das abwechslungsreiche Waldgebiet der '''Feldberger'''
Landschaft ist sein Verdienst; 1874 Abschluss der
heute gültigen Waldeinteilung; 1882 Erstellung
eines modernen Forstkartenwerkes; Bewältigung
der Sturmkatastrophe 1894; organisierte nach 1900
wegen des schlechten Absatzes des Sturmholzes den
Aufbau des Großherzoglichen Sägewerkes Schwarze
Mühle bei Koldenhof; ab 1903 umfangreiches
Aufforstungsprogramm; beförderte den Aufbau des
Torfwerkes Fürstenhagen und 1908 ein System von 30
Karpfenteichen bei Lüttenhagen; 1904 Großherzoglich
mecklenburg-strelitzscher Forstmeister; 1910
Hausorden der Wendischen Krone; schied 1916
aus dem '''Dienst und Ruhesitz in Feldberg'''; 1995
Enthüllung eines Gedenksteins im Versuchsgarten
Lüttenhagen.


'''Büdnerei 10'''
===Heyse, Wilhelm - Theologe, Pädagoge, (niederdeutscher) Schriftsteller===


('''Chr. Trede?/Gerlieb/Schmiede Pagels''')
geb. 19.11.1825 Leussow (Mecklenburg-Strelitz) gest. 11.2.1911 Wesenberg


* Paul Gerlieb hat Informationen zu den Wurzeln seiner Familie in Retschow zusammengetragen:
1841-1846 Lehrerseminar Mirow; Hauslehrer in
Friedrichshof (bei Pasewalk) und in Neumühl (bei
Torgelow); 1849 Hilfslehrer in '''Carwitz (bei Feldberg)''';
1850 Lehrer in Broda (bei Neubrandenburg);
1853 Lehrer in Leussow; schied 1879 wegen eines
Disziplinarverfahrens aus dem Amt; Übersiedlung
nach Wesenberg; später Hauslehrer an verschiedenen
Stellen; Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen,
Märchen und Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde.,
1879/80); hoch- und niederdeutsche Gedichte in der
»Neustrelitzer Zeitung« (1849 ff.); »Ausgewählte
Blüten meiner Jugend« (1851); »Punschendorp.
Plattdütsche Läuschens, Dichtels un Rimels in
mekelnbörger Mundort« (1861); »De Meklenbörger
Burhochtid un Rosmarin un Ringelblomen« (1862).
[[Kategorie:Plattdeutsch]]


[[Datei:Retschow167.jpg|gerahmt|zentriert|]]
===Kahn, Robert (August) - Musiker, Komponist===
<gallery widths="400px" heights="200px">


Datei:Retschow159.jpg|
geb. 21.7.1865 Mannheim gest. 29.5.1951 Biddenden (Kent/England)
Datei:Retschow160.jpg|


</gallery>
Vater: Bankier
[[Datei:Retschow166.jpg|gerahmt|zentriert|]]
Gymnasium in Mannheim; 1882-1885 Studium
[[Datei:Retschow163.jpg|gerahmt|zentriert|]]
an der Musikhochschule in Berlin, 1885/86 an der
[[Datei:Retschow162.jpg|gerahmt|zentriert|]]
Akademie der Tonkunst in München; hielt sich in
Wien auf, wo er mit Johannes Brahms zusammentraf;
freischaffender Komponist in Berlin; Korrepetitor am
Stadttheater in Leipzig; 1890-1893 Gründung und
Leitung eines Frauenchores in Leipzig; 1894-1930 an
der Musikhochschule in Berlin, ab 1903 Königlicher
Professor; zog sich nach seiner Pensionierung 1931-
1939 auf seinen Sommersitz nach '''Feldberg''' zurück;
1939 Emigration nach England; Freundschaft und
Briefwechsel mit Gerhart Hauptmann; 1916 Mitglied
der Akademie der Künste in Berlin, 1917 deren
Senator; gehörte dem Kuratorium des Beethoven-
Preises an; Komposition von Kammermusiken, Liedern
und Chorwerken; 2001 Gedenktafel an seiner Villa auf
dem Ziegelberg in Feldberg; »Mahomet’s Gesang von
Goethe für gemischten Chor mit Orchester« (1896);
»Kahn-Album. Auserlesene Lieder für eine Singstimme
mit Klavierbegleitung« (1901); »Neun Gedichte von
Johann Wolfgang von Goethe für eine Singstimme und
Klavier« (1910); »Befreiung. Kantate für gemischten
Chor, Tenor-Solo und Orchester« (1929).


* Auf dem Bild mit Oma Luise sind die Kinder von Paul und Ruth Gerlieb, Christa, Gunter und Klaus zu sehen.
===Karbe, (Hermann Wilhelm) Walter - Archäologe, Denkmalpfleger, Bibliothekar, Heimatforscher, Naturschützer===


* 1946 erweitert Schmied Walter Pagels die Schmiedewerkstatt und den Stall
geb. 9.4.1877 Trechwitz (Brandenburg) gest. 25.10.1956 Neustrelitz


'''Büdnerei 11'''
1884 Umzug nach Marly, einem Neustrelitzer
Stadtgut; Gymnasium Carolinum Neustrelitz (ohne
Abitur); Kaufmannslehre in Stettin; 1903-1905
im Großhandelskontor in Stockholm, 1906/07
in Frankreich; sammelte schon als Kind kleine
Tiere; umfangreiche Sammlung von Conchylien;
1907 Registraturhilfsarbeiter an der Sammlung
der Altertümer und Münzen und in der Bibliothek
Neustrelitz; 1925 Mitglied (Wanderwart und
Referent) im Mecklenburg-Strelitzer Verein für
Geschichte und Heimatkunde; hielt volkskundliche,
naturwissenschaftliche und landeskundliche Vorträge;
1915-1918 Kriegsteilnehmer; 1919 Hilfsregistrator,
1919-1948 Konservator der Sammlungen; nahm
1922 an den '''Ausgrabungen am Breiten Luzin (bei Feldberg)''' zur Lösung des Rethra-Problems (Lage
der untergegangenen Stadt Rethra mit ihren
slawischen Heiligtümern) teil; machte 1924 den
Silberfund von Blumenhagen; entdeckte 1939
das um 1440 untergegangene Dorf Saran (bei
Carpin); 1941-1945 Kreisnaturschutzbeauftragter
Kreis Stargard Süd; 1946-1949 Vertrauensmann
für Naturschutz Kreis Neustrelitz; 1923 Mitglied
(zeitweise Vorstandsmitglied) des Vereins der
Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg; 1924
Mitglied der Gesellschaft für Geschiebeforschung;
über 200 Veröffentlichungen; »Wanderungen durch
Neustrelitz und Umgebung« (1938); »Strelitzer
Allerlei. Heimatkundliche Forschungen« (1938);
»Kulturgeschichte des Landes Stargard. Von der
Eiszeit bis zur Gegenwart« (1940-1956; Manuskript
im Karbe-Wagner-Archiv Neustrelitz); »Rund um
den Zierker See« (1953); »Über Hohenzieritz ins
Tollensegebiet« (1955); »… der sich die Heimat
erwanderte« (1957, hrsg. von Annalise Wagner);
»In das Land Turne über Zwenzow bis zur Grünen
Hütte« (1957); Aufsätze in der »Landeszeitung
für beide Mecklenburg und Nachbargebiete«
(1919-1933), den »Mecklenburg-Strelitzer
Heimatblättern« (1925-1934) und im »Heimatbuch
für den Kreis Neustrelitz« (1954); hinterließ einen
handgeschriebenen Rechenschaftsbericht von 1884-
1956 als kulturgeschichtliche Zusammenfassung
über das Land Stargard; umfangreicher Nachlass im
Karbe-Wagner-Archiv Neustrelitz; Walter-Karbe-Weg
in Neubrandenburg.


('''Range/Suckow''')
===Kausch, Karl Martin - Mediziner===


* 1946 baut Friedrich Suckow eine Stallscheune(Quelle: Archiv LRO).
geb. 10.11.1866 Pasewalk gest. ?


* Kirchenbüdner
Vater: Wilhelm K., Ackerbürger
1885 Abitur in Berlin; Medizinstudium in Greifswald,
München und Rostock; 1891 Approbation in
Rostock; 1892 Promotion in Würzburg; 1892-1899
Arzt in Pasewalk; 1898 Kreisarzt; 1899 Arzt in
Feldberg; Besitzer und leitender Arzt der '''Kur- und Wasserheilanstalt Feldberg'''; 1914 Sanitätsrat; 1914-
1918 Oberstabsarzt im Felde; »Prospekt der Kur- und
Wasser-Heil-Anstalt Feldberg i. M.« (1910).


'''Büdnerei 12'''
===Klapp, Anna (Sophie Charlotte, geb.: Oesten; auch: Klapp-Oesten; Pseud.: Sophie Stein) - Schriftstellerin===


('''Jürß''')
geb. 20.9.1840 '''Feldberg''' gest. ?


* Kirchenbüdner
Vater: (Christian Friedrich) Gustav Oesten, Jurist, Hofrat
Bruder: Gustav (Bernhard Ferdinand) Oesten, Baumeister,
Archäologe
1857 Lehrerinnenprüfung; Lehrerin in Neustrelitz;
1864 Heirat mit Pastor Ludwig Klapp im Fürstentum
Waldeck; siedelte nach zwölf Jahren nach Osnabrück
über; zog nach dem Tod ihres Mannes 1902 nach
Chicago (USA); schrieb für die Zeitschrift »Nordwest«
(1878 ff.); 1884-1894 Bücherkritiken für den
»Hamburgischen Correspondenten«; daneben
Novellen, Essays und Aufsätze; ab 1884 Schriften zu
Jugend- und Frauenfragen; gründete 1893 den Verein
zur Reform der Jugendliteratur und 1894 dessen
Organ »Lose Blätter«; »Ut Dörp und Stadt. T. 1, Hans
Lütting« (1882); »Unsere jungen Mädchen und ihre
Aufgaben in der Gegenwart« (1892) »Der jüngste
Diakonus« (1893).


'''Büdnerei 13'''


('''Dopp/Richthof''')
===Krause, Eitel - Forstwirt===


'''Büdnerei 14'''
geb. 7.9.1905 Wendisch-Tychow (Hinterpommern) gest. 14.3.1989 '''Neuhof (bei Feldberg)'''


('''Jenning''')
Vater: Waldwärter
Volks- und Fortbildungsschule; zwei Jahre Forstlehre;
Forstschule in Miltenberg (Main); Hilfsförster in
verschiedenen Forstrevieren Hinterpommerns; 1935
Revierförsterprüfung in Stolp; zuletzt Tätigkeit in
der Revierförsterei Koziol; kam nach dem Zweiten
Weltkrieg nach Mecklenburg; widmete sich der
Buchenholzverjüngung im Laubholzrevier Gülitz; 1954
Revierförster in Neuhof (bei Feldberg); betreute als
ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter ein See- und
ein Fischadlerpaar; auf seine Anregung hin wurden
im Mechower Revier Kiefernaltholzbestände zu
Flächennaturdenkmalen erklärt; organisierte 1972 die
Erfassung der Kraniche und der Kolkrabenbrutpaare;
1974 Ruhestand.


'''Büdnerei 15'''
===Levermann, Hans - Landwirt, Naturschützer, Fotograf===


('''Pastevka?''')
geb. 22.3.1897 Demmin gest. 16.12.1977 '''Feldberg''' begr. Krumbeck


'''Büdnerei 16'''
Vater: Kaufmann, Jäger
1901-1935 Landwirtschaftslehre und Tätigkeit auf
Gütern wie Basedow und Schwichtenberg; 1935-1945
Landwirt in Krumbeck und Buchhalter in Bredenfelde;
1947 Rückkehr aus der Gefangenschaft; 1947-1962
Landwirt und LPG-Mitglied in Krumbeck; 1948-1954
Vertrauensmann bzw. Kreisnaturschutzbeauftragter
für die Randgebiete des Kreises Neustrelitz; 1962-
1975 naturkundliche Forschungen im Gebiet
um Krumbeck; 1975-1977 im Pflegeheim in
Feldberg; Ornithologe; Beringer für die Vogelwarte
Helgoland, später für Hiddensee; übergab seine
Vogeleiersammlung an das Naturkundemuseum
Waren; veröffentlichte seine Tierbeobachtungen in der
Tagespresse; Tierfotograf; 1937 in der Ausstellung
»Die Fotografie der Jagd« vertreten und mit einem
5. Preis ausgezeichnet; 1965 mit der Serie »Vögel
der Heimat« an der Bezirksfotoschau des Bezirks
Neubrandenburg beteiligt; »Von der Lebensweise des
Fischadlers« in »Wild und Hund« (1937/38); Tierfotos
in »Aus Wald und Flur. Tiere unserer Heimat« (1940);
»Die Tierwelt der Kreises Neubrandenburg« (1956),
»Im Naturschutzgebiet ›Galenbecker See‹« (1957)
und »Im Naturschutzgebiet »Nonnenhof« (1957) in
»Uns’ Heimat«.


('''Braasch/Schacht''')
===Losch, Kurt (Albrecht Dietrich) - Kaufmann, Maler===


* 1957 haben Schachts die Büdnerei von Frau Braasch gekauft.
geb. 29.11.1889 Berlin gest. 7.5.1944 Berlin
* Frau Braasch (gest.) war Tante von Lehrer Karow.
* Eine Frau Heldt hat lange Jahre dort gewohnt.
* Es soll Verbindungen zu Tremps(Stülow) geben.


Vater: Reinhold L., Kaufmann
Sein Vater war in Berlin als Seifen-Losch bekannt;
Studium der Malerei an der Kunstakademie in Berlin
bei Georg Ludwig Meyn; 1912 und 1914 Teilnehmer
an der Großen Berliner Kunstausstellung; widmete
sich nach dem Ersten Weltkrieg ganz der Malerei;
übernahm 1927 nach dem Tod des Vaters gemeinsam
mit zwei Brüdern das väterliche Unternehmen,
in dem er sich auch als Grafiker betätigte, 1940
Zweitwohnsitz in '''Feldberg'''; seine Witwe Ursula
wurde 1945 die zweite Ehefrau Hans Falladas; 1994
Ausstellung seiner impressionistischen Malereien in
Feldberg.


===Nuß, Wilhelm - Pädagoge, Naturschützer===


'''Büdnerei 17'''
geb. 25.6.1883 Koblenz gest. 21.5.1976 Hohenlanke (Neustrelitz)


('''Wendländer/Weiser''')
Vater: Eisenbahnkontrolleur
1899 Dorotheenstädtisches Realgymnasium; 1904-
1910 Mathematik-, Physik- und Geologiestudium
in Berlin; Lehrer an verschiedenen Schulen; 1920-
1934 Studienrat in Senftenberg; 1935 Umzug nach
Neustrelitz; Verwaltung der Bildstelle der Schulen
des Kreises Stargard in Neustrelitz; 1942-1945
Dozent für Mathematik an der Ingenieurschule
Strelitz, 1945/46 an der Berufsschule; 1937-1944
Kreisnaturschutzbeauftragter Stadtkreis Neustrelitz;
an der Schaffung des Landschaftsschutzgebietes
Feldberger Seen beteiligt; 1920 Mitglied der
Deutschen Geologischen Gesellschaft; 1927
Mitglied der Gesellschaft für Geschiebeforschung;
Veröffentlichungen zur Botanik und Geologie
der Lausitz in Zeitschriften und Zeitungen; »Das
Naturschutzgebiet Nonnenhof« (1937); '''»Naturschutz und Landschaftsschutz für Feldberg in Mecklenburg«'''
(Karte, 1938); »Wie unsere Heimat im Eiszeitalter
wurde«, »Die Berge unserer Heimat«, »Das Werden
und Vergehen der Seen unserer Heimat« und »Die
Findlingsblöcke unserer Heimat« in »Heimatbuch des
Kreises Neustrelitz« (1954).


* 1946 Wiederaufbau nach Brandschaden(Quelle: Archiv LRO)
===Oesten, Gustav (Bernhard Ferdinand) - Baumeister, Archäologe===
* Heute wohnt dort Familie Berg und betreibt ein Zahnlabor. Frau Berg ist eine geb. Weiser.


geb. 16.8.1839 '''Feldberg''' gest. 4.7.1924 '''Feldberg'''


'''Büdnerei 18'''
Vater: (Christian Friedrich) Gustav O., Jurist, Hofrat
Schwester: Anna (Sophie Charlotte) Klapp, Schriftstellerin
Schule in '''Feldberg'''; Ausbildung zum Ingenieur für
Wasserbau (Zivilingenieur); lebte und arbeitete
in Berlin, zuletzt als Vizedirektor der Berliner
Wasserwerke; um 1880 Mitglied der von Rudolf
Virchow geleiteten Berliner Gesellschaft für
Anthropologie und Urgeschichte; wandte sich früh
der Rethra-Forschung zu, '''gründete einen Verein für Altertumskunde in Feldberg; unternahm 1880-1882 und 1885-1890 Ausgrabungen im Feldberg-Carwitzer Gebiet,''' begleitet von mehreren Besuchen
der Anthropologischen Gesellschaft; 1904 Mitgründer
und treibende Kraft einer Rethra-Kommission der
Gesellschaft; unter seiner Leitung 1904-1912
Ausgrabungen im Bereich Südende des Tollensesees
und der Lieps; regte Richard Wossidlo zu einer
Bearbeitung der Rethra-Sagen an; Alterssitz in
Feldberg (Voßkuhl); schrieb Aufsätze über die
Ergebnisse seiner Rethra-Forschungen; Mitarbeiter am
»Handbuch der Hygiene« (1896) und am »Handbuch
der Ingenieurwissenschaften« (1904); '''»Überreste der Wendenzeit in Feldberg und Umgegend« (1887), »Die ›civitas‹ der Slawen und Funde aus Feldberg« (1890) und »Ergebnisse der Rethraforschung« (1912) in »Zeitschrift für Ethnologie«.'''


('''Reinck/Frahm''')
===Reincke, Johanna (Caroline Elise) - Malerin===
<gallery widths="400px" heights="200px">


Datei:Retschow173.jpg|Wohnhaus
geb. 21.8.1874 Dobbertin gest. 22.2.1948 '''Feldberg'''
Datei:Retschow174.jpg|Lotte Frahm
Datei:Retschow177.jpg|Lotte Frahm
Datei:Retschow176.jpg|Heinrich Frahm
Datei:Retschow175.jpg|Karin Pagels und Siegrun Frahm


</gallery>
Vater: Heinrich Carl August R., Baumeister
1890 als Pensionärin in Schwerin; begann mit 24
Jahren zu malen; schloss sich in Feldberg dem
Landschaftsmaler Ludwig Feldmann an; 1898-
1907 Schülerin von Walter Leistikow und Lovis
Corinth in Berlin; stellte seit 1901 öffentlich aus;
1907 Mitglied des Vereins Berliner Künstlerinnen;
im Ersten Weltkrieg wieder in Feldberg; nach 1945
mittellos und krank; Landschaftsmalerin; Motive
aus der heimischen Wald- und Seenlandschaft um
Feldberg; malte auch auf dem Fischland; »Die
Rosenberge«; »Blühender Ginster am Carpiner
Weg«; »Herbststimmung am Sprockwitz See«; »Gelbe
Lupinenfelder«; »Abendstimmungen Luzin-See«.


* 1954 errichtet Lotte Frahm einen Anbau zum Schweinestall 
===Risch, Carl (Albert Ludwig Wilhelm) - Apotheker===
* 1955 baut Lotte Frahm einen Geräte- und Maschinenschuppen.


[[Datei:Retschow169.jpg|gerahmt|zentriert|]]
geb. 9.6.1878 '''Feldberg''' gest. 11.3.1960 Berlin
[[Datei:Retschow171.jpg|gerahmt|zentriert|]]
[[Datei:Retschow170.jpg|gerahmt|zentriert|]]
[[Datei:Retschow172.jpg|gerahmt|zentriert|]]


'''Büdnerei 19'''
Vater: Kaufmann
Gymnasium in Neustrelitz; Apothekerlehre in Lychen;
Assistent in Helmstedt, Arnstadt und Olten (Schweiz);
Studium der Philosophie und Lebensmittelchemie in
Basel sowie der Pharmazie, Chemie und Botanik in
Rostock; Apotheker in Alberfeld, Essen, Hamburg,
Eibenstock und Gramzow (bei Prenzlau); 1909-
1945 Besitzer der Apotheke in Bärwalde; danach
Treuhandverwalter einer Apotheke in Berlin-
Neukölln; widmete sich der Hydrobiologie, der
chemischen Untersuchung der Gewässer und der
Pollenforschung; Materialsammlung in der Türkei
(1903), in Skandinavien, in den Mittelmeerländern
und im Kaukasus; seine Sammlungen und Notizen
gingen 1945 verloren; bekannt durch eine Methode
zur Wertbestimmung von Tinkturen, die er
Diaphanometrie nannte.


('''Saß''')
===Scamoni, Alexis - Forstwirt===


* 1940 vergrößert Wilhelm Saß ein Stallgebäude(Quelle: Archiv LRO)
geb. 1.3.1911 (16.2.1911) St. Petersburg (Russland) gest. 7.10.1993 Potsdam begr. Chorin (Brandenburg, Klosterfriedhof)
* 1990 von Fam. Schoppmeyer erworben


'''Büdnerei 20'''
:Kam Ende des Ersten Weltkrieges nach Berlin
:Oberrealschule
:1930-1935 Botanik-, Zoologie-, Geographie-, Mathematik- und Philosophiestudium an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin
:1935 Promotion in Berlin, am Waldbau-Institut der Forstlichen Hochschule Eberswalde
:nach dem Zweiten Weltkrieg Assistent, dann Dozent
:1958 Habilitation in Berlin
:1949 Professor der Forstbotanik und Grundlagen des Waldbaus
:1951 Direktor des Bereichs Waldwachstumskunde am Institut für Waldkunde Eberswalde, zweimal Dekan
:1963-1976 Direktor des Bereichs Waldwachstumskunde am Institut für Forstwissenschaften Eberswalde
:»Vegetationsstudien im Sarnow« (Diss., 1935)
:»Waldgesellschaften und Waldstandorte« (1951, 3. Aufl., 1960)
:»Leitfaden für den Forstfacharbeiter« (1953)
:»Einführung in die praktische Vegetationskunde« (1955)
:»Waldkundliche Untersuchungen auf grundwassernahen Talsanden« (Habil., 1958)
:»Meßtischblatt Thurow« (1963)
:»Unsere Wälder« (1982)
:»Teeröfen als Nachweis eines ursprünglichen Vorkommens der Kiefer« in »Archiv für Forstwesen« (1955)
:»Ringenwalder Endmoräne«, '''»Heilige Hallen«, »Feldberger Hütte«, »Der Conower Werder bei Feldberg«''' und »Die Sundische Wiese auf Zingst« in »Natur und Naturschutz in Mecklenburg« (1965)
:Nachlass (Forschungen zu den natur- und siedlungshistorischen Grundlagen im Bereich des Messtischblattes Thurow) im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin.


('''Walter Jürß''')
===Schmaltz, Hedwig (geb.: Börger; Pseud.: Hadwiga Börger) - Pädagogin, Schriftstellerin===


'''Büdnerei 21'''
geb. 14.10.1906 '''Feldberg''' gest. ?


('''Heinrich Lange/Wittchen''')
Lebte in Juist (Niedersachsen); schrieb Erzählungen
und Gedichte; »Die Berufung des Mathias Melzer«
(1955); »Stern im Schatten« (1965); »Höhlen
gefragt« (1969).


* Der Geschäftsmann Rust aus Kühlingsborn hatte die Büdnerei als Geldanlage erworben.
===Schuchhardt, Carl - Archäologe===
* Heute wohnt dort Familie Pape.


'''Büdnerei 22'''
:geb. 6.8.1859 Hannover gest. 7.12.1943 Arolsen (Westfalen)


'''Steinfurth/Rust/Batzdorf'''
:Vater: Ludolf S., Kupferstecher
:Schulen in Hannover und Vegesack
:Studium der Neueren Sprachen, der Klassischen Philologie und Archäologie in Leipzig, Heidelberg und Göttingen; 1882 Promotion
:1884 Hauslehrer in der Fürstenfamilie Bibesco in Rumänien
:1886/87 Reise durch Kleinasien und bei den Ausgrabungen in Pergamon beteiligt
:1888 Direktor des Kestner-Museums in Hannover
:1908-1925 Direktor der Prähistorischen Abteilung des Museums für Völkerkunde in Berlin und Generalinspektor für die Ausgrabungen in Preußen; Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften Berlin und der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches
:1921 Ausgrabung der Tempelburg Arkona (Rügen)
:1922 Rethra-Grabung auf dem Schlossberg am Breiten Luzin (bei Feldberg) unter Beteiligung von Walter Karbe
:1928 Grabung slawischer Heiligtümer auf der Burg Garz (Rügen)
:1907 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde
:1929 Ehrenmitglied des Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde
:1909 Begründer der »Prähistorischen Zeitschrift«
:»Schliemanns Ausgrabungen in Troja, Tiryns, Mykenä …« (1890)
:»Arkona, Rethra, Vineta« (1926)
:»Vorgeschichte in Deutschland« (1928);
:»Der Entdecker von Pergamon. Carl Humann« (1930)
:»Die Burg im Wandel der Weltgeschichte« (1931)
:»Alteuropa, Kulturen-Rassen-Völker« (1935)
:»Deutsche Vor- und Frühgeschichte in Bildern« (1936)
:»Aus Leben und Arbeit« (1944).


===Schümann, Siegfried - Maler, Grafiker===


* 1962 hat Erich Batzdorfs Familie die Büdnerei Nr. 22 von dem Geschäftsmann Rust aus Kühlungsborn gekauft.
geb. 10.4.1923 '''Feldberg''' gest. 6.3.1974 Berlin
* Heute wohnt dort Familie Schwaß (Frau Schwaß, Tochter von Horst B.,unten  mit Fahrrad)


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Lehre als Autolackierer; 1950-1955 Studium an der
Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Arno Mohr,
Bert Heller und Kurt Robbel; 1956-1959 Aspirant
bei Fritz Dähn und Gabriele Mucci; freischaffend in
Berlin; Mitglied des Verbandes Bildender Künstler
der DDR; 1957 1. Preis für Malerei bei den
Weltfestspielen in Moskau; Zyklus »Thälmann-Brigade
im Freiheitskampf des spanischen Volkes« (1958);
»Kleiner Rügenhafen« (1960); »Chinesische Mutter«
(1960); »Chinesischer Bauer« (1961); »Gespräch mit
dem Vertrauensmann« (1962).


Datei:Retschow187.jpg|Horst Batzdorf
===Vitense, Otto (Carl Ernst Friedrich) - Pädagoge, Heimatforscher===
Datei:Retschow188.jpg|


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geb. 27.3.1880 Wittenburg gest. 31.12.1948 Neubrandenburg begr. Feldberg


===Häusler===
Vater: Adolf (Karl Friedrich) V., Pädagoge
Gymnasium in Parchim; 1900 Geschichts- und
Philologiestudium in Leipzig, Berlin und Rostock;
Seminar- und Probejahr an der Großen Stadtschule
Rostock; 1906-1909 Oberlehrer am Realgymnasium
in Grabow; 1909-1948 Oberlehrer am Gymnasium
in Neubrandenburg; Studienrat; 1925 Festrede
zum Amtsantritt von Paul Hindenburg und 1927
zum 100. Todestag Beethovens; 1925 Mitglied des
Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und
Heimatkunde; Herausgeber und Autor mehrerer
Beiträge in »Mein Vaterland. Mecklenburgische
Monatsblätter für Familie und Haus« (1913/14);
»Mecklenburgische Geschichte« (1912);
»Mecklenburg und die Mecklenburger in der großen
Zeit der deutschen Befreiungskriege 1813-15«
(1913); »Die deutschen Befreiungskriege 1813-
1815 mit besonderer Berücksichtigung der Teilnahme
der Mecklenburger (1913); »Deutsche Frauen und
Heldinnen 1813/15« (1815); »Weltkriegsbilder«
(3 Bde.; 1915/16); »Geschichte von Mecklenburg«
(1920); »50 Jahre Neubrandenburger Konzertverein
1880-1930« (1930); »Ueber Alter und Entstehung
mecklenburgischer Städte sowie die Bedeutung ihrer
Namen« (1925), »Fritz Reuter und die Hansestädte«
(1934), »Geschichte der Stadt Krakow« (1936)
und »Altmecklenburgische Fastnacht« (1936) in
»Mecklenburgische Monatshefte«.


===Infrastruktur===
===Westphal, Wilhelm - Landwirt===


'''Die Kirche'''
geb. 7.12.1888 '''Feldberg''' gest. 31.7.1980 Plön


'''Die Schule'''
Gymnasium Carolinum Neustrelitz; Studium in
Bonn; Diplomlandwirt; 1917 Promotion in Bonn;
Geschäftsführer des Westfälischen Bauernvereins;
1922 Institutsdirektor der Preußischen Versuchsanstalt
für Milchwirtschaft in Kiel; 1924 Professor; 1935
Arbeit im Rahmen der Ernährungssicherung
in Berlin; »Die Stellung der Milchwirtschaft im
landwirtschaftlichen Betriebe« (Diss., 1917).


[[Datei:Retschow161.jpg|gerahmt|zentriert|]]
===Wieck, Heinz - Forstwirt===
[[Datei:Retschow164.jpg|gerahmt|zentriert|]]
[[Datei:Retschow168.jpg|gerahmt|zentriert|]]


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:geb. 14.9.1908 Suderode, gest. 23.2.1979 '''Feldberg'''


Datei:Retschow268.jpg|
:1914-1922 Schule in Suderode;
Datei:Retschow267.jpg|
1922-1927 Lehre und Hilfsjäger in Marienhaus (Schlesien); 1927-
Datei:Retschow269.jpg|
1934 Militärdienst in Kolberg (Pommern); 1934-1938
Datei:Retschow200.jpg|
Heeresforstschule; 1939-1943 Wehrmachtsdienst
Datei:Retschow244.jpg|
in Kolberg; 1943-1947 Gefangenschaft in
der Sowjetunion; 1947-1949 Revierförster in
Goldenbaum; 1949-1972 Oberförster in Lüttenhagen;
seit 1953 auch Jagdgebietsverantwortlicher; 1973-
1979 Ruhestand in '''Feldberg'''; 1980 Gedenkstein im
Revier Lüttenhagen.


==Zeitzeugen berichten über Feldberg==


</gallery>
===Reinhard Barby erinnerte sich an das Jahr 1908===
aufgeschrieben und bearbeitet von: Wolfgang M. Richter (BONITO e.v.)


:Am heutigen Tage, dem 03. Mai 1943, erinnere ich mich, indem ich auf den blauen Haussee und Feldbergs roten Kirchturm blicke, wie ich vor genau 35 Jahren, zu gleicher Morgenstunde in die Linde trat. Ich war am Abend vorher spät und erstmals in Feldberg angekommen. Aus dem Zimmer neben der Gaststube klang Klavierspiel; dazu sangen zwei helle Stimmen eines meiner Lieblingslieder: In einem kühlen Grunde.... Zwei Mädchen saßen da am Tafelklavier. Die Sonne schien hell zum Fenster herein, und ich entsinne mich nicht nur dieses Bildes genau, sondern natürlich auch des Grundes meines damaligen Kommens. Bei einem Schulfreund hatte ich einige Wochen zuvor Generalstabskarten von Mecklenburg gesehen. Darauf war mir die eigenartige Seen- und Hügelgestaltung der Feldberger Landschaft aufgefallen. Bis dahin wußte ich nichts von Feldberg! Ich suchte eine Sommerfrische für meinen ersten zehntägigen Urlaub, der mir, in Anerkennung meines Eifers, schon nach dreijähriger Tätigkeit bei meiner Gesellschaft bewilligt worden war. Von der Feldberger Postkutsche - seligen Angedenkens -, hatte ich noch keine Kenntnis, und so fuhr ich von Berlin über Prenzlau nach Fürstenwerder. Von dort marschierte ich in der sinkenden Sonne des zweiten Maientages südwärts gen Feldberg, als zwanzigjähriger Jüngling, und wohl ebenso schlank, wie ich es heute wieder bin. Am nächsten Morgen, einem Sonntag, eben diesem meinem Erinnerungstage, zog ich dann zur Fährstelle am Schmalen Luzin, biederte mich mit dem alten Fährmann Saefkow an und wanderte dann durch den Hullerbusch und über den Hauptmannsberg nach Carwitz. Damals stand die Sonne genau so leuchtend wie heute über den blauen Feldberger Seen; die Buchen am Schmalen Luzin bekamen ihr erstes Grün. Als ich schließlich dann gegen Abend mit der Postkutsche, einer richtigen gelben, mit blasendem Postillion auf dem Bock, eine Kutsche, wie ich sie nur noch in Bildern und Büchern für möglich gehalten hätte, zum Städtelein hinaus fuhr (allerdings war Feldberg damals noch keine Stadt, nur ein Flecken!), da war mein romantisches Herz so voll von dieser Feldberger Schönheit, daß ich nicht nur meinen Freunden schrieb: Das Ideal einer Sommerfrische ist erreicht! Und dieses Feldberg sollte mich ja dann auch nicht wieder loslassen, auch wenn ich erst zum 01. April 1943 für immer hierher ziehen sollte - ins eigene Häuschen. Ich bin zwar, hauptsächlich der Form wegen, vorerst nur beurlaubt, aber ich weiß, daß ich aus gesundheitlichen Gründen mit der Rückkehr auf meinen sehr anstrengenden dienstlichen Posten nicht rechnen kann. (Weiter richtete Reinhard Barby in einem Nachsatz folgende Zeilen an die Empfängerin seines Briefes, Zeilen die eine schlimme Zeit charakterisieren: Mit dieser sehr lang geratenen Einleitung ist mein Briefbogen nun aber schon voll. Möge Ihnen dieses Bild aus der Zeit vor den Kriegen die Gedanken aber ein paar Minuten vom schweren Heute ablenken. Ich kann mir denken, was sie dort im Westen (gemeint ist Wuppertal) auszustehen haben; sahen wir doch kürzlich arge Trümmerstätten in Berlin...
Aus nachgelassenen Aufzeichnungen und einem Brief (25/184 ff)


==Sagen, Geschichten und Legenden rund um Feldberg==


'''Verkaufsläden'''
===Wie die vielen Steine in den Hullerbusch gekommen sind===


'''Der Kindergarten'''
:Der Teufel kam einst mit einem großen Sack voller Steine von den Rosenbergen und wollte sich im Hullerbusch eine Wohnung bauen.
:Der Gott des Waldes (man sagt , bei dem der es sei der dreiköpfige Triglav gewesen), dem die Nachbarschaft mißviel, schte ihn daran zu hindern. Es entspann sich ein Kampf, bei dem der Sack zerriß und Steine alles Land umher bedeckten.
:Der Gott blieb Sieger, und der Teufel mußte weichen, aber seine Steine liegen noch heutigen Tags in und beim Hullerbusch in großen Mengen.


[[Datei:Retschow259.jpg|gerahmt|zentriert|OZ-Artikel vom 26.6.2018]]
===Der spukende Amtmann.===
[[Datei:Retschow258.jpg|gerahmt|zentriert|]]
:In Feldberg wohnte vor langen Jahren ein böser Amtmann, Namens S . . . . . , der nach seinem Tode in Feldberg und Umgegend spukte. Er hockte den Leuten auf und ließ sich von ihnen tragen; auch in den Häusern spukte er umher, hauptsächlich aber im Amtshaus, wo er selbst am Tage den Beamten die Acten auf die Erde warf, Abends das Licht ausblies und im Hause polterte. Ein Geisterbanner, der Scharfrichter von Neu-Brandenburg, bannte ihn endlich auf eine kleine, im Feldberger See gelegene Insel unter eine Birke. Aber unglücklicherweise wurde der Baum abgehauen, und so kam der Geist wieder nach Feldberg, bis ihn der Banner in einen eisernen Käfig einfing, den er auf dem Boden des Amtshauses hinter einem Bretterverschlage aufhing. Noch heute soll der Käfig dort hängen.
[[Datei:Retschow150.jpg|gerahmt|zentriert|OZ-Artikel vom...?]]
:Niederh. 4, 2ff.


===Entstehung des Lucin-Sees.===
:Lange vor dem dreißigjährigen Kriege ist eine Rotte plündernder und mordender Soldaten durch das Stargardsche Land gezogen und auch bis nach Feldberg gekommen. Da haben die Feldberger zur Jungfrau Maria um Hilfe gefleht und plötzlich hat sich die Erde aufgethan und die Rotte verschlungen. Diese Erdkluft ist der Lucin-See.
:F.C.W. Jacoby bei Niederh. 1, 196 f. in poetischer Bearbeitung


'''Krug/Gaststätte'''
===Tiefe des Lucin-Sees.===
:Zwei Fischer aus Feldberg wollten die Tiefe des Lucin-Sees ergründen, sie nahmen das Hintertheil eines Wagens, banden daran einen Haufen Stricke und ließen nun Alles in die Tiefe. Die Stricke sanken immer tiefer und tiefer, bis sie zu Ende waren. Da zog es von unten und eine Stimme rief ›Laßt ab und zieht empor, ihr stört unsere Ruhe!‹ Die Fischer zogen erschreckt die Stricke an sich und diese gingen jetzt ganz leicht in die Höhe. Als sie zu Ende waren, fand sich statt des Wagenstückes unten ein Pferdekopf daran befestigt.
:Poetisch bearbeitet von F.C.W. Jacoby bei Niederh. 2, 105 f.


[[Datei:Retschow147.jpg|gerahmt|zentriert|]]
===Teufel holt eine Braut.===
:Ein Bauernbursch aus der Nähe von Feldberg wollte ein Mädchen heiraten, von dessen Untreue während des Brautstandes man Manches munkelte. Als er sie nun einige Tage vor der Hochzeit fragte, ob sie ihm auch immer treu gewesen, rief sie aus ›Der Teufel soll mich holen, wenn ich es nicht gewesen.‹ Der Hochzeittag kam. Der Tanz war im besten Gange, als ein vornehmer Herr hereintrat und die Braut um einen Tanz bat. Der wurde bewilligt, aber immer wilder tanzte der Herr, endlich durch die Hausthür ins Freie und hoch in die Lüfte, wo er mit der Braut verschwand. Der Schäferknecht will gesehen haben, wie der Teufel mit der Braut die Hürde umtanzt, dabei immer mit ihr gegen Pfähle und Recke gefahren sei, daß ihr die Eingeweide heraushingen und an den Pfählen sitzen blieben, und als er sie endlich zu Tode getanzt, den Leichnam zur Erde geworfen und durch die Luft davon geeilt sei.
:Niederh. 4, 9 ff.


'''Die Feuerwehr'''
===Das verwünschte Schloß Meklenburg.===
:Einer alten Sage nach gab es in der Nähe von Fürstenhagen bei Feldberg ein Schloß Meklenburg, zu welchem auch unter dem Carwitzer See ein Verbindungsgang führte. Einmal waren in der Laichzeit zwei Fischer Nachts auf dem Maränenfang aus; sie befanden sich am Verbindungsgraben, als um die Mitternachtsstunde plötzlich zwei weißgekleidete Frauen vor ihnen standen. Aber unerschrocken richteten sie die Frage an dieselben ›Wohin wollt ihr?‹ Die Antwort lautete ›Nach Schloß Meklenburg!‹ ›Nun so geht und hindert uns nicht!‹ riefen die Fischer ihnen zu, und ohne Aufenthalt sahen sie die Frauen ihren Weg fortsetzen. Ihre Blicke verfolgten sie durch die stille dunkle Nacht, so weit es irgend gehen wollte. Mit einemmal wurde es hell; sie sahen deutlich Schloß Meklenburg in einiger Entfernung vor sich; eine Thür that sich auf und die Frauen gingen hinein. Alsbald hörten sie einen furchtbaren Knall, die Thür schloß sich wieder, es wurde finster wie vorher und A.
:Da seinelles war vorbei.
:F.C.W. Jacoby bei Niederh. 4, 228 f.


[[Datei:Retschow276.jpg|gerahmt|zentriert|]]
===Der Schatz im Hauptmannsberge bei Carwitz===
[[Datei:Retschow277.jpg|gerahmt|zentriert|]]


'''Die Mühle'''
:Ein Knecht ging einst in der Johannisnacht, in der die verborgenen Schätze aus der Erde steigen, durch den Hohlweg am Hauptmannsberg, nicht weit vom Preisterbrook.
:Dort sah er am Boden glühende Kohlen liegen und meinte ein Hirt hatte sein Feuer nicht gelöscht.
:Da seine Pfeife ausgegangen war, suchte er sich, indem er die größeren beiseite stieß, ein kleines, recht hell glühendes Stück heraus und legte es auf den Taback .
:Trotzdem brannte die Pfeiffe nicht wieder an und ärgerlich schob er sie in die Tasche.
:Am andern Morgen  holte er sie hervor und fand einen blanken Louisdor darauf.
:Sofort ist er in de Hohlweg gelaufen, wo er den Schatz hatte brennen sehen, und hat zu seiner Freude wenigstens noch die Stücke , die er beim Suchen nach einer passenden Kohle mit der Hand berührt hatte, gefunden.
:Der übrige Schatz war wieder gesunken, aber es war genug , daß er bei einiger Sparsamkeit immer Geld hatte bis an sein Lebensende.
: (Die mecklenburgische Heimat 1916)


[[Datei:Retschow165.jpg|gerahmt|zentriert|]]
===Der Alb===
:An der Fürstenhäger Scheide beim Rotberg ging die Müllerin von Conow, als plötzlich ein kleinbuntes Vögelein sich ihr auf die rechte Schulter setzte.
:"Na lütt Vagel , wat willst du den vun mi ?" sagte sie erstaunt und lachte.
:Da wurde der Vogel immer schwerer und schwerer, so daß sie ihren Weg ächzend und stöhnend , mit gebeugten Knieen weiter wankte.
:Der Schweiß rann ihr von der Stirn, und halbtot kam sie endlich in Conow an.
:Bei dem ersten Haus des Dorfes verließ sie der Alb, und aufatmend sank sie auf einen Stein, um wieder Kräfte zu sammeln.
: (Die mecklenburgische Heimat 1916)


* 1950 baut Müllermeister Friedrich Wegner einen Geräteschuppen(Quelle: Archiv LRO).
===Der Reiter von Wittenhagen===


'''Die Schmiede'''
.Zwei Männer, von denen der eine Tech hieß, saßen gegen Abend bei einem Wacholderbusch auf der Wittenhäger Scheide, da hörten sie plötzlich Hundegebell, Pferdegetrappel und Peitschenknall, und binnen kurzem sahen sie auch eine Meute großer Hunde daher jagen , denen helles Feuer aus dem Rachen schlug.
:Ihnen folgte ein Reiter ohne Kopf, der langausholend mit einer Peitsche knallte.
: Voll Entsetzen und Angst duckten sie sich hinter den Wacholderbusch und ließen die wilde Jagd vorüberrasen.
:Da sie sich ganz still verhielten, wurden sie nicht bemerkt und haben später noch oft von ihrem grausigen Erlebnis erzählt
: (Die mecklenburgische Heimat 1916)


(Siehe auch unter Büdnerei 10)
===Der Schatzgräber und der Schneider===
:In Carwitz wohnte ein Mann, der keinerlei Handwerk betrieb und bei allen als Schatzgräber bekannt war.
:Diesen bat ein Schneider, er möchte ihn doch einmal mitnehmen, wenn er wieder nach Geld graben wolle.
:Der Schatzgräber versprach ihn abzuholen, und es klopfte auch wirklich in der nächsten Nacht an das Fenster des Schneiders.
:Schnell öffnete dieser den Laden, aber vor ihm stand nicht der ihm wohlbekannte Schatzgräber, sondern ein Fremder mit einem dreispitzigen Hut.
:Dem Schneider wurde unheimlich zu Mute, er warf den Laden zu, kroch ins Bett, zog die Decke über die Ohren und antwortete auf kein Klopfen und kein Rufen.
:In der folenden Nacht klopfte es abermals , und die ihm bekannte Stimme des Schatzgräbers rief: "Komm mit!"
:Zitternd öffnete der Schneider den Laden, der Schreck von voriger Nacht lag ihm noch in den Gliedern, aber da stand wirklich der Schatzgräber vor dem Fenster und fragte, weshalb er nicht schon in der vergangenen Nacht mitgekommen sei.
:Darüber. daß dem andern der Abgesandte zu unheimlich gewesen sei, lachte er und erklärte, er habe 12 solcher Helfer.
:Er führte den noch immer ängsstlichen Schneider auf einen Hügel, der zwischen dem Dreetz und Thomasdorf liegt, zog einen Kreis, befahl ihm , sich hinein zu  stellen und, was auch geschehen möge, kein Wort zu sprechen.
:Ein Ende entfernt, aber in Rufweite, fangen die dreizehn nun an zu graben.
:Deutlich hört der Schneider, daß sie mit dem Spaten auf etwas Metallenes stoßen und das unter den Grabenden ein Streit ausbricht.
:Er hört von dem einen Gehilfen die Worte "an den Galgen?" und hört auch , daß der Schatzgräber fragt: "Wer soll an den Galgen?"
:Der andere antwortet laut und wütend: "Alle, aber zuerst der Schneider!"
:Dem armen Schneider bricht der Angstschweiß aus, er glaubt sein letztes Stündlein sei gekommen und läuft laut um Hilfe rufend nachhause.
:Die ganze Nacht kann er kein Auge zutun.
:Am anderen Morgen kommt der Schatzgräber zu ihm und macht ihm bittere Vorwürfe über sein feiges Benehmen, es wäre ganz sinnlos gewesen, davon zu laufen , da ihm in dem Zauberkreise nichts hätte geschehen können , besonders da er rote Strümpfe angehabt hätte.
:Durch sein Rufen und Schreien hätte er die ganze nächtliche Arbeit zuschanden gemacht, der eiserne Kasten mit Gold wäre nun wieder zehn Klafter tiefer versackt, und sie müßten lange graben , bis sie soweit wären wie in dieser Nacht.
:Der Schneiderließ ihn schimpfen und ist nie wieder mit dem Schatzgräber gegangen.
: (Die mecklenburgische Heimat 1916)


== Sagen und Legenden zu Retschow==
===Von ´n Harten räd´t===
:Den ollen Glasermeister Gundlach in Feldbarg wir de Fru storben, un he harr sick´ne anner nahmen.
:Gundlach is eens to ´ne olle dodkranke Fru kamen un het to ehr seggt:
:"Wäschen, du starwst jo nu bald.
:Wenn du in´n Himmel kümmst un begegnest mien ierst Fru, denn segg ehr, ick hadd´wedder friegt un hadd´een ut Lichtenbarg, oewer ick wir sihr anschäten."


== Flurnamen in Retschow==
[[Kategorie: Sagen]]


==Chronistenkontakt==
==Flurnamen auf der Feldberger Feldmark==

Aktuelle Version vom 10. März 2026, 17:56 Uhr

Feldberg

Chronologie zur Geschichte Feldbergs

Abkürzungen der angegebenen Quellen:

AB = Archiv Reinhard Barby


Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Feldberg im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Deutsches Reich bis 1918

Deutsches Reich bis 1945

SBZ und DDR bis 1990

Die heutige Zeit

2026 09.März 2026 Ostseezeitung
Zur Geschichte des Jagdschlosses Waldsee

Das Jagdschloss am Ufer des Schulzensees wurde von 1899 bis 1900 durch den Erbgroßherzog und späteren Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, Adolf Friedrich V., errichtet. Gleichzeitig entstand das 6000 Hektar große Lüttenhägener Wildgatter, das der großherzoglichen Familie als Jagdrevier diente.

Nach 1916 ging das Schloss durch Heirat mit Herzogin Marie von Mecklenburg-Strelitz in den Besitz von Prinz Julius Ernst zur Lippe-Biesterfeld über.

1930 wurde hier das erste Staatliche Jagdgebiet des Landes Mecklenburg eingerichtet. Von 1933 bis 1945 diente das Schloss dem NSDAP-Reichsstatthalter Friedrich Hildebrand als Residenz.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde es als Flüchtlingsheim genutzt. Ab 1952 wohnten darin Lehrlinge des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Neustrelitz. Während der Zeit, in der Erich Mielke sein Ferienhaus auf dem Areal errichten ließ, ging die historische Ausstattung des Schlosses verloren.

Die Berliner Familie Bischoff hatte das direkt am Schulzensee gelegene Grundstück 2002 erworben und anschließend von 2006 bis 2009 umfangreiche Sanierungsarbeiten sowie Um- und Ausbauten der bestehenden Gebäude durchgeführt.

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet

z.B.

Herkunft und erste Erwähnung von Feldberg, sowie einiges aus der älteren Geschichte Feldbergs

(Auszug aus Raabe/Quade "Mecklenburgische Volkskunde" 1894, S. 1293f)

Feldberg um 1900

Bartold von Veltberg, dessen Geschlecht seinen Namen trägt von Veltberg bei Fehrbellin, war einer von den brandenburgischen Miteroberern und Zeugen des Vertrags von Kremmen, durch den am 20.Juni 1236 die Lande Stargard von dem Fürsten Wratislaw von Pommern an die Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg abgetreten wurden, und von diesem Bartold von Veltberg wurde auch die Burg Feldberg in der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Der Ritter Konrad von Feldberg erscheint ums Jahr 1300 am Hofe des Markgrafen Albrecht III., der sich damals häufig zu Lychen und Neubrandenburg aufhielt. Die v.Feldbereg waren später zu Glocksin auf dem Werder erbgesessen. Im Jahre 1506 wird noch Henning von Feldberg auf Grammentin bei Strelitz aufgeführt. Die Burg lag, von Wasser umschlossen, an der Stelle des jetzigen Amtshauses, bei dem sich auch noch Bruchstücke eines runden Thurmes befinden. Vor der Reformation war zu Feldberg eine Prälatur. Ums Jahr 1540 finden wir bereits den Lucas Bilenfeld als evangelischen Prediger zu Feldberg . Die Burg Feldberg wurde 1627 von den Kaiserlichen, als diese ins Stargardische eingebrochen waren, eingenommen. Als Tilly gegen Ende Februar und in den ersten Tagen des März im Jahre 1631 auf einem Zuge nach Niedersachsen begriffen war, lagen in der Burg einige 60 Mann Schweden, die jener, da sich dieselben nicht ergeben wollten, nach stattgehabter Erstürmung der Burg, wüthend über die ihm verursachte Verzögerung, sämmtlich über die Klinge springen ließ. Bei diesem Zuge des von Ruppin kommenden und von Feldberg über Schlicht nach Stargard und Neubrandenburg weiter marschirenden Tilly wurde die ganze Umgegend verwüstet, wovon noch die Trümmer von Kirchen - bei Conow, Schlicht, in der "Wüsteinei" bei Vorheide - und die Spuren früherer Dorfstätten bei Conow und im Walde unweit Läven zeugen. Auch die Kirche und Pfarre in Feldberg gingen, wie schon erwähnt, hierbei unter. Später hielten sich in dem auf der Burgstelle aufgeführten Amtshause öfters Glieder des herzoglichen Hauses der Jagd und der schönen Gegend wegen hier auf und Herzog Adolf Friedrich III. erließ von hier aus mehrere Verfügungen wegen der Erbauung von Neustrelitz.

Die mecklenburgisch brandenburgische Grenze

Der Amtswerder

früheste Ansicht Feldbergs


Feldberg und die "Rethra-Theorie"

Der Kurort Feldberg

Die Eisenbahnlinie Neustrelitz - Feldberg

Der MC Luzin

Arbeitsgemeinschaft BONITO

Der Zusammenschluß zur amtsfreien Gemeinde Feldberger Seenlandschaft

Persönlichkeiten in und um die Feldberger Stadtgeschichte

Altrock, Johann August von - Gutsbesitzer

geb. ?.2.1700 gest. 23.8.1770 Sponholz

Vater: Jürgen von A., Gutsbesitzer Sein Vater war Gutsbesitzer und Inhaber einer Hofstellung in Mecklenburg-Strelitz; trat 1728 in mecklenburg-strelitzschen Hofdienst; 1732 Herzoglicher Rat, Schatullenmeister und Vertrauter Herzog Adolf Friedrichs III. von Mecklenburg- Schwerin; 1734 Hofrat; 1743 Geheimer Rat; seit 1734 Verwaltung der Domäne Torwitz, später Amtmann in Feldberg Briefwechsel mit König Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen von Preußen; 1732 Kauf des Gutes Sponholz; ließ dort das Gutshaus (mit dem Altrockschen Wappen im Mittelgiebel) und eine Grabkapelle an der Dorfkirche bauen; 1744 geadelt; »Ehrengedächtnis des Hochwohlgebohrnen Herrn, Herrn Johann von Altrock« (1770; Leichenpredigt von Christian Friedrich Sense).

Bahlcke, (Otto) August (Friedrich Eduard) - Mediziner

geb. 5.8.1836 Lindow (Mecklenburg-Strelitz) gest. 17.12.1894 Feldberg

Vater: August B., Domänenpächter Medizinstudium und 1861 Promotion in Erlangen; kam über Berlin, Prag und Wien nach Mecklenburg; 1862- 1870 praktischer Arzt in Stargard; 1870/71 Arzt in Penzlin und im Vereinslazarett in Groß Luckow; 1871- 1894 Arzt in Feldberg, auch Amtsarmenarzt; »Ueber die Resection des Oberkiefers« (1860).

Barby, Reinhard - Naturschützer, Heimatforscher

geb. 8.10.1887 Berlin gest. 27.9.1974 Feldberg

Vater: Eisenbahner Realgymnasium in Berlin; 1905 Angestellter einer Lebensversicherungsgesellschaft in Berlin, 1911 in Potsdam-Rehbrücke, 1924 in Köln; 1929 Direktor der Lebensversicherungsgesellschaft in Magdeburg; befasste sich in seiner Freizeit mit der Tier- und Pflanzenwelt, dann auch mit der Astronomie; erwarb 1934 ein Grundstück in Feldberg und widmete sich der Feldberger Landschaft; baute 1947 eine Klimastation auf; um 1950 Naturschutzhelfer im Kreis Neustrelitz; 1973 mit der Einrichtung der Feldberger Heimatstube beschäftigt; 1969 Ehrenbürger von Feldberg; seit 1960 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft BONITO; erarbeitete eine Feldberg-Monographie, die unvollendet blieb; 1969 Ehrenbürger von Feldberg; »Feldberger Seen- und Endmoränenlandschaft. Heimat- und Wanderbuch« (1956); »Feldberger Seen. Ein kleines Wanderheft« (1969; 8. Aufl., 1989); Beiträge zu botanischen Besonderheiten, Naturdenkmalen und Findlingen in Fachzeitschriften; »Der Ostmecklenburgische Hügelrücken« und »Der Sprockfitz und der Weitendorfer Haussee« in »Natur und Heimat« (1961); »Neue glazialmorphologische Erkenntnisse aus dem Feldberger Gebiet« in »Geographische Berichte« (1966); »Die Tollense – ein spät entstandenes Gletscherzungenbecken?« (1966) und »Die Feldberger Landschaft – ein ideales Erholungsgebiet« (1971) in »Heimatkundliches Jahrbuch des Bezirks Neubrandenburg«; Tagebücher im BONITO-Archiv; Nachlass im Karbe-Wagner-Archiv Neustrelitz; Ehrengrab in Feldberg.

http://www.landesbibliographie-mv.de/REL?PPN=254763405

Burghof, Willy (Gustav Friedrich Pseud.: Illyw Fohgrub) - Apotheker, niederdeutscher Schriftsteller

geb. 1.9.1847 Feldberg gest. ?

Vater: Gustav Friedrich Heinrich Hermann B., Apotheker Gymnasien in Prenzlau und in Neustrelitz; Apotheker in Wolgast, später in Greifswald; schrieb »De Voßjagd tau Holtfast, ne lütte Jagdgeschicht …« (1880)

Dewitz, Fritz von (eigentl.: Friedrich Wilhelm Otto Ulrich August Heinrich Ludwig von Dewitz; auch: Dewitz-Cölpin) - Jurist, Forstwirt, Schriftsteller

geb. 19.1.1883 Neustrelitz gest. 8.7.1967 Lüneburg begr. Cölpin

Vater: Friedrich (Wilhelm Otto Ulrich Karl Helmuth Julius) von D., Jurist, Staatsminister Gymnasium Carolinum Neustrelitz; 1901-1903 Jurastudium in Heidelberg und Rostock, wo er das Referendar- und das Assessorexamen ablegte; 1909 Promotion in Rostock; wohnte in Schwerin und Schönberg; Landdrost in Feldberg; schied 1919 aus dem Staatsdienst aus; zog nach einer land- und forstwissenschaftlichen Ausbildung nach Cölpin, um das väterliche Gut zu bewirtschaften; 1945 Gutsbesitzer; 1946 Forstaufseher in Lübeck- Kaltenmoor; »Über Eigentumserwerb an jagdbaren Tieren« (Diss., 1909); »Überm Wald im stillen Schein« (1952); »Mecklenburgische Anekdoten, gesammelt von alten mecklenburgischen Bauern, Förstern, Jägern, Tagelöhnern, Schäfern« (1962).

Ditzen, Anna (Margarete, geb. Issel)

geb. 12.3.1901 Geestemünde gest. 8.8.1990 Neustrelitz

Vater: Bäcker Ehemann: Hans Fallada, Schriftsteller Lernte im Damenputz-Großhandel und arbeitete 13 Jahre in dem Fach; lernte einen Freund ihres Bruders, den Landwirt Rudolf Ditzen (später Schriftsteller Hans Fallada) kennen; lebte mit ihm in Carwitz (bei Feldberg); 1929 Heirat, vier Kinder; 1944 geschieden; literarische Figur als »Lämmchen« in Falladas »Kleiner Mann was nun«; »Wenn du fort bist, ist alles nur halb. Briefe einer Ehe« (2007).

Erfurth, August Friedrich - Heilpraktiker

geb. ? in Mecklenburg gest. ?.9.1904 Schlachtensee (bei Berlin) begr. Feldberg

Vater: August E., Theologe Ausbildung als Spezialist für Wasserheilmethoden (Hydropath) in Berlin; plante 1849 die Gründung einer Wasserheilanstalt in Mecklenburg; Assistent in der Wasserheilanstalt Bad Stuer; ließ 1853- 1855 an der Westseite des Haussees in Feldberg die Wasserheilanstalt Feldberg errichten; bot Wasserbehandlungen, Massagen, Heilgymnastik und Elektrotherapien an und warb 1880 mit verschiedenen Bädern; 1899 Verkauf der Heilanstalt; »Theorie des Wasserheilverfahrens oder elektrische Strömungen als Ursache der belebenden Wirkung des kalten Wassers« (1851); »Die Wirkung und Anwendung der nassen Enthüllungen und die Verbindung des Wasserheilverfahrens mit der schwedischen Heilgymnastik« (1854); »Nach welchen Grundsätzen muß das Wasser als Heilmittel angewandt werden?« (1860); »Das Irisch-Römische Bad in seiner Verbindung mit dem Wasserheilverfahren« (1865); literarische Figur in Fritz Reuters »Ut mine Stromtid« (1863) als ›Existent Ehrfurcht von dem Wasserdokter‹ bei Unkel Bräsig in der Waterkunst.

Fabrice, Georg (Friedrich) von, Jurist, Verwaltungsbeamter

geb. 18.10.1830 Neustrelitz, gest. 25.2.1908 Strelitz Alt (Neustrelitz)

Vater: August (Georg Adolf Friedrich) von F., Oberlandjägermeister, Kammerherr Bruder: August (Friedrich Ludwig) von F., Jurist, Verwaltungsbeamter Gymnasium in Neustrelitz; 1850 Abitur; 1850- 1853 Jurastudium in Göttingen, Berlin und Rostock; Einjährig-Freiwilliger im Neustrelitzer Bataillon; 1854 wieder Student in Rostock; 1857 nach bestandenem Examen Auditor und Kammerjunker beim Amt Mirow; im Justizamt der Landvogtei Schönberg; nach dem Richterexamen Mitarbeiter des Amtes und des Amtsgerichts Feldberg, dann in Mirow; 1866 Assessor des Großherzoglichen Kammer- und Forstkollegiums; erhielt 1869 das Amt Strelitz; 1871 Kabinettsbeamter und Oberinspektor der Irren- und Strafanstalt Strelitz; bis 1906 Vorsteher der Wegekommission; 1893 Landdrost; 1904 Oberlanddrost; 1907 Prädikat Exzellenz; 1903 Komtur, 1905 Großkomtur des Hausordens der Wendischen Krone; 1908 Preußischer Kronenorden.

Fallada, Hans (eigentl.: Rudolf Ditzen) - Schriftsteller

geb. 21.7.1893 Greifswald gest. 5.2.1947 Berlin begr. Carwitz

Vater: Wilhelm D., Jurist Ehefrau: Anna (Margarete) Ditzen 1899 Versetzung seines Vaters an das Berliner Kammergericht; 1901 Prinz-Heinrich-Gymnasium Berlin-Schöneberg, 1906 Bismarck-Gymnasium Berlin-Wilmersdorf, 1909 Königin-Carola-Gymnasium Leipzig, 1911 Fürstliches Gymnasium Rudolstadt; 1912 (nach einem Selbstmordversuch) im Privatsanatorium Tannenfeld; 1913 Eleve auf dem Rittergut Polsterstein/Vollmershain (Sachsen); 1914 Kriegsfreiwilliger, nach kurzer Zeit entlassen; 1915 Angestellter auf Gut Heydebreck (Hinterpommern); 1916 Assistent der Landwirtschaftskammer für Pommern in Stettin, dann bis 1918 Angestellter der Kartoffelbaugesellschaft in Berlin; 1919 Rauschgiftentziehungskur in Tannenfeld; Rendant auf Gütern in Mecklenburg, Pommern und Westpreußen; wegen Unterschlagung auf Gut Neuschönfeld (bei Bunzlau) 1924 sechs Monate Gefängnisstrafe in Greifswald; Buchhalter auf mehreren Gütern; 1926 zweieinhalb Jahre Haft wegen Unterschlagung in der Strafanstalt Neumünster; 1928 Heirat mit Anna Issel; 1929 Lokalredakteur beim »General- Anzeiger« (Neumünster); 1930 Angestellter des Rowohlt-Verlags Berlin; 1933-1944 in Carwitz bei Feldberg; 1944 Scheidung; 1945 Bürgermeister in Feldberg; 1945 Übersiedlung nach Berlin und Heirat mit Ursula Losch; freier Mitarbeiter der »Täglichen Rundschau«; 1946 in der Nervenklinik der Charité in Berlin; mit seinen Romanen, die auch als Filmstoff dienten, sehr erfolgreich; »Der junge Goedeschal« (1920); »Bauern Bonzen Bomben« (1931); »Kleiner Mann – was nun?« (1932); »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« (1934); »Wolf unter Wölfen« (1937); »Der eiserne Gustav« (1938); »Geschichten aus der Murkelei« (1938); »Kleiner Mann, großer Mann – alles vertauscht« (1939); »Der ungeliebte Mann« (1940); »Damals bei uns daheim« (1942); »Heute bei uns zu Haus« (1943); »Der Jungherr von Strammin« (1943); »Der Alpdruck« (1947); »Jeder stirbt für sich allein« (1947); »Der Trinker« (1950; postum); 1994 erschien der 1939 entstandene Roman »Dies Herz, das dir gehört«; das Wohnhaus in Carwitz ist heute Hans- Fallada-Museum mit umfangreichen Fallada-Archiv; seit 1992 Hans-Fallada-Gesellschaft in Feldberg; »Salatgarten« (1997 ff.; Mitteilungsblatt der Fallada- Gesellschaft); seit 1981 Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster; begraben auf dem Friedhof Schönholz in Berlin, umgebettet, Grabstätte in Carwitz.

Feldt, Auguste - Pädagogin, Dichterin

geb. 18.3.1831 Berlin gest. ?

Vater: Königlicher Rechnungsrat Leitete 1859-1881 eine Privattöchterschule in Friedland; 1885 Vorsteherin eines Töchterpensionats in Feldberg und seit 1887 in Prenzlau; »Werte für junge Mädchen« (1876; Gedichte).

Grapow, Johannes - Forstwirt

geb. 7.7.1844 Neustrelitz gest. 10.12.1936 Feldberg

1851-1861 Realschule in Neustrelitz; 1862/63 Forstlehre bei Oberförster Dankwardt in Schönberg; 1863-1865 Studium an der Forstakademie Neustadt-Eberswalde; 1865-1873 Forstpraktikant bei Oberförster Schroeder in Lüttenhagen; auch Assessor in Lüttenhagen und nach dem Tod seines Vorgängers 1873 dort als Großherzoglicher Oberförster eingesetzt; 1880 Begründung des ersten forstbotanischen Versuchsgartens in Mecklenburg mit 27 nicht einheimischen Gehölzen; das abwechslungsreiche Waldgebiet der Feldberger Landschaft ist sein Verdienst; 1874 Abschluss der heute gültigen Waldeinteilung; 1882 Erstellung eines modernen Forstkartenwerkes; Bewältigung der Sturmkatastrophe 1894; organisierte nach 1900 wegen des schlechten Absatzes des Sturmholzes den Aufbau des Großherzoglichen Sägewerkes Schwarze Mühle bei Koldenhof; ab 1903 umfangreiches Aufforstungsprogramm; beförderte den Aufbau des Torfwerkes Fürstenhagen und 1908 ein System von 30 Karpfenteichen bei Lüttenhagen; 1904 Großherzoglich mecklenburg-strelitzscher Forstmeister; 1910 Hausorden der Wendischen Krone; schied 1916 aus dem Dienst und Ruhesitz in Feldberg; 1995 Enthüllung eines Gedenksteins im Versuchsgarten Lüttenhagen.

Heyse, Wilhelm - Theologe, Pädagoge, (niederdeutscher) Schriftsteller

geb. 19.11.1825 Leussow (Mecklenburg-Strelitz) gest. 11.2.1911 Wesenberg

1841-1846 Lehrerseminar Mirow; Hauslehrer in Friedrichshof (bei Pasewalk) und in Neumühl (bei Torgelow); 1849 Hilfslehrer in Carwitz (bei Feldberg); 1850 Lehrer in Broda (bei Neubrandenburg); 1853 Lehrer in Leussow; schied 1879 wegen eines Disziplinarverfahrens aus dem Amt; Übersiedlung nach Wesenberg; später Hauslehrer an verschiedenen Stellen; Beiträger zu Karl Bartschs »Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg« (2 Bde., 1879/80); hoch- und niederdeutsche Gedichte in der »Neustrelitzer Zeitung« (1849 ff.); »Ausgewählte Blüten meiner Jugend« (1851); »Punschendorp. Plattdütsche Läuschens, Dichtels un Rimels in mekelnbörger Mundort« (1861); »De Meklenbörger Burhochtid un Rosmarin un Ringelblomen« (1862).

Kahn, Robert (August) - Musiker, Komponist

geb. 21.7.1865 Mannheim gest. 29.5.1951 Biddenden (Kent/England)

Vater: Bankier Gymnasium in Mannheim; 1882-1885 Studium an der Musikhochschule in Berlin, 1885/86 an der Akademie der Tonkunst in München; hielt sich in Wien auf, wo er mit Johannes Brahms zusammentraf; freischaffender Komponist in Berlin; Korrepetitor am Stadttheater in Leipzig; 1890-1893 Gründung und Leitung eines Frauenchores in Leipzig; 1894-1930 an der Musikhochschule in Berlin, ab 1903 Königlicher Professor; zog sich nach seiner Pensionierung 1931- 1939 auf seinen Sommersitz nach Feldberg zurück; 1939 Emigration nach England; Freundschaft und Briefwechsel mit Gerhart Hauptmann; 1916 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, 1917 deren Senator; gehörte dem Kuratorium des Beethoven- Preises an; Komposition von Kammermusiken, Liedern und Chorwerken; 2001 Gedenktafel an seiner Villa auf dem Ziegelberg in Feldberg; »Mahomet’s Gesang von Goethe für gemischten Chor mit Orchester« (1896); »Kahn-Album. Auserlesene Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung« (1901); »Neun Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe für eine Singstimme und Klavier« (1910); »Befreiung. Kantate für gemischten Chor, Tenor-Solo und Orchester« (1929).

Karbe, (Hermann Wilhelm) Walter - Archäologe, Denkmalpfleger, Bibliothekar, Heimatforscher, Naturschützer

geb. 9.4.1877 Trechwitz (Brandenburg) gest. 25.10.1956 Neustrelitz

1884 Umzug nach Marly, einem Neustrelitzer Stadtgut; Gymnasium Carolinum Neustrelitz (ohne Abitur); Kaufmannslehre in Stettin; 1903-1905 im Großhandelskontor in Stockholm, 1906/07 in Frankreich; sammelte schon als Kind kleine Tiere; umfangreiche Sammlung von Conchylien; 1907 Registraturhilfsarbeiter an der Sammlung der Altertümer und Münzen und in der Bibliothek Neustrelitz; 1925 Mitglied (Wanderwart und Referent) im Mecklenburg-Strelitzer Verein für Geschichte und Heimatkunde; hielt volkskundliche, naturwissenschaftliche und landeskundliche Vorträge; 1915-1918 Kriegsteilnehmer; 1919 Hilfsregistrator, 1919-1948 Konservator der Sammlungen; nahm 1922 an den Ausgrabungen am Breiten Luzin (bei Feldberg) zur Lösung des Rethra-Problems (Lage der untergegangenen Stadt Rethra mit ihren slawischen Heiligtümern) teil; machte 1924 den Silberfund von Blumenhagen; entdeckte 1939 das um 1440 untergegangene Dorf Saran (bei Carpin); 1941-1945 Kreisnaturschutzbeauftragter Kreis Stargard Süd; 1946-1949 Vertrauensmann für Naturschutz Kreis Neustrelitz; 1923 Mitglied (zeitweise Vorstandsmitglied) des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg; 1924 Mitglied der Gesellschaft für Geschiebeforschung; über 200 Veröffentlichungen; »Wanderungen durch Neustrelitz und Umgebung« (1938); »Strelitzer Allerlei. Heimatkundliche Forschungen« (1938); »Kulturgeschichte des Landes Stargard. Von der Eiszeit bis zur Gegenwart« (1940-1956; Manuskript im Karbe-Wagner-Archiv Neustrelitz); »Rund um den Zierker See« (1953); »Über Hohenzieritz ins Tollensegebiet« (1955); »… der sich die Heimat erwanderte« (1957, hrsg. von Annalise Wagner); »In das Land Turne über Zwenzow bis zur Grünen Hütte« (1957); Aufsätze in der »Landeszeitung für beide Mecklenburg und Nachbargebiete« (1919-1933), den »Mecklenburg-Strelitzer Heimatblättern« (1925-1934) und im »Heimatbuch für den Kreis Neustrelitz« (1954); hinterließ einen handgeschriebenen Rechenschaftsbericht von 1884- 1956 als kulturgeschichtliche Zusammenfassung über das Land Stargard; umfangreicher Nachlass im Karbe-Wagner-Archiv Neustrelitz; Walter-Karbe-Weg in Neubrandenburg.

Kausch, Karl Martin - Mediziner

geb. 10.11.1866 Pasewalk gest. ?

Vater: Wilhelm K., Ackerbürger 1885 Abitur in Berlin; Medizinstudium in Greifswald, München und Rostock; 1891 Approbation in Rostock; 1892 Promotion in Würzburg; 1892-1899 Arzt in Pasewalk; 1898 Kreisarzt; 1899 Arzt in Feldberg; Besitzer und leitender Arzt der Kur- und Wasserheilanstalt Feldberg; 1914 Sanitätsrat; 1914- 1918 Oberstabsarzt im Felde; »Prospekt der Kur- und Wasser-Heil-Anstalt Feldberg i. M.« (1910).

Klapp, Anna (Sophie Charlotte, geb.: Oesten; auch: Klapp-Oesten; Pseud.: Sophie Stein) - Schriftstellerin

geb. 20.9.1840 Feldberg gest. ?

Vater: (Christian Friedrich) Gustav Oesten, Jurist, Hofrat Bruder: Gustav (Bernhard Ferdinand) Oesten, Baumeister, Archäologe 1857 Lehrerinnenprüfung; Lehrerin in Neustrelitz; 1864 Heirat mit Pastor Ludwig Klapp im Fürstentum Waldeck; siedelte nach zwölf Jahren nach Osnabrück über; zog nach dem Tod ihres Mannes 1902 nach Chicago (USA); schrieb für die Zeitschrift »Nordwest« (1878 ff.); 1884-1894 Bücherkritiken für den »Hamburgischen Correspondenten«; daneben Novellen, Essays und Aufsätze; ab 1884 Schriften zu Jugend- und Frauenfragen; gründete 1893 den Verein zur Reform der Jugendliteratur und 1894 dessen Organ »Lose Blätter«; »Ut Dörp und Stadt. T. 1, Hans Lütting« (1882); »Unsere jungen Mädchen und ihre Aufgaben in der Gegenwart« (1892) »Der jüngste Diakonus« (1893).


Krause, Eitel - Forstwirt

geb. 7.9.1905 Wendisch-Tychow (Hinterpommern) gest. 14.3.1989 Neuhof (bei Feldberg)

Vater: Waldwärter Volks- und Fortbildungsschule; zwei Jahre Forstlehre; Forstschule in Miltenberg (Main); Hilfsförster in verschiedenen Forstrevieren Hinterpommerns; 1935 Revierförsterprüfung in Stolp; zuletzt Tätigkeit in der Revierförsterei Koziol; kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Mecklenburg; widmete sich der Buchenholzverjüngung im Laubholzrevier Gülitz; 1954 Revierförster in Neuhof (bei Feldberg); betreute als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter ein See- und ein Fischadlerpaar; auf seine Anregung hin wurden im Mechower Revier Kiefernaltholzbestände zu Flächennaturdenkmalen erklärt; organisierte 1972 die Erfassung der Kraniche und der Kolkrabenbrutpaare; 1974 Ruhestand.

Levermann, Hans - Landwirt, Naturschützer, Fotograf

geb. 22.3.1897 Demmin gest. 16.12.1977 Feldberg begr. Krumbeck

Vater: Kaufmann, Jäger 1901-1935 Landwirtschaftslehre und Tätigkeit auf Gütern wie Basedow und Schwichtenberg; 1935-1945 Landwirt in Krumbeck und Buchhalter in Bredenfelde; 1947 Rückkehr aus der Gefangenschaft; 1947-1962 Landwirt und LPG-Mitglied in Krumbeck; 1948-1954 Vertrauensmann bzw. Kreisnaturschutzbeauftragter für die Randgebiete des Kreises Neustrelitz; 1962- 1975 naturkundliche Forschungen im Gebiet um Krumbeck; 1975-1977 im Pflegeheim in Feldberg; Ornithologe; Beringer für die Vogelwarte Helgoland, später für Hiddensee; übergab seine Vogeleiersammlung an das Naturkundemuseum Waren; veröffentlichte seine Tierbeobachtungen in der Tagespresse; Tierfotograf; 1937 in der Ausstellung »Die Fotografie der Jagd« vertreten und mit einem 5. Preis ausgezeichnet; 1965 mit der Serie »Vögel der Heimat« an der Bezirksfotoschau des Bezirks Neubrandenburg beteiligt; »Von der Lebensweise des Fischadlers« in »Wild und Hund« (1937/38); Tierfotos in »Aus Wald und Flur. Tiere unserer Heimat« (1940); »Die Tierwelt der Kreises Neubrandenburg« (1956), »Im Naturschutzgebiet ›Galenbecker See‹« (1957) und »Im Naturschutzgebiet »Nonnenhof« (1957) in »Uns’ Heimat«.

Losch, Kurt (Albrecht Dietrich) - Kaufmann, Maler

geb. 29.11.1889 Berlin gest. 7.5.1944 Berlin

Vater: Reinhold L., Kaufmann Sein Vater war in Berlin als Seifen-Losch bekannt; Studium der Malerei an der Kunstakademie in Berlin bei Georg Ludwig Meyn; 1912 und 1914 Teilnehmer an der Großen Berliner Kunstausstellung; widmete sich nach dem Ersten Weltkrieg ganz der Malerei; übernahm 1927 nach dem Tod des Vaters gemeinsam mit zwei Brüdern das väterliche Unternehmen, in dem er sich auch als Grafiker betätigte, 1940 Zweitwohnsitz in Feldberg; seine Witwe Ursula wurde 1945 die zweite Ehefrau Hans Falladas; 1994 Ausstellung seiner impressionistischen Malereien in Feldberg.

Nuß, Wilhelm - Pädagoge, Naturschützer

geb. 25.6.1883 Koblenz gest. 21.5.1976 Hohenlanke (Neustrelitz)

Vater: Eisenbahnkontrolleur 1899 Dorotheenstädtisches Realgymnasium; 1904- 1910 Mathematik-, Physik- und Geologiestudium in Berlin; Lehrer an verschiedenen Schulen; 1920- 1934 Studienrat in Senftenberg; 1935 Umzug nach Neustrelitz; Verwaltung der Bildstelle der Schulen des Kreises Stargard in Neustrelitz; 1942-1945 Dozent für Mathematik an der Ingenieurschule Strelitz, 1945/46 an der Berufsschule; 1937-1944 Kreisnaturschutzbeauftragter Stadtkreis Neustrelitz; an der Schaffung des Landschaftsschutzgebietes Feldberger Seen beteiligt; 1920 Mitglied der Deutschen Geologischen Gesellschaft; 1927 Mitglied der Gesellschaft für Geschiebeforschung; Veröffentlichungen zur Botanik und Geologie der Lausitz in Zeitschriften und Zeitungen; »Das Naturschutzgebiet Nonnenhof« (1937); »Naturschutz und Landschaftsschutz für Feldberg in Mecklenburg« (Karte, 1938); »Wie unsere Heimat im Eiszeitalter wurde«, »Die Berge unserer Heimat«, »Das Werden und Vergehen der Seen unserer Heimat« und »Die Findlingsblöcke unserer Heimat« in »Heimatbuch des Kreises Neustrelitz« (1954).

Oesten, Gustav (Bernhard Ferdinand) - Baumeister, Archäologe

geb. 16.8.1839 Feldberg gest. 4.7.1924 Feldberg

Vater: (Christian Friedrich) Gustav O., Jurist, Hofrat Schwester: Anna (Sophie Charlotte) Klapp, Schriftstellerin Schule in Feldberg; Ausbildung zum Ingenieur für Wasserbau (Zivilingenieur); lebte und arbeitete in Berlin, zuletzt als Vizedirektor der Berliner Wasserwerke; um 1880 Mitglied der von Rudolf Virchow geleiteten Berliner Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte; wandte sich früh der Rethra-Forschung zu, gründete einen Verein für Altertumskunde in Feldberg; unternahm 1880-1882 und 1885-1890 Ausgrabungen im Feldberg-Carwitzer Gebiet, begleitet von mehreren Besuchen der Anthropologischen Gesellschaft; 1904 Mitgründer und treibende Kraft einer Rethra-Kommission der Gesellschaft; unter seiner Leitung 1904-1912 Ausgrabungen im Bereich Südende des Tollensesees und der Lieps; regte Richard Wossidlo zu einer Bearbeitung der Rethra-Sagen an; Alterssitz in Feldberg (Voßkuhl); schrieb Aufsätze über die Ergebnisse seiner Rethra-Forschungen; Mitarbeiter am »Handbuch der Hygiene« (1896) und am »Handbuch der Ingenieurwissenschaften« (1904); »Überreste der Wendenzeit in Feldberg und Umgegend« (1887), »Die ›civitas‹ der Slawen und Funde aus Feldberg« (1890) und »Ergebnisse der Rethraforschung« (1912) in »Zeitschrift für Ethnologie«.

Reincke, Johanna (Caroline Elise) - Malerin

geb. 21.8.1874 Dobbertin gest. 22.2.1948 Feldberg

Vater: Heinrich Carl August R., Baumeister 1890 als Pensionärin in Schwerin; begann mit 24 Jahren zu malen; schloss sich in Feldberg dem Landschaftsmaler Ludwig Feldmann an; 1898- 1907 Schülerin von Walter Leistikow und Lovis Corinth in Berlin; stellte seit 1901 öffentlich aus; 1907 Mitglied des Vereins Berliner Künstlerinnen; im Ersten Weltkrieg wieder in Feldberg; nach 1945 mittellos und krank; Landschaftsmalerin; Motive aus der heimischen Wald- und Seenlandschaft um Feldberg; malte auch auf dem Fischland; »Die Rosenberge«; »Blühender Ginster am Carpiner Weg«; »Herbststimmung am Sprockwitz See«; »Gelbe Lupinenfelder«; »Abendstimmungen Luzin-See«.

Risch, Carl (Albert Ludwig Wilhelm) - Apotheker

geb. 9.6.1878 Feldberg gest. 11.3.1960 Berlin

Vater: Kaufmann Gymnasium in Neustrelitz; Apothekerlehre in Lychen; Assistent in Helmstedt, Arnstadt und Olten (Schweiz); Studium der Philosophie und Lebensmittelchemie in Basel sowie der Pharmazie, Chemie und Botanik in Rostock; Apotheker in Alberfeld, Essen, Hamburg, Eibenstock und Gramzow (bei Prenzlau); 1909- 1945 Besitzer der Apotheke in Bärwalde; danach Treuhandverwalter einer Apotheke in Berlin- Neukölln; widmete sich der Hydrobiologie, der chemischen Untersuchung der Gewässer und der Pollenforschung; Materialsammlung in der Türkei (1903), in Skandinavien, in den Mittelmeerländern und im Kaukasus; seine Sammlungen und Notizen gingen 1945 verloren; bekannt durch eine Methode zur Wertbestimmung von Tinkturen, die er Diaphanometrie nannte.

Scamoni, Alexis - Forstwirt

geb. 1.3.1911 (16.2.1911) St. Petersburg (Russland) gest. 7.10.1993 Potsdam begr. Chorin (Brandenburg, Klosterfriedhof)

Kam Ende des Ersten Weltkrieges nach Berlin
Oberrealschule
1930-1935 Botanik-, Zoologie-, Geographie-, Mathematik- und Philosophiestudium an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin
1935 Promotion in Berlin, am Waldbau-Institut der Forstlichen Hochschule Eberswalde
nach dem Zweiten Weltkrieg Assistent, dann Dozent
1958 Habilitation in Berlin
1949 Professor der Forstbotanik und Grundlagen des Waldbaus
1951 Direktor des Bereichs Waldwachstumskunde am Institut für Waldkunde Eberswalde, zweimal Dekan
1963-1976 Direktor des Bereichs Waldwachstumskunde am Institut für Forstwissenschaften Eberswalde
»Vegetationsstudien im Sarnow« (Diss., 1935)
»Waldgesellschaften und Waldstandorte« (1951, 3. Aufl., 1960)
»Leitfaden für den Forstfacharbeiter« (1953)
»Einführung in die praktische Vegetationskunde« (1955)
»Waldkundliche Untersuchungen auf grundwassernahen Talsanden« (Habil., 1958)
»Meßtischblatt Thurow« (1963)
»Unsere Wälder« (1982)
»Teeröfen als Nachweis eines ursprünglichen Vorkommens der Kiefer« in »Archiv für Forstwesen« (1955)
»Ringenwalder Endmoräne«, »Heilige Hallen«, »Feldberger Hütte«, »Der Conower Werder bei Feldberg« und »Die Sundische Wiese auf Zingst« in »Natur und Naturschutz in Mecklenburg« (1965)
Nachlass (Forschungen zu den natur- und siedlungshistorischen Grundlagen im Bereich des Messtischblattes Thurow) im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin.

Schmaltz, Hedwig (geb.: Börger; Pseud.: Hadwiga Börger) - Pädagogin, Schriftstellerin

geb. 14.10.1906 Feldberg gest. ?

Lebte in Juist (Niedersachsen); schrieb Erzählungen und Gedichte; »Die Berufung des Mathias Melzer« (1955); »Stern im Schatten« (1965); »Höhlen gefragt« (1969).

Schuchhardt, Carl - Archäologe

geb. 6.8.1859 Hannover gest. 7.12.1943 Arolsen (Westfalen)
Vater: Ludolf S., Kupferstecher
Schulen in Hannover und Vegesack
Studium der Neueren Sprachen, der Klassischen Philologie und Archäologie in Leipzig, Heidelberg und Göttingen; 1882 Promotion
1884 Hauslehrer in der Fürstenfamilie Bibesco in Rumänien
1886/87 Reise durch Kleinasien und bei den Ausgrabungen in Pergamon beteiligt
1888 Direktor des Kestner-Museums in Hannover
1908-1925 Direktor der Prähistorischen Abteilung des Museums für Völkerkunde in Berlin und Generalinspektor für die Ausgrabungen in Preußen; Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften Berlin und der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches
1921 Ausgrabung der Tempelburg Arkona (Rügen)
1922 Rethra-Grabung auf dem Schlossberg am Breiten Luzin (bei Feldberg) unter Beteiligung von Walter Karbe
1928 Grabung slawischer Heiligtümer auf der Burg Garz (Rügen)
1907 Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde
1929 Ehrenmitglied des Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde
1909 Begründer der »Prähistorischen Zeitschrift«
»Schliemanns Ausgrabungen in Troja, Tiryns, Mykenä …« (1890)
»Arkona, Rethra, Vineta« (1926)
»Vorgeschichte in Deutschland« (1928);
»Der Entdecker von Pergamon. Carl Humann« (1930)
»Die Burg im Wandel der Weltgeschichte« (1931)
»Alteuropa, Kulturen-Rassen-Völker« (1935)
»Deutsche Vor- und Frühgeschichte in Bildern« (1936)
»Aus Leben und Arbeit« (1944).

Schümann, Siegfried - Maler, Grafiker

geb. 10.4.1923 Feldberg gest. 6.3.1974 Berlin

Lehre als Autolackierer; 1950-1955 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Arno Mohr, Bert Heller und Kurt Robbel; 1956-1959 Aspirant bei Fritz Dähn und Gabriele Mucci; freischaffend in Berlin; Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR; 1957 1. Preis für Malerei bei den Weltfestspielen in Moskau; Zyklus »Thälmann-Brigade im Freiheitskampf des spanischen Volkes« (1958); »Kleiner Rügenhafen« (1960); »Chinesische Mutter« (1960); »Chinesischer Bauer« (1961); »Gespräch mit dem Vertrauensmann« (1962).

Vitense, Otto (Carl Ernst Friedrich) - Pädagoge, Heimatforscher

geb. 27.3.1880 Wittenburg gest. 31.12.1948 Neubrandenburg begr. Feldberg

Vater: Adolf (Karl Friedrich) V., Pädagoge Gymnasium in Parchim; 1900 Geschichts- und Philologiestudium in Leipzig, Berlin und Rostock; Seminar- und Probejahr an der Großen Stadtschule Rostock; 1906-1909 Oberlehrer am Realgymnasium in Grabow; 1909-1948 Oberlehrer am Gymnasium in Neubrandenburg; Studienrat; 1925 Festrede zum Amtsantritt von Paul Hindenburg und 1927 zum 100. Todestag Beethovens; 1925 Mitglied des Mecklenburg-Strelitzer Vereins für Geschichte und Heimatkunde; Herausgeber und Autor mehrerer Beiträge in »Mein Vaterland. Mecklenburgische Monatsblätter für Familie und Haus« (1913/14); »Mecklenburgische Geschichte« (1912); »Mecklenburg und die Mecklenburger in der großen Zeit der deutschen Befreiungskriege 1813-15« (1913); »Die deutschen Befreiungskriege 1813- 1815 mit besonderer Berücksichtigung der Teilnahme der Mecklenburger (1913); »Deutsche Frauen und Heldinnen 1813/15« (1815); »Weltkriegsbilder« (3 Bde.; 1915/16); »Geschichte von Mecklenburg« (1920); »50 Jahre Neubrandenburger Konzertverein 1880-1930« (1930); »Ueber Alter und Entstehung mecklenburgischer Städte sowie die Bedeutung ihrer Namen« (1925), »Fritz Reuter und die Hansestädte« (1934), »Geschichte der Stadt Krakow« (1936) und »Altmecklenburgische Fastnacht« (1936) in »Mecklenburgische Monatshefte«.

Westphal, Wilhelm - Landwirt

geb. 7.12.1888 Feldberg gest. 31.7.1980 Plön

Gymnasium Carolinum Neustrelitz; Studium in Bonn; Diplomlandwirt; 1917 Promotion in Bonn; Geschäftsführer des Westfälischen Bauernvereins; 1922 Institutsdirektor der Preußischen Versuchsanstalt für Milchwirtschaft in Kiel; 1924 Professor; 1935 Arbeit im Rahmen der Ernährungssicherung in Berlin; »Die Stellung der Milchwirtschaft im landwirtschaftlichen Betriebe« (Diss., 1917).

Wieck, Heinz - Forstwirt

geb. 14.9.1908 Suderode, gest. 23.2.1979 Feldberg
1914-1922 Schule in Suderode;

1922-1927 Lehre und Hilfsjäger in Marienhaus (Schlesien); 1927- 1934 Militärdienst in Kolberg (Pommern); 1934-1938 Heeresforstschule; 1939-1943 Wehrmachtsdienst in Kolberg; 1943-1947 Gefangenschaft in der Sowjetunion; 1947-1949 Revierförster in Goldenbaum; 1949-1972 Oberförster in Lüttenhagen; seit 1953 auch Jagdgebietsverantwortlicher; 1973- 1979 Ruhestand in Feldberg; 1980 Gedenkstein im Revier Lüttenhagen.

Zeitzeugen berichten über Feldberg

Reinhard Barby erinnerte sich an das Jahr 1908

aufgeschrieben und bearbeitet von: Wolfgang M. Richter (BONITO e.v.)

Am heutigen Tage, dem 03. Mai 1943, erinnere ich mich, indem ich auf den blauen Haussee und Feldbergs roten Kirchturm blicke, wie ich vor genau 35 Jahren, zu gleicher Morgenstunde in die Linde trat. Ich war am Abend vorher spät und erstmals in Feldberg angekommen. Aus dem Zimmer neben der Gaststube klang Klavierspiel; dazu sangen zwei helle Stimmen eines meiner Lieblingslieder: In einem kühlen Grunde.... Zwei Mädchen saßen da am Tafelklavier. Die Sonne schien hell zum Fenster herein, und ich entsinne mich nicht nur dieses Bildes genau, sondern natürlich auch des Grundes meines damaligen Kommens. Bei einem Schulfreund hatte ich einige Wochen zuvor Generalstabskarten von Mecklenburg gesehen. Darauf war mir die eigenartige Seen- und Hügelgestaltung der Feldberger Landschaft aufgefallen. Bis dahin wußte ich nichts von Feldberg! Ich suchte eine Sommerfrische für meinen ersten zehntägigen Urlaub, der mir, in Anerkennung meines Eifers, schon nach dreijähriger Tätigkeit bei meiner Gesellschaft bewilligt worden war. Von der Feldberger Postkutsche - seligen Angedenkens -, hatte ich noch keine Kenntnis, und so fuhr ich von Berlin über Prenzlau nach Fürstenwerder. Von dort marschierte ich in der sinkenden Sonne des zweiten Maientages südwärts gen Feldberg, als zwanzigjähriger Jüngling, und wohl ebenso schlank, wie ich es heute wieder bin. Am nächsten Morgen, einem Sonntag, eben diesem meinem Erinnerungstage, zog ich dann zur Fährstelle am Schmalen Luzin, biederte mich mit dem alten Fährmann Saefkow an und wanderte dann durch den Hullerbusch und über den Hauptmannsberg nach Carwitz. Damals stand die Sonne genau so leuchtend wie heute über den blauen Feldberger Seen; die Buchen am Schmalen Luzin bekamen ihr erstes Grün. Als ich schließlich dann gegen Abend mit der Postkutsche, einer richtigen gelben, mit blasendem Postillion auf dem Bock, eine Kutsche, wie ich sie nur noch in Bildern und Büchern für möglich gehalten hätte, zum Städtelein hinaus fuhr (allerdings war Feldberg damals noch keine Stadt, nur ein Flecken!), da war mein romantisches Herz so voll von dieser Feldberger Schönheit, daß ich nicht nur meinen Freunden schrieb: Das Ideal einer Sommerfrische ist erreicht! Und dieses Feldberg sollte mich ja dann auch nicht wieder loslassen, auch wenn ich erst zum 01. April 1943 für immer hierher ziehen sollte - ins eigene Häuschen. Ich bin zwar, hauptsächlich der Form wegen, vorerst nur beurlaubt, aber ich weiß, daß ich aus gesundheitlichen Gründen mit der Rückkehr auf meinen sehr anstrengenden dienstlichen Posten nicht rechnen kann. (Weiter richtete Reinhard Barby in einem Nachsatz folgende Zeilen an die Empfängerin seines Briefes, Zeilen die eine schlimme Zeit charakterisieren: Mit dieser sehr lang geratenen Einleitung ist mein Briefbogen nun aber schon voll. Möge Ihnen dieses Bild aus der Zeit vor den Kriegen die Gedanken aber ein paar Minuten vom schweren Heute ablenken. Ich kann mir denken, was sie dort im Westen (gemeint ist Wuppertal) auszustehen haben; sahen wir doch kürzlich arge Trümmerstätten in Berlin...

Aus nachgelassenen Aufzeichnungen und einem Brief (25/184 ff)

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Feldberg

Wie die vielen Steine in den Hullerbusch gekommen sind

Der Teufel kam einst mit einem großen Sack voller Steine von den Rosenbergen und wollte sich im Hullerbusch eine Wohnung bauen.
Der Gott des Waldes (man sagt , bei dem der es sei der dreiköpfige Triglav gewesen), dem die Nachbarschaft mißviel, schte ihn daran zu hindern. Es entspann sich ein Kampf, bei dem der Sack zerriß und Steine alles Land umher bedeckten.
Der Gott blieb Sieger, und der Teufel mußte weichen, aber seine Steine liegen noch heutigen Tags in und beim Hullerbusch in großen Mengen.

Der spukende Amtmann.

In Feldberg wohnte vor langen Jahren ein böser Amtmann, Namens S . . . . . , der nach seinem Tode in Feldberg und Umgegend spukte. Er hockte den Leuten auf und ließ sich von ihnen tragen; auch in den Häusern spukte er umher, hauptsächlich aber im Amtshaus, wo er selbst am Tage den Beamten die Acten auf die Erde warf, Abends das Licht ausblies und im Hause polterte. Ein Geisterbanner, der Scharfrichter von Neu-Brandenburg, bannte ihn endlich auf eine kleine, im Feldberger See gelegene Insel unter eine Birke. Aber unglücklicherweise wurde der Baum abgehauen, und so kam der Geist wieder nach Feldberg, bis ihn der Banner in einen eisernen Käfig einfing, den er auf dem Boden des Amtshauses hinter einem Bretterverschlage aufhing. Noch heute soll der Käfig dort hängen.
Niederh. 4, 2ff.

Entstehung des Lucin-Sees.

Lange vor dem dreißigjährigen Kriege ist eine Rotte plündernder und mordender Soldaten durch das Stargardsche Land gezogen und auch bis nach Feldberg gekommen. Da haben die Feldberger zur Jungfrau Maria um Hilfe gefleht und plötzlich hat sich die Erde aufgethan und die Rotte verschlungen. Diese Erdkluft ist der Lucin-See.
F.C.W. Jacoby bei Niederh. 1, 196 f. in poetischer Bearbeitung

Tiefe des Lucin-Sees.

Zwei Fischer aus Feldberg wollten die Tiefe des Lucin-Sees ergründen, sie nahmen das Hintertheil eines Wagens, banden daran einen Haufen Stricke und ließen nun Alles in die Tiefe. Die Stricke sanken immer tiefer und tiefer, bis sie zu Ende waren. Da zog es von unten und eine Stimme rief ›Laßt ab und zieht empor, ihr stört unsere Ruhe!‹ Die Fischer zogen erschreckt die Stricke an sich und diese gingen jetzt ganz leicht in die Höhe. Als sie zu Ende waren, fand sich statt des Wagenstückes unten ein Pferdekopf daran befestigt.
Poetisch bearbeitet von F.C.W. Jacoby bei Niederh. 2, 105 f.

Teufel holt eine Braut.

Ein Bauernbursch aus der Nähe von Feldberg wollte ein Mädchen heiraten, von dessen Untreue während des Brautstandes man Manches munkelte. Als er sie nun einige Tage vor der Hochzeit fragte, ob sie ihm auch immer treu gewesen, rief sie aus ›Der Teufel soll mich holen, wenn ich es nicht gewesen.‹ Der Hochzeittag kam. Der Tanz war im besten Gange, als ein vornehmer Herr hereintrat und die Braut um einen Tanz bat. Der wurde bewilligt, aber immer wilder tanzte der Herr, endlich durch die Hausthür ins Freie und hoch in die Lüfte, wo er mit der Braut verschwand. Der Schäferknecht will gesehen haben, wie der Teufel mit der Braut die Hürde umtanzt, dabei immer mit ihr gegen Pfähle und Recke gefahren sei, daß ihr die Eingeweide heraushingen und an den Pfählen sitzen blieben, und als er sie endlich zu Tode getanzt, den Leichnam zur Erde geworfen und durch die Luft davon geeilt sei.
Niederh. 4, 9 ff.

Das verwünschte Schloß Meklenburg.

Einer alten Sage nach gab es in der Nähe von Fürstenhagen bei Feldberg ein Schloß Meklenburg, zu welchem auch unter dem Carwitzer See ein Verbindungsgang führte. Einmal waren in der Laichzeit zwei Fischer Nachts auf dem Maränenfang aus; sie befanden sich am Verbindungsgraben, als um die Mitternachtsstunde plötzlich zwei weißgekleidete Frauen vor ihnen standen. Aber unerschrocken richteten sie die Frage an dieselben ›Wohin wollt ihr?‹ Die Antwort lautete ›Nach Schloß Meklenburg!‹ ›Nun so geht und hindert uns nicht!‹ riefen die Fischer ihnen zu, und ohne Aufenthalt sahen sie die Frauen ihren Weg fortsetzen. Ihre Blicke verfolgten sie durch die stille dunkle Nacht, so weit es irgend gehen wollte. Mit einemmal wurde es hell; sie sahen deutlich Schloß Meklenburg in einiger Entfernung vor sich; eine Thür that sich auf und die Frauen gingen hinein. Alsbald hörten sie einen furchtbaren Knall, die Thür schloß sich wieder, es wurde finster wie vorher und A.
Da seinelles war vorbei.
F.C.W. Jacoby bei Niederh. 4, 228 f.

Der Schatz im Hauptmannsberge bei Carwitz

Ein Knecht ging einst in der Johannisnacht, in der die verborgenen Schätze aus der Erde steigen, durch den Hohlweg am Hauptmannsberg, nicht weit vom Preisterbrook.
Dort sah er am Boden glühende Kohlen liegen und meinte ein Hirt hatte sein Feuer nicht gelöscht.
Da seine Pfeife ausgegangen war, suchte er sich, indem er die größeren beiseite stieß, ein kleines, recht hell glühendes Stück heraus und legte es auf den Taback .
Trotzdem brannte die Pfeiffe nicht wieder an und ärgerlich schob er sie in die Tasche.
Am andern Morgen holte er sie hervor und fand einen blanken Louisdor darauf.
Sofort ist er in de Hohlweg gelaufen, wo er den Schatz hatte brennen sehen, und hat zu seiner Freude wenigstens noch die Stücke , die er beim Suchen nach einer passenden Kohle mit der Hand berührt hatte, gefunden.
Der übrige Schatz war wieder gesunken, aber es war genug , daß er bei einiger Sparsamkeit immer Geld hatte bis an sein Lebensende.
(Die mecklenburgische Heimat 1916)

Der Alb

An der Fürstenhäger Scheide beim Rotberg ging die Müllerin von Conow, als plötzlich ein kleinbuntes Vögelein sich ihr auf die rechte Schulter setzte.
"Na lütt Vagel , wat willst du den vun mi ?" sagte sie erstaunt und lachte.
Da wurde der Vogel immer schwerer und schwerer, so daß sie ihren Weg ächzend und stöhnend , mit gebeugten Knieen weiter wankte.
Der Schweiß rann ihr von der Stirn, und halbtot kam sie endlich in Conow an.
Bei dem ersten Haus des Dorfes verließ sie der Alb, und aufatmend sank sie auf einen Stein, um wieder Kräfte zu sammeln.
(Die mecklenburgische Heimat 1916)

Der Reiter von Wittenhagen

.Zwei Männer, von denen der eine Tech hieß, saßen gegen Abend bei einem Wacholderbusch auf der Wittenhäger Scheide, da hörten sie plötzlich Hundegebell, Pferdegetrappel und Peitschenknall, und binnen kurzem sahen sie auch eine Meute großer Hunde daher jagen , denen helles Feuer aus dem Rachen schlug.

Ihnen folgte ein Reiter ohne Kopf, der langausholend mit einer Peitsche knallte.
Voll Entsetzen und Angst duckten sie sich hinter den Wacholderbusch und ließen die wilde Jagd vorüberrasen.
Da sie sich ganz still verhielten, wurden sie nicht bemerkt und haben später noch oft von ihrem grausigen Erlebnis erzählt
(Die mecklenburgische Heimat 1916)

Der Schatzgräber und der Schneider

In Carwitz wohnte ein Mann, der keinerlei Handwerk betrieb und bei allen als Schatzgräber bekannt war.
Diesen bat ein Schneider, er möchte ihn doch einmal mitnehmen, wenn er wieder nach Geld graben wolle.
Der Schatzgräber versprach ihn abzuholen, und es klopfte auch wirklich in der nächsten Nacht an das Fenster des Schneiders.
Schnell öffnete dieser den Laden, aber vor ihm stand nicht der ihm wohlbekannte Schatzgräber, sondern ein Fremder mit einem dreispitzigen Hut.
Dem Schneider wurde unheimlich zu Mute, er warf den Laden zu, kroch ins Bett, zog die Decke über die Ohren und antwortete auf kein Klopfen und kein Rufen.
In der folenden Nacht klopfte es abermals , und die ihm bekannte Stimme des Schatzgräbers rief: "Komm mit!"
Zitternd öffnete der Schneider den Laden, der Schreck von voriger Nacht lag ihm noch in den Gliedern, aber da stand wirklich der Schatzgräber vor dem Fenster und fragte, weshalb er nicht schon in der vergangenen Nacht mitgekommen sei.
Darüber. daß dem andern der Abgesandte zu unheimlich gewesen sei, lachte er und erklärte, er habe 12 solcher Helfer.
Er führte den noch immer ängsstlichen Schneider auf einen Hügel, der zwischen dem Dreetz und Thomasdorf liegt, zog einen Kreis, befahl ihm , sich hinein zu stellen und, was auch geschehen möge, kein Wort zu sprechen.
Ein Ende entfernt, aber in Rufweite, fangen die dreizehn nun an zu graben.
Deutlich hört der Schneider, daß sie mit dem Spaten auf etwas Metallenes stoßen und das unter den Grabenden ein Streit ausbricht.
Er hört von dem einen Gehilfen die Worte "an den Galgen?" und hört auch , daß der Schatzgräber fragt: "Wer soll an den Galgen?"
Der andere antwortet laut und wütend: "Alle, aber zuerst der Schneider!"
Dem armen Schneider bricht der Angstschweiß aus, er glaubt sein letztes Stündlein sei gekommen und läuft laut um Hilfe rufend nachhause.
Die ganze Nacht kann er kein Auge zutun.
Am anderen Morgen kommt der Schatzgräber zu ihm und macht ihm bittere Vorwürfe über sein feiges Benehmen, es wäre ganz sinnlos gewesen, davon zu laufen , da ihm in dem Zauberkreise nichts hätte geschehen können , besonders da er rote Strümpfe angehabt hätte.
Durch sein Rufen und Schreien hätte er die ganze nächtliche Arbeit zuschanden gemacht, der eiserne Kasten mit Gold wäre nun wieder zehn Klafter tiefer versackt, und sie müßten lange graben , bis sie soweit wären wie in dieser Nacht.
Der Schneiderließ ihn schimpfen und ist nie wieder mit dem Schatzgräber gegangen.
(Die mecklenburgische Heimat 1916)

Von ´n Harten räd´t

Den ollen Glasermeister Gundlach in Feldbarg wir de Fru storben, un he harr sick´ne anner nahmen.
Gundlach is eens to ´ne olle dodkranke Fru kamen un het to ehr seggt:
"Wäschen, du starwst jo nu bald.
Wenn du in´n Himmel kümmst un begegnest mien ierst Fru, denn segg ehr, ick hadd´wedder friegt un hadd´een ut Lichtenbarg, oewer ick wir sihr anschäten."

Flurnamen auf der Feldberger Feldmark